Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Nele33:

zu vorhersehbar

Mein Ehemann von Daniel Hurst

"Mein Ehemann" des Autors Daniel Hurst versprach mit dem Klappentext einen spannenden Psychothriller ganz nach meinem Geschmack.

Der Plot hat meine Neugier geweckt und der Einstieg ist mir durch die dort erzeugte Spannung leicht gefallen. Jenny und Lachlan sind ein typisches Vorstadtpaar mit zwei Kindern im Teenageralter.

Doch was Jenny nicht ahnt, Lachlan hat ein tiefdunkles Geheimnis.
Durch eine Dokumentation über einen Mordfall vor 25 Jahren in Lachlans Heimatort beschließt Jenny, dass sie diesem Ort nun endlich einmal einen Besuch abstatten könnten, zumal ihre Kinder und auch sie das Dorf in dem ihr Vater aufgewachsen ist, nicht kennen. Nach anfänglicher Weigerung stimmt Lachlan dem zu. Die Dorfbewohner nehmen sie gut und freundlich auf, doch manche Bemerkungen über die Vergangenheit lassen bei Jenny ein Misstrauen an der Person ihres Mannes aufkommen.

Mir als exzessiver Thriller-Leserin war die Story dann doch etwas zu seicht und schon unzählige Male so ähnlich gelesen. Der Schreibstil ist relativ einfach und der Spannungsbogen leider nicht sehr groß.
Das Ende wurde schnell und in meinen Augen zu hektisch abgehandelt und hat der Story nicht sehr gutgetan.

Ein Thriller für Einsteiger in dieses Genre, für Experten zu durchschaubar und vorhersehbar.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33

äußerst spannend

Dogma der Wahrheit von E.X. Behemoff

In "Dogma der Wahrheit" wird eine Welt beschrieben, die von einer inhumanen Gesellschaft erzählt, die grausamer nicht sein kann. Hagen, der Protagonist lebt mit seinen Eltern im Grid: Dies ist eine Welt, die aus Realität und virtueller Erfahrungen und Lebenswirklichkeiten, unterhalten vom Moebius-Konzern.

In dieser Welt wird alles, sogar die eigenen Gedanken in jeder Sekunde kontrolliert. Gefallen diese Gedanken nicht und stellen für den Konzern eine Gefahr dar, wird mit grausamer Gewalt regiert. In den Straßen herrscht schon lange der Krieg des stärkeren.

Als Hagens Eltern Opfer einer Strafe werden, stellt sich sein gesamtes Leben auf den Kopf und ein Wettlauf gegen den Konzern beginnt.

Der Einstieg fiel mir nicht leicht, war ich doch erst einmal mit den vielen technischen Begriffen überfordert und hätte mir da ein Glossar für gewünscht. Der Plot ist bedrückend, spannend und gleichzeitig auf absolut gesellschaftskritisch. Das Buch hat einen regelrechten Sog auf mich ausgeübt, sodass ich es ab einer gewissen Weise nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Dem Autor gelingt es einen anspruchsvollen, spannenden und gleichzeitig lang nachhallenden dystopischen Thriller geschrieben, den ich jedem Dystopie-Fan ans Herz legen kann.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33

lebendige Straße

Die Straße von Robert Seethaler

In "Die Straße" von Robert Seethaler begleite ich als Hörerin die Bewohner der Heidestraße in einer namenlosen Stadt für ein ganzes Jahr. Eingelesen und gesprochen wurde das Hörbuch von Matthias Brandt, für mich eine exzellente Wahl für dieses Buch. Matthias Brandt versteht es den Charakteren durch seine Intonation eine Stimme zu verleihen, die die Geschichte der Bewohner äußerst lebendig werden lässt.

In der Heidestraße lebt ein Durchschnitt der Bevölkerung, es gibt ein Altenheim, einen Bäcker, die Blumenhändlerin und viele andere Charaktere, wie sie mir auch in unserer Straße begegnen und begegnen können.
Das Jahr in der Heidestraße ist gespickt mit Situationen aus dem Leben der Menschen, auch wenn manche wie Banalitäten erscheinen machen sie doch das Leben des Einzelnen aus.

