Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Mörderischer Ratgeber
How to murder your Boss - McMasters Handbuch zum Morden von Rupert Holmes
Ich fand die Idee dieses Buches irgendwie total genial, so ein bisschen in Richtung „A good girls guide to murder“- dachte ich zumindest. Das Buch ging aber in eine völlig andere Richtung, die ich von der Idee her schon neu und interessant empfunden habe, deren Umsetzung mich aber nicht abgeholt hat.
Zum Inhalt: Am Mc Masters Konservatorium werden Studien der etwas anderen Art angeboten. Denn die Studenten erlernen hier nicht nur wie man mordet, sondern auch, wie man dabei nicht erwischt wird. Seinen Abschluss macht, wer erfolgreich einen Mord verübt.
Ich bin eher schleppend in die Handlung reingekommen, was vor allem am ungewöhnlichen Erzählstil liegen mag, der sich im Nachhinein betrachtet bereits bei der Buchbeschreibung bemerkbar machte. Die Handlung startet quasi wie eine Art Buch im Buch. Das Buch gibt sich dabei den Anklang einer Fachlektüre, irgendwo zwischen Ratgeber und Leitfaden. Dafür ist der Schreibstil selbst aber reichlich schwülstig und gespickt mit eher eigentümlichen Beispielen. Im Verlauf der Handlung wird der Erzählstil immer inkonsistenter, springt zwischen Personen, Handlungsorten und Erzählweisen umher, adressiert den Leser teilweise direkt und findet dabei aber in meinen Augen keinen richtigen Flow.
Lang und breit werden nicht nur die Erfahrung, Sorgen und Nöte geschildert, sondern auch Einblicke in das Leben der Zielpersonen gegeben. Das kam mir streckenweise ganz schön zäh vor, weil es für mich oft keine erkennbare Entwicklung der Charaktere hin zu ihren Zielen gab. Es werden ein paar der Unterrichtsfächer und Lektionen thematisiert, was mir noch am unterhaltsamsten schien.
Es im letzten Drittel hat mich die Handlung dann so richtig gecatcht als nun um die tatsächliche Umsetzung ging. Das fand ich dann überraschend spannend und faszinierend zu lesen, welch ausgeklügelte Pläne hier entwickelt wurden. So hätte ich mir im besten Fall das gesamte Buch gewünscht,
Insgesamt hat mir die Idee dieses Buches besser gefallen, als das Buch selbst. Ich hatte einfach eine völlig andere Erwartungshaltung an die Handlung. War ok und vor allem im letzten Drittel sehr amüsant, daher 3 Sterne von mir.
Romeo und Julia der magischen Welt von New York
Für immer dein Feind von Olivie Blake
Ich stehe Büchern von Olivia Blake immer etwas Zwiegestalten gegenüber. Es gibt vieles was mir gefällt, aber auch einiges, was mich oft nicht so überzeugt, sodass es bei mir immer so eine Gratwanderung ist, ob ich ihre Bücher mag. Was sie aber nunmal kann ist schreiben. Unabhängig von Inhalt, gefällt mir einfach, wie sie ihn zu Papier bringt, sodass ich eben doch immer bei neuen Büchern von Ihr hellhörig werde.
Dieses Buch hat mir wieder ausgesprochen gut gefallen.
Zum Inhalt: zwei einflussreiche Hexenfamilien von New York, die miteinander auf Kriegsfuß stehen, ein bitterer Kampf um die Vorherrschaft. Die Antonova-Schwestern sind schön, klug und begabt. Und eiskalt. Vor allem wenn die Fedorov-Brüder ihnen das Geschäft mit den magischen Drogen streitig machen wollen. Und doch werden im Schutz der Dunkelheit zarte Bande geknüpft, die die Familienfehde verändern- oder alles zerstören- könnten.
Die Geschichte wird in Akten erzählt. Neben einem Personenregister werden auch Szenenbilder beschrieben, es gibt Illustrationen und Zitate aus Romeo und Julia. Insgesamt bekommt das Buch dadurch ein bisschen Theaterstückcharakter, der aber nicht konsequent durchgezogen wird und sich irgendwo zwischen Neuadaption und Fantasy bewegt.
