Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anjulia :
Natur erleben in Brummelsby
Wieso? Weshalb? Warum? Meine Vorlesegeschichten, Band 2 - Was passiert in Wald und Wiese? von Anna Pooch
Die Kinder Mara, Nesrin, Emil und Luca sind zwischen vier und sieben Jahre alt und erleben im fiktiven Städtchen Brummelsby allerlei Abenteuer in und über die Natur.
Wieso? Weshalb? Warum? Meine Vorlesegeschichten, Band 2: Was passiert in Wald und Wiese? von Anna Pooch und Dominik Rupp erweitert die beliebte Kindersachbuchreihe um informative Vorlesegeschichten.
Das Buch ist in 15 kurze, in sich abgeschlosse Kapitel unterteilt, in den jeweils ein bestimmtes Thema aufgegriffen wird. Neben Ausflügen ins Moor, in den Wald und an den Strand, erleben die Kinder auch viel Alltägliches. Ein regnerischer Waldkindergartentag ist beispielsweise Ausgangspunkt für Erklärungen über den Winterschlaf und die Winterruhe. Auch auf das Thema Umweltschutz wird beispielsweise durch den Bau eines Insektenhotels und durch Müllsammeln am Strand eingegangen.
Ich fand das gesamte Buch sehr freundlich und harmonisch. Bei den Familien der Kinder wurde auf Vielfalt (Migrationshintergrund, Patchwork,
alleinerziehender Vater) geachtet. Der Schreibstil ist für jüngere Kinder im Alter zwischen 4 bis 7 gut geeignet. Nicht zu kompliziert, aber dennoch so gehalten, dass Wissen vermittelt wird. Die sehr schönen, bunten Zeichnungen passen gut zum Text. Lediglich die Aspekte Wald und Wiese hätten noch mehr im Vordergrund stehen können. Insgesamt ein schönes Kinderbuch, das Sachwissen und eher ruhige Geschichten gelungen miteinander kombiniert.
Anstoß zu einer Reise zu sich selbst
Ein Ohrensessel, zwölf Fragen und eine Reise zu dir selbst von Tanja Köhler
Ein Ohrensessel, zwölf Fragen und eine Reise zu dir selbst von Tanja Köhler ist ein sehr zartes, einfühlsames Buch über Selbsfindung und Veränderungen. Ein Ohrensessel und das Suchen eines idealen Platzes bietet den Ausgangspunkt um ins Leben und die Gedankenwelt der Protagonistin einzutauchen. Zwölf Kapitel, die jeweils interessante Impulse geben und Themen wie zum Beispiel Klarheit, Stille, Selbstvertrauen, Selbstliebe, Geduld, Reife, Wandlung, Aufbruch behandeln, dienen als Wegweiser auf dieser Reise zu sich selbst.
Das Buch umfasst zwar nur knapp 130 Seiten, diese reichen aber aus um die Botschaft der Autorin gut zu vermitteln. Der Schreibstil war angenehm, positiv, entschleunigend und persönlich. Ich hatte das Gefühl, dass ganz viele eigene Erfahrungen der Autorin hier mitschwingen. Besonders gut haben mir auch die Sinnspüche in den jeweiligen Kapiteln gefallen. Ich glaube aus diesem Buch kann man viel mitnehmen, auch wenn einem das ein oder andere bereits bekannt ist.
Desaströser Junggesellinnenabschied
Die Villa von Jess Ryder
Dani, Tiff, Beth und Celine sind in Marbella um Aoifes Junggesellinnenabschied zu feiern. Ein Wochenende voller Party und Alkohol, an dessen Ende die Braut tot ist. Drei Jahre später konnte Dani mit dem Tod ihrer besten Freundin noch immer nicht abschließen. Auch weil der Abend von Aoifes Tod praktisch aus ihrem Gedächtnis gelöscht ist.
Sie mietet die selbe Villa und bringt die anderen drei Frauen dazu, sie auf diese Reise in die Vergangenheit zu begleiten.
Die Villa von Jess Ryder ist ein Thriller, der mich mitreißen und überzeugen konnte. Bereits zu Beginn ist klar, dass Aoife tot ist. Dass es die Tat eines Einbrechers war, wie von der Polizei vermutet, ist mehr als unwahrscheinlich. Aber wer war es dann? Hat gar eine von Aoifes Freundin ein Motiv? Und wieso lief das gut geplante Partywochende so furchtbar schief? Die Geschichte spielt abwechselnd auf zwei Zeitebenen. Zum einen die Gegenwart, in der Dani versucht das tötliche Wochenende zu rekapitulieren und so die Wahrheit herauszufinden. Zum anderen das Partywochende selbst, das einen katastrophalen Verlauf nimmt. In der Vergangenheit gibt es auch kurze Einblicke aus Sicht von Tiff, Beth und Celine. Natürlich ist es das Verhältnis der Frauen zueinander, was die Geschichte ausmacht. Rivalitäten, Eifersucht, Enttäuschungen, Geheimnisse, dazu Marbellas Sonne, Party, eine traumhafte Villa im Nirgendwo und eine Menge Alkohol. Die Geschichte ist spannend und auch teilweise überraschend, daher nicht zwingend vorhersehbar. Mich hat das Buch überzeugt, daher eine Leseempfehlung von mir.
