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Rezensionen von gaby2707:
Heiße erotische Geschichten
Schön, Geil und Tödlich | 7 Erotische Geschichten von Hannah Stevens
Dass Sex tödlich sein kann, ist ja bekannt. In diesen 7 erotischen Kurzgeschichten sterben die Protagonisten in sehr unterschiedlichen Situationen. Und es sind nicht nur die Männer...
Da ist z.B. Carolyn - die betrogene Köchin, die ihren Edward mit dem heißblütigen David vergleicht, dessen Geschichte sie gerade gehört hat.
Und der dann ein dummes Missgeschick passiert. Oder die durchtriebene junge Ehefrau, die ihren reichen Ehemann loswerden will. Die Jugendamtsmitarbeiterin, die es mit einem ihrer Schützlinge treibt; Tante Susan, der es ihr junger Neffe angetan hat; Linda, die ihre beste Freundin Sally mit deren Freund Liam betrügt; die kleine Ladendiebin Sarah, die dafür einen Ladendetektiv beglücken muss; und Hannah, die aus ihrer Gier nach Sex ein lukratives Geschäft macht. - und meist überlebt der Lover das Ende der Geschichte nicht
Solche Liebhaber, potent und ausdauernd,wie ich sie hier kennengelernt habe, wünscht sich im Geheimen wohl jede Frau.
Hannah Stevebs Schreibstil ist leicht, locker und lässt sich durch nicht allzu derbe Ausdrücke gut zu lesen.
Nicht so gut gefallen haben mir die Wiederholungen und Satzstücke, die von einer zur anderen Geschichte, wie beliebig austauschbar, des vorkommen. Aber gut, da kann man drüber lesen.
Ansonsten sind die Geschichten, sowohl an Schauplätzen, Spielarten. Lüsternheit und Paaren bunt gemischt. Ich habe mir für die Geschichten etwas Zeit gelassen und abendlich nur eine gelesen. Sonst wird es schnell zuviel.
Als kleines Guddi des Verlages gibt es zum einen einen Gutscheincode, mit dem man eine weitere erotische Kurzgeschichte anfordern kann. Und zum anderen eine Leseprobe zu "Schöne, geile Welt", die Lust macht, auch dieses Buch zu lesen.
Erotische Geschichten mit prickelnder Leidenschaft und heißen Szenen.
Krimi und Reisebericht gekonnt vereint
Lago Mortale von Giulia Conti
Als der aus Frankfurt stammende und seit 6 Jahren in Norditalien ansässige Deutsch-Italiener Simon Strasser, von einem Kollegen liebevoll „Edelfeder“ genannt, von seiner Terrasse aus eine Yacht auf dem Lago d´Orta treiben sieht, ist sein Spürsinn erwacht. Der ehemalige Polizei- und Gerichtsreporter geht der Sache auf den Grund und findet an Bord die Leiche des Fabrikantensohns Marco Zanetti.
Hinter dem Rücken von Maresciello Carla Moretti, der ermittelnden Kommissarin, beginnt er mit eigenen Ermittlungen. Nicht ahnend, dass er sich damit selbst in allerhöchste Gefahr begibt.
Giulia Conti legt mir als Leserin mit ihrem Piemont-Krimi keinen blutrünstigen Krimi vor. Als Reisebuchautorin beschreibt sie vor allem den See und die wunderschöne Landschaft, die Menschen und die Orte rund um den Lago d´Orta. Ich merke beim Lesen, dass sie sich dort auskennt und dieses kleine Stückchen Erde liebt.
Gelernt habe ich auch wieder etwas. Diesmal über Hornissen, über Marmor und den Mailänder Dom. Dass das Thema Homosexualität in den Krimi eingearbeitet wurde, hat mir gut gefallen.
Zu Beginn der Lektüre nimmt die kriminalistische Handlung nur einen kleinen Part ein. Ich werde vielmehr mit Simon, seiner Ziehtochter Nicola und ihrem gemeinsamen Leben vertraut gemacht. Die Autorin schafft für mich eine richtige Wohlfühlatmosphäre. In der zweiten Hälfte geht es dann allerdings zur Sache und ich konnte mit fiebern und mit ermitteln. Simon Strasser gefällt mir als ermittelnder Reporter sehr gut. Er verlässt sich auf sein Bauchgefühl, hat einen intelligenten Spürsinn und kommt so menschlich und geerdet rüber, dass ich mich gleich mit ihm angefreundet habe. Auch seine etwas flatterhafte Ziehtochter Nicola habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Es gibt aber auch noch weitere Protagonisten, die alle ihre Eigenheiten und mich fasziniert haben.