Dabei wertet Robert Seethaler niemals, sondern lässt das Geschriebene schnörkellos und klar auf den Leser wirken. Die Passagen des Antiquars mit seinen Käfern waren für mich besonders eindrucksvoll. Ich konnte den Geruch in seinem Geschäft quasi wahrnehmen. Das Altenheim, in dem gleichzeitig gelebt und gestorben wird-Zimmer die am nächsten Tag schon wieder mit einem neuen Senior belegt werden-all dies macht Gesellschaft und Leben aus.

Für mich war "Die Straße" ein tolles Hörbuch, vor allem durch die Vielseitigkeit von Matthias Brandt als Sprecher, der die einzelnen Szenen mit Leben erfüllte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33

gute Fortsetzung

Nebelbeute von Benjamin Cors

Mit "Nebelbeute" ist der 3. Band um das Ermittlerteam Jakob Krogh und Mila Weiss erschienen. Die ersten beiden Bände habe ich regelrecht verschlungen und war gespannt auf diesen Band.

Das Setting, ein verschneites und leicht skurriles Bergdorf hat es schon mal in sich und Milas Mission, endlich Johannes Toblach zu stellen versprach Hochspannung pur.

Mila hat sich nach dem letzten Fall eine Auszeit genommen, allerdings nicht um sich zu erholen, sondern um ihren Widersacher Toblach zu stellen, nachdem sie erfahren hat, wo er lebt. Er soll sich in den Wäldern beim Bergdorf aufhalten. Die Atmosphäre die Cors schon bei Milas Ankunft schafft ist bedrückend und dunkel. Als dann schon am ersten Morgen nach ihrer Ankunft eine grausam zugerichtete Leiche gefunden wird, weiß sie, dass Toblach in der Nähe ist. Sie möchte ihre Tarnung nicht verlieren und gibt sich bei den Polizei-Befragungen als erholungssuchende Ermittlerin aus.

Als Jakob keinen Kontakt mehr zu herstellen kann, wird klar, dass Mila in Gefahr schwebt und Jakob und das Team reisen in das Bergdorf, um Mila zu finden. Doch alles, was sie finden, sind Anzeichen ihrer Abreise.

Für mich kommt "Nebelbeute" nicht ganz an die beiden Vorgängerbände heran, aber es ist ein spannender Thriller in dem der Autor die Figuren super charakterisiert und ein bedrückendes Setting geschaffen hat. An manchen Stellen war es mir dann doch zu langatmig.

Eine Empfehlung spreche ich gerne aus und freue mich jetzt schon auf den 4. Band

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33

andere Erwartung

Kala von Colin Walsh

Mit "Kala" hat Colin Walch ein Debüt geschrieben, welches mich von Beginn an gepackt hat. Im Mittelpunkt steht das Verschwinden von Kala, die im Sommer 2003 spurlos verschwunden ist. Sie schien der Mittelpunkt ihrer Clique zu sein, doch deren Leben geht nach dem anfänglichen weiter.

Erzählt wird die Geschichte in zwei Zeitsträngen, der Zeit 2003 und 15 Jahre später, als die Freunde sich wieder sehen.

Da ist Helen, mittlerweile Journalistin und in Kanada zu Hause, Mesh, der es niemals aus dem kleinen Ort Kinlough heraus geschafft hat und hinter dem Tresen der Kneipe seiner Mutter arbeitet und nicht zuletzt Joe, der nun auf den großen Bühnen der Welt zu Hause ist.

Genau zu dieser Zeit, als sie wieder in Kinlough aufeinandertreffen, wird das Skelett von Kala gefunden und es verschwinden wieder zwei Mädchen. Dies lässt beim Lesen einen großen Raum für Spekulationen zu, was mir sehr gut gefallen hat. Dabei geht Welch durch den eigenwilligen, aber dennoch literarischen Schreibstil sehr auf die Perspektiven und Empfindungen der einzelnen Protagonisten ein. Die Strukturen des irischen Dorfes erscheinen teils sehr klischeehaft, aber sind dennoch überzeugend.
Insgesamt werden hier viele Vorurteile und Klischees bedient, die sich teilweise doch sehr in die Länge ziehen.

Im letzten Drittel kommt dann so richtig die erwartete Spannung auf. Auch wenn ich die Auflösung schon so erwartet hatte konnte sie mich überzeugen.

