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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von gaby2707:

Das wahre Leben ist spannender als jeder Kitschroman

Spätsommerliebe von Petra Durst-Benning

Ich bin nun schon das 4. Mal in Maierhofen und darf den Bewohnern des Genießerdorfes über die Schulter schauen und ihren Alltag miterleben. Das 3. Kräuter-der-Provinz-Festval steht vor der Tür und die Bewohner des kleinen Allgäuortes sind voll mit den Vorbereitungen beschäftigt.

In diesem Band geht es hauptsächlich um Bäckerin Magdalena Stoll und ihren Griechen Apostoles Karamidas und B&B-Wirtin Christine Heinrich und ihren Reinhard Häussler, die in Band 3 der Serie zueinander gefunden haben.

Es ist aber nicht immer leicht, die Liebe aus einer anfänglichen Euphorie in den Alltag mitzunehmen. Das bekommen auch die Paare in Maierhofen immer wieder zu spüren. Zerrissen von ihrer Arbeit, vergessen sie fast, dass es soviel mehr im Leben gibt, für das es sich zu leben lohnt.
Aber auch für Greta Roth und ihren Vinzent hat das Schicksal noch eine Überraschung bereit.
Ausserdem mietet sich bei Christine eine junge Autorin ein. Michelle Krämer will hier ihren ersten Liebesroman schreiben.
Besonders freut es mich auch für Rosi, dass sie für ihre Eltern eine liebevolle Betreuung gefunden hat.

Es ist also wieder jede Menge los in Maierhofen und ich bin mittendrin. Petra Durst-Benning schreibt so gefühlvoll, so lebendig und schafft es immer wieder, die Menschen in dem kleinen Allgäuer Ort so lebensecht rüber kommen zu lassen, dass es auch meine Nachbarn oder sogar ich selbst sein könnte. Wir sollten alle hier und da überlegen, ob wir uns, zumeist für Andere, so aufreiben müssen, oder ob es nicht besser wäre, hier und da mal alle Fünfe gerade sein zu lassen. Aber ich denke, auch daran arbeiten die Maierhofener.
Petra Durst-Benning macht uns mit kleinen Geschichten mal wieder sehr deutlich, worauf es im Leben wirklich ankommt.
Als Schlusszuckerl gibt es noch einige leckere Rezepte von Gerichten, die die Maierhofener bei ihrem Hoffest aufgetischt haben und die absolut Lust machen, diese selbst mal auszuprobieren.

Da ich mich auch diesmal in Maierhofen wieder sehr wohl gefühlt habe und sehr gut unterhalten wurde, finde ich es schade, dass dies wohl der letzte Besuch bei diesen netten Menschen gewesen ist. Bei unseren nächsten Grillfesten werde ich an sie denken.

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Ohne Mann wäre auch nix

Ohne meinen Mann wär ich glücklich verheiratet von Monika Bittl

Monika Bittl schreibt keinen schnöden Ratgeber. Nein, die bringt die spannenden Themen eines Lebens mit Anhang Mann sehr direkt zur Sprache. Aber ich meine immer auch ein kleines Zwinkern in ihren Augen lesen zu können.

Egal ob es um die Liebe auf den 97. Blick geht, das Schenkverhalten des Mannes oder ob ein Dekoobjekt plötzlich ganz anders eingesetzt wird.

Immer erkenne ich mich auch ein bisserl selbst in ihren Abhandlungen wieder. Bei den jeweiligen Bedienungsanleitungen für die Frau und den Mann merkt man gleich, wie Mann tickt. Das Rezept für die Hochzeitssuppe hat mir sehr gut geschmeckt. Und die männliche Sichtweise auf uns Frauen aus den unterschiedlichesten Lebensphasen im Alter von 18 Jahren bis 78 Jahren hat meine Wundwinkel recht weit nach oben gezogen.

Ein tolles Buch, ein witziger, unterhaltsamer Ratgeber mit einem zwinkernden Auge. Mir hat das Lesen bis auf ganz wenige Passagen, die ich etwas langatmig finde, wieder richtig Spaß gemacht.
Ein Buch, dass auch die Herren der Schopfung gerne lesen dürfen!

