Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Mabla59 :
Wenn Schweigen zur Zerreißprobe wird
Bei euch ist es immer so unheimlich still von Alena Schröder
Kurz vor dem Fall der Mauer 1989 verlässt Silvia Borowski mit ihrer erst wenige Wochen alten Tochter Hannah Berlin um in ihrem Heimatort Ildingen ihre Mutter zu besuchen und sich mit ihr zu versöhnen.
Denn vor Jahren ist Silvia einfach von zu Hause weggelaufen um in Berlin ein neues Leben zu beginnen.
Doch hier wird sie sehr schnell von ihrer Vergangenheit und der ihrer ganzen Familie eingeholt.
Alena Schröder erzählt eindrucksvoll, wie schnell eine Familie am Schweigen zerbrechen kann.
Ein Schweigen, wie es in den sechziger und siebziger Jahren gerade in den ländlichen Gegenden allgegenwärtig war..
Die Handlung wird auf zwei Zeitebenen erzählt.
Einmal aus der Sicht von Silvia im Jahr 1989 und einmal aus Sicht von Evelyn aus den Jahren 1960-in die siebziger Jahre.
In "Bei euch ist es immer so unheimlich still" wird aufgegriffen, was in Alena Schröders Debütroman nicht thematisiert wurde.
Ich habe mich durch die Einflechtungen von Fernsehsendungen, Prominenten und Produkten der einzelnen Jahrzehnte sehr oft in Erinnerungen verloren.
Eine wunderbare Zeitreise.
Zwei Familien und ein Geheimnis
Nur eine Lüge – Zwei Familien, eine tödliche Verbindung von Malin Stehn
"Nur eine Lüge" ist das zweite Buch von Malin Stehn.
Nach "Happy News Year" stehen auch hier zwei Familien im Mittelpunkt.
Emily und William wollen ihre Traumhochzeit mit ihren Familien feiern.
Allerdings steht ein Unfall von vor acht Jahren, in den William, der nur leicht verletzt wurde und Emilys Bruder Erik, der schwer verletzt wurde, verwickelt waren, einer unbeschwerten Feier entgegen.
Und dann kommt ein Geheimnis, das alles verändert, ans Licht.
Malin Stehn erzählt die Handlung auf zwei Zeitebenen ( eben der vor acht Jahren und der Gegenwart) und aus der Sicht von vier Protagonisten. Nämlich von Emily und Erik und deren Eltern Annika und Mats.
Weil die Kapitel jeweils kurz gehalten sind, liest sich das Buch flüssig und schnell.
Zudem wird die Spannung bis zum Ende aufrecht erhalten.
Mich hat das Buch gut unterhalten.
Drei Schicksale
Wellenkinder von Liv Marie Bahrow
"Wellenkinder" von Liv Marie Bahrow ist ein sehr emotionaler Roman über drei Schicksale, verteilt über fast acht Jahrzehnte, die auf den ersten Blick eines eint, das Wasser.
Das Cover mit dem schaukelnden Kind hat mich sofort angesprochen, aber erst als ich das Buch in den Händen hielt, ist mir der blaue Himmel als die Kontur eines Frauenkopfes aufgefallen.
Das Buch ist aus der Sicht der jeweiligen Protagonisten und auf deren Zeitebenen erzählt.
Da ist im Jahr 1945 Margit, die über die Ostsee flüchtet und ein Baby rettet.
1970 erwartet Oda im Gefängnis der DDR ein Kind und 2022 sucht Jan nach seiner Mutter, die er als Kind verloren hat.
Alle drei eint die Sehnsucht nach einer Familie.
Wie die Autorin drei Schicksale als Fäden erzählt, die sind zum Schluss zu einem Strang zusammenfügen, hat mich emotional berührt und mir sehr gut gefallen
Frau und Mutter am Wendepunkt
Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe von Doris Knecht
In "Eine vollständige Liste aller Dinge, die ich vergessen habe" lässt Doris Knecht sich die Ich-Erzählerin mit dem Älterwerden und den damit einhergehenden Veränderungen beschäftigen.
Die inzwischen erwachsenen Kinder ziehen aus und sie steht an einem Wendepunkt in ihrem eigenen Leben.
Die alte, zu große Wohnung muss gegen eine kleinere getauscht, viele Dinge aus dem alten Leben mit in das Neue genommen werden.
