Kunden em pfehlungen
Rezensionen von KimVi:
Überzeugt durch lebendige Charaktere
Morgen, morgen und wieder morgen von Gabrielle Zevin
Mitte der 90er Jahre trifft Sam seine frühere Super-Mario-Partnerin Sadie wieder, die mittlerweile Informatik studiert und angehende Spieledesignerin ist. Sam ist begeistert von einem Spiel, das Sadie programmiert hat und kann sie schließlich dazu überreden, mit ihm gemeinsam ein Spiel zu entwickeln.
Die beiden sind ein hervorragendes Team und das Spiel wird ein Erfolg. Doch der Erfolg hat nicht nur positive Seiten, denn ihre Freundschaft wird dadurch auf eine harte Probe gestellt...
"Morgen, morgen und wieder morgen" ist ein Roman über eine ganz besondere Freundschaft. Sam und Sadie lernen sich bereits in ihrer Kindheit kennen. Sofort entwickelt sich eine tiefe Verbundenheit zwischen ihnen. Dennoch trennen sich ihre Lebenswege dann voneinander. Denn bereits früh ist ihre Freundschaft davon geprägt, nicht genug mit dem anderen zu kommunizieren, Missverständnisse nicht aus dem Weg zu räumen, trotzig zu reagieren und sich zu verschließen. Probleme werden nicht angesprochen, sondern möglichst ignoriert.
Die Charaktere haben ihre Stärken und Schwächen, Probleme, Sorgen und Nöte, können aber auch die Freude miteinander teilen. Dadurch wirken sie alle lebendig, wodurch man sich ganz auf die Geschichte einlassen kann. Man möchte sie zuweilen schütteln und dazu auffordern, einfach vernünftig miteinander zu reden. Dass dieses Gefühl beim Lesen ausgelöst wird, zeigt, wie realistisch die Protagonisten wirken.
Die Entwicklung der Spiele fließt hervorragend in die Handlung ein. Man merkt sofort, mit welcher Leidenschaft Sam und Sadie vorgehen und kann sich die durchwachten Nächte und die Hektik lebhaft vorstellen. Selbst wenn man kein Gaming-Fan ist, kann man diese Szenen genießen, da alles nachvollziehbar erklärt wird.
Die Handlung erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte. Nicht immer wird alles chronologisch erzählt, denn es gibt zuweilen Rückblicke in die Vergangenheit oder Ausblicke in die Zukunft. Dennoch verknüpft sich alles hervorragend miteinander, sodass man nicht aus dem Lesefluss gerissen wird. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Da die Charaktere so lebendig beschrieben werden und man sich dadurch auf ihre Probleme einlassen kann, gerät man bereits früh in den Sog der Handlung. Man hat das Gefühl, die beiden wirklich zu kennen und sie auf ihrem Lebensweg zu begleiten.
Ein Roman über eine ganz besondere Freundschaft, der durch eine großartige Hintergrundkulisse und lebendige Charaktere überzeugt.
Spannender Rügen-Krimi
Inselmord von Katharina Peters
Auf der Halbinsel Mönchgut wird in der Nähe des Nonnenlochs die Leiche der fünfundzwanzigjährigen Svenja gefunden. Sie wurde offenbar ermordet. Romy Beccare nimmt mit ihrem Team die Ermittlungen auf. Doch zunächst laufen alle Hinweise ins Leere. Denn die junge Frau, die oft ihre Zeit auf Rügen verbrachte und demnächst sogar auf die Insel ziehen wollte, hatte offenbar keine Feinde.
Dann stellt sich allerdings heraus, dass Svenja vor sieben Jahren mit ihrer Schulklasse auf der Insel war und dass bei diesem Ausflug eine Klassenkameradin zunächst spurlos verschwand und Monate später tot aufgefunden wurde. Dieser Todesfall wurde damals als Unglück eingestuft. Romy Beccare beginnt genauer nachzuforschen und stößt dabei auf Unglaubliches....