Guinness Rekorde als Lesetraining
Guinness World Records für Erstleser - Die besten Rekorde für Erstleser von
Guinness World Records - Die besten Rekorde für Erstleser (Rekordebuch zum Lesenlernen) ist ein Sachbuch voller Rekorde zu den sechs Themen Fahrzeuge, Haustiere, Weltraum, Wilde Tiere, Sport und Dinosaurier. Ich denke, dass die meisten Kinder hier auch mindestens zwei oder drei Themen finden, die sie interessieren.
Mit großer Schrift, vielen Fotos und Bilder erreicht das Buch auf jeden Fall die Zielgruppe der Grundschulkinder. Die bunt gestalteten Seiten finde ich sehr gut gelungen. Ca. drei bis vier Rekorde werden pro Doppelseite vorgestellt. Bei einigen Rekorden hätte ich mir sogar noch etwas mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Leider finde ich auch nicht alle Rekorde gut ausgewählt.
Moukokos Rekord als jüngster Bundesligatorschütze ist soweit ich weiß nicht ganz unumstritten. Ein paar Rekorde wirken sehr theoretisch/ zahlenlastig. Natürlich sind aber auch spannende und interessante Rekorde dabei. Besonders toll ist die Mitmachseite, die am Ende jedes Themengebietes zum Rätseln und Mitraten einlädt. Der Schwierigkeitsgrad dürfte für die erste Klasse noch zu hoch sein. Gerade die Dinosaurier mit ihren griechischen und lateinischen Namen machen es den Leseanfängern nicht leicht. Für ältere Kinder ab der dritten Klasse könnte bereits das jährlich erscheinende Guinness-Buch interessanter sein. Trotzdem ein gutes Sachbuch für Kinder mit Interesse an Rekorden.
Rekordverdächtig
Guinness World Records - 2025 von Guinness World Records Ltd.
Auf rund 250 Seiten präsentiert GUINNESS WORLD RECORDS 2025 in der siebzigsten Jubiläumsausgabe wieder unglaublich viele Rekorde und Geschichten bzw. Anekdoten rund um diese. Hochleistungen im Sport, Rekorde aus Tier- und Pflanzenwelt, Technik- und Forschung sind genauso dabei wie allerhand Kurioses.
Die ersten Seiten widmen sich den vergangenen sieben Jahrzehnten. Zwischendurch gibt es mit Icon überschriebene Querseiten, die Rekordträgern wie z.b. Robert Wadlow (größer Menschen, der je gelebt hat), Barbie, Taylor Swift und MrBeast, Platz bieten. Jede Seite ist voll mit bunten Fotos und Texten zu den Rekorden. Die Rekorde sind meist auf Doppelseiten thematisch zusammengefasst. Für jüngere Leser dürften vorallem die Rubriken Kids und Young Achievers, sowie Sport, Gaming und Influencer interessant sein. Neben Klassiker, wie den größten Tiere aller Zeiten, den höchsten Bauwerken, den teuersten Fussballern, gibt es auch allerhand Skurriles, wie z.B. die älteste Moorschnorchel-Weltmeisterschaft. GUINNESS WORLD RECORDS 2025 ist kein Buch zum komplett am Stück zu lesen, sondern zum immer wieder Durchblättern und sich erstaunen lassen. Es erfindet sich in der siebzigsten Ausgabe nicht neu, bleibt aber bewährt gut.
Die Mitternachtshändlerin
Der Sternenstaubdieb von Chelsea Abdullah
Loulie al-Nazari ist die Mitternachtshändlerin. Sie handelt mit magischen Artefakten, eine Tätigkeit die nicht ganz legal ist. Dies macht sich der Sultan zunutze, der sie dazu erpresst eine mächtige magische Lampe zu finden. Eine gefahrenvolle Reise beginnt, bei der nicht alle Reisegefährten vertrauenswürdig sind.
