Kunden em pfehlungen
Rezensionen von KimVi:
Spannender Pageturner!
Rot. Blut. Tot. von Anne Nordby
Kirsten Vinther und Jesper Bæk von der Kopenhagener Mordkommission werden zum Fundort einer grausam zugerichteten Leiche gerufen. Der ermordete Mann hätte ohnehin nicht mehr lange zu leben gehabt, deshalb stellt sich die Frage, warum er auf diese unmenschliche Weise sterben musste. Kirsten Vinther und Jesper Bæk ermitteln in alle Richtungen, bis sich herausstellt, dass der Wolf von Møn nach 30 Jahren Haft entlassen wurde und dass er im Haus des Ermordeten lebt.
Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...
"Rot.Blut.Tot." ist nach "Eis.Kalt.Tot." der zweite Band, in dem Kirsten Vinther und Jesper Bæk von der Kopenhagener Mordkommission ermitteln und ihre gemeinsame Kollegin, die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen hinzuziehen. Den aktuellen Ereignissen kann man sicher auch dann problemlos folgen, wenn man den ersten Teil nicht gelesen hat, da wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung einfließen. Wenn man allerdings an der Weiterentwicklung der Charaktere interessiert ist, dann sollte man, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, mit dem ersten Band starten.
Auch in diesem Band gelingt es der Autorin hervorragend, sofort Interesse an der Handlung zu wecken. Die Charaktere und die Schauplätze werden so lebendig geschildert, dass man das Gefühl hat, alles genau zu beobachten. Dadurch ist man sofort mitten im spannenden Geschehen. Dieser Fall hat es wirklich in sich. Die Leichen werden grausam zugerichtet, doch zunächst fehlt die entscheidende Spur, um dem Täter auf die Schliche zu kommen. Die Ermittlungen wirken sehr authentisch, wodurch man dazu angeregt wird, eigene Überlegungen anzustellen.
Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet, wodurch man über etwas mehr Wissen als die Ermittler verfügt. Dennoch gelingt es zunächst nicht, die zusammengetragenen Puzzleteilchen zu einem stimmigen Bild zusammenzusetzen. Da die Kapitel oft an entscheidenden Stellen stoppen, gerät man früh in den Sog der Ereignisse. Die Spannung baut sich nicht nur früh auf, sondern kann sich stetig steigern. Zum Ende hin fließen alle Handlungsstränge schlüssig zusammen und gipfeln in einem rasanten Finale.
Ein spannender Fall, der sich früh zu einem echten Pageturner entwickelt, wodurch man das Buch nur ungern aus der Hand legen mag.
Spannender Nordsee-Krimi
Akte Nordsee - Der Teufelshof von Eva Almstädt
Die Anwältin Fentje Jacobsen ist auf die Hochzeit eines alten Freundes eingeladen. Es wird ein rauschendes Fest gefeiert, das bis in die Morgenstunden dauert. Als eine Nachbarin der Brautleute am nächsten Morgen Hilfe braucht, betritt sie den Hof der Familie. Sie macht dort eine grauenvolle Entdeckung, denn der Bräutigam ist angeschossen und seine Eltern liegen ermordet im Bett.
Nur die Braut wird unverletzt in der Scheune aufgefunden. Als die Polizei scheinbar keinen anderen Hinweisen nachgeht, sondern davon ausgeht, dass die Braut für diese schreckliche Tat verantwortlich ist, beginnt Fentje Jacobsen auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei trifft sie wieder auf den Journalisten Niklas John, der die Braut von früher kennt und ebenfalls davon überzeugt ist, dass sie unschuldig ist. Fentje und Niklas ahnen nicht, dass ihre Nachforschungen sie in große Gefahr bringen werden...
"Der Teufelshof" ist nach "Am dunklen Wasser" der zweite Band der Akte-Nordsee-Reihe. Man kann den aktuellen Ereignissen aber auch dann mühelos folgen, wenn man den Auftakt nicht gelesen hat, denn wichtige Hintergrundinformationen zu den Hauptprotagonisten werden in die Handlung eingestreut. Um die Weiterentwicklung der Hauptcharaktere und ihr zunächst eher angespanntes Verhältnis nachzuvollziehen, empfiehlt es sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Reihenfolge einzuhalten.
