Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Annaja:
Spuren in die Vergangenheit
Die unsichtbare Hand von Julie Clark
Die Autorin Julie Clark hat mit ihrem neuen Werk wieder einen spannenden Roman verfasst.
Die Protagonistin Olivia Dumont soll für ihren Vater, zu dem sie jahrelang keinen Kontakt hatte, dessen Memoiren schreiben, da er, ein Bestsellerautor jetzt aus gesundheitlichen Gründen dazu offensichtlich nicht mehr in der Lage ist.
Oliva sagt zu, da sie sich gerade in finanzieller Notlage befindet und das Honorar dringend benötigt. Sie reist in den Heimatort des Vaters. Nun muss sie zusätzlich auch noch die rätselhaften Umstände, die zur Ermordung der beiden väterlichen Geschwister Poppy und Danny im Jahr 1975 aufklären. Dazu will sie auch Zeitzeugen befragen sowie das Haus der Großeltern durchsuchen, um sich einen Überblick verschaffen zu können.
Das Buch wurde abwechselnd aus Sicht von Olivia, des Vater sowie Poppy und Danny geschrieben, wechselt also zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Es ist ein gefühlvolles und vielschichtiges Familiendrama, die Charaktere werden sehr gut beschrieben und man schwankt zwischen Mitleid und Ablehnung, bis schließlich ein auflösendes, versöhnliches Ende naht.
Mir hat dieser Roman gut gefallen, obwohl er ein wenig anders gestaltet wurde, als die bisher erschienen Bücher von Julie Clark.
Glück und Leid so nah beeinander
Für immer an deiner Seite von Sarah Martens
Das Cover mit der wundervollen Aussicht und dem entzückenden Hund am Arm passen perfekt zum Buch.
Die innige Liebe zwischen Emma und Daniel trifft einem mitten ins Herz. Der große Verlust und die Trauer, die Emma dann durchleben muss, ist hier so real geschrieben. Die Protagonistin überzeugt durch ihre Leidensfähigkeit, Menschlichkeit und Zerbrechlichkeit, sie lässt alle Phasen des Schmerzes zu, das letztendlich später dann auch der Selbstheilung dient.
Die Briefe von Daniel im Nachhinein sind aber immer auch ein Schritt zurück, aber als dann in Form eines unerwarteten Geschenkes dieser wirklich zauberhaft Hund Sam auftaucht, kann man gar nicht anders, als dieses Buch mit ihren Darstellern zu lieben. So herzerwärmend wurde die tragische Geschichte von der Autorin geschrieben, man muss unbedingt mitlachen, traurig sein, aber sich auch an dem trolligen kleinen Kerl Sam erfreuen, der alle um den Finger wickelt und Chaos verursacht und von vielen Sorgen ablenkt.
Eine gelungene bittersüße Liebesgeschichte von Sarah Martens, die sehr gelungen ist.
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Die Nächte von früher
Wo wir uns treffen von Anna Hope
Von a.ma50@hotmail.com
Bereits das beeindruckende Cover führt in diese zutiefst englische Familiengeschichte, die in Südengland, in Sussex spielt und von der Autorin Anna Hope äußerst feinsinnig und eindrucksvoll erzählt wird.
Drei Geschwister treffen anlässlich des Begräbnisses ihres narzisstischen, rücksichtslosen Vaters, im prächtigen Anwesen der Familie aufeinander.
Dabei werden ihre unterschiedlichen Defizite, die aus all den Kränkungen in ihrer Kindheit resultieren, sichtbar. Die Rolle der Mutter ist hier untergeordnet. Aber es gibt bei der Zusammenkunft nicht nur angenehme, freundliche Kommunikation, sondern auch Beleidigungen sowie Verwürfe und nach dem Totenmahl wird von einer außenstehenden Eingeladenen überraschend erstmals von dieser die Ahnengeschichte der Brooks erzählt. Diese Mitteilung erschüttert vor allem die Erbin, sie ist es auch, die die wundervolle Natur und das weitläufige Naturgebiet ihrer Ursprünglichkeit zurückgeben will und Renaturierung betreibt, was sie finanziell und energiemäßig an ihre Grenzen bringt. Frannie stellt sich dieser Verantwortung, sie will ihrer kleinen Tochter einmal das Erbe überantworten und weiß, dass sie die Umweltkatastrophe, der wir entgegengehen, nicht aufhalten kann, ihre totale Überforderung ist spürbar. Es geht hier um die Zerstörung der Natur.
Eine sehr komplexe, atmosphärische Ausdehnung zeichnet diesen außergewöhnlichen Roman aus, den ich empfehlen kann.
Unendlich Zeit haben
Odyssee nach Westafrika von Markus Steiner
Der Roman, bzw. die Reisegeschichte von Markus Steiner, der eine beschwerliche Reise von Portugal aus nach Westafrika unternimmt, um seiner Geliebten, die einem Aufruf ihrer Verwandten nachgab und an den Ort ihrer Herkunft reiste, zu folgen, ist voll von Reiseeindrücken und Träumen.
