Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lilli33:
Ein super spannendes Verwirrspiel
Finsteres Herz von Holger Karsten Schmidt
Ein super spannendes Verwirrspiel
Inhalt:
Silvester 2006. Irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern. Die Kriminalkommissare Lona Mendt und Frank Elling befinden sich zusammen mit zwei Kollegen und drei Kronzeugen in einem Safe House. Es kommt zu einem unerklärlichen Massaker, dem mehrere Polizisten, Kronzeugen und Täter zum Opfer fallen.
Die zwölfjährige Sarah verschwindet spurlos und befindet sich in höchster Gefahr.
Maja Kaminski von der Bundespolizei und Holger Dudek vom LKA übernehmen die Ermittlungen. Mühsam müssen sie herausfinden, woran Mendt und Elling überhaupt gearbeitet haben. Zudem besteht der Verdacht, dass jemand falsch spielt …
Meine Meinung:
Wie schon der Vorgängerband „Die Toten von Marnow“ besticht auch „Finsteres Herz“ durch eine hoch spannende und komplexe Story. Die Erzählperspektive wechselt immer wieder zwischen „vor Silvester“ und „nach Silvester“. Auf die entsprechenden Vermerke über den Kapiteln muss man höllisch achten, um nicht durcheinander zu kommen.
So wird dann nach und nach klar, was Mendt und Elling herausgefunden haben und wer hier ein Interesse hat, die Zeugen mundtot zu machen, welche Rolle das Mädchen Sarah spielt und warum Mendt ihr so zugetan ist.
Der Schreibstil ist mitreißend und fesselnd. Atemraubende Actionszenen wechseln sich mit ruhigeren Episoden ab, in denen Überlegungen im Vordergrund stehen, die aber nicht minder spannend sind. Die Handlungsweisen sämtlicher Figuren sind einleuchtend und gut nachvollziehbar.
Man muss Band 1 nicht gelesen haben, um der Handlung hier folgen zu können. Aber auch der lohnt sich und kann auch hinterher noch gelesen werden. ;-)
Die Reihe:
1. Die Toten von Marnow
2. Finsteres Herz
Spannendes Finale
The Ruby Circle (3). All unsere Wahrheiten von Jana Hoch
Spannendes Finale
Inhalt:
Nachdem der Master Theos Geheimnis offenbart hat, ist Louisa wie vor den Kopf gestoßen. Zudem verletzt sie sein Verschwinden. Als er nach Wochen wieder an die Highclare Academy zurückkommt, weiß sie nicht, wie sie sich verhalten soll. Kann sie ihm wieder vertrauen, will sie das überhaupt? Sie macht sich auf die Suche nach Annie, die als Einzige Klarheit in Theos Geheimnis bringen kann.
Mittlerweile forciert der Master sein Spiel. Auch er ist hinter Annie her und verlangt von den Mitgliedern des Ruby Circle, sie ihm zu liefern.
Meine Meinung:
„All unsere Wahrheiten“ ist der gelungene Abschluss dieser Reihe, auch wenn sich die Autorin mit einem Augenzwinkern ein Hintertürchen für eine Fortsetzung offen lässt. Aber nein, eine Fortsetzung muss nicht sein. Das Ende ist gut so, wie es ist.
Das Buch schließt direkt an den Vorgänger an. Man sollte ihn und Band 1 unbedingt gelesen haben. Und wer die ersten beiden Bücher mochte, wird auch von Band 3 begeistert sein. Ich empfand diesen Band als noch ein wenig spannender und emotionaler als die anderen. Das erwarte ich bei einem Abschlussband aber auch. Zwischendurch dreht sich die Handlung ein bisschen im Kreis und kommt nicht wirklich voran, aber das sind nur kurze Phasen. Dann geht es wieder mit Schwung weiter und steuert unaufhaltsam auf den Showdown zu. Die zwei großen Fragen werden beantwortet: Finden Louisa und Theo wieder zueinander? und Wer steckt hinter dem Master? Bei der zweiten Frage tappte ich völlig im Dunkeln. Jana Hoch schreibt so raffiniert, dass ich schließlich jedem misstraute. So wurde ich am Ende überrascht, obwohl alles schlüssig ist.
