Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Ich wundere - ein wunderbares Buch
Denni, Klara und das Haus Nr. 5 von Brigitte Werner
Auf dem Cover stellen sich Denni, Klara, die zunächst unfreundliche Nachbarin Frau Schönegans und der Hund Lothar, „der beste Bluthund aller Zeiten“ vor.
Auch im Buch gibt es eine Menge Zeichnungen zur Geschichte, die, obwohl einfach gestaltet, viel aussagen. Im Haus Bebelstraße Nummer 5 ziehen neue Leute ein und Klara freut sich als sie ein Schmusetier in der Umzugskiste entdeckt.
Dieser himbeerrote Hase Namens Rübe gehört Denni, der dann auch gleich auftaucht und Klara mit seiner freundlichen Art gleich von sich einnimmt. Nachdem Denni seinem Papa Bescheid gesagt hat, darf er zu Klara nach Hause und so lernt er dann Hugo kennen, den Bären von Klara. Zusammen verbringen die beiden die Zeit, indem sie Klaras Essen gemeinsam aufessen. Dabei bemerkt Denni, dass „Erbsen voll okay“ sind und Klara ergänzt, „Voll okay, dieser Tag“. Am Abend freut sich Mama, dass Klara jetzt jemanden zum Spielen hat. Am nächsten Tag schimpft Frau Schönegans mit den beiden, weil sie in der Mittagpause Lärm im Flu machen. Die buntgekleidete Frau Miera aus dem Dachgeschoß, weiß, dass „Das Leben Platz für alle hat!“
Damit meint sie Denni, über den Frau Schönegans eine blöde Bemerkung gemacht hat.
Erst zu Ende des Buches wird erwähnt, dass Denni ein Chromosom mehr hat, woraus Klara schließt, dass er deshalb auch von anderen Sachen, wie Freundlichkeit und Spaß, mehr hat.
So schafft es Denni mit seiner Art, aus den Hausbewohnern sowas wie Freunde zu machen. Menschen, die sich mögen und gegenseitig unterstützen.
Ich lege das Buch nur ungern aus der Hand, denn es ist ein Buch, dass ich gerne weiterlesen möchte. Ich möchte noch mehr von der guten Laune und der netten Art dieser Menschen erfahren. Obwohl es auch ein paar sehr traurige Tage gibt, halten am Ende alle zusammen und gerade die strenge Frau Schönegans verwandelt sich zu einer verständnisvollen alten Dame, der ich gerne nacheifern möchte. Neben der liebevollen Inhalt lebt das Buch von einen wunderschönen Wortschöpfungen und ihre besondere Anwendung durch Denni.
„Ich wundere.“
Möwenurlaub
7 Möwen fliegen los! von Anna Taube
Auf dem Cover des Pappbilderbuches sehen wir die Möwen auf den Pfählen sitzen.
Die Möwe Heit (den Namen habe ich gleich gegoogelt, weil ich ihn noch nie gehört habe, er ist westfriesisch) möchte gerne, wie die Menschen Urlaub machen. So eilt gleich eine andere Möwe mit ihrem Schwimmtier heran.
Da die nächsten Seiten immer ein Stück kleiner und danach wieder eine Nummer größer werden, hat das Anschauen einen ganz besondere Note. Denn schon auf der nächsten Seite kommen Dix und Dete dazu. Geert bringt eine Gabel als Federnkamm mit und Immo kommt nicht ohne Limo. Als Grit dann noch angeflogen kommt, kann der Urlaub los gehen.
Kleine kurze witzige Reime und Illustrationen die Möwen mit Sonnenbrille und anderen Utensilien zeigen, machen diesem Buch zu einem schönen Bilderbuch für kleine Urlauber und durch die verschiedenen Längen der Seiten macht das Anschauen doppelt Spaß.
Eine nicht ganz einfache Liebesgeschichte
Leuchtturmzauber von Marie Merburg
Juist, diese wundervolle Ostfriesische Insel steht im Mittelpunkt der Geschichte und deshalb ist das Cover auch sehr passend gewählt.
Der Leuchtturm ist der Treffpunkt der jungen Julia mit Lukas, den sie bisher aus der Ferne angehimmelt hat. Doch sie wird versetzt und 14 Jahre später kann sie sich rächen, den Lukas ist wieder auf der Insel und jetzt bemerkt er sehr wohl die hübsche Kutscherin.
