Kunden em pfehlungen
Rezensionen von KimVi:
Spannend!
Nachtjagd von Jan-Erik Fjell
Als die Leiche einer Frau gefunden wird, deren Körper zahlreiche Wunden aufweist, nehmen Anton Brekke und sein Kollege Magnus Torp von der Osloer Kriminalpolizei die Ermittlungen auf. Die Spurenlage lässt den Schluss zu, dass der entflohene Serienmörder Stig Hellum wieder aktiv ist. Da Hellum äußerst gefährlich ist, wird die Sonderermittlungsgruppe, die sich intensiv mit ihm und seinem Verschwinden befasst hat, hinzugezogen.
Doch Hellum bleibt verschwunden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...
"Nachtjagd" ist bereits der sechste Fall einer Serie, in der Anton Brekke ermittelt. Bisher sind in Deutschland allerdings nur drei Teile erschienen. Man kann den aktuellen Ereignissen aber auch ohne Vorkenntnisse problemlos folgen, denn der Autor streut genug Hintergrundinformationen in die Handlung ein.
Diese trägt sich auf unterschiedlichen Zeitebenen zu. Im aktuellen Strang folgt man den spannenden Ermittlungen, weiterhin gibt es Rückblicke in das Jahr 2006. Zu diesem Zeitpunkt sitzt Nathan Sudlow in Texas im Todestrakt und wartet auf seine Hinrichtung. Dabei erzählt er einem Geistlichen von den Ereignissen, die sich Ende der 1990er Jahre zugetragen haben.
Der aktuelle Fall ist äußerst spannend. Gemeinsam mit den Ermittlern versucht man die Hinweise zu einem stimmigen Bild zusammenzusetzen. Doch das ist gar nicht so einfach. Immer, wenn man meint, dass man nun einer vielversprechenden Spur folgt, sorgen unerwartete Wendungen für Überraschungen. Da die Rückblicke in die Vergangenheit die aktuellen Ermittlungen konstant unterbrechen, wird die Spannung etwas ausgebremst. Dennoch folgt man auch den vergangenen Ereignissen interessiert und stellt sich dabei die Frage, wie sich alles verbinden wird. Zum Ende hin verknüpft der Autor alles gekonnt miteinander. Dann stellt man fest, dass die Rückblicke ein wichtiger Teil der Handlung sind.
Da Magnus Torp und Anton Brekke ein sympathisches Team bilden, die aktuellen Ermittlungen spannend und für einige Überraschungen gut sind, gerät man früh in den Sog der Handlung, die durch überraschende Wendungen kaum vorhersehbar wirkt.
Ein äußerst spannender Fall, der dafür sorgt, dass man gerne weitere Ermittlungen von Anton Brekke lesen möchte.
Spannend und brandaktuell
Nordwestschuld von Svea Jensen
Karla Hensel wird von ihrer Mitarbeiterin Inken Peters vermisst gemeldet. Da Inken Peters das Gefühl hat, dass Anna Wagner von der SoKo St. Peter-Ording ihre Meldung nicht ernst nimmt, verschafft sie sich Zugang zur Wohnung ihrer Chefin und stößt dort auf Facebook-Nachrichten, die den Anschein wecken, dass Karla Hensel einen Mann kennengelernt hat.
Offenbar hat sie diesem Mann sogar Geld überwiesen. Hat das etwas mit ihrem Verschwinden zu tun? Beinahe zeitgleich werden menschliche Skelettteile am Strand gefunden. Diese können schon bald Elke Färber zugeordnet werden, die vor knapp zwei Jahren unter ähnlichen Umständen wie Karla Hensel verschwand...
"Nordwestschuld" ist bereits der vierte Band der Soko-St.-Peter-Ording-Reihe, in der Anna Wagner und Hendrik Norberg gemeinsam ermitteln. Man kann den aktuellen Ereignissen aber auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Serie gelesen hat, da wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung eingestreut werden. Wenn man allerdings an der beruflichen und privaten Weiterentwicklung der Hauptcharaktere interessiert ist, dann empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge.
