Kunden em pfehlungen
Rezensionen von SalMar:
Einfach zauberhaft
Wishkeeper, Band 1 - Das Land der verborgenen Wünsche von Barbara Laban
Lexi traut ihren Augen kaum, als sie das erste Mal einen dieser außergewöhnlichen, zauberhaft anmutenden Schmetterlinge sieht. Aber dann taucht Milo, ein Junge in ihrem Alter auf, und bestätigt ihr, dass sie tatsächlich existieren. Zusammen mit ihm macht sie sich schon kurz darauf auf die abenteuerlichste Reise ihres Lebens – ins Land der verborgenen Wünsche.
Die Autorin Barbara Laban konnte mich bereits in ihrer Reihe zu den Mitternachtskatzen sehr mit ihrer Fantasie begeistern. Ein zauberhaftes Land, in dem nicht erfüllte Wünsche sozusagen ein Eigenleben entwickeln – das klang einfach zu gut, um es nicht zusammen mit meiner 8jährigen Tochter zu lesen.
Everwish, wie dieses Land im Buch heißt, war wirklich ganz fantastisch und hinter jeder Ecke verbargen sich neue aufregende Landschaften und außergewöhnliche Wesen. An dieser Stelle muss ich gestehen, dass wir manchmal nicht ganz hinterherkamen, weil die Reise so schnell wieder weiterging – in mancher Region wären wir gerne etwas länger geblieben.
Spannend und geheimnisvoll war die Geschichte auf jeden Fall bis zum Schluss und wir waren sehr froh, dass der Cliffhanger am Ende des ersten Bandes nur ein kleiner war, der eher dafür sorgt, dass man sich auf den nächsten Teil freuen kann. Wir wären an der Seite von Lexi und Milo auf jeden Fall wieder dabei!
Zum Dahinschmelzen
Spellshop von Sarah Beth Durst
Kiela arbeitet sehr zurückgezogen als Bibliothekarin in der Hauptstadt, als dort eine Revolution ausbricht und sie fliehen muss. Sie entscheidet sich dazu, auf die kleine Insel zurückzukehren, von der sie als Kind mit ihren Eltern weggegangen war – mit im Gepäck kistenweise geretteter Bücher voller Magie und die sprechende und äußerst intelligente Pflanze Caz.
Die Menschen auf der Insel sind eine eingeschworene Gemeinschaft, aber ihr charmanter hilfsbereiter Nachbar lässt ihre Bedenken bald schmelzen…
Manche Bücher versprechen eine Sache und am Ende bekommt man etwas ganz anderes. Hier ist das absolut nicht der Fall. Sowohl Klappentext als auch das Cover lassen einen „Cosy Fantasy“ erwarten und das liefert „Spellshop“ wirklich par excellence.
Kiela ist eine tolle, sympathische Protagonistin, aber auch das ganze Setting war so liebevoll ausgearbeitet – das überwucherte Häuschen, das kleine Dorf im Inneren der Insel, die wunderbar bunten (wortwörtlich!) Bewohner, Kielas ganz besondere Mitbewohner –, dass es einfach zum Dahinschmelzen war. Sehr klasse fand ich auch die Art und Weise, wie in dieser Geschichte die Magie funktioniert.
Die Liebesgeschichte war für mich ein bisschen zu zuckersüß und hätte für meinen Geschmack noch weniger Raum einnehmen dürfen. Im Gegensatz dazu fand ich die Freundschaften, die Kiela schließt, ganz toll geschrieben und perfekt passend zum „Cosy Setting“.
Alles in allem hat mir dieses Buch ein paar wirklich unterhaltsame Lesestunden beschert – genau richtig für die kühlere Jahreszeit. Wer also Lust dazu hat, einmal diese Art von Fantasy auszuprobieren und nicht durchgehend Action braucht, der kommt hier definitiv auf seine Kosten.
Außergewöhnliche Stimme
Der Bademeister ohne Himmel von Petra Pellini
Die fünfzehnjährige Linda hadert mit ihrem Leben. Wären da nicht Kevin, ihr einziger Freund, und Hubert, der an Demenz leidende Nachbar, hätte sie schon aufgegeben. Aber so verbringt sie lange Nachmittage nebenan bei dem pensionierten Bademeister, wo man nie weiß, ob der Tag unerwartet komisch, traurig oder berührend endet.
Selten konnte mich ein Titel so sehr begeistern: Neben dem Titel wusste ich vorher nur, dass ich bisher nur Gutes über das Buch gehört hatte, aber ich habe mich riesig darauf gefreut. Und dann, nach nur wenigen Seiten, hatte mich Linda schon gepackt und ich konnte es kaum beiseitelegen.