Die beiden kommen sich näher und dabei hatte ich viel Spaß beim Lesen der flotten Dialog, die durchaus witzig sind. Doch so einfach ist es für die beiden nicht. Ihre Väter sind sein Jahren Konkurrenten und eine Verbindung ihrer Kinder ist nicht gewünscht. Da Julias Mutter verschwunden ist, gibt es auch Probleme, die in die Vergangenheit gehen. Da ist es nicht einfach für das junge Paar ihre Liebe zu lesen.
Eine leicht zu lesende Geschichte mit einem sympathischen jungen Paar. Es gibt einige Missverständnisse zwischen den beiden, aber da bekommen sie gut die Kurve. Allerdings tauchen für Julia immer neue Probleme auf, die sich zu Ende zu einem unerwarteten Fall entwickeln, die Julia fast verzweifeln lassen. Aber Lukas steht liebevoll an ihrer Seite und dank seiner Unterstützung, gibt es das erwartetet Happy End.
Lasst uns zusammen feiern
Nadja und Elias feiern Pessach von Eva Lezzi; Anna Maria Praßler
Tante Darja hebt das Glas, auf dem festlich gedeckten Tisch steht der große runde Sederteller mit den Speisen, die alle eine symbolische Bedeutung haben.
Nadja und Elias sind befreundet und als sie am Spielplatz auf dem Klettergerüst sitzen, lädt Nadja ihren Freund zum Pessachfest zu sich nach Hause ein.
Nicht nur die Männer tragen eine Kippa, auch die emanzipierte Tante vom Cover trägt eine bunte Kippa. Auf den Teller liegt ein kleines Buch, die Hagadda, darin steht die Geschichte des Auszugs aus Ägypten, die gleich in unterschiedlichen Sprachen vorgelesen wird. Da der nette Großvater aus Russland stammt wird Elias nicht nur auf Deutsch, Hebräisch sondern auch auf Russisch begrüßt.
Wir nehmen an diesem wichtigen jüdischen Fest zusammen mit Nadjas Familie und Elias und seinem Vater teil. Erfahren wir der Ablauf ist und warum in den nächsten Tagen Mazzen, ungesäuertes Brot gegessen wird. Pessach ist mir vom Namen ein Begriff und ich weiß, dass der Termin für unser Osterfest damit zu tun hat. Im Alten Testament wird uns berichtet, dass Gott die Juden aus der Sklaverei in Ägypten befreit hat.
Die Illustrationen zeigen uns sehr realistisch die einzelnen Abschnitte der Feier und der Text erklärt, warum alles genauso ablaufen muss. Ich habe mich so gefühlt, als wenn ich ebenfalls zu Gast wäre. Unterhaltsam, informativ und sehr gut verständlich zeigt uns dieses Bilderbuch etwas über die jüdische Kultur und ich finde es sehr wichtig etwas darüber zu erfahren. Denn was man kennt, ist nicht mehr fremd. Auf den letzten beiden Seiten gibt es noch einige Sachinformationen.
Abenteuer in Kairo
Im Zeichen der Kobra von Fabian Lenk
Weil ihre Eltern so viel arbeiten müssen, sie aber ihren Kinder die Welt zeigen wollen, fahren Yana und Yamon zu ihrem Onkel nach Ägypten. Da Professor Klawitter zurzeit bei Ausgrabungen beschäftigt ist, erforscht er zusammen mit den beiden eine versteckte Grabkammer. Hier stoßen sie auf ein Geheimnis und können sich mit Hilfe einer Gedichtzeile in magische Tiere aus dem alten Ägypten verwandeln.
Diese Fähigkeit bringt sie zwar auch manchmal in Gefahr, aber dadurch können sie am Ende dazu beitragen, dass ein dreister Raub aus dem Ägyptischen Museum verhindert werden kann.
Ihr Gegner ist ein Gauner, der seinen dicken Dackel zum Kampfhund erziehen möchte und der sich nicht scheut scharf zu schießen. An seiner Seite gibt es noch zwei Einheimische Diebe, die ebenfalls schwer bewaffnet sind. Da ist sogar die Rede von einem Maschinengewehr.
Das Cover zeigt Yana und Yamon vor Kairos Kulisse, daneben in der Verwandlung zur Katze, ihre große Schwester, eine sehr gute Karatekämpferin.