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Deshalb bekommt man einen guten Gesamtüberblick. Svea Jensen beschreibt Handlungsorte und Protagonisten so lebendig, dass man das Gefühl hat selbst vor Ort zu sein. Da sich die Ereignisse kurz vor Weihnachten zutragen, zeigt St. Peter Ording dieses Mal kein sommerliches Gesicht.
Der Fall der verschwundenen Frauen nimmt ungeahnte Ausmaße an. Denn die Ermittlungen können sich nicht nur auf nigerianische Mafia konzentrieren, die offenbar für die Facebook-Nachrichten verantwortlich ist und den Frauen so Liebe vorgegaukelt hat, um sie um ihr Erspartes zu erleichtern, da es auch im Umfeld der Frauen Verdachtsmomente gibt. Gemeinsam mit der SoKo St. Peter-Ording folgt man den Spuren und weiß schon bald nicht mehr, was man glauben soll. Die Handlung ist durchgehend spannend und kaum vorhersehbar. Krimifans dürften hier voll auf ihre Kosten kommen, da man eigene Überlegungen anstellen kann, sich aber auf Überraschungen einstellen muss. Am Ende laufen alle Handlungsfäden schlüssig zusammen.
Ein spannender und brandaktueller Fall, der die Neugier auf die Fortsetzung der Reihe weckt.
Konnte mich leider nicht ganz überzeugen
Etage 13 - Es gibt kein Entkommen, und deine Zeit läuft ab von C.M. Ewan
Der Tod ihres Mannes hat Kate Harding völlig aus der Bahn geworfen. Doch nun scheint es in ihrem Leben wieder einen Lichtblick zu geben, da sie ein unwiderstehliches Jobangebot erhält. Das Vorstellungsgespräch nimmt allerdings einen merkwürdigen Verlauf, denn die Fragen, die ihr Gesprächspartner stellt, werden immer grenzwertiger.
Als Kate sich dazu durchringt, das Gespräch abzubrechen und das Glaskastenbüro, in dem es stattfindet, zu verlassen, stellt sie fest, dass sie eingesperrt ist. Die beim Beginn des Gesprächs so lebhafte Büroetage ist vollkommen verwaist. Alle anderen Mitarbeiter scheinen die Etage verlassen zu haben. Nur Kate ist noch da und ihrem Gesprächspartner völlig ausgeliefert....
Die Handlung wird zunächst aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Kates Eindrücke werden in der Ich-Form geschildert, wodurch man einen guten Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt bekommt. Im anderen Strang beobachtet man Joel White. Den Mann, der Kates Vorstellungsgespräch in einen wahren Alptraum verwandeln wird. Aus ihm wird man nicht schlau und stellt sich die Frage, was oder wer ihn antreibt.
Damit scheint der Grundstein für einen spannenden, temporeichen Thriller gelegt. Zunächst geht dieses Konzept auch auf, da man Kates Panik nachvollziehen kann. Doch dann reagiert Kate oft unlogisch, wodurch man das Ganze skeptisch betrachtet. Dennoch bleibt das Interesse, endlich zu erfahren, was hinter allem steckt, durchgehend erhalten. Man stellt sich jedoch fortwährend die Frage, ob der ganze Aufwand, der hier betrieben wird und der ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen wird, gerechtfertigt ist.
Es kommt zu einigen Wendungen, die für erfahrene Thriller-Leserinnen und Leser jedoch keine Überraschungen liefern. Man hofft beim Lesen dennoch darauf, dass sich das ändern wird, doch leider werden gängige Klischees bedient. Nichtsdestotrotz ist der Schreibstil flüssig. Die Szenen werden rasant vermittelt, wodurch man das Gefühl hat, actionreiche Filmszenen vor Augen zu haben. Das Ganze gipfelt in einem dramatischen Finale, das zwar spannend vermittelt wird, aber leider keine Überraschungen bereithält.
Ein spannender Plot, der temporeich vermittelt wird, für erfahrene Thriller-Leserinnen und Leser jedoch vorhersehbar wirkt.