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Ganz leise, aber trotzdem spannend

Tod in der Klingenfabrik von Sibyl Quinke

Zuviel des Guten

Gesa Keppling, Geschäftsführerin der Fa. Crena, feiert die Einweihung des neuen Firmengeländes in Haan, einem kleinen Ort zwischen Düsseldorf und Solingen, mit allen die Rang und Namen haben in großem Stil. Alles läuft super ab, bis man später beim Aufräumen, als fast alle Gäste weg sind, den Bruder von Gesa Keppling, Anteilseigner Thorsten Cielzik, tot zwischen wegzuräumenden Kartons findet.

Frauenfreund Thorsten Cielzik hat zu Lebzeiten nichts anbrennen lassen. Er nahm sich alles was sich ihm angeboten hat – von der Chefsekretärin bis zur Küchenmamsell. Dass das des öfteren zu Eifersüchteleien zwischen den Frauen führte, ist leicht vorstellbar. Liegt hier der Schlüssel zu seinem Tod? Oder haben die beiden schrägen Vögel, die uneingeladen aus Köln zur Feier gekommen sind, etwas mit seinem Tod zu tun?
Ein Fall für die Kommissare Dick und Bresniak von der Kripo Wuppertal.

Die Kommissare durfte ich schon bei dem Fall in der Tuchfabrik kennenlernen. Die Neue, Praktikantin Louisa Breden, bringt mit ihrer erfrischenden Art neuen Schwung ins Kommissariat. Ich erfahre einiges über die Zuckerkrankheit, die hier eine Rolle spielt, und wie diese zusammen mit anderen z.B. Drogen wirkt.

Ich lerne wieder einige neue Protagonisten kennen. Sigrid Dick, die Frau vom Kommissar, die zwar nur eine kleine Nebenrolle spielt, ist mir mit ihrer herzlichen Art sofort sehr sympathisch, genau wie die neue Praktikantin. Und auch den Rechtsmediziner Mortes mag ich. Er ist zwar ein bisserl anstrengend, kennt sich aber super bei vielen Themen aus und hat das Herz am rechten Fleck. Britta, die supernaive Küchenmamsell mit ihrem Nasciturus im Bauch, die meint, nun gehöre der Chefsessel ihr, finde ich einfach nur stressig.
So haben alle Protagonisten ihre Stärken und Schwachstellen und werden für mich damit schnell vorstellb- und unverwechselbar.

217 Seiten aufgeteilt in 40 Kapitel machen das Lesen so richtig angenehm. Cliffhanger und Wendungen von der Autorin gekonnt eingesetzt, heitzen die unterschwellige Spannung an. Dies ist wieder so ein Krimi, der ohne Blutvergießen auskommt, einiges aus dem Privatleben der Kommissare preisgibt und mich trotzdem immer wieder zum Weiterlesen animiert. Die Auflösung endet mit einem Paukenschlag. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Und schon tut mir die "Täterin" richtig leid.

Ein leiser Krimi mit einer interessanten Geschichte, die mich begeistern konnte und sehr gut unterhalten hat. Bitte mehr davon.

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Tragik, Satire und Humor toll vereint

Guten Morgen, Genosse Elefant von Wilson Christopher

"Es gibt Schlimmeres im Leben"

1953 ist Juri Zipit zwölfeinhalb Jahre alt, hat aber in seinem Leben schon viel mitgemacht, was ihn auch geprägt hat. Er wurde vor sechs Jahren von einem Milchlaster angefahren und anschließend von einer Straßenbahn überfahren. Er hat einen, wie er es beschreibt, beschädigten Körper und geschädigten Verstand, aber eine starke ungebrochene Seele.

Vor allem sagt er immer, was er gerade denkt. Er wird immer anders sein. Aber gerade diese Andersartigkeit, der Ausdruck, der auf seinem Gesicht liegt, macht ihn zu etwas ganz Besonderem. Die Menschen lieben ihn und dieses Gesicht und vertrauen ihm ihre geheimsten Gedanken an. Obwohl sie dies oft nicht wollen. Und Juri hat gelernt, damit umzugehen.
Zusammen mit seinem Vater Doktor Roman Alexandrowitsch Zipit, einem weltberühmten, allseits respektierten Veterinärarzt lebt er in einer Personalwohnung des Zoos in Moskau gegenüber dem Elefantengehege. Als sein Vater eines Tages zu einer geheimen Behandlung eines geheimen Kranken abgeholt wird und Juri mitnimmt, gerät der Junge als Stalins Vorkoster bald mitten hinein in die Machtkämpfe und politischen Intrigen auf Stalins Datscha.