Wer vielleicht selbst in der Familie Kontakt mit dem Thema Demenz hatte, dem wird vieles bekannt vorkommen. Aber Linda hat nicht nur eine sehr eigene Stimme, die vor trockenem Humor nur so strotzt, sie hat auch eine sehr eigene Sichtweise auf die Dinge – insbesondere darauf, wie man Hubert unterstützen kann. Mir hat das sehr gefallen, welche Wege ihre Gedanken gehen und wie sie sie in Worte fasst.
Überhaupt hat mich der Schreibstil der Autorin sehr begeistert: Er wirkt so mühelos und unangestrengt und ist trotzdem oft geradezu poetisch. Die Art und Weise, wie sie das Ende gestaltet hat, hat für mich das Leseerlebnis außerdem perfekt abgerundet.
Wer Lust auf eine leise, besondere Geschichte mit einer außergewöhnlichen Stimme hat, der ist hier goldrichtig. Mir werden Linda und der Bademeister ohne Himmel auf jeden Fall noch lange im Gedächtnis bleiben – und die Autorin werde ich definitiv im Auge behalten. Absolute Leseempfehlung!
Spannend, genreübergreifend, besonders
Der längste Schlaf von Melanie Raabe
Mara ist Wissenschaftlicher und als solche natürlich in der Lage rational zu denken. Allerdings leidet sie seit ihrer Kindheit massiv an Schlaflosigkeit, was manchmal dazu führt, dass sie am nächsten Tag eben kaum einen klaren Gedanken fassen kann – obwohl das Thema Schlaf sogar ihr berufliches Spezialgebiet ist.
Als sie völlig überraschend ein Anwesen in Deutschland, ihrer alten Heimat, erbt, siegt ihre Neugier und sie wagt einen Besuch. Aber was hat es wirklich mit dem Erbe des alten Herrenhauses auf sich und wieso hat sie wieder diese merkwürdigen Träume?
Für mich war es das erste Buch von Melanie Rabe, aber ich hatte schon viel Gutes über sie gehört und die Idee zum Buch klang einfach richtig interessant, so dass ich mich wirklich darauf gefreut habe. Und ich wurde alles andere als enttäuscht.
Als Leser startet man mit der Protagonistin in London und erfährt nach und nach ihren Hintergrund sowie viele interessante und spannende Informationen zum Thema Schlaf, mit dem sich die Wissenschaftlerin ja beschäftigt. Der Bogen nach Deutschland, wo die Handlung fortgesetzt wird, schafft dann einen Szenen-, aber auch Tempowechsel – von der Großstadt in die Provinz. Und ab hier wird es dann spannend und auch ein bisschen unheimlich!
Die Protagonistin Mara hat mir gut gefallen: Durch den Zwist zwischen ihrem Wissenschaftlerdasein und ihren merkwürdigen Träumen bietet sie schon relativ viel Spannungspotenzial, sie ist aber auch eine durchweg sympathische Person. Daneben gibt es so einige Nebenfiguren, von denen auch ein paar durchaus merkwürdig sind – das hat die Geschichte auf jeden Fall bereichert.
Mit ihrem Schreibstil und durch den gekonnten Aufbau hat mich die Autorin förmlich in die Geschichte hineingezogen und ich habe diese besondere Geschichte unheimlich gerne gelesen. Das war für mich definitiv nicht das letzte Buch von Melanie Raabe! Aus diesem Grund gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung!
Abwechslungsreiche Geschichte, die sich im Nu wegliest
Der Morgen nach dem Regen von Melanie Levensohn
Nach vielen Jahren im Ausland kehrt Johanna in die Heimat am Rhein zurück und versucht dort im Haus der verstorbenen Tante einen Neuanfang. Dazu gehört aber nicht nur das Entrümpeln der in die Jahre gekommenen Einrichtung, sondern auch ein gedanklicher Rückblick in die Vergangenheit – und vielleicht ist dann ja endlich eine Versöhnung mit ihrer Tochter Elsa möglich.
Der Klappentext zu diesem Buch klang einfach vielversprechend und die Leseprobe konnte mich vom Schreibstil her direkt begeistern. Besonders toll daran ist aber, dass das Buch alle Versprechen tatsächlich hält und die Geschichte um Johanna und Elsa wirklich bis zum Schluss gekonnt umgesetzt wird.
Im Wechsel darf man als Leser die beiden im Jetzt und in Rückblicken in die Vergangenheit begleiten. Das alte Haus der Tante ist in der Gegenwart fast so etwas wie eine eigene Figur und ich fand die ruhigen Momente dort richtig schön erzählt. Johannas Vergangenheit im Einsatz für die Vereinten Nationen ist der komplette Gegensatz dazu und entführt einen mitten in diverse Krisengebiete.
