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Rezensionen von Lilli33:

Spannender und vielschichtiger Thriller

Lupus von Tibor Rode

Spannender und vielschichtiger Thriller

Inhalt:
Das Auto von Jennifer Rauschs Vater wird im Wald gefunden, von ihm selbst fehlt jede Spur. In der Nähe findet man eine Menge Blut. Als Tierärztin und Wolfsbeauftragte des Landkreises Vorpommern-Greifswald ist Jenny aufs Höchste alarmiert, als sie von immer mehr Wolfssichtungen und -angriffen erfährt, denn es handelt sich nicht um normale Wölfe, sondern um riesige Tiere, die keine Scheu vor den Menschen zeigen.

Zusammen mit dem Staatsanwalt Frederik Bach versucht Jenny, die Hintergründe dieser Vorkommnisse zu ergründen und erfährt dabei eine ganze Menge über sich selbst.

Meine Meinung:
„Lupus“ (lat. Wolf) ist ein hoch spannender Thriller, in dem es unter anderem um Wissenschaft, Ökologie und Ökonomie geht. Von der ersten Seite an konnte Tibor Rode mich fesseln - und das blieb auch bis zum Schluss so. Der Schreibstil ist mitreißend, dynamisch und leicht zu lesen. Die wissenschaftlichen Fakten sind auch für Laien gut zu verstehen. Die Argumente von Wolfsgegnern und Wolfsschützern kann man gut nachvollziehen. Dachte ich anfangs noch, dass es in diesem Roman um das Dulden oder die Wiederansiedlung von Wölfen geht, wurde ich schon bald eines Besseren belehrt. Die Handlung ist viel komplexer. Sie führt uns einerseits weit in die deutsche Vergangenheit zurück und zeigt uns andererseits eine mögliche, nicht gerade erstrebenswerte Zukunft.

Mir gefiel sehr gut, wie Jenny und Frederik Stück für Stück immer mehr herausfinden und auch wie sie sich einander sachte annähern. Das ist alles sehr glaubwürdig dargestellt. Das Erzähltempo ist recht hoch, Langeweile kommt hier nicht auf. Spannung liegt schon in der Handlung an sich begründet, wird durch die Perspektivwechsel aber noch mal erhöht. Die kursiv gedruckten Einschübe aus der Vergangenheit störten meinen Lesefluss überhaupt nicht, da sie immer direkt mit einem Ereignis in der Gegenwart zusammenhängen. Sehr gut gemacht!

Ich bin lediglich über ein paar unwesentliche Logikfehler gestolpert. Zum Beispiel sagt eine Person, sie hätte eine andere erst vor ein paar Wochen gesehen. Ein paar Seiten weiter sagt sie dann in demselben Gespräch, es wäre vor Jahren gewesen. Oder: Ein Beweisstück wird in einen Hundekotbeutel gesteckt und dieser dann mit Zippverschluss geschlossen. Ich habe ja schon viele Hundekotbeutel gekauft und benutzt, aber mit Zippverschluss habe ich noch keinen gesehen. ;-) Aber wie gesagt, das ist unwesentlich und spielt für die Handlung keine Rolle.

Von mir gibt es für diesen spannenden und komplexen Thriller 4,5 von 5 Sternen.

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Süße Liebesgeschichte, aber zu distanziert erzählt

Lupus von Tibor Rode

Süße Liebesgeschichte, aber zu distanziert erzählt

Inhalt:
Ryan und Avery sind beide 16, als sie sich kennenlernen und verlieben. Während Averys Eltern voll und ganz hinter ihrem Sohn stehen und ihn unterstützen, fehlt Ryans Eltern fast jede Toleranz. Doch die beiden lassen sich dadurch nicht entmutigen und kämpfen für ihre Liebe.

