Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Annaja:
Plötzlich ist da etwas
Solange ein Streichholz brennt von Christian Huber
Christian Huber hat hier einen Roman über eine Begegnung zwischen zwei gesellschaftlich völlig konträren Menschen geschaffen, die etwas Bleibendes hinterlässt.
Bohm ist ein junger, sympathischer Kerl, aber obdachlos, er sieht für sich keine Perspektive, hat keinen geregelten Tagesablauf, aber er hat sich arrangiert, er kommt so zurecht.
Alina dagegen ist ehrgeizig, möchte vorwärtskommen, Karriere machen, ihren Job richtig gut erledigen. Sie darf eine Reportage machen und hat sich das Thema Obdachlosigkeit dafür ausgesucht.
Hier begegnet sie Bohm, dem sie auch direkt ein Angebot für ihren Film macht und ihm € 1000,-- Honorar dafür bietet. Er lehnt vorerst ab, doch als sein Hund Fox schwer verletzt wird und eine kostspielige lebensrettende Operation benötigt, willigt er ein. Bei dieser Arbeit kommen die beiden sich näher, viel mehr als beide eigentlich wollen. Bohm bleibt jedoch verschlossen, verrät nicht, wie er in diese Situation geraten ist. Alina spürt, dass mehr dahinter steckt, doch sie fragt nicht nach und wartet ab.
Viele Menschen werden von unvorhergesehenen Ereignissen und Schicksalsschlägen überrollt und wissen keinen anderen Ausweg, als die Flucht.
Diese Geschichte berührt zutiefst, zeigt den Schmerz und die Enttäuschung, sie lehrt uns auch, dass starke Kontraste emotionale Reaktionen hervorrufen, aber auch positives soziales Verhalten bewirken und tiefe Nähe herstellen können, wenn man es zulässt.
Solange ein Streichholz brennt, ist eine tolle Gelegenheit, diesen großartigen Autor kennenzulernen.
Kein guter Start
Mit beiden Händen den Himmel stützen von Lilli Tollkien
Von annaja
Ein buntes Cover, mit dem Porträt der Frau, das den Hilferuf erahnen lässt.
Die Autorin erzählt in ihrem Roman von der Kindheit einer jungen Frau, die einen schwierigen Start in ihr Leben hatte.
Lale, 1980 geboren, wächst beim Vater in einer Männer-WG in Berlin auf. Die Mutter ist schwer drogen- und alkoholabhängig und verbringt die meiste Zeit in Gefängnissen, sie kann ihre Tochter nicht begleiten.
Aber auch der Vater ist ähnlich, er bietet ihr eine triste Umgebung, in der Gewalt und Alkohol überhand nehmen, auch er wandelt abseits der Gesellschaft und führt einen nichtbürgerlichen Lebensstil. Dennoch gibt er sein Bestes und so sucht Lale in seiner Nähe überall nach Geborgenheit, Trost und Stabilität, doch ihr Schmerz ist allgegenwärtig. Sie mag die Schule, ist eine gute und aufmerksame Schülerin, weil sie die Normalität im Schulalltag und mit ihren Freunden dort sehr schätzt.
Trotz all der unzähligen negativen Erfahrungen, Übergriffigkeiten ihr gegenüber und schweren Enttäuschungen sucht sie immer wieder, Halt zu finden. Sie kämpft und fällt dabei doch auch wieder in das Muster ihrer persönlichen Geschichte zurück.
Ein Buch, mit einer ganz tollen Erzählstruktur, das gut aufzeigt, wie sehr die Kindheit prägt.
Lesenswert!
Auf andere achten
Ferri von Gertraud Mesner; Beate Welsch
Ein Buch für die Kleinen, das Ausgrenzung und Mobbing gut erklärt.
Ferri, ein kleiner Fisch, der sehr gerne laut singt, freut sich seines jungen Lebens, doch es gibt auch Tiere im Meer, wie zum Beispiel Rocho, der Roche, Krabbi, die Krabbe und einige andere, die das anders sehen und Ferri auslachen, sich lustig machen über ihn.