"Inselmord" ist bereits der zwölfte Band, in dem Kommissarin Romy Beccare auf Rügen ermittelt. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind und die privaten und beruflichen Nebenhandlungen bei diesen Ermittlungen nicht zu viel Raum einnehmen, kann dieser Teil der Reihe problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
Die Handlung startet mit einem düsteren Prolog, der sofort das Interesse weckt. Der Einstieg ins Geschehen gelingt mühelos, da es die Autorin wieder hervorragend versteht, Handlungsorte und Protagonisten so lebendig zu beschreiben, dass man alles vor Augen hat und ganz in die Ermittlungen eintauchen kann. Die gestalten sich dieses Mal mehr als rätselhaft. Denn offenbar scheint Svenja keine Feinde gehabt zu haben, die zu einem Mord fähig wären.
Doch Romy Beccare ist für ihre ungewöhnlichen und hartnäckigen Ermittlungen bekannt und geht jeder noch so winzigen Spur nach. Das Team ergänzt sich wieder perfekt, wodurch die Spurensuche fesselnd und authentisch wirkt. Gemeinsam mit den Ermittlern versucht man die mühsam zusammengetragenen Puzzleteilchen zu einem stimmigen Bild zusammenzufügen. Doch hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Außerdem scheinen einige Protagonisten mehr zu wissen, aber aus Angst zu schweigen. Die Spannung ist deshalb durchgehend spürbar und kann sich im Verlauf der Ereignisse sogar steigern, da es zu einigen überraschenden Wendungen kommt.
Ein spannender Rügen-Krimi, bei dem man bis zur letzten Seite miträtseln kann.
Nichts für schwache Nerven!
Spinnennetz von Lars Kepler
Nach den dramatischen Ereignissen, die sich im letzten Band zugetragen haben, ist Saga Bauer noch nicht wieder für den Einsatz im Polizeidienst geeignet, sondern arbeitet in der Zwischenzeit in einer Detektei. Dennoch erreicht Saga eine handgeschriebene Postkarte, die mit einem Anagramm des Serienkillers Jurek Walter unterschrieben ist und auf der eine Drohung gegen Joona Linna ausgesprochen wird.
Außerdem wird darauf hingewiesen, dass nur Saga Joona retten kann. Als Saga Joona davon berichtet, winkt er ab, denn Jurek Walter ist tot und kann ihm nichts mehr anhaben. Doch schon bald stellt sich heraus, dass die Drohung ernst gemeint ist. Ein spannender Wettlauf gegen die Zeit beginnt...
"Spinnennetz" ist bereits der neunte Fall für Joona Linna. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen sicher auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Denn wichtige Hintergrundinformationen werden kurz angeschnitten. Dennoch empfiehlt sich die Einhaltung der Reihenfolge, da die Charaktere schon einiges zusammen durchgestanden haben. Außerdem werden in diesem Band Rätsel aus den Vorgängern gelüftet, wodurch man sich den eventuell den Lesespaß verdirbt, wenn man nicht chronologisch vorgeht.
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, die häufig an entscheidenden Stellen wechseln. Dadurch wird bereits früh ein hohes Tempo aufgebaut, dem man sich nur schwer entziehen kann. Der Täter schlägt schnell zu und scheint den Ermittlern immer den entscheidenden Schritt voraus zu sein. Man fiebert mit den Akteuren mit und versucht selbst auf die Lösung der Rätsel zu kommen, die der Täter den Ermittlern immer wieder stellt. Doch es scheint aussichtslos zu sein. Der Killer geht eiskalt und äußerst brutal vor. Dieser Thriller ist deshalb definitiv nichts für schwache Nerven.
Ein Pageturner, der durch gnadenlose Spannung, rasante Szenenwechsel und nervenaufreibende Rätsel überzeugt!
Spannender Pageturner!
Die Herzchirurgin von Jack Jordan
Als die anerkannte Herzchirurgin Anna Jones nach einem langen Tag von der Arbeit kommt, sind fremde Männer in ihrem Haus, die gerade Wanzen und Kameras anbringen. Annas Sohn Zack ist verschwunden und die nette Nachbarin, die sich in den Nachmittagsstunden um ihn kümmert, wurde kaltblütig ermordet.