Die Idee eine der bekanntesten tragischen Liebesgeschichten aufzugreifen und den verfeindeten Clans magische Fähigkeiten zu verleihen, hat mir gut gefallen. Ich fand die Erzählung auch überraschend vielschichtig, voller Intrigen und altem Groll. Auch die Geschäfte rund um magische Gegenstände, Drogen und die Vorherrschaft in New York fand ich durchweg interessant und spannend umgesetzt.
Nicht ganz so mein Fall war das Stilmittel der Chatverläufe zwischen Lev und Sasha. Die fand ich zwischenzeitlich anstrengend zu lesen, auch weil sie an vielen Stellen einfach irgendwie inhaltslos waren und vor allem Lev dadurch irgendwie genervt hat. Die Fehde, aber auch, dass unter der Oberfläche noch ganz andere Gefühle schlummern und innerhalb der Familien ebenfalls viel im Argen liegt, war absolut catchy. Hatte fast ein bisschen Soap-Feeling, man konnte super mitfiebern, wer sich jetzt nun am Ende kriegt.
Insgesamt hab ich das Buch einfach sehr gern gelesen und hab mich durchweg gut unterhalten gefühlt.
Wahnsinnig packend
Kill Switch - Gefährliche Leidenschaft von Penelope Douglas
Ich bin ja leider total süchtig nach dieser Reihe, obwohl mir total bewusst ist, wie viel ich daran eigentlich toxisch finde. Sie ist aber nunmal absolut abgründig und unfassbar spannend. So auch dieses Buch. Hab eigentlich aufgrund des Protagonisten echt mit mir gehadert, ob ich diesen Band wirklich lesen oder lieber auslassen soll.
Und jetzt bin ich so froh, dass ich ihn gelesen habe. Vielleicht bisher sogar mein Favorit.
Zum Inhalt: So viel hat Damon Torrance bisher verloren: drei Jahre lang saß er im Gefängnis, seine Freund haben sich von ihm abgewandt, sein Vater nimmt ihn nicht ernst. Deshalb schwört er Rache an der Frau, die all das losgetreten hat: Winter Ashby. Und er ist bereit sich selbst und sie zu zerstören.
Damon ist für mich einer der verachtenswertesten Buchcharaktere die ich kenne, aber gleichzeitig schaffte es Penelope Dozglas, dass er mir trotz allem unter die Haut geht. Er ist abgefuckt, gebrochen und getrieben. Und gleichzeitig absolut mitleiderregend. Dieses Buch und über sein Innenleben zu lesen war für mich eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle.
Ich finde es auch wahnsinnig spannend, wie hier die Verknüpfungen zu den anderen Bänden geschaffen werden, Ereignisse aus anderen Büchern nochmal mit ganz neuer Perspektive betrachtet werden und ich so auch nochmal ein paar rückblickende Aha-Momente hatte. Das fand ich erzählerisch wirklich stark.
Wie alle Bücher der Reihe gibt es auch hier wieder viel Spaß. Und obwohl ich gedacht hätte, dass dieses Buch bestimmt nochmal eine Schippe drauf legt muss ich sagen: im Vergleich zu den beiden anderen Bänden tatsächlich eher moderat, was ich positiv überraschend fand.
Besonders Winter fand ich hier absolut beeindruckend, wie sie sich nicht unterkriegen lässt und stattdessen die Flucht nach vorn antritt. Schade fand ich, dass in der Fülle an Themen, ein paar Punkte in Bezug auf sie nur angeteasert und dann aber nicht weiter vertieft/aufgelöst worden sind.
Starker Band, ich hab ihn quasi weggesuchtet. Und für mich der vielleicht bisher überraschendste Plot der Reihe.
Eine Frau zieht Bilanz
Nur nachts ist es hell von Judith W. Taschler
Es handelt sich hier um eine Art zweiten Band, denn die Familie Brugger taucht bereits im Buch "von Carl erzähle ich dir morgen" der Autorin auf. Ich habe das besagte Buch nicht gelesen und bin trotzdem gut in die Handlung gekommen, die auch das Schicksal von Carl beleuchtet. Ich denke ich werde das andere Buch jetzt noch im Nachgang lesen.