Meine Erwartungen waren nach dem Klappentext eine andere, dennoch konnte mich Colin Welch mit seinem Debüt überzeugen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33

super

Die Richterin und die Tote im Kloster von Liliane Fontaine

"Die Richterin und die Tote im Kloster" der Autorin Liliane Fontaine hat diesmal ein wenig mysteriöse Züge, da es während der Ermittlungen auch um Wunder, im Sinne der katholischen Kirche geht.

Mathilde de Boncourt wird von ihrem alten Freund Pater Joseph um die Einschätzung gebeten, ob es in einem Kloster in der Nähe von Sainte-Agathe-Lys wirklich die bekanntgewordene Marienerscheinung gegeben hat.

Joseph vermutet dahinter eher einen Schachzug der Nonnen, da das Kloster für den Bau eines Golf-Resorts umgesiedelt werden soll. Mathildes Interesse ist geweckt und sie checkt im Kloster ein. Fast zeitgleich werden auf dem Gelände die Überreste einer jungen Frau gefunden, die vor mittlerweile 20 Jahren spurlos verschwunden ist.
Sofort beauftragt Mathilde ihr Team weitere Recherchen zu unternehmen und ermittelt vor Ort. Praktischerweise kommt Felix aus dem Ort und bekommt so schneller Zugang zu den Bewohnern und hat einiges an Hintergrundwissen.

Mich hat die Geschichte mit ihren Ortsbezügen und den Beschreibungen der Umgebung wieder nach Frankreich entführt und mir damit trotz der Spannung einige entspannte Stunden geschenkt. Die Autorin versteht es nach wie vor wunderbar Mord und Totschlag in ein angenehmes Setting zu verpacken ohne ins Seichte abzudriften.

Für mich sind die Bücher um Mathilde de Boncourt eine willkommene Auszeit vom Alltag.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33

für lauschige Abende

Mirabellentage,1 Audio-CD, 1 MP3 von Martina Bogdahn

Das Buch "Mirabellentage" der Autorin Martina Bogdahn eingelesen von Birgitta Assheuer ist eine unterhaltsame Lektüre für laue Sommerabende.

Erzählt wird die Geschichte von Anna, die nach dem Tod des Pfarrers, dessen Haushälterin sie war, ziemlich verloren wirkt und nicht so recht weiß, was sie nun mit ihrem Leben anfangen soll.

Schauplatz ist ein beschauliches und ruhiges Dorf in Bayern, welches immer Anna's Lebensmittelpunkt war. Der Wunsch ihres Arbeitgebers und langjährigen Freundes, dem verstorbenen Pfarrer, dass seine Überreste im Meer verstreut werden sollen, stellt sie vor ungeahnte Herausforderungen. So muss sie die Fahrt organisieren, den neuen Pfarrer "einarbeiten" und ihr Leben umgestalten.

Die Reise ans Meer wurde leider etwas kurz abgehandelt, dafür habe ich gute Einblicke in das Dorfleben von Blumfeld bekommen, das teilweise wirklich mit viel Humor geschildert wurde.

Besonders haben mir die Rückblicke auf Anna's Leben gefallen, ihr Aufwachsen, ihr Erwachsenwerden und der Ausblick auf ihr neues Leben.

Die Autorin, hat wie auch schon in ihrem Roman Mühlensommer einen angenehmen, teilweise humorvollen Schreibstil, der das Lesen zu einem Genuss macht. Birgitta Assheuer hat die Emotionen herausragend durch ihre Intonation transportiert und mich in die Geschichte eintauchen lassen.

Ein Buch für laue Sommerabende mit berührenden Elementen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33

andere Erwartung

Ins fahle Herz des Sommers von Andreas Eschbach

Mit "Ins fahle Herz des Sommers" hat der Autor Andreas Eschbach eine Dystopie geschrieben, in der es um die Unbewohnbarkeit Europas nach der Klimaerwärmung geht.

Schauplatz ist ein kleines Dorf, in dem Fausto mit den übrigen Bewohnern versucht am Leben zu bleiben. Er hat es nicht geschafft wie so viele andere Menschen zu Beginn des rasanten Wetterwandels in den nördlichen Teil der Erde auszuwandern und mittlerweile lassen diese Länder auch niemanden mehr auf legalen Weg hinein.

