Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lilli33:
Wieder eine sehr spannende Story von Viveca Sten
Blutbuße von Viveca Sten
Wieder eine sehr spannende Story von Viveca Sten
Inhalt:
Charlotte Wretlind beabsichtigt, ein altes Nobelhotel in den Bergen wieder neu und größer aufzubauen. Nicht alle Bewohner des Ortes sind damit einverstanden. Doch Charlotte greift zu allen Mitteln, um ihr Ziel durchzusetzen. Bis sie eines Nachts brutal ermordet wird.
Hanna Ahlander und Daniel Lindskog übernehmen die Ermittlungen und haben alle Hände voll zu tun, können aber ein weiteres Verbrechen nicht verhindern …
Meine Meinung:
Wie schon die ersten beiden Bände dieser Krimireihe ist auch der dritte sehr spannend und atmosphärisch. Das auch zur Osterzeit noch winterliche Wetter ließ mir eisige Schauer über den Rücken rieseln - oder war es doch eher die angespannte Situation am Ort des Verbrechens? Wie auch immer, ich habe das Lesen genossen und konnte das Buch praktisch nicht aus der Hand legen, so fesselnd war es. Die Beschreibungen mancher Szenen ließen mich den Atem anhalten. Durch die sehr kurzen Kapitel, oft mit anschließendem Perspektivwechsel, wird die Spannung noch erhöht.
Die Ermittlungen werden ausführlich und realitätsnah dargestellt. Man ist als Leser*in immer dabei und kann so miträtseln und mitfiebern. Rückblenden in das Jahr 1973 lassen schon früh vermuten, dass das Unglück in der Vergangenheit seinen Lauf nahm. Doch wie das mit den Ereignissen in der Gegenwart zusammenhängt, wird erst gegen Schluss deutlich.
Das Buch ist auch ohne Kenntnis von Band 1 und 2 gut zu lesen. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen. Was man zum Vorleben der Protagonisten wissen muss, wird noch einmal kurz wiederholt.
„Blutbuße“ konnte mich absolut begeistern, auch wenn die Handlungsorte noch weit vom Polarkreis entfernt sind und es sich daher nicht wirklich um einen „Polarkreis“-Krimi handelt. ;-)
Die Reihe:
1. Kalt und still
2. Tief im Schatten
3. Blutbuße
Klufti als Politiker
Lückenbüßer von Volker Klüpfel; Michael Kobr
Klufti als Politiker
Inhalt:
In Altusried stehen Gemeinderatswahlen an. Um die Liste zu füllen, bittet man Klufti, pro forma zu kandidieren. Doch bald schon leckt er Blut und stürzt sich in den Wettkampf gegen seinen Intimfeind Dr. Martin Langhammer, der ebenfalls zur Wahl antritt.
Bei einer groß angelegten Polizeiübung kommt ein Kollege ums Leben.
Was zuerst wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich aber bald als Mord.
Meine Meinung:
„Lückenbüßer“ ist bereits Band 13 der Reihe um den schrulligen Kommissar Kluftinger von der Kriminalpolizei Kempten im Allgäu. Da der Kriminalfall abgeschlossen ist, kann man ihn durchaus ohne Vorkenntnisse lesen. Ich würde es aber nicht empfehlen. Denn der Kriminalfall ist hier nicht die Hauptsache. Ich habe zwar nicht die Seiten gezählt, aber gefühlt nimmt die Rahmenhandlung, das Privatleben Kluftingers und der Wahlkampf, einen größeren Raum ein. Und um sein Verhältnis zu Dr. Langhammer nachvollziehen zu können, ist es schon von Vorteil, wenn man die Vorgängerbände zumindest teilweise kennt.
