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Rezensionen von gaby2707:

Nichts ist wie es zunächst scheint

Fischermord von Katharina Peters

Romy Baccare hat ihren Jan geheiratet. Kaum sind sie aus den Flitterwochen zurück, wird Romy zum neuen Einsatz gerufen. Pferdezüchter Torsten Fischer hat sich wie es scheint in der Nacht zu seinem Geburtstag das Leben genommen. Aber es gibt auch Ansatzpunkte, die auf einen Mord hin deuten. Romy beginnt zu ermitteln und findet schnell heraus, dass Fischers Vita nicht stimmig ist.

Er ist weder hier im Norden geboren, noch hier zur Schule gegangen. Erst 1995 taucht er erstmals hier auf??? Außerdem scheint der Familienvater ein Verhältnis gehabt zu haben. Aber kann man damit einen Mord begründen?


Dies ist nun schon der 8. Fall, bei dem ich der pfiffigen Kommissarin beim Ermitteln über die Schulter schaue. Und ja, ich habe sie, ihren Jan und die anderen Ermittler aus Stralsund und Rügen vermisst. Sehr hilfreich, besonders für Leseneulinge, finde ich die Aufzeichnung der Mitarbeiter der Kommissariate auf Rügen und in Stralsund auf den letzten Seiten. Hier werden sie detailliert vorgestellt.

Der neue Fall stellt sich als ganz schön verzwickt und verwinkelt heraus. Torsten Fischer scheint gar nicht so beliebt gewesen zu sein, wie man den Kommissaren glauben machen will. Stutzig machen auch die vielen Unfälle, bei denen jedes mal auch der Name Torsten Fischer in irgendeinem Zusammenhang auftaucht. Nicht leicht, dieses alles aufzudröseln. Aber was wäre ein Krimi ohne „Happy End“. Natürlich kommen Romy und ihre Kollegin Ruth Kranold den Tatsachen auf die Spur. Je tiefer sie graben, desto mehr Scheußlichkeiten kommen ans Tageslicht, was auch mich schon mitgenommen hat.

In diesem Krimi gibt es wieder sehr viele Figuren, bei denen ihre spezifischen Eigenschaften und die Milieus, aus denen sie kommen, sehr gut heraus gearbeitet wurden. Zu Beginn gibt es kein abzugrenzendes Gut oder Böse. Das stellt sich ganz langsam beim Lesen erst heraus. Dadurch erhöht sich auch die Spannung, die zwar schon seit der ersten Seite da ist, immer weiter. Fragen lösen sich auf, neue kommen dazu. Was auch dazu geführt hat, dass ich den Krimi in einem Rutsch durchgelesen habe.

Auch die Beschreibungen von Land und Leuten kommt nicht zu kurz und gibt der Geschichte ihre lokalen Reiz. Genau so, wie einige private Details und Begebenheiten, die locker unter die Krimihandlung eingestreut werden, und mich die Kommissare noch ein Stückerl besser kennenlernen lassen.

Dieser Fall hat es richtig in sich. Ich habe tief in die Gedanken einiger Menschen hinein schauen dürfen, habe mit ermittelt und mit gelitten. Alles in allem hat mich der Fall mit seinen Wendungen überraschen können und mir einige sehr interessante und spannungsgeladene Lesestunden geschenkt.

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Ein Märchen leben

Alexandra von Bell Natasha

Marc und Alexandra Southwood sind nun schon seit 15 Jahren zusammen, haben zwei kleine Töchter, beide gute Jobs und vor allem, sie sind immer noch glücklich wie in den ersten Tagen. Bis zu dem verhängnisvollen 21.02. 2013 als Alexandra nach der Arbeit spurlos verschwindet. Ihr Fahrrad und durchtränkte Kleidung wird am Fluss gefunden.