Die Männer geben Anna eindringlich zu verstehen, dass sie ihren Sohn nur dann lebend wiedersehen wird, wenn sie dafür sorgt, dass der Politiker Ahmed Shabir, bei dem sie in den kommenden Tagen eine Operation am Herzen durchführen wird, den Eingriff nicht überlebt. Anna ist entsetzt. Wie soll sie sich entscheiden? Was wiegt schwerer, ihr ärztlicher Eid, niemals einem Patienten zu schaden, oder ihre Mutterliebe? Und wie soll sie es überhaupt anstellen, den angesehenen Politiker zu töten, ohne dass ein Verdacht auf sie zurückfällt? Denn die Entführer ihres Sohnes bestehen darauf, dass das nicht passieren darf....
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Abwechselnd schildern Anna Jones, die OP-Schwester Margot und die Ermittlerin Rachel ihre Sicht der Dinge. Durch die verwendete Ich-Perspektive bekommt man einen genauen Einblick in ihre jeweiligen Gedanken und Gefühle.
Dieser Thriller startet ohne langatmiges Vorgeplänkel. Man befindet sich sofort mitten im spannenden Geschehen und kann den Zwiespalt, in dem Anna sich befindet, glaubhaft nachvollziehen. Ihre Anspannung wird ebenfalls authentisch vermittelt. Obwohl sie auf andere eiskalt wirkt, bekommt man durch die verwendete Perspektive einen guten Eindruck von den Ängsten, die sie antreiben, die ausweglose Situation irgendwie zu überstehen. Dadurch fiebert man vom ersten Moment an mit ihr mit.
OP-Schwester Margot befindet sich in einem ganz anderen Dilemma. Hohe Schulden treiben sie dazu, Diebstähle zu begehen und die Spinde ihrer Kollegen zu plündern. Der Druck, dem sie ausgesetzt ist, wird ebenfalls hervorragend vermittelt.
Rachel, die die Ermittlungen im Mordfall der kaltblütig hingerichteten Nachbarin leitet, wird von den Dämonen ihrer eigenen Vergangenheit gejagt. Ihr Bauchgefühl sagt ihr, dass irgendwas nicht stimmt, doch ihre Kollegen vermuten, dass sie sich verrennt und den Fall nicht mit der nötigen Distanz betrachtet.
Alle Perspektiven sind durchgehend spannend. Man fiebert mit den Frauen mit und kann sich somit ganz auf diesen Thriller einlassen. Es kommt zu einigen Wendungen, die dafür sorgen, dass die früh aufgebaute Spannung nicht nachlässt, sondern sich stetig steigern kann. Das Buch entwickelt sich zu einem echten Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen mag, bevor man am Ende angekommen ist.
Ein spannender Pageturner, den man nur ungern aus der Hand legen mag.
Nicht so spannend wie erhofft
Northern Spy - Die Jagd von Flynn Berry
Tessa ist alleinerziehende Mutter des kleinen Finn, der gerade wenige Monate alt ist. Sie arbeitet bei der BBC in Belfast und ist noch dabei, sich an den Spagat zwischen Berufs- und Privatleben zu gewöhnen. Doch dann gerät ihr ganzes Weltbild ins Wanken, als sie ihre Schwester Marian im Fernsehen, als Täterin bei einem Raubüberfall der IRA, sieht.
Tessa ist fassungslos und kann nicht glauben, dass Marian sich der IRA freiwillig angeschlossen hat. Tessa liebt ihre Schwester, doch noch mehr liegt ihr der kleine Finn am Herzen. Um ihn zu schützen, würde sie alles tun. Tessa muss Entscheidungen treffen, doch sie weiß schon bald nicht mehr, wem sie vertrauen kann...
Die Handlung wird in der Ich-Form, aus der Sicht von Tessa, geschildert. Sie ist eine eher ruhige Erzählerin, die durch ihre detaillierten Ausführungen dafür sorgt, dass man mit Informationen, was es bedeutet, in Belfast zu leben und beinahe täglich mit den Auswirkungen des Nordirlandkonflikts konfrontiert zu werden, versorgt wird. Außerdem lässt sie die Leserinnen und Leser an ihrem Alltag mit Finn teilhaben. Diese Schilderungen wirken zwar auf Dauer ein wenig zu ausufernd, da sie den Lesefluss hemmen und man das Gefühl hat, auf der Stelle zu treten, sorgen aber dennoch dafür, dass man ihren Zwiespalt nachvollziehen kann. Sie glaubt fest an ihre Schwester, muss aber auch immer die Sicherheit von Finn im Hinterkopf behalten.