Markus will an seinem Buch weiter schreiben, doch die Sehnsucht ist größer, er muss Mara nachreisen.
Viele Beschwerlichkeiten nimmt er auf sich, um an sein Ziel, nach Guineau-Bissau zu gelangen. Er durchquert Marokko, Mauretanien und den Senegal, lernt viele unterschiedliche Menschen auf der Reise kennen, hört sich deren Geschichten, manchmal sind auch Lügen dabei, an. Er versteht die Verbrannten, die Geflüchteten und die Perspektivlosen und er erkennt, dass Armut die Menschen verschleißt. Er trifft schließlich Mara und dann muss er auch eine Entscheidung treffen, ob es der Platz ist, an dem sie beide zusammen bleiben wollen oder können.
Das Buch ist beeindruckend authentisch geschrieben, der Autor konnte den Charme aber auch die Brutalität und die Gegensätzlichkeiten dieses Kontinents gut vermitteln.
Nichts kann sie aufhalten
Hawaii forever?! von Timm Milan
Ein bunt eingebundenes Jugendbuch, in der die Sehnsucht nach Ferne und neuen Erlebnissen eines jungen Mädchens spürbar werden.
Dem Autor Timm Milan ist ein fröhlicher Roman, in dem Zusammenhalt und die Liebe von Geschwistern beleuchtet wird, gelungen. Hannah darf als Austauschschülerin für ein halbes Jahr nach Hawaii fliegen.
Doch die kleine Zoey findet das schrecklich, sie ist dagegen, sie hängt sehr an der großen Schwester und nun versucht sie wirklich alles, um deren baldige Reise zu verhindern. Mit List und kindlicher Unbedarftheit lässt sie sich Einiges einfallen und verbreitet Chaos. Den Eltern ist wohl bewusst, wie sehr Zoey ihre Schwester vermissen wird und sie überlegen sich ein tolles Geschenk für die Kleine. Am Ende der Geschichte wird doch alles gut und alle sind versöhnt.
Das Buch ist zwischendurch mit einigen Zeichnungen versehen und in kurzen Kapiteln unterteilt. Eine gut lesbare Schrift und ein kindgerechter Schreibstil werden die jungen Leser begeistern.
Ich kann das Buch gut weiterempfehlen.
Eine abenteuerliche Radreise
Irish Kisses - Mein Weg zu dir von Josie Donovan
Die Protagonistin dieses Romans, Carly möchte unbedingt den St. Patricks Day , so wie die Jahre zuvor außer Landes verbringen. Sie behauptet. dass dies ihr Unglückstag wäre. Doch diesmal ist alles anders, letztendlich entschließt sie sich an einer empfohlenen Radtour durch den Westen Irlands teilzunehmen.
Die wundervolle, beeindruckend schöne irische Landschaft, eine bunt zusammengewürfelte Reisegesellschaft und zuletzt noch ein richtig attraktiver Reiseleiter namens Sam werfen Carlys anfängliche Skepsis rasch über Bord. Die Reiseteilnehmer haben unterschiedliche Meinungen und trotzdem gelingt es ihnen, gemeinsam mit diversen Pannen und so machen emotionalen Befindlichkeiten klar zu kommen und sich sogar zu amüsieren. Carly selbst muss sich nun ihren Ängsten stellen und überlegen und entscheiden, ob es sich nicht doch noch lohnt, wieder voll ins Leben einzutauchen. Jetzt wären die Voraussetzungen durchaus gegeben. Ein wundervoller , leichter und beschwingter Roman, gerade richtig für Frühlingsgefühle.
Lesenswert!
Das seltsame Paket
Henriette Huckepack - Ene, mene, Haferbrei, wer schlüpft da aus dem Frühstücksei? von Andrea Lienesch; Sabine Sauter
Das Cover mit den verwunderten drei Hexen ist entzückend. Die Hexen Ferida und Henriette fahren mit dem Wohnmobil ihre Hexentante im Wald besuchen. Sie folgen einer Einladung zum Frühstück. Hexe Martha hat in einem Paket ein riesengroßes Ei zugestellt bekommen, das eine Überraschung bereithält.
Diese hat es aber in sich. Nun bringt ein kleiner Drache, der nichts als Schabernack treibt, doch tatsächlich alles durcheinander. Ein passender Aufenthaltsort für den Kleinen muss dringend her, das Hexeninstitut. Ganz schön viel Aufregung um den kleinen Kerl dürfen wir hier miterleben.
Die vielen farbigen, passenden Zeichnungen zum gesamten Ablauf der Geschichte bereichern die kindliche Fantasie. Als kleine Draufgabe gibt es zum Schluss noch Henriettes Experimentier- und Bastelseite. Aus dieser hexenmäßig guten Serie gibt es noch weitere Bände, die zu Beginn aufgelistet sind.