Meine Meinung:
Ich liebe die Jugendbücher von David Levithan und finde es großartig, wie dieser Autor Lesenden die queere Gemeinschaft nahebringt. Doch mit „Ryan und Avery“ konnte er mich leider nicht überzeugen. Ich habe wirklich keine Ahnung, was er sich bei dem Schreib-/Erzählstil gedacht hat. In zehn Kapiteln - zehn Dates - lernen wir Ryan und Avery und ihr Lebensumfeld einigermaßen gut kennen. Dabei wird aber nicht chronologisch erzählt, sondern die Dates sind scheinbar wahllos durcheinandergewürfelt. Dies sorgt nur für Verwirrung. Was der Autor damit beabsichtigt hat, ist mir echt nicht klar. Man hätte auch einfach in der richtigen Reihenfolge erzählen können, ohne dass die Story irgendetwas eingebüßt hätte.

Noch viel mehr störte mich aber, dass so distanziert erzählt wird. Ein allwissender Erzähler analysiert jede Szene, jeden Gedanken, jedes Gefühl und erklärt, was dabei vor sich geht, anstatt es den Lesenden zu überlassen, sich ihre eigenen Gedanken dazu zu machen und ihre eigenen Schlüsse daraus zu ziehen. Dies hatte zur Folge, dass die Gefühle der beiden Jugendlichen, von denen es wirklich reichlich gibt, nicht bei mir ankamen, da sie auf dem Weg zu mir in der Luft zerpflückt wurden. Dabei müsste diese süße Liebesgeschichte mit ihren wunderbar warmherzigen Protagonisten eigentlich alle Herzen schmelzen lassen.

Ich habe „Ryan und Avery“ als Hörbuch gehört. Der Sprecher Julian Mehne macht seine Sache ganz gut. Jedoch finde ich seine recht herbe Stimme für ein Buch, in dem zwei Jugendliche zu Wort kommen, nicht wirklich passend.

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Zu viel Paranormales

Die Unmöglichkeit des Lebens von Matt Haig

Zu viel Paranormales

Inhalt:
Die pensionierte Mathematiklehrerin Grace erbt ein Häuschen auf Ibiza - von ihrer ehemaligen Kollegin Christina, die sie gar nicht mal gut kannte. Nach reiflicher Überlegung wagt Grace, die ihr Haus in England seit Jahren kaum noch verlassen hat, den Sprung ins Abenteuer und fliegt auf die Mittelmeerinsel.

Was sie hier erlebt, hätte sie sich nie träumen lassen (und ich auch nicht).

Meine Meinung:
Es fällt mir recht schwer, dieses Buch zu bewerten, denn es war nicht so wirklich meins. Mit so viel Paranormalem hatte ich einfach nicht gerechnet und empfand es zuweilen schon als etwas lächerlich. Ich bin wohl noch nicht so offen, dass ich mich darauf einlassen kann. Da geht es mir wie Grace zu Beginn der Geschichte. Im Gegensatz zu mir wächst sie dann aber hinein. ;-)

Davon abgesehen ist das Buch wie die meisten von Matt Haig aber ganz wunderbar. Es ist eine warmherzige Story, die viel Stoff zum Nachdenken bietet. Philosophische Ansätze sind ebenso vertreten wie das Umweltschutzthema und einiges mehr.

Grace ist eine absolut liebenswürdige alte Dame, die ich ganz schnell in mein Herz geschlossen habe. Sie macht eine kolossale Entwicklung durch, sie stellt sich ihrer Vergangenheit, ihren Schuldgefühlen, die ihr das Leben bisher so schwer machten. Dadurch wächst sie über sich hinaus und kann schließlich viel für andere tun.

Matt Haigs Schreibstil ist recht locker und leicht zu lesen. Er konnte mich gut fesseln und zum Ende hin wird die Handlung immer spannender, gilt es doch einen Bösewicht aufzuspüren und zu stoppen. Insofern hat der Autor alles richtig gemacht - wenn er nur das Paranormale nicht so aufgebauscht hätte. Aber das ist mein ganz persönliches Empfinden. Andere Lesende werden vielleicht genau das an diesem Roman lieben.

