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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Tintenteufel:

Faszinierende Zusammenhänge

Organisch von Giulia Enders

Giulia Enderle erzählt in ihrem neuen Buch mit unverkennbarer Begeisterung von den Besonderheiten verschiedener Organe: Lunge, Immunsystem, Haut, Muskeln und Gehirn sind beeindruckend für ihre Aufgaben ausgestattet und kommunizieren untereinander viel mehr, als wir es bislang annahmen. So besitzen wir eine somatische Intelligenz, die wir viel zu oft unterschätzen.

In ihrem Anliegen, uns für die Botschaften unseres Körpers zu sensibilisieren, ist Giulia Enderle ein Buch gelungen, das weniger amüsant ist als ihr Erstlingswerk, aber offensichtlich aus den Erfahrungen einer jungen engagierten Ärztin gespeist wird. Sie betrachtet unsere täglichen Lebenssituationen und Entscheidungen aus ihrem medizinischen Blickwinkel und stellt sie in neue Deutungszusammenhänge aus der aktuellen Forschung.

Manches wünschte ich mir etwas konkreter, aber die Unschärfe in diesen Punkten ist wohl auch der Tatsache geschuldet, dass Giulia Enderle hier von ganz aktuellen Erkenntnissen berichtet, die noch durch weitere Studien vertieft werden müssen. Wir Leser können also am Abenteuer Forschung teilhaben und miterleben, wie sich die klassische Medizin immer von ihrem mechanistischen Menschenbild löst. Ich bin gespannt, wie sich dieses interdisziplinäre Denken weiterentwickelt und wann es in der ärztlichen Praxis ankommt.

Vorerst bin ich nach der Lektüre dieses Buches (erneut) begeistert von unserem faszinierendem Körper und hoch motiviert, ihm wieder mehr von der Aufmerksamkeit zu schenken, die er verdient!

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Tolle Einführung in das Thema KI

KI und du von Diana Knodel; Hannah Lesch

Das Buch von Diana Knodel und Hannah Lesch bietet eine umfassend recherchierte und gut verständliche Einführung in das Thema KI: Die beiden Autorinnen erklären die Fakten und geben zugleich immer Anregungen zur kritischen Auseinandersetzung, sie zeigen Möglichkeiten, aber auch Grenzen und Schwächen der neuen Technik!
So weisen sie z.

B. eindringlich darauf hin, dass die KI nur mit den eingegebenen Daten arbeiten kann und über diese Datenbasis eingeschränkt bzw sogar manipulierbar sein kann. Und selbst die eigentliche Vorgehensweise der KI bleibt im Wesentlichen im Dunkeln, wie bei einer Black Box sind uns nur Input und Output bekannt, der Lösungsweg dazwischen ist für uns nicht nachvollziehbar. Also bleibt es die wichtigste Aufgabe des Nutzers, die Qualität der Daten genauso zu überprüfen wie die Plausibilität der Schlüsse und Glaubwürdigkeit der Ergebnisse! Daher appellieren die Autorinnen am Schluss: Bleib neugierig, mutig und stell Fragen. Gemeinsam können wir die Zukunft gestalten und daran arbeiten, dass KI allen Menschen nutzt.

Dieses Buch bietet gute Grundlagen für die hierfür notwendige Medienerziehung. KI wird unseren Alltag immer mehr bestimmen, umso wichtiger ist unser fachkundiger und kritischer Umgang damit! Daher ist es ein guter Ansatz, schon den Teenies die Informationen zu den Grundlagen und Arbeitsmethoden der KI zu vermitteln und gleichzeitig Chancen und Grenzen der Technik aufzuzeigen. So können sie zu kritischen Nutzern werden, die sich die Fleißarbeit der Recherche abnehmen lassen, um sich selbst auf das Verständnis und die Gestaltung der Welt zu konzentrieren!

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Gefühle verstehen!