Mir hat diese Mischung aus „Reisebericht“ und Krimi sehr gut gefallen. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, mich in den Piemont geträumt und nebenbei noch einen vertrackten Kriminalfall gelöst. Ein kleines Bisserl mehr Spannung könnte der Krimi schon noch vertragen.
Ich hoffe bald mehr von Simon Strasser, seinen Freunden und Maresciello Carla Moretti lesen zu können.
4,5 von 5 Lesesternen
Krimi muss nicht vor Blut triefen
Wolfsspiel von Christian Jaschinski
In Lippe geht die Angst um. Kurz nachdem eine nicht zu identifizierende Leiche entdeckt wird, gibt es einen zweiten Toten. Beide mit den gleichen Merkmalen: In Ohren und Nase finden sich Spielfiguren wie von einem Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel. Die Kommissare Florian Dreier und Bernd Rohde stehen vor einem Rätsel.
Unterstützt werden sie bei ihren Ermittlungen aus dem Hintergrund von Tara Wolf und zwei ihrer Freunde. Tara sucht auch immer noch den Rocker, der ihren Mann bei ihrer Hochzeit ermordet hat. Und ein nerviger Staatsanwalt will unbedingt Ergebnisse...
Nach „Mörderisches Lipperland“ ist dies der zweite Fall, bei dem ich Strafrichterin Tara Wolf und Kriminalhauptkommissar Florian Dreier beim Lösen eines Kriminalfalles über die Schulter schaue. Gerade die Beiden habe ich gleich ins Herz geschlossen und mich gefreut, dass sie mich auch bei diesem Fall Mäuschen sein lassen. Auch die anderen Protagonisten haben irgendwo ihr Päckchen zu tragen und sind gut vorstellbar ausgearbeitet und wirken richtig menschlich und authentisch. Sogar den Täter kann ich verstehen und seine Taten nachvollziehen, auch wenn ich sie nicht gutheiße.
Ab einem regnerischen Mittwoch im Februar bin ich dabei, und versuche zusammen mit Florian Dreier und seinem Kollegen Bernd Rohde, der seine privaten Probleme nicht in den Griff bekommt, 13 Tage lang einen Serienkiller zu stellen. Auch wenn man meint es passiert nicht viel, weil die Ermittlungen immer wieder ins Stocken kommen, da sich der Täter absolut keine Fehler erlaubt, finde ich die Gespräche, Gedanken und Dialoge richtig gut und kann so noch besser verstehen, wie die Menschen, die ich hier begleite, ticken. Natürlich habe ich bald einen Verdacht, der aber durch neue Erkenntnisse oder einer neuen Wendung wieder „freigelassen“ werden muss. Der Schluss bzw. die Auflösung hat mich dann doch überrascht, ist aber schlüssig und absolut nachvollziehbar.
In kursiver Schrift bekomme ich fast täglich auch die Gedanken des Mörders zu lesen, was die Spannung weiter anfacht.
Christian Jaschinski hat seinen Lesern hier einen zumeist unaufgeregten, leisen und doch sehr spannenden Krimi vorgelegt. Und ich hoffe, dass Florian und Tara bald wieder einen neuen Fall zu lösen haben.
Spannend, interessant und wendungsreich
Mach was Böses von Barbara Wendelken
In Bremen geht der „Drosselmörder“, wie die Presse ihn nennt, um. Junge, blonde Frauen sind im Moment beim Joggen nicht sicher. Zusammen mit seinen Kollegen Konstanze Schaffer und Florian Gercke versucht Hauptkommissar Nikolai König den Serienmörder zu fassen. Als dann eine gute Freundin von Nikolai an ihrer Wohnungstür erstochen wird, ist er sich sicher, dass es hier einen Zusammenhang gibt.
In ihrer Geschichte lässt Barbara Wendelken die handelnden Personen abwechselnd aus ihrer Sicht Blicke auf den Kriminalfall werfen und von ihren persönlichen Problemen erzählen. Gerade diese Abwechslung erzeugt von Anfang an eine Spannung, die stetig steigt. Ich bekomme also nicht nur einen spannenden Fall, der gelöst werden muss, sondern ich bin auch dabei, wie nach einem ersten Aus eine Liebesgeschichte neu entwickelt und Konstanze Schaffer lernen muss ohne ihren Mann Adam auszukommen.