Zum Inhalt: Elisabeth ist die einzige Tochter der Bruggers und wächst mit drei Brüdern auf. Doch einer fällt im Krieg, einer ist verschollen und einer setzt sich nach Amerika ab, sodass Elisabeth in ihrer Heimat zurückbleibt. Sie hat im Krieg als Lazarettschwester gedient und studierte später Medizin um mit ihrem Mann die Praxis seines Vaters zu übernehmen. Für eine Frau bekleidete sie damit eine privilegierte Rolle, die es ihr ermöglichte, sich für andere einzusetzen. Auch wenn sie damit aneckte.
Der Leser wird direkt in die Handlung geworfen und bekommt eine knackige Zusammenfassung der Ereignisse und einen Abriss von Elisabeths Leben. Das fand ich eigentlich einen genialen Kniff, weil man sich als Leser direkt darauf einstellen kann, was dann alles folgt.
Elisabeth stellt in ihrer Erzählung an ihre Großnichte ihre Familie, deren Leistungen und Sorgen in den Fokus wodurch sie selbst für mich zwischenzeitlich ein bisschen in den Hintergrund geriet und eher als Bindeglied der einzelnen Episoden fungierte. Gleichzeitig zeichnet sie ein sehr spannendes, eindrückliches Zeit- und Gesellschaftsbild, in der sie als studierte Frau und Ärztin eine durchaus privilegierte Rolle einnahm.
Tatsächlich haben mir die Aspekte von Elisabeths Arbeit und ihrem Einsatz für andere Frauen mit am besten an diesem Buch gefallen. Es ist die Geschichte eines bewegten Lebens, schnelllebiger, ereignisreicher Jahrzehnte und gleichzeitig auch spannender Einzelschicksale vor dem Hintergrund zweier Weltkriege.
Die Autorin erzählt hier sehr fesselnd und quasi in Schlaglichtern von einer starken, mutigen Protagonistin, die ihren Weg geht.
Eher seichter Krimi
Kein Land in Sicht von Christina Pertl
Der Start ins Buch und auch das Thema waren für mich erstmal sehr vielversprechend, wenn auch fast schon altbekannt. Trotzdem kann mich die Prämisse immer noch überzeugen und ich war neugierig, welchen Verlauf die Handlung wohl nehmen würde. Diese wurde allerdings recht früh recht vorhersehbar und schwächelte zwischendurch immer wieder.
Für mich ein eher seichter Krimi, der sich aber flott weglesen lässt.
Zum Inhalt: eine junge Frau wacht an Bord eines Schiffes auf, sie kann sich weder erinnern, wer sie ist, noch warum sie sich auf einem Schiff befindet. Was sie aber instinktiv weiß: sie hasst Schiffe. Als sie sich langsam und bruchstückhaft zu erinnern beginnt, startet ein Wettlauf gegen die Zeit, denn die Überfahrt dauert nur sieben Tage und an deren Ende, wird es Tote geben.
Ich musste mich erstmal an den Erzählstil mit den zwei Perspektiven gewöhnen. Denn obwohl recht schnell klar wird, dass die beiden Handlungsstränge zusammengehören, hat mich der Wechsel doch jedes Mal rausgerissen. Nicht zuletzt auch, weil ich den Handlungsstrang um Michael, der in meinen Augen eigentlich der interessantere ist, zu vage gestaltet war und mit erstaunlich vielen günstigen Zufällen daherkam, sodass da kaum Spannung aufkam.
Generell muss ich sagen, dass die Kompetenz der Ermittlungsbehörden hier wirklich zu wünschen übrig lässt. Wer der Bösewicht an Bord ist, ist relativ schnell klar, trotzdem gestaltet sich die Ermittlung eher schwergängig, ist auf die Mithilfe diverser Zivilisten angewiesen, die dabei in Gefahr geraten und irgendwie fehlt es sowohl an Spannung, als auch an Tempo. Bierchen an der Bar kommen dagegen nicht zu kurz.
