Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Katharina Grassmugg:
Toll
Lindy Girls von Anne Stern
Anne Stern hat mich schon mit ihren Romanen "drei Tage im August" und "Dunkel der Himmel, goldhell die Melodie" überzeugt.
Auch die "Lindy Girls" haben es wieder geschafft einen Einblick in eine Zeit zu geben die lange vergangen ist.
Immer wieder wird diese Zeit in Filmen und Büchern sehr glorifiziert doch die Autorin schafft es hier auch die Schattenseiten aufzuzeigen ohne das das Buch deprimierend wird.
So entsteht eine Art Milleustudie die wirklich außerordentlich interessant war. Jeder der Bescheiebenen Charaktere war Authentisch und vielschichtig was es wirklich einfach machte sich in sie hineinversetzen zu können und ihren Anstrengungen und inneren Konflikte zu folgen. Anfangs brauchte ich ein bisschen um in die Handlung hineinzufinden doch sobald ich angekommen awar wurde es immer interessanter. Für mich ein wirklich interessantes Buch
Eine ergreifende Geschichte
Das einzige Kind von Hera Lind
Den Krieg durch die Augen eines Kindes zu erleben ist immer eine sowohl spannende als auch schreckliche und heftige Sache.
Hera Lind lässt hier Djoko aus seinem Leben erzählen. Mit 5 Jahren verliert er durch den Einmarsch der Schwarzen Armee der Ustasha in Jugoslawien auf einen Schlag seine ganze Familie und ist Muttersselen alleine.
Immer wieder begegnen ihm Menschen die ihm helfen, immer wieder muss er Abschied nehmen. Immer wieder bricht sein kleines Herz und sein Vertrauen wird erschüttert.
Das alles und noch mehr wird in diesem Buch auf eine Art geschildert die es einem ermöglicht sich in das Herz eines Kindes einzufühlen das in sehr jungen Jahren schon oft gebrochen wurde. Man wird in die Lage versetzt Djokos Leidensweg genauso hautnah mitzuerleben wie die Lichtblicke, die Schmerzen und die Freuden die er erlebt bis er endlich ankommt.
Hera Lind hat es auch diesmal vorzüglich verstanden ein gefühlvolles Buch zu schreiben das einen tief betroffen und berührt zurücklässt und einen Teil der Geschichte bearbeitet von dem ich persönlich nicht viel wusste.
Wir müssen gar nichts! von Hannah Maylou
Ich Folge Hannah Maylou schon ziemlich lange auf Instagram und war sofort Feuer und Flamme als sie bekannt gab das sie ein Buch schreibt.
Sofort wanderte es auf meine Wunschliste und meine Erwartungen waren ziemlich hoch. Was soll ich sagen, liebe Hannah, dein Buch ist grandios.
Es ist offen, ehrlich, eine genau passende Mischung aus persönlichem und fakten, geschichtlichen Hintergründen und Forschungsergebnissen.
Das Buch zu lesen hat sehr viele Emotionen in mir ausgelöst, angenehme wie auch manchmal unangenehme beim erkennen verschiedener Muster die das Leben oftmals komplizierter machen als es eigentlich sein müsste.
Es wird dem gewählten Titel auf jeden Fall gerecht und ich finde es nimmt einiges an Druck raus und die ein oder anderen Gedanken werden mich definitiv noch länger begleiten.
Man hat während des Lesens oft das Gefühl sich mit einer guten Freundin auszutauschen und ENDLICH klartext zu hören und oftmals fühlte ich mich einfach nur zu hundert Prozent verstanden. Und mal ehrlich.... wer mag dieses Gefühl nicht. ;) :)
Für mich war dieses Buch daher ein absolutes Highlight bei dem ich buchstäblich durch die Seiten geflogen bin.
Ein tolles Buch
Marschlande von Jarka Kubsova
Jarka Kubsova widmet sich in ihrem jüngsten Roman einer erschreckenden, wahren Geschichte.
Britta, die mit ihrer Familie in die vier und marschlande gezogen ist findet immer wieder Hinweise auf eine Frau namens Abelke Bleken.
Dieser Name geht Britta nicht mehr aus dem Kopf und sie beschließt herauszufinden was mit dieser Frau geschehen ist.
Wie kam es dazu, dass sie sogut wie nie von dieser Frau gehört hat der man vor Jahrhunderten ein großes Unrecht antat und die aus der Stadtgeschichte verschwunden zu sein scheint.
Britta macht sich auf die Suche nach Spuren von Abelke um ihre Geschichte zu erforschen. Doch damit das diese Forschung auch ihr ganzes Leben und ihre Sicht auf einige Dinge verändern wird hat sie nicht gerechnet.
Von Abelke Bleken, die es wirklich in den Marschlanden gab, hatte ich bisher noch nie etwas gehört. 1583 wurde sie als Hexe verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sie ist die einzige Frau in Hamburg von der eine Aussage in einem Hexenprozess existiert.
