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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde H. Schellander:

Genial schräg

Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens von Stradal J. Ryan

Der Titel klingt nach einem Rezeptbuch, doch zum Glück für den Leser ist es keines. Denn für mich erschließen sich anhand der wenigen Rezepte die Geheimnisse der Küche des mittleren Westens nicht. Sehr wohl gelingt es dem Autor, mein starkes Interesse an der Hauptfigur Eva zu wecken, deren Entwicklung er von der Geburt bis zur gehypten Köchin aus überraschenden Perspektiven schildert.

Abwechslungs- und detailreich werden vor allem die Frauenfiguren gezeichnet. Die ganze Geschichte ist eigentlich tief traurig, zwischendurch zum Schreien komisch und insgesamt genial schräg.

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Lesen als Zeitmaschine

Das Geheimnis der verlorenen Zeit von John Wray

Wer sich auf dieses Buch einlässt ? wozu es viel Geduld und mehrere Anläufe braucht ? versinkt in einem Labyrinth an Personen, Zeitebenen und unglaublichen Ereignissen. Nach der letzten Seite fühlte ich mich selbst jener geheimnisumwobene Zeitmaschine entstiegen, um deren Enträtselung sich der durchaus sprachgewaltige Autor und mit ihm der Leser bemühen.

Ist das Lesen von John Wrays Roman also verlorene Zeit? Kann ich noch nicht sagen, ich müsste wahrscheinlich noch einmal von vorne beginnen ...

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Ungeheure sprachliche Präzision

Am Rand von Hans Platzgumer

Es ist eine Lebensbeichte, die Autor Hans Platzgumer seinen Protagonisten Gerold Ebner am Rand eines tiefen Abgrundes schreiben lässt. Der Leser wird als Zeuge in eine Tragödie mit einbezogen, die in ungeheurer sprachlicher Präzision bis an die Grenze der Erträglichkeit führt. Ein Roman, der mich, obwohl ich es wollte, nicht los ließ.

Definitiv keine Bettlektüre und trotzdem meine Empfehlung ? fürs Lesen tagsüber.

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Nur zwischendurch unterhaltsam

Letzter Bus nach Coffeeville von Henderson J. Paul

Lesen verbraucht Lebenszeit. Manchmal finde ich diese Zeit gut investiert und manchmal, wie im Fall des Romans ?Letzter Bus nach Coffeeville?, weniger. Schier endlos, nur zwischendurch recht unterhaltsam, sind die Geschichten, die sich J. Paul Anderson für diesen Roadtrip quer durch Amerika ausgedacht hat.

Vielleicht liest sich das Original, das vom Autor für die vorliegende deutsche Fassung angeblich gekürzt wurde, flüssiger. Für mich hätten es, trotz des anrührenden Themas Alzheimer, noch ein paar hundert Seiten weniger sein können.

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Trickreich und großartig

Der Trick von Bergmann Emanuel

Welche Tricks hat Emanuel Bergmann bloß angewendet, dass ich seinen Roman nicht mehr aus der Hand legen konnte? Trick Nr. 1: Zwei parallel laufende, rasant erzählte Geschichten mit jeweils einem Buben als Protagonisten, die allerdings zeitlich und räumlich getrennt leben. Trick Nr. 2: Was vorerst so gar nichts miteinander zu tun hat, wird auf wundersame Weise zusammengeführt und bleibt bis zum Schluss voll überraschender Wendungen.

Trick Nr. 3: Die zentrale Holocaust-Geschichte wird behutsam, teilweise aus der Distanz von Jahrzehnten und auch mit Humor geschildert. Und was war letztlich der titelgebende ?Trick?? Lebensrettend auf jeden Fall, zutiefst menschlich und großartig wie der gesamte Roman.

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Nur Geduld, es lohnt ich

Am Ende bleiben die Zedern von Jarawan Pierre

In einer zentrale Szenen des Romans lässt Autor Pierre Jarawan den Leser in die Parallelwelt des Protagonisten Samir blicken. An allen Mauern seiner Wohnung hat Samir Zeitungsartikel zur (Kriegs)geschichte des Libanon mit Reißnägeln befestigt, die durch Fäden verbunden sind. An dem Punkt, zu dem sämtliche Fäden führen, hängt das Bild seines geliebten Vaters, den zu finden er sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, seit dieser plötzlich verschwunden ist.