Spannender Sylt-Krimi
Sylter Gier von Ben Kryst Tomasson
Die Undercover-Ermittlerin Kari Blom darf wegen ihrer Schwangerschaft nicht mehr im Außendienst tätig sein. Das macht ihr sehr zu schaffen. Doch dann erhält ihr Vorgesetzter die Information, dass es den Anschein hat, als ob auf Sylt Abrechnungsbetrüger am Werk sind, die die Krankenkassen um hohe Summen betrügen.
Alle Fäden scheinen beim Schwangeren-Zentrum Baby-Well zusammenzulaufen. Dieser Job scheint für die schwangere Kari optimal zu sein, denn schließlich kann sie sich dort glaubhaft anmelden und versuchen, ein wenig Licht ins Dunkle zu bringen. Hauptkommissar Jonas Voss ist von der Idee, dass Kari sich und das gemeinsame ungeborene Kind in Gefahr bringen könnte, alles andere als begeistert...
"Sylter Gier" ist bereits der achte Band der Krimi-Serie um die Undercover-Ermittlerin Kari Blom. Da die Ermittlungen in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Reihe gelesen hat. Allerdings ist es empfehlenswert, die Reihenfolge einzuhalten, da man so den privaten Handlungsstrang um Jonas und Kari besser nachvollziehen kann. Außerdem kann man das ganz besondere Verhältnis, das Kari mit den Damen der Häkelmafia verbindet, noch besser genießen, wenn man die Vorgänger kennt. Da aber genug Hintergrundinformationen in die Handlung eingestreut werden, kann man auch ganz ohne Vorkenntnisse starten.
Der Fall ist rätselhaft. Obwohl Kari und die Damen der Häkelmafia schnell einen Verdacht haben, können sie sich nicht sicher sein, ob sie richtig liegen. Denn der vermeintlich harmlose und ungefährliche Einsatz entpuppt sich schnell zu etwas Größerem. Es gibt einige überraschende Wendungen, wodurch dieser Krimi dazu anregt, eigene Überlegungen anzustellen. Deshalb macht es Spaß, sich auf diese Ermittlungen einzulassen. Die Häkeldamen, die es natürlich nicht lassen können, sich ständig einzumischen, sorgen außerdem dafür, dass der Humor bei diesen Ermittlungen nicht zu kurz kommt. Der Fall selbst ist spannend und nicht so leicht zu durchschauen. Zum Ende hin steigt die Spannung enorm an, wodurch man den Krimi kaum noch aus der Hand legen mag.
Ein spannender Sylt-Krimi, bei dem auch der Humor nicht zu kurz kommt.
Spannender Pageturner!
Der Morgen von Marc Raabe
Als in Berlin eine nackte Frauenleiche gefunden wird, soll der berüchtigte Ermittler Art Mayer in den Dienst zurückkehren, um die Ermittlungen zu übernehmen. Denn auf dem Körper der toten Frau steht, mit Blut geschrieben, die Privatadresse des Bundeskanzlers. Arts Rückkehr in den Dienst wird von oberster Stelle gefordert, dennoch lässt sich der eigenwillige Ermittler nur widerstrebend darauf ein.
Als plötzlich Videos im Netz kursieren, gerät der Fall völlig außer Kontrolle.
"Der Morgen" ist der Auftakt zu einer Thriller-Serie, in der Art Mayer mit seiner Partnerin Nele Tschaikowski ermittelt. In diesem ersten Teil lernt man die Hauptcharaktere näher kennen. Art Mayer und Nele Tschaikowski wirken sympathisch und haben Probleme, die man nachvollziehen kann und die so dafür sorgen, dass die Charaktere authentisch wirken.
Der Fall hat es in sich und nimmt äußerst brisante Ausmaße an. Schnell wird klar, dass von oberster Stelle versucht wird, Einfluss auf die Ermittlungen zu nehmen. Doch Art Mayer lässt das nicht zu. Auch wenn ihm seine neue Partnerin gerade erst zur Seite gestellt wurde, werden die beiden schnell ein Team. Die Wortgefechte, die sich die beiden liefern, lockern die spannende Handlung auf.
