Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ameland:
Alles läuft aus dem Ruder
Das Gehöft von Leo Brandt
Bisher kannte ich von dem Autor seine Krimireihe, die er allerdings unter einem anderen Namen veröffentlicht. Ich war sehr gespannt auf seinen ersten Ausflug in die Welt der Thriller. Außerdem hat mich das Cover gecatcht; eine Hallig, die den Naturgewalten schutzlos ausgeliefert ist, ließ auf eine atmosphärische Szenerie schließen.
Lara zieht mit ihrem Partner Henry, ihrem autistischen Bruder Malte und einem weiteren befreundeten Paar auf eine ansonsten menschenleere Hallig, um diese ökologisch zu bewirtschaften. Was sich nach einer schönen Unternehmung anhört, entpuppt sich auf dem begrenzten Raum und mit den sehr unterschiedlichen Charakteren von Beginn an als eine Zeit des Grauens.
Schon der Prolog schafft eine düstere Atmosphäre und sorgte bei mir für die erste Gänsehaut. Es bleibt unklar, um welche Personen es sich hier handelt. Sowohl Atmosphäre als auch diese Ungewissheit ziehen sich durch die ganze Geschichte. Dauerregen, Sturmflut, ausgefallenes Telefonnetz, kein WLAN und keine Möglichkeit, die Hallig zu verlassen. Dazu das Verschwinden eines Gruppen-Mitglieds und die Frage wer lügt bzw. wem man trauen kann, sorgen für blankliegende Nerven.
Zum einen konnte ich es nicht fassen wie blauäugig und relativ unvorbereitet die Gruppe an diese Unternehmung herangegangen ist und zum anderen schwankte ich ständig zwischen möglichen Verdächtigen hin und her. So blieb es bis zum Ende für mich spannend.
Ich würde sagen, Leo Brandt ist sein erster Thriller ganz gut gelungen, aber ehrlicherweise mag ich seine Krimis lieber.
Ich wurde angefixt
Sörensen geht aufs Haus von Sven Stricker
Ich verstehe gar nicht wie Sörensen mir bisher entgehen konnte. Gut, dass ich ihn, dank einer Leserunde, endlich entdeckt habe. Ein poltriger, oft in sich gekehrter und skurriler Charakter, der auch Tiefe hat und mich überzeugen konnte.
Sven Stricker vereint in diesem Krimi nicht nur Spannung, unerwartete Wendungen, lebendige Charaktere, sondern auch herrliche Dialoge mit Sprachwitz und Situationskomik.
Neben dieser Mischung gefiel mir die gute Verflechtung von Ermittlung und Privatleben. Gerade das Privatleben macht für mich die Figuren realistischer und greifbarer.
Wer einen spannenden, unblutigen und jederzeit unterhaltsamen Krimi sucht, ist bei Sörensen gut aufgehoben. Mich jedenfalls konnte Sven Stricker mit diesem Krimi überzeugen und nun will ich mehr davon.
Tierisch spannende Ferien
Die Langohrbande von Traudl Bünger
Ella und ihre Freundinnen verbringen die Ferien auf dem Birkenhof. Hier werden verletzte und alte Tiere und solche, die keiner mehr haben will aufgenommen. Das bringt viel Arbeit mit sich und kostet auch viel Geld. All das wird in der Geschichte sehr gut zur Sprache gebracht.
Mich hat sehr berührt, wie viel den vier Freundinnen am Birkenhof und seinen tierischen Bewohnern liegt.
Sie sind mit Liebe und Freude dabei und das nicht nur beim Streicheln und Kuscheln mit Eseln, Schweinen und Katzen, sondern auch bei der täglichen Arbeit wie Füttern und Ausmisten.
Dramatisch wird es als die gesamte Kasse geklaut wird und der Hof vor dem finanziellen Ruin steht. Mit großem Einfallsreichtum begeben sich die Mädchen auf die Suche nach dem Dieb. Gleichzeitig entwickeln sie einige Ideen wie der Hof z. B. durch Tier-Patenschaften finanziell auf Dauer unterstützt werden kann.