Christopher Wilson lässt Juri in seiner altersmäßig einfachen, kindlich naiven und langsamen Sprache erzählen. Sich selbst beschreibt Juri sehr intensiv und richtet auch immer mal wieder das Wort an uns, den Leser. "Das was ich erzähle, ist alles wahr. Absolut, komplett, total wahr. Bis auf ein paar Kleinigkeite, die ich ändern musste. Aber nur, was Zeiten, Orte, Namen und Ereignisse angeht." Kennt man die Geschehnisse um Stalins letzte Wochen herum, so kann man diese Änderungen aber schnell zuordnen.

Obwohl immer wieder auch von Greuel und Schrecklichem erzählt wird – durch die Erzählung von Juri nimmt es an Schrecken ab und wirkt wie leicht daher erzählt. Diese Leichtigkeit durchzieht die ganze Geschichte. Trotzdem empfand ich es beim Lesen schon hier und da als schwere Kost, eingewickelt in einen Mantel aus Humor, Satire und Tragik, die nachwirkt und genügend Spielraum für eigene Gedanken lässt.

Ich habe hier und da schmunzeln müssen, einige Male auch laut gelacht, an anderen Stellen nicht glauben wollen, was dort steht. Aber durch die vielen Dialoge, die sich manchmal über Seiten hinziehen, war ich auch mal etwas gelangweilt.

Ein tolles Buch voller Tragik, Satire und Humor, aber auch mit einem tiefen Ernst. Ich habe es sehr gerne gelesen und das Buch bekommt von mir 4,5 Sterne..

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Der 2. Fall für die Staatsanwältin und den Kommissar

Schwarze Roben von Stefanie Gregg; Paul Schenke

Bombenattentat in Kiel. 12 Mitarbeiter der Anwaltskanzlei "Bartelsen & Partner", die mit dem Kleinbus in den Schwarzwald in ein exclusives Golfhotel fahren wollten, werden in der Tiefgarage kurz vor der Abfahrt in die Luft gesprengt. Markus Lohmann, der sich etwas verspätet hat, kommt mit lebensgefährlichen Verletzungen in die Klinik.

Alle anderen Mitarbeiter sind tot.
Staatsanwältin Elena Karinoglous will diesen Fall unbedingt selbst übernehmen. Zusammen mit Hauptkommissar Sven Fricke, mit dem sie schon mal einen Fall gelöst hat, macht sie sich auf Spurensuche. Fricke, der sich nach Eckernföhrde hatte versetzen lassen, kehrt zusammen mit Lars Oppermann, seinem kurzfristigen Partner, nicht nur wegen dem neuen Fall nach Kiel zurück.

Bei ihrem Fall "Blutvilla" habe ich Elena Karinoglous und Sven Fricke schon über die Schulter schauen dürfen und ihre kleinen Reibereien mitbekommen. Das ist auch bei diesem Fall nicht anders. Immernoch finden sie Gefallen aneinander, schleichen um einander herum, wie die Katze um den heißen Brei. Aber wer weiß, dieser Fall scheint sie wieder ein Stück näher zueinander geführt zu haben. Ich habe die Beiden richtig lieb gewonnen.

Ich lerne sehr viele verschiedene Menschen kennen, die in diesen Fall in irgendeiner Form verstrickt sind. Manche werden sehr detailliert beschrieben. Sie habe ich sofort gut im Kopf. Bei anderen kann ich meine Fantasie spielen lassen um sie mir vorzustellen. Das gefällt mir besonders gut.

Bei den Fahrten durch den Kieler Stadtteil Düsternbrook und bei denen Blicken aus den Fenstern der Anwaltskanzlei kommt der Lokalkolorid richtig gut rüber. Ich würde gerne stundenlang dort am Fenster stehen und über die Ostsee schauen.

Frust, Wut oder wenn Fricke eine Riesenlaus über die Leber gelaufen ist – die verschiedenen Gefühle der Protagonisten kommen sehr gut vorstellbar rüber. Sie scheinen richtiggehend auf mich überzuschwappen.

