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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Krani:

Lebensnah und bewegend

Buckeye von Patrick Ryan

In einer Kleinstadt in Amerika leben Cal, Betty, Margaret und Felix. Fern beginnt der zweite Weltkrieg, und die Männer werden eingezogen oder melden sich freiwillig. Es folgen Jahrzehnte im Leben dieser „kleinen Leute“.
Ich habe eine Weile gebraucht, um mich einzulesen, denn Dramatisches passiert hier zunächst nicht.

Aber die Menschen sind so liebevoll und lebensnah beschrieben, dass sie die ganzen sechshundert Seiten der Geschichte tragen. Dabei passieren ganz normale Dinge: Es wird gelebt, geliebt und geheiratet, Kinder kommen zur Welt und werden groß, und im Krieg wird gelitten und gestorben. Das alles erleben wir aus den verschiedenen Perspektiven der Beteiligten mit. Und es wirkt echt und bewegend.
Besonders berührt hat mich die Spätphase im Leben einiger Protagonisten. Sie schauen zurück und denken, sie hätten alles falsch gemacht. Das haben sie nicht. Da steckt eine Menge Lebensweisheit in den Geschichten dieser Menschen.
Ein schönes Buch über das Leben.

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Unter Primaten

Die Insel der Schimpansen von John Ironmonger

Angel ist Primatenforscherin und reist auf eine Insel im Viktoriasee, um in einer dort lebenden Schimpansengruppe deren Sprache zu erlernen. Sie ist zunächst recht erfolgreich damit. Aber die Insel wird verkauft, und es kommen Trophäenjäger.
Haben Schimpansen eine Sprache, die Menschen erlernen können? Die Wissenschaft hat bisher nur Hinweise darauf.

Doch der Autor geht weiter: Die wilden Tiere müssen sich gegen die Jäger behaupten und Angel hilft ihnen dabei. Aber zunächst haben sie ihre eigenen Kämpfe auszufechten.
Angel ist ist eine leidenschaftliche Person, der man es abnimmt, dass sie trotz aller Widerstände auf die Insel zurückkehrt und versucht zu retten, was geht.
Die Geschichte überrascht und wird spannend. Doch der Autor nimmt wieder Spannung heraus, indem er einen Unbeteiligten berichten lässt. Er schenkt uns ein Happy End, doch es bleibt die Frage, was es mit uns Menschen machen würde, wenn heraus käme, dass Tiere wirklich reden können. Mit uns.
Eine Reise in den Dschungel zu den wilden Tieren, angenehm zu lesen und anschaulich geschrieben. Eine Reise zu Wesen, über die wir viel zu wenig wissen.

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Allzu harmonisch

Theo in Golden von Allen Levi

Ein alter Mann kommt in die Kleinstadt Golden und beginnt, den Menschen Gutes zu tun. Er gewinnt Freunde. Aber wer Theo ist, darüber erfahren wir wenig.
Theo ist ein durchaus glaubhafter Charakter. Er hat viel erlebt, ist alt geworden und schätzt es nun, Menschen eine Freude zu machen. Er ist warmherzig, freundlich, liebevoll zu den Menschen, die er hier in Golden kennen lernt und beschenkt.

Warum er das tut, wird nicht ganz klar, aber das muss es auch nicht.
Die Geschichte ist ein bisschen verrückt. Das ist in Ordnung und liest sich recht interessant, aber auf Dauer wird sie allzu harmonisch. Das fand ich schwer auszuhalten. Die Auflösung setzt dann noch einen drauf. Auch wenn wir zum Schluss erfahren, was es mit Theo auf sich hat: Das hätte man meiner Ansicht nach spannender, fesselnder gestalten können.
„Jeder Mensch kann ein Heiliger werden.“ Mir war das zu dick aufgetragen.

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Eigenwillig

FIVE - Das Ticken der Zeit von Ilona Bannister

An diesem Londoner Bahnsteig wird in fünf Minuten jemand sterben. Das verspricht uns die Autorin. Sie stellt uns fünf Personen sehr genau vor, eine von diesen wird es sein.
Das ist eine verrückte Ausgangslage, auf die man sich schon einlassen muss. Tut man das, kann man einige hochspannende Kapitelanfänge lesen.