Insgesamt habe ich das Buch richtig gerne gelesen. Es ist eine abwechslungsreiche Geschichte mit gekonntem Tempowechsel und das Verhältnis von Mutter und Tochter war spannend und mitreißend geschrieben. Klare Leseempfehlung!
Richtige schöne Mischung aus Cosy Crime und Romance
Cosy Secrets – Der kupferne Schlüssel von Franzi Kopka
Rae ist erfolgreiche Krimiautorin und lebt für ihren Job. Erst als ihre Grandma spurlos verschwindet, kann sie sich vom Schreiben losreißen und kehrt nach Hause, einem kleinen Ort im Norden Schottlands, zurück. Das hatte sie jahrelang vermieden, um Archer, ihre große Liebe, nicht treffen zu müssen…
Eigentlich ist diese Geschichte, die eher Richtung Romance und Cosy Crime geht, gar nicht so mein Genre, aber Franzi Kopka hatte mich mit ihren Dystopien so überzeugt, dass ich mich auch gerne an ihrem neuen Buch versuchen wollte.
Und was soll ich sagen: Sie konnte mich erneut begeistern!
Rae war nicht nur eine sympathische Protagonistin, sondern mit ihrem Hintergrund als Krimiautorin auch richtig interessant. So hatte sie noch mal eine ganz andere Perspektive auf die Geschehnisse. Aber auch der kleine schottische Ort, samt seinen Bewohnern, konnte mich bezaubern und war fast ein bisschen wie ein schottisches Stars Hollows.
Die Spannung kam außerdem definitiv auch nicht zu kurz – weder in Bezug auf Archer noch im Hinblick auf Fenella, Raes verschwundene Grandma. Dabei behält die Geschichte eine tolle Balance zwischen realistischen Entwicklungen und trotzdem „cosy“ Szenarien, das heißt man kann sie genießen, ohne dass es irgendwie unglaubwürdig wird.
Insgesamt habe ich das Buch wirklich richtig gerne gelesen und ich war richtig traurig, als es zu Ende war und ich Edderton wieder verlassen musste. Von daher freue ich mich riesig, dass es nächstes Jahr ein Wiedersehen mit den Freunden von Rae geben wird. Klare Leseempfehlung!
Kreativer Auftakt
Wächter der Magie – Aufbruch nach Artimé (Wächter der Magie 1) von Lisa McMann
Im Land Quill herrscht strenge militärische Ordnung und alle Personen, die aus der Reihe tanzen, werden bereits mit 13 Jahren bei einem regelmäßig stattfindenden Ritual aussortiert. Als genau dies Alex passiert muss er jedoch erstaunt feststellen, dass statt der erwarteten „Liquidation“ eine ganz neue Erfahrung namens Artimé auf ihn wartet – ein Land, das das komplette Gegenteil von Quill ist und in dem Kreativität an erster Stelle steht.
Im ersten Band zu ihrer Reihe „Wächter der Magie“ schafft die Autorin Lisa McMann eine dystopisch anmutende zweigeteilte Welt, bei der gewiss einige Elemente an bereits bekannte Geschichten, wie die „Hunger Games“ erinnern, die aber doch in vielerlei Hinsicht mit Neuem begeistern kann. Insbesondere die Magie in Artimé und die dortige magische Unterkunft der Ungewollten fand ich richtig toll geschrieben und hätte mich auch als Kind definitiv sehr fasziniert.
Alex ist kein ganz einfacher Charakter, da er doch sehr wankelmütig ist. Eigentlich ist das natürlich sehr menschlich, aber mir fiel es dadurch manchmal schwer, mit ihm mitzufühlen. Was mir jedoch richtig gut gefallen hat und für viel Spannung gesorgt hat, ist, dass ein Großteil der Figuren eine Entwicklung durchläuft und nicht eindeutig gut oder böse ist.
Etwas Schwierigkeiten hatte ich hingegen mit dem Maß an angedrohter und tatsächlicher Gewalt, insbesondere beim Showdown gegen Ende des Buches, im Hinblick auf die angegebene Altersempfehlung von 10 Jahren. Diese würde ich deshalb vermutlich etwas höher ansetzen.
Insgesamt hat mich der erste Teil dieser neuen Reihe auf jeden Fall gut unterhalten. Wenn der nächste Band ebenso kreativ und spannend weitergeht, werde ich die Bücher gerne weiterempfehlen. 3,5 Sterne aufgerundet.
