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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Alo:

Geheimnisse über drei Generationen

Real Americans von Rachel Khong

Ich bin mir ehrlich gesagt nicht ganz sicher, wie ich dieses Buch bewerten soll. Real Americans ist keine schlechte Geschichte, aber sie konnte mich leider nicht wirklich überzeugen.

Der Roman mischt viele Genres: Coming-of-Age, Generationenroman, Familiengeschichte, dazu ein guter Schuss Wissenschaft und eine kleine Prise Magie.

Es gibt ein großes Geheimnis, dem man im Laufe der Geschichte Stück für Stück näherkommt. Das ist grundsätzlich interessant, hat mich aber kaum mitgerissen und ist recht langatmig erzählt.

Im Mittelpunkt stehen drei Generationen: Lily, ihr Sohn Nick und Lilys Mutter May. May ist während der Kulturrevolution aus China geflohen. Lily lebt nach einer Beziehung, die scheitert, als alleinerziehende Mutter. Ihr Sohn Nick macht sich auf die Suche nach seinem Vater und stößt dabei auf Wahrheiten, die lange verborgen waren.

Das Buch greift viele wichtige Themen auf, wie beispielweise Herkunft, Identität, Fremdheit und Wissenschaftsethik. So gerne ich diese Themen sonst lese, konnte es mich hier nicht mitreißen. Am stärksten fand ich den letzten Teils des Buches, in dem die Oma ihre Geschichte erzählt, aber dieses wiegt den Rest für mich nicht auf.

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Leise, schön und sehr berührend

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén


Schon lange habe ich bei einem Buch nicht mehr so geweint, ich war mir zweitweise unsicher, ob ich es überhaupt beenden kann. Schön und schmerzhaft zugleich.

„Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ erzählt die Geschichte von Bo, der neunundachtzig Jahre alt ist. Seine Frau lebt im Pflegeheim, er selbst ist allein mit seinem Hund, der für ihn mehr ist als nur ein Haustier.

Als sein Sohn entscheidet, Bo könne sich nicht mehr ausreichend um den Hund kümmern, gerät sein ohnehin fragiler Alltag ins Wanken. Was folgt, ist das stille Porträt eines alten Mannes, dessen Tage lang sind und dessen Welt immer kleiner wird.

Wir begleiten Bo durch seinen Alltag, durch seine gegenwärtigen Sorgen und Einschränkungen. Gleichzeitig öffnen sich immer wieder Erinnerungsräume: Episoden aus seiner Kindheit, aus seinem Erwachsenenleben, aus der gemeinsamen Zeit mit seiner Frau und aus der Beziehung zu seinem Sohn. Diese Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sind fein austariert und verleihen der Geschichte eine große Tiefe.

Das Buch ist sehr emotional, ohne jemals kitschig zu werden. Es ist sanft, warm und schmerzhaft zugleich. Ein Wohlfühlbuch im besten Sinne, das tief ins Herz trifft und lange nachhallt. Mich hat es schon auf den ersten Seiten erwischt und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.

Viel mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen. Ein sehr schönes, berührendes Buch und eine große Empfehlung. Taschentücher bereithalten.

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Wenn Überleben persönlich wird

This Story Might Save Your Life von Tiffany Crum

Es ist gar nicht so leicht, dieses Buch eindeutig einzuordnen. Für mich fühlte es sich an wie eine Mischung aus Thriller, Krimi und Liebesroman. Eine mitreißende, emotionale und wendungsreiche Geschichte, die ich kaum aus der Hand legen konnte.

Im Mittelpunkt stehen Benny Abbott und Joy Moore, die gemeinsam einen der erfolgreichsten Podcasts der Welt moderieren.

Woche für Woche erzählen sie Überlebensgeschichten von Menschen, die gegen alle Widrigkeiten gewonnen haben. Seit ihrer ersten Folge, in der Joy offen über ihre schwere Narkolepsie spricht, gelten sie als das Freundschaftsduo schlechthin. Unterstützt durch das Management von Joys Ehemann Xander haben sie sich ein regelrechtes Imperium aufgebaut. Allerdings könnte ihre nächste Überlebensgeschichte ihre eigene sein.