Sein Leben ist ein einziger Kampf gegen die Hitze, bis eines Tages eine junge Frau im Dorf auftaucht und sein Leben gründlich durcheinander wirbelt. Die Hoffnung, die sich in ihm auftut ist grenzenlos, eine Zukunft mit der Unbekannten scheint ihm möglich. Dass sie nur rudimentäre Erinnerungen an ihre Vergangenheit hat, stört ihn weniger, als der Umstand, dass ihr die Hitze nichts auszumachen scheint.
Als nach einiger Zeit weitere Fremde auftauchen, die ihr ähnlich sehen bekommt Fausto es zu Recht mit der Angst zu tun.

Der Plot hat mich absolut begeistert, scheint er doch auf den ersten Blick nicht sehr abwegig und wirkt sehr bedrohlich. Leider fokussiert sich Andreas Eschbach sehr auf die Liebesgeschichte der Protagonisten und nicht auf die anfängliche sehr gelungene Dystopie. In der Mitte des Buches hat der Autor mich aufgrund des ausschweifenden Liebeslebens dann endgültig verloren.

Schade um die tolle Idee.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33

brisant

Wellengrab (Ein Fabian-Risk-Krimi 7) von Stefan Ahnhem

"Wellengrab" ist der mittlerweile 7 Band um den Ermittler Fabian Risk und sein Team. Mit Spannung habe ich das Buch des Autors Stefan Ahnhem erwartet, habe ich doch in den letzten Bänden häufig mitgezittert vor Spannung.

Dieser Fall ist äußerst komplex, verstörend aufgrund seiner realistischen Szenarien und macht dadurch auch nachdenklich.

Genau diese Dinge können jederzeit in irgendeinem Land auf der Welt, eben auch in Deutschland passieren.

Ein großflächiger Stromausfall, auch Blackout genannt, taucht die gesamte schwedische Küste in Dunkelheit. Kinder verschwinden, Banküberfälle und Straftaten werden von bis dato unbescholtenen Bürgern begannen.

Wie bisher gewohnt, schafft es der Autor auch in Wellengrab eine hohe Spannung durch einige Wendungen über das gesamte Buch zu halten.

Auch Fabians Umfeld und Privatleben bekommt einigen, aber nicht zu viel Raum.

Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung und hoffe darauf, dass der nächste Band nicht wieder Jahre auf sich warten lässt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33

unglaublich stark

Mit beiden Händen den Himmel stützen von Lilli Tollkien

Der Debutroman " Mit beiden Händen den Himmel stützen2 der Autorin Lili Tollkien geht tief unter die Haut und beschreibt eine Kindheit der
80-iger Jahre in Berlin. Das Hörbuch wurde atmosphärisch eingelesen von der Sprecherin Aileen Wrozyna.

Lales Start ins Leben war kein einfacher, eine Mutter, die ein Drogenabhängiger Junky ist, der Vater häufig im Gefängnis und nach einem gefährlichen Zwischenfall mit den Drogen der Mutter kommt die kleine Lale erst einmal in Obhut des Jugendamtes und ins Kinderheim.

Abgeholt wird sie schließlich von einem Kumpel des Vaters, sodass die Kommune in der Lale nun lebt erst einmal Pflegegeld bekommt. Auf den ersten Blick aus Kinderaugen scheint das Leben perfekt, es gibt keine Regeln und Lale kann quasi tun und lassen, was sie mag: Fernsehen bis in den Morgen, Süßigkeiten essen bis zum Umfallen, doch Sicherheit gibt all dies Lale nicht. Der Kontakt zur Mutter bleibt schwierig und unregelmäßig. Einzig der Schulbesuch gibt ihr Halt und sie ist eine sehr gute Schülerin, bis sie in der Pubertät auch mit Drogen und den "falschen Leuten" in Berührung kommt. Von da ab gerät ihr Leben aus den Fugen, sie ist aufgrund ihrer Erfahrungen eine verlorene Seele, immer auf der Suche nach Halt, Geborgenheit und Bestätigung.

Teilweise hat mich Lales Geschichte an Christiane F. erinnert. Die Dichte der Schilderungen haben mich sehr berührt und stellenweise auch getroffen. Die Sprecherin hat der Geschichte den nötigen Charakter und unendlich viel Tiefe verliehen.

Ich kann das Hörbuch nur wärmstens empfehlen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Nele33