Die Atmosphäre der Erzählung ist düster und wirkt gefährlich. Man hat das Gefühl, dass Tessa auf einem Pulverfass sitzt, das jederzeit hochgehen könnte. Die Handlungsorte werden lebendig geschildert, wodurch man alles mühelos vor Augen hat. Leider betrachtet man die Charaktere etwas distanziert. Obwohl man, durch die gewählte Erzählform quasi in Tessas Haut steckt, kommt man ihr nicht richtig nah. Die Handlung selbst ist durchgehend interessant, doch leider kommt die Spannung, die man von einem Thriller erwartet, etwas zu kurz. Denn dafür verliert sich die Erzählung zu oft in Nebensächlichkeiten. Zum Ende hin stellt sich die bis dahin vermisste Spannung allerdings doch noch ein, denn die Ereignisse beginnen sich zu überschlagen.
Eine interessante Erzählung, die sich allerdings zu oft in Nebensächlichkeiten verliert, um durchgehend spannend zu wirken.
Konnte mich leider nicht ganz überzeugen
Bissle Spätzle, Habibi? von Abla Alaoui
Amaya ist 30 Jahre alt, stammt aus einer marokkanischen Einwandererfamilie und zum Entsetzen ihrer Eltern noch immer Single, obwohl ihre jüngeren Geschwister bereits ihre Lebenspartner gefunden haben. Amayas Mutter ist der Meinung, dass sich das ändern muss. Kurzerhand wird für Amaya ein Profil auf der muslimischen Dating-App Minder erstellt.
Dort sticht Amayas Mutter sofort Ismael ins Auge. Sie findet, dass er der passende Mann für Amaya wäre. Amaya verabredet sich mit Ismael und findet ihn sofort sympathisch, doch der besondere Funke will einfach nicht überspringen. Dieser stellt sich allerdings ein, als sie Ismaels besten Freund Daniel kennenlernt. Doch er ist Atheist und außerdem Schwabe. Amaya weiß nicht, wie sie das ihren Eltern beibringen soll....
Der Einstieg in diesen Roman gelingt durch den lockeren Schreibstil mühelos. Amaya wirkt sympathisch und schildert die Ereignisse aus ihrer Sicht. Es gelingt ihr hervorragend, die Szenen so lebendig zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, selbst mitten im turbulenten Familienchaos zu sein. Man merkt, wie sehr die Familienmitglieder miteinander verbunden sind und dass die muslimischen Traditionen fest in den Alltag integriert sind.
Neben den aktuellen Ereignissen gibt es auch immer wieder Rückblicke in Amayas Vergangenheit. Diese sollen sicher dazu führen, dass man Amaya näher kennenlernt, um damit ihren späteren Zwiespalt, den Mann ihrer Träume zu heiraten, aber gleichzeitig die Erwartungen ihrer Eltern zu erfüllen, besser nachvollziehen kann. Die Rückblicke wirken allerdings zuweilen etwas ausufernd und bremsen den Erzählfluss der Haupthandlung. Dennoch sorgen sie nach und nach dafür, dass man Amayas Ängste nachempfinden kann. Dadurch, dass sie es allen Seiten recht machen will, kommt es zu chaotischen Situationen. Doch leider wirken diese Szenen nur ansatzweise humorvoll, denn man behält immer im Hinterkopf, wie es Daniel damit geht, so von Amaya verleugnet zu werden. Die Lügen, in die Amaya sich verstrickt, werden immer schlimmer, wodurch sie Sympathien einbüßt.
