Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gaby2707:
Leichen pflastern seinen Weg
Wolfs Killer von Michael Gerwien
Genau so schlag- bzw. schießkräftig wie in manchem Western geht es auf der letzten Etappe von Wolf Schneider zu, der doch nur den Mann finden will, der seine Frau Rebekka und seinen besten Freund Roman ermorden ließ. Auf der Suche nach ihm und dem kriminellen amerikanischen Politiker Arthur Smith bzw.
dessen Frau Jane verliert so mancher sein Leben. Ob das viele Blutvergießen, die vielen Leichen Wolf´s Suche wert sind? Das müsst ihr beim Lesen schon selbst herausfinden.
Nach "Schattenkiller" und "Schattenrächer" ist dies nun der 3. und leider letzte Teil der Thriller-Trilogie von Michael Gerwien um den Journalisten Wolf Schneider. Da in allen drei Büchern sehr viel passiert, was für den jeweiligen Fortgang der Geschichte relevant ist, würde ich empfehlen, die Bücher nach ihrem Erscheinen zu lesen. Mir hätten sonst zu viele Hintergrundinformationen gefehlt.
121 kurze Kapitel verteilt auf 347 Seiten machen das Lesen dank dem leichten, manchmal etwas spöttischen oder ironischen Schreibstil leicht und angenehm. Ich bekomme es hier mit sechs verschiedenen Schauplätzen, das weite Meer nicht mitgerechnet, zu tun. Die Spannung steigt ab der ersten Seite und der Bogen hält sich trotz der dauernden Sprünge von einem Land ins Andere, von einer Stadt zur Anderen und den vielen handelnden Personen, weitestgehend hoch. Einige der Personen begleiten mich schon seit Band 1. Andere lerne ich erst hier kennen. Alle haben ihre ganz besonderen Eigenheiten. Etwas was ich an Schneider gar nicht mag – er kokst mir einfach zu viel. So gewalttätig dieser Thriller auch ist, habe ich an einer ganz bestimmten Stelle doch lachen müssen. Dieses Buch bietet wirklich von jedem für jeden etwas. Und genau diese Abwechslung ist es, die mir an der Serie so gut gefallen hat.
Einiges erscheint konstruiert, manches ist mir fast zu brutal, alles ist gut vorstellbar beschrieben. Vor allem das Ende hat mich dermaßen überrascht. Das hätte ich Anton jetzt wirklich nicht gewünscht.
Ich bekomme einen Mix aus Rache, Gier, Leidenschaft, Brutalität und Machtspielchen. Und auch diesmal hatte ich wieder einige sehr lebendige und actionreiche Lesestunden.
Hierfür vergebe ich 4,5 von 5 Sternen
Wunderschön für jedes Alter
Das allergrößte Märchenbuch von
Gleich beim Anfassen habe ich mich in das wattierte Märchenbuch verliebt. Es ist zwar sehr groß, heißt ja auch „Das allergrößte Märchenbuch“, und relativ schwer, aber zum Vorlesen ideal. Wunderschöne Illustrationen von Francesca Rossi runden den sehr guten Gesamteindruck ab.
Nach einer kurzen Einleitung und der Vorstellung der Gebrüder Grimm folgen die Märchen nach ihren Autoren zusammengestellt.
Die ersten 9 Märchen kommen von den Gebrüdern Grimm, die nächsten 5 Märchen stammen aus der Feder von Charles Perrault, den ich bisher noch gar nicht kannte und die 9 Märchen kommen von Hans Christian Andersen. Insgesamt eine gelungene Zusammenstellung.
Die Schrift hat eine ansprechende und gut zu lesende Größe. Die Märchen haben eine ansprechende Länge, so dass sie auch gut als Gute Nacht Geschichten vorgelesen werden können. Zu jedem Märchen gibt es eine oder mehrere wunderschön gestaltete Illustrationen, bei denen es viel zu entdecken gibt und über die man sich ebenfalls gut mit den Kindern austauschen kann.
Ein wunderschönes Märchenbuch, das bestimmt nicht nur den Kindern sehr gut gefallen wird.
