Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Katharina Grassmugg:
Ein tolles Buch
The Artist von Lucy Steeds
Lucy Steeds hat mit "the Artist" einen unglaublichen starken, bildgewaltigen Roman geschrieben in dem nichts so ist wie es auf den ersten Blick scheint.
Joseph der junge Journalist der die Möglichkeit bekommt den großen Eduard Tartuffe bei seiner Arbeit zu beobachten hätte wohl nicht damit gerechnet was ihn im Haus des Künstlers erwartet.
Nicht nur ein wirklich sehr temperamentvoller und exzentrischer Maler sondern auch dessen künstlerisch ebenfalls sehr begabte Nichte Ettie die ihre ganz eigenen Geheimnisse vor der Welt hat stellen Josephs Welt gehörig auf den Kopf.
Nicht nur nehmen die beiden den jungen Mann mit in ihre Welt aus Farben und Licht, vielmehr wird er wie ein Teil der Familie und es werden nach und nach Familiengeheimnisse enthüllt die Jahrzehntelang unter verschluss gehalten wurden.
Mir hat dieser Roman wirklich unglaublich gut gefallen. Wie den Künstlern im Roman ihre Gemälde malen gelingt es der Autorin sprachliche Bilder zu erschaffen die mal leise, mal kraftvoll auf dem Papier entstehen wie die Bilder auf den Leinwänden der Maler.
Ein wirklich großartiges Buch das durch authentische Protagonisten genauso zu überzeugen versteht wie durch so einige unerwartete Plottwists.
Ein tolles Buch
All die Farben, all das Licht von Cora Wucherer
"There is a crack, a crack in everything
That's how the light gets in" Diese Textzeile aus Leonardo Cohens "anthem" ist wohl der perfekte soundtrack zu diesem Roman.
Die beiden sehr jungen protagonistinnen die ihre Mutter bei der Geburt der jüngeren Schwester verloren scheinen sich nicht sehr nahe zu stehen.
Immer hat Martha das Gefühl in Junas Schatten zu stehen. Juni, die ambitionierte, talentierte Künstlerin die alle Blicke auf sich zieht. Doch als Juna erfährt das sie an einem Syndrom leidet das ihr das Hör - und Sehvermögen nehmen wird zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg und sie versucht einen Weg zu finden um damit umzugehen. Doch wie soll man mit so einer Nachricht umgehen wenn das bedeutet die eigene Zukunft als Künstlerin zusammen mit der sehfähigkeit immer mehr schwinden zu sehen? Die beiden Schwestern versuchen ihren eigenen Weg zu finden und kommen sich daurch immer näher. Zwischen den wirren des Erwachsenwerdens, der Trauer um die Mutter die sie nicht wirklich kennen und die Sorge um Juna versuchen sie herauszufinden wer sie sind, was sie vom Leben wollen und ob das was sie immer werden wollten noch möglich ist.
Ich fand diesen Roman wirklich sehr gelungen. Die Protagonisten sind sehr authentisch und nahbar und die Geschichte war sehr interessant. Es war keine Geschichte die einen von den Socken haut sondern ein die soch leise an einen heranschleicht und dadurch umso mehr berührt. In meinen Augen ein wirklich gelungener Roman
Ein tolles Buch
Tage am Fluss von Jochen Mariss
Was geschieht wenn zwei Menschen die ihre ganz eigenen Kämpfe zu Kämpfen haben aufeinandertreffen und sich gegenseitig zur Stütze werden? Nachdem der junge Aktivist Leon sich nach einer Waldbesetzung auf die Fähre von Sara Harmsen gerettet hat, die nichts von seiner Vergangenheit ahnt und ihn bei sich wohnen lässt entsteht eine Freundschaft mit der die beiden wohl so nicht gerechnet hatten.
