Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ameland:
Geheimnisse und Lügen wohin man schaut
Vega Varg - Das Schweigen der Insel von Åsa Hellberg
Ich fand schon die Farben des Covers ungewöhnlich für einen Krimi und ungewöhnlich ist auch die Ermittlerin Vega Varg. Sie ist Kriminalbeamtin bei der Polizei in Strömstad, 62 Jahre, legt keinen Wert auf ihr Äußeres und sie ist stur, oh ja! Ich kann nicht sagen, dass mir Vega richtig sympathisch wurde.
Auch manche ihrer Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen, wie z. B. den Angriff auf sie nicht zu ahnden. Allerdings hatte ich manchmal auch Mitleid mit ihr, auch weil dieser Fall ihr Leben verändern wird.
Als auf der Insel Südkoster ein toter Mann gefunden wird, übernimmt Vega die Ermittlungen. Hier tut sich ein Wirrwarr an Geheimnissen und Lügen auf, das die Ermittlungen immer wieder in eine andere Richtung driften lässt. Auch ich musste mehrmals erkennen, dass ich mich mit meinem Verdacht auf der völlig falschen Fährte befand. Es gibt einige Verdächtige mit handfestem Motiv, aber am Ende hat mich Asa Hellberg mit ihrer Lösung völlig überrascht.
Mir gefiel von Beginn an der bildhafte und flüssige Schreibstil, bei dem ich lediglich aufgrund der Vielzahl der Personen und der für mich ungewöhnlichen Namen ins Stocken geriet.
Ich kann Johanna Mo bei ihrer Aussage, diese Reihe gehöre zum Besten, was die skandinavische Spannung zu bieten hat, zwar nicht zustimmen, aber es handelt sich um einen soliden schwedischen Krimi, bei dem ich bis zum Ende miträtseln konnte und der mich gut unterhalten hat.
Ist Auswandern eine Lösung?
Lesen NERVT! - Bücher? Weg damit! (Lesen nervt! 4) von Jens Schumacher
Inzwischen kennen wir die Spinnendame Karoline Kneberwecht und ihre Aversion gegen Buchstaben, Wörter und Bücher schon recht gut. Es ist verwunderlich, dass sie sich dann ausgerechnet in einer Bibliothek niedergelassen hat. Diese will sie nun aber verlassen und an einen Ort ohne Bücher und Menschen umziehen, auch weil ihr die vielen Besucher hier fürchterlich auf die NEEEERVEN gehen und zu viel Müll hinterlassen.
Die Vorbereitungen und die Durchführung sind überraschend und spannend.
Und wieder benötigt Karoline Hilfe von dir, dem Leser. Sie sucht ein bestimmtes Buch, kennt vom Titel aber nur drei Buchstaben. Nachdem ihr das gefunden habt, gilt es der Spinnendame den Text vorzulesen. Danach muss gebastelt werden, aber in der Anleitung sind lauter Flecken und diese zu lesen, ist eine kleine Herausforderung. Am vermeintlichen Ziel angekommen, warten weitere lustige Übungen und ein durcheinandergewirbelter Comic auf Karoline und ihr Haustier Zwicko. So hatte sie sich das nicht vorgestellt, da hätte sie auch in ihrer Bibliothek bleiben können, oder? Seid gespannt!
Wieder ein witziges und spannendes Abenteuer aus der Reihe mit Karoline Kneberwecht. So macht das Lesen nicht nur Spaß, sondern die Übungen wecken auch den Ehrgeiz der jungen Leser.
Es ist nie zu spät ... für nichts
Spätsommerglück von Heike Abidi
Hannah hat vor fünf Jahren überraschend ihren Mann verloren. Sie hat sich in ihrer Routine eingerichtet. Für mich erweckt sie den Anschein, dass das Leben an ihr vorbeizieht. Eine Veränderung deutet sich an als sie beschließt, ihren Beruf als Übersetzerin für Thriller aufzugeben. Aber was nun?
Hannah war mir von Beginn an sympathisch, ihre Verlassenheit war gut zu spüren und in gewisser Weise konnte ich ihr Bedauern um die mit ihrem Mann gestorbenen gemeinsamen Träume nachvollziehen.
Am liebsten hätte ich sie in den Arm genommen und ihr zugeraunt, es wird Zeit für eigene Träume. Aber Hannah musste ihren Weg in ihrem eigenen Tempo gehen und das macht sie auch. Mit ihrer Konsequenz und ihrem Mut konnte sie mich im Folgenden überraschen. Und in Schweden lerne ich eine ganz andere Hannah kennen, die allen beweist, dass es nie zu spät für Veränderungen und Neuanfänge ist.