Wieso? Weshalb? Warum? Kernreihe, Band 58 - Unsere Gefühle von Andrea Erne

Der neue Band von Wieso, Weshalb, Warum widmet sich dem Thema Gefühle: ein wichtiges Thema, aber natürlich nicht so leicht zu visualisieren wie viele andere. Doch es gelingt durch die Darstellung vieler Situationen aus dem kindlichen Alltag, die den Kindern so vertraut sind, dass sie gleich die richtigen Gefühlen assoziieren und sich mit den dargestellten Kindern identifizieren können.

Zudem verdeutlichen natürlich auch Mimik und Körperhaltung der Protagonisten ihre Gefühlswelt. Neben diesen Seiten im beliebten Wimmelbilder-Stil, auf welchen sich so viel entdecken lässt, gibt es auch erklärende Seiten, so etwa zum Zusammenhang von Körper und Gefühlswelt. Diese machen den Kleinen verständlich, wieso Aufregung das Herz rasen lässt oder Angst das Engegefühl in der Brust erzeugt.

Beides zusammen hilft den Kindern, ihre Gefühle zu identifizieren, zu benennen und zu verstehen. So können sie sich konstruktiv mit ihnen auseinandersetzen und auch anderen Menschen und deren Gefühl mit Verständnis und Empathie begegnen. In diesem Zusammenhang finde ich auch gut, dass nicht nur die Gefühlswelt von Kindern gezeigt wird, sondern auch thematisiert wird, dass auch Erwachsene Gefühle haben und von diesen manchmal überwältigt werden wie z.B. die Mutter, die um ihren Vater trauert.
Die Texte sind anspruchsvoll, aber klar und gut verständliche. Sie nehmen Kinderfragen ernst, ohne die Kleinen zu überfordern. So wird etwa auch die Depression eines Vaters angesprochen, kein leichtes Thema, aber eines an welches wir unsere Kinder auch vorsichtig heranführen müssen, denn sie werden selbst die Erfahrung machen, dass nicht alle Menschen von Natur aus stets unbeschwert sind.

Das Buch ist rundum empfehlenswert, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen und ihnen zu vermitteln, dass alle Gefühle ihre Berechtigung haben. Es gibt ihnen wertvolle Impulse, wie sie (auch mit schwierigen) Gefühlen umgehen können. Die fachliche Prüfung durch eine Kinderpsychologin hatte gewiss einen wichtigen Anteil daran, dass dies so kindgerecht und sensibel gelungen ist. Toll!

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Sehen, Fühlen und Hören

Mein erstes Vorlese-Fühlbuch - Bist du eine Katze? von Kathrin Lena Orso

Dieses kleine Büchlein für die Kleinsten spricht gleich drei Sinne an: Es erzählt die Geschichte vom kleinen Kätzchen, das auf dem Bauernhof seinesgleichen sucht und auf Hund, Gänse, Esel, Frosch und schließlich seine Katzenmama trifft. Auf den kleinkindgerechten einfachen Zeichnungen in kräftigen Farben stehen die verschiedenen Tiere ganz im Vordergrund ohne ablenkendes Nebenher.

Das Kind kann sich ganz auf die niedlichen Abbildungen und natürlich auf die verschieden strukturierten Felle und Gefieder konzentrieren. So wird auch das Fühlen gefördert. Und die zweizeiligen Reime üben das Hören von Wörtern und Satzmelodie.

Die Einfachheit der Geschichte und die Schlichtheit der Zeichnungen sind dem Alter der Leserschaft (ab 18 Monaten) angemessen. Die Verarbeitung des Buches und die Qualität der Fühlproben sind gut, sie werden den kleinen Entdeckern einige Zeit standhalten.

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Interessante Zusammenhänge

Dein Körper glaubt dir alles von Sven Benson; Ulrike Bingel

Neurologin Prof. Ulrike Bingel und Psychologe Prof. Sven Benson zeigen uns in diesem Buch interessante Zusammenhänge zwischen physischer Gesundheit und eigener Überzeugung. Der menschliche Körper reagiert nicht immer gleich auf medizinische und pharmazeutische Eingriffe, vielmehr ist deren Wirkung auch abhängig von der Einstellung und Erwartung des Patienten.