So richtig hat mich das Buch nicht abholen können, da es sich aber sehr leicht und flüssig liest, war trotzdem sehr schnell durch. Diese kompakte Handlung geht halt auch zulasten der Tiefe was Charakterausarbeitungen angeht. Kann man schon lesen, ist aber vllt eher was für Fans ruhiger, entspannter Krimis.
Bin jetzt auch Osman-Fan
Wir finden Mörder (Wir finden Mörder-Serie 1) von Richard Osman
Der Donnerstags-Mord-Club erfreut sich ja bereits großer Beliebtheit und hat Osman eine eingefleischte Fangemeinde beschert. Ich fand die rüstigen Rentner zwar auch nicht schlecht, war aber nicht so im hype drin. Dafür hat mich dieser neue Auftakt nun voll überzeugt und ich darf mich nun auch einen Osman-Fan nennen und fiebere weiteren Bänden entgegen.
Zum Inhalt: Amy ist Personenschützerin und hat schon mit verschiedenen prominenten Klienten zusammengearbeitet, doch das Zusammensein mit Thrillerautorin Rosie D’Antonio stellt sie vor ganz neue Herausforderungen. Nicht zuletzt, als in unmittelbarer Nähe ein Mord passiert, der Amy selbst in den Fokus der Ermittlungen rückt. Zusammen mit Rosie und ihrem Schweigervater Steve, beschließt sie, selbst den Fall zu lösen.
Osman verbindet für mich das Beste aus zwei Welten: spannende Krimi-Elemente und wunderbar ausgezeichnete Roman-Figuren, die bunter und diverser fast nicht sein könnten. Es ergeben sich ja wunderbar köstliche Dialoge und Schlagabtausche, sowie herrlich trockene, teils schon absolut stumpfe Gedankengänge, die ich brüllend komisch fand. Ich liebe einfach alles dran und könnte mir Osmans Schreibe sehr gut verfilmt und in komprimierter Form auch als Theaterstück inszeniert vorstellen.
Der Fall selbst hat mir schon auch gefallen, aber der Unterhaltswert liegt ganz klar in den Charakteren begründet. Trotzdem fan dich es absolut großartig, wie mit beständiger Regelmäßigkeit weitere Leichen auftauchen. Dadurch bleibt der Fall temporeich und interessant. Für mich war es auch bis zum Schluss absolut undurchsichtig, wer nun eigentlich der Kopf hinter den Verbrechen ist, aber mag aber auch daran liegen, dass der Fall eher unübersichtlich angelegt ist aufgrund der vielen Charaktere und ihrer gegenseitigen Verstrickungen. Ich hatte manchmal das Gefühl, Osman versucht hier gezielt zu verwirren.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und kann sagen: da muss man schon ordentlich aufpassen. Ich musste einige Passagen mehrmals hören, weil ich zwischendurch den Faden verloren hatte. Für mich ist das also eher kein Buch für nebenher, zumindest nicht, wenn man versucht, mitzurätseln. Falls man diesen Anspruch nicht hat, ist es eigentlich nicht schlimm, wenn man zwischendurch mal unachtsam ist, da der herausragende Charme sowieso in den Dialogen und Interaktionen besteht.
Mir hats gut gefallen und hoffe, dass wir den kultigen Trupp noch in vielen weiteren Bänden begleiten dürfen.
Sehr eindrücklich
Als wir Schwäne waren von Behzad Karim Khani
Behzad Karim Khani war bereits mit seinem letzten Buch in aller Munde und nun legt er nach. Auch in diesem Buch geht es wieder um Flucht und ums Ankommen, Fremdsein und Integration, Identitätssuche zwischen Hoffnung und Frust und darüber, unter widrigen Umständen erwachsen zu werden. Gemessen an der Vita des Autors fragt man sich als Leser unwillkürlich, wie viel von ihm selbst in seinem Protagonisten steckt und ob dieser Roman autobiografische Elemente enthält.
Zum Inhalt: Mit nur zehn Jahren flieht ein Junge mit seiner Familie vom Iran nach Deutschland- in eine Bochumer Plattenbausiedlung. Die Abschlüsse der Eltern werden nicht anerkannt, aber sie sind stolz, seine Mutter studiert, während sein Vater Taxi fährt. Dazwischen ein Junge, der in der Gewalt der Siedlung groß wird und seinen Platz sucht an einem Ort, an dem er eigentlich nicht sein will.