Eva Almstädt gelingt es wieder hervorragend, Handlungsorte und Charaktere so zu beschreiben, dass man sofort mitten im Geschehen ist. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und versucht, eigene Schlüsse zu ziehen. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, bei denen man sowohl der Anwältin Fentje Jacobsen als auch dem Journalisten Niklas John über die Schulter schaut. Beide stellen ihre Nachforschungen zunächst unabhängig voneinander an und tragen dabei unterschiedliche Puzzleteilchen zusammen. Obwohl man durch die wechselnden Perspektiven einen guten Überblick bekommt, kann man sich nicht vorstellen, wer und was genau hinter der grausamen Tat steckt. Der Fall ist äußerst rätselhaft und gut dazu geeignet, eigene Überlegungen anzustellen.
Der Schreibstil ist flüssig und äußerst angenehm lesbar. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse und möchte unbedingt ergründen, was im Haus der Brautleute geschah. Da Niklas und Fentje offenbar in ein Wespennest stechen, geraten sie in Gefahr. Das sorgt dafür, dass sich die bereits aufgebaute Spannung nochmals steigert.
Ein spannender Nordsee-Krimi, der durch ein sympathisches Ermittlerteam überzeugt und dazu anregt, eigene Überlegungen anzustellen. Krimifans dürften hier voll auf ihre Kosten kommen.
Spannende Ermittlungen
Die Schrift von Elias Haller
Die Prostituierte Lena Karasek wird vermisst. Arne Stiller ist verwundert, dass der Vermisstenfall auf seinem Schreibtisch landet und schenkt ihm kaum Beachtung. Das ändert sich schlagartig, als Lena Karasek grausam verstümmelt und mehr tot als lebendig gefunden wird. Auf Lenas Rücken befindet sich ein rätselhaftes Tattoo.
Arne Stiller ahnt, dass er die Schrift auf Lenas Rücken schnell entschlüsseln muss, um dem Täter auf die Schliche zu kommen...
"Die Schrift" ist bereits der fünfte Band, in dem der Kryptologe Arne Stiller, gemeinsam mit seiner Kollegin Inge Allhammer, ermittelt. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen sicher auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Serie gelesen hat.
Der Thriller startet ohne langatmiges Vorgeplänkel, denn der Autor sorgt dafür, dass man sofort mitten im spannenden Geschehen ist. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Die Kapitel sind relativ kurz und stoppen häufig an entscheidenden Stellen, wodurch schon früh ein hohes Tempo aufgebaut wird, dem man sich nur schwer entziehen kann. Außerdem gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit einer unbekannten Person. Man hat den Verdacht, dass es sich um den Täter handeln könnte. Doch die Informationen sind zu knapp, um konkrete Rückschlüsse zu ziehen.
Elias Haller gelingt es mal wieder hervorragend, Spuren auszulegen, denen man nur allzu bereitwillig folgt. Man versucht den Täter auf eigene Faust zu ermitteln, ist jedoch hin- und hergerissen und weiß nicht, wem man dieses abscheuliche Verbrechen zutrauen soll. Dadurch wird die früh aufgebaute Spannung nicht nur durchgehend gehalten, sondern kann sich im Verlauf sogar noch steigern. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen allerdings nicht sein, denn der Täter verlangt seinen Opfern einiges ab und Elias Haller versteht es meisterhaft, die entsprechenden Szenen so zu beschreiben, dass man dazu die passenden Bilder vor Augen hat. Das große Finale kommt dann allerdings ein wenig abrupt.
Nichtdestotrotz ein spannender Fall, der durch rasante Szenenwechsel und interessante Einblicke in die Kryptologie überzeugt!
Konnte mich leider nicht ganz überzeugen
Erinnere dich! von Max Reiter
Mittlerweile sind 20 Jahre vergangen, seit die Abiturientin Maja bei einer Wanderung mit ihren Freunden spurlos verschwand. 20 Jahre, in denen Majas damaliger Freund Arno Seitz jegliche Erinnerung an die vergangenen Ereignisse verdrängt hat. Doch nun kommt alles wieder hoch. Denn beim Abiturtreffen beschließen die ehemaligen Freunde, die Strecke noch einmal zu laufen.
Und Arno stellt dabei entsetzt fest, dass ihm die Erinnerungen, die sich langsam wieder einstellen, ganz und gar nicht gefallen. Geheimnisvolle Anrufe und Botschaften auf dem Smartphone fordern ihn eindringlich dazu auf, sich zu erinnern...