In den vorherigen Bänden der Reihe ist die Spannung zwar nicht gerade atemberaubend hoch, aber doch vorhanden - hier nicht. Zuweilen gleiten die spärlichen Ermittlungen dermaßen in den Hintergrund ab, dass ich vergaß, in welchem Genre der Roman angesiedelt ist. Verdächtige oder Motive gibt es so gut wie keine. So lässt sich auch nicht miträtseln, was ich bei einem Krimi sehr schade finde. Am Ende wird der Fall zwar aufgeklärt, aber zufriedenstellen konnte mich die Auflösung nicht.
Warum ich das Buch trotzdem innerhalb von 24 Stunden verschlungen habe: Weil es wieder mal total unterhaltsam geschrieben ist. Die beiden Autoren verstehen ihr Handwerk und machen auch aus der schwächsten Story ein angenehmes Lesevergnügen. Der Humor von Klüpfel und Kobr liegt zum Glück genau auf meiner Linie, sodass ich insgesamt nicht allzu enttäuscht von diesem Buch war.
Die Reihe:
1. Milchgeld
2. Erntedank
3. Seegrund
4. Laienspiel
5. Rauhnacht
6. Schutzpatron
7. Herzblut
8. Grimmbart
9. Himmelhorn
10. Kluftinger
11. Funkenmord
12. Affenhitze
13. Lückenbüßer
Auch der 20. Fall kann noch fesseln
Im kalten Licht des Morgens von Wolfgang Burger
Auch der 20. Fall kann noch fesseln
Inhalt:
Eigentlich ist der Heidelberger Kripochef Alexander Gerlach nach den Ereignissen im letzten Mai noch krankgeschrieben. Doch als er beim morgendlichen Joggen die Leiche einer jungen Frau findet, nimmt er sich selbst des Falles an. Denn die Sache ist kurios.
Während Gerlach die Kollegen informiert, verschwindet die Frau und stattdessen liegt ein bewusstloser älterer Mann da.
Meine Meinung:
Ich habe viele Jahre in Heidelberg und Umgebung gelebt. Da sind die Krimis von Wolfgang Burger für mich fast schon Pflicht. Einige Schauplätze kenne ich, anderes hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Zurechtfinden kann man sich bei Burgers Beschreibungen auf jeden Fall, auch wenn man die Gegend nicht kennt.
Nun gibt es schon 20 Bände um den sympathischen Kriminalpolizisten, und ich hoffe, es werden noch viel mehr. Man kann die einzelnen Bände ohne Vorkenntnisse lesen, aber möglichst in der richtigen Reihenfolge, da öfter mal etwas aus einem früheren Fall erwähnt wird.
„Im kalten Licht des Morgens“ beginnt sehr stark mit einer mysteriösen Szene und geht spannend weiter. Der Kriminalfall entpuppt sich bald als vielschichtig und verworren. Doch die Polizei bleibt hartnäckig dran. Deren Arbeit wirkt ziemlich authentisch. Der neue junge Kollege Tim Kurtz gefällt mir. Er ist ziemlich gewieft und hat Biss. Dass Klara Vangelis plötzlich wieder auf der Matte steht, kommt überraschend. Ihr Motiv scheint mir allerdings an den Haaren herbeigezogen zu sein. Das konnte mich absolut nicht überzeugen.
Alexander Gerlach kämpft immer noch gegen die Nachwirkungen des letzten Falles und leidet zudem unter der Trennung von Theresa. Auch mit den Töchtern läuft es nicht ohne große Sorgen. Diese Probleme lassen Gerlach sehr menschlich und sympathisch wirken und nehmen zum Glück auch keinen zu großen Raum ein.
Fazit:
Auch wenn es vielleicht nicht gerade der beste Band der Reihe ist, wurde ich wieder mal spannend unterhalten.