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Einigermaßen spannende Unterhaltung

Stalker - Er will dein Leben. von Arno Strobel

Einigermaßen spannende Unterhaltung

Inhalt:
Der Schauspieler Eric Sanders steht nach seiner Rolle im „Tatort“ vor dem beruflichen Durchbruch. Doch irgendjemand scheint damit nicht einverstanden zu sein und mischt sich hinterhältig in Erics Social Media Accounts, was Erics Ruf enorm schadet.

Schließlich wird auch noch seine Familie bedroht. Eric soll einen Mord gestehen, den er als Kind begangen haben soll. Das Dumme ist nur, Eric hat keinerlei Erinnerungen an seine Kindheit.

Meine Meinung:
Mit den Thrillern von Arno Strobel kann man nichts falsch machen. Sie sind leicht lesbar und recht spannend. Man kann damit gut dem Alltag entfliehen, ohne sich groß den Kopf über die Handlung zerbrechen zu müssen. Genauso ist es auch bei „Stalker“.

Es ist gute Unterhaltung mit durchgehender Spannung, die einem aber keine schlaflosen Nächte bereitet. Der Protagonist macht einen sympathischen Eindruck. So leidet man unweigerlich mit ihm mit und begleitet ihn gerne bei seiner Suche nach dem Warum und dem Täter.

Zunächst erscheint die Handlung ziemlich geradlinig, doch liest man weiter, gibt es auch Umwege und Wendungen. Nicht alles konnte mich absolut überraschen, aber wirklich vorhersehen konnte ich es auch nicht.

Fazit:
Ein solider Psychothriller ohne viel Tiefgang, der einem ein paar unterhaltsame Lesestunden beschert.

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Verbrecherische Flitterwochen

Letzte Lügen von Karin Slaughter

Verbrecherische Flitterwochen

Inhalt:
Special Agent Will Trent und Gerichtsmedizinerin Sara Linton sind frisch verheiratet. Ihre Flitterwochen wollen sie in einer abgelegenen, familiengeführten Lodge in den Bergen verbringen. Doch gleich in der ersten Nacht werden sie von Hilferufen aus ihrer Verliebtheit gerissen.

Statt sich verwöhnen zu lassen und zu entspannen, müssen sie einen Mord aufklären.

Meine Meinung:
Für mich war es der erste Band dieser Reihe, was vielleicht ein bisschen unglücklich war. Treue Fans von Will und Sara werden sicher mit Vergnügen über ihre liebevolle Beziehung lesen; für mich war es zu viel des Guten, denn die ersten 200 Seiten dreht es sich immer wieder über viele Seiten nur darum. Irgendwann ist es dann aber gut und Slaughter konzentriert sich auf die Verbrechen. Hier wird es dann auch richtig spannend, obwohl mir schon kurz nach dem ersten Mord klar war, wer diesen begangen hat. Aber die Handlung ist so komplex und verzwickt, dass es auch für mich noch einiges mitzurätseln gab.

Der Schreibstil ist flüssig, aber äußerst detailreich. Mir wäre eine straffere Erzählung ohne Wiederholungen angenehmer gewesen. Will und Sara habe ich als super sympathische und kompetente Personen kennengelernt. Auch Faith konnte mich mit ihrer Art begeistern.

Fazit:
Nicht gerade der große Wurf, aber ich werde der Reihe bei Gelegenheit noch eine Chance geben.

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Was für eine geniale Tragikomödie

Pi mal Daumen von Alina Bronsky

Was für eine geniale Tragikomödie

Inhalt:
Endlich darf Oscar, knapp siebzehn und hochbegabt, sein Mathematikstudium beginnen. Davon hat er schon als kleiner Junge geträumt. Und natürlich hat er sich die Uni ausgesucht, an der sein größtes Idol einen Lehrstuhl innehat. Zunächst fühlt er sich von seiner Kommilitonin Moni, 53, gestört.