Tolle grafische Umsetzung, aber inhaltlich zu knapp
Stolz und Vorurteil von Jane Austen; Claudia Kühn
Ganz klar ist mir die berühmte Geschichte um Mr. Darcy nicht unbekannt: Im Original, verfilmt, in verschiedenen Adaptionen - und fast immer finde ich erneut Gefallen an der Geschichte von Jane Austen. Aus diesem Grund war ich definitiv gespannt auf die Umsetzung als Graphic Novel.
Was mir auf Anhieb gefallen hat, war die grafische Umsetzung.
Die Illustrationen fangen in Schlüsselszenen die Atmosphäre richtig gut ein. Aber auch die einzelnen Charaktere werden in ihren verschiedenen Gemütsverfassungen toll dargestellt.
Allerdings geht mir inhaltlich doch zu viel verloren, wodurch die Geschichte, die sich ja eigentlich sehr langsam entwickelt, merkwürdig holprig und sprunghaft wirkt. Dadurch verliert die wunderbare Geschichte doch einiges von ihrem Zauber.
Insgesamt würde ich sage, dass die Graphic Novel einen guten ersten Einstieg und kurzweilige Unterhaltung bietet, man aber bedenken sollte, dass die Geschichte sehr stark gekürzt wurde.
Kein neues Konzept, aber packende Umsetzung
Death. Life. Repeat. von Louise Finch
Spencer versucht sich nach einem Schicksalsschlag eher abzulenken, als sich mit den ernsten Dingen des Lebens zu beschäftigen. Aber dann stirbt ein Mädchen auf einer Party, und als der schreckliche Tag sich am nächsten Morgen zu wiederholen beginnt, bleibt Spencer nichts anderes übrig, als sich damit auseinanderzusetzen.
Dass sich der Protagonist in einer Zeitschleife wiederfindet und einen furchtbaren Tag immer und immer wieder neu erleben muss, ist kein neues Konzept, aber es ist eines, dass ich trotzdem immer wieder spannend finde. Gleich vorneweg: Die Umsetzung in diesem Buch ist so packend, dass man es kaum beiseitelegen kann. Ich habe es an einem Tag durchgesuchtet.
Spencer macht definitiv Fehler, aber trotz alledem bleibt er eine sympathische Hauptfigur, deren Verhalten nachvollziehbar ist. Überraschenderweise gibt es trotz der Wiederholungen viele Entwicklungen, auch bei den anderen Figuren, weil man an Spencers Seite immer wieder neue Perspektiven und Details erfährt.
Entsprechend der Zielgruppe und dem Highschool-Setting gibt es viele typische Elemente, wie die Dynamik zwischen den beliebten Sportlern und den anderen Gruppen der Schule, aber es werden etliche andere wichtige ernste Themen eingeflochten und angemessen thematisiert.
Insgesamt konnte mich dieses Jugendbuch wirklich sehr packen und meine Erwartungen erfüllen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!
Einstieg nicht einfach, aber es lohnt sich
Long Live Evil von Sarah Rees Brennan
Rae geht es alles andere als gut: Sie hat Krebs und keinerlei Kraft mehr. Aber dann erhält sie das unglaubliche Angebot, in die Welt eines bekannten Fantasybuchs überzutreten, um sich selbst mit der dortigen Magie das Leben zu retten.
Die Ausgangsidee, eine Person darf in ein Buch schlüpfen und die dortigen Figuren persönlich kennenlernen, fand ich richtig toll - vor allem in Kombination damit, dass Rae dort vorgeblich zu den Bösen gehört.
Allerdings muss ich gestehen, dass ich eine ganze Weile gebraucht habe, um in der Geschichte anzukommen. Raes Sprache und Verhalten passen so gar nicht zu der Buchwelt und ihr Vorwissen über den Handlungs¬verlauf, das man als Leser nicht hat, empfand ich eher als störend.
Aber ich finde, dranbleiben lohnt sich! Es gibt unglaublich viele interessante Entwicklungen, von denen nur die wenigsten vorhersehbar sind. Die Grenzen zwischen "Gut" und "Böse" sind ständig im Fluss – womit sich auch Rae gedanklich viel auseinandersetzt.
Insgesamt würde ich sagen, es ist keine einfache Lektüre, weil es doch sehr ungewöhnlich geschrie¬ben ist, aber wenn man sich darauf einlässt, wird man mit vielen interessanten Figuren (in sämtlichen Grauschattierungen) und erfrischend ungewöhnlichen Entwicklungen belohnt. Ich bin auf jeden Fall dabei, wenn die Autorin die Geschichte weitererzählt!