Danach geht es jedes Mal in das Leben einer der fünf Hauptpersonen, die nichts weiter miteinander zu tun haben. Dadurch fällt die Geschichte als solche etwas auseinander.
Diese Hauptpersonen sind interessant und tiefgründig. Wir erfahren, woher sie kommen und wie sie wurden, was sie sind. Zwei neurodivergente Kinder spielen eine Rolle und ein schwerbehinderter Zwillingsbruder. Sie alle hätten es durchaus verdient, Protagonisten in einem eigenen Roman zu werden, aber sie sind hier nur ein Fünftel.
Die Frage, wer denn wohl stirbt, richtet die Autorin wiederholt an die Lesenden. Wer hat es verdient, wer nicht? Außerdem scheint eine Kritik daran auf, dass wir andere Menschen häufig nur sehr oberflächlich beurteilen und uns nicht die Mühe machen, genauer hinzusehen.
Ich habe das Ganze zunehmend als eigenwilliges Experiment gelesen. Für mich hat es nicht funktioniert, weil die Geschichte nicht rund wird.

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Überraschend

Das habe ich wegen dir getan von John Lanchester

Kate und Jack sind seit über zwanzig Jahren verheiratet. Nach Jacks Tod erscheint eine Fernsehserie, aus der hervorgeht, dass er mit der Drehbuchautorin ein Verhältnis hatte. Aber das ist erst der Anfang.
Die Geschichte ist klug konzipiert und toll erzählt. Sie beginnt wie ein ganz normales Leben, entfaltet sich langsam und wird immer gemeiner, bis zum Schluss.

Da passt dann eins zum anderen.
Die Gefühle der Witwe, die sich im Nachhinein betrogen sieht, werden erschütternd und lebensnah geschildert. In Kate kann man sich gut hineinversetzen. Ihre Gegenspielerin, die Drehbuchautorin Phoebe, ist erheblich unsympathischer und schwerer zu verstehen. Doch die Geschichte ist zu komplex, als dass klare Sympathien möglich wären.
Eine wirklich gemeine Rachegeschichte, mitten aus der heutigen Zeit, die immer wieder überrascht.

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Erotisch

The Flamebearer Trilogy 1: The Witch in the Dead of Night von Charlotte Buckley

Finn ist ein einfaches Mädchen vom Lande, das in die Hauptstadt kommt und im Palast als Zimmermädchen angestellt wird. Doch sie besitzt eine besondere Magie, denn Finn ist eine Hexe. In diesem Land haben Vampire die Macht, manche leben mit Menschen zusammen. Auch der König ist ein Vampir.
Es beginnt wie eine Aschenputtel-Geschichte, als Finn vom König erwählt wird.

Aber so einfach ist das nicht. Finn muss ihre Magie erst kennenlernen und entwickeln. Und der König ist, ebenso wie sein Bruder, nicht nur erotisch und attraktiv, sondern auch undurchschaubar und abgründig. Die Charaktere sind durchaus interessant und vielschichtig. Die Magie überrascht immer wieder, nicht nur die Magie der Hexe.
So steht Finn verschiedenen Herausforderungen gegenüber, an denen sie sich entwickelt. Es entsteht eine zunehmend komplexe Geschichte um jahrhundertealte Wesen, um ihre Magie und um die Macht im Land. Eine Geschichte, die mit diesem Buch leider nicht zu Ende geht. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

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Intellektuell

Honey von Imani Thompson

Yrsa ist schwarz, studiert Soziologie in Cambridge und hat ein reges Sexleben. In ihrer Dissertation behandelt sie Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Gewalt. Und das tut sie nicht nur theoretisch. Yrsa ist eine Mörderin.
Die Erzählweise lässt keine Langweile aufkommen. Inmitten von Yrsas normalem Alltag, der aus wissenschaftlicher Arbeit, Freundinnen, Familie und Dating-Seiten im Internet besteht, tut sie immer wieder Unbegreifliches.

Und dann erfährt man, was sie bewogen hat, welche Erinnerungen sie belasten und welche Gedanken sie antreiben. Es gibt Diskriminierungserfahrungen, ein schlimmes Erlebnis in der Schulzeit, allgemeine Frauenfeindlichkeit in der Gesellschaft, die ihr begegnet. Immer wieder sind es intellektuelle Überlegungen, die sie anstellt und die sie dazu bewegen, Gewalt anzuwenden.
Yrsa ist eine sehr spannende und vielschichtige Persönlichkeit, die Erfahrungen verschiedener Kulturen in sich trägt. Schon in ihrer Kindheit beginnt sie, zu töten. Manchmal erscheint das wie ein kindliches Spiel, wenn es sich etwa um Insekten handelt. Einmal wird sie ausdrücklich von einem ihr nahestehenden Menschen darum gebeten. Und später, als erwachsene Intellektuelle, passiert das Töten zunächst fast zufällig. Danach setzt sie ihre theoretische Arbeit gezielt in die Praxis um. Als sie zum Schluss nur noch ein bisschen spielen will, gerät alles außer Kontrolle.
Weil Yrsa so eine ungewöhnliche Figur ist, vergebe ich 5 Sterne.