Mich hat der lockere Schreibstil sofort angesprochen, wodurch ich das Gefühl hatte, das turbulente Familienleben hautnah mitzuerleben. Amaya wirkte auf mich herzlich und sehr sympathisch. Doch mit jeder weiteren Lüge hat sie bei mir Sympathiepunkte verloren, wodurch ich das ein oder andere Mal den Kopf schütteln musste und die große Liebe, die sie Daniel entgegenbringt, nicht mehr glaubhaft fand.
Mein Fazit: kann man lesen, muss man aber nicht.
Spannende Fortsetzung
Grenzfall - In der Stille des Waldes von Anna Schneider
Oberkommissarin Alexa Jahn erholt sich noch von der Schussverletzung, die sie beim letzten Einsatz davongetragen hat. Ihr Chef rät ihr dringend zu einer Auszeit, damit Alexa die Schulter auskurieren und die Ereignisse verarbeiten kann. Doch Untätigkeit ist einfach nichts für die junge Oberkommissarin.
Als ihr ehemaliger Partner plötzlich vor ihrer Haustür steht und den Verdacht äußert, dass Alexa und er in einem alten Fall vermutlichen den falschen Täter verhaftet haben, begleitet sie ihren alten Kollegen spontan in die Berge, um nach dem richtigen Täter zu fahnden. Da die beiden auch im österreichischen Gebiet unterwegs sind, versucht Alexa Kontakt zu Chefinspektor Bernhard Krammer aufzunehmen. Doch der hat es gerade mit einem äußerst rätselhaften Fall zu tun...
"In der Stille des Waldes" ist bereits der dritte Band der Grenzfall-Serie, in der man der deutschen Oberkommissarin Alexa Jahn und dem österreichischen Chefinspektor Bernhard Krammer bei ihren Ermittlungen über die Schulter schaut. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Allerdings gibt es in dieser Reihe besonders interessante Nebenhandlungen, die sich fortsetzen. Deshalb empfiehlt es sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Reihenfolge einzuhalten.
Die Handlung startet kurze Zeit nach dem Abschluss des vorherigen Teils. Die beteiligten Hautcharaktere sind deshalb noch nicht wieder voll einsatzfähig, bzw. haben noch mit den Nachwirkungen zu kämpfen. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei man abwechselnd die österreichischen Ermittlungen von Krammer und die eher privaten Nachforschungen von Alexa Jahn auf deutschem und österreichischem Boden beobachtet. Außerdem gibt es immer wieder Einschübe, die man zunächst nicht zuordnen kann.
Die Ermittlungen von Krammer sind rätselhaft und laden dazu ein, eigene Überlegungen anzustellen. Doch in diesem Fall ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Deshalb ist das Ganze nicht so leicht zu durchschauen. Doch auch die Nachforschungen von Alexa und ihrem ehemaligen Partner wirken nicht nur durchgehend interessant, sondern werden von Seite zu Seite spannender. Da die Perspektiven häufig an entscheidenden Stellen wechseln, gerät man früh in den Sog der Ermittlungen.
Handlungsorte und Protagonisten werden so lebendig beschrieben, dass man das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein. Beide Fälle spitzen sich zu, wodurch die Spannung zum Ende hin deutlich ansteigt. Obwohl die Ermittlungen zufriedenstellend aufgeklärt werden, gibt es am Ende einen Cliffhanger, der dafür sorgt, dass man unbedingt den nächsten Teil lesen möchte.
Eine spannende Fortsetzung, die durch authentische Ermittlungen, eine gelungene Hintergrundkulisse und sympathische Charaktere überzeugt.
Spannender Pageturner!
Rachejagd - Verraten von Nica Stevens; Andreas Suchanek
Die Journalistin Anna Jones und der FBI-Agent Nick Coleman sind noch dabei, die dramatischen Ereignisse, die durch den perfiden Killer ausgelöst wurden, der die beiden töten wollte, zu verarbeiten. Gemeinsam besuchen die beiden eine Hochzeit und wollen danach einen dringend benötigten Urlaub antreten.
Doch auf der Hochzeit treffen sie ihren ehemaligen Schulfreund Roger. Roger bittet die beiden um Hilfe, denn in dem Forschungslabor, in dem er unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen arbeitet, hat es einen rätselhaften Todesfall gegeben. Als Anna und Nick sich mit Roger treffen, gerät die Situation außer Kontrolle, da ein unbekannter Schütze das Feuer eröffnet. Und plötzlich befinden sich Anna und Nick wieder in einem äußerst perfiden Spiel, bei dem der Drahtzieher über Leichen geht. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.....