Die Reihe:
1. All unsere Geheimnisse
2. All unsere Lügen
3. All unsere Wahrheiten
Düster und fesselnd
Das Haus der Bücher und Schatten von Kai Meyer
Düster und fesselnd
Inhalt:
Leipzig 1933. Kommissar Cornelius Frey hat seinen Job verloren, weil er sich den neuen Verhältnissen nicht unterordnen wollte. Doch als praktisch vor seiner Nase ein Mord an einem Ex-Kollegen und einem jungen Mädchen, das er am Tag zuvor vor dem Tod gerettet hat, geschieht, drängt es ihn wieder in den Beruf zurück, denn er ist überzeugt, dass die Polizei den Fall nicht wirklich aufklären will.
Livland 1913. Die Leipziger Lektorin Paula Engel und ihr Verlobter Jonathan reisen ins Baltikum, um das neue Manuskript des berühmten Schriftstellers Aschenbrand abzuholen. In dem alten Herrenhaus gehen ungeheure Dinge vor sich und Paula und Jonathan müssen um ihr Leben bangen.
Meine Meinung:
Historische Romane sind eigentlich nicht so mein Ding, aber Kai Meyer schreibt einfach so fesselnd, dass er mich auch mit einem weit in der Vergangenheit handelnden Roman packen kann. Daneben ist „Das Haus der Bücher und Schatten“ aber auch Kriminalroman mit Mysteryelementen.
Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt, wobei 1933 den weitaus größeren Teil einnimmt. Ich persönlich fand beide Handlungsstränge gleichermaßen interessant und fesselnd. In die Hauptfiguren von 1933 konnte ich mich allerdings besser hineinversetzen. Cornelius Frey war mir von Anfang an sehr sympathisch, ein Mann mit Charakter und Köpfchen, der sich nicht verbiegen lässt und sich beharrlich seinen Weg im politischen und beruflichen Dickicht sucht und dabei zu seinen Ansichten steht, ein Mann mit Herz und Verstand und damit für mich ein toller Protagonist. Ich habe ihn wirklich gerne bei seinen Ermittlungen begleitet und oft genug auch bewundert. Auch die weiteren Haupt- und Nebenfiguren sind gut gezeichnet, haben ausreichend Tiefe und ihre Handlungsweisen sind gut nachvollziehbar.
Die Spuren führen in ganz verschiedene Richtungen, wodurch sich ein umfassendes und buntes Bild der Zeit ergibt. Natürlich führen nicht alle zum Täter, zumindest nicht, was den Mord an dem Polizisten und dem Mädchen angeht. Am Ende wird aber alles geklärt und das durchaus mit einer überraschenden Wendung.
Dieser Roman ist der dritte von Kai Meyer, der im Graphischen Viertel in Leipzig angesiedelt ist. Das ist aber auch schon der einzige Zusammenhang zwischen diesen Büchern. Sie können unabhängig voneinander gelesen werden.
Cosy Crime mit viel Humor und Spannung
Mord im Himmelreich von Andreas Winkelmann
Cosy Crime mit viel Humor und Spannung
Inhalt:
Kaum hat der Möchtegern-Kommissar Björn Kupernikus sich mit seinem Wohnmobil auf dem idyllisch gelegenen Campingplatz Himmelreich eingerichtet, als er auch schon zum Helden wird. Auf dem See treibt ein Hund auf einem Paddleboard und die Malerin Annabelle Schäfer verlangt von Kupernikus, ihn zu retten.
Was beide nicht wissen: Zusammen mit dem Hund treibt eine Leiche im See. Schnell ist klar: Kupernikus und Annabelle müssen die Polizei bei ihren Ermittlungen tatkräftig unterstützen …
Meine Meinung:
Andreas Winkelmann hat sich als Autor von harten Thrillern einen Namen gemacht, in deren Genuss ich leider bisher nicht gekommen bin, obwohl ich dieses Genre gerne lese. Nun bin ich aber über seinen ersten Cosy Crime gestolpert und wurde damit bestens unterhalten. Klar ist: Winkelmann kann schreiben; ich sollte definitiv noch mehr von ihm lesen.
