Kunden em pfehlungen
Rezensionen von melanie82:
Gewohnt spannend
Ihr werdet sie nicht finden von Andreas Winkelmann
Schon nach den ersten Seiten hat mich „Ihr werdet sie nicht finden“ komplett in seinen Bann gezogen. Andreas Winkelmann versteht es meisterhaft, Spannung von Anfang an aufzubauen und bis zur letzten Seite aufrechtzuerhalten. Der Titel wirkt wie eine Drohung – und genau so fühlt sich auch die Geschichte an: düster, bedrohlich und beklemmend realistisch.
Die Handlung entwickelt sich rasant und lässt einem kaum Zeit zum Durchatmen. Besonders gelungen finde ich, wie Winkelmann die Perspektiven seiner Figuren wechselt, ohne den roten Faden zu verlieren. Die Charaktere sind authentisch gezeichnet, nicht überzeichnet, sondern glaubwürdig – mit Ecken, Kanten und Ängsten, die greifbar sind.
Was mir besonders imponiert hat, ist die Atmosphäre: Winkelmann schafft es wieder mal meisterhaft, die perfekte Mischung aus düsterem Setting und psychologischem Nervenkitzel zu kreieren.
Insgesamt ist „Ihr werdet sie nicht finden“ ein packender Thriller, der mit einem durchdachten Plot überzeugt.
Tolle Erzählweise
Der Junge aus dem Meer von Garrett Carr
Der Junge aus dem Meer von Garrett Carr ist ein stilles, eindrucksvolles Buch, das vor allem durch seine Sprachweise überzeugt. Die Geschichte beginnt geheimnisvoll: Ein Junge wird aus dem Meer gerettet – niemand weiß, wer er ist oder woher er kommt. Von Anfang an liegt eine besondere Stimmung über dem Geschehen, ruhig und etwas rätselhaft.
Was mir besonders gefallen hat, ist Carrs Schreibweise. Seine Sprache ist einfach, aber sehr bildhaft. Er beschreibt das Meer, die Landschaft und die Gefühle der Figuren so klar und poetisch, dass man beim Lesen tief eintaucht. Viele Dinge bleiben unausgesprochen und wirken gerade deshalb stark nach.
Der Junge aus dem Meer ist ein nachdenkliches Buch über Vertrauen, Zugehörigkeit und das Unbekannte. Wer leise, aber bewegende Geschichten mag, wird hier schöne Lesestunden verbringen.
Ein wichtiges Buch
Leben und Sterben von Alena Buyx
In ihrem Buch Leben und Sterben stellt Alena Buyx eine sehr grundlegende Frage: Wie entscheidet man, wenn es um Leben oder Tod geht – vor allem unter Zeitdruck und mit vielen Unsicherheiten? Sie zeigt, warum es so wichtig ist, sich frühzeitig mit solchen Situationen auseinanderzusetzen.
Buyx erklärt ethische und medizinische Fragen rund um das Lebensende auf eine verständliche und einfühlsame Weise.
Dabei geht es um Themen wie Patientenverfügung, Sterbehilfe und Entscheidungen im Krankenhaus. Sie bleibt dabei sachlich, aber auch nah an den Ängsten und Fragen, die viele Menschen bewegen.
Besonders hilfreich ist, dass das Buch nicht nur Probleme aufzeigt, sondern auch praktische Hinweise gibt, wie man sich vorbereiten kann. Es ermutigt dazu, über die eigenen Wünsche nachzudenken und mit anderen darüber zu sprechen.
Leben und Sterben ist ein kluges, ruhiges Buch, das hilft, schwierige Themen besser zu verstehen. Es macht Mut, sich mit Fragen zu beschäftigen, die oft verdrängt werden – und genau deshalb so wichtig sind.
Schatten über dem Paradies
The Surf House von Lucy Clarke
Bea ist bei einem Modeljob in Marokko, den sie aber hinwirft. In einer dunklen Gasse wird sie angegriffen und ihr Rucksack samt Ausweis gestohlen - eine Fremde, Marnie, rettet sie, in Notwehr tötet Bea aber einen der Angreifer. Marnie nimmt sie mit in ihr Surfhotel, wo Bea arbeitet und glaubt, das Paradies gefunden zu haben.