"Verraten" ist nach "Gequält" der zweite Band der Rachejagd-Trilogie. Da die Handlung der Bände aufeinander aufbaut, ist es sinnvoll die Reihenfolge einzuhalten.
Der erneute Einstieg ins Geschehen gelingt mühelos. Durch geschickt eingestreute Informationen hat man die dramatischen Ereignisse, die sich im Auftaktband zugetragen haben, sofort wieder in Erinnerung. Die Handlung setzt kurz nach dem Ende des ersten Teils ein. Man kann sehr gut nachvollziehen, dass die beiden Hauptprotagonisten die Ereignisse noch nicht verarbeitet haben und sich auf die geplante Auszeit freuen. Doch dazu wird es nicht kommen, denn der perfide Killer drängt sich erneut in das Leben von Anna und Nick.
Diese Fortsetzung hält sich nicht mit langatmigem Vorgeplänkel auf. Man wird sofort mitten ins spannende Geschehen geworfen. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da die Wechsel häufig an entscheidenden Stellen platziert sind, wird von Anfang an ein hohes Tempo aufgebaut, dem man sich nicht entziehen kann. Man gerät unmittelbar in den Sog der Ereignisse und folgt atemlos dem Verlauf.
Nick und Annas Gegenspieler hat alles sorgfältig geplant und scheint den Ermittlern immer den entscheidenden Schritt voraus zu sein. Er treibt ein perfides Spiel mit den beiden. Nichts und niemand scheint ihn dabei stoppen zu können. Es kommt zu gnadenlos spannenden Szenen. Man fiebert mit und versucht zu erahnen, wer hinter dem Ganzen stecken könnte. Doch der Killer lässt sich nicht in die Karten schauen. Das Ganze gipfelt in einem äußerst spannenden Finale und wenn man schließlich meint, dass man aufatmen kann, kommt es am Ende zu einer Szene, die einen fassungslos zurücklässt. Dadurch wird die Neugier auf den Abschlussband definitiv geweckt.
Eine spannende Fortsetzung, die durch atemberaubende Szenen und ein hohes Tempo überzeugt.
Temporeich und spannend
NIGHT - Nacht der Angst von Riley Sager
Nachdem Charlies Freundin Maddy vom Campus-Killer ermordet wurde, läuft Charlies Leben völlig aus dem Ruder. Denn sie gibt sich eine Mitschuld am Tod von Maddy, da sie diese an jenem Abend alleine zurückgelassen hat und nicht gemeinsam mit ihr nach Hause gegangen ist. Charlie beschließt, nicht bis zum Ende des Semesters zu warten, sondern sofort zu ihrer Großmutter zu fahren, um dort zur Ruhe zu kommen.
Dafür braucht sie dringend eine Mitfahrgelegenheit. Das Angebot von Josh, Charlie mitzunehmen, scheint der Himmel zu schicken. Doch eigentlich ist Josh ein Fremder. Kann Charlie es wirklich riskieren, die weite Strecke nachts mit ihm zu fahren, obwohl Maddys Mörder noch nicht gefasst wurde? Während der Fahrt verdichten sich die Hinweise darauf, dass mit Josh irgendetwas nicht stimmt...
Riley Sager hält sich nicht mit langatmigen Einführungen auf, sondern startet gleich voll durch. Man merkt sofort, dass Charlie irgendwie neben der Spur ist und einfach nur weg vom Campus will, da sie dort alles an ihre ermordete Freundin Maddy erinnert. Auch wenn man nur schwer nachvollziehen kann, warum sie ausgerechnet abends in das Auto von Josh steigt, den sie ja eigentlich gar nicht kennt, obwohl sie Bedenken hat, dass der Killer schon bald sein nächstes Opfer suchen könnte, nimmt man diesen Umstand als gegeben hin. Charlies Bedenken sorgen dafür, dass man von Anfang an ein mulmiges Gefühl hat und Josh deshalb ebenfalls misstrauisch beobachtet.