Dies ist uns als Placebo-Effekt im Zusammenhang mit der positiven Wirkung eigentlich (unwissentlich) wirkstoffloser Präparate bekannt, wird hier aber noch in ganz anderen Zusammenhängen diskutiert, etwa als Wirkung bekanntermaßen wirkstoffloser Produkte oder deren Wirkung unter Narkose.

Die Erläuterung und Erklärung dieser unerwarteten Zusammenhänge gelingt anfangs gut, verliert sich m.E. aber dann in einer unübersichtlichen Vielfalt der Aspekte. Zunächst geht es um die Gestaltung der Arzt-Patienten-Beziehung, dann um Erwartungseffekte bei einzelnen Erkrankungen und schließlich um Forderungen an eine Umgestaltung des Gesundheitswesens. Hierbei ist zum einen der Adressatenkreis nicht klar definiert (Patienten, Ärzte, Berufsverbände, Politiker?) und zum anderen auch das Anspruchsniveau der Ausführungen sehr uneinheitlich, manches ist beinahe banal, anderes juristisch und wissenschaftlich detailliert dargestellt. Das führt dazu, dass ich mich als Leser oft nicht mehr angesprochen gefühlt habe und auch einfach die Zielrichtung des Buches nicht mehr eindeutig fand. Das immer wiederkehrende Mantra, dass sich eine gute Arzt-Patientenbeziehung mit genügend Zeit für Beziehungsaufbau und verständnisvolle und aufklärende Kommunikation positiv auf den Heilungserfolg auswirkt, war unübersehbar, aber als Quintessenz des Buches dann doch etwas dürftig. Zudem liegt dies leider nicht im Einflussbereich des Patienten. Daher stellt sich mir erneut die Frage nach dem Adressatenkreis dieses Buches.

Fazit: Das Buch sensibilisiert für den interessanten Einfluss von innerer Einstellung und gelungener Arzt-Patienten-Interaktion auf die Gesundheit und Genesung, kann aber nur wenig zur praktischen Umsetzung der Erkenntnisse beitragen.

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Perfekt für die Trotzphase!

Wilma und der Wutknödel von Inka Vigh

Dieses Buch ist einfach toll, und der Wutknödel ein gut verständliches Bild für die Kleinen, die oft mit ihrer eigenen Wut so überfordert sind! Hier können sie nachvollziehen, wie jedes Missgeschick und jede enttäuschte Erwartung ihre Wut ein klein wenig wachsen lässt, bis es schließlich ein ganzer Wutknödel ist, der dann in einem Wutausbruch endet.

Sie werden sich auf jeder Seite bestens mit Wilma identifizieren und sich selbst und ihr eigenes Gefühlsleben besser verstehen können.

Die Geschichte erzählt mit viel Humor und Fantasie von Wilma und ihrem Wutknödel (Ich liebe solche Alliterationen!). In jeder geschilderten Situation können sich die kleinen Leser wiederfinden, lernen ihre eigenen Gefühle kennen und benennen und erhalten Anregungen zur Bewältigung ihrer Wut. Witzige Wortwahl (mieser Pupstag) und kleine Übertreibungen (der schlimmste Morgen aller Zeiten) holen jeden kleinen Wüterich in seinem eigenen Gefühlschaos ab. Zugleich mag er sich mit der sympathischen Protagonistin gerne identifizieren, befindet sich also in bester Gesellschaft und fühlt sich nicht schlecht.

Die Illustrationen sind farbenfroh und lebendig und präsentieren Wilmas Gefühle sehr anschaulich, obwohl mir persönlich die mangamäßig übertrieben großen Augen nicht so gefallen. Auf jeden Fall bietet das Buch vielfältige Anregungen, mit dem Kind in ein Gespräch über die eigenen Gefühle zu kommen, Ursachen und Lösungen zu benennen und den eigenen Wutknödel nicht zu groß werden zu lassen!