Ich empfinde den Ganoven und seinen Hund sehr albern dargestellt und dazu passt für mich nicht die Brutalität, mit der die Räuber den Tod von Menschen in Kauf nehmen. Außerdem gibt es für mich eine sprachlicher Verwirrung. So spricht der Museumsdirektor, der den Kinder die Exponate zeigt, deutsch. Aber in welcher Sprache sprechen die Ganoven miteinander? Das wird nicht erwähnt. Mit viel Fantasie wird hier eine spannende Geschichte erzählt und zusätzlich erfahren wir noch einiges über die Zeit des alten Ägyptens.
Spannung im Weltall
Der Anfang von Oskar Källner
Alice und ihr jüngerer Bruder Elias wohnen zusammen mit ihren Eltern in Schweden. Der rothaarige bärtige Vater, Typ Wikinger, repariert Autos und er hat für seine Frauen einen alten Volvo flott gemacht. Damit ist die Mutter oft im Wald unterwegs, sie ist Wissenschaftlerin. Doch nach einem lauten Streit der Eltern kommt sie nicht wieder nach Hause.
Die Polizei verdächtigt den Vater und so fliehen die Kinder vor dem Jugendamt in den Wald. Hier wird Alice von einem unheimlichen Wesen angegriffen und Brock ein alter Freund der Mutter kann sie retten. So erfahren die Kinder, dass ihre Mutter auch ein außerirdisches Wesen ist. Zum einen ärgern sie sich, dass sie belogen, wurden zum anderen möchten sie ihre Mutter suchen und retten. So fängt für sie ein spannendes Abenteuer im Weltraum an.
Das Cover zeigt die Kinder und Brock, eine Art Riesenechse, den Kapitän des Raumschiffes. Der Einband ist sehr einfach und erinnert mich an die Taschenbücher meiner Jugend. Neben der Geschichte gibt es ganze Seiten mit Kacheln kleinerer Bilder passend zum Kapitel.
Hier werden ganz neue Außerirdische erdacht und mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten ausgestattet. Das geht von Selbstheilung bis zur gedanklichen Lenkung des Raumschiffes. Die Begegnung mit einem feindlichen Raumschiff wurde sehr spannend geschildert und das Ende verlangt nach einem schnell erscheinenden nächsten Band.
Manchmal ist auch das alltägliche besonders
Zwei ganz besondere Freunde von Aline Portman
Auf dem Cover sehen wir den kleinen rothaarigen Jungen mit der großen runden Brille, der seine Buch in der Mähne eines Löwen liegend liest.
Dieser Junge wünscht sich, wie so viele Kinder ein Haustier, aber es soll schon ein ganz besonderes sein. Da denkt er zuerst an einen Wal, und wir sehen Theo mit dem Wal an der Leine spazieren gehen.
Dann kommen ihm doch berechtigte Zweifel und es ist schon witzig, die Bilder anzuschauen. Als nächstes wählt er einen Bären, aber das scheitert an am Winterschlaf des Tieres. Als nächste kommt ein Löwe in Frage,
Dann lernen wir Oskar, den Hund, kennen. Er wollte kein gewöhnliches Herrchen. So erträumt er sich einen Wikinger oder eine Königin. Werden die beiden zusammenkommen?
Die Illustrationen sind sehr minimiert, auch farblich sehr eingeschränkt und zeigen trotzdem sehr genau, was uns der kurze Text beschreibt.
Für mich ein Buch, dass Potenzial zu einem Klassiker hat.
Höhlensyndrom
Hundertsiebenundachtzig Tage von Ludovic Lecomte
Ganz in sich versunken, den Blick nach unter gerichtet, sehen wir den gezeichneten Jungen auf dem Cover.
„Höhlensyndrom“ nennt sich der Zustand, in dem er sich seit 187 Tagen befindet. Sein Zeit in den nächsten Stunden ist es das Haus zu verlassen und einen Brief an eine Freundin einzuwerfen. Nachdem der Schüler plötzlich nicht mehr die Wohnung verlassen konnte, igelt er sich zu Hause ein.
Seine Therapeutin hat sich darauf eingelassen ihn telefonisch zu unterstützen. Zu Freunden und Familie hat er den Kontakt verloren, während seine hilflosen Eltern versuchen ihn zu unterstützen.