Die beiden teilen ihre Liebe zu unserem Planeten und die Sorge um die Zukunft und werden zu verbündeten im Kampf um Saras Fährunternehmen das durch den Bau einer Brücke gefährdet wird. Doch haben sowohl Sara als auch Leon auch noch ihre ganz eigenen, persönlichen Kämpfe mit sich selbst auszutragen. Dieser Roman ist eher ruhig und die Geschichte läuft dahin wie in einem Fluss. Die Lebensströme der beiden Protagonisten fließen mal ineinander, mal aneinander vorbei und sind doch mit der Zeit immer mehr miteinander verbunden. Die beiden die sozusagen durch Zufall aufeinandertreffen und beide ihre ganz eigenen Geheimnisse, Narben und Verletzungen in sich tragen werden mit der Zeit gute Freunde (oder vielleicht sogar mehr?). Im ersten Moment scheint sie nicht viel zu verbinden doch je länger man liest desto mehr wird man als Leser in die Dynamik zwischen den beiden hineingezogen und will am liebsten darin versinken. Man fühlt mit ihren inneren Kämpfen, ihren Hoffnungen, auch ihrem Idealismus und ihrer Verzweiflung total mit.
Für mich war dieses unaufgeregte aber sehr berührende und tiefgründige Buch genau das richtige Buch zur richtigen Zeit. Ein wirklich sehr lesenswerter, berührender und stilistisch toll geschriebener Roman über vertrauen, Verletzungen, Zusammenhalt und Widerstandskraft.
Nostalgische coming of age Geschichte
Little Hollywood von Inga Hanka
Little Hollywood, so heißt die Videothek in der Leo und Jo sich kennenlernen. Jo, der Verantwortungslos ist und Leo immer wieder auf leichtsinnige Ideen bringt. Dabei will Leo nur ihren Studienplatz und dem Chaos zuhause entkommen. Doch was wenn Jo anders ist als gedacht? Und was wenn sie aus diesem Leben ausbrechen kann, das ihr so vertraut aber zu klein scheint, um sich ihren eigenen Weg zu suchen?
Dieser Roman fühlt sich an wie Freibadpommes und Flipper.
Teilweise hat man das Gefühl das die Flipperkugel die immer wieder hochgeschleudert wird und zwischen allen Hindernissen hin und her hüpft ein ziemlich gutes Bild für Leos Situation abzugeben scheint. Eine junge Protagonistin die sich gegen einige Widrigkeiten stemmt um ihren traumstudienplatz zu bekommen. Doch kann sie ihre alleinerziehende Mutter mit ihrem Bruder alleine lassen wo diese doch eigentlich ihre Hilfe braucht? Immer wieder merkt man wie hin und hergerissen Leo ist. Zwischen Autonomie und Verbatwortungsgefühl gefangen versucht sie ihren eigenen Weg zu finden. Für mich war dieser ganze Roman durch und durch rund, die Protagonisten waren sehr authentisch und ich mochte die Geschichte wirkluch gern. Ein wirklich gelungener Roman.
Ein sher interessantes Buch
Ich, die ich Männer nicht kannte von Jacqueline Harpman
Jaqueline Harpman hat hier einen dystopischen Romam abgeliefert der sich gewaschen hat.
Vierzig Frauen die in einem unterirdischen Käfig ihr dasein fristen... sie werden bewacht und kontrolliert doch sie kennen alle die Welt wie sie früher war. Alle .. abgesehen von der Protagonisitn.
Sie ist die erste die den Schritt nach draußen wagt nachdem die Wärter verschwunden sind und die Türen des Gefängnisses aufgehen.
Nun müssen die Frauen lernen in dieser Welt zurechtzukommen. Sie bauen sich ein Leben auf, werden älter und sterben. Alle bis auf die protagonisitn die die Außenwelt nicht kannte. Nun muss sie lernen alleine in einer ihr unbekannten Welt zu überleben.
Dieser Roman hat mich teilweise sehr verstört und teilweise sehr beeindruckt. Die Schilderungen der Protagonistin waren wirklich spannend und interessant. Die Geschichte ist sowohl sehr originell als auch wirklich spannend und man versucht immer wieder zu verstehen wir die prtagonisitn sich in der ihr unbekannten Welt zurechtfinden wird.
Ein wirklich interessanter Roman
Ein tolles Buch
Die Rätsel meines Großvaters von Masateru Konishi
Ich muss ehrlich gestehen das ich anfangs Sorge hatte das ich mir mit diesem Buch schwer tun könnte da ich "die Bibliothek meine Grossvaters" nicht gelesen hatte.
Diese Sorge war allerdings total unbegründet. Sehr schnell hatte mich die Handlung um Kaede und ihren an Demenz erkrankten aber unwahrscheinlich scharfsinnigen Großvater in seinen Bann gezogen und ich konnte das Buch nach den ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen.