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Entfernt sich leider immer weiter vom Thema!

Ich zeig' euch, wo der Hammer hängt! von Sandra Hunke

Sandra Hunke ist Anlagenmechanikerin für Sanitär, Heizung und Klimatechnik und erzählt in ihrem Buch von ihrem Weg in dieser Männerdomäne. Damit möchte sie anderen Frauen Mut machen, sich auch in diesem Berufsfeld zu behaupten.

Sie beginnt ihre Erzählung bereits mit ihrem ersten Schrei im Kreissaal, obwohl ich in Zweifel ziehen möchte, dass bei ihr eine Erinnerung daran existieren kann.

Besser gefielen mir ihre Erzählungen aus ihrer glücklichen Kindheit, geprägt durch die handwerkliche Begeisterung und Disziplin des Vaters. Danach schildert sie ihre Probleme in der Schule sowohl mit dem theorielastigen Unterricht als auch mit ihrer Außenseiterrolle infolge ihrer ungewöhnlichen Interessen. Hier gewinnen wir Leserinnen einen Eindruck davon, wie sie gelernt hat, gegen den Strom zu schwimmen, was ihr dann half, auch gegen Widerstände eine Ausbildung im Handwerk anzustreben. In den - durch anderen Schrifttyp gekennzeichneten - Textblöcken schildert sie ihre Wahrnehmung von Handwerksqualitäten und Gleichberechtigung.

Ungefähr ab der Hälfte des Buches nehmen dann aber die Schilderungen ihrer Beziehungen und ihrer Model- und Fernseh-Auftritte zu viel Raum ein. Ihre berufliche Entwicklung im Handwerk tritt immer weiter in den Hintergrund. Und die im Klappentext angekündigten handfesten Tips um sich im Handwerk durchzusetzen konnte ich auch nicht entdecken. Ich hätte auch Ausführungen zu ganz konkreten alltäglichen Fragen erhofft: körperliche Belastung, rechtliche Aspekte, usw.

Während ich die Schilderung der Biographie anfangs noch hilfreich fand, um nachzuempfinden, wie sie fehlende schulische Erfolge und erlebtes Mobbing in Kombination mit dem Vorbild des Vaters geprägt haben und sie den Weg zu einer hochmotivierten Handwerkerin einschlagen ließen, fehlten mir bei den anderen Schilderungen die Anregungen für junge Mädchen, die ins Handwerk, aber nicht in die Modelbranche und das Leben als Influencerin streben. Hier nimmt m.E. die Selbstdarstellung überhand, und Sandra Hunke verliert die Interessen ihrer Leserinnen aus dem Auge. Schade!

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Lebenskluges Huhn!

Nu Jork, Nu Jork! von Alexandra Lüthen

Alexandra Lüthen erzählt in ihrem Buch von Henni, einem Huhn, das der Enge seines Hühnerstalls entfliehen und in New York das Fliegen lernen möchte. Was auf den ersten Blick wie eine süße Geschichte für Kinder erscheint, entpuppt sich als Fabel über das Leben, einen offenen Geist, Freundschaft, Selbstfindung und den Mut zum Träumen.

Henni macht sich auf den Weg und begegnet vielen Menschen und Tieren mit freundlicher Offenheit und einer Prise Naivität, aber gerade diese Mischung eröffnet neue Perspektiven und offenbart viele kleine und große Lebensweisheiten.