Was dieses Buch für mich so besonders gemacht hat, sind die Charaktere. Es ist eine zutiefst charaktergetriebene Geschichte voller berührender Freundschaften, manipulativer Lügner und gut gehüteter Geheimnisse. Gerade Benny und Joy sind mir beim Lesen erstaunlich nah gekommen und haben sich leise, aber nachhaltig in mein Herz geschlichen.

Erzählt wird aus zwei Sichtweisen, die immer wieder in der Zeit springen und Stück für Stück mehr preisgeben. Mit jedem Kapitel legt sich eine weitere Schicht frei, bis sich ein Gesamtbild formt, das gleichzeitig schmerzt und fesselt. Spannend ist das Buch ohnehin, aber es ist vor allem diese emotionale Tiefe, die es für mich so eindringlich macht.

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Unentschlossen

Ruf der Leere von Daniel Alvarenga


Ich habe dieses Buch in einem Rutsch gelesen und mir dafür unvernünftigerweise eine kleine Nachtschicht eingelegt. Es hat mich schnell gepackt und nicht mehr losgelassen. Mein Tipp: Lest besser nicht den Klappentext. Er macht zwar neugierig, verrät aber meiner Meinung nach schon zu viel.

Der Roman stellt viele ethische Fragen, mit denen man sich während des Lesens immer wieder auseinandersetzen muss.

Genau das mag ich sehr, weil die Geschichte dadurch lange nachhallt.

Erzählt wird auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart treffen sich Freunde in einer abgelegenen Hütte, feiern eine Party, bis eine weitere Person auftaucht… Dazwischen stehen Kapitel aus der Vergangenheit, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt sind. Nach und nach setzt sich das Bild zusammen. Man erfährt die Geschichten der einzelnen Figuren, versteht die Dynamiken innerhalb der Freundesgruppe und erkennt, warum die Ereignisse in der Hütte ihren Lauf nehmen. Dieser Aufbau hat mir sehr gefallen, weil er einen unglaublichen Sog erzeugt und Zusammenhänge langsam freilegt.

Ab einem bestimmten Punkt wird die Handlung sehr abgefahren, und ich war mir nicht ganz sicher, was ich davon halten soll. Der große Plot Twist hat mich eher zwiegespalten zurückgelassen. Das Ende hingegen fand ich wieder richtig gelungen und stimmig, es hat für mich vieles aufgefangen. 3,5/5 Sterne

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Überraschendes Highlight

Mr. Saitos reisendes Kino von Annette Bjergfeldt


Eigentlich dachte ich, „Mr. Saitos reisendes Kino“ würde mir nicht gefallen. Ich war sehr kritisch und hätte es mir niemals selbst gekauft, da Filme, Tanz und Musik in Büchern meist nicht meinem Geschmack entsprechen. Doch hier, trotz Tango und Kino, war es anders. Ehrlich gesagt, ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so etwas Schönes gelesen habe.

Ich habe es teilweise gehört und teilweise gelesen. Zunächst hatte ich Schwierigkeiten, reinzukommen, aber dann war ich gefesselt.

Es erzählt von einer Mutter und ihrer Tochter, die auf einer kleinen Insel vor Neufundland stranden und dort auf eine eigenwillige Gemeinschaft treffen. Der Roman ist eine leise Coming-of-Age-Geschichte, in der das Ankommen, Beobachten und Verstehen im Mittelpunkt steht. Besonders berührend sind die Begegnungen mit den Inselbewohner*innen, deren Geschichten nach und nach sichtbar werden. Der historische Hintergrund ist fein und selbstverständlich in die Handlung eingewebt und verleiht dem Roman zusätzliche Tiefe. Ein stilles, warmes Buch, das lange nachklingt.

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Nicht meine Autorin

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel von Alena Schröder

„Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ war für mich bereits der zweite Versuch mit dieser Autorin und erneut bin ich nicht wirklich überzeugt. Der Roman liest sich zwar zunächst sehr gut an, kann dieses Versprechen aber nicht bis zum Ende einlösen.