Gruselige Steiermark
111 schaurige Orte in der Steiermark, die man gesehen haben muss von Robert Preis
Mit seinem etwas anderem Reiseführer gibt Robert Preis, ergänzt durch die tollen Fotos von Niki Schreinlechner, einen spannenden und interessanten Überblick über 111 schaurige Orte in der Steiermark, die man gesehen haben sollte.
Ich lese teils Bekanntes, teils unbekannte Geschichten und Legenden.
Egal ob ich mich in Graz, Altenmarkt, Eisenerz, Fischbach, Fürstenfeld, Gröbming, Kindberg, Leoben, Pöllau, Tragöß oder Wies befinde – immer hat der Autor eine unterhaltsame Geschichte für mich bereit. Hier und da läuft mir beim Lesen ein leichter Schauer über den Rücken. Einfach gruselig, wie viel Grausamkeit und Brutalität es in diesem wunderschönen Fleckchen Erde schon gegeben hat.
Eine Doppelseite der Steiermark und ihren Orten und eine Seite der Landeshauptstadt Graz, auf denen die Stellen markiert sind, die im Buch beschrieben werden, machen den Führer richtig rund. Dazu die Vorstellung von 4 Krimis, die alle in Graz gesettet sind und die Vorstellung 9 weiteren Führern quer durch Österreich.
Interessant finde ich auch die Erwähnung von verschiedenen Internetseiten und die vielen Literaturhinweise. Hier habe ich schon einige Bücher gesehen, die ich gerne noch lesen würde.
Der Autor und der Fotograf stellen sich ganz zum Schluss auch noch vor.
Ein interessantes Buch mit spannenden Geschichten, die mir die Steiermark noch näher bringen. Nicht nur für Steirer – für alle, die sich für dieses wunderschöne Fleckerl Erde interessieren und mehr darüber wissen wollen.
Mörderisches Paderborn
Padermorde von Maren Graf; Gisa Klönne; Wolfram Tewes; Rita Maria Fust; Joachim H. Peters; Christian Jaschinski; Thomas Breuer; Andrea Gehlen; Thomas Schrage; Christiane Höhmann; Horst Eckert; Susanne Kliem; Mauritz von Neuhaus
Die Herausgeberin Maren Graf stellt in ihrem Buch „Padermorde“ 13 weihnachtliche Kurzkrimis vor. Am Ende des Buches werden die Tatorte noch einmal näher beleuchtet und auch die einzelnen Autoren, z. B. Andrea Gehlen, Christiane Höhmann, Susanne Kliem, Gisa Klönne, Horst Eckert usw. werden detailliert vorgestellt.
Egal ob Max-Moritz endgültig genug hat von seiner dominanten Mutter und seiner herrschsüchtigen Ehefrau, ob Onkel Thorsten die falschen Tabletten untergeschoben wurden, ob Ehemann und Ehefrau das gleiche Ziel haben, ob das Gedächtnis eines Mannes plötzlich doch wieder kommt, ob Privatermittler Hieronymus C. Doyle von einem geheimnisvollen Fall erzählt, ob es um todbringende Medikamente geht – alles spielt sich in der Adventszeit oder an Weihnachten in Paderborn ab.
Aber nicht nur Taten aus der Jetztzeit bekomme ich vorgesetzt. Ich darf mörderisch auch ins 18. Jahrhundert reisen.
Spannende Geschichten rund um das Weihnachtsfest und die kalte Jahreszeit, die mich gut unterhalten haben. Und interessante Schauplätze in einer Stadt, die ich bisher noch nicht kenne. Sehenswert.
Tiefgründig und trotzdem unterhaltsam
Padermorde von Maren Graf; Gisa Klönne; Wolfram Tewes; Rita Maria Fust; Joachim H. Peters; Christian Jaschinski; Thomas Breuer; Andrea Gehlen; Thomas Schrage; Christiane Höhmann; Horst Eckert; Susanne Kliem; Mauritz von Neuhaus
Florentine Bergmann ist 31, als sie mit Julian Lewandowski, 39, den Mann ihres Lebens kennenlernt. Immer wieder sprechen sie über Familienplanung. Julian will Kinder, Flo lebt für ihre Arbeit und will Karriere machen. Als Julian dann auch noch ihr Haus, von dem sie gemeinsam geträumt haben, und das nun zum Verkauf steht, für sie reservieren lässt und auch die Finanzierung schon angeleiert hat, gibt ein Wort das andere und die Liebe wird auf eine harte Probe gestellt.