Ein wirklich warmherziger, spannender Roman der mich durch seine zutiefst menschlichen, authentischen Charaktere sehr beeindruckt hat.
Die besondere Liebe zwischen Kaede und ihrem Grossvater war für ich auf jeder einzelnen Seite spürbar.
Für alle die ein spannendes Buch mit Tiefgang, Herz und Witz suchen ist dieser Roman wirklich ausgesprochen gut geeignet. Ich wurde immer wieder absolut positiv überrascht, es gab einige plottwists mit denen ich nicht gerechnet hätte und der Roman war spannend ohne zu überfordern, tiefgründig ohne aufgesetzt zu wirken und auf eine sehr einzigartige Art und Weise sowohl berührend als auch fesselnd. Daher kann ich nur eine absolute Empfehlung für diesen Roman aussprechen
Ein tolles Buch
Sie wollen uns erzählen von Birgit Birnbacher
Birgit Birnbacher gelang hier ein wirklich sehr interessanter Roman über Menschen die täglich darum kämpfen akzeptiert zu werden wie sie sind und versuchen ihren eigenen Weg zu finden in einer Welt die nicht für sie gemacht zu sein scheint.
In dieser Geschichte habe ich so viel
gesehen was mir bei der Arbeit mit Kindern immer wieder auffällt.
Eine Mutter die sich daran gewöhnt hat sich dauernd für ihr Kind zu entschuldigen und rechtfertigen zu müssen weil es nicht irgendeiner vermeintlichen Norm entspricht. Hier scheint es allerdings so das sich zu den Schuldgefühlen dafür das das Kind so oft spürt "nicht richtig zu sein" auch die Erkenntnis mischt das so vieles von ihr in ihm steckt. Sein "flirrendes Nervenkostüm" das für andere so schwer zu verstehen ist, sogar für seinen Vater, seine Impulsiviät und seine Eigenheiten. Immer wieder versucht Ann Oz zu schützen. Doch als plötzlich die Zilly - Oma verschwindet scheint mehr aus den Fugen zu geraten als befürchtet.
Dieser Roman ist intensiv auf eine berührende unaufgeregte Art und Weise.
Die Erzählweise war anfangs für mich etwas ungewohnt da man das Gefühl hat die Gedanken der Protagonisten Rasen nur so dahin und springen von einem zum nächsten, was ja durchaus zu ihnen passt und sie authentisch macht. Jedoch hat es etwas gedauert mich daran zu gewöhnen.
Die Geschichte war wirklich sehr interessant zu lesen. Sie hat mich berührt, mich unterhalten und mir einmal mehr gezeigt wie wichtig es ist die Vielfalt unserer Menschheit und die Menschlichkeit unserer vermeintlichen "abweichungen" anzuerkennen und nicht als Fehler zu sehen.
Nicht nur die Tier und Pflanzenwelt sollte für ihre Vielfalt gefeiert werden sondern auch die Menschheit und das beginnt damit das Menschen wie Oz oder Ann nicht ihr Leben lang das Gefühl vermittelt bekommen falsch zu sein. Für mich ein wirklich sehr interessantes und empfehlenswertes Buch
Ein interessantes Buch
Ein windiger Tag von Tony Sandoval
Ein Mädchen das beim Spielen von bösen Kobolden angegriffen wird die ihren Drachen klauen wollen, ein Wolfshund der genau im richtigen Moment auftaucht um das Mädchen zu beschützen und ihm die Angst zu nehmen.
Das Mädchen und der Wolfshubd Freunden sich an und sie gibt ihm schließlich den Namen "Mut"
Ich finde die Geschichte sehr interessant da man oftmals Kinderbücher zum Thema Angst gut gebrauchen kann.
Leider gefallen mir die Zeichnungen im Buch nicht gabz so gut. Sie wirken zwar für das Buch passend aber ich finde sie etwas sehr trist und deprimierend, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Im großen und ganzen ein gutes Buch auch wenn es mich leider optisch nicht ganz überzeugen konnte
Eine beeindruckende Frau
Finding My Way. Ein Memoir von Malala Yousafzai
Malala ist für mich schon sehr lange eine Frau die mich total fasziniert. Ihr Mut sich für die Rechte der Mädchen einzusetzen, der ihr tragischerweise eine Kugel in den Kopf bescherte, ist total beeindruckend.