Traudl Bünger hat einen spannenden und unterhaltsamen Wohlfühlkrimi geschrieben. Anders kann ich es nicht sagen. Ich habe mich auf dem Birkenhof irgendwie wie zuhause gefühlt. Dazu haben auch die niedlichen und teilweise witzigen Illustrationen von Christina Mäckelburg beigetragen.
Ein Kinderkrimi, bei dem wichtige Werte wie Freundschaft, auch mit Tieren, Verantwortung und besonders das Tierwohl im Mittelpunkt stehen.
Verzwickter Fall mit neapolitanischem Lokalkolorit
Commissario Gaetano und das letzte Abendmahl von Fabio Nola
Ich kannte bisher weder den Autor Fabio Nola noch Commissario Gaetano und war daher sehr gespannt was mich erwartete. Das Cover mit dem Hafenbecken und dem Vesuv im Hintergrund versetzte mich schon in die richtige Stimmung, um ins italienische Leben einzutauchen. Und vom italienischen bzw. neapolitanischem Leben/Flair bekommt man bei diesem Krimi richtig viel mit.
Unterstrichen wurde das noch durch sehr viele italienische Ausdrücke und Flüche. Mir gefällt das, denn so wirkt die Geschichte noch viel authentischer.
Salvatore Gaetano machte nicht gerade einen sympathischen Eindruck auf mich. Er blafft nicht nur seine Mitarbeiter sondern auch Zeugen und Verdächtige ständig an, wenn ihm etwas gegen den Strich oder nicht schnell genug geht. Er hat aber trotzdem das Herz auf dem rechten Fleck. Bei diesem Fall erinnert Gaetano mich an einen Terrier, der sich in etwas verbissen hat. Dabei nimmt er auf nichts und niemanden Rücksicht und legt sich sogar mit seinem Vorgesetzten an.
Nicht nur Gaetano finde ich sehr authentisch beschrieben, sondern auch die anderen Charaktere sind gut gezeichnet. Der Schreibstil ist einfach, flüssig und sorgt für einen guten Lesefluss. Der Fall ist spannend, weist einige Wendungen auf und bleibt lange undurchsichtig. Letzteres nicht nur für mich, sondern auch für die Ermittler. Durch die detaillierten und bildhaften Beschreibungen von Neapel und seinen Bewohnern habe ich einen kleinen Einblick in diese Stadt bekommen können.
Mir hat dieser zweite Fall von Commissario Gaetano gut gefallen und ich werde ihn und Fabio Nola im Auge behalten.
Teneriffa mal anders
Wenn das Leben dir eine Orange gibt, mach Sangria daraus von Jana Portas
Nach der Trennung von ihrem Freund bricht plötzlich ein Shitstorm der besonderen Art über Mia herein. Sie braucht eine Pause und Abstand, da hört sich das Angebot, mehrere Wochen Housesitting auf Teneriffa doch perfekt an. Aber von Mitbewohnern war in der Anzeige keine Rede gewesen.
Jana Portas ist mit dieser Geschichte ein wunderschöner Wohlfühlroman aus der Feder geflossen.
Ihre Charaktere sind so unterschiedlich wie das Leben sie eben hervorbringt, teils skurril, teils liebenswürdig und hilfsbereit, aber auch voller Neid oder Missgunst. Manche Personen kämpfen mit ihren Problemen und Traumata. Aber trotz allem verliert die Geschichte nicht ihre Leichtigkeit und wird immer wieder durch humorvolle Szenen aufgelockert.
Was mir besonders gefallen hat, ist dass ich Teneriffa fernab des Massentourismus erleben durfte. Ich habe nicht nur sehr viel über die schützenswerte Flora und Fauna der Insel erfahren, sondern auch etwas über ihre Geschichte und Legenden.
Der Tourismus ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits leben die Insulaner davon, aber andererseits geht er zu Lasten der Ursprünglichkeit und der Natur. Außerdem treibt er die Lebenshaltungskosten in die Höhe. Ein Problem mit dem Teneriffa nicht alleine dasteht.
Wenn das Leben dir eine Orange gibt, mach Sangria daraus ist nicht nur ein Liebesroman, sondern eine tolle Mischung aus bildreicher und bildhafter Landschaftsbeschreibung, charakterstarker Personen, dabei voller Humor und auch Spannung.