Wie ein riesiges Spinnennetz konstruiert auch der Autor diese Geschichte rund um Menschen auf der Flucht. Er legt falsche Fährten und verwischt Handlungsstränge, um zu einem überraschenden Finale zu führen, das letztlich alle Schicksalsfäden miteinander verknüpft und das große Geheimnis löst. Bis dahin braucht der Leser etwas Geduld, wofür ihn Pierre Jarawan mit Sprachgewandtheit und Erzähltalent entschädigt.

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Nur Geduld, es lohnt sich

Am Ende bleiben die Zedern, 8 Audio-CDs von Jarawan Pierre

In einer zentrale Szenen des Romans lässt Autor Pierre Jarawan den Leser in die Parallelwelt des Protagonisten Samir blicken. An allen Mauern seiner Wohnung hat Samir Zeitungsartikel zur (Kriegs)geschichte des Libanon mit Reißnägeln befestigt, die durch Fäden verbunden sind. An dem Punkt, zu dem sämtliche Fäden führen, hängt das Bild seines geliebten Vaters, den zu finden er sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, seit dieser plötzlich verschwunden ist.

Wie ein riesiges Spinnennetz konstruiert auch der Autor diese Geschichte rund um Menschen auf der Flucht. Er legt falsche Fährten und verwischt Handlungsstränge, um zu einem überraschenden Finale zu führen, das letztlich alle Schicksalsfäden miteinander verknüpft und ?das große Geheimnis? löst. Bis dahin braucht der Leser etwas Geduld, wofür ihn Pierre Jarawan mit Sprachgewandtheit und Erzähltalent entschädigt.

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Keineswegs fabelhaft

Fabelhafte Eigenschaften von Adam Soboczynski

Mit der Produktwahrheit ist es in diesem Fall bei Autor und Verlag nicht weit her. Versprochen wird im Klappentext unter anderem ein abgründiges Panorama unserer Gegenwart voll sprachlicher Eleganz und subtilem Humor. Stimmt alles nicht, was umso ärgerlicher ist, als auch die angekündigte raffinierte Pointe zum Schluss, deretwegen ich mich durch Adam Soboczynskis Debütroman quäle, den Leseaufwand nicht lohnt.

Keineswegs fabelhaft also ...

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Amüsanter Horrortrip mit Tiefgang

Der Fisch in der Streichholzschachtel von Martin Amanshauser

Was passiert, wenn ein gewaltiger Hurricane dafür sorgt, dass sich die Besatzungen eines modernen Luxuskreuzfahrtschiffes und jene eines Piratenschiffes aus dem Jahr 1730 in einem Zeitloch begegnen? Der Reisejournalist und Romanautor Martin Amanshauser macht daraus einen amüsanten Horrortrip mit Tiefgang.

Das Aufeinanderprallen der Kulturen schildert er sowohl inhaltlich als auch sprachlich sehr differenziert und schafft es, die Spannung (fast) durchgehend aufrecht zu erhalten. Getragen wir die filmreife Geschichte von zwei Ich-Erzählern aus den unterschiedlichen Welten mit ihren Job- und Beziehungskrisen. Dass beide Welten zum Untergang verurteilt sind, ist nur eine der Lehren aus diesem famosen Buch. Großes Kompliment, starke Empfehlung!

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Im Schnelldurchgang

Hotel Alpha Roman von Watson Mark

?Hotel Alpha? habe ich im Schnelldurchgang gelesen. Nicht, weil es mir so gut gefallen hätte, sondern weil ich rasch damit fertig werden wollte. Von einem britischen Autor, der auch Stand-up-Comedian ist, hätte ich mir ein pfiffigeres, humorvolleres Buch mit überraschenden Wendungen erwartet. Vielleicht sind manche Feinheiten auch der Übersetzung zum Opfer gefallen.

Die Geschichte(n) über ein stadtbekanntes Londoner Hotel, seine Besitzer und Gäste aus der Perspektive von zwei höchst unterschiedlichen Ich-Erzählern zu entwickeln, ist einer der besseren Einfälle. Für mich reicht das nicht aus, auch noch Interesse an den acht folgenden short stories im Buch und weiteren 100 (!) im Internet zu finden. (Zu) leichtes Lesefutter, das die Leserin/den Leser selbst bei Sahara-Temperaturen nicht überfordert.

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