Als Flo dann auch noch einen Brief ihres Gynäkologen mit einer niederschmetternden Nachricht bekommt, ist ein Ticket nach Gran Canaria in ein Luxushotel schnell gebucht um den Sorgen und Nöten zu entfliehen...
Die Geschichte wird von Florentine und Julian aus jeweils eigener Sicht erzählt. So bin ich immer in den Gedanken der Beiden dabei, so noch viel näher am Geschehen, lerne sie besser kennen und verstehen. Wobei mir Julian in seinen Ansichten immer einen Tick besser gefallen hat wie Florentine. Sie hört mir zu wenig zu, weicht nicht von ihrem eigenwilligen Bild einer Mutter ab. So, wie sie sich am Beginn der Geschichte selbst sieht: charmant und schlagfertig, aber auch verstockt, einsilbig und wunderlich.
Dabei legt die Autorin einen leichten, flüssigen Schreibstil an den Tag, der die Seiten nur so durch die Finger rauschen lässt. Für mich hat den Reiz an diesem Buch der Mix aus ernsten Themen und Humor ausgemacht. Die Lebenssituation der Beiden finde ich sehr gut beschrieben. Es gibt einige Wendepunkte, die das Lesen nie langweilig oder langatmig werden lassen.
Ich habe mit gelacht, mit gefiebert, mit gelitten und manchmal gedacht, hört euch doch mal zu, redet doch mal Klartext miteinander anstatt immer aneinander vorbei.
Eine tiefgründige, und trotzdem amüsante und unterhaltsame Liebesgeschichte zweier Menschen, die dann doch zu einer gemeinsamen Einsicht kommen.
Ein neues spannendes Abenteuer
Die Münsterland-Detektive / Feuer auf dem Hof (5) von Anja Stroot
Diesmal geht gleich am Anfang bei der Ferienplanung fast etwas schief. Aber die Münsterland-Detektive sind dann doch vollzählig und ein neues Abenteuer für Leona, Jacky, Felix, Ben und Gundula kann beginnen. Diesmal gibt es ein Feuer auf dem Hof. Sind Menschen oder Tiere in Gefahr? War es Brandstiftung? Und wenn ja, wer war das?
Um all diese Fragen zu beantworten, lest das Buch selbst oder lasst es euch vorlesen.
Es lohnt sich! Für große und für kleine Spürnasen.
Nach " Der schwarze Schatten (1)", "Die verflixte Wiese (2)", "Gefahr am Baumhaus (3)" und "Auf dem Eis (4)" ist dies eine weitere Geschichte mit einem neuen Abenteuer für die fünf Freunde aus dem Münsterland.
Da die Geschichten in sich abgeschlossen sind, ist man hier an keine Lesereihenfolge gebunden, sondern kann die Bücher in jeder beliebigen Reihenfolge lesen. Auch sind die Geschichten nicht nur für Münsterländer Kinder gedacht. Die Abenteuer könnten sich in jeder beliebigen Gegend in Deutschland oder auch im Ausland genau so abspielen.
In einer liebevollen kindgerechten Sprache beschreibt die Autorin die Geschehnisse auf dem Reiterhof. Wunderschöne, die Fantasie anregende Zeichnungen, die perfekt zum Text der Geschichte passen, runden die spannende Geschichte ab. Meine kleine Leseratte malt diese Bilder dann auch noch aus. Die Geschichte eignet sich auch sehr gut zum Vorlesen. Durch die große Schrift können sich aber auch Leseanfänger sehr gut daran versuchen. Kurze Kapitel machen es nicht so schwer mit dem Lesen auch mal eine Pause einzulegen.
Hinten im Buch wieder mit dabei die Detektivprüfung, Geheimschriften zum Entschlüsseln, eine Bastelanleitung für ein Lesezeichen und einen Detektivausweis.
Die Autorin stellt sich kurz vor und einen kleinen Einblick in die ersten vier Münsterland-Detektiv-Geschichten gibt es auch noch.