Ich mag es sehr, wenn ich die Kommissare auch privat besser kennenlerne. Hier finde ich die Mischung zwischen Kriminalfall und Persönlichem sehr gut getroffen. Vor allem auch, weil das Persönliche plötzlich ebenfalls in Richtung Kriminalität ausstrahlt.
Ich mag die meisten der hier vorkommenden Personen mit ihren Ecken und Kanten, mit ihren Zweifeln und ihrem Glauben an das Gute. Alle sind gut vorstellbar , menschlich und authentisch beschrieben. Mein Kopfkino ist hier mal wieder im Dauereinsatz. Besonders Finja Michaelis, die Psychologin, mit ihrer Labradorhündin China habe ich schnell ins Herz geschlossen. Und Florian Gercke, der nervt am Anfang einfach nur. Aber ich bin sicher, auch aus ihm wird mit der Zeit ein guter Kriminaler werden.
Die Kriminalfälle, die es hier zu lösen gibt, zeigen auch auf, wie mühsam es für die Polizei teilweise ist, kleinste Puzzleteilchen an die richtigen Stellen zu setzen. Und wie sich alles entwickelt, sollten sie falsch gesetzt worden sein. Nach ca. zweidrittel der Geschichte war mir fast klar, wer der Drosselmörder ist. Aber durch immer neue Wendungen und immer neue Tatsachen hat mich das beim Lesen überhaupt nicht mehr gestört. Im Gegenteil: Ich wollte nun genau wissen, ob und wie die Polizei diesem Täter auf die Spur kommt.
Fake News, auch dieses Thema wird hier kurz angesprochen und zeigt, was daraus entstehen kann, wenn sich eine Reporterin nicht an die Spielregeln hält.
Ein spannender und interessanter Fall, menschliche Protagonisten und ein Schreibstil, der fesselt. Ich hoffe, dass Nikolai, Konstanze und „der Kleine“ Florian bald einen neuen Fall zu lösen bekommen.
Liebe - Außer Kontrolle
Liebes Kind Thriller. 28.02.2019. Paperback / softback. von Hausmann Romy
„Liebe. Ganz gleich wie krank, verdreht oder falsch verstanden, bleibt es immer noch Liebe.“
Vor 4825 Tagen haben Karin und Matthias Beck ihre Tochter Lena das letzte Mal gesehen. Seitdem suchen sie nach ihr und nach Antworten, die ihnen niemand geben kann. Nun stehen sie in Cham im Krankenhaus und hoffen, dass die Lena, die kurz vor der tschechischen Grenze vor ein Auto gelaufen ist, ihre vermisste Tochter ist.
Bei dieser Frau ist die 13-jährige Hannah. Zusammen mit ihrem 11-jährigen Bruder Jonathan wurden sie und die Frau in einer Hütte im Wald wie Gefangene gehalten. Alles folgte den Regeln des Mannes, der sich als ihr Vater sah: die Essens- und Schlafenszeiten; sogar die Toilettenzeiten waren reglementiert. Für die Kinder ist die Freiheit, die sie nun genießen könnten, ein Alptraum. Haben sie das Leben doch bisher nur durch die Augen ihrer Mutter kennengelernt.
Diese Geschichte ist allein dadurch schon besonders, da sie beginnt, wo andere ihre Geschichten enden lassen.
Lena, die Mutter von Hannah und Jonathan erzählt ihre Geschichte, genau so wie Hannah immer wieder zu Wort kommt und aus ihrer Sicht erzählt, oder Matthias, der Vater von Lena – alle drei erzählen ihre Geschichte abwechselnd. Wobei man schon am Sprachstil sehr gut lesen kann, wer hier seine Eindrücke gerade schildert. Bedrückende Rückblenden in die Vergangenheit fachen die Spannung immer weiter an. Ich bin fasziniert, schockiert, kann manchmal kaum glauben, was ich hier lese. Alles kommt so vorstell- und nachvollziehbar rüber. Die Personen, egal ob bisher aus der Welt ausgeschlossen, gerade mittendrin oder auf der Suche nach der Wahrheit, zeichnen sich durch ihre Menschlichkeit und ihre Glaubwürdigkeit aus. Ich als Leserin dagegen stehe staunend und Vieles einfach nicht fassend, nicht glauben könnend oder begreifend daneben.