Bei Cosy Crimes habe ich oft das Problem, dass mir die Figuren zu läppisch dargestellt werden oder der Humor sich mit meinem nicht berührt. Ganz anders ist das hier im Himmelreich. Björn Kupernikus und Annabelle Schäfer habe ich vom ersten Augenblick an sehr gemocht, zwei Menschen mit Charakter und großem Herzen, die man einfach mögen muss, dabei auf eine sympathische Art durchsetzungsfähig und clever. Auch den kleinen Hund, der eine große Rolle spielt, habe ich sofort in mein Herz geschlossen.
Humor ist ordentlich viel vorhanden, drängt sich aber nicht zu sehr in den Vordergrund. Der Kriminalfall kommt nicht zu kurz und ist stets präsent. Ich persönlich fand die humorvollen Szenen und Sprüche fast alle auch wirklich witzig, aber das ist natürlich Geschmacksache.
Fazit:
Andreas Winkelmann kann nicht nur Thriller, sondern auch Cosy Crime. „Mord im Himmelreich“ ist herrlich unterhaltsam und dabei auch spannend. Die Figuren sind liebenswert und verfügen über ausreichend Tiefe. Winkelmann schreibt bereits am 2. Band der Reihe, worauf ich mich jetzt schon freue.
4,5 Sterne runde ich gerne auf.
Schröder unter Verdacht
Zorn - Der Fall Schröder von Stephan Ludwig
Schröder unter Verdacht
Inhalt:
Schröder ist der liebste Mensch, den Zorn kennt und der motivierteste Polizist. Und doch deutet alles darauf hin, dass dieser Schröder einen kaltblütigen Mord begangen hat. Zorn zerreißt es fast in dem Spagat, den Mord aufzuklären und Schröder zu schützen.
Meine Meinung:
Jedes Jahr freue ich mich auf einen neuen Zorn-Band, von denen mich noch keiner enttäuscht hat.
Der Untertitel „Der Fall Schröder“ ließ mich gleich aufhorchen. Wo ist der sympathische Schröder jetzt wieder rein geraten? Wer die Reihe bis hierher verfolgt hat, wird schnell erkennen, dass die Handlung auf Schröders Vorgeschichte fußt, die bereits in einem früheren Band erwähnt wurde. Man braucht aber keine Vorkenntnisse.
Stephan Ludwig erzählt hier in zwei Zeitebenen - Gegenwart und „Damals“, als Schröder noch ein Kind war. Die Damals-Szenen sind unglaublich bedrückend und können entsprechend veranlagte Leser*innen leicht triggern. Zum Glück sind sie immer relativ kurz. In der Gegenwart erlebt man dann wieder den typischen Ludwigschen Humor, der einen unbeschwert weiterlesen lässt.
Die Story ist absolut fesselnd und spannend. Ich habe mitgefiebert und konnte mich kaum entscheiden, welchen Ausgang der Geschichte ich mir wünschen sollte. Am Ende war ich mit der Lösung des Autors absolut zufrieden. Sie ist gut nachvollziehbar.
Die Reihe:
1. Tod und Regen
2. Vom Lieben und Sterben
3. Wo kein Licht
4. Wie sie töten
5. Kalter Rauch
6. Wie du mir
7. Lodernder Hass
8. Blut und Strafe
9. Tod um Tod
10. Zahltag
11. Opferlamm
12. Ausgelöscht
13. Schwarze Tage
14. Der Fall Schröder
Anfangs sehr ruhig, später aufgedreht
Aschezeichen von Katrine Engberg
Anfangs sehr ruhig, später aufgedreht
Inhalt:
Als Tami Ansari mit seinen beiden Kindern auf der Naturschutzinsel Vorsø zelten geht, endet der Ausflug für ihn tödlich. Die Kinder sind spurlos verschwunden. Liv Jensen, die Ex-Polizistin, wird von ihrem Mentor Petter um Rat gebeten und mischt sich grandios in die Ermittlungen ein.