Die kurzen, sprung- und episodenhaften Kapitel waren für mich erstmal gewöhnungsbedürftig, gleichzeitig aber total eindrücklich, einfach weil sie sehr echt wirken. Hier wird nichts ausgeschmückt oder geschönt, in klaren, pointierten Worten werden die Erlebnisse und Eindrücke des Protagonisten wiedergegeben.
Neben dem Abrutschen des Protagonisten in eine Szene aus Gewalt, Drogen und halbseidenen Geschäften geht es auch viel um Freundschaft, Familie, Identität und Verlust. Das sind Themen, mit denen vermutlich jeder sich identifizieren kann und die den Protagonisten nahbar und verletzlich machen und im Gegensatz zu seiner nach außen hin getragenen Wut stehen, die zwar eine Berechtigung hat aber nicht wirklich zielgerichtet ist. Und trotzdem bereitet vermutlich genau sie ihm seinem Weg raus aus der Plattenbausiedlung.
Ich habe dieses Buch gern gelesen, es ist auf eine schroffe Art berührend, eine Verkettung unangenehmer Wahrheiten, die man gerne verdrängt. Es ist ein Buch das wach rüttelt, nachdenklich stimmt und auch nach einem Ende noch nachhallt.
Literarisch magisch
Die Goldene Schreibmaschine von Carsten Henn
Ich bin großer Fan der kulinarischen Krimis des Autors Carsten Henn und war super neugierig, als ich gesehen habe, dass er jetzt ein Jugendbuch geschrieben hat. Und dann auch noch eins über Magie, Bücher und die Macht der Worte, was ich thematisch ganz toll finde. Ich kann eigentlich nur sagen: wow, ein absoluter Volltreffer.
Hat mir richtig richtig gut gefallen.
Zum Inhalt: an sich ist Emily zufrieden mit ihrem Leben, auch wenn einiges besser laufen könnte. Als sie in der Bibliothek hinter einem Bild einen versteckten Raum mit einer goldenen Schreibmaschine findet, ist es der Beginn eines magischen Abenteuers und Emily scheinen plötzlich alle Möglichkeiten offen zu stehen.
Carsten Henn schafft es hier hervorragend einerseits absolut entzückende Charaktere und andererseits absolute Oberschurken zu erschaffen. Das Buch deckt da eine wunderbar bunte Bandbreite ab, die mich schmunzeln und schaudern lassen hat.
Das Magiekonzept rund um die Schreibmaschine ist denkbar simpel, aber ich fands genial, was Henn daraus gemacht hat. Denn wie weitreichend die Konsequenzen kleiner Änderungen innerhalb von Geschichten sind, lernen Emily und der Leser recht schnell. Und genau darin steckt auch die Botschaft der Geschichte, was toll verpackt war.
Nebenher geht es natürlich auch um klassische Jugendthemen wie Freundschaft, Familie und die erste Liebe, was die Figuren nahbar und sympathisch macht. Ich hab schon auch mitgefiebert, ob Emily Fürst Dresskau stoppen kann. Das Buch liest sich angenehm flüssig, enthält keinen unverständlichen Jugendslang und hat mir große Freude bereitet.
Ein ganz tolles Buch mit einer wunderbaren, magischen Geschichte.
Ich glaub ich hätte diese Fortsetzung nicht gebraucht
Perfect Redemption von Claudia Tan
Ich hab den ersten Band hauptsächlich aufgrund der Publicity für die entsprechende Netflix-Verfilmung gelesen und weil ich neugierig war, ob an dem Hype was dran ist. Und tatsächlich hat mir „Perfect Addiction“ auch gut gefallen, weil ich Thema und Protagonistin so mitreißend fand. Und genau das hat mir hier irgendwie gefehlt.
Zum Inhalt: Nach dem Vorfall mit seiner Ex-Freundin Sienna flüchtet Jax von Boston nach L.A. und frönt dort weiter seinem exzessiven Lebensstil. Bis er es einmal zu weit treibt und von seinem berühmten Vater zu einem Alkoholentzug verdonnert wird. Ausgerechnet unter der Aufsicht der schönen Blair, die genug eigene Probleme hat. Zwischen den beiden fliegen nicht nur die Fetzen, sondern auch die Funken.