Die unterschwellige Anspannung, die im Auto herrscht, sorgt für Gänsehautmomente. Es ist beinahe so, als ob man selbst mit den beiden im Wagen sitzen würde, um gemeinsam durch die Nacht zu fahren. Man fragt sich, ob Charlies Eindrücke verlässlich sind. Denn sie ist geradezu besessen von alten Filmen und zuweilen laufen diese in ihrem Unterbewusstsein ab, sodass sie regelrecht weggetreten ist. Was ist wahr und was ist Einbildung? Ist Josh wirklich der, der er zu sein vorgibt? Und warum bricht Charlie die Fahrt nicht einfach ab, wenn sie ihm doch so sehr misstraut?
Riley Sager versteht es hervorragend, die Spannung von Anfang an zu vermitteln und durchgehend zu halten. Immer, wenn man meint, dass man nun genau weiß, was vor sich geht, kommt es zu unerwarteten Wendungen, die dafür sorgen, dass man weiterhin im Dunkeln tappt. Man ist hin- und hergerissen, weiß nicht, was man glauben soll und gerät in den Sog der Ereignisse. Das Ganze gipfelt in einem actionreichen Finale, das Nerven kostet.
Eine spannende Fahrt durch die Nacht, die zwar stellenweise etwas konstruiert wirkt, aber dennoch durch ein hohes Tempo, unerwartete Wendungen und die unglaublich angespannte Atmosphäre überzeugt!
Gefühlvoll und mitreißend erzählt
Match on Ice von Allie Well
Romy ist Eiskunstläuferin und tritt gemeinsam mit ihrem Ex-Freund Dan im Paarlauf bei Wettbewerben an. Beim Training kommt es zu einem folgenschweren Unfall, der durch die Rivalität zwischen Eishockeyspielern und Eiskunstläufern ausgelöst wird. Der Schock sitzt bei Romy so tief, dass sie Angst hat, ihre Sprünge zu absolvieren.
Die Trainer der Teams legen fest, dass Jack, der Kapitän der Eishockeymannschaft, Romy dabei unterstützen muss, ihre Nervosität zu überwinden. Jack und Romy sind nicht gerade begeistert davon. Doch dann stellt sich heraus, dass die erzwungene Teamarbeit gar nicht so schlimm ist...
Die Handlung wird in der Ich-Form, aus der Sicht der Hauptprotagonistin, geschildert. Dadurch bekommt man einen hautnahen Einblick in Romys Gedanken und Gefühle. Sie wirkt vom ersten Moment an sympathisch, wodurch man gerne in ihrer Haut steckt. Romys Verzweiflung, plötzlich die Fähigkeit verloren zu haben, gewagte Sprünge zu absolvieren, wird glaubhaft vermittelt. Man leidet mit ihr und hofft, dass sie ihre Angst überwinden kann. Romy ist eine begabte Erzählerin, denn sie schildert die Ereignisse so lebendig, dass man das Gefühl hat, alles vor Augen zu haben. Da sie einen wunderbaren Humor hat, muss man beim Lesen außerdem gelegentlich schmunzeln.
Die anderen Charaktere werden von Romy so beschrieben, dass sie beim Lesen zum Leben erwachen. Man entwickelt dabei nicht nur Sympathien, sondern auch spontane Abneigungen. Dadurch kann man sich ganz auf die Geschichte einlassen. Die Gefühle, die sich zwischen Romy und Jack entwickeln, werden glaubhaft vermittelt. Dadurch wachsen die beiden einem beim Lesen ans Herz. Es gibt spannende Wendungen, die dazu führen, dass man durchgehend mitfiebert. Die Hintergrundkulisse, dass beide Hauptcharaktere Eissport betreiben, fließt außerdem authentisch in die Geschichte ein und wirkt sehr gut recherchiert.
"Match on Ice" ist ein einfühlsam erzählter Liebesroman, der durch die gelungene sportliche Hintergrundkulisse und Charaktere, mit denen man einfach mitfiebern muss, überzeugt.