Dieser Roman widmet sich der dunklen Zeit der Hexenverfolgung auf sehr interessante Weise und ich wollte das Buch schon sehr bald nicht mehr aus der Hand geben. Der Stil gefällt mir gut, die Handlung war extrem spannend da mich Hexenverfolgung generell schon länger interessiert, waren doch diese vermeintlichen Hexen oft mächtige, intelligente und gebildete Frauen die für Kirche und Obrigkeit eine gewisse Intelektuelle Bedrohung darstellten. Ein wirklich gelungener Roman.
Ein tolles Buch
Wie wir den Frieden lernten von Annika Klee
Die beiden AutorInnen erzählen davon wie Konflikte entstehen und wie man sie lösen kann.
Anhand zweier Schulklassen die sich aufgrund eines Missgeschickes anfangen zu bekriegen erzählt die Aurorin Kindgerecht wie schnell Missverständnisse ausarten und riesengroß werden können.
Doch durch die Zivilcourage einiger weniger kann der Streit beigelegt werden und die Kinder beschließen statt der Präsentation ihrer Bauwerke die den Konflikt ursprünglich ausgelöst hatte ein Projekt für den Frieden zu starten.
Ich finde dieses Buch wirklich unglaublich gelungen. Es zeigt im kleinen Rahmen zweier Schulklassen wunderbar anschaulich wie Konflikte entstehen und zeigt einen tollen Weg zur Lösung dieser auf.
Ein Buch das für mich allgemeingültige Themen aufgreift, sie toll vermittelt und sehr lösungsorientiert mit einem Komplexen, schwierigen Thema umgeht.
Ein tolles Buch
Die Formel der Hoffnung von Lynn Cullen
Ich muss gestehen das ich von Dorothy Horstman bisher noch nie gehört hatte, was wirklich ein Fehler war.
Die Autorin widmet sich dem Leben der Wissenschaftlerin auf zwei Ebenen an. Man lernt Dorothy als Dr Horstman kennen die sich zum Ziel gesetzt hat das Poliovirus zu bekämpfen und das mit allen Mitteln.
Das alleine wäre schon grandioser Stoff. Doch auch die private Seite von Dorothy finde ich sehr spannend. Es war wirklich interessant etwas über ihren Werdegang zu erfahren und zu sehen wie sie zu der beeindruckende Frau wurde die sie offensichtlich war. Immer wieder war ich tief beeindruckt von ihr, dann wieder wütend über die herrschende misogynie und Ignoranz und teilweise auch über die Einstellung einiger Kollegen von Dorothy die das ganze mehr als Wettlauf und Wettbewerb sehen als sich wirklich um die Kinder zu kümmern die an dieser grauenhaften Kinderlähmung sterben oder in der eisernen Lunge liegen.
Der Schreibstil war wirklich sehr schön und flüssig zu lesen und ich konnte eine wirklich gute Verbindung zu den einzelnen Charakteren aufbauen. Dorothy finde ich sehr interessant, stark und unglaublich vielschichtig Charakterisiert was es leicht machte sich in ihre Geschichte hineinzufinden.
Alles in allem ein tolles Buch über eine großartige Pionierin
Ein rätselhaftes Buch
Das Buch Eva von Meg Clothier
Ein seltsames Manuskript das der Protagonistin von einer sterbenden Frau ausgehändigt wird ist Ausgangspunkt dieses Romans.
Beatrice, die zur Zeig der Renaissance in einem Kloster als Bibliothekarin tätig ist, gerät in den Bann dieses Manuskripts. Es scheint ihr einiges wichtiges zu erzählen doch setzten die Menschen in ihrem Umfeld alles daran ihr das Buch zu entreißen.
Was hat es damit auf sich und wieso sind die Frauen die das Manuskrit bei sich hatten gestorben? Beatrice möchte dies herausfinden und gerät so zwischen mehrere Fronten. Nicht nur ihr Glaube und ihre Überzeugungen werden dadurch auf die Probe gestellt sondern auch das ihrer Schwestern im Kloster. Immer tiefer gerät Beatrice in die Abgründe des Klosters und erfährt einige Wahrheiten mit denen sie so nicht gerechnet hatte.
Dieser Roman ist wirklich sehr interessant. Allerdings brauchte ich ein bisschen um in die Handlung hineinzufinden und zwischenzeitlich tat ich mir etwas schwer mit der im Buch so gut demaskierten Scheinheiligkeit des Klerus und der durch Männer ausgeübten Gewalt an den Frauen in der Geschichte, das zerrte etwas an den Nerven und brachte einiges an Wut Zutage. Das tut dem Spannungsbogen jedoch keinen Abbruch und gibt dem Buch noch eine zusätzliche Facette.