Ein wunderschöner Roman aus der Feder von Heike Abidi, der mir entspannte Lese- und Wohlfühlmomente geschenkt hat. Der Schreibstil ist locker-leicht und flüssig zu lesen. Die Beschreibungen der schwedischen Küste und des kleinen Städtchens machten mir Lust auf einen Urlaub dort, zumal die Charaktere alle so liebenswürdig dargestellt wurden, dass ich sie am liebsten selbst kennenlernen wollte. Na gut, zu Beginn gibt es eine Ausnahme, aber irgendetwas ist ja immer.
Spätsommerglück ist nicht nur ein Wohlfühlroman, sondern macht auch älteren Semestern Mut, über ihren Schatten zu springen und keine Angst vor Neuanfängen zu haben. Man sollte Neues ruhig ausprobieren und wenn es einem nicht gefällt, hat man es wenigstens probiert.
Von mir gibt es für diesen Sommerroman fünf von der schwedischen Sonne beschienen Sterne.
Warum musste der Pastor sterben?
Akte Nordsee - Die letzte Predigt von Eva Almstädt
… das ist die Frage, die sich die Polizei im vierten Band dieser Reihe stellt. Als kurz danach die Leiche einer ehemaligen Konfirmandin gefunden wird, gerät der Journalist Niklas John in Verdacht. Er erhofft sich Hilfe von der Anwältin Fentje Jacobsen, denn gemeinsam haben sie bereits mehrere Mordfälle aufgeklärt.
Ich lese die Krimis von Eva Almstädt sehr gerne. Sie sind zum einen immer spannend und ich kann meist sehr lange miträtseln und zum anderen versetzen sie mich an meine Urlaubsorte und ans Meer. Und so war es auch hier. Es hat eine Weile gedauert bis ich eine Ahnung hatte wie die Geschehnisse im Prolog mit den aktuellen Begebenheiten zusammenhängen könnten. Aber nach und nach, auch dank der Einblicke in die Vergangenheit der entsprechenden Personen ließen sich die Puzzlestücke zusammensetzen.
Dass in dieser Reihe die Ermittler nicht aus den Reihen der Polizei kommen, hat auch einen gewissen Reiz, da sie nicht so ganz gesetzesgebunden sind und ganz andere Quellen angezapft werden können. Zudem mag ich es, wenn auch das Privatleben eine Rolle spielt. Die Mischung aus Ermittlungen, Privatleben, friesischem Flair und natürlich Spannung macht diese Reihe für mich so lesenswert.
Auch Band vier konnte mich wieder bestens unterhalten und ich bin schon gespannt wie es mit Fentje und Niklas weitergehen wird.
Bücher können auch Spaß machen
Lesen NERVT! - Bücher? Voll anstrengend! (Lesen nervt! 3) von Jens Schumacher
Ich betreue in der Grundschule ehrenamtlich u. a. kleine Lesemuffel und bin daher immer auf der Suche nach passender Lektüre. Rein zufällig bin ich auf diese Reihe gestoßen und finde sie witzig gemacht.
In diesem dritten Band hat sich Karoline Kneberwecht dummerweise zu einer Buchstabenmeisterschaft angemeldet.
Jetzt ist sie völlig verzweifelt, denn sie mag weder Buchstaben noch Wörter oder Bücher. Es gibt bestimmt Kinder, die Karolines Verzweiflung sehr gut verstehen können. Und genau wie die Schüler bleibt ihr gar nichts anderes übrig und sie muss üben, üben und nochmals üben. Dazu benötigt sie unbedingt die Hilfe ihrer Leser. Gemeinsam können sie die Übungen bestimmt meistern.
Sehr gut gefällt mir diese Einbeziehung der jungen Leser, die hier mit Eifer dabei sind. Es gilt die gespiegelten Buchstaben in einem Buchstabendurcheinander zu finden oder gar einen ganzen Text in Spiegelschrift mit einem Spiegel zu entziffern. Nicht so begeistert war man von dem Text, in dem die Satzzeichen willkürlich und meist falsch gesetzt wurden (ist auch nicht meine Kernkompetenz). Auch wenn das Üben Karoline auf ihre Neeerven geht, schlägt sie sich ganz gut und sie findet im Text sogar alle falschen Worttrennungen. Hier gab es einige sehr witzige Wortkreationen wie z. B. der Kau-Fladen.
Ob Karoline nun genug geübt hat, um den Wettbewerb gegen die hochnäsige Lambada zu gewinnen? Das kann ich hier natürlich nicht verraten. Ich empfehle euch, das Buch selbst zu lesen. Garantiert habt ihr auch viel Spaß beim Lesen und Betrachten der lustigen Illustrationen.