Die Reihe:
1. Heidelberger Requiem
2. Heidelberger Lügen
3. Heidelberger Wut
4. Schwarzes Fieber
5. Echo einer Nacht
6. Eiskaltes Schweigen
7. Der fünfte Mörder
8. Die falsche Frau
9. Das vergessene Mädchen
10. Die dunkle Villa
11. Tödliche Geliebte
12. Drei Tage im Mai
13. Schlaf, Engelchen, schlaf
14. Die linke Hand des Bösen
15. Wen der Tod betrügt
16. Wenn Rache nicht genügt
17. Der sanfte Hauch des Todes
18. Am Ende des Zorns
19. Als die Nacht am tiefsten war
20. Im kalten Licht des Morgens
Turbulenter Abschlussband
The Romeo & Juliet Society, Band 3 - Diamantentod von Sabine Schoder
Turbulenter Abschlussband
Inhalt:
Der Rosenfluch hat die Akademie fest im Griff. Alle siebzehn Jahre muss sich ein Paar opfern, um den anderen ein normales Leben zu ermöglichen. Als unerlaubtes Liebespaar sind Joy Montague und Rhyme Capulet dem Tod geweiht. In ihrer Verzweiflung suchen sie zusammen mit ihren Freunden nach einem Ausweg.
Meine Meinung:
Mit „Diamantentod“ hat Sabine Schoder einen tollen Abschluss ihrer genialen Romeo-und-Julia-Adaption geschaffen. Die drei Bände bauen direkt aufeinander auf und schließen nahtlos aneinander an. Man muss sie also unbedingt in der richtigen Reihenfolge lesen.
Wie schon mit den ersten beiden Bänden konnte die Autorin mich auch mit dem 3. Band wieder absolut begeistern. Das Buch wirkt wie ein Feuerwerk von fantastischen Ideen und originellen Charakteren. Die Protagonisten habe ich alle in mein Herz geschlossen und bin nun etwas traurig, dass sie mich verlassen. Aber ich bin unheimlich froh, dass ich diese Trilogie lesen durfte. Sie sprüht nur so vor Atmosphäre, Spannung, Romantik und auch jede Menge Witz. Auch einige überraschende Wendungen sind eingebaut. Langweilig wird es hier nicht, und das Lesen macht einfach einen Riesenspaß!
Ein Tipp für alle, die ein Buch normalerweise direkt vor der Danksagung weglegen: Hier gibt es nach dem Dank noch ein Kapitel!
Atemberaubende Spannung
Wintersonnenwende von Pascal Engman; Johannes Selåker
Atemberaubende Spannung
Inhalt:
Stockholm, Silvester 1994. In einem Bordell fallen Schüsse. Die Prostituierte Lucy ergreift die Flucht, denn der Täter hat sie bei ihrem echten Namen gerufen, den eigentlich keiner wissen dürfte. Wer ist der Mann und was will er von Lucy? Tomas Wolf von der Stockholmer Kripo nimmt zusammen mit seinem Freund und Kollegen Zingo die Ermittlungen auf.
Auch die Starjournalistin Vera Berg wittert eine große Story und macht sich auf die Suche nach dem Täter.
Meine Meinung:
Schon der Auftakt dieser Reihe, „Sommersonnenwende“ hat mich restlos begeistert. Band 2 steht dem in nichts nach. Kenntnisse aus dem 1. Band sind nützlich, wenn auch nicht unbedingt unabdingbar. Eine Art Rahmenhandlung wird von Band zu Band fortgeführt, spielt aber bei Weitem nicht die Hauptrolle. Der eigentliche Kriminalfall ist jeweils abgeschlossen.
Was zunächst nach einem beliebigen Mord im Rotlichtmilieu aussieht, entpuppt sich schon bald als weitaus größere und weitreichendere Angelegenheit - verbunden mit mehr Gefahr für alle Beteiligten. Nicht nur ein Mal gerät jemand ins Visier eines Mörders und man bangt als Leser*in unweigerlich mit. Die entsprechenden Szenen sind sehr plastisch beschrieben und absolut nichts für zarte Gemüter. Ja, an Gewalt, physischer, psychischer und sexueller, wird hier nicht gespart. Und doch wirkt die Story nicht reißerisch und abgehoben, sondern tatsächlich authentisch.