Marc Raabe schafft es von Anfang an, Interesse am Geschehen zu wecken und Spannung aufzubauen. Diese Spannung kann nicht nur durchgehend gehalten werden, sondern sich im Verlauf der Ereignisse stetig steigern. Man wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Da der Fall kaum vorhersehbar ist, kommt es zu einigen überraschenden Wendungen. Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Das aktuelle Geschehen wird außerdem durch Rückblicke in Arts Vergangenheit ergänzt. Man hat deshalb schnell den Verdacht, dass der Schlüssel zur Lösung des Falls, in der Vergangenheit liegen könnte. Doch es bleibt lange unklar, wie sich alles verbinden wird. Dieser Thriller entwickelt sich früh zu einem echten Pageturner, den man kaum noch aus der Hand legen mag.
Ein spannender Pageturner, der die Neugier auf weitere Fälle von Art Mayer weckt.
Absolute Leseempfehlung!
Als Großmutter im Regen tanzte von Trude Teige
Juni braucht dringend eine Auszeit, um darüber nachzudenken, wie es mit ihrer Ehe mit dem gewalttätigen Jahn weitergehen soll. Deshalb zieht sie sich in das Haus ihrer verstorbenen Großeltern zurück, das auf einer kleinen norwegischen Insel liegt. Juni verbindet glückliche Kindheitserinnerungen mit dem Haus, wenn diese auch oft vom angespannten Verhältnis zwischen Junis Großmutter Tekla und ihrer Mutter Lilla überschattet werden.
Da Lilla kürzlich verstorben ist und das Haus nun Juni gehört, ist es Zeit, sich nicht nur mit ihrer Ehe auseinanderzusetzen, sondern auch die verbliebenen Besitztümer im Haus zu sichten und gegebenenfalls zu entsorgen. Beim Aufräumen findet Juni ein altes Foto, das ihre damals noch sehr junge Großmutter Tekla an der Seite eines deutschen Soldaten zeigt. Juni beginnt nachzuforschen und stößt dabei auf ein altes Familiengeheimnis....
Die Handlung dieses eindrucksvollen Romans trägt sich auf zwei Zeitebenen zu. In der Gegenwart beobachtet man Juni, die zu sich selbst finden will und beim Aufräumen Hinweise auf ein Familiengeheimnis entdeckt und deshalb den Spuren in die Vergangenheit folgt. Im Zentrum des zweiten Handlungsstrangs steht die junge Tekla, die sich in einen deutschen Soldaten verliebt und dadurch schließlich Heimatland und Familie verlässt. Da die beiden unterschiedlichen Perspektiven sehr gut voneinander abgegrenzt sind, fällt die Orientierung leicht.
Beide Handlungsstränge werden intensiv erzählt, wodurch man mühelos ins Geschehen eintauchen kann. Wobei Teklas Erlebnisse besonders eindringlich wirken und beim Lesen deshalb direkt unter die Haut gehen. Denn das, was Tekla zum Ende des Krieges erlebt hat, hat Auswirkungen, die selbst für Tochter Lilla und Enkelin Juni spürbar waren. Denn das gesamte Miteinander der drei Frauen wurde dadurch geprägt. Die Autorin versteht es hervorragend, Handlungsorte und Protagonisten so zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, mitten im Geschehen zu sein. Das gilt für beide Perspektiven gleichermaßen.
Trude Teige verknüpft Gegenwart und Vergangenheit gekonnt miteinander. Das Schicksal der sogenannten "Deutschenmädchen", also Norwegerinnen, die sich damals mit deutschen Soldaten einließen und ihnen schließlich in die Fremde folgten, ist ausgezeichnet recherchiert. Der Massensuizid von Demmin, der sich in der Zeit zwischen dem 30. April und dem 4. Mai 1945 beim Einrücken der Roten Armee ereignete, fließt ebenfalls authentisch in die Handlung ein und lädt zum Nachdenken und Erinnern ein. Beide Handlungsstränge verknüpfen sich zum Ende miteinander.