Meine Meinung:
Zwar konnte mich das Buch von Anfang an relativ gut fesseln, wirklich spannend ist es zunächst aber nicht. Die ersten dreihundert Seiten sind ziemlich ruhig und kaum spektakulär - dabei aber eben nicht uninteressant. Im Gegensatz dazu überschlagen sich dann im letzten Viertel die Ereignisse und Wendungen schier. Da wollte ich das Buch dann echt nicht mehr aus der Hand legen.
Etliche Personen sind mir bereits aus dem ersten Band der Reihe bekannt, sodass ich mich diesmal mit der Zuordnung leichter tat. Der Kriminalfall ist alles andere als geradlinig. Die Recherchen führen in alle möglichen Richtungen. Es lässt sich kaum entscheiden, welche Spur für den Fall heiß ist und welche ganz woandershin führt. Hier wird man immer wieder überrascht.
Dass Liv als Nicht-Angehörige der Polizei dermaßen viel Einblick in die Dinge bekommt, halte ich für relativ unrealistisch, aber nun ja, wir haben es ja hier mit Fiktion, nicht mit Fakten zu tun. ;-)
Die Reihe:
1. Glutspur
2. Aschezeichen
Denglers Wurzeln
Black Forest von Wolfgang Schorlau
Denglers Wurzeln
Inhalt:
Georg Denglers Mutter Margret ist nun schon über 80 und lebt allein auf einem Bauernhof am Feldberg im Schwarzwald. Als sie immer wieder nachts angeblich Gestalten auf dem Hof sieht und die Polizei alarmiert, bittet diese Dengler, sich mehr um seine Mutter zu kümmern. Kurzerhand fährt er zu ihr in sein Elternhaus und geht der Sache auf den Grund.
Hier erfährt er, dass ein Investor ein Windrad auf einem Stück Weideland, das Margret gehört, errichten will. Die alte Dame ist damit jedoch gar nicht einverstanden.
Meine Meinung:
Der Anfang dieses Romans konnte mich leider überhaupt nicht packen. Zu ausführlich wurde der Bauernhof und Denglers Kindheit dort beschrieben. Gefühlt wurde jeder einzelne Grashalm erwähnt. Von einem Verbrechen ist im ersten Viertel des Buches noch nichts zu erahnen. Es liest sich mehr wie ein Heimatroman. Dazu trägt auch der alemannische Dialekt Margrets bei. Zwar ist mir dieser Dialekt ein wenig geläufig, sodass ich zumindest keine Verständnisprobleme hatte; trotzdem störte er meinen Lesefluss ganz gewaltig.
Nach und nach nimmt die Handlung dann Fahrt auf und es wird einigermaßen spannend. Dies wird unterstützt durch kurze Kapitel und häufige Perspektivwechsel, oft mit Cliffhangern.
Das Thema des Buches ist wie von Wolfgang Schorlau gewohnt wieder ein aktuelles, nämlich die Klimakatastrophe. Dass Georg Dengler sich dazu noch keine eigene Meinung gebildet hat und sich erst von seinem Sohn belehren lassen muss, fand ich dabei ziemlich unglaubwürdig, denn in den Vorgängerbänden habe ich den Protagonisten anders kennen gelernt. Auf die Nebenhandlung um Denglers Vater, die bis 1943 zurückreicht, hätte ich auch gut verzichten können; sie bläht den Roman unnötig auf. Insgesamt kann ich sagen: Weniger wäre mehr gewesen.