Die Handlung wird aus der Sicht von Arno Seitz betrachtet. Er erzählt die Geschichte langsam und ausschweifend. Da Arno durch die langsam einsetzenden Erinnerungen und die eindringlichen Aufforderungen aus der Bahn geworfen wird, drehen sich seine Gedanken im Kreis. Dies trifft leider auch auf weite Teile der Handlung zu.
Die Grundidee dieses Thrillers lässt auf eine spannende Erzählung hoffen, doch leider ist die Umsetzung ausbaufähig. Durch die gewählte Erzählform hat man eine eingeschränkte Sicht auf die Dinge. Das soll sicher den Reiz der Handlung ausmachen, denn man kann nicht ahnen, was wahr oder falsch ist, da nicht einmal Arno seinen Erinnerungen traut. Arno wirkt durch die lang verdrängten Ereignisse, die langsam ans Tageslicht kommen, wenig sympathisch. Wodurch man beim Lesen eine gewisse Distanz zu ihm aufbaut. Dadurch kann man sich nur schwer auf seine ausschweifenden Erzählungen einlassen.
Zum Ende hin steigt die Spannung endlich an. Es kommt zu einigen Wendungen, die zwar nicht unbedingt vorhersehbar wirken, aber dennoch zu erwarten sind.
Ich persönlich hatte mir von diesem Thriller mehr erhofft. Für meinen Geschmack wurde die Handlung zu ausschweifend erzählt, wodurch ich das Gefühl hatte, auf der Stelle zu treten. Deshalb vergebe ich auf meiner persönlichen Skala auch nur drei knappe Bewertungssternchen und die Empfehlung, sich selbst ein Bild zu machen.
Herzerwärmend
Das Haus der Sommerfreundinnen von Sarah Morgan
Obwohl Joanna Whitman mittlerweile ein Jahr von ihrem Mann, einem berühmten Fernsehkoch, geschieden ist, setzt ihr die Nachricht zu, dass er bei einem Autounfall gestorben ist. Denn Joanna ahnt, dass sich die Presse nun wieder auf sie stürzen wird, um Halbwahrheiten und Spekulationen zu verbreiten.
Wie mag es da erst der unbekannten Frau gehen, die ebenfalls im Auto saß, als es zum Unfall kam? Als erste Gerüchte, dass die Frau schwanger ist, von den Medien verbreitet werden und Joanna ein unscharfes Foto der Frau sieht, weiß sie, dass sie ihr helfen muss. Joanna reist mit ihr nach Silver Point. Gemeinsam verschanzen sich die beiden Frauen in Joannas Elternhaus. Dabei beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft...
Sarah Morgans Romane zeichnen sich durch eine einzigartige Atmosphäre aus, in der man sich sofort wohlfühlt und so ist es auch bei ihrem aktuellen Sommerroman. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, in denen abwechselnd Joanna, Ashley (die junge Frau, die ebenfalls im Unfallwagen saß) und Mel, Joannas ehemals beste Freundin, im Zentrum der Ereignisse stehen. Dadurch bekommt man einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle der drei Frauen und kann beobachten, was sie voneinander denken und wie sie aufeinander wirken.
Die Charaktere wirken so authentisch, dass man sich voll und ganz in ihre jeweiligen Situationen hineinversetzen kann. Man kann sich problemlos auf die Hautprotagonistinnen einlassen und ihre Sorgen und Nöte nachvollziehen. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse und mag sich kaum vom Gelesenen lösen. Sarah Morgan erzählt eine herzerwärmende Geschichte über gute und schlechte Entscheidungen, verpasste Chancen und den Mut zum Neuanfang. Durch die ganz besondere Atmosphäre und die sympathischen Charaktere, mit denen man sich problemlos identifizieren kann, hat man beim Lesen das Gefühl, hautnah dabei zu sein. Man fiebert mit den Protagonistinnen mit und mag das Buch erst aus der Hand legen, wenn man am Ende angekommen ist.
Ein einfühlsam erzählter Roman, der durch eine ganz besondere Atmosphäre und authentische Charaktere überzeugt.
Gelungener Auftakt
Willkommen in Rodderbach von Petra Schier
Larissa Weiß ist eine junge und ziemlich erfolgreiche Autorin. Nach der unschönen Trennung von ihrem Mann, die Larissa gefühlsmäßig sehr verletzt hat, mietet sie sich im Eifelstädtchen Rodderbach ein. In der Ferienwohnung der Familie Mahler will sie nicht nur für ihren neuen Roman recherchieren, sondern auch zur Ruhe kommen.
