Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Katharina Grassmugg:
Ein tolles Buch
Marschlande von Jarka Kubsova
Jarka Kubsova widmet sich in ihrem jüngsten Roman einer erschreckenden, wahren Geschichte.
Britta, die mit ihrer Familie in die vier und marschlande gezogen ist findet immer wieder Hinweise auf eine Frau namens Abelke Bleken.
Dieser Name geht Britta nicht mehr aus dem Kopf und sie beschließt herauszufinden was mit dieser Frau geschehen ist.
Wie kam es dazu, dass sie sogut wie nie von dieser Frau gehört hat der man vor Jahrhunderten ein großes Unrecht antat und die aus der Stadtgeschichte verschwunden zu sein scheint.
Britta macht sich auf die Suche nach Spuren von Abelke um ihre Geschichte zu erforschen. Doch damit das diese Forschung auch ihr ganzes Leben und ihre Sicht auf einige Dinge verändern wird hat sie nicht gerechnet.
Von Abelke Bleken, die es wirklich in den Marschlanden gab, hatte ich bisher noch nie etwas gehört. 1583 wurde sie als Hexe verurteilt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Sie ist die einzige Frau in Hamburg von der eine Aussage in einem Hexenprozess existiert.
Dieser Roman widmet sich der dunklen Zeit der Hexenverfolgung auf sehr interessante Weise und ich wollte das Buch schon sehr bald nicht mehr aus der Hand geben. Der Stil gefällt mir gut, die Handlung war extrem spannend da mich Hexenverfolgung generell schon länger interessiert, waren doch diese vermeintlichen Hexen oft mächtige, intelligente und gebildete Frauen die für Kirche und Obrigkeit eine gewisse Intelektuelle Bedrohung darstellten. Ein wirklich gelungener Roman.
Ein tolles Buch
Wie wir den Frieden lernten von Annika Klee
Die beiden AutorInnen erzählen davon wie Konflikte entstehen und wie man sie lösen kann.
Anhand zweier Schulklassen die sich aufgrund eines Missgeschickes anfangen zu bekriegen erzählt die Aurorin Kindgerecht wie schnell Missverständnisse ausarten und riesengroß werden können.
Doch durch die Zivilcourage einiger weniger kann der Streit beigelegt werden und die Kinder beschließen statt der Präsentation ihrer Bauwerke die den Konflikt ursprünglich ausgelöst hatte ein Projekt für den Frieden zu starten.
Ich finde dieses Buch wirklich unglaublich gelungen. Es zeigt im kleinen Rahmen zweier Schulklassen wunderbar anschaulich wie Konflikte entstehen und zeigt einen tollen Weg zur Lösung dieser auf.
Ein Buch das für mich allgemeingültige Themen aufgreift, sie toll vermittelt und sehr lösungsorientiert mit einem Komplexen, schwierigen Thema umgeht.
Ein tolles Buch
Die Formel der Hoffnung von Lynn Cullen
Ich muss gestehen das ich von Dorothy Horstman bisher noch nie gehört hatte, was wirklich ein Fehler war.
Die Autorin widmet sich dem Leben der Wissenschaftlerin auf zwei Ebenen an. Man lernt Dorothy als Dr Horstman kennen die sich zum Ziel gesetzt hat das Poliovirus zu bekämpfen und das mit allen Mitteln.
Das alleine wäre schon grandioser Stoff. Doch auch die private Seite von Dorothy finde ich sehr spannend. Es war wirklich interessant etwas über ihren Werdegang zu erfahren und zu sehen wie sie zu der beeindruckende Frau wurde die sie offensichtlich war. Immer wieder war ich tief beeindruckt von ihr, dann wieder wütend über die herrschende misogynie und Ignoranz und teilweise auch über die Einstellung einiger Kollegen von Dorothy die das ganze mehr als Wettlauf und Wettbewerb sehen als sich wirklich um die Kinder zu kümmern die an dieser grauenhaften Kinderlähmung sterben oder in der eisernen Lunge liegen.
Der Schreibstil war wirklich sehr schön und flüssig zu lesen und ich konnte eine wirklich gute Verbindung zu den einzelnen Charakteren aufbauen. Dorothy finde ich sehr interessant, stark und unglaublich vielschichtig Charakterisiert was es leicht machte sich in ihre Geschichte hineinzufinden.
Alles in allem ein tolles Buch über eine großartige Pionierin
Ein rätselhaftes Buch
Das Buch Eva von Meg Clothier
Ein seltsames Manuskript das der Protagonistin von einer sterbenden Frau ausgehändigt wird ist Ausgangspunkt dieses Romans.
Beatrice, die zur Zeig der Renaissance in einem Kloster als Bibliothekarin tätig ist, gerät in den Bann dieses Manuskripts. Es scheint ihr einiges wichtiges zu erzählen doch setzten die Menschen in ihrem Umfeld alles daran ihr das Buch zu entreißen.