Überzeugt hat mich vor allem die Zeitebene in der Nachkriegszeit.

Die Geschichte um Marlen, die 1945 nur knapp überlebt, von Wilma aufgenommen wird und in dieser Zeit ihre Begabung für die Malerei entdeckt. Diese Passagen wirken durchdacht, stimmig und emotional greifbar.

Deutlich schwächer empfand ich dagegen die Handlung in der Gegenwart. Hannahs Leben im Berlin des Jahres 2023 blieb für mich erstaunlich blass. Ich habe diese Kapitel weniger aus Interesse als aus Pflichtgefühl gelesen, in der Hoffnung, dass sich am Ende ein überzeugender Zusammenhang zur Vergangenheit ergibt. Genau dieser bleibt jedoch enttäuschend dünn. Die Verbindung der beiden Zeitebenen wirkt konstruiert und unausgereift, eine echte Nähe zwischen den Figuren entsteht nicht. Insgesamt konnte mich das Buch emotional nicht erreichen. Trotz großer Themen blieb vieles auf Distanz.


Stark ist hingegen die Auseinandersetzung mit der Frage, was von einem Leben bleibt und welche Verantwortung oder Schuld wir unseren Eltern gegenüber empfinden. 2,5/5 Sterne

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Feministisches Retelling

Medea von Rosie Hewlett


Wusstet ihr, dass Medea ursprünglich nur eine Jungfrau war, die Jason half, das goldene Vlies zu erlangen? Sie war nicht die Hexe, die ihre Kinder umbringt, die wir heute kennen. Diese Erkenntnis stammen aus dem Buch "Witches, Bitches, It-Girls", das Medea ein ganzes Kapitel widmet. Das fand ich so spannend, dass ich sofort wusste, dass ich die feministische Neuerzählung von Medea, die neu bei Harper Collins erschienen ist, unbedingt lesen musste.

Es hat mich einfach interessiert, was die Autorin aus diesem Mythos gemacht hat. Und ganz ehrlich, ich finde, sie ist richtig gut gelungen.


Der Mythos, den wir heutzutage kennen, durchdringt weiterhin die Erzählung. Ich weiß nicht, wie gut ihr mit diesem Mythos vertraut seid, und möchte euch nicht spoilern. Ihr könnt euch selbst informieren, um die Geschichte zu kennen, oder das Buch einfach ohne Vorwissen lesen – das funktioniert natürlich auch.

Es ist immer noch die gleiche tragische Geschichte. Die Taten von Medea sind nach wie vor furchtbar, aber ich konnte alles, was sie tut, in dieser Erzählung gut nachvollziehen. Ehrlich gesagt, hat mich das Lesen emotional viel mehr mitgenommen, als ich gedacht hätte. Vor allem hat mich die Geschichte noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Mir war beim Lesen nicht bewusst, wie sehr mich das Ganze zum Nachdenken angeregt hat. Deshalb habe ich es auch sehr genossen, die Geschichte im Buddyread zu lesen, da wir uns darüber austauschen konnten.

Wenn ihr Retellings oder Mythologien mögt oder auch nur an feministischen Perspektiven interessiert seid, kann ich dieses Buch nur empfehlen.

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Gestelzt und überladen

Mathilde und Marie von Torsten Woywod

Ich habe „Mathilde und Marie“ von Torsten Woywod nach etwa siebzig Seiten abgebrochen. Obwohl ich die Leseprobe vorher gelesen hatte und wusste, worauf ich mich stilistisch einlasse, bin ich mit dem Schreibstil überhaupt nicht zurechtgekommen.

Der Text wirkt auf mich stark gestelzt und ist durchgehend von Kitsch und Pathos geprägt.

Teilweise hatte ich beim Lesen fast ein körperliches Unbehagen, so schwer erträglich fand ich die Formulierungen.