Stefanie Gregg und Paul Schenke haben sich auch bei dieser Geschichte einen spannenden Plott und interessante Protagonisten ausgedacht. Leider kommt bei dem ganzen Auf und Ab für mich die Spannung etwas zu kurz. Trotzdem habe ich gut mitfiebern und mit recherchieren können. Die absolut schlüssige Auflösung kam mit einem Täter, den ich nicht auf dem Flipchart hatte, für mich etwas unverhofft um die Ecke.

Wer Krimis mag, die nicht vor Blut strotzen; mit einem Ermittlerpärchen, das sich nicht entscheiden kann, aber sehr gut zusammen arbeitet; einer interessanten Geschichte und einer sehenswertenb Umgebung – der ist hier genau richtig. Ich freue mich schon auf den nächsten Fall der Staatsanwaltschaft und der Kripo Kiel.

Ein interessanter, unterhaltsamer Krimi, der mir 4,5 Sterne wert ist.

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Tod beim Klassentreffen

Nimmerwiedersehen von Stefan Barz

20 Jahre ist es nun schon her. Und er ist sich sicher, dass Christians Tod kein Unfall war. Er glaubt sogar den Mörder zu kennen.
Cornelius Beck, PR-Berater aus Marburg will den Mörder seines Freundes Christian finden. Nur aus diesem Grund fährt er zur Wiedersehensparty des Abturjahrganges 1995 auf Gut Hermannstein in Antweiler, das sein damaliger Mitschüler Marcus Dietrich organisiert hat.

Hier will er den Mörder seines Freundes zur Rede stellen bzw. ihn zwingen die damalige Tat zu gestehen. Doch am nächsten Tag ist er selbst tot – erstochen mit einer Heugabel – liegengelassen auf einem Feld abseits des Klassentreffens. Und auch Karsten Schröder ist verschwunden...
Kriminaloberkommissar Jürgen Wagner und sein Partner Kriminalkommissar Jan Grimberg, beide von der Kripo Euskirchen, wird der Fall übertragen und die Suche nach dem Täter beginnt.

KOK Jürgen Wagner kann es nicht ertragen, wenn jemand besser ist als er und will mit spätestens 40 Kriminalrat sein. Dass es da immer wieder zu Spannungen mit KK Jan Grimberg kommt, dem Grünschnabel, der seinen ersten Fall erst kürzlich mit Bravur gelöst hat, ist sehr gut vorstellbar. Mir war Wagner ganz im Gegensatz zu Grimberg anfangs auch nicht sympathisch. Das hat sich aber im Laufe der Ermittlungen gelegt. Ich denke, er mausert sich langsam zu einem echten Kollegen.

Der Fall an sich, ausgelöst durch ein Klassentreffen, finde ich sehr interessant, da auch ich in den letzten 40 Jahren immer mal wieder zu einem Klassentreffen eingeladen war. Das Abtasten und Wiederkennenlernen nach so vielen Jahren, hier sind es ja 20, kann ich sehr gut nachvollziehen. Es macht Spaß, den ehemaligen Abiturienten des Hanna-Ahrendt-Gymnasium in Bad Münstereifel zuzuhören und bei einigem anderen Mäuschen zu spielen. Mit den vielen Namen hatte ich anfangs etwas Schwierigkeiten, wusste ich doch nicht, welche relevant sein würden oder welche zu ignorieren waren. Aber beim Lesen habe ich schnell gemerkt, was ich mir merken muss und dann war das auch kein Problem mehr. Der Autor macht auch zu den einzelnen Figuren nur sehr kurze Angabe. Es bleibt also mir überlassen, mir die Teilnehmer an dem Klassentreffen so vorzustellen, wie ich es möchte.

Erschüttert war ich von der Tatauflösung bzw. von der Präsentation des Täters. Auch hier hatte Jan Grimberg den richtigen Riecher. Nach ca. 2/3 der Geschichte, bei der ich auch vieles aus der vergangenen Schulzeit der Protagonisten erfahre, steht der Täter fest. Hat mich aber absolut nicht gestört, da ich mich nun auf die Ermittlungen, die äusserst interessant waren, konzentrieren konnte.