Sie schleppt immer alles Mögliche mit sich herum, Einkaufstaschen, Brotboxen oder auch mal ihren Enkel, auf den sie aufpasst. Sie wird von allen belächelt und keiner traut ihr das Studium zu. Doch nach und nach entwickelt sich zwischen Oscar und Moni eine wunderbare Freundschaft, die beiden durchs Leben hilft.

Meine Meinung:
Alina Bronsky ist ja bekannt für ihre berührenden, tief schürfenden Romane. Aber mit ihrem neuesten Werk übertrifft sie sich selbst. Ich wusste nie, ob ich lachen oder weinen sollte ob der Lebensprobleme von Oscar und Moni. Es wirkt alles so absurd und gleichzeitig so nachvollziehbar.

Mathematik bedeutet für Oscar einfach alles. Freunde hat er nie gehabt und auch die Familie ist ihm vordergründig nicht so wichtig. Auf den ersten Blick wirkt er wie ein arroganter, reicher Schnösel, entpuppt sich aber dann doch als Junge mit Herz, auch wenn er das selbst nie zugeben würde.

Mit Moni verhält es genau anders herum. Sie ist eine bodenständige, erfahrene Frau mit einem großen Herzen, die sich um alle kümmert - nur nicht um sich selbst. Wie sie ausgerechnet auf die Idee kommt, mit 53 Jahren Mathematik zu studieren? Das müsst ihr schon selbst herausfinden. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Erzählt wird die Geschichte aus Oscars Perspektive in der ersten Person. Dies mag mit dazu beitragen, dass man ihn trotz all seiner Fehler mag. Denn durch den Einblick in seine Gedanken und Gefühle wird einem klar, dass er eigentlich gar nichts dafür kann, dass er so ist, wie er nun mal ist, und dass er es bei aller Überheblichkeit gar nicht böse meint. Gefangen in seinen selbst auferlegten strengen Regularien und seinem Tunneldenken steht er sich auf dem Weg zu seinem Glück selbst im Weg. Da ist es gut, dass Moni es schafft, ihn ein bisschen aufzubrechen.

Auch wenn sich die Story um Mathematik dreht, muss man kein Mathegenie sein, um sie genießen zu können. Diesen Roman möchte ich allen Menschen ans Herz legen, weil er so viele verschiedene Facetten aufweist, dass jede*r etwas für sich daraus mitnehmen kann.

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Leider mit Längen

Tode, die wir sterben von Roman Voosen; Kerstin Signe Danielsson

Leider mit Längen

Inhalt:
Nach dem Unfalltod seiner Frau kehrt Jon Nordh nach einer Auszeit wieder in den Job bei der Polizei in Malmö zurück. Für seinen neuen Fall wird ihm eine junge Polizistin, strafversetzt aus Stockholm, zur Seite gestellt, Svea Karhuu. Die beiden ungleichen Ermittler sollen den Mord an dem dreizehnjährigen Rashid aufklären, der bei einem Drive-in-Shooting ums Leben kam.

War Rashid wirklich das Ziel oder nur ein zufälliges Opfer?

Meine Meinung:
Ich habe einige Bände aus der Reihe "Nyström und Forss“ dieses Autoren-Duos gelesen. Insofern waren mir die beiden nicht neu. Allerdings hat mir der Auftaktband der neuen Reihe leider nicht ganz so gut gefallen wie die vorherigen.

Der Anfang einer neuen Reihe zieht sich erfahrungsgemäß oft in die Länge, weil die Protagonist*innen und die äußeren Umstände ausführlich eingeführt werden. Das ist auch bei diesem Buch so. Hinzu kommt hier aber noch, dass immer wieder unnütze Details seitenweise ausgeführt werden.

Kurzes Beispiel: Karhuu verfolgt einen gewalttätigen Verdächtigen, der in ein Haus geht und mit einem langen Futteral über der Schulter wieder herauskommt. Das Gewicht schätzt sie auf zwanzig Kilo. Sie grübelt, was da wohl drin sein könnte: Skier? Angelruten? - Hä, wie kommt sie denn darauf??? Irgendwann macht es dann bei der intelligenten Frau klick und sie reimt sich zusammen, dass es ein Gewehr sein muss. Hier kam ich mir richtig veräppelt vor.