Eingeschüchtert und traurig erzählt dieser aber zuhause nichts von seinen Sorgen. Zum Glück gibt es aber auch unter Meeresbewohnern, Lebewesen, die gut beobachten und sich einsetzen, um den bösen Treiben ein Ende zu setzen. In dieser warmherzigen, lehrreichen Geschichte ist es Wali, der Wal, der helfen will. Er erklärt, dass jemand, der sich negativ verhält und schadenfroh ist, selbst Probleme hat und Aufmerksamkeit braucht. In dem Buch schlägt nun Wali ein Spiel vor, bei dem alle Meerestiere mitmachen können.
Eine kluge Lektüre, pädagogisch wertvoll, zeigt Kindern auf, wie gut es sein kann, wenn man anderen seinen Freiraum lässt, das Anders sein einfach akzeptiert.
Ein tolles Buch, das ich gern weiter empfehlen kann.
Küchengeheimnisse
Maries Glücksküche - Die Schule am Meer von Claudia Schaumann
Ein buntes und fröhliches Cover mit Urlaubsfeeling erwartet die Leser.
Im neuen, ersten Band des Kinderbuches von Claudia Schaumann geht es um Maries Familie, die zur Oma nach Frankreich, nach Saint Amour am Meer gelegen, zieht.
Marie ist überhaupt nicht begeistert vom Umzug, der Unterricht in der neuen Schule und Französisch fällt ihr schwer, Freunde fehlen, der Bruder kommt leichter mit der neuen Situation zurecht.
Doch die tolle Oma Aveline, die Halbfranzösin ist, macht ihr Mut.
Der Bruder hat sich rasch eingelebt, er mag Surfen, aber Marie hat andere Interessen.
Die Mutter bekommt einen Job als Schulköchin, doch als diese kurz nach Deutschland reisen muss, vertritt Oma sie im Job, da sie ja eine leidenschaftliche Köchin und Küchenmagierin ist. Sie weiht Marie in ihre Küchengeheimnisse ein, denn mit den perfekt abgestimmten Zutaten und der richtigen Laune entstehen wahre magische Gerichte. Aber es muss auch mit der richtigen Laune verarbeitet werden und kichernde Pflanzen sind etwas Besonders. Aber natürlich gelingt Marie nicht alles gleich perfekt, es passieren auch Missgeschicke, sie muss sich sehr auf ihre Zauberkraft konzentrieren. Man muss aber auch einfach Talent haben und Marie ist jetzt nirgendwo lieber als in ihrer Glücksküche.
Die Geschichte wurde unterhaltsam, kindgerecht und mit viel Herz und Humor geschrieben und beschert schöne Lesestunden.
Was Freundschaft bewirken kann
Nico & Daimon - Verflammt gute Freunde von Katja Brandis
Ein auffälliges und cooles Cover.
Das ist der erste Band einer Kinderbuchreihe für Kinder ab cirka 10 Jahren.
Nico ist neu in der Stadt, er fühlt sich noch nicht richtig wohl hier und auch in der Schule läuft es nicht rund. Die Mutter erzieht ihn alleine und schlägt sich mit diversen Jobs durch, ist ihm kaum eine Hilfe.
Am Heimweg von der Schule kann er eine alte Frau aus einer misslichen Lage befreien und er findet an der Stelle einen auffälligen Anhänger, den er einsteckt. Plötzlich taucht bei ihm ein kleiner, frecher Drache auf. Zwischen Nico und Daimon, so heißt sein neuer, kleiner Gefährte, entsteht eine tiefe Freundschaft.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Ängsten wird aus Nico schließlich ein mutiger Bursche, denn immer wenn Ärger oder Gefahr drohen, spuckt Daimon Feuer und rettet ihn so aus der Situation.
Im Buch tauchen jedoch noch andere seltsame Wesen auf, die etwas bewirken. Nico schließt Freundschaft mit der Schulkollegin Mira und die beiden helfen sich oft gegenseitig bei Problemen und Ungerechtigkeiten, die ihnen immer wieder im Alltag begegnen. Es fühlt sich richtig gut an, wenn man helfen kann!
Eine fantasievolle, wunderbar illustrierte Geschichte, die auch inhaltlich eine Menge kluger Aussagen zu bieten hat.