Nichts für schwache Nerven
Die Elemente des Todes von Claus C. Fischer; Axel Petermann
Eine Serie brutaler Morde erschüttert zwischen den Jahren 1995 und 1996 den Norden der Republik. Kommissar Larsen Kiefer der Kripo Bremen und sein Team haben es nicht leicht. Sie scheinen nach einer Zeit genau zu wissen, wer der Täter ist, die Täter sind, können ihnen aber vorerst nichts nachweisen.
Eine schwierige und heikle Angelegenheit.
Gerade jetzt, als ich dieses Buch lese, begegnet mir Mit-Autor, Leiter der Mordkommission Bremen und Profiler Axel Petermann in einem Fernsehbericht. Bei diesem Fall hier hat er damals selbst ermittelt und weiß um die Grausamkeit und Brutalität, die damals vorlag. Ich denke, er hat mit seiner Erfahrung und seinem Wissen der Geschichte hier den letzten feinen Schliff gegeben. Claus Cornelius Fischer rundet den Fall mit spitzer, blutender, psychologischer Feder ab. Ich hoffe, dieses bleibt nicht das einzige Projekt der Beiden.
Daniel Becker – jung, sehr von sich eingenommen, skrupellos, kann sehr gut manipulieren und versteht es sehr geschickt, seine Freunde Moritz und Lothar, die ihm schon fast hörig sind, in seine Abartigkeiten hineinzuziehen. Er selbst sieht sich nicht als Mörder, kann nur Menschen verschwinden lassen, ist sich sicher, dass er sie dazu bringt, nicht mehr leben zu wollen. Einfach abartig.
Ich lese sehr gerne Krimis und Thriller. Aber True Crime ist noch mal was ganz anderes. Hier geht es um wahre Begebenheiten, die ich nicht so einfach abhaken kann. Und gerade diese Geschichte hat bei mir Gänsehaut erzeugt, hat mich nachdenklich gemacht und wird noch eine Zeit nachwirken.
Anfangs hatte ich etwas Probleme mit den dauernden Zeitenwechseln, die aber, wie ich im Nachhinein weiß, absolut notwendig und richtig sind. Aber nach kurzer Zeit war ich vollkommen gefangen im Geschehen.
Ich blicke in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele. Kann mir fast nicht vorstellen, dass man so abgrundtief böse sein und agieren kann. Frage mich, was das alles ausgelöst haben mag. Und kann es fast nicht fassen, dass es sich hier um einen realen Fall gehandelt hat. Was ich mich auch immer wieder gefragt habe: Haben die Angehörigen oder Freunde wirklich nichts von dem Ganzen mitbekommen? Oder ist es einfach so, dass was nicht sein darf, auch nicht ist? Ein Buch, über das sich sehr gut diskutieren und nachdenken lässt.
Der Spannungsbogen, ich weiß garnicht, wie ich das beschreiben soll, ist so stark und straff gespannt, permanent da. Aber ohne aufdringlich zu sein. Ich kann das Buch einfach nicht loslassen, weil dauernd etwas geschieht, immer wieder Gedanken auftauchen, die einfach unfassbar sind. Aber ohne sich aufzudrängen, aber trotzdem fesselnd. Einfach klasse gemacht.
Kommissar Larsen Kiefer lerne ich im Laufe der Story auch privat etwas näher kennen. Auch er hat mit Dämonen zu kämpfen, will seine Arbeit nicht in sein neues Heim zu seiner neuen Frau mitnehmen. Spannend finde ich auch die Gespräche zwischen ihm und Daniel Becker, der sich aber immer wieder aalglatt aus der Affäre zieht.
Ich habe Falco als Sänger sehr gerne gemocht und hier stoße ich immer wieder auf Songs von ihm. Für mich hat das den Schrecken zwischendurch immer etwas gedämpft.
Ein spannendes, authentisches Buch, mit einem Kommissar, der nicht aufgibt, sondern versucht, sich in den Köpfen der Täter festzusetzen. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und in mir noch eine Zeit lang nachwirken wird. True Crime vom Feinsten und Bösesten. Gänsehaut pur.