Es gibt zwei Haupthandlungsstränge aus Sicht von Vera Berg und Tomas Wolf, die mehr oder weniger parallel laufen. Sowohl Polizei als auch Journalistin ermitteln auf eigene Faust, wobei sich ihre Zusammenarbeit immer nur kurz überkreuzt. Dabei sind beide Erzählstränge gleichermaßen spannend. Meist drängt ein Cliffhanger vor dem Perspektivwechsel zum unbedingten Weiterlesen. Mir zumindest fiel es äußerst schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Ich habe es geradezu inhaliert.
Fazit:
Von Anfang bis Ende ein absolut spannender Kriminalroman mit vielschichtigen, interessanten Protagonisten, der ein rasantes Erzähltempo vorlegt.
Die Reihe „Wolf und Berg ermitteln“:
1. Sommersonnenwende
2. Wintersonnenwende
Deadline
Lass uns doch noch etwas bleiben von Lionel Shriver
Deadline
Inhalt:
Nach dem jahrelangen Dahinsiechen von Kays Vater beschließen Kay und Cyril Wilkinson mit Anfang fünfzig, das Ende ihres Lebens selbst zu bestimmen, solange sie es noch können. Mit achtzig Jahren wollen sie gehen. Doch in knapp dreißig Jahren kann viel passieren. Werden sie an ihrem Plan festhalten, wenn es so weit ist?
Meine Meinung:
Lionel Shriver versteht es meisterhaft, sich in ihre Protagonist*innen einzufühlen und sie ganz fein zu beobachten.
Sie bringt uns ihre Figuren dadurch sehr nahe, obwohl ich mir zuweilen gewünscht hätte, dass sie nicht so viel beschrieben, sondern mehr gezeigt hätte.
Überrascht war ich, dass ich es hier nicht mit einem durchgehenden Roman zu tun hatte. Nach knapp einem Drittel fächert sich die Handlung auf und es werden verschiedene Szenarien entworfen. Was wäre, wenn?
Die Autorin zeigt, dass wir nichts vorhersehen können, dass das Leben im Alter unglaublich bereichernd sein kann oder schon in viel zu jungen Jahren zu Ende.
Die Vielfältigkeit der verschiedenen möglichen Leben hat mir gut gefallen. Ein Schmankerl ist, dass immer wieder Szenen aus dem einen Entwurf im nächsten eingebaut sind, sodass alles irgendwie miteinander verknüpft ist.
Fazit:
Ein lesenswertes Buch über das Altern, das Sterben und was sonst noch zum Leben dazugehört, angereichert mit philosophischen Überlegungen und gewürzt mit einigen Prisen Humor.
Außergewöhnliche Story
Nightbirds, Band 1 - Der Kuss der Nachtigall von Kate J. Armstrong
Außergewöhnliche Story
Inhalt:
Matilde, Sayer und Æsa wirken in Simta im Verborgenen. Die drei jungen Frauen sind sogenannte Nightbirds, Magiebegabte, die ihre Magie durch einen Kuss an andere weitergeben können. Da Magie in Simta verboten ist, geschieht dies hinter verschlossen Türen. Nach einem Anschlag auf die Nightbirds müssen sie fliehen, um ihre Haut zu retten.
Meine Meinung:
Es fiel mir nicht ganz leicht, in die Geschichte hineinzufinden. Den Anfang empfand ich beim Lesen als etwas wirr, doch dieses Gefühl verschwand schon bald, je weiter ich in die Story eindrang. Wir lernen zunächst die drei Protagonistinnen und ihre familiären Hintergründe kennen. Hier wird von einer zur anderen und wieder zurück gesprungen, was mir das Lesen anfangs schwermachte, bis ich eine einigermaßen stabile Wissensgrundlage hatte. Die Zusammenhänge wurden schließlich immer klarer, und dann packte mich die Story.
Die drei jungen Frauen könnten von ihrer Herkunft und von ihrem Wesen her kaum unterschiedlicher sein, was die Geschichte sehr tiefgründig und vielschichtig macht. Das hat mir gut gefallen. Auch dass zwar immer wieder die Liebe eine Rolle spielt, sich aber nie in den Vordergrund drängt, fand ich klasse.