Das Geheimnis
Das kalte Moor von Liza Marklund
Dies ist der 2. Band der Polarkreis-Trilogie. Für mich war es die erste Begegnung mit Polizeichef Wiking Stromberg. Zu Beginn war mir nicht sofort klar in welcher Beziehung die auftretenden Personen zueinander standen, aber das hat sich schnell geklärt.
Ich mochte Wiking und seine meist ruhige und strukturierte Vorgehensweise.
Obwohl er gerade emotional doppelt belastet wird. Zum einen erhält er eine schlimme Diagnose und zum anderen versetzt ihn ein Brief an seinen Sohn in Alarmbereitschaft. Diese Fortsetzung ist für ihn aus mehreren Gründen sehr persönlich.
Der sachliche Schreibstil ohne viel Drumherum von Liza Marklund gefiel mir gut. Die Beschreibung der teils unwirtlichen und mystischen Landschaft im Norden ließ Bilder vor meinem geistigen Auge entstehen. Sie scheint auch auf die Charaktere der Bewohner abgefärbt zu haben. Und so abgeschieden wie ich geglaubt habe, ist die Gegend gar nicht. Sie wird z. B. von der Automobilindustrie zu Testzwecken genutzt. Mir gefielen auch die Rückblicke sehr gut, so konnte ich mir von den Protagonisten ein viel besseres Bild machen und manches wurde dadurch für mich klarer.
Teilweise ist die Geschichte mehr ein Spionageroman als ein Krimi, was an der Verbindung zu den Zeiten des Kalten Krieges liegt.
Obwohl ich den ersten Band nicht kenne, hatte ich keine Verständnisprobleme. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen.
Nicolaus von Verdun und sein Schrein
Der Schrein der Könige von Sabine Weiß
Nach dem Tod seiner Ehefrau und zwei seiner Söhne versinkt der über die Grenzen hinaus bekannte Goldschmied Nicolaus von Verdun in seinem Kummer. Erst als ihm die Errichtung eines Schreins für die Heiligen Drei Könige in Köln angeboten wird, erwacht er aus seiner Lethargie. Aber der Umzug nach Köln bringt auch Ängste, Herausforderungen und Anfeindungen besonders durch die ansässigen Goldschmiede mit sich.
Sabine Weiss schildert bildhaft und lebendig die Entstehung dieser wichtigen Reliquiare, das als Meisterstück der Goldschmiedekunst gilt und auch heute noch Millionen Betrachter anzieht und in Erstaunen versetzt. Dabei verbindet sie sehr gekonnt Fakten und Fiktion. Da es über das Leben und Schaffen des Nicolaus von Verdun keine Überlieferungen gibt, konnte die Autorin bei seiner Familiengeschichte ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Anders sah es bei der Politik des Reiches und den Kreuzzügen Ende des 12. und Anfang des 13. Jahrhunderts aus. Davon konnte ich mir beim Lesen aufgrund der guten Recherche der Autorin ein gutes Bild machen.
Ein sehr unterhaltsamer Roman mit einer guten Mischung aus historischen Fakten und Fiktion, bei dem ich einen guten Einblick in die aufwändige und detaillierte Arbeit der Goldschmiede bei der Erschaffung des Schreins der Könige bekam. Da mir der letzte Teil zu sehr im Zeitraffer erschien und der Schrein etwas aus dem Fokus geriet, vergebe ich nur vier Sterne.
Feige Lehrer
Nightmore - Das gruseligste Internat der Welt (Band 2) - Zombie gesucht von Vanessa Walder
Nightmore ist das gruseligste Internat der Welt. Hier leben Vampire, Zombies, Dämonen, Werwölfe und ähnliche gruselige Wesen. Unterricht und Sportveranstaltungen sind auch nicht mit den uns bekannten zu vergleichen, zum Zeitvertreib wird z. B. Blutball gespielt. Es geht auch gleich gruselig los, denn Fynn sitzt gefesselt im Kerker der Schule und hat nur noch ein paar Minuten, um sich zu befreien.