Dshinns, eine magische Lampe, 40 Räuber, die Anlehnung an Märchen aus 1000 und einer Nacht. Der Sternenstaubdieb von Chelsea Abdullah ist spannende Fantasy mit tollem orientalischen Setting. Die Geschichte wird aus Perspektive von Mitternachtshändlerin Loulie, den jungen Prinzen Mazen und Räuberin Aisha erzählt. Besonders interessant fand ich Dshinn Qadir, der Loulie begleitet. Das Buch hält auch ein paar Wendungen und Überraschungen bereit. Allerdings war es mir etwas zu action- und kampflastig. Das Ende ist recht offen gestaltet. Wer also wissen möchte, wie es mit Loulie und Prinz Mazen weitergeht, muss auf den zweiten Teil warten.
Streit und Konfliktlösung
Streit! Und nun? Das artgerecht-Bilderbuch von Nicola Schmidt von Nicola Schmidt
Der kleine Vogel, die kleine Schlange, die kleine Maus und der kleine Hirsch spielen gemeinsam auf dem Spielplatz. Immer wieder kommt es zu Streit: Wer als erstes rutscht, wer schaukeln darf, wer die Schaufel benutzt, oder darüber was gespielt wird. Ältere Tiere geben Denkanstöße, so dass die Tierkinder sich unterhalten, Vorschläge machen und eine Lösung finden, die für alle passt.
Streit! Und nun? Das artgerecht-Bilderbuch von Nicola Schmidt ist ein wunderschön illustriertes Kinderbuch, ab 3 Jahren zum Thema Konfliktlösung. Die Probleme und Streitgründe, welche die vier kleinen Freunde auf dem Spielplatz haben, dürften den meisten Eltern und Kindern sehr bekannt vorkommen. Ziel ist nicht die Vermeidung von Streit, sondern das Finden von Lösungen, die alle gutfinden. Diese Thematik finde ich sehr gut und altersgerecht dargestellt. Bei zwei der Streitthemen ist mir jedoch aufgefallen, dass die kleinen Tiere ihr Problem nicht wirklich lösen und somit Streitpotentzial bestehen bleibt. Im Nachwort spricht sich die Autorin gegen "demokratische Abstimmungen" aus und bevorzugt Lösungen, die für alle passt. Diese Vorstellung mit jüngeren Kindern oder einer größeren Kindergruppe umzusetzen, dürfte meines Erachtens schwierig sein. Das Buch zeigt für mich daher eine schöne, wirklich bezaubernd gezeichnete und umgesetzte Idealvorstellung zum Thema Streitlösung. Für Eltern durchaus eine Anregung nicht direkt einzugreifen und eine Lösung vorzuzeigen, sondern die Kinder zur Entwicklung von eigenen Ideen anzuleiten.
Gwenllian ferch Rhys
Die Tochter der Drachenkrone von Sabrina Qunaj
Gwenllian ist die jüngste Tochter eines großen walisischen Fürsten. Sie ist dreizehn, als dieser stirbt und zwischen ihren älteren Brüdern Maelgwn und Gruffydd ein Kampf um die Nachfolge entbrennt. Unverbrüchlich steht sie an Seite ihres Bruders Gruffydd, bis dieser sie aus politischen Gründen mit einem adeligen Normannen verheiraten will.
Gwenllian entschließt sich zur Flucht, denn für sie steht fest, dass sie einen Briten heiraten wird um für die Unabhängigkeit von Wales zu kämpfen.
Die Tochter der Drachenkrone von Sabrina Qunaj ist ein historischer Roman, der mich sehr begeistert und in seinen Bann gezogen hat. Das Buch wird als Reihenauftakt beworben, ist aber in sich abgeschlossen. Über England zu dieser Zeit ( König Richard, König John), habe ich bereits ein paar Bücher gelesen. Die walisische Geschichte war mir bisher nur ganz am Rande bekannt. Auf keinen Fall sollte man sich von den ungewöhnlichen walisischen Namen abschrecken lassen, sonst verpasst man ein wirklich großartiges Buch. Die Geschichte wird aus Sicht von Gwenllian ferch Rhys, einer walisischen Fürstentochter, deren Leben historisch belegt ist, erzählt. Gwenllian ist auf jeden Fall eine Figur, mit der ich mitfiebern und zum Teil auch etwas mitleiden konnte. Sie ist stolz auf ihre Herkunft, mutig und etwas eigensinnig, sieht aber auch ihre Fehler. Vorallem möchte sie für ein unabhängiges Wales kämpfen. Beim Lesen des Buches habe ich mir gewünscht, dass auch die echte Gwenllian mit ihrem Ehemann glücklich wurde. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Ich habe mich direkt nach Wales um das Jahr 1200 versetzt gefühlt. Gwenllians Geschichte, eingebettet in die Machtkämpfe der walisischen Fürstenhäuser, die sich gegenseitig und/oder die normanischen Besatzer bekämpfen, wurde sehr mitreißend erzählt. Hierbei vereinfacht die Autorin allerdings Sachverhalte, da die Größe der jeweiligen Familien und die Komplexität der Fehden sonst wohl den Rahmen gesprengt hätten. Interessant ist daher auch das Nachwort, aus dem hervorgeht, was belegte Tatsachen und welche Aspekte Fiktion sind. Für mich war dieses Buch ein unerwartetes Jahreshighlight.