Ein ganz tolles Buch für alle Hexenfreunde.
Das harte Leben in den Bergen
Wintertöchter von Mignon Kleinbek
Das Buch "Die Gabe" ist der Beginn einer Buchtrilogie, einer Art Heimatroman.
In den österreichischen Bergen, in den Jahren des 2. Weltkrieges, war das bäuerliche Leben, ganz besonders für Frauen sehr entbehrungsreich und schwer. Sie mussten so hart wie Männer arbeiten und mussten sich oft ganz allein durchschlagen.
Marie, Besitzerin des Julianenhofes am Berg, in Forstau, einem kleinen Bergdorf in den Tauern bringt ihre Tochter in der Dreikönigsnacht ganz allein zur Welt. Das Kind, Anna ist mit einer besonderen Gabe ausgestattet. Die volkstümliche Erzählung beschreibt die Geschichte dreier Frauen, deren Umfeld und besondere Lebensumstände, Schicksale und Ereignisse, die sie für immer prägen. Alles wirkt recht düster, tiefgründig und besonders aufwühlend. Die Erzählerperspektive wechselt vom Protagonisten zum Beobachter und hat auch eine Fortsetzung, der man gespannt entgegenfiebern wird. Ich habe das Buch sehr interessant gefunden und möchte nun auch die Fortsetzungsgeschichten unbedingt lesen. Ich kann das Buch gern allen weiterempfehlen, die Heimatromane und Berggeschichten mögen.
Ein warmes Gefühl
Göttliches fühlen von Felix Leibrock
Im Buch von Felix Leibrock wird über unser Sehnen nach Geborgenheit und Liebe geschrieben, etwas was wir von Geburt an in uns spüren und was uns bis zum Tod begleitet. Der Autor unterteilt seine Erkenntnisse in verschiedenen Kapiteln, behandelt Alltägliches und Überwältigendes, vieles das uns von Anfang unseres Daseins an bis zum Ende hin begleitet.
Die Lektüre bietet uns tiefe Einblicke in die Seele, wir müssen uns nur darauf einlassen können. Die Texte des Autors sind lebhaft und herzerwärmend verfasst worden. Herr Leibrock vermittelt uns wichtige Botschaften und nimmt einem mit auf eine Reise, die uns das Göttliche in uns spüren lassen kann, wenn wir tief genug in uns hineinhören. Lässt man sich beim Lesen auf die Macht der Gedanken und auf unsere Gefühle bei der Suche nach Gott ein, kann das sehr bereichernd und wertvoll sein. Ich finde, das Buch ist ein bewegender Guide und Wegweiser für ein gelingendes, besseres Leben. Es lehrt Achtsamkeit und kann uns auf unserem Lebensweg zu einem glücklicheren, erfüllteren Leben führen.
Angeklagt
Der Fall Leon von Florian Apler; Volker Schütz
Das Buch von Florian Apler, von dessen Überfall, dann Mordverdacht und Verhaftung ich seinerzeit aus den Medien erfahren habe, hat mich sehr berührt.
Man spürt beim Lesen förmlich die Verzweiflung, Trauer, Angst und die Hoffnungslosigkeit, die diesen Mann in der Untersuchungshaft geplagt haben müssen.
Wie konnte es geschehen, dass man seinen Beteuerungen keinerlei Notiz beigemessen hat? Wieso hat die Kriminalpolizei damals so oberflächlich und schlampig recherchiert? Man fragt sich, passiert das in unserem Rechtssystem öfters genau so? So viele Ermittlungspannen dürfen einfach nicht passieren. Es war doch von Anfang an klar erkennbar, dass hier ein Raubüberfall nachts stattgefunden hat oder haben muss. Herr Apler war zur falschen Zeit am falschen Ort. Ich habe während des Lesens keinen Zweifel daran gehabt, dass Herr Apler unschuldig hinter Gittern sitzt. Was für ein schrecklicher Irrtum. Der Kampf seiner Familie, von seinen Freunden und auch Fremden, die ihm helfen wollten, hat letztendlich zur Freiheit und Gerechtigkeit geführt, den schweren Verlust seines Kindes zu verarbeiten wird aber noch sehr lange Zeit in Anspruch nehmen und dafür braucht Florian viel Energie. Ich hoffe sehr, dass der wahre Täter irgendwann überführt wird oder durch eine höhere Macht seine gerechte Strafe erhält. Vielleicht bereut er seine Tat ja schon jetzt und stellt sich bald selbst.Für die Staatsanwaltschaft, die Kriminalbeamten und Ankläger ist es sicher nur ein Fall von vielen, da wird nicht weiter darüber nachgedacht, ob etwas schief gelaufen ist. Der nächste Strafakt wartet ja schon.
Ein außergewöhnliches Buch, in Schmerz und Verzweiflung verfasst, geht tief ins Herz und ist auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung.