Die Mahlers nehmen Larissa mit offenen Armen auf, bieten ihr Familienanschluss, aber auch die Zeit, die sie so dringend für sich selbst benötigt. Der attraktive Sohn der Mahlers bemüht sich sehr um Larissa und wenn sie ehrlich ist, dann muss sie zugeben, dass er ihr verletztes Herz schneller schlagen lässt. Doch Larissa hat sich geschworen, sich nie wieder auf einen Mann einzulassen, mit dem sie wenig Gemeinsamkeiten hat...
Dieser Roman ist der Auftakt zu einer neuen Serie. Deshalb lernt man nicht nur Larissa näher kennen, sondern auch das fiktive Städtchen Rodderbach und seine Bewohner. Petra Schier versteht es wieder hervorragend, den Handlungsort so anschaulich zu beschreiben, dass man beinahe meint, selbst durch die Gassen zu streifen, um alles zu erkunden. Die Protagonisten wirken so lebendig, dass man sie vor Augen hat und sich in Rodderbach willkommen fühlt. Dadurch schwebt eine äußerst angenehme Wohlfühl-Atmosphäre zwischen den Zeilen.
Im Zentrum der Geschichte steht Larissa. Sie wirkt vom ersten Moment an sympathisch. Man kann ihre Gedanken und Gefühle glaubhaft nachvollziehen. Außerdem gewährt sie interessante Einblicke in ihren Alltag als Autorin. Man erfährt, wie viel Arbeit, neben dem Schreiben und der Recherche nötig ist, um in diesem Beruf erfolgreich zu sein. Deshalb kann man auch die Verletzungen, die sie beim Scheitern ihrer Ehe erlitten hat, nachempfinden. Kein Wunder, dass Larissa sich nie wieder auf einen Mann einlassen möchte, der ganz anders als sie selbst ist. Doch der Sohn der Mahlers scheint dennoch Verständnis für Larissa zu haben. Deshalb kann man sich entspannt zurücklehnen, die beginnende Liebesgeschichte zwischen den beiden genießen und mit den Charakteren mitfiebern. Auch wenn Larissa Weiß und Holger Mahler bei diesem Band im Mittelpunkt stehen, wirken die anderen Protagonisten ebenfalls so interessant, dass man unbedingt erfahren möchte, wie es in Rodderbach weitergeht.
Ein gelungener Auftakt, der durch authentische Charaktere und eine hervorragend vermittelte Wohlfühl-Atmosphäre dafür sorgt, dass man am liebsten sofort in das fiktive Städtchen zurückkehren möchte.
Spannendes Katz- und Mausspiel
Going Zero von Anthony McCarten
Der Social-Media-Mogul Cy Baxter behauptet, dass FUSION, eine von ihm entwickelte Software, Terroristen und potentielle Gefährder schnell lokalisieren kann und dass FUSION, aufgrund der von ihr gesammelten Daten, sogar dazu in der Lage ist, mögliche Gefahren zu erkennen und diese so zu verhindern. Die amerikanischen Geheimdienste sind interessiert.
Deshalb steht der geheime Betatest der Software bevor. Zehn ausgesuchte Bewerber stellen sich der Herausforderung, 30 Tage unauffindbar zu bleiben. Dem Gewinner winkt ein Preisgeld von 3 Millionen Dollar. Auch Kaitlyn, eine Bibliothekarin aus Boston, versucht Fusion die Stirn zu bieten und unterzutauchen. Cy Baxter ist sich sicher, dass die unscheinbare Bibliothekarin unter den ersten Kandidaten sein wird, die FUSION aufspürt. Doch Kaitlyn entwickelt sich schon bald zu einer großen Herausforderung...
Der Autor versteht es von Anfang an, Interesse an der Handlung zu wecken. Diese wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Man schaut dabei sowohl den Jägern als auch den Gejagten über die Schulter. Dabei beobachtet man fasziniert, aber dennoch fassungslos, wozu die Software in der Lage ist. Beim Lesen schleicht sich deshalb ein mulmiges Gefühl ein.
An diesem Test nehmen nicht nur normale Bürger, wie die scheinbar arglose Bibliothekarin Kaitlyn teil, sondern auch Menschen, die aufgrund ihres beruflichen Hintergrunds ein große Herausforderung für FUSION sein sollten. Doch FUSION vermeldet schnell Erfolge. Dabei verfolgt man fasziniert, welche Vorkehrungen die Kandidaten treffen, um dann doch aufgespürt zu werden. Dadurch gerät man früh in den Sog der Ereignisse und wird außerdem zum Nachdenken angeregt.