Eine märchenhafte, mystische Lektüre
Der Blumensammler von David Whitehouse
Tiefseeforscher Professor Jeremiah Cole wird von einem Wal gerettet, kurz bevor er zu Ertrinken droht, und entdeckt hierbei den Flugschreiber eines verschollenen Flugzeuges.
Peter Manyweather betreibt die „Reinigungsfirma Eisvogel“, die sich auf die ganz schwer zu beseitigenden Schmutzfälle spezialisiert hat.
Er findet bei einer Säuberung einen Liebesbrief in dem es auch um sechs aussergewöhnliche Blumen geht.
Dove Gale arbeitet bei einem Londoner Rettungsdienst als Einsatzkoordinator, lebt ein einsames Leben, wird immer wieder von Kopfschmerzen geplagt und mit Erinnerungen eines anderen Menschen, nämlich Peter Manyweather, konfrontiert. Nichts wünscht er, das Findelkind, sich mehr, als seine leiblichen Eltern kennenzulernen.
Zwei verschiedene Zeitebenen, drei Männer, drei Leben, drei Erzählstränge, die sich ganz langsam annähern, sich dann zu einem großen Ganzen verbinden und mich mit der Geschichte schlüssig und zufrieden zurück lassen.
Was diese drei so unterschiedlichen Menschen verbindet, erfahre ich hier in diesem Buch.
Der Autor David Whitehouse nimmt mich in diesem Roman mit auf die Reise einmal um den Erdball. Auf der Suche von Peter Manyweather nach der Udumbara Blume, einer Lichtnelke, der schafsfressende Pflanze, der Kadupul, der Welwitschie und der Rafflesie geht die Reise nach China, nach Gibraltar, nach Chile, nach Mexiko, an den Messum-Krater in Namibia und nach Sumatra. Überall gilt es Abenteuer zu bestehen. Dieser Strang nimmt den meisten Platz der Geschichte für sich ein.
Die Geschichte von Dove Gale beginnt 30 Jahre später. Durch immer wieder eingestreute kleine Hinweise und Zeichen meine ich schon bald zu wissen, wie welche Lebensgeschichten zusammen hängen könnten. Hier gibt es dann für mich eine Überraschung.
Nicht nur diese drei Hauptprotagonisten sind lebensecht und glaubwürdig gezeichnet. Auch die mehr oder weniger wichtigen weiteren Personen haben ihre ganz eigene Aura und hallen in ihrer Wirkung auch jetzt noch nach.
Der bildhafte, wunderschön zu lesende Schreibstil macht es mir leicht mir die verschiedenen Handlungsorte vorzustellen. Er versteht es meisterhaft mich so zu faszinieren, dass ich sogar nach den Pflanzen auf Google suche um sie noch besser in mein Kopfkino einbauen zu können.
Die Geschichte hat für mich etwas märchenhaftes, mystisches. Sie ist auch keine, die ich mal schnell weg lesen kann. Kleinigkeiten erfassen, zwischen den Zeilen lesen und Andeutungen interpretieren - ich habe immer wieder inne gehalten und mir das eben Gelesene noch mal durch den Kopf gehen lassen um ja nichts zu verpassen.
Dies ist so ein interessantes, außergewöhnliches Buch, das ich bestimmt noch einmal lesen werde und das es in mein Bücherregal „Besondere Literatur“ geschafft hat.
Emotional und berührend
Alles Glück eines Lebens von Lauren Grodstein
Karen Neulander, 43, weiß, dass sie sterben wird. Den diagnostizierten Eierstockkrebs kann man zwar aufhalten, heilen kann man ihn nicht. Also schreibt sie ihre Geschichte für ihren sechsjährigen Sohn Jacob auf. Sie schildert offen ihre Gefühle, erzählt ihm aus ihrem Leben und beschreibt, warum er seinen Vater nicht kennenlernen konnte.
Dies aber ist der größte Wunsch des kleinen Jacob. Kann und wird sich Karen überwinden und mit Dave Kontakt aufnehmen, damit er seinen Sohn und vor allem, damit Jacob seinen Vater kennenlernen kann?