Was hat es damit auf sich und wieso sind die Frauen die das Manuskrit bei sich hatten gestorben? Beatrice möchte dies herausfinden und gerät so zwischen mehrere Fronten. Nicht nur ihr Glaube und ihre Überzeugungen werden dadurch auf die Probe gestellt sondern auch das ihrer Schwestern im Kloster. Immer tiefer gerät Beatrice in die Abgründe des Klosters und erfährt einige Wahrheiten mit denen sie so nicht gerechnet hatte.
Dieser Roman ist wirklich sehr interessant. Allerdings brauchte ich ein bisschen um in die Handlung hineinzufinden und zwischenzeitlich tat ich mir etwas schwer mit der im Buch so gut demaskierten Scheinheiligkeit des Klerus und der durch Männer ausgeübten Gewalt an den Frauen in der Geschichte, das zerrte etwas an den Nerven und brachte einiges an Wut Zutage. Das tut dem Spannungsbogen jedoch keinen Abbruch und gibt dem Buch noch eine zusätzliche Facette.
Ein tolles Buch
Die Erfindung des Lächelns von Tom Hillenbrand
Die Erfindung des Lächelns, erschienen am 7.9. im Kiwo Verlag von Tom Hillenbrand beschäftigt sich mit dem rätselhaften verschwinden von "La Giocconda" besser bekannt als Mona Lisa.
Das Bild befand sich seit Ende des 18 Jahrhunderts im Besitz des Louvre, wurde 1911 gestohlen und galt bis 1913 als verschwunden.
Das sind die Hard Facts um die Tom Hillenbrand nun eine Romanhandlung schreibt die vor Zeitgeist, interessanten Verwicklungen und Spannung strotzt.
Man begegnet Picasso, Isadora Duncan und vielen anderen bedeutenden Persönlichkeiten dieser Zeit.
Sie alle scheinen auf die eine oder andere Art mit der Mona Lisa in Verbindung zu stehen. So ergibt sich ein Netz aus Verstrickungen das man als Leser langsam aber sicher erstmal erwirren muss und das dem ganzen Buch eine Krimi Atmosphäre verleiht.
Der Diebstahl der Mona Lisa dient hier als Ausgangspunkt für eine wirklich spannende Millieustudie der Pariser Kunstszene und der Unterwelt von Paris.
Nicht nur in die Kunstwelt entführt Tom Hillenbrand seine Leser sondern auch in die Welt des Occulten, was dem Buch eine weitere, sehr interessante Ebene verleiht wodurch es in meinen Augen genau das richtige Tempo bekommt um einen zum stetigen Weiterlesen zu motivieren.
Ein wirklich ausgesprochen spannender Roman den ich Kunstfreunden und Liebhabern spannender Romane wirklich ans Herz legen kann.
Ein Licht in finsteren Zeiten
Die Kinder des Don Arrigo von Ivan Sciapeconi
Dieser Roman über den 11 Jährigen Nathan der durch die Hilfe von Don Arrigo und den anderen Bewohnern der Villa Emma eine Chance auf ein neues Leben erhält hat mich sowohl beeindruckt als auch tief berührt. Die Bewohner der Villa Emma haben sich zum Ziel gesetzt so viele Kinder wie möglich vor den Fängen der Nationalsozialisten zu retten und ihnen eine Zukunft ohne Angst und verfolgung zu schaffen.
Immer wieder wird das Leid, die Angst aber auch die Hoffnung der Kinder auf eine Zukunft in Israel, in Sicherheit vor den Nazis geschildert.
Ich finde es immer wieder sowohl beängstigend als auch sehr spannend Geschichten aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges zu lesen.
Besonders interessant finde ich hierbei immer wieder wie Kinder, die durch den Krieg ihrer Kindheit und Unschuld beraubt wurden die Geschehnisse wahrgenommen haben, versuchen das unbegreifliche für sich zu begreifen und einzuordnen. Das scheitern am Begreifen all des Hasses und der Gefahr derer sie ausgesetzt sind macht in meinen Augen die Schilderungen noch um einiges Intensiver.
Für mich war dieses Buch wirklich sehr interessant und gelungen.
Ein sehr interessantes Buch
Henriette lächelt von Andrea Heinisch
Henriette Lächelt ist ein Roman der keiner meiner Erwartungen entsprochen hat, was allerdings sehr gut war.
Man lernt die Protagonistin Henriette kennen als ob man sie auf ihrem Weg durch die Tage begleitet. Es wird von ihrem Leben, ihrer Familie, der sehr schwierigen Beziehung zur Mutter die nicht akzeptieren kann das Henriette sich so maßlos gehen lässt ,immerhin wiegt sie mittlerweile 190 Kilo und das alleine scheint für die Mutter schon ein Zeichen dafür zu sein in all ihren Mutterpflichten versagt zu haben, erzählt.
Immer wieder erlebt man Dialoge und Situationen zwischen Mutter und Tochter die auf eine sehr schwierige Beziehung hinweisen die von Schuldzuweisungen und Vorwürfen geprägt scheint.