Dabei dachte ich nach der Leseprobe noch, dass ich mich daran gewöhnen könnte. Außerdem lese ich grundsätzlich gern auch mal kitschigere Bücher oder sogenannte Wohlfühlliteratur, gerade in Phasen, in denen es mir nicht so gut geht. Hier war es für mich aber schlicht zu viel. Der Ton blieb für mein Empfinden durchgehend überladen, ohne dass sich eine Balance eingestellt hätte.

Ob der Eindruck an der Übersetzung liegt, kann ich natürlich nicht sicher sagen. Allerdings scheint der Stil so prägend und eigenwillig zu sein, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass er im Original wesentlich anders wirkt. Für mich hat das Buch daher leider nicht funktioniert.

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Zwischen Verlust und Neubeginn

Lass uns noch bleiben von Saskia Luka


Das Buch „Lass uns noch bleiben“ von Saskia Luka erzählt die Geschichte von Anna, die versucht, nach dem plötzlichen Verschwinden ihrer Freundin Vinka wieder Halt zu finden. Anna hat einen kleinen Pflanzenladen und malt nebenbei. Ihr Leben ist gerade ziemlich durcheinander, weil Vinka einfach verschwunden ist, ohne eine Erklärung, ohne ein Lebenszeichen.

Anna ist ziemlich verloren, findet aber unerwartete Unterstützung bei Henning, dem freundlichen Buchhändler nebenan. Außerdem lässt sie sich langsam auf ihren neuen Mitbewohner Alex ein, der ihr Leben ganz schön auf den Kopf stellt und sie aus ihrem Schneckenhaus lockt.

Die Geschichte ist einfühlsam und ruhig erzählt. Es geht um das Verlassenwerden, um Schmerz und ums langsame Heilen. Trotzdem fehlte mir manchmal etwas Tiefe. Die vielen Erinnerungen an Vinka haben mich auf Dauer etwas gelangweilt, während die Handlung in der Gegenwart etwas zu kurz kam.

Sprachlich ist das Buch sehr gelungen. Saskia Luka hat ein großes Talent für Sprache. Manche Sätze sind wirklich schön und fast poetisch. Dadurch bekommt das Buch einen besonderen Klang.

Insgesamt ist es eine nette, gefühlvolle Geschichte, die man gut lesen kann, besonders wenn man Bücher über Verlust und Neubeginn mag. Mir hat aber das gewisse Etwas gefehlt, das einen wirklich mitreißt. 3,5/5 Sterne

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Dieses Buch hätten wir wirklich früher gebraucht

Tierschutzhund Lieblingshund von Ursula Löckenhoff; Simone Sombecki


Wir haben seit wenigen Monaten einen Hund aus dem Tierschutz, und ich wünschte, ich hätte „Tierschutz Hund Lieblingshund“ schon vor der Adoption gelesen. In dem Buch werden wirklich alle Fragen, die im Vorfeld relevant sind, ausführlich und verständlich beantwortet. Besonders hilfreich fand ich die Hinweise, woran man einen seriösen Tierschutzverein erkennt, sowie den Vergleich zwischen Hunden aus dem deutschen und dem Auslandstierschutz.

Auch die Entscheidungshilfe, welcher Hund überhaupt zu einem passt, ist sehr gelungen. Hier wird nichts beschönigt. Es wird ehrlich und sensibel auf traumatisierte Hunde eingegangen und auch die Frage behandelt, ob wirklich jeder Hund resozialisierbar ist. Das finde ich super.

Ganz besonders wertvoll ist für uns auch das Kapitel zur Eingewöhnung und Erziehung. Gerade in den ersten Wochen treten viele Unsicherheiten und Probleme auf, und das Buch hilft, diese richtig einzuordnen und zu verstehen. Natürlich ersetzt es keine individuelle Begleitung durch einen Hundetrainer, aber es bietet eine tolle Grundlage und viele praktische Tipps.

Sogar ein kleines Erste-Hilfe-Kapitel ist enthalten. Hier wurde wirklich an alles gedacht.

Insgesamt ein rundum empfehlenswertes Buch für alle, die über die Adoption eines Tierschutzhundes nachdenken oder bereits einen Hund aus dem Tierschutz aufgenommen haben. Verständlich, ehrlich und unglaublich hilfreich.

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