In diesem Thriller erlebt man nicht nur ein spannendes Katz- und Mausspiel, sondern wird außerdem mit einigen Wendungen überrascht. Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Die Spannung kann dadurch nicht nur durchgehend gehalten werden, sondern steigt stetig an.
Ein hochspannendes Katz- und Mausspiel, das zum Nachdenken anregt.
Liebesroman mit Wohlfühl-Atmosphäre
Kuschelglück und Gummistiefel von Petra Schier
Ein Burn-out hat das Leben des erfolgreichen Anwalts Maik Zengler völlig aus der Bahn geworfen. Er muss kürzertreten und seinen anspruchsvollen Job in Berlin aufgeben, zumal er durch den Tod seiner Halbschwester, die Vormundschaft für seine Nichte Michelle und seinen Neffen Jakob übernommen hat. Gemeinsam mit dem jungen Airedale-Terrier-Mädchen Finchen kehren die drei der pulsierenden Hauptstadt den Rücken, um in Lichterhaven einen Neuanfang zu wagen.
Doch das ist gar nicht so einfach, denn die Kinder vermissen ihre Mutter und ihr gewohntes Umfeld. Gerade Michelle kann es sich nicht vorstellen, unter lauter Dorftrampeln in einem öden Kaff zu versauern. Maik muss versuchen, nicht nur sich selbst, sondern auch den Kindern gerecht zu werden. Dabei hat er keine Ahnung von Kindererziehung und vom Kochen schon mal gar nicht. Bei einem Einkauf im Supermarkt trifft er die Köchin Hannah, deren Blick fassungslos auf die Fertiggerichte in Maiks Einkaufswagen fällt. Obwohl Hannah Maik von seinem Besuch im letzten Jahr nicht gerade in guter Erinnerung hat, bietet sie an, ihm Nachhilfe beim Kochen zu geben...
"Kuschelglück und Gummistiefel" ist bereits der siebte Liebesroman der Lichterhaven-Reihe. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Serie gelesen hat. Lichterhaven ist ein kleiner, fiktiver Ort an der Nordseeküste. Petra Schier gelingt es hervorragend, den Ort und seine Bewohner so zu beschreiben, dass man sich sofort wohl- und als Teil der Gemeinschaft fühlt. Wenn man bereits Teile der Reihe gelesen hat, freut man sich über ein Wiedersehen mit bereits bekannten Charakteren und ist froh, dass man wieder Nordseeluft schnuppern und sich den Wind um die Nase wehen lassen kann.
Dieses Mal stehen Maik und Hannah im Zentrum der Handlung. Die beiden wirken sehr sympathisch, wodurch man sich mühelos auf ihre Geschichte einlassen kann. Ihre Gefühle wirken echt und nicht zu dick aufgetragen. Doch auch die anderen Charaktere, wie Michelle, Jakob und natürlich allen voran Airdale-Mädchen Finchen bereichern die Handlung und sorgen für Abwechslung. Dadurch, dass dieser Roman ohne klischeehafte Dramen auskommt, hebt er sich wohltuend aus der Masse hervor. Man kann beim Lesen jede Seite genießen und dabei einfach mal die Seele baumeln lassen.
Ein wunderbarer Liebesroman, der durch sympathische Charaktere, eine ganz besondere Wohlfühl-Atmosphäre und Nordsee-Feeling überzeugt.
Spannend und gut durchdacht
Gnadenlose Provence von Pierre Lagrange
Die Provence ist bei Radsportlern äußerst beliebt. In den kommenden Tagen soll sogar die Tour de France durch Carpentras führen. Ein echtes Higlight für Radsportfans. Doch dann wird ein Fahrradfahrer aus dem Hinterhalt erschossen. Noch bevor Castel und Theroux richtig mit den Ermittlungen starten können, erwischt der Scharfschütze den nächsten Radler.
Die Ermittlungen erhalten oberste Priorität, treten dennoch zunächst auf der Stelle. Der pensionierte Commissaire Albin Leclerc, der gerade von seiner Hochzeitsreise zurückkehrt, ahnt, dass er den ehemaligen Kollegen mal wieder unter die Arme greifen muss, um den Sniper zu stoppen. Doch Castel und Theroux verbitten sich jegliche Einmischung. Doch das ist für Albin Leclerc und seinen Mops Tyson keine Option.....