Ein interessanter und mitreißender Fall mit einer leisen, aber fesselnden Spannung, einem Tathergang und einem Täter, den ich so nicht erwartet hatte. War ich bisher immer froh, den Täter zum Schluss hinter Gittern zu sehen – hier tut er mir einfach nur leid.

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Ein etwas anderer Reiseführer - sehr interessant!

Nimmerwiedersehen von Stefan Barz

Cornwall – eine kulinarische Rundreise von Ralf Kabelitz ist kein klassischer Reiseführer. Mit diesem Buch nimmt mich mit auf die Reise durch die Grafschaft Cornwall, den kleinen südwestlichen Teil von Großbritanien. Er führt mich in die seiner Meinung nach besten Restaurants, urigsten Pubs und Strandbars; zeigt mir aussergewöhnliche Winzer, Kaffeeröster und Austernzüchter; nimmt mich mit in das Cafe einer ehemaligen Kirche; ich trinke Cream Tea in Lanhydrock House; besuche das mittelalterliche Gefängnis von Bodmin; in Gedanken schlecke ich bei Jelberts eine Kugel Vanilleeis.

Was daran so besonders ist – das müsst ihr beim Lesen selbst herausfinden.

Ich lerne die kleinen Orte an der Nord-, West- und Südküste kennen. Wissenswertes und interssante Links runden den etwas anderen Reiseführer ab.

Ganz besonders finde ich auch die vielen Fotos, die so richtig Lust machen, endlich nach Cornwall aufzubrechen und dieses wunderschöne Fleckchen Erde mit seinen kulinarischen Besonderheiten kennen zu lernen.

Ein Reiseführer der anderen Art, der die Lust am Reisen und am Essen in diese Ecke Great Britains entfacht.

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Spannung und Verwirrungen garantiert

Der Schatten von Melanie Raabe

Das Leben war nicht fair.

Die Journalistin Nora Richter, 31, ist nach ihrer zerbrochenen Beziehung gerade erst von Berlin nach Wien gezogen, als sie in der Fußgängerzone von einer Bettlerin angesprochen wird, die ihr prophezeit, dass sie am 11. Februar aus freien Stücken und mit gutem Grund einen Mord begehen wird, an Arthur Grimm.

Sie kennt diesen Mann gar nicht. Das Datum allerdings ist ihr nur zu gut bekannt. Dieser Tag vor 18 Jahren ist der bisher schrecklichste, den sie bisher erlebt hat. Und plötzlich ist die Vergangenheit wieder zum Greifen nah.

Von Beginn an wird Norah in Wien heimgesucht – von Schritten hinter einer Mauer, sie fühlt sich verfolgt, sie meint Töne zu hören, sie findet eine Tarotkarte "Der Tod". Aus ihrer Wohnung verschwinden Gegenstände, es tauchen aber auch welche auf, die sie nicht zuordnen kann. Sie ist eine junge Frau, die ein Geheimnis mit sich herum zu schleppen scheint. Sie scheint innerlich zerrissen, meidet andere Menschen und wirkt oft sehr einsam. Das hat mich ca. bis zur Hälfte der Geschichte etwas davon abgehalten sie so richtig zu mögen. Aber dann hat sie mich mit ihrem Mut und ihrem Willen, die Wahrheit herauszufinden doch gepackt und ich stehe die restlichen Seiten voll hinter ihr.

Durch die kurzen Kapitel bin ich immer an Norahs Seite und bekomme hautnah mit, was gerade geschieht. Die Geschichte baut sich ganz langsam auf, anfangs passiert noch nicht sehr viel. Ich spüre aber schon hier, dass etwas Gewaltiges geschehen wird. Eine ganz leise Spannung macht sich breit und es ist schwer, sich der Lektüre zu entziehen. Diese Spannung schafft es, sich bis zum Ende der Geschichte ganz nach oben zu schrauben und so hoch zu bleiben. Dann eine Wendung, die doch wieder alles ganz anders aussehen lässt. Eine etwas verworrene Geschichte, die sich aber am Schluss vollkommen nachvollziehbar auflöst. Der Anstifter blieb für mich bis zum Ende im Dunkeln.