Ein tolles Buch
Die Erfindung des Lächelns von Tom Hillenbrand
Die Erfindung des Lächelns, erschienen am 7.9. im Kiwo Verlag von Tom Hillenbrand beschäftigt sich mit dem rätselhaften verschwinden von "La Giocconda" besser bekannt als Mona Lisa.
Das Bild befand sich seit Ende des 18 Jahrhunderts im Besitz des Louvre, wurde 1911 gestohlen und galt bis 1913 als verschwunden.
Das sind die Hard Facts um die Tom Hillenbrand nun eine Romanhandlung schreibt die vor Zeitgeist, interessanten Verwicklungen und Spannung strotzt.
Man begegnet Picasso, Isadora Duncan und vielen anderen bedeutenden Persönlichkeiten dieser Zeit.
Sie alle scheinen auf die eine oder andere Art mit der Mona Lisa in Verbindung zu stehen. So ergibt sich ein Netz aus Verstrickungen das man als Leser langsam aber sicher erstmal erwirren muss und das dem ganzen Buch eine Krimi Atmosphäre verleiht.
Der Diebstahl der Mona Lisa dient hier als Ausgangspunkt für eine wirklich spannende Millieustudie der Pariser Kunstszene und der Unterwelt von Paris.
Nicht nur in die Kunstwelt entführt Tom Hillenbrand seine Leser sondern auch in die Welt des Occulten, was dem Buch eine weitere, sehr interessante Ebene verleiht wodurch es in meinen Augen genau das richtige Tempo bekommt um einen zum stetigen Weiterlesen zu motivieren.
Ein wirklich ausgesprochen spannender Roman den ich Kunstfreunden und Liebhabern spannender Romane wirklich ans Herz legen kann.
Ein Licht in finsteren Zeiten
Die Kinder des Don Arrigo von Ivan Sciapeconi
Dieser Roman über den 11 Jährigen Nathan der durch die Hilfe von Don Arrigo und den anderen Bewohnern der Villa Emma eine Chance auf ein neues Leben erhält hat mich sowohl beeindruckt als auch tief berührt. Die Bewohner der Villa Emma haben sich zum Ziel gesetzt so viele Kinder wie möglich vor den Fängen der Nationalsozialisten zu retten und ihnen eine Zukunft ohne Angst und verfolgung zu schaffen.
Immer wieder wird das Leid, die Angst aber auch die Hoffnung der Kinder auf eine Zukunft in Israel, in Sicherheit vor den Nazis geschildert.
Ich finde es immer wieder sowohl beängstigend als auch sehr spannend Geschichten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges zu lesen.
Besonders interessant finde ich hierbei immer wieder wie Kinder, die durch den Krieg ihrer Kindheit und Unschuld beraubt wurden die Geschehnisse wahrgenommen haben, versuchen das unbegreifliche für sich zu begreifen und einzuordnen. Das scheitern am Begreifen all des Hasses und der Gefahr derer sie ausgesetzt sind macht in meinen Augen die Schilderungen noch um einiges Intensiver.
Für mich war dieses Buch wirklich sehr interessant und gelungen.
Ein sehr interessantes Buch
Henriette lächelt von Andrea Heinisch
Henriette Lächelt ist ein Roman der keiner meiner Erwartungen entsprochen hat, was allerdings sehr gut war.
Man lernt die Protagonistin Henriette kennen als ob man sie auf ihrem Weg durch die Tage begleitet. Es wird von ihrem Leben, ihrer Familie, der sehr schwierigen Beziehung zur Mutter die nicht akzeptieren kann das Henriette sich so maßlos gehen lässt ,immerhin wiegt sie mittlerweile 190 Kilo und das alleine scheint für die Mutter schon ein Zeichen dafür zu sein in all ihren Mutterpflichten versagt zu haben, erzählt.
Immer wieder erlebt man Dialoge und Situationen zwischen Mutter und Tochter die auf eine sehr schwierige Beziehung hinweisen die von Schuldzuweisungen und Vorwürfen geprägt scheint.
Da verwundert es nicht das Henrietttes Mutter nichts davon weiß das in Henriettes Herz die Liebe wie eine Margarite zu Blühen beginnt. Diese Liebe wird viel verändern denn nicht nur die Liebe zu Martin, ihrem Kollegen wird erblühen, sondern auch Henriettes Liebe zu sich selbst.
Ein sehr interessanter Roman an dessen Schreibstil ich mich erstmal gewöhnen musste und bei dem ich zugegebenermaßen etwas brauchte um in der Handlung anzukommen. Die Grundthemen Bodyshaming, Familiäre Konflikte und selbstliebe sind wohl Themen bei denen sich die meisten Leser immer wieder selbst finden werden und das macht dieses Buch zu einem sehr spannenden Buch das einiges an Emotionen hervorrufen wird. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung.