Unfall oder Gewaltverbrechen? Die Polizei geht vom Tod von Alexandra aus. Marc kann und will daran nicht glauben. Er ist sich sicher: Alexandra lebt. Da die Hilfe der Polizei ausbleibt, macht sich Marc alleine auf die Suche. Hier stößt er immer wieder auf Ungereimtheiten, Indizien häufen sich, Marc bekommt Zweifel. Aber er gibt nicht auf. Denn er ist sich sicher: Alexandra würde ihre beiden Mädchen nie alleine lassen. Oder doch?


Es hat eine Weile gedauert, bis ich in der Geschichte festgehangen bin. Aber dann hat mich die Story so mitgerissen und fasziniert, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Gerade das Menschliche von beiden Seiten, von Marc und von Alexandra, wird hier so spannend eingebracht. Da braucht es kein Blutvergießen, was ich sehr schätze.

Natasha Bell lässt mich in zwei Zeitzonen an Alexandras und Marcs Leben teilnehmen. Ich bin dabei, wie die Beiden sich kennen- und lieben lernen. Und ich schaue Alexandra nach ihrem Verschwinden über die Schulter. Sie muss die Ereignisse ab diesem Zeitpunkt von irgendwo aus mit ansehen, kann sie aber nicht beeinflussen. Die Tatsache, dass sie lebt ist das Einzige, was ich der Polizei und Marc an Wissen voraus habe. Marcs Gedanken und Gefühle werden sehr gut rübergebracht und ich fühle mit ihm, kann seine Verzweiflung, aber auch seinen Willen um der Mädchen Willen weiterzumachen, spüren.

Liebe, Glück, ein toller Posten, gut geratene Kinder, Harmonie auf ganzer Linie, keine finanziellen Sorgen und Freunde, auf die man sich verlassen kann. Reicht das alles aus um ein zufriedenes Leben zu führen. Muss man dafür nicht zu viel von der eigenen Individualität aufgeben, Kompromisse eingehen? Diese Fragen werden hier angerissen und ich kann mir selbst dazu meine Gedanken machen.
Es geht aber auch um Kunst. Die bildenden Künste und die Kunst der Performance. Wie weit darf ein Mensch in der Kunst gehen? Was hat Kunst mit Moral zu tun? Heiligt die Kunst alle Mittel?

Eine tolle Geschichte, die sich auf Lügen und falschen Wahrnehmungen gründet. Die mich bis zum Schluss in Atem gehalten hat. Die Briefe von Amalia geben der Geschichte nochmal ihren eigenen Reiz. Ein krimineller Psychothriller, der viele Emotionen bedient und mich als Mutter sprachlos und nachdenklich zurück lässt.

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Grillen mal anders - richtig lecker

Plancha meets BBQ 101 kreative Gerichte von der Grillplatte. 18.04.2018. Hardback. von Jaeger Rudolf

Dieses Grillbuch von Campingaz nimmt sich des Grillen auf der Placha an. Schon die vielen farbigen Fotos, egal ob ganzseitig oder in Kleinformat unter dem Rezept, machen Apetit.

Zu Beginn erhalte ich eine kleine Einleitung über die Plancha, die Schwierigkeitsgrade der Gerichte werden erklärt und ich bekomme einen kurzen Überblick über die Rezepte aus Lamm, Geflügel, Rind, Schwein, Vegetarisch, Vorspeisen, Beilagen und Desserts.

Das Schöne an dieser Grillplatte ist, dass ich hier auch viele Gerichte zaubern kann, die bei einem herkömmlichen Grill durch die Stäbe des Rostes fallen würden. Die Plancha ist wie eine große Pfanne.

Die Gerichte an sich sind zum Teil schon etwas aufwendiger, lassen sich aber gut vorbereiten und verzichten auf zu exotische Zutaten. Ich habe schon das ein oder andere Rezept angemarkert, dass ich in der kommenden Grillsaison mal ausprobieren werde. Kaiserschmarrn beim Grillen – den hat als Nachtisch nicht jeder.