Ich kann die Lektüre gut weiter empfehlen!
Küchengeheimnisse
Maries Glücksküche – Die Schule am Meer von Claudia Schaumann
Ein buntes und fröhliches Cover mit Urlaubsfeeling erwartet die Leser.
Im neuen, ersten Band des Kinderbuches von Claudia Schaumann geht es um Maries Familie, die zur Oma nach Frankreich, nach Saint Amour am Meer gelegen, zieht.
Marie ist überhaupt nicht begeistert vom Umzug, der Unterricht in der neuen Schule und Französisch fällt ihr schwer, Freunde fehlen, der Bruder kommt leichter mit der neuen Situation zurecht.
Doch die tolle Oma Aveline, die Halbfranzösin ist, macht ihr Mut.
Die Mutter bekommt einen Job als Schulköchin, doch als diese kurz nach Deutschland reisen muss, vertritt Oma sie, die ja eine leidenschaftliche Köchin und Küchenmagierin ist. Sie weiht Marie in ihre Küchengeheimnisse ein, denn mit den perfekt abgestimmten Zutaten und der richtigen Laune entstehen wahre magische Gerichte. Aber natürlich gelingt Marie nicht alles gleich perfekt, es passieren auch Missgeschicke, sie muss sich sehr auf ihre Zauberkraft konzentrieren. Man muss aber auch einfach Talent haben und Marie ist jetzt nirgendwo lieber als in ihrer Glücksküche.
Die Geschichte wurde unterhaltsam, kindgerecht und mit viel Herz und Humor geschrieben und beschert schöne Lesestunden.
Große Pläne für die kleine Insel
Der Sommer, als wir die Weltherrschaft übernahmen von Rieke Patwardhan
Die Autorin Rieke Patwardhan hat hier ein Kinderbuch über begeisterungsfähige, engagierte Kinder verfasst.
Die Zwillinge Fili und Karo samt dem kleinen Bruder Jeps verbringen ihre Ferien diesmal ohne der Eltern, wie immer auf der kleinen Nordseeinsel Wegeland. Die Kinder freuen sich auf ihre gewohnten Abenteuer und auf Tante Flora und Oma Elske mit dem Gasthof mit den guten Gerichten.
Flora ist inzwischen Bürgermeisterin geworden und sie plant hier eine autofreie Insel, wegen der Umwelt. Doch Nachbar Böckmann, ein Landwirt ist strikt dagegen. Da geht es heiß her im Gemeinderat. Tante Flora hat auch schon drei Esel für die Insel angeschafft, diese sollen die Feriengäste transportieren können und die Kinder unterhalten. Ob das die Esel auch so sehen? Auf jeden Fall hat Flora gleich nach der Ankunft der Kinder einen Unfall, muss im Krankenhaus operiert werden, so dass die Kinder jetzt fast auf sich allein gestellt sind. Natürlich wollen und müssen sie die Tante in ihrem Ansinnen tatkräftig unterstützen. Dazu fällt ihnen auch einiges ein, was nicht bei allen Bewohnern auf Gegenliebe stößt. Besonders Nachbar Böckmann stellt sich quer und er unternimmt einige fiese Aktionen, um Floras Pläne zu vereiteln. Doch die Kinder sind schlau und sehr eifrig, sie wollen immer nur das Beste und so manche Überraschungen gelingen ihnen.
Eine tolle Lektüre, die Kinder begeistern wird, denn der Eifer und Unternehmungslust ist wohl ansteckend.
Fremdes Island
Moosland von Katrin Zipse
Das schlicht gezeichnet Cover widerspiegelt die Landschaft Islands.
1949, kurz nach dem 2. Weltkrieg kommt die junge Elsa als Hilfskraft an einen Bauernhof, der am Meer gelegen ist, nach Island. Damals wurden händeringend nach jungen Damen als Personen für die Arbeit, aber auch für spätere Ehen gesucht.
Auf Grund von Auswanderung waren sie zu der Zeit in der Minderheit.