Die Geschichte wird aus der Sichte des Jungen geschrieben und die Buchstaben passen sich mit der Groß- und Kleineschreibung dem Gemütszustandes des Jungen an. Auch die Zeichensetzung fehlt manchmal völlig. Das Buch hat nur etwas über 100 Seiten und im Text gibt es große Freiräume und SMS-Texte. Es ist also schnell zu lesen, aber trotzdem könnte ich die Empfindungen sehr gut nachvollziehen. Ich würde meinen, der Text geht unter die Haut und hinterlässt einen Nachgeschmack der Ängste, die der Protagonist durchleidet.
Poesie in Wort und Bild
Wenn es Licht wird im Wald von Kaisa Happonen; Anne Vasko
Auf dem Cover sind alle Tiere abgebildet, auf die wir im Laufe der Geschichten treffen werden. Ganz unten der kleine Bär Brumm und sein Freund.
In der ganz kurzen Auftaktgeschichte fragt der Feuerfalter Brumm, was man „Im Licht des Waldes sehen kann“. Und natürlich kann man den Feuerfalter sehen, der ist ganz groß und rot auf der nächsten Doppelseite zu bewundern.
Brumm kann nicht mit seinem Freund toben und den Baum hinaufklettern, weil er überlegt, wie die Nacht anfängt. Sein Freund zeigt es ihm und so gibt es drei Doppelseiten ohne Text, auf denen sich der Wald immer dunkler färbt. Dazu passt, dass der Schildrohrsänger ständig singt und nur eine Pause macht, „wenn der Abend zur Nacht wird.“
Die poetischen Geschichten sind zart und mit wenigen Worten erzählt, dennoch beinhalte sie wichtige Aussagen. Aber ganz besonders schön sind die Illustrationen, die großformatig und trotz der deckenden Farben durchscheinend wirken. Sie erinnern mich an japanische Kunst, aber ich bin da keine Expertin.
Ich kann nur bestätigen, dass ich nach der Lektüre sanft eingeschlafen bin.
Aufrüttelnd und wichtig zu lesen
Die verborgenen Bilder von Maja Ilisch
Frieke hat eine unbändige Wut, denn ihr Leben hat sich, nachdem ihr Vater sich in einen Mann verliebt hat, im Schlechten verändert. Sie muss mit ihrer älteren Schwester und ihrer Mutter in ein Mietshaus, in eine Wohnung ziehen. Das einzig tröstliche sind Zeichnungen, die ein Mädchen vor langer Zeit auf die Wand ihres Zimmer hinterlassen hat.
Wenn Frieke ihre Hände auf die Zeichnungen legt, reit in das Jahr 1928 zurück und dort trifft sie auf Ilsabeth. Sie ist wie Frieke 12 Jahre alt und wohnt mit ihrer großen Familie in der Wohnung, die Friekes Mutter gemietet hat. Ilsabeth hat die Gesichter auf die nackte Wand gemalt und eine der Figuren ist eine Schauspielerin. So kommt es, dass beide gemeinsam in einen Stummfilm gehen. Begleitet werden sie von Ilsabeths großem Bruder, der schon studiert. Frieke ist entsetzt, als sie beim Kaffeetrinken von seiner Judenhetze hört. Doch kann sie etwas ausrichten? Sie soll ja nicht in den Lauf der Geschichte eingreifen.
Mit Entsetzen muss Frieke feststellen, dass sie sich einige der Ansichten aus der Zeit als Hitler schon ein Thema war, angeeignet hat. Erst als ein schreckliche Tat, die ihren Vater ins Krankenhaus bringt, rüttelt sie auf.
Faszinierend wie die Autorin es mit dieser Zeitreise schafft, uns die Zeit der 1920er Jahre lebhaft näher zu bringen. Wir lernen mit Frieke diese nette Großfamilie kennen und erleben, wie sie von Hitlers Ideen überzeugt sind. Aus dem Rückblick sehen wir die Gefahr, aber wir sollten auch die heutige Gefahr erkennen und nicht genau wie die Familie Vossen blind Versprechungen glauben. So ist der Abschluss des Buches mit der Teilnahme an einer Demo gegen Rechts ein hoffnungsvoller Abschuss des Buches. Unbedingt lesen!