Melanie Rabe hat einen sehr interessanten Schreib- und Erzählstil. Sie schafft mit manchen Sätzen solch wortgewaltige Bilderspiele und Vergleiche, dass die Szenen sich wie verselbständigen und mich mitten in sich hineinziehen. Die ganze Geschichte ist wie ein Film in meinem Kopf an mir vorbei gezogen und hat mich nicht mehr losgelassen. Kurz und knapp, aber genau auf den Punkt und Cliffhangern nach fast jedem Kapitel – so macht Lesen richtig Spaß.

Ich mag unblutige Thriller mit einer aussergewöhnlichen Geschichte, Verwirrungen, Wendungen und Spannung, die ich meine greifen zu können. Hier habe ich einen solchen gefunden. Melanie Raabe hat es verstanden mich zu fesseln und sehr gut zu unterhalten.
Dieses bleibt nicht das letzte Buch der Autorin, das ich gelesen habe.

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Ein leiser Thriller mit Hochspannung

In deinem Namen von Coben Harlan

Was damals im Wald geschah

In Westbridge, New Jersey, USA kommt es zu einer Schießerei, bei der ein Mann ums Leben kommt. Einige Tage später erscheinen zwei Detectives bei Napoleon "Nap" Dumas, der vor Jahren die DNA-Daten seiner Freundin Maura Wells als vermisst in die Vermisstendatei eingetragen hat.

Nun hat man Mauras Fingerabdrücke in dem Wagen gefunden, der bei der Schießerei eine Rolle gespielt zu haben scheint.
Nap, der vor 15 Jahren in einer verhängnisvollen Nacht nicht nur seine Freundin Maura verloren hat, sondern auch seinen Zwillingsbruder Leo und dessen Freundin Diana Styles, beginnt die Vorkommnisse der damaligen Nacht wieder neu aufzurollen und stößt auf Fakten, die er eigentich so nie haben wollte. Mittendrin die Nike-Raketenbasis, die drei Monate nachdem Leo und Diana auf den Schienen tot aufgefunden wurden, geschlossen wurde. War es wirklich Selbstmord oder steckt da etwas ganz anderes dahinter?

Nap Dumas ist mir anfangs als Mensch nicht sonderlich sympathisch, was sich beim Lesen aber langsam und stetig geändert hat. Als Ermittler mochte ich ihn gleich sehr. Auch wenn er das Gesetz manchmal in die eigenen Hände nimmt, was ich eigentlich nicht gutheiße. Er hat ein großes Herz, einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, und zwei Freunde, die ihm geblieben sind: seine Freundin Elli, die ein Frauenhaus führt und sein vätericher Freund und Mentor Augie Styles, der Vater von Diana.
Nap erzählt die Geschichte in der Ich-Form und unterhält sich in Gedanken oft mit seinem toten Bruder Leo. Dadurch fühle ich regelrecht, wie sehr er ihn vermisst, bzw. wie nah er ihm auch im Tod noch ist. Ich selbst fühle mich noch näher an ihm dran und noch mehr in die Mitte der Geschichte hineingezogen.
Mit seiner Suche nach Maura, nach vielen Gesprächen und dem Versuch, die Geschehnissen in der damaligem verhängnisvollen Nacht aufzuklären, stößt Nap auf immer mehr Informationen. Scheibchenweise setzt Nap das Puzzle zusammen, stößt dabei immer wieder auf den Conspiracy Club, der aus Leo und Diana, Maura, Rex Canton, der bei der Schießerei ums Leben kam, Hank Stroud und Beth Fletcher geb. Lashley bestand. 3 der 6 Mitglieder leben nicht mehr. Und auch die Base im Wald kommt immer wieder zur Sprache. Und er muss erkennen, dass seine beiden Freunde ihre Geheimnisse vor ihm gehabt haben oder immer noch haben.

Gerade anfangs ist es eine sehr leise, ruhige und langsame Geschichte, die aber nie langatmig oder gar langweilig wird. Es hat eine ganz eigene Spannung, Nap bei seinen Versuchen alles ans Licht zu bringen, zuzusehen. Je näher er der Aufklärung des Geheimnisses um die Base und den Tod von Leo und Diana kommt, desto spannender wird die Geschichte. Mit dem, was Nap schlussendlich alles heraus findet, hatte ich absolut nicht gerechnet. Das ein oder andere hat mich schockiert und wird mich noch eine Zeit lang beschäftigen.