Dann komme ich an den Punkt, wo ich meine, nun den ganzen Umfang der Geschichte verstanden und durchschaut zu haben. Aber nein, es kommt immer mal wieder eine Wende und meine Vorstellung wird total über den Haufen geworfen. Vom Ende war ich einerseits schockiert, andererseits ist es so absolut nachvollziehbar und glaubhaft.
Romy Hausmann hat mich mit ihrem Debütthriller gepackt und nicht mehr losgelassen. Die außergewöhnlichen und tragischen Protagonisten werden bestimmt noch eine Zeit lang in meinem Kopf herumspuken, bevor sie auch bei mir ihren Frieden finden.
Ein Buch, für das ich sehr gerne meine absolute Leseempfehlung ausspreche.
Alles nur Lügenpresse?
Der Patriot von Pascal Engman
August Novak, ehemaliger Fallschirmjäger der Fremdenlegion ist ein Mörder mit einem ganz großen, weichen Herz. Jetzt lebt er mit seiner Freundin Valeria Guevara in Chile. Aber ein Teil seines Herzens ist immer noch bei einer Frau in seiner Heimat Schweden.
Ibrahim Chamsai lebt seit vielen Jahren mit seiner Frau Fatima in Stockholm.
Ihre Tochter Mitra studiert und will Anwältin werden.
Carl Cederhielm, ein ehemaliger Küstenjäger und seinen Freunden Fredrik Nord und Lars Nilson gefällt die derzeitige Lage in Schweden überhaupt nicht.
Und dann ist da noch Madaleine Winther …
Selten hat mich ein Buch ab der ersten Seite so gefesselt und in Atem gehalten wie Der Patriot. Carl Cederheim und seinen beiden Freunden sind die Stockholmer Lügen-Journalisten ein Dorn im Auge, der gezogen werden muss. Und so beginnen Sie mit einer Mordserie, in die auch Unschuldige mit hineingezogen werden.
Da ich mit heftigem Mord und Totschlag auch beim Lesen nicht so gut umgehen kann, sind hier einige sehr brutale Szenen, über die ich recht zügig drüber gelesen habe. Vor allem, was August in Chile erleben muss bzw. selbst veranstaltet – einfach krass und unglaublich.
Relativ kurze Kapitel springen wechselnd von einem Protagonisten zum andern, von einem Ort zum andern und fordern beim Lesen dauerhaft meine Konzentration, erhöht aber auch die Spannung immer weiter.
Sehr realistisch ist die Geschichte um den Serienkiller geschrieben. Solche Menschen kann es aber nicht nur in Schweden geben, sondern auch bei uns, wie man ja schon mehrfach erfahren hat. Nicht immer sind die arabischen Flüchtlinge die Radikalisierten. Und die Pressefreiheit wird auch nicht immer nur als wahrheitsgemäße Information genutzt. Mich wundert es da nicht, wenn nicht nur Rechtsdadikale das Recht des Landes in die eigenen Hände nehmen und die Presse anfeinden. Dass hat der Autor in seiner Profession als Journalist selbst zu spüren bekommen.
An manchen Stellen wirkt die Geschichte, die insgesamt sehr dicht ist, etwas an den Haaren herbei gezogen. Auch dass sich die schwedische Polizei kaum an Ermittlungen teilnimmt bzw. meist gar nicht vorhanden ist, kann ich mir in diesen Zusammenhängen nicht vorstellen.
Alles in allem habe ich einen spannenden und interessanten Thriller gelesen, der auch zum Nachdenken anregt.
4,5 von 5 Punkten
Erotik, die mir sehr gut gefallen hat
Der Patriot von Pascal Engman
Zwölf teils einfühlsame, teils feurige, aber keinesfalls vulgäre Geschichten, die jede ihren eigenen Spielort und ihre eigenen Paare hat. Egal, ob es Greta mit einem jungen Kunststudenten treibt, sich Elena und Patrick auf einem Bergsteigerhof vergnügen, es freudige Abwechslungen an einem frostigen Ort gibt, sich Carlos auf einem Klassentreffen ersteigern lässt oder sich zwei Fremde an einem anonymen Ort im Nirgendwo treffen – ich lese von Sex auf die unterschiedlichste Art und Weise, von Gefühlen, Bedürfnissen und Wünschen.