Die Reihe:
1. Die blaue Liste
2. Das dunkle Schweigen
3. Fremde Wasser
4. Brennende Kälte
5. Das München-Komplott
6. Die letzte Flucht
7. Am zwölften Tag
8. Die schützende Hand
9. Der große Plan
10. Kreuzberg Blues
11. Black Forest
Für den Anfang ein empfehlenswerter Ratgeber
Typgerechte Hundeerziehung von André Vogt; Eva Birkenholz
Für den Anfang ein empfehlenswerter Ratgeber
Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich eher mit der Theorie: Wie „funktioniert“ ein Hund, wie funktioniert Erziehung, wie Training? Was sollten wir dem Hund unbedingt beibringen, was braucht es nicht? Die ausgewählten Übungen halte ich dabei für sehr sinnvoll.
Es sind alles Dinge, die ich in meinem Alltag mit Hund gerne nutze. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt das Buch nicht. Untermauert wird die Theorie mit vielen Beispielen, oft aus dem Alltag der Autor*innen. Sehr anschaulich wird alles ausgeschmückt mit ansprechenden Fotos.
In der zweiten Hälfte kommen wir dann zu den konkreten Übungen.
Wie schon in André Vogts Ratgeber „Typgerechtes Welpentraining“ gibt es auch in diesem Buch Tipps für das Training mit bestimmten Hunde-Charakteren, dem Draufgänger, dem Sturkopf, dem Sensiblen und dem Gemütlichen, wobei natürlich klar ist, dass die wenigsten Hunde sich lediglich einer einzigen Kategorie zu hundert Prozent zuordnen lassen. Im Gegenteil sind die meisten Misch-Charaktere, wobei aber vielleicht ein Typ vorherrschend ist. Je nachdem, was wir gerade üben wollen, können wir es bei ein und demselben Hund auch mit unterschiedlichen vorherrschenden Typen zu tun haben. Auf jeden Fall helfen die differenzierten Tipps, feiner auf unseren Hund einzugehen.
Die Trainingsabläufe sind nachvollziehbar erklärt und werden durch online abrufbare Videos noch zusätzlich veranschaulicht.
Für Hundehalter*innen, deren Hund quasi noch ein unbeschriebenes Blatt ist, finde ich diesen Erziehungsratgeber ganz gut gelungen. Wessen Hund aber bereits ein wie auch immer geartetes Problemverhalten zeigt, wird dieses hiermit nicht unbedingt ändern können.
Düster und atmosphärisch
Starling House von Alix E. Harrow
Düster und atmosphärisch
Inhalt:
Eine Stadt, in der überproportional viele Unglücke geschehen. Ein altes Haus, das offensichtlich fühlt und denkt. Ein Erbe, der abweisend wirkt. Eine junge Frau, die sich nicht darum schert, was andere von ihr denken und die sich rührend um ihren jüngeren Bruder kümmert.
Und Nebel und Bestien …
Die Personen:
Die Erbauerin von Starling House war vor langer Zeit Eleanor Starling, die durch ihr Kinderbuch „The Underland“ bekannt wurde. Es ist das Lieblingsbuch von Opal, 26, die zusammen mit ihrem zehn Jahre jüngeren Bruder Jasper in Eden, einer Kleinstadt in Kentucky, lebt. Seit dem Tod ihrer Mutter hält sie sich mehr schlecht als recht mit einem miesen Job und Diebstählen über Wasser. Oft träumt sie von Starling House, das in der Gegend als verflucht gilt. Doch Opal fühlt sich von dem Anwesen seltsam angezogen.
Als der jetzige Erbe, Arthur Starling, 28, ihr eher widerwillig einen Job und viel Geld anbietet, kann sie nicht Nein sagen, denn sie will ihrem Bruder unbedingt ermöglichen, aus Eden herauszukommen.
Eine fiese Gegenspielerin ist Elizabeth Baine, die für ein großes Unternehmen Kohle-Schürfrechte auf dem Starling-Anwesen erhalten will. Doch das kann Arthur auf keinen Fall zulassen. Dumm nur, dass Baine scheinbar vor nichts zurückschreckt, um ihr Ziel zu erreichen.