Ein intensiv und mitreißend erzählter Roman, der zum Nachdenken anregt und lange nachwirkt! Absolute Leseempfehlung!
Nervenaufreibend spannend!
Die Stimme der Lüge von Ethan Cross
Francis Ackerman jr. hat sich in die Hände seines größten Widersachers Demon begeben, um seine Familie, seine Freunde und zahlreiche Unschuldige zu retten. Außerdem wird ihm eine Liste versprochen, die Serienkiller enttarnt. Demon organisiert eine perfide Realityshow, in der Francis nicht nur um sein Überleben kämpfen muss, sondern auch um das Leben einiger Statisten, die gegen ihren Willen mitspielen müssen.
Demon stellt allerdings gleich klar, dass nicht alle Mitspieler hilflos sind, denn Demon hat natürlich einen Maulwurf eingeschleust, der Francis in den Rücken fallen soll. Und auch sonst legt Demon die Regeln dieser Show zu seinen Gunsten aus. Ein Spiel auf Leben und Tod beginnt...
"Die Stimme der Lüge" ist bereits der vierte Band, in dem Francis Ackerman jr. mit seiner Partnerin Nadia Shirazi ermittelt. Den aktuellen Ereignissen kann man sicher auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Reihe gelesen hat. Es ist allerdings empfehlenswert, die Reihenfolge einzuhalten, da man den ehemaligen Serienkiller einfach besser einschätzen kann, wenn man seine Vergangenheit kennt.
Die Handlung knüpft beinahe nahtlos an das Ende des vorherigen Teils an. Ackerman ist in den Händen seines Gegenspielers und wird mit den Regeln des perfiden Spiels vertraut gemacht. Dieses Mal ist er auf sich allein gestellt. Sein Bruder Marcus und seine Partnerin Nadia sind bei der Realityshow nicht zugelassen und nehmen, obwohl sie natürlich versuchen, Ackerman zu finden und einzugreifen, eher Nebenrollen ein.
Der Autor versteht es auch in diesem Band wieder, sofort das Interesse am Geschehen zu wecken. Auch wenn zunächst noch keine Hochspannung aufkommt, stellt man Überlegungen an, wie Ackerman dem Ganzen entkommen und Demon überlisten kann. Sobald das Spiel beginnt, setzt auch die Spannung ein, denn Demon hat für Ackerman einiges vorbereitet. Dabei gönnt er ihm keine Schonzeit, sondern steigt gleich mit unzähligen Gegnern, die kaum zu besiegen sind, ein. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, die häufig an entscheidenden Stellen wechseln. Dadurch wird ein hohes Tempo aufgebaut, das durchgehend gehalten werden kann.
Handlungsorte und Protagonisten werden so lebendig beschrieben, dass man die entsprechenden Szenen mühelos vor Augen hat und dem nervenaufreibenden Geschehen fasziniert folgt. Da es ziemlich blutig zugeht, sollte man beim Lesen nicht allzu zartbesaitet sein. Es kommt zu einigen überraschenden Wendungen, wodurch dieser Thriller kaum vorhersehbar wirkt. Im großen Finale steigt die Spannung nochmals gewaltig an. Das Ende sorgt dafür, dass man am liebsten sofort zum nächsten Band greifen würde, um zu erfahren, wie es weitergeht.
Eine spannende Fortsetzung, die durch ein hohes Tempo und überraschende Wendungen überzeugt.
Gelungene Fortsetzung
We Are Like the Sky von Marie Niebler
Leevi und Riven waren in ihrer Kindheit die allerbesten Freunde. Doch dann ließen Rivens Eltern sich scheiden und sie verließ mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern die Insel und zog nach Toronto. Nur Rivens Vater blieb allein zurück. Und dessen Zustand bereitet Leevi nun große Sorgen, denn er irrt oft orientierungslos herum.