Darin besteht auch der Reiz dieser Geschichte: einerseits von einer kindlichen Naivität, erzählt in einer einfachen Sprache und niedlich illustriert, andererseits aber mit vielen kleinen Anspielungen auf die Absurditäten des modernen Lebens und der menschlichen Psyche. Insbesondere die eingestreuten, ja beinahe verstecken Lebensweisheiten machen eine aufmerksame Lektüre zu einem Genuss! Hier zwei Beispiele von vielen:
„Schlechte Laune ist auch nur eine Verkleidung. Kann man ausziehen.“ (S.75)
„Fast-Träume sind gefährlich. Da kann man ein ganzes Leben drin festkleben.“ (S. 84)
Insgesamt hat mich das zauberhafte Buch an den kleinen Prinzen von Antoine de Saint-Exupery erinnert: empfehlenswert für Klein und Groß!

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Rundum gelungen!

Arche Boa von Cornelia Boese

Dieses Büchlein ist eine rundum gelungene Mischung aus Spaß und Wissensvermittlung, Sprachförderung und Umweltbildung!
In einer großen Show soll aus zwölf notleidenden Tieren eines ausgewählt werden, welches zeitlebens auf dem Luxus-Liner Arche Boa leben darf. So reisen von der kleinen Biene bis zum großen Wal verschiedenste Kandidaten an und klagen ihr Leid! Doch letztlich findet sich eine gänzlich andere Lösung, die der gesamten Tierwelt viel gerechter wird und aus der Arche Boa eine neue Arche Noah werden lässt.

Diese Geschichte wird in kindgerechten und berührenden Geschichten erzählt, sprachlich verpackt in gelungenen Versen und mit wunderschönen phantasievollen Illustrationen witzig präsentiert. Obwohl die Geschichten beim Schicksal des einzelnen Tieres ansetzen (etwa die Erschöpfung des nachtaktiven Schmetterlings), geben sie doch Einblick in grundsätzliche Umweltprobleme (Lichtverschmutzung) und vermitteln somit ein Gefühl für die Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Umwelt.

Insbesondere die gelungene Balance zwischen kindgerechter Erzählung von niedlichen Tiergeschichten und behutsamer Andeutung globaler Umweltprobleme macht die besondere Qualität dieses Buches aus: Jedes Kind wird sofort mit dem einzelnen Tier mitfühlen und die eingängigen Verse bald mitsprechen können. Die weitergehenden Aspekte werden sich den Kindern dann nach und nach und auch dank ergänzender Erklärungen der erwachsenen Vorleser erschließen. So ist dieses Buch nicht nur unterhaltsam, sondern wird die Kinder längere Zeit begleiten können!

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Plot mit mehr Potential

Reset von Peter Grandl

Die Ausgangssituation in Peter Grandls Roman ist ebenso spannend wie realitätsnah: Durch Eingriffe unbekannten Ursprungs ist auf sämtliche digitalen Kommunikationskanäle und Medien kein Verlass mehr. Überall tauchen deep fakes auf, die nicht nur die allgemeine Informationsbeschaffung, sondern jede digital basierte Kommunikation unmöglich machen.

Ein interessantes und beklemmendes Szenario, das den Leser in seinen Bann zieht und unendlich viele Schwierigkeiten und Katastrophen erahnen lässt. Wie soll die Weltgemeinschaft auf eine globale Bedrohung reagieren, wenn die selbstverständlich gewordenen Kommunikationswege nicht mehr zur Verfügung stehen?

Als Fan politischer Thriller habe ich mir nach dem ersten Teil zusehends mehr Möglichkeiten des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Missbrauchs ausgemalt und entsprechend viele Vermutungen bezüglich der Drahtzieher dieses Chaos‘ angestellt. Ohne zu spoilern, kann ich hier nicht andeuten, weshalb mich die Auflösung enttäuscht hat, doch unter anderem lenkten die literarischen Andeutungen meinen Verdacht ungefähr ab der Hälfte des Buches relativ schnell in die richtige Richtung.

Dennoch war es eine spannende Lektüre, deren ursprünglich etwas unübersichtlichen Handlungsfäden plausibel zusammengeführt wurden. Die Charaktere waren glaubwürdig, und die fachlichen Grundlagen sauber recherchiert. Nur schade, dass der Plot noch mehr Potential gehabt hätte, das nicht genutzt wurde.

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