Matilde, Sayer und Æsa entwickeln sich mit jedem Tag weiter und wachsen zusammen, bleiben dabei aber auch eigenständig. So trägt jede ihren Teil zum Geschehen auf ihre ganz eigene Weise bei. Sie bekommen es mit Geheimnissen und Intrigen zu tun, müssen sich ihren Widersachern und ihren eigenen Gefühlen stellen. Dabei ist nichts vorhersehbar und als Leserin wird man ständig neu überrascht. Als Vielleserin habe ich oft das Problem, dass ich das Gefühl habe, eine Geschichte oder zumindest Teile davon so oder so ähnlich schon mal gelesen zu haben. „Nightbirds“ war in dieser Hinsicht besonders: Die Handlung, die Magie, die Charaktere waren für mich einzigartig.
„Der Kuss der Nachtigall“ ist der 1. Band dieser Reihe. Er endet zwar mit einem gewissen Abschluss, lässt aber auch noch einiges offen für die Fortsetzung. Band 2, „Das Herz des Goldfinken“, ist für Mai 2025 auf Deutsch geplant.
Konnte mich leider nicht packen
Ich fürchte, Ihr habt Drachen von Peter S. Beagle
Konnte mich leider nicht packen
Inhalt:
Der junge Robert Thrax ist ein Drachenjäger, aber er mag seinen Beruf gar nicht. Denn er fühlt sich den Drachen verbunden und es widerstrebt ihm, sie zu töten. Als er eines Tages von Prinz Reginald in Dienst genommen wird, um diesen bei einer Drachenjagd heldenhaft dastehen zu lassen, bekommt sein Leben eine Wende.
Denn mit von der Partie ist auch Prinzessin Cerise, die eigentlich ein Auge auf Reginald geworfen hat. Je näher Robert sie kennenlernt, desto mehr empfindet er für sie.
Meine Meinung:
Ich gebe zu, ich habe mich durch die Werbung mit „Das letzte Einhorn“, den großen Erfolgstitel von Peter S. Beagle, hinreißen lassen, „Ich fürchte, ihr habt Drachen“ zu lesen. Leider konnte mich dieses Buch aber nicht abholen. Dabei ist die Story an sich ganz nett, irgendwie märchenhaft, mit Prinzessin, Prinz, Drachen und deren Bezähmern. Die Charaktere blieben mir aber leider bis zum Schluss recht fremd. Oberflächlich erscheinen sie alle recht liebenswert, aber ihre Beschreibung geht für meinen Geschmack nicht allzu sehr in die Tiefe, sodass ich mich immer wieder fragte, was sie zu ihren Handlungsweisen antreibt.
Der Schreibstil ist ziemlich verschwurbelt. Das passt einerseits super zur Handlung, erschwerte mir aber das Lesen. Positiv hervorzuheben ist der Humor, der in winzigen Prisen eingestreut ist und mir von Zeit zu Zeit ein Grinsen ins Gesicht trieb.
Eine Verfilmung wie bei „Das letzte Einhorn“ könnte ich mir aber sehr gut vorstellen. Es gibt einige sehr monumentale Szenen, die sich auf der Leinwand bestimmt gut machen.
Gemütlicher Krimi
Die Hausboot-Detektei - Tödliche Farben von Amy Achterop
Gemütlicher Krimi
Inhalt:
Als Onno nach Hause kommt, sitzt eine Leiche in seinem Sessel. Und an der Wand fehlt ein Gemälde, das Onno eigenhändig gefälscht hat. Nicht die besten Voraussetzungen, um die Polizei zu rufen. Dann doch lieber die Hausboot-Detektive. Diese begeben sich auf der Suche nach dem Mörder und dem Bild auf eine gefährliche Schnitzeljagd.