In diesem Memoir erzählt sie aus ihrem Leben auf eine sehr authentische und ungeschönte Art und Weise.
Immer wieder reflektiert sie über sich, ihr Leben und dem Zwiespalt zwischen ihren Wünschen und dem was die Tradition oder die Gesellschaft von ihr erwartet.
Man lernt eine junge Frau kennen die ihren Uniabschluss fast nicht schafft weil sie zu viele Fehlzeiten aufweist die sie angesammelt hat um auf Konferenzen über Mädchennildung zu sprechen, eine Mädchenschule in Afghanistan aufzubauen oder mit staatsoberhäuptern zu sprechen. Eine Frau die mit ihren Freundinnen feiern und tanzen geht und von ihren Eltern kritisiert wird weil man sie beim Rudern fotografiert und die immer wieder den Satz:"was sollen die Menschen zuhause von dir denken" zu hören bekommt. Immer wieder liest man von Malalas Zwiespalt, von ihren Schwierigkeiten über die sie oft spricht ohne zu beschönigen. Sie spricht über ihre traumatischen Erfahrungen und die Folgen ebendieser, erzählt von ihrer Therapieerfahrung ebenso wie von ihren politischen erfolgen für die Mädchenbildung.
All das hat in ihren Erzählungen gleich viel Platz was dieses Buch in meinen Augen sehr authentisch und leicht zu lesen macht. Manchmal fühlt man sich ihr so verbunden als würde sie neben einem sitzen.
Für mich war dieses Buch wirklich absolut großartig zu lesen und eine der interessantesten Memoiren die ich bisher gelesen habe. Ich finde Malala einfach großartig und habe dieses Buch mit Freuden gelesen, mit ihr mitgeliefert, mitgelitten und mitgehofft. Ein total tolles Buch einer total tollen Frau.
Ein interessanter Roman
Das schönste aller Leben von Betty Boras
In diesem Roman erzählt Betty Boras eine Geschichte über Verletzungen, Traumata und Heilung.
Vio, die als Kind mit ihren Eltern geflüchtet ist lernt früh das sie sich um jeden Preis anpassen muss auch wenn das bedeutet die eigene Identität zu Opfern. Immer wieder hört sie das ihre Schönheit ihr Türen öffnen wird.
Als Vio Mutter wird scheint auch die Schönheit ihres Kindes ein großes Thema zu werden. Nach einem tragischen Unfall trägt ihre Tochter Narben im Gesicht. Vio kann sich diesen Unfall nicht verzeihen. Was soll aus ihrem Kind werden wenn es nicht schön genug ist? Immer tiefer stürzt sie in Selbstvorwürfe und Mitleid. Wie soll sie es schaffen sich selbst für den Unfall zu vergeben?
Dieser Roman hat einiges bei mir ausgelöst. Die Emotionen gingen von Mitleid und Mitgefühl bis zu Wut und Unverständnis. Teilweise fand ich die Geschichte richtig heftig. Vor allem der Teil aus der Vergangenheit hat mich teilweise sehr mitgenommen. Wie heftig die Gesellschaft darauf reagiert hat das Theresia ein Verhältnis mit einem Geistlichen hatte bzw wie versucht wurde sie als verführerin und ihn als "Opfer seiner männlichen Triebe" darzustellen so als hätte er ja keine andere Wahl gehabt hat mich sehr wütend gemacht. Leider hat sich da gesellschaftlich viel zu wenig verändert. Auch die Geschichte von Vio und ihrer Tochter war nicht einfach. Einerseits die Schuldgefühle der Mutter, andererseits auch wie sie damit umgeht und wie gefangen sie darin ist war für mich oft zwar nachvollziehbar doch hatte ich Mitleid mit ihr und dem Kind das immer das Gefühl haben mußte nicht gut genug zu sein. Es war oftmals wirklich nicht leicht zu lesen wie die Frauen mit ihren Tramata versuchen zu leben.
Man hofft immer wieder das die Frauen es schaffen den Kreis aus der Abhängigkeit von fremdbewertung und fremdbestimmung zu durchbrechen, leidet mit ihnen und hofft für sie. Für mich ein sehr interessanter Roman der wirklich viel ausgelöst hat, wichtige Themen anspricht und Finger in nicht nur eine Wunde legt.