Wow, was für ein Buch. Da Karen ihre Geschichte in der Ich-Form erzählt und aufschreibt, bin ich noch näher an ihren Gefühlen und Emotionen dran. Sie zieht mich förmlich in ihr Leben hinein und ich verstehe ihren Zorn, ihre Wut, ihre Trauer und ihre Verzweiflung. Aber über allem steht ihre unendliche Liebe zu ihrem Sohn, dem sie keinen Wunsch abschlagen kann. Und obwohl sie immer schwächer wird, gibt er ihr die Kraft weiterzumachen. Mich hat diese überaus starke Frau sehr berührt.
Lauren Godstein schreibt so gefühlvoll, so emotional, so ehrlich, voller Wärme, ohne ins kitschige abzugleiten. Ich bin selbst Mutter und ein paar Mal ein paar Mal hatte ich Gänsehaut und ich musste meinen Taschentuchvorrat aufstocken. Die Autorin versteht es gekonnt mich einzufangen. Sie lässt mich aber auch nachdenklich zurück.
Sie lässt die Protagonisten so menschlich erscheinen, so real, dass ich sowohl Karen als auch ihre Schwester Allison sofort als Freundin annehmen würde.
Dies ist eine Geschichte, bei der ich von vorne herein wusste, dass es kein Happy End geben würde. Die mich so berührt hat und ans Herz geht. Ich habe sie sehr gerne gelesen und kann dieses Buch absolut weiterempfehlen.
In Onolzheim ist der Hammel los
Hammeltanz von Wildis Streng
Im hohenlohischen Onolzheim ist wie jedes Jahr im Oktober wieder Hammeltanz. Ein Fest, zu dem der ganze Ort zusammen kommt. In diesem Jahr aber gibt es Querelen. Die Scheune, wo einer der Umzugswagen abgestellt ist, brennt ab – zusammen mit dem Wagen. Bei einem anderen Wagen findet der Mann vom TÜV eine durchschnittene Bremsleitung.
Und abends nach dem Hammeltanz wird der neue Büttel Andi Sichler, der nicht nur Freunde in Onolzheim hat, von seiner Frau hinterm Festzelt gefunden. Erstochen - mit dem Degen des Gewinners des Hammeltanzes im Bauch. Außerdem wird der Hammel, der dem Fest seinen Namen gibt, entführt und im Wald wird eine Kunstharzhexe zerschlagen.
Viel Arbeit für das hohenlohisch-westfälische Ermittlerduo Heiko Wüst und Lisa Luft von der Kriminalpolizei Crailsheim, die wohl gerne mitgefeiert hätten.
Dies ist mein zweites Buch von Wildis Streng und so kenne ich die Crailsheimer Ermittler schon ein wenig. Die Oonzamer Kärwe mit dem Hammeltanz lerne ich hier kennen. Genau so wie die vielen Menschen, die am Umzug mit ihren Wagen teilnehmen. Einige davon potentielle Täter. Schön wäre hier ein Verzeichnis der Mitwirkenden gewesen. So musste ich mir einen Spickzettel anlegen, sonst hätte ich die vielen Namen bestimmt durcheinander gebracht.
Die meisten Personen, die hier eine tragende Rolle spielen, sind sehr detailliert und farbig mit Ecken und Kanten und mit ihren Emotionen gezeichnet. Sie haben mein Kopfkino anspringen lassen.
Wer mir wieder sehr gut gefallen hat, sind die Bewohner der Stadt, die noch den einheimischen Dialekt pflegen. Hier musste ich manchen Satz zweimal lesen, damit ich ihn verstanden habe. Aber so war ich auch noch näher am Geschehen dran und in der Geschichte drin.
Die Geschichte an sich ist spannend und interessant aufgebaut. Viele Verdächtige, immer neue Wendungen, die Spannung steigt mit jedem Verdächtigen, der wieder freigelassen werden muss. Der Schluss bzw. der Täter kam für mich ganz unverhofft. Mit dieser Auflösung hatte ich so nicht gerechnet.
Ein spannender Fall, richtig guter Lokalkolorit, die Hohenloher als sympathischer Menschenschlag und richtig gute Unterhaltung von der ich gerne mehr hätte. Ein Lokalkrimi, der bestimmt nicht nur mich begeistert.