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Ausrutschen auf der Butterseite des Lebens

Pechmarie von G. Siema

Marie in drei Geschichten – einmal Kleinkind, einmal Schulmädchen und einmal als Erwachsene – aber immer im Pech. Drei Geschichten, die man als alleinstehend lesen kann, die aber auch als zusammengehörig gelesen werden können. Für Marie wiederholt sich einfach alles wieder.

G. Siema nimmt mich mit in eine Geschichte voller Gewalt im häuslichen Bereich.

Die Leidtragende ist Marie. Sie ist der Wut, der Gefühlskälte und der Grausamkeit ihrer Mutter ausgesetzt, muss sich mit der Gleichgültigkeit und der Feigheit des Vaters abfinden. Sie verkriecht sich bei ihrer Freundin Elfi, der es kaum anders geht, wie ihr, oder in ihren Zeichnungen, die vor Einsamkeit und Verzweiflung triefen. Durch ihre Gedanken lässt mich Marie noch näher bei sich sein und ich blicke in ihre geschundene Seele.

Es macht mich sprachlos, traurig, fassungslos und unsagbar wütend, wenn ich mir vorstelle, was hier mit einem Menschen geschieht. Einem Menschen, der sich nicht wehren kann. Der sich im Haus seiner Eltern geborgen fühlen sollte. Für mich einfach unfassbar und unvorstellbar.

Mit ihrem eingängigen, leicht zu lesenden Schreibstil macht es mir die Autorin leicht in die Geschichte einzutauchen. Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Keine leichte Kost. Eher ein Buch, das zum Nachdenken und zum Reflektieren einlädt. Das aber auf alle Fälle von Vielen gelesen werden sollte.

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Die Bienen von Big Sur

Der Honigbus von Meredith May

Nach der Trennung ihrer Eltern ziehen Meredith, Matthew und ihre Mutter Sally zu ihren Großeltern Ruth und Franklin nach Kalifornien. Grandma Ruth kümmert sich aufopfernd um ihre Tochter; die beiden Enkelkinder erfahren von ihr keine Zuwendung. Die bekommt vor allem Meredith von ihrem wortkargen Grandpa Franklin, der sie in die Welt der Bienen einführt.

In den Jahren 1975 bis 1987 schaue ich der Autorin über die Schulter und darf an ihrem Leben von der Trennung ihrer Eltern an bis zu dem Zeitpunkt, wo sie aufs College geht, teilhaben. In 2015 erhalte ich einen Rückblick auf die zurück liegenden Jahre. Da es sich hier um ein Memoir handelt, hat mich die Geschichte noch etwas mehr gefesselt, als ein „normaler“ Roman. Ich lebe und leide vor allem mit Meredith mit.

Die Erinnerungen der Autorin an ihre Kindheit ist geprägt zum einen an dem Fehlen einer Mutter, die zwar anwesend, aber depressiv in ihrer eigenen Welt gelebt hat und nie für sie da war.
„Irgendwo zehntausend Meter über der Mitte Amerikas hatte sie es aufgegeben eine Mutter zu sein“. Ein Satz, der die ganze Verzweiflung der kleinen 5-jährigen Meredith ausdrückt.
Ihrem sehr gutes Verhältnis zu ihrem 2 Jahre jüngeren Bruder Matthew. Ihrem emotionslosen Verhältnis ihrer Grandma gegenüber, die sich für Essen und Kleidung zuständig fühlte, aber von der es keine Liebe oder Zuwendung gab. Und vor allem zu ihrem Grandpa Franklin, von dem sie alles über die Bienen lernte und so zu ihm ein ganz besonderes Verhältnis entstand. Die zwischenmenschlichen Beziehungen spielen in dieser Geschichte eine ganz entscheidende Rolle.