In Selbstbetrachtung setzt sie sich mit den verschiedenen Rollen, die sie in ihrem bisherigen Leben eingenommen hat, auseinander.
Als Mutter und Ehefrau und nicht zuletzt als Tochter und Schwester.
Doris Knecht erzählt bildhaft, witzig und mit einer gehörigen Portion Selbstironie der Protagonistin.
Kurze, knackige Kapitel machen das Buch zu einem echten Lesevergnügen und das bunte, süße Cover ist DER Hingucker schlechthin.
Mega Spannung
Der Trip - Du hast dich frei gefühlt. Bis er dich fand. von Arno Strobel
Auf "Der Trip" habe ich mit Spannung gewartet.
In den sozialen Medien hat der Autor nämlich von seinem eigenen Wildunfall, auf einer Urlaubsfahrt mit dem Wohnmobil in Richtung Spanien auf Höhe von Dijon, erzählt.
Dieses Erlebnis, welches für ihn und seine Frau glimpflich ausging, war ihm Inspiration für dieses Buch.
Die forensische Psychologin Evelyn wartet seit zwei Jahren auf ein Lebenszeichen ihres Bruders und dessen Frau.
Die beiden verschwanden während einer Urlaubsfahrt mit dem Wohnmobil spurlos.
Als sie um Mithilfe bei einer Mordserie, bei der ein Unbekannter auf Campingplätzen mordet, gebeten wird, erhofft sie sich neue Erkenntnisse.
Und dann taucht ein Phantombild auf, das ihrem Bruder zum verwechseln ähnlich sieht.
Lebt Fabian noch? Und was ist passiert?
Zusammen mit Kommissar Tillmann, ihrem Ex, versucht Evelyn, die Wahrheit herauszufinden.
Wieder einmal hat es Arno Strobel geschafft, mich von Beginn an mit diesem Buch zu fesseln.
Ich denke, "Der Trip" ist ein Muss für jeden Fan seiner Bücher
Eifelgeschichten
Perlenbach von Anna-Maria Caspari
"Perlenbach" von Anna Maria Caspari erzählt die Geschichte von Luise, Wilhelm und Jacob.
Die Geschichte beginnt im Kinderalter der drei im Jahr 1867 und erzählt den Beginn ihrer Freundschaft, der unbeschwerten Kinderzeit und den Plänen für die Zukunft.
Später befinden wir uns im Jahr 1904 und erfahren, was aus den Plänen und der Freundschaft geworden ist.
Anna Maria Caspari versteht es wunderbar den Leser zu fesseln, mit der Beschreibung der einzelnen Charaktere und nicht zuletzt der Örtlichkeiten und deren Historie.
Obwohl mein Zuhause nur etwa 50km von Monschau entfernt ist, kannte ich das wunderschöne Städtchen natürlich, wusste bisher um die Geschichte des "Roten Hauses", aber die Bedeutung des Perlenbachs mit seinen Muscheln war mir unbekannt.
Auch war mir die Aussprache der Ortschaften zur damaligen Zeit bis dato unbekannt.
So toll wird Geschichte in einem Roman verpackt.
Ich habe die Lektüre dieses Buches genossen, so dass ich sehr gerne fünf Sterne vergebe.
Die Online-Omi in der Schule
Nicht, dass noch einer sitzenbleibt! von Renate Bergmann
"Nicht daß noch einer sitzenbleibt" beschreibt ein neues Kapitel im Leben der Online-Omi Renate Bergmann.
Die kleine Lisbeth, Tochter von Stefan (Großneffe von Renates verstorbenen ersten Mannes) und seiner Frau Ariane, wird eingeschult.
Doch wegen Lehrermangel fallen viele Schulstunden aus.
Aber Renate wäre nicht Renate, wenn sie da nicht helfend einspringen und ihre pädagogischen Fähigkeiten zur Verfügung stellen würde.
Schließlich hat sie selbst eine Tochter, die Kirsten, großgezogen. Und aus der ist schließlich auch etwas geworden, auch wenn Renate mit deren Entwicklung nicht ganz konform geht. Kirsten ist zwar gelernte Krankenschwester, aber inzwischen hat sie es mit der Esoterik, legt Kleintieren die Hand auf und isst nur noch pflanzlich.