Bis auf ein Auge fehlt von dem Mitschüler Edgar jede Spur … vorerst. Im Gegensatz zu den feigen Lehrern begibt sich Fynn auf die gefährliche Mission, ihn zu suchen und zu befreien. Irrlicht und Moor-Monster können ihn nicht stoppen, aber dann trifft er auf die furchtbarsten Kreaturen überhaupt. Ihr möchtet wissen wer das wohl ist? Seid gespannt, aber von mir erfahrt ihr das nicht.
Ich mag diese skurrilen Figuren, die mich mit ihren Charaktereigenschaften immer wieder überraschen können. Besonders ist mir neben Fynn natürlich die Dämonin Sinista ans Herz gewachsen. Sie ist einfach nur cool und eine wahre Freundin.
Der Schreibstil von Vanessa Walder ist einfach nur toll. Ich wüsste gerne wo sie ihre genialen Einfälle immer hernimmt. Diese Einfälle sind teils zwar gruselig, aber es gibt so viele witzige Dialoge und Szenen, bei denen man lachen muss, dass der Spaß beim Lesen eindeutig überwiegt. Man braucht also keine Angst haben, dass man nachts nicht ruhig schlafen kann.
Ein weiteres Highlight sind die vielen schwarzweiß Illustrationen von Philipp Ach, auf denen es so viel zu entdecken gibt und die sehr gut zum Geschehen passen.
Auch der zweite Band der Nightmore-Reihe ist das reinste Lesevergnügen, und zwar nicht nur für Kinder.
Heimatgefühle und Familie
Und das Glück duftet nach Wolken und Meer von Susa Bartel
Die 33-jährige Kayla hat ihrer Heimat vor einigen Jahren den Rücken gekehrt und ist nach Berlin gezogen. Nun ist ihr Vater gestorben und mit den schmerzvollen Gedanken an den großen Streit mit ihrem Bruder und dem Verlust der Mutter in Kindheitstagen, weil diese von jetzt auf gleich verschwand, kehrt Kayla zurück nach Irland in das kleine Dorf Old Quay.
Zum Glück stehen ihr ihre Gran und ihre Sandkastenfreundin Maeve zur Seite. Aber nach und nach kehren auch schöne Erinnerungen an ihre Zeit in Irland zurück und sie merkt wie sehr sie ihre Heimat vermisst hat. Ehrlich gesagt hätte ich sie gerne mal geschüttelt. Für ihr Alter fand ich sie teilweise ziemlich naiv. Es hat auch gedauert bis Verständnis für die Sichtweise und das Handeln anderer Personen in ihrem Umfeld erkannt hat, aber besser spät als nie.
Mir gefiel der bildhafte Schreibstil gut. Und ich mochte diese Mischung aus problembehafteter Familiengeschichte, Freundschaft, Romantik und Landschaftsbeschreibungen. Letztere haben mich auch zurück an Irlands Küste kolportiert.
Insgesamt ein unterhaltsamer Roman vor einem wunderschönen Setting.
Wenn ich das mal wüsste
Wer hat den Teufel an die Wand gemalt? von Rolf-Bernhard Essig
Die Benutzung von Redensarten im täglichen Leben ist so selbstverständlich wie das Atmen. Oft fällt es einem gar nicht auf, geschweige denn macht man sich Gedanken dazu woher diese Redensart kommt.
Ich finde so etwas ja total spannend. Wer hätte gedacht, dass der Spruch Blut ist dicker als Wasser durch Wilhelm II.
im Jahr 1896 populär gemacht wurde als er sich auf die verwandtschaftlichen Beziehungen der Throne von Deutschland und Großbritannien bezog. Mit jemandem quitt sein war sogar schon im 13. Jahrhundert in der deutschen Kaufmannssprache üblich. Mir ist beim Durchblättern des Öfteren ein „ach, sieh da“ entschlüpft.
Dieses Buch aus dem Dudenverlag geht mehr als 700 Redensarten auf den Grund und beschäftigt sich mit Herkunft und Bedeutung. Nicht bei allen Redewendungen konnte heute noch der Ursprung ermittelt werden.
Ich werde in Zukunft wohl öfters eine von mir benutzte Redensart nachschlagen.