Der Fall ist äußerst komplex und ich musste mich beim Lesen schon ziemlich konzentrieren, um die ganzen losen Fäden im Auge zu behalten. Aber das empfand ich eher als positiv. Was mich störte, war, dass sowohl Jon als auch Svea viele offene Baustellen in ihrem Vorleben bzw. Privatleben haben, die in diesem Kriminalroman für meinen Geschmack zu viel Raum einnahmen. Daher schwanke ich zwischen 3 und 4 Sternen, runde aber wohlwollend auf.

Die Reihe:
1. Tode, die wir sterben
2. Schwüre, die wir brechen (ET voraussichtlich im August 2025)

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Aichner, wie man ihn kennt

Yoko von Bernhard Aichner

Aichner, wie man ihn kennt

Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
TLAWEG GNUGITLAWEGREV HCUARBSSIMSEDNIK

Inhalt:
Als Yoko einen kleinen Hund vor seinen Peinigern retten will, wird sie selbst zum Opfer. Ihr Leben, wie es einmal war, zerbricht. Ihr wird alles genommen, was ihr wichtig ist.

Aber Yoko wehrt sich - nicht ahnend, auf welchen Gegner sie sich einlässt. Die Spirale der Gewalt schraubt sich immer weiter in die Höhe.

Meine Meinung:
Wer Bernhard Aichner noch nicht kennt, sollten einen Blick in die Leseprobe werfen. Denn die Bücher von Bernhard Aichner mag man oder man mag sie nicht. Sein Schreibstil ist unverwechselbar und etwas ganz Besonderes. Durch knappe Sätze oder auch nur Halbsätze, in denen kein überflüssiges Wort vorkommt, und Dialogen, die mit Bindestrichen abgesetzt sind, entsteht ein rasantes Erzähltempo und ein Sog, dem zumindest ich mich nicht entziehen kann.

Man ist ganz nah dran an der Protagonistin, identifiziert sich mit ihr und kann ihre Handlungsweisen gut nachvollziehen, auch wenn sie nicht immer die richtige Entscheidung trifft. Sie verstrickt sich immer mehr in die Sache, wird gejagt, dreht den Spieß um, wächst über sich hinaus und entwickelt ungeahnte Fähigkeiten.

Wie wahrscheinlich das alles ist, sei dahingestellt. Spannend und nervenaufreibend ist es auf jeden Fall. Und nichts für empfindliche Gemüter. Es geht hier ordentlich zur Sache. Dem ein oder anderen könnten manche Szenen auf den Magen schlagen.

Fazit:
Der Schreibstil ist typisch Aichner, die Story auch. Manch eine*r wird sich vielleicht grob an Blum erinnert fühlen. Da ich die „Totenhaus“-Trilogie sehr mochte, empfand ich das nicht als störend.

Die Reihe:
1. Yoko
2. John (erscheint voraussichtlich am 17. Juni 2025)

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Ein sehr warmherziger Roman

Das größte Rätsel aller Zeiten von Samuel Burr

Ein sehr warmherziger Roman

Inhalt:
Miss Pippa Allsbrook ist Gründerin und Präsidentin der Gemeinschaft der Rätselmacher. Zusammen mit anderen Rätselbegeisterten lebt sie in einem alten englischen Herrenhaus. Sie ist bereits 64 Jahre alt, als ihr sehnlichster Wunsch in Erfüllung geht: ein Baby.

Es liegt eines Tages in einer Hutschachtel vor der Tür, und die Gemeinschaft nimmt sich seiner liebevoll an. Als Pippa 25 Jahre später stirbt, drängt es Clayton, endlich etwas über seine eigentliche Herkunft zu erfahren. Dafür hat Pippa vor ihrem Tod vorgesorgt. Sie hat eine Spur gelegt, sodass Clayton nun in einer Art Schnitzeljagd ein Rätsel nach dem anderen lösen muss, bis er schließlich ans Ziel kommt. Dabei lernt er nicht nur viel über die Welt außerhalb seines Zuhauses, sondern auch über sich selbst.