Der Vorfall aus den Gassen in Marrakesch holt sie aber schnell ein, zudem taucht Seth auf, der nach seiner verschwundenen Schwester Savannah, die zuvor in dem Surfhotel war, sucht. Schnell wird klar, dass vieles anders ist als es scheint und dass viele scheinbar vertraute Personen Geheimnisse mit sich tragen. Lucy Clarke schafft es wieder einmal, eine besondere Stimmung zu schaffen und sich in die Protagonistin einzufühlen. Die Geschichte baut sich langsam auf - für meinen Geschmack vielleicht etwas zu langsam, so dass es über lange Zeit eher ein spannender Roman als ein Thriller ist, was aber ja auch nicht negativ ist. Die Spannung spitzt sich dann gegen Ende stark zu und es kommt zu einigen unerwarteten Wendungen. In jedem Fall ein sehr gelungener Urlaubsroman!
Düstere Vergangenheit
Wenn sie lügt von Linus Geschke
Ein neuer Thriller von Linus Geschke, dazu das düstere Cover - das klang vielversprechend. Das Buch an sich ist auch mit dem Farbschnitt wirklich extrem ansprechend gestaltet, aber es kommt ja letztlich auf die inneren Werte an. Die Story um die Clique von Goran und Norah, die sich auseinander gelebt hat, nachdem Norahs damaliger Freund David ein Pärchen getötet hat, spielt sowohl in der Vergangenheit wie auch in der Gegenwart.
Der Leser erfährt durch Rückblicke mehr von der damaligen Zeit, den Charakteren und vor allem der Dreierkonstellation um Norah, David und Goran. In der Gegenwart bekommt Norah Drohbriefe, die erschreckend genau über die damalige Zeit bescheid zu wissen scheinen, weswegen die bisher gut verdrängte Vergangenheit wieder hochkommt und auch Goran zu einer Rückkehr in seinen Heimatort bewegt wird. Gerade im Wechsel zwischen den Zeiten wird deutlich, wie verworren die Situation ist und dass alle ihre Geheimnisse haben. Ist der Schreiber der Drohbriefe wirklich jemand aus der früheren Clique? Linus Geschke spielt hier gekonnt mit dem Leser, der Schreibstil ist gewohnt flüssig und lässt keine unlogischen Stränge entstehen. Zwischendurch gibt es leichte Längen, nichtsdestotrotz ist es aber ein gewohnt gutes Buch von Geschke, das spannende Lesestunden beschert.
Unschuldige Schlafwandlerin oder kaltblütige Mörderin?
Anna O. von Matthew Blake
Es kommt selten vor, dass mich ein Klappentext derart neugierig auf das Buch macht - die Story finde ich wirklich originell und gut, allerdings gibt es für meinen Geschmack leider in der Umsetzung große Schwächen. Das Buch baut die Spannung lange nicht auf, die Geschichte um Anna ist sehr deskriptiv.
Obwohl der Plot zu jedem Zeitpunkt absolutes Potential zum Pageturner hat, wird das durch die Schreibweise nicht wirklich erreicht. Auch die verschiedenen Perspektiven fokussieren zwar immer mehr, aber dennoch war es zu keinem Moment so, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Erst auf den letzten 100 Seiten änderte sich dies, wenngleich es hier dann auch im Vergleich zum restlichen Buch recht schnell ging und teils etwas gewollt wirkte. Vielleicht waren hier die Erwartungen auch etwas hoch - die Story ist ohne Zweifel gut, gerade auch in Hinblick auf die Frage der Schuldfähigkeit, lediglich das Spannungsmoment, das ich erwartet hatte, fehlte mir größtenteils.
Eine besondere Freundschaft
Das Fenster zur Welt von Sarah Winman
Das wunderschöne Cover hat mich direkt angesprochen und auch der Klappentext klang vielversprechend, wenngleich ich oft von historisch angehauchten Romanen dann doch eher enttäuscht bin. Irgendwas hat mich aber so gereizt, dass ich „ Das Fenster zur Welt“ dennoch lesen musste - zum Glück! Die gut 500 Seiten zeichnen die besondere Freundschaft zwischen Ulysses und Evelyn nach, die sich in den schwierigen Zeiten der 1940er Jahre kennenlernen.
Obwohl sie beide so verschieden sind, entsteht daraus eine lange Freundschaft, die aufzeigt, dass es nicht nur auf Gemeinsamkeiten ankommt, sondern gerade in den Unterschieden das Besondere liegt, aus dem beide etwas schöpfen können. Die Themen Freundschaft, Liebe und Familie und Schicksal, die die beiden bei allen Unterschieden verbinden, stehen im Zentrum und machen deutlich, dass genau das die zentralen Werte sind, die für uns alle besonders wichtig sind. Die Schreibweise lässt eine besondere Stimmung entstehen - das Buch ist nicht laut, sondern lässt den Leser durch seine leise Poesie ganz eintauchen und mitfühlen. Eine wunderschöne Sommerlektüre für alle, für die es dabei auch weniger oberflächlich sein darf.