Meine Meinung:
Ich habe die ersten drei Bände dieser Reihe gemocht und auch den aktuellen, vierten Band gerne gelesen. Die deutsche Autorin Amy Achterop aka Heidi van Elderen versteht es, die Leserschaft gedanklich direkt nach Amsterdam zu katapultieren und eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Ich begleite die sympathischen Privatdetektive immer wieder gerne bei ihren Recherchen und bewundere ihr soziales und tierliebes Engagement. Mit solchen Protagonisten kann ich mich gut identifizieren.
Der Kriminalfall ist (relativ) unblutig und für alle Leserschichten geeignet. Ein wenig mehr Spannung hätte er meiner Meinung nach noch vertragen können. Aber Amy Achterop hat den Fokus mehr auf das Menschliche und Zwischenmenschliche gelegt. Das ist auch in Ordnung. Allerdings empfand ich die Verdächtigen als austauschbar und habe die Personen öfter mal durcheinander gebracht. Vielleicht war das mit ein Grund, warum ich den Täter nicht vorhersehen konnte. So war die Auflösung dann schön überraschend.
Die Reihe:
1. Tödlicher Genuss
2. Tödlicher Grund
3. Tödlicher Stoff
4. Tödliche Farben
5. Tödliche Blüten (ET voraussichtlich im Frühjahr 2025)
Nichts als die Wahrheit
Scandor von Ursula Poznanski
Nichts als die Wahrheit
Inhalt:
Scandor ist ein neuartiger Lügendetektor, der hundert Teilnehmer einer Challenge rund um die Uhr im Griff hat. Die kleinste Unwahrheit wird mit dem sofortigen Ausschluss (und Schlimmerem) bestraft. Wer es am längsten ohne Lüge aushält, bekommt ein Preisgeld von fünf Millionen Euro.
Auch Tessa und Philipp haben es in die Challenge geschafft - nicht ahnend, dass jemand ein ganz besonderes Spiel mit ihnen spielt.
Meine Meinung:
Keine Frage, Ursula Poznanski schreibt unheimlich fesselnd. Bei mir kam direkt auf der ersten Seite das Kopfkino in Gang. So liebe ich das. Ich habe mit den Protas Philipp und Tessa mitgebangt und sie durch ihren Alltag begleitet, den sie ohne die kleinste Flunkerei überstehen müssen, um am Ende die Millionen kassieren zu können.
Besonders beeindruckend fand ich, wie oft man unwillkürlich nicht die ganze Wahrheit sagt, sei es um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen, sei es um nett zu anderen zu sein oder ihnen einfach nicht weh zu tun. Oder man sagt etwas gedankenverloren, ohne sich zu überlegen, ob das überhaupt stimmt. Da kommt ganz schön was zusammen an Lügen im Laufe eines Tages. Und damit wären wir auch schon bei meinem Kritikpunkt: Das Schema ist dann eben immer wieder das gleiche. Die Autorin beschreibt immer wieder, welche „Lügen“ den Protas auf der Zunge liegen, bevor sie sie gerade noch verschlucken können. Die meisten ähneln sich dann halt doch mehr oder weniger.
Aber je weiter die Handlung fortschreitet, umso spannender wird es. Nicht nur, dass die anderen Challenge-Teilnehmer versuchen, Tessa und Philipp aus dem Rennen zu werfen, sondern es wird auch immer deutlicher, dass gerade diese beiden Teilnehmer auf eine ganz besondere Weise in die Geschichte verstrickt sind.
Nervenaufreibend sind auch die „Bestrafungen“ derjenigen Challenge-Teilnehmer, die wegen Lügen aus der Challenge gekickt wurden. Hier konnte ich mich dank der intensiven Beschreibungen in jeden einzelnen Charakter hineinversetzen, was mir zum Teil schon den Atem stocken ließ.
Trotz kleiner Längen hat mir das Lesen dieses interessanten und fesselnden Jugendthrillers sehr viel Spaß gemacht.