Deshalb nimmt Leevi nach zehn Jahren Kontakt zu Riven auf. Riven kehrt auf die Insel zurück, um ihrem Vater beizustehen. Sofort ist die alte Vertrautheit zwischen Riven und Leevi wieder spürbar. Schon bald stellen die beiden fest, dass sie weitaus mehr als bloße Freundschaft füreinander empfinden. Doch Rivens Karriere in der Großstadt Toronto nimmt gerade erst Fahrt auf. Deshalb will sie bald dorthin zurückkehren. Leevi ist überzeugt, dass er, als einfacher Fischer, nicht gut genug für Riven ist...
"We are like the Sky" ist nach "We are like the Sea" der zweite Teil der Like-Us-Reihe, die sich auf der kanadischen Insel Malcolm Island zuträgt. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann folgen, wenn man den Auftaktband nicht gelesen hat. Man trifft zwar auf altbekannte Charaktere, doch es wird nicht zu viel von den Ereignissen des ersten Teils verraten, wodurch man die Bände auch unabhängig voneinander lesen kann.
Auch in diesem Band versteht es die Autorin wieder hervorragend, die Insel und ihre Bewohner so lebendig zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Dadurch kann man sich ganz auf die Geschichte von Leevi und Riven einlassen.
Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Leevi und Riven geschildert. Dadurch kann man nicht nur ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben, sondern außerdem beobachten, was sie voneinander denken und wie sie aufeinander wirken. Man spürt das Knistern, das zwischen ihnen herrscht, deshalb sofort. Die beiden Hauptcharaktere wirken sehr sympathisch, ihre Gefühle glaubhaft und die Bedenken, die beide haben, kann man problemlos nachvollziehen. Diese Lovestory hat mehr zu bieten, als ein normaler Liebesroman, denn Rivens Vater erkrankt an Alzheimer und dieses Thema wird sensibel in die Handlung integriert. Einen allzu schwermütigen Roman braucht man aber dennoch nicht zu befürchten, denn die Freundesclique, die auf der Insel wohnt und Riven bereitwillig aufnimmt, sorgt für einige humorvolle Momente.
Eine einfühlsam erzählter Liebesroman, der durch sympathische Charaktere und eine rundum gelungene Hintergrundkulisse überzeugt.
Spannend und kaum vorhersehbar
Mörderfinder - Mit den Augen des Opfers von Arno Strobel
Damit, dass ihn ausgerechnet die Polizeirätin Eslem Keskin, die nun wirklich kein Fan von ihm ist, um Hilfe bittet, hat Fallanalytiker Max Bischoff nicht gerechnet. Doch sie bittet ihn tatsächlich darum, in den kleinen Weinort Klotten zu reisen und dort inoffiziell Nachforschungen in einem ungelösten Vermisstenfall anzustellen, der sich vor über zwanzig Jahren zugetragen hat.
Eine gute Freundin von Keskin, die gerade an Krebs verstorben ist, hat ein Tagebuch hinterlassen. Max Bischoff soll sich die Eintragungen ansehen und versuchen, damit den alten Fall zu lösen. Doch in dem Weinort stößt Bischoff nicht nur auf eine Mauer des Schweigens, sondern schon bald auf eine Leiche...
"Mit den Augen des Opfers" ist nach "Die Spur der Mädchen" und "Die Macht des Täters" der dritte Band der Mörderfinder-Reihe, in der der ehemaliger Ermittler Max Bischoff versucht, Mördern in den Kopf zu schauen und so die Fälle zu lösen. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen sicher auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil der Reihe gelesen hat. Wenn man allerdings an der beruflichen und privaten Weiterentwicklung der Hauptcharaktere interessiert ist, sollte man die Reihenfolge einhalten. Dann kann man auch besser nachvollziehen, warum Max Bischoff so überrascht ist, dass ihn ausgerechnet Eslem Keskin um Hilfe bittet.