Da verwundert es nicht das Henrietttes Mutter nichts davon weiß das in Henriettes Herz die Liebe wie eine Margarite zu Blühen beginnt. Diese Liebe wird viel verändern denn nicht nur die Liebe zu Martin, ihrem Kollegen wird erblühen, sondern auch Henriettes Liebe zu sich selbst.
Ein sehr interessanter Roman an dessen Schreibstil ich mich erstmal gewöhnen musste und bei dem ich zugegebenermaßen etwas brauchte um in der Handlung anzukommen. Die Grundthemen Bodyshaming, Familiäre Konflikte und selbstliebe sind wohl Themen bei denen sich die meisten Leser immer wieder selbst finden werden und das macht dieses Buch zu einem sehr spannenden Buch das einiges an Emotionen hervorrufen wird. Von mir gibt es daher eine klare Leseempfehlung.
Eine Stille Heldin
Wie ein Stern in mondloser Nacht von Marie Sand
Dieser Roman über die Erfinderin des Vorgängers der Babyklappe hat mich tief berührt. Es ist teilweise wirklich harter Tobak und man spürt sowohl die tiefe Verzweiflung der Mütter die ihre Kinder weggeben als auch die Hoffnung das diese Kinder ein Leben führen das sie verdienen. Henni ist eine wirklich sehr beeindruckende, mutige Frau die sich voll und ganz ihrer Aufgabe widmet und deren Geschichte durch @mariesand_autorin nun hoffentlich die Beachtung findet die sie verdient hat.
Familiengeheimnisse
Bei euch ist es immer so unheimlich still von Alena Schröder
Dieser Roman erzählt eine Geschichte über Vergangenheitsbewältigung, Familiäre Verstrickungen und Vergebung.
Alena Schröder erzählt mit viel Fingerspitzengefühl eine interessante Familiengeschichte. Drei Generationen von Frauen unter einem Dach, die versuchen so gut es geht zusammenzuleben.
Glaubenssätze und verschiedene Wahrheiten die kollidieren und verdrängte Verletzungen die wieder zutage treten. Lügen die man sich selbst so lange erzählt bis man sie für Wahrheiten hält weil es so einfacher zu sein scheint. So lange bis das nicht mehr möglich ist und die Fassade immer mehr zu bröckeln beginnt und droht einzustürzen.
Das alles versteckt sich zwischen den Buchdeckeln mit dem so idyllischen Cover das wunderschön, aber in meinen Augen auch etwas irreführend ist.
Man würde einen ruhigen Roman erwarten, eine leichte Geschichte. Stattdessen erhält man Familiengeheimnisse, Generationenkonflikte, verdrängte Vergangenheit und tiefe Wunden die nie vollständig heilen konnten oder wieder aufgerissen werden.
Ich persönlich denke das ziemlich jede Familie unverarbeitete Traumata von Generation zu Generation weiterträgt, das es immer wieder zu schwierigen Situationen kommt und das es oftmals lange Zeit als einfacher angesehen wird darüber zu schweigen.
So lange bis eine Genertion beginnt Fragen zu stellen und sich mit der eigenen Familiengeschichte zu beschäftigen um Traumata aufzubrechen.
Für mich ein toller Roman mit Tiefgang und sehr vielschichtigen, authentischen Charakteren.
Toll
Der Frühling ist in den Bäumen von Jana Revedin
Ich finde Jana Revedins Schreibstil auch in diesem Roman wieder sehr angenehm. Allerdings habe ich mir anhand des Klappentextes eine etwas andere Geschichte erwartet.
Das tut meinem Urteil keinen Abbruch da ich die Geschichte von Renina, Jana Revedins Mutter, die sich aus einer Abhängigkeit zu ihrem gewalttätigen und, in meinen Augen psychopatischen Ehemann zu lösen versucht sehr interessant und auch die Beschreibung des Zeitgeistes hat mir wirklich sehr gut gefallen.
Immer wieder gefriert einem beim lesen all der grausamkeiten und der sexuellen Übergriffe auf Renina durch ihren Mann, der auch nicht davor zurückschreckt sie zu nakotisieren und an Freunde "rumzureichen", das Blut in den Adern und man wünscht diesem Menschen nichts Gutes und Renina einfach nur das sie sich aus seinen Fängen befreien kann.
Dies versucht sie, indem sie sich ganz in ihre Arbeit kniet um eine neue Frauenzeitschrift zu Gründen die die Themen widerspiegelt die moderne Frauen ihrer Zeit wirklich interessieren. Doch hat sie nicht mit dem Zorn ihres Ehemannes und dessen Jähzorn und Hass gerechnet, der ihr auf brutalste Art beweisen will das er die alleinige Mach über sie hat.
Das Cover erinnert an alte Romane und passt daher irgendwie auch gut zu der Zeit in der die Geschichte von Renina spielt.