Ich lese fasziniert von den Bienen, wie sie ihren Staat rund um die Königin aufbauen; wie sie durch Tanz und Flug kommunizieren; wie sie Gefahren entgegen treten; ihre Brut hegen, füttern und pflegen; alles für den Fortbestand des Bienenvolkes tun - und die Männer, die Drohnen, die nicht arbeiten, aus ihrem Stock entfernen. Hier steht aber nicht der wissenschaftliche Aspekt im Vordergrund, sondern das Verhalten der Bienen als Anschauungsobjekt, auch zu einer Familie. Durch die Bienen findet Meredith einen gewissen Halt und vor allem Ablenkung von ihrer eigenen oft traurigen Situation.
Die Bienenzucht und das Bienensterben, das immer stärker um sich greift, wird im Prolog, den ich als absolut lesenswert empfinde, behandelt.

Mir hat vor allem der sprachliche Ausdruck sehr gut gefallen, was bestimmt auch an der hervorragenden Übersetzung liegt. Es macht richtig Spaß, sich in die Seiten voller Lebendigkeit, voller Emotionen, wunderschönen Landschaftsbeschreibungen und auch trauriger Momente fallen zu lassen.

Alles in allem ein wunderbares Buch über die Bienen als Familienverband, als Weg zu unseren Lebensmitteln und als Honiglieferant und dem, was in einer Familie alles falsch laufen kann. Eine Lebensgeschichte, die mich stark berührt hat und die noch lange nachwirken wird.

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Amüsant, spannend und unblutig

Eine Leiche zum Feierabend von Nikolaus Fischer

Rudi Lechner, seines Zeichens Polizist in Niederoberpfaffenheim im wunderschönen Tegernseer Tal, macht sich schon für den wohlverdienten Feierabend bereit, als das Telefon läutet. Sein Schwager Gustl ist beim Almabstieg über eine Leiche gestolpert. Also muss Rudi wahrhaftig nochmal los. Der Tote liegt nur einen Meter von der österreichischen Grenze entfernt.

Also nix wie rüber mit ihm. Sollen sich die Kollegen aus dem Nachbarland darüber ärgern.
Als am nächsten Morgen der Schlagerstar Michael Goldschmied, dessen Fanclub seine Tante leitet, als vermisst gemeldet wird, muss der Promi ganz schnell wieder auf die bayerische Seite der Landesgrenze…


Von Anfang an hatte ich das Gefühl es hier mit Rita Falk, ihrem Kommissar Eberhofer und seiner Oma zutun zu haben. Und dieses Gefühl hat sich bis zum Schluss leider nicht gegeben. Was mich, die ich die Eberhofer-Krimis liebe, aber nicht sonderlich gestört hat.

Rudi, der mit seinen 38 Jahren immer noch bei seiner Tante wohnt, schiebt in der Dienststelle Niederoberpfaffenheim im Tegernseer Tal lieber einen ruhigen Dienst, als sich abzustrampeln. So geht es auch hier eigentlich ganz gemächlich zu. Als Spitzel schleust er seine „Freundin“ Emilia ein, die an der Dorftheke doch immer wieder das ein oder andere erfährt. Zuhause bei seiner Tante muss Rudi kuschen, denn sonst bleibt die Küche kalt.
Rudi ist eigentlich so gar nicht mein Typ. Aber im Laufe der Geschichte schafft er es doch, sich meine Sympathien zu sichern. Er entwickelt Ehrgeiz, was ich ihm eigentlich nicht zugetraut hätte. Aber er will diesen Fall, mag er auch noch so knifflig sein, lösen. Ganz im Gegenteil zu Staatsanwältin Vera Pongratz, die den Fall so schnell wie möglich abhaken will.

Beschreibungen der wunderschönen Landschaft rund um den Tegernsee, des dörflichen Lebens und immer wieder einfließende Dialektik geben der Geschichte einen heimatlichen Flair.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig und die Geschichte lässt sich gut in einem Rutsch weg lesen. Anspielungen auf Machenschaften in der Musikbranche, witzige Dialoge und Situationskomik geben der Geschichte ihre Leichtigkeit.

Wer einen humorigen, mit Spannung durchzogenen und fast unblutigen Krimi sucht, der ist hier genau richtig. Ich habe die Stunden in Niederoberpfaffenheim genossen.