Meine Meinung:
Dies war mein erstes, aber sicher nicht mein letztes Buch von Alix E, Harrow. Diesen Namen muss ich mir merken, denn sie konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite absolut fesseln. Ich verlor mich beim Lesen total in der Handlung. Mein Kopfkino lief die ganze Zeit auf Hochtouren. Das Setting ist sehr atmosphärisch dargestellt, zwar düster, aber nicht so, dass es einen runterzieht. Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven: Opal in der ersten Person, Arthur in der dritten. Durch die beiden Sichtweisen ergibt sich ein rundes Bild.
Opal ist eine tolle Protagonistin! Sie hat ihre Fehler, Ecken und Kanten. Sie ist äußerst kratzbürstig und kommt bei ihren Mitmenschen eher unsympathisch an. Doch als Leser*in kann man sie ganz schnell ins Herz schließen, weil man hinter die Fassade sieht. Sie ist auch keine Schönheit, wie wir sie sonst in Romanen vorgesetzt bekommen. Sie wirkt einfach richtig menschlich und normal. Arthur wird von ihr als hässlich beschrieben, und doch entwickelt sich zwischen den beiden ganz langsam eine Liebesgeschichte, denn auf die inneren Werte kommt es an!
Für Spannung sorgen nicht nur die mysteriösen Vorfälle in der Stadt und in Starling House, sondern auch die „Schurkin“ Elizabeth Baine, die Opal erpresst.
Lange Zeit ist unklar, wie alles zusammenhängt und worum es überhaupt in der Tiefe geht, aber das macht ja gerade den Reiz einer mysteriösen Geschichte aus. Nach und nach gibt es dann die Auflösung, die ich sehr gelungen fand.
Fazit:
„Starling House“ besticht nicht nur durch sein wunderschönes Äußere, sondern beinhaltet auch eine außergewöhnliche Story mit einer ausgewogenen Mischung aus Mystery, Romance und Thrill, was mir persönlich ausnehmend gut gefallen hat.
Emotionales Jugendbuch
Das Verhalten ziemlich normaler Menschen von K. J. Reilly
Emotionales Jugendbuch
Inhalt:
Vor dreizehn Monaten kam Ashers Mutter bei einem Autounfall ums Leben. Seitdem ist Ashers Welt aus den Angeln. Er findet einfach nicht in ein normales Leben zurück, sondern wird von seiner Trauer, seinem Schuldgefühl und seinem Hass gegenüber dem Unfallverursacher überwältigt.
Als er anfängt, Trauergruppen zu besuchen, findet er dort überraschend Freunde: die etwa gleichaltrigen Will und Sloane sowie den 80-jährigen Henry. Die vier begeben sich zusammen auf eine lange Reise von New Jersey nach Tennessee, deren wahren Zweck Asher den anderen aber geflissentlich verschweigt. Er beabsichtigt nämlich, den „Mörder“ seiner Mutter zu töten.
Meine Meinung:
Das Thema dieses tollen Jugendbuchs ist ein ziemlich ernstes. Doch schon am Cover und am Titel kann man erkennen, dass da auch noch eine heitere Seite dabei ist. So wird man beim Lesen nicht runter gezogen, sondern immer wieder von Lebensmut und Hoffnung erfüllt. Das Buch ist sehr emotional und damit dem Thema absolut angemessen. Ich habe mit den Protas geweint und mich gesorgt, aber auch das ein oder andere Mal über sie geschmunzelt und mit ihnen gelacht.
Der Schreibstil ist sehr lebendig und die Gefühle der Protas werden sehr gut dargestellt. Man nimmt sie ihnen total ab. Eigentlich hätte ich gerne 5 Sterne vergeben, aber manches lief mir dann einfach zu glatt, um noch irgendwie realistisch zu sein. Das hat mich persönlich ein wenig gestört, soll aber niemanden davon abhalten, das Buch selbst zu lesen. Dabei denke ich nicht, dass es man es unbedingt lesen sollte, wenn man selbst gerade in tiefster Trauer steckt. Da wird man sich kaum drauf einlasen können. Aber man kann durchaus einige Anregungen mitnehmen, die einem irgendwann im Fall der Fälle weiterhelfen können.