Jax war mir schon im ersten band ehrlich gesagt en Dorn im Auge und wenn ich dachte er könnte nicht mehr unsympathischer werden, so schafft er das in diesem band locker. Besonders mit seinem selbstzerstörerischen Verhalten am Anfang des Buches konnte ich ja gar nichts anfangen. Zum Glück legt sich das innerhalb des Handlungsverlaufes. Aber ganz ehrlich, ich mag den Typen trotzdem nicht.
Auch mit Blair stand ich anfangs auf Kriegsfuß. Ich verstehe ihre Situation, aber sie verhält sich völlig irrational in ihrem Versuch alles geraderücken zu wollen. Ich finds gut, dass sie eine echte charakterliche Entwicklung durchmacht und gegen Ende fand ich sie dann insgesamt ok. Mein Lieblingscharakter war trotzdem Jax Vater, obwohl der eher nur in Gastauftritten vorkommt.
Ansonsten besteht das Buch für mich zu einem großen Teil aus der sexuellen Anspannung zwischen den beiden Protas und dem entsprechenden Spice. Finde ich aber nichts besonderes. Irgendwie hat mir hier die mitreißende Wirkung des ersten Bandes gefehlt, denn dass die Autorin das kann, hat sie ja bewiesen. Spice und Romance können packend sein, hier wars für meinen Geschmack aber eher zäh und langwierig.
Kann man lesen, man verpasst aber nichts, wenn man‘s nicht tut. Für mich schwächer als Band 1 und einen weiteren band, sodann es denn einen geben würde, würde ich nicht lesen.
Mörderisch anstrengende Verwandtschaft
Stille Nacht, mörderische Nacht von Silvia Götschi
Cosy Crime und Weihnachten gehen für mich Hand in Hand und mir hat vor allem auch das hochherrschaftliche, Schweizer Anwesen als Setting wahnsinnig zugesagt. Der Krimi ist nicht allzu aufsehenerregend, hat ein bisschen Agatha Christie Charme und dreht sich eigentlich mehr um zwischenmenschliche Verstrickungen.
Diese haben es allerdings faustdick hinter den Ohren.
Zum Inhalt: jedes Jahr lädt Clothilde Anthamatten ihre gesamte Familie in ihr Schweizer Chalet ein und die Blutsauger folgen dem Ruf einer winkenden Erbschaft. Doch dann wird Clothilde tot aufgefunden und das Haus ist voller Verdächtiger.
In kurzen, angenehm seichten Kapiteln erfährt der Leser mehr über die Ankunft der einzelnen Gäste vor Weihnachten, sowie die Ermittlungen von Clothildes Enkelin Anna, die hier als Ich-Erzählerin dient. Dabei werden einige Geheimnisse, Streitigkeiten und versteckte Absichten offenbart und schnell merkt man als Leser, dass in dieser Familie einiges im Argen liegt.
Tatsächlich fand ich keine der Personen auch nur ansatzweise sympathisch. Die einzelnen Auftritte sind aufgrund der großen Personenzahl auch nur recht kurz, sodass die Figuren insgesamt eher blass und distanziert wirken. Hier wird eher ein grobes, großes Bild umrissen und weniger detailliert erzählt. Ein bisschen hat es dabei Who-Dunnit-Charakter.
Das Ende fand ich dann tatsächlich ziemlich ernüchternd und schnell übers Knie gebrochen. Da hatte ich mir tatsächlich etwas mehr erhofft, auch wenn die Auflösung selbst einen netten unerwarteten Kniff beinhaltet. Trotzdem hatte ich das Gefühl am Ende noch viele unaufgelöste Fragen zu haben, was schade war.
Als nettes kleines Schmankerl sind am Ende des Buches ein paar schöne Rezepte eingefügt. Ich finde sowas immer ein sehr schönes Add-on.
War insgesamt ganz nett, das Ende hats mir aber ein bisschen verhagelt.