"Gnadenlose Provence" ist bereits der achte Fall, den der pensionierte Ermittler Albin Leclerc, gemeinsam mit Mops Tyson, in seinem Ruhestand verfolgt. Man kann den aktuellen Ereignissen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil der Serie gelesen hat, da die Bände in sich abgeschlossen sind und wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung eingestreut werden. Dennoch empfiehlt sich die Einhaltung der Reihenfolge, da man dann das ganz besondere Verhältnis, das Leclerc mit seinem Mops verbindet, leichter nachvollziehen kann. Außerdem versteht man dann besser, warum Castel und Theroux von Leclercs ständigen Einmischungen so genervt sind.
Der Fall selbst startet spannend. Gemeinsam mit den Ermittlern stellt man sich die Frage, was es mit den heimtückischen Morden auf sich hat und wer dahinter stecken könnte. Es gelingt dem Autor außerdem wieder hervorragend, die sommerliche Provence so lebendig zu beschreiben, dass man beinahe meint, selbst vor Ort zu sein, die Gerüche wahrzunehmen und die heißen Temperaturen zu spüren. Dadurch kann man sich ganz auf die Ermittlungen einlassen. Diese wirken authentisch und durchgehend interessant. Man wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen.
Mit einem Schmunzeln beobachtet man, wie Albin Leclerc auf eigene Faust ermittelt und dabei von seinem Mops unterstützt wird. Die beiden bilden ein herrliches Gespann und scheinen erfolgreicher als Castel und Theroux zu sein. Nach und nach nähern sie sich dem Täter und geraten mal wieder in eine dramatische und nicht ungefährliche Situation. Denn zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und gipfeln in einem spannenden Finale, das keine Fragen offen lässt.
Ein gut durchdachter und spannender Fall für Albin Leclerc und Mops Tyson.
Startet zunächst eher gemächlich, entwickelt sich dann aber zu einem echten Pageturner
One of the Girls von Lucy Clarke
Lexi fliegt mit fünf Freundinnen nach Griechenland, um ihren Junggesellinnenabschied zu feiern. Der Meerblick, den die Villa zu bieten hat, ist atemberaubend und das Wetter traumhaft. Doch schon bald wird die harmonische Stimmung getrübt, denn jede der anwesenden Frauen scheint Geheimnisse zu haben, die langsam ans Tageslicht kriechen.
Doch was führt dazu, dass am Ende jemand stirbt?
Ein kurzer, kursiv gesetzter Abschnitt, weist bereits am Anfang darauf hin, dass dieses Junggesellinnen-Wochenende tödlich verlaufen wird. Dadurch wird das Interesse sofort geweckt. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei alle sechs Frauen abwechselnd im Zentrum der Ereignisse stehen. Da die Wechsel entsprechend gekennzeichnet sind, fällt es allerdings leicht, den Überblick zu behalten.
Nach und nach lernt man die Frauen näher kennen. Man merkt sofort, dass es hinter den fröhlichen Fassaden brodelt. Durch weitere kursiv gesetzte Abschnitte, die einen Ausblick auf das künftige Geschehen liefern, aber dabei nie zu viel verraten, wird eine angespannte Atmosphäre erzeugt. Deshalb beobachtet man mit einem mulmigen Gefühl den Verlauf des Wochenendes.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Handlungsorte und Protagonisten werden so authentisch beschrieben, dass man beinahe meint, die griechische Sonne auf der Haut zu spüren, das Rauschen des Meeres zu hören und die Teilnehmerinnen vor sich zu haben. Man ist mittendrin und versucht die Ursache des drohenden Unheils auszumachen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn alle Frauen scheinen unterschiedliche Geheimnisse zu haben. Doch welches könnte dazu führen, dass dieses Wochenende tödlich endet? Man spürt die Gefahr, kann aber den Grund nicht ausmachen. Obwohl die Handlung zunächst eher gemächlich startet, da man alle Teilnehmerinnen kennenlernt und erst nach und nach ihre Geheimnisse lüftet, kann man sich dem Sog der bedrohlichen Atmosphäre schon bald nicht mehr entziehen. Immer, wenn man meint, dass man herausgefunden hat, was passieren wird, sorgen unverhoffte Wendungen für Überraschungen. Das Ganze gipfelt in einem atemberaubend spannenden Finale, bei dem sich die Ereignisse geradezu überschlagen.
Eine Geschichte, die zwar erst gemächlich startet, dann aber schnell Fahrt aufnimmt.