Leicht schauriger Klassiker
Carmilla von Sheridan Le Fanu
Wenn man an alte Vampirklassiker denkt, fällt den meisten wahrscheinlich zuerst Dracula ein. Doch Carmilla erschien bereits 20 Jahre früher und war zumindest mir bisher noch unbekannt.
Carmilla -Der weibliche Vampir- von Joseph Sheridan Le Fanu ist eine knapp 140 Seiten lange, in Briefform geschriebene Novel, aus dem Jahre 1872.
Laura schildert darin rückblickend ihre Begegnung mit der Vampirin Carmilla. Laura lebt gemeinsam mit ihrem Vater und zwei Governanten auf einem abgeschiedenen Schloss in der Steiermark. Sonstige sozialen Kontakte bestehen fast nicht. Nach einem Kutschunfall nimmt die Familie die junge Carmilla als Gast auf. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich eine Freundschaft. Mit Carmillas teilweise obsessiven Verhalten kann Laura jedoch nur schwer ungehen. Auch häufen sich um Carmilla einige weitere Ungereimtheiten. Im nahegelegenen Dorf sterben plötzlich Frauen und auch Laura fühlt sich immer schwächer.
Die Schreibweise des Buches wirkt aus heutiger Sicht antiquiert. Ich denke es ist, wenn man sich darauf einlässt, dennoch gut lesbar. Der Handlungsort, das einsame Schloss, die abgeschiedene Umgebung, gibt der Erzählung die nötige unheilvolle Atmosphäre. Eine Liebesbeziehung zwischen Laura und Carmilla wird nicht offensichtlich angesprochen, was dem damaligen Zeitgeist geschuldet sein dürfte. Man kann sie jedoch in die Darstellung der Freundschaft hineininterpretieren. Interessant ist auch Carmillas Charakter. Beim Lesen wirkt sie fast etwas kapriziös auf mich. Im Gegensatz zu später dargestellten Vampiren hat sie kein Problem mit Sonnenlicht. Die Handlung selbst verläuft ohne große Überraschungen, vielleicht weil Titel und Inhaltsangabe bereits viel verraten. Der Gruselfaktor ist aus heutiger Sicht eher gering. Trotzdem war es für mich sehr interessant in diesen Klassiker einzutauchen.
Kein märchenhaftes Happy End
Ever & After, Band 2 - Die dunkle Hochzeit von Stella Tack
Nachdem Rain den dunklen Prinzen geküsst und dadurch erweckt hat, steht die Welt vor dem Untergang. Prinz Black hält Rain im Carneval gefangen und bereitet ihre Hochzeit vor. Um zu entkommen, geht Rain einen Pakt mit Rumpelstilzchen ein. Ihre letzte Möglichkeit, die vom Prinzen beabsichtigte Apokalypse zu verhindern, ist die Erfüllung einer Prüfung.
Das Cover des Buches ist in Rot gehalten und zeigt eine goldene Rose, umgeben von Blut. Ich finde, es passt zur Geschichte und sieht zusammen mit dem Farbschnitt sehr schön aus.
Ever & After: Die dunkle Hochzeit von Stella Tack ist der zweite Teil der Ever&After Reihe und bietet sehr düstere Märchenfantasy. Es ist absolut empfehlenswert und zum besseren Verständnis notwendig, den ersten Teil der Reihe gelesen zu haben. Ich persönlich lese ja sehr gerne Märchenadaptionen, auch etwas düstere. Hier war es mir teilweise aber schon fast etwas zu blutig und brutal. Am Anfang jedes Kapitels findet sich ein Märchenzitat. Schön finde ich hierbei,
dass auch unbekanntere Märchen der Gebrüder Grimm zitiert werden. Die Autorin erzählt auch innerhalb der Handlung einige Märchen nach. Dabei lässt sie die ohnehin schon etwas grausamen Märchen zu wahren Albträumen werden. Die Geschichte selbst, wird aus Rains-Ich Perspektive erzählt und ist durchweg actionreich und spannend. Humor blitzt immer mal wieder, meist trocken oder sarkastisch, durch. Bei knapp 700 Seite, gib es allerdings auch die eine oder andere Stelle, an der man die Handlung etwas straffen könnte. Die Autorin spart nicht an Wendungen und Überraschungen. Besonders Rains Charakterentwicklung im Laufe des Buches ist sehr ungewöhnlich. Nach dem Ende bin ich auf jeden Fall gespannt, was sich Stella Tack für den dritten Teil ausgedacht hat.