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Erhellend

Ein ganz normales Wunder von Woody Brown

Der Autor ist Autist und kann nicht sprechen. Er berichtet aus seinem Leben und dem der Menschen, die ihn umgeben. Wie das gelingen kann, schildert er ebenfalls.
Im Zentrum steht eine Tagesstätte für Behinderte in Los Angeles und die Menschen, die hier leben. Mit großem Einfühlungsvermögen schildert der Autor, was die Schützlinge und die Betreuer der Einrichtung empfinden und warum.

Eine fortlaufende Handlung gibt es nicht, es ist eher ein Mosaik verschiedener Persönlichkeiten. Weil man in jedem Kapitel auf eine andere Person der Tagesstätte trifft, liest sich das durchaus interessant und spannend.
Der Gedanke, dass Autisten möglicherweise alles verstehen, was um sie herum passiert und sich nur nicht äußern können, hat mich erschreckt. Man hat diese Menschen immer für auch geistig behindert gehalten. Diesem Buch zufolge ist das keineswegs richtig.
Ein erhellender Einblick in eine für Normalos sehr fremde Welt. Und ein Appell, diesen Menschen mehr Möglichkeiten zu bieten.

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Sehr hilfreich

Sterne finden ganz einfach von Schittenhelm Klaus M.

Ein Vorwort schildert, wie mit dem Buch zu arbeiten ist und wie man dort oben die Himmelsrichtungen findet. Das fand ich schon einen hilfreichen Einstieg.
Für jede Jahreszeit ist der jeweilige Sternenhimmel zeichnerisch dargestellt. Insgesamt 25 Sternbilder sind hervorgehoben, die nochmal einzeln besprochen werden, hier finden wir auch Erläuterungen zu den Mythen dahinter.

Besonders gefallen hat mir, dass auf jedem Bild des Himmels auch der Umriss einer Hand abgebildet ist. Sie dient als Maßstab, um Entfernungen zu vergleichen. Die eigene Hand, am ausgestreckten Arm hochgehalten, hilft dabei, das Bild aus dem Buch an den Himmel zu übertragen. So lässt sich wirklich vieles leicht finden.
Im Schluss werden noch einige Besonderheiten am Himmel beschrieben: der Mond, die Planeten, die Milchstraße, Kometen und Meteore.
Doch Sterne sieht man nur im Dunkeln. Dann kann man aber die Buchseiten nicht erkennen. Wenn man mit einer Taschenlampe arbeitet, muss man die Augen immer wieder neu an die Dunkelheit des Himmels gewöhnen. Hier hätte man vielleicht zumindest punktuell mit phosphoresieren Bildern arbeiten können. Da nur die hellsten Sterne beschrieben werden, funktioniert es aber auch mit sehr wenig Licht.
Eine tolle Hilfe, um am Himmel endlich etwas mehr zu erkennen als den Großen Wagen.

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Unterhaltsam

The Rainshadow Orphans von Naomi Ishiguro

Rainshadow City ist prunkvolle Hauptstadt eines Inselreiches, das von einer Kaiserin beherrscht wird. Doch die wahren Herrscher sind die „Crows“, eine Art Mafia. Einwanderer, die aus ärmeren Gebieten des Reiches kommen, haben hier einen schweren Stand. Drei von ihnen sind Toshiko, Jun und Mei.
Ich fand es etwas schwierig, mich in die vielschichtige Gesellschaft dieser Fantasywelt einzulesen.

Glücklicherweise geht es recht langsam los und man hat viele Seiten, die wichtigsten Protagonisten kennen zu lernen. Denn davon gibt es mehrere, was alles etwas unübersichtlich macht.
Die Gesellschaft könnte beinahe eine der unsrigen sein. Auch die Geschichte einer versuchten Weltbeherrschung mit Technologien und bösen Absichten sowie der große Aufstand im Ghetto und der Zaubererwettstreit sind nicht neu. Es gibt eine magische Kraft, das so genannte Sola, das manche Menschen sehen und für sich nutzen können. Es gibt Drachen.
Leider hat mich das Ganze nicht so richtig gefesselt. Die Protagonisten haben keine Tiefe und außer ihrer Rolle in der Story kein besonderes Profil. Die Geschichte hat Längen; so sind nach der finalen Auseinandersetzung noch allzuviele Teilstücke zu Ende zu erzählen. Hier wird manches sogar etwas langweilig.
Insgesamt ist es recht unterhaltsam zu lesen, aber wegen der Komplexität und der vielen Hauptpersonen auch etwas anstrengend.

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