Über das Grauen im Nachthaus
Das Nachthaus von Jo Nesbø
Die Bücher von Jo Nesbø haben mich bisher selten enttäuscht, daher habe ich mich sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass „Das Nachhaus“ erscheint. Der Klappentext klang schon spannend und das Buch selbst hat die hohen Erwartungen bei mir nicht nur erfüllen, sondern sogar übertreffen können.
Die Geschichte um Richard, dessen Freund Tom plötzlich verschwindet, woraufhin Richard beschuldigt wird, damit zu tun zu haben und der sich auf die Suche nach der Wahrheit macht, ist ungewöhnlich, originell, wenngleich auch nicht immer ganz realistisch, sondern mit Fantasy-Elementen - aber das passt einfach wunderbar und kippt meines Erachtens zu keiner Zeit. Jo Nesbø schafft es, direkt Spannung aufzubauen und diese auch zu halten, so dass man förmlich durch das Buch fliegt. Wenn man die bisherigen Bücher des Autors kennt, ist es definitiv etwas anderes, als man erwartet, aber wenn man sich darauf einlässt, ist das dennoch mehr als lesenswert.
Das Grauen auf dem Campingplatz
Der Trip - Du hast dich frei gefühlt. Bis er dich fand. von Arno Strobel
Evelyns Bruder Fabian ist vor einigen Jahren von einem Campingurlaub nicht mehr zurückgekommen. Seine Spur hat sich verlaufen, es gab kein Lebenszeichen, aber auch keine Bestätigung des Todes. Da sich die beiden sehr nahe standen, ist das eine Situation, die Evelyn komplett aus der Bahn geworfen hat.
Einzig ihr Job als forensische Psychologin hält ihre Struktur aufrecht, die Abende verbringt sie mit wechselnde Bekanntschaften in Bars. Als dann plötzlich ein auf Campingplätzen brutale Morde geschehen und ein Phantombild Evelyns Bruder sehr ähnelt, gerät sie in einen Strudel, der nicht nur sie in Gefahr bringt, sondern auch die Personen um sie herum. Ich finde den Plot eigentlich wirklich gut, auch der Schreibstil ist - wie man es von Arno Strobel gewohnt ist - gut, aber irgendwie wird bei „Der Trip“ nicht das gesamte Potential ausgenutzt. Für mich blieb Evelyns Charakter nicht ganz greifbar und flach, ebenso der ihres Kollegen Gerhard Tillmann, der zwischendurch für Evelyn selbst zum Verdächtigen wird. Für mich konnte nicht so viel Spannung entstehen wie bei den anderen Büchern von Arno Strobel, so dass ich das Buch zwar gut, aber leider eher durchschnittlich fand.
Spannender Rechtsmedizin-Thriller
Mit kalter Präzision von Michael Tsokos
Endlich ein neues Buch von Michael Tsokos! Das schlichte, aber doch sehr pointiert gestaltet Cover passt perfekt zur Beschreibung, dass es sich um einen Rechtsmedizin-Thriller handelt. Hier ist Tsokos nicht nur fachlich ohne Zweifel einer der Experten überhaupt, sondern er schafft es auch, das eindrücklich mit einem extrem guten Schreibstil, der zwar sachlich, aber doch plastisch ist, umzusetzen und den Leser zu fesseln.
Das gelingt ihm auch bei „Mit kalter Präzision“. Die Charaktere, besonders der Rechtsmedizinerin Sabine Yao sind gut herausgearbeitet und bieten genau die richtige Menge Hintergrundinfos, um das Handeln gut nachvollziehbar zu machen, aber den Leser nicht mit unwichtigen Details zu „belasten“. Tsokos bleibt so beim Wesentlichen, nämlich dem Fall der ermordeten Frau eines Schönheitschirurgen, und schafft es, sein Wissen anzubringen, ohne dass es trocken oder belehrend wirkt, sondern vielmehr zur Spannung beiträgt. Die kurzen Kapitel tun ihr übriges, dass man fast nicht aufhören kann zu lesen. Für alle True Crime-Fans definitiv eine große Empfehlung!