Plötzlich Teil einer Patchworkfamilie
Meine schrecklich chaotische (Alb-)Traumfamilie von Heike Abidi
Die 12-jährige Nelly ist kreuzunglücklich als sich ihre Eltern trennen und mit neuen Partnern und deren Kinder zusammenziehen. Statt Einzelkind mit Rückzugsort ist sie in einer Großfamilie mit ständigem Chaos und einer nicht geringen Lautstärke gelandet. Dazu kommt noch der wöchentlich wechselnde Wohnort, mal bei ihrer Mutter und mal bei ihrem Vater mit deren jeweiligen neuen Familie.
Ich war froh, dass zu Beginn des Buches alle Familienmitglieder und deren verwandtschaftlichen Verhältnisse untereinander kurz beschrieben wurden, sonst hätte ich schon früh den Überblick verloren.
Von Beginn an konnte ich Nellys Gefühle nicht nur nachvollziehen, sondern regelrecht spüren. Dank Pubertät fahren die Gefühle eh schon Achterbahn und dann noch diese gravierenden Änderungen in ihrem Leben. Sie ist voller Ängste und Wut, fühlt sich nicht verstanden. Was zum Teil auch daran liegt, dass die Erwachsenen nicht nur sie, sondern auch die übrigen Kinder nicht in die Entscheidungen mit einbeziehen. Nicht von heut auf morgen, aber nach einiger Zeit kann Nelly auch die Vorteile dieser Veränderungen erkennen. Ihre Entwicklung ist sehr gut dargestellt.
Aus Sicht einer Jugendlichen beschreibt Heike Abidi anschaulich mit welchen Sorgen, Ängsten, aber auch Wut und Unverständnis diese jungen Menschen bei einer Trennung der Eltern und ggf. auch Beziehung zu neuen Partnern zu kämpfen haben. Die Erwachsenen haben oft genug mit sich selbst zu tun und die Kinder werden vor vollendete Tatsachen gestellt.
Der Autorin ist es trotz dieses Themas gelungen, dem Jugendroman eine gewisse Leichtigkeit mitzugeben. In dem täglichen Chaos und den vielen Emotionen schwingt auch oft eine gute Portion Humor mit.
Klassenfahrt und Umweltsünder
Zelten mit Juli von Petra Eimer
Anna, Paul und Max sind voller Vorfreude, denn es geht auf Klassenfahrt in ein Naturcamp am See. Und die Schultiere dürfen mit, was das Allerbeste ist. Die vielen Regeln der Campleitung ersticken die Freude aber schon bald. Wie es aussieht, wird es nichts mit Spaß und Abenteuer. Und dann ist der Badesee auch noch mit lauter Plastikmüll verunreinigt.
Der Umweltsünder muss gefunden werden und das ist doch ganz klar eine Aufgabe unser detektivischen Tierischen Sechs.
Ich kenne die Protagonisten ja schon aus den vorherigen Bänden. Für Neueinsteiger gibt es am Anfang eine kurze Vorstellung und alles was man sonst noch wissen sollte, wurde in die Geschichte integriert.
Der Text ist wie gehabt sehr abwechslungsreich gestaltet: es gibt Wörter, die sind fett gedruckt, andere sind farbig oder nur in Großbuchstaben geschrieben. Das Highlight aber sind die vielen großflächigen und farbigen Illustrationen. Das beginnt schon auf den Einband-Innenseiten. Die vielen Zeichnungen geben quasi das komplette Zeltlager bildhaft wieder. Innerhalb der Geschichte lockern sie den Text auf und sorgen für einige Lacher.
Mit hat es gut gefallen wie geschickt Petra Eimer das Thema Umweltschutz und Achtsamkeit für die Natur zur Sprache bringt, ohne dass es langweilig wird, sondern die Geschichte trotzdem Spaß macht. Beim Lesen lernt man z. B. etwas über den Wald und was mit den Fundstücken aus dem Wald alles gemacht werden kann. Aber auch der verschwenderische Umgang mit unseren Ressourcen oder wie gefährlich Plastik für die Natur ist, wird erwähnt. Uns am Ende kann bei ein paar Naturrätseln jeder noch sein Wissen testen.
Ein wunderbares, spaßiges und lehrreiches Lesevergnügen, das die fünf Sterne mehr als verdient hat.
Die geniale Kombi bringt doppelten Spaß
Die Olchis und das Sams 1. Die kaputte Wunschmaschine von Erhard Dietl; Paul Maar
Das Sams hat mich und meine Nichte vor vielen Jahren begleitet. Die Olchis kannte ich nur vom Hörensagen, daher war ich auf diese Kombination zweier spezieller Spezies sehr gespannt.
Es geht schon gut los. Die Wunschmaschine von Herrn Taschenbier ist defekt, das Sams hat keine Punkte mehr und schrumpft versehentlich seinen Papa zu einem Baby.
Zur Lösung dieser Probleme fallen Professor Brausewein nur die Olchis ein. Das kann ja heiter werden.