Meine Meinung:
„Das größte Rätsel aller Zeiten“ ist ein richtiges Wohlfühlbuch. Die mehr oder weniger skurrilen Personen muss man einfach mögen. Es fällt hier kaum ein harsches Wort, der Umgang miteinander ist geprägt von Respekt, Liebe und Fürsorge. Obwohl der junge Clayton in einer „Familie“ von Senioren aufwuchs, fehlte es ihm an nichts. Er hat eine tadellose Erziehung genossen, die ihm sein „Abenteuer in der richtigen Welt“ erleichtert, auch wenn er vieles nicht kennt und einiges lernen muss.

Die Handlung ist in zwei Erzählebenen aufgeteilt. Aus Pippas Perspektive erfahren wir alles über die Geschichte der Gemeinschaft der Rätselmacher und ihre Mitglieder. Es beginnt im Jahr 1979 und reicht schließlich bis in die Gegenwart. Claytons Suche nach seiner Identität spielt sich in der Gegenwart ab. Beides wechselt sich ab und greift wie Zahnräder ineinander. Das hat mir sehr gut gefallen.

Samuel Burrs Schreibstil ist sehr angenehm und passt wunderbar zu den betulichen Figuren, leicht zu lesen, aber nicht trivial. Hin und wieder entstanden kleine Längen, das ist aber auch schon meine einzige Kritik an diesem wunderbaren Roman, der mich sehr positiv überrascht hat, denn eigentlich ist das gar nicht so mein Genre. Wenn mich ein Autor dann trotzdem so fesseln kann, spricht das absolut für das Buch.

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Berührende Coming of Age Story

Der Bademeister ohne Himmel von Petra Pellini


Berührende Coming of Age Story

Inhalt:
Linda ist fünfzehn und fühlt sich in ihrem Leben nicht zu Hause. Am liebsten würde sie alles hinschmeißen und vor ein Auto laufen. Aber noch wird sie gebraucht: von dem jüngeren Kevin, der sich tierische Sorgen um die Welt macht, und dem alten Hubert, der dement in seiner eigenen Welt vor sich hin lebt.

Meine Meinung:
Linda habe ich bereits auf der ersten Seite in mein Herz geschlossen, ebenso wie Kevin, Hubert und Ewa, dessen polnische Pflegerin. Warum sich Linda allerdings mit Selbstmordgedanken trägt, ist für mich nicht klar geworden. Sicher, es läuft nicht alles rund in ihrem Leben. Schule und Elternhaus könnten es besser mit ihr meinen, aber etwas wirklich Dramatisches ist ihr nicht passiert. Für eine Depression wirkt sie auf mich durchweg zu gut drauf, entschlossen, zupackend. Aber ich muss zugeben, ich kenne mich da nicht wirklich aus. Mir kam Linda eher wie ein ganz normaler, leicht rebellischer Teenager vor, der eine ehrenvolle Aufgabe übernommen hat.

Es hat mich sehr berührt, wie Linda sich einfühlsam und ideenreich um den dementen Hubert kümmert, wie sie in der patenten und außergewöhnlichen Ewa eine Freundin findet. Zusammen bemühen sich Linda und Ewa sehr liebevoll um Hubert, auch wenn es nicht immer leicht ist. Hier denke ich, dass sich manch Angehörige*r von an Demenz Erkrankten eine Scheibe abschneiden und ein paar Ideen holen könnte.

Der Schreibstil ist sehr ansprechend, jugendlich leicht und mitreißend. Es wird aus Lindas Ich-Perspektive erzählt, sodass man ganz nah an der Protagonistin durch die Handlung geführt wird. Petra Pellini hat viel Erfahrung in der Pflege demenzkranker Menschen. Das merkt man hier sehr deutlich.

Fazit:
Eine berührende Geschichte um Leben und Sterben, die ich gerne weiter empfehle.

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