Eine fesselnde Geschichte, interessante Protagonisten, eine Spannung, die stetig ansteigt - ich habe lange kein relativ unblutiges Buch mehr gelesen, das mich so in Atem gehalten, so gefesselt hat.

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Witzig, humorvoll und spannend

In deinem Namen von Coben Harlan

Elli Vogel, eine Kellnerin mit schriftstellerischen Ambitionen

Eleonore "Elli" Vogel, 31, gibt ihren schlecht bezahlten Job auf, nimmt einen Teilzeitjob als Kellnerin im Marlowe in Aurich an und hat nun die Zeit sich schriftstellerisch zu betätigen. Männertechnisch läuft auch alles bestens.

Mit Sebastian Beck und Phil Winter hat sie zwei Männer, die um ihre Gunst buhlen. Doch dann verschwindet ihre Arbeitskollegin Lisa und ihr Freund der Penner Karl ist auch plötzlich weg. Elli wittert ein Verbrechen und macht sich auf Spurensuche...

Elli, mit ihrer Angst vor Ratten und Clowns oder vor´m lebendig begraben sein, hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Ein bisserl chaotisch, ein bisserl zuviel Drama für ihr Alter, das Herz am rechten Fleck handelt sie oft sehr spontan, kann ihr Mundwerk nicht zügeln und begibt sich damit selbst in unangenehme Situationen und in allerhöchste Gefahr.
Ihre Cousine Alexa, die sich in einer Begegnungsstätte für Ex-Knackis einsetzt und ihre Freundin Diana, die einen Frisiersalon leitet, halten immer zu ihr und stehen ihr zur Seite, wenn´s mal brenzlig wird. Sie sind so ganz anders wie ihre gemeinsame Freundin, aber auch sehr sympathisch – jede auf ihre Art. So wie man sich gute Freundinnen halt vorstellt.
Alle anderen Protagonisten sind farbig und mit viel Liebe zum Detail mit manchmal unverwechselbaren Merkmalen gezeichnet und sie waren für mich schnell und gut vorstellbar.
Mein erklärter Star und Liebling in der Geschichte ist Kater O´Malley, der bei Elli einzieht, als Karl verschwunden ist. Wenn ich so an ihn denke, meine ich ihn um meine Beine streifen zu spüren. Ein tolles Katzenmännchen, dass ich sofort lieb gewonnen habe.
Durch die Beschreibungen von Aurich und Greetsiel, Orte ich ich beide kenne, kommt der Lokalkolorit von Friesland und der Nordseeküste sehr gut rüber. Es macht richtig Spaß mit Elli und Alexa am Hafen an den Fischkuttern lang zu spazieren, sich die salzige Luft um die Nase wehen zu lassen und drei Tassen Ostfriesentee zu trinken.

Die Spannung setzt in dieser Geschichte ganz langsam und schleichend ein. Zuerst fühle ich mich in Aurich auf Urlaub, bin auf einer Lesung zu Gast, gerate dann immer weiter in den Sog von Ellis Handeln und bin plötzlich mittendrin in einer kriminellen Geschichte. Gerade zum Schluss hin wird es richtig spannend und ich habe mit Elli gelitten und mit gefiebert. Aber wie es sich für eine taffe "Ermittlerin" gehört, geht ja alles noch mal gut aus. Nochmal zum Ende der Geschichte: das hatte ich so ganz bestimmt nicht erwartet.

Es gibt hier und da eine Stelle, wo der Humor, den ich richtig genossen habe, in Klamauk umschwenkt. Das ist, auch wenn es um Cosy Crime geht, nicht so mein Fall. Ein kleines bisserl ernster hätte mir schon besser gefallen.

Trotz dieses kleinen Kritikpunktes hat mir die Geschichte mit ihrem Witz, ihrem Humor, mit ihrer spannenden Seite sehr gut gefallen. Ich konnte mit rätseln und mitfiebern, verschiedene Wendungen mitmachen, lachen, grinsen, dass sich meine Mundwinkel bis zu den Ohren hoch gezogen haben. Und ich hoffe sehr, dass ich Elli bald mal wieder auf einem ihrer Recherchegänge begleiten darf.

Für ihre erste Geschichte um Elli Vogel bekommt Martina Aden von mir 4,5 von 5 Sternen.

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