Erstaunlich wie gut das Sams und die Olchi-Kinder harmonieren und gemeinsam im Matsch spielen. Nur mit dem schreienden Baby kommt die Familie nicht zurecht und möchte es wieder abgeben.
Meine erste Begegnung mit den Olchis war positiver als befürchtet. Auch wenn mir ihre Lebensweise und besonders ihre Lebensmittel nicht zusagen, fand ich sie sehr sympathisch, gastfreundlich und hilfsbereit. Man muss sie einfach mögen. Beneidet habe ich sie um ihren Drachen Feuerstuhl. Ganz schön praktisch für Fahrten bzw. Flüge aller Art. Nur beim Parken gibt es Schwierigkeiten.
Ein Highlight sind die fantastischen Illustrationen von Stephanie Stickel, die alles noch anschaulicher machen und ein zusätzlicher Spaßfaktor sind.
Mit der größeren Schrift und den größeren Zeilenabständen sowie den kurzen Kapiteln eignet sich das Buch sehr gut zum Selberlesen für Kinder ab ca. 7 Jahre.
Eine herrlich schräge Geschichte voller Humor. Die Zusammenführung dieser Kinderbuchlieblinge hat wunderbar funktioniert.
Wo ist Zwicko?
Lesen NERVT! - Bloß keine Bücher! (Lesen nervt! 2) von Jens Schumacher
Bewertet mit 3,5 *
Lesen nervt! Das höre ich als Sprach- und Lesepatin an der Grundschule ständig. Daher bin ich immer auf der Suche nach witziger Lektüre und Übungen zum Erlernen der Sprache auch in Schriftform. Nachdem ich vor einiger Zeit eher zufällig auf den ersten Band dieser Reihe gestoßen bin und ich den einerseits ganz witzig und andererseits die Übungen nützlich fand, war ich gespannt was sich Jens Schumacher für diesen zweiten Band ausgedacht hat.
Wir treffen wieder auf Karoline Kneberwecht, die ganz aufgeregt ist, weil ihr zahmer Bücherskorpion Zwicko ausgebüxt ist. Auf der Suche nach dem kleinen Kerl arbeiten wir uns durch verschiedene Bücher, in denen Zwicko so seine Spuren hinterlassen hat. Die Geschichte mit dem Dino-Mädchen hat er z. B mit Wörtern einer Fremdsprache gemischt. Zum Glück steht die Übersetzung immer auf derselben Seite. In anderen Geschichten wurde der Satzbau komplett durcheinandergewirbelt oder es wurden Buchstaben vertauscht. Im letzten Buch geht es kreuz und quer und von vorne nach hinten und wieder zurück zu. Das war ehrlicherweise für mich wirklich nervig und ich habe es auch nicht bis zum Ende gelesen.
Auch wenn ich Zwicko ganz niedlich fand, gefiel mir dieser zweite Band weniger gut. Insbesondere fand ich persönlich die Geschichte mit dem durcheinander geratenen Satzbau nicht ideal zum Lesenlernen. Und bei der Geschichte mit dem Durcheinander in der Reihenfolge dürfte bei der Länge nicht nur mir die Lust am Lesen vergehen. Die Übung mit den vertauschten Buchstaben hingegen fand ich gut, denn gerade der Unterschied zwischen d und t bereitet gerne mal Schwierigkeiten.
Jeder Baum ist eine kleine Fabrik
Die Grünen Piraten - Anschlag auf die Baumriesen von Andrea Poßberg; Corinna Böckmann
Sowohl das Cover als auch der Titel verraten schon um was sich die grünen Piraten dieses Mal kümmern müssen. Die Piraten sind Pauline, Lennart, Flora, Jannik und Ben. Alle fünf setzen sich sehr für Umwelt und Naturschutz ein. So ist auch klar, dass sie die Baumriesen an ihrer Straße retten wollen, als sie erfahren, dass diese gefällt werden sollen.
Ich mag diese Reihe von Andrea Poßberg und Corinna Böckmann aus dem Südpol-Verlag sehr. Die Kinderkrimis sind immer spannend und bieten beste Unterhaltung nicht nur für die junge Leserschaft. Mir gefällt zum einen der Zusammenhalt unter und die Freundschaft zwischen den Kindern und zum anderen die unterschiedlichen Umweltthemen. Die Geschichten zeigen, dass jeder etwas bewegen kann und vermitteln wichtiges und interessantes Wissen.
Welchen Nutzen Bäume nicht nur für den Wald und die dort wohnende Tiere, sondern auch für uns Menschen haben, erfahren wir auf den Extraseiten der grünen Piraten am Ende des Buches. Hier finden wir auch wie gewohnt Bastelideen und Vorschläge für eigene Experimente.
Ich kann diese Reihe von ganzem Herzen empfehlen und würde mir wünschen, dass die Bücher Einzug in den Schulunterricht halten.