Da es sich um abgeschlossene Kurzgeschichten handelt, lassen sich diese leicht und locker nacheinander, oder immer mal wieder zwischendurch lesen. Einfach gut geschriebene Erotik, jede einzelne Geschichte gut verpackt mit Stil und einem gewissen Niveau. Diese Art der erotischen Geschichten gefällt mir sehr gut.
Das einzige, was mir nicht so gefallen hat, sind verschiedene Rechtschreib- oder Wortfehler. Das hemmt bei mir immer etwas den Lesefluss.
Eine 13. Geschichte bekommt man mit einem Gutschein-Code als E-Book übers Internet.
Mir, die ich selten erotische Literatur genieße, haben diese Kurzgeschichten sehr gut gefallen.
Alles nur vom Hörensagen
Venuswalzer von Lotte Minck
Andrea „Ruby“ Rubikon ist genervt. Nicht nur, dass die daheim arbeitende IT-Spezialistin seit Tagen mit dem Lärm der Malerkolonne fertig werden muss, nein, zu allem Überfluss ist da auch einer dabei, der sie auf die schäbigste Weise anmacht und provoziert. Als sie eines morgens die Vorhänge aufzieht und dieser fiese Möpp mit offener Hose auf dem Gerüst steht, dreht Ruby durch.
Ihr „Ich bring dich um“ ist noch nicht richtig verklungen, da stürzt der Maler Kevin Wehling vom Gerüst - und steht Ruby unter Mordverdacht.
Ihr bester Freund Ben, der sich sicher ist, dass Ruby damit nichts zu tun hat, wendet sich sofort an Astrologin Stella Albrecht. Kann sie auch diesmal einen Fall mit Hauptkommissar Arno Tillikowski zusammen lösen?
Astrologin Stella Albrecht, ihre Mutter Felicitas, ihre Oma Maria „Madame Pythia“, Omas Wegbegleiter Otto Korritke, Stellas besten Freund Benjamin Glaeser und HK Arno Tillikowski kenne ich ja schon vom Fall Breidenbach, dem ersten Band um die Astrologin Stella Albrecht. Und ich habe mich sehr gefreut, dass die Menschen, die ich alle schon so fest ins Herz geschlossen habe, auch hier wieder mit von der Partie sind. Dat is wie Freunde besuchen.
Beim Rest von der Mischpoke, den vier Malern und ihr Chef Johannes Braukmann, bin ich froh, dass ich sie nach Erledigung der Fassadenarbeiten nicht wieder lesen muss. Und ich bin froh, dass ich solche Handwerker bisher noch nicht persönlich erleben musste.
Neben dem kriminellen Anteil hat auch diese Geschichte ihre spaßigen Seiten. Dafür sorgt z.B. Oma Maria, die hier ihr schauspielerisches Talent voll an die Männer bringen kann. Ich habe mehr als einmal herzhaft gelacht.
Und Stella und Arno? Die eiern immer noch umeinander herum, finden sich gegenseitig richtig gut, können aber irgendwie nicht zusammen kommen. Da hoffe ich mal auf das nächste Zusammentreffen der Beiden.
Der Lokalkolorit des Ruhrpotts hat mir zu Beginn der Geschichte etwas gefehlt. Aber als Vater Braukmann auftaucht und mehr zu sagen hat, war ich sofort im Pott zuhause. Es darf aber gerne noch eine Schippe mehr sein.
Lotte Minck hat es auch diesmal geschafft, mich gut zu unterhalten. Aber es gibt auch Themen, über die man nachdenken und diskutieren kann: „Leben“ im Wachkoma, Selbstjustiz und Toleranz z.B. gegenüber anders Aussehenden.
Dieser Fall hat bei mir 4,5 von 5 Sternen verdient.
Von der wahren Liebe, die für immer ist
Venuswalzer von Lotte Minck
Dies ist der erste Roman, den ich von Simone Veenstra gelesen habe und ich bin begeistert:
vom Prolog - wow, hier facht er gleich zu Beginn die Spannung ganz schön an;
von dem bunten Cover, von dem ich jedesmal, wenn ich es anschaue, gute Laube bekomme;
von dem ausgefeilten, leichten und flüssigen Schreibstil, der mich einfach in die Geschichte und auf die Spuren von Miroslav „Miro“ Möller und Jakob Grünberg hinein gezogend hat;
von den vielen ganz unterschiedlichen Personen, die man, bis auf ganz wenige, einfach ins Herz schließen muss.