Elsa tut sich anfangs extrem schwer, sie trauert noch um ihre in Deutschland verstorbene Freundin und hier auf dem einfachen Bauernhof versteht sie überhaupt nichts von der schweren Arbeit in der Landwirtschaft, hat auch keine Erfahrungen in Haushaltstätigkeiten und die Sprache ist ihr ebenso fremd. So haben die Bauersleute nicht viel Freude mit dem ungeschickten Mädchen, aber sie gehen recht geduldig mit ihr um. Mühsam erlernt sie sich zu verständigen, ebenso erfährt sie Kenntnisse in Kochen, Wäsche machen, Melken, Heuen, Schafe scheren, Spinnen und Reiten. Sie weiß jedoch um die Erwartungen, die alle von ihr haben. Die beiden Söhne des Hofes, im ungefähr gleichen Alter wie sie, bemühen sich beide um Elsa.
Katrin Zipse schreibt über Islands raue, schroffe Landschaft, über die schwere Arbeit der Bauern zu dieser Zeit, über die Hoffnungen und Pläne und über schweigsame Menschen und ihre Eigenheiten.
Man spürt die Traumatisierung, die dieser Krieg hinterlassen hat und wie schwer es für Menschen ist, sich in einem Land zurechtzufinden, deren Sprache und deren Rhythmen sie nicht verstehen, sich aber integrieren sollen und ganz von vorn beginnen müssen.
Ein einfühlsames Buch, das den Versuch nach Eingliederung recht gut beschreibt.
Geheimnisvolle Abenteuer
Henriette Huckepack - Hokus Pokus Fidibus, was ist da im Museum los? von Andrea Lienesch
Wieder ein tolles Buch der Henriette Huckepack Reihe.
Diesmal besucht Henriette mit ihrer Tante Martha und Fussel, dem Eichhörnchen ein Museum. Die Tante findet ja, dass so ein Museum ein langweiliger Ort ist, aber als sie vor Ort dann eine Tafel mit Hexenrunen entdeckt, die nur sie lesen kann, wird es spannend.
Sie liest und es passiert, Martha wird versteinert. Nun ist Henriette verzweifelt. Was soll sie jetzt machen? Ihr Zauberstab soll helfen, doch als sie es versucht, wird im Museum, anstelle von Martha eine junge Hexe aus dem Mittelalter erlöst. Die beiden jungen Damen freunden sich an und Barbara, die Mittelalterhexe ist ihr eine große Hilfe. Zu guter Letzt wird es wohl auch Martha schaffen. Eine entzückende Geschichte über Magie und wie man Probleme mit Hilfe guter Freunde lösen kann.
Am Ende gibt es auch eine Bastelseite, um ein Periskop zu erzeugen.
Die fantasievollen Illustrationen helfen dieser Erzählung, denn die ausdrucksstarken Hexen kommen so perfekt zur Geltung.
Meine Leseempfehlung!
Mit Pflanzen sprechen
Emilia Blumenherz, Band 1 - Das geheime Pflanzeninternat von Usch Luhn
Das Buch hat ein blumig-glänzendes, hochwertiges Cover.
Ein neuer Band der Emilia Blumenherz Reihe. Die zauberhaft Geschichte von der kleinen Emilia, die nun laut Beschluss ihrer Eltern Pflanzenflüsterin werden soll. Dazu muss sie jedoch vorher auf ein Internat und eine Menge Neues über Pflanzen lernen.
Aber jetzt ist gerade das Schuljahr zu Ende gegangen, die schlechten Noten will sie rasch vergessen und nur mehr an die Ferien denken. Im Meer schwimmen mit den Delfinen um die Wette, mit Dodo, dem flugunfähigen Taubenvogel, der auch ihr Freund geworden ist, herumalbern, ja das macht richtig Spaß. Doch danach wird sie nun wirklich auf dieses geheime Pflanzeninternat geschickt. Dort warten eine Menge Überraschungen auf das mutige und eigensinnige Mädchen, auch neue Freunde lernt sie kennen. Emilia weiß, was die Pflanzen brauchen und ihr besonderer Schützling Fabulosa Miracula ist in Gefahr. Sie muss es einfach schaffen, sie vor den Bösewichten zu retten.
Eine feinfühlige Erzählung, kindgerecht verfasst und wundervolle, passende Zeichnungen unterstützen die Texte.