Dieses Mal hat es Max Bischoff mit Cold-Case-Ermittlungen zu tun. In dem kleinen Ort stößt er allerdings auf beharrliches Schweigen, Lügen und Ausflüchte. Arno Strobel versteht es hervorragend, Protagonisten und Handlungsorte so zu beschreiben, dass man das Gefühl hat, Max bei seiner Spurensuche zu begleiten. Die Atmosphäre im Ort wirkt irgendwie unheimlich und bedrohlich. Dadurch kann man sich ganz auf diesen Thriller einlassen. Dass es hier ein altes Geheimnis gibt, das im Verborgenen bleiben soll, wird früh klar. Man weiß deshalb nicht, wem man vertrauen kann. Dadurch baut sich die Spannung nicht nur früh auf, sondern kann durchgehend gehalten werden.
In diesem Band spielt Max Bischoffs ehemaliger Kollege Böhmer zunächst nur eine Nebenrolle. Doch dafür steht ihm Dr. Marvin Wagner zur Seite. Wagner ist ein herrlicher Charakter, der äußerst sympathisch wirkt und die Handlung durch seine wortgewandten Dialoge auflockert. Durch die lebendigen Charaktere, die durchgehende Spannung und die bedrohliche Atmosphäre gerät man in die Sog der Ereignisse, wodurch sich dieser Thriller quasi von selbst liest. Überraschende Wendungen sorgen außerdem dafür, dass die Auflösung kaum vorhersehbar wirkt.
Spannende Ermittlungen, die durch eine einzigartige Atmosphäre, lebendige Charaktere und überraschende Wendungen überzeugen.
Spannende Ermittlungen
Enna Andersen und die verlorene Zeit von Anna Johannsen
Mittlerweile sind über zwanzig Jahre vergangen, seit die Eltern von Hauptkommissarin Enna Andersen brutal ermordet wurden. Ronald Grothe wurde für die Tat verurteilt. Doch er beteuerte stets seine Unschuld und strebt eine Wiederaufnahme des Verfahrens an. Enna Andersen geht der Gedanke nicht mehr aus dem Kopf, dass Grothe tatsächlich unschuldig sein könnte.
Denn das würde bedeuten, dass der wahre Täter ungeschoren bleibt. Da sie offiziell keine Ermittlungen aufnehmen kann, nimmt sie sich Urlaub, um auf eigene Faust zu nachzuforschen. Dabei stößt sie auf etliche Ungereimtheiten...
"Enna Andersen und die verlorene Zeit" ist bereits der fünfte Band der Serie und der persönlichste Fall für die sympathische Hauptkommissarin. Denn diese Ermittlungen stellt sie privat an, bekommt allerdings Unterstützung von ihrem Team. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann problemlos folgen, wenn man bisher keinen Teil der Serie gelesen hat.
In den vorherigen Bänden deutete sich allerdings schon an, dass Enna langsam daran zweifelt, dass damals der richtige Täter für den Mord an ihren Eltern verurteilt wurde. Der Einstieg in diesen Krimi gelingt mühelos, da man Ennas Beweggründe glaubhaft nachvollziehen kann und gespannt ist, wo sie ansetzen wird, um die offenen Fragen zu klären.
Handlungsorte und Protagonisten werden so lebendig beschrieben, dass man alles mühelos vor Augen hat und sich dadurch ganz auf diese Cold-Case-Ermittlungen, die unter dem Radar laufen müssen, einlassen kann. Die Ermittlungen werden authentisch beschrieben. Doch der Fall ist nicht so leicht zu lösen, denn es gibt einige Spuren, denen es zu folgen gilt. Dennoch scheinen die Puzzleteilchen, die Enna nach und nach zusammenträgt, kein stimmiges Bild zu ergeben. Deshalb wird man dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Im Verlauf der Ereignisse kommt es zu einigen Wendungen, wodurch die Auflösung kaum vorhersehbar wirkt. Dadurch bleibt die Spannung durchgehend erhalten.
Enna Andersens persönlichster Fall überzeugt durch Spannung und authentische Ermittlungen.