Ich mag Jakob, der ohne Navi auskommt und keine Bonuskarten mag, sofort. Seine Hintergrundgeschichte erfahre ich immer wieder bei Rückblicken in die Zeiten der DDR, wo der kleine Jakob aufgewachsen ist und seine erste große und einzige Liebe gefunden hat. Er trifft auf seiner Fahrt nach Tschechien, wo er einige alte Dampfloks fotografieren will, den jungen Tramper Miro. Gemeinsam gehen sie mit dem VW-Bus Bienchen auf eine Fahrt auf der Suche nach Vergangenheit (Jakob) und Zukunft und Vergangenheit (Miro);
von einer interessanten und abwechslungsreichen Reiseroute, bei der ich Prag, Bratislawa und einige andere Städte kennengelernt habe und einiges über Antonin Dvořák und seine Musik erfahre;
von zwei grundverschiedenen Familiengeschichten, die mich ab der ersten Seite gefesselt haben.
Eine wunderbare Lektüre, bei der ich auf der Suche nach der großen Liebe von zwei liebenswerten Menschen dabei sein durfte. Interessante und spannende Unterhaltung, die ich gerne weiter empfehle.
Verzerrte Familienidylle
Der dunkle Garten von French Tana
Toby Hennessy, 28, wird in seiner Dubliner Wohnung von zwei Einbrechern brutal zusammengeschlagen. Als er nach einem längeren Krankenhausaufenthalt körperlich wieder einigermaßen hergestellt ist, erreicht ihn der Anruf seiner Cousine Susanna, dass er sich doch bitte um den gemeinsamen Onkel Hugo kümmern möchte.
Da Toby psychisch noch einiges aufzuarbeiten hat, ziehen er und seine Freundin Melissa für eine Weile bei Onkel Hugo, der an einem Gehirntumor leidet, ein. Bei einem gemeinsamen Familienessen stößt der kleine Sohn von Susanna auf menschliche Schädelknochen. Und nun müssen sich alle Mitglieder der Familie Hennessy ihrer gemeinsamen Vergangenheit stellen.
Dies war mein erstes Buch, das ich von Tana French gelesen habe. Und ich habe mich anfangs etwas schwer getan mit den verschachtelten Sätzen, mit endlosen Längen, die mich in der Geschichte nicht weitergebracht haben. Aber nach einer Weile war ich doch mitten drin im Geschehen.
Sehr gut finde ich, dass ich die einzelnen Familienmitglieder bzw. alle Protagonisten sehr deutlich und ausgefeilt auch mit ihren Gedanken beschrieben bekomme. Ich hatte schnell von jedem Einzelnen ein klares Bild vor Augen. Durch die zahlreichen Dialoge komme ich den einzelnen Familienmitgliedern noch näher. Ich leide mit Toby, der sich seiner absolut nicht sicher ist; bewundere Hugo und Susanne, dass sie das Augenscheinliche so gut verdrängen; und ich frage mich immer wieder, was die Nervosität bei Leon auslöst. Bis zu einem Punkt, wo sich das alles dreht und es für mich keinen Sympathieträger, außer vielleicht Onkel Hugo, mehr gibt.
Genau so toll beschrieben finde ich den Garten des Efeuhauses, bei dem es mir in der Seele weh getan hat, als er total umgegraben und sogar ein alter Baum gefällt werden musste.
Genau so klar werden mir die verschiedenen Stimmungen im Haus durch die Autorin nahe gebracht.
Ich habe mich direkt in das Geheimnis, das der Baum zutage gebracht hat, reinziehen lassen. Hatte immer neue Ideen, was damals passiert sein könnte. Aber der Auflösung bin ich nicht sehr nahe gekommen.
Auch wenn der Roman anfangs einige Längen hat und mich erst ab ca. der Mitte fesseln konnte, hat sich das Lesen gelohnt. Ein interessanter Sprachstil, eine aussergewöhnliche Familiengeschichte und ein junger Mann, der mich durch seine Art beim Lesen gehalten hat.