Wieder einmal lässt Torsten Rode mit viel Humor Renate auf die Menschheit, in diesem speziellen Fall, die Erstklässler, los.
Schließlich war nicht alles falsch, was Renate gelernt hat und sie peppt ihren Unterricht mit aktuellen Themen auf, indem sie den Kindern z. B. mit Harry Potter das Rechnen beibringt.
Mich, die ich fast alle Bücher über die Online-Omi gelesen habe, hat auch dieser Band sehr gut unterhalten.
Familiengeschichten
Das Licht zwischen den Schatten von Michaela Beck
Michaela Beck hat mit ihrem Roman "Das Licht zwischen den Schatten" ein wahrhaft mächtiges Werk geschaffen.
Aber eine Familiengeschichte über drei Generationen hinweg braucht wohl soviele Seiten.
Zumal die Autorin schwierige, komplexe Themen aus der Geschichte aufgreift.
Da ist zum einen der zweite Weltkrieg und seine Gräuel, die DDR und das dortige Regime und die RAF mit der Baader-Meinhoff-Gruppe.
Wir begleiten ab 1919 Konrad, ab1950 Brigitte und zuletzt ab 1970 André.
Michaela Beck schreibt mitreißend und mitfühlend.
Ihr Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen.
Man fliegt nur so durch die über 800 Seiten und zumindest ich war traurig als ich mich aus dieser Geschichte verabschieden mußte.
Ich liebe solche Romane die sich über Generationen hinweg ziehen und mich hat das Buch beeindruckt.
Wunderschön ist auch das Cover, das sofort ins Auge fällt.
Zuhause ist mehr als ein Haus
Elternhaus von Ute Mank
"Elternhaus" von Ute Mank erzählt die Geschichte einer Familie die sich mit dem Älterwerden der Eltern und dem Umgang damit beschäftigen muss.
Die Eltern sind inzwischen alt geworden und können ihren Alltag kaum noch alleine bewältigen.
Sanne, die in ihrer Nähe wohnt, kümmert sich um die beiden.
Ihre Schwester Petra hat das Elternhaus früh verlassen.
Als Sanne den Entschluss fasst, daß die Eltern umziehen und sich verkleinern müssen, das Haus verkauft und ausgeräumt werden soll, fühlt sich Petra plötzlich ihrer Wurzeln beraubt.
Konflikte brechen auf und über allem schwebt die Frage: ist nur das HAUS meiner Eltern meine Heimat oder bedeutet Heimat viel mehr?
Ich glaube, dieser existenziellen Frage müssen sich viele Menschen stellen deren Eltern alt geworden sind und Hilfe benötigen.
Von 17 Cousins und Cousinen leben inzwischen allein in meiner Familie die Hälfte ohne ihr eigentliches Elternhaus.
Ute Mank schreibt dieses Buch unaufgeregt und ohne erhobenen Zeigefinger.
Ihr Schreibstil ist flüssig und man fliegt nur so durch die Seiten.
Ein Buch, das nachdenklich macht und noch lange nachhallen wird.
Auftakt einer neuen Krimireihe
Sommersonnenwende von Pascal Engman; Johannes Selåker
Das Buch "Sommersonnenwende" ist der erste Teil einer geplanten Buchreihe der beiden Autoren Pascal Engman und Johannes Selåker.
Von beiden hatte ich bisher nichts gelesen, aber dieses Buch hat mich nicht enttäuscht.
Aufgefallen ist mir zunächst das leuchtende Cover, welches zudem einen wunderschönen Farbschnitt hat.
Die beiden Hauptfiguren des Buches, der Polizist Tomas Wolf und die Journalistin Vera Berg, gefallen mir sehr gut, sind gut gezeichnet.
Die beiden treffen an einem Tatort aufeinander und begeben sich gemeinsam auf die Jagd nach einem brutalen Frauenmörder.
Ihre Suche wird sie in die Tiefen der Gesellschaft führen und sie mit dunklen Ängsten und tiefsten Hass konfrontieren.
Auch der Sommer 1994, in dem die Handlung spielt, ist gut beschrieben.
Ich bin gespannt auf weitere Fälle mit Tomas Wolf und Vera Berg.