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Hass ist kein guter Ratgeber

Küstenwolf von Heike Meckelmann

Kann das ein Wolf sein, der auf der Insel Fehmarn Schafe reißt und dem evtl. auch ein Mann in die Fänge geraten ist? Hauptkommissar Dirk Westermann, der gerade anfangen wollte seinen Urlaub zu genießen, reagiert recht schockiert, als Tiermediziner Armin Wendt ihn mit diesem ungeheuerlichen Verdacht konfrontiert.

Nachdem bei Schafbauer Hanno Albers ein Schaf gerissen wurde, sind es bei seinem Kollegen auf der anderen Seite der Insel Hinnerk Baumgart schon 20 Schafe. Als dann auch noch ein Mann den alle kennen mit aufgebissener Kehle gefunden wird, müssen auch die Männer von der Mordkommission ran.


Ich habe schon so auf ein Wiederlesen mit den Kommissaren Dirk Westermann und Thomas Hartwig
und der Miss Marple der Insel Charlotte Hagedorn und ihrer Nichte Katrin Duvenstedt, der Freundin von Westermann, gefreut. Es ist ja nun schon das vierte Mal, das ich zusammen mit meinen „Freunden“ auf der wunderschönen Ostseeinsel Fehmarn ermitteln darf.

Diesmal hat sich Heike Meckelmann einem sehr interessanten Thema gewidmet: dem Wolf in unseren Landen. Ein Thema, was ja immer wieder diskutiert wird. Die Autorin versteht es sehr gut, eingebettet in diesen Krimi, dem Tier einerseits den Schrecken zu nehmen, andererseits aber auch zu schüren. Sollte es wirklich möglich sein, dass sich der Wolf, der auf den Deichen der Insel seine Beute wie auf dem Präsentierteller angereicht bekommt, auch an Menschen verbeißt? DNA-Spuren zumindest lassen darauf schließen.

Gut, dass Charlotte Hagedorn mal wieder den richtigen Riecher hat, mit recherchiert und den Hintergründen von dann schon 2 menschlichen Opfern gefährlich nahe kommt.
Es war wieder spannend mit zu ermitteln, bei Hexenschnaps, Apfelkuchen und Kröpel zusammen mit Charlotte und Ernchen Steen die Fakten zusammenzustellen, einen „Täter“ auszumachen, um dann festzustellen, dass ich mich wieder auf eine falsche Fährte habe locken lassen.

Durch die Betrachtungen von Wolfsberater Theo Sauerberg und Rissgutachter Johannes Meinert habe ich einiges über Wölfe und ihr Verhalten gelernt. Sehr gut gefallen hat mir auch der Ausflug von Charlotte und Katrin ins Wolfscenter. Ebenso wie der Bericht von Heike Meckelmann über ihre Begegnung mit den Tieren.
Der Wolf, der den Mond anzuheulen scheint, vor jedem Kapitel passt perfekt zum Titel und zur Handlung.

Neben dem Wolf nimmt auch das Privatleben gerade von Dirk Westermann und seiner Katrin wieder einen größeren Raum ein. Für mich gehört das Kennenlernen der Ermittler und ihres Umfeldes einfach zu einem guten Krimi mit dazu. Gerade, wenn sie so sympathisch sind, wie hier.

Die Beschreibungen der Insel haben mir auch diesmal wieder sehr gut gefallen und Fehmarn rückt auf meiner „möchte-ich-noch-bereisen-Liste“ immer weiter nach oben.

Eine interessante Geschichte mit viel Hintergrundinformationen, spannend aufbereitet, die mich sehr gut unterhalten hat.

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Eine Geschichte, die ich verschlungen habe

Weil du da bist von Heike Fröhling

Es könnte nicht besser laufen: Gerade hat Pia Wegener, das Küken der Agentur, mit ihrem Chef und ihren Kollegen einen großen Abschluss gefeiert, den sie an Land gezogen hat. Da kommt es zu einem Ereignis, das sie völlig aus der Bahn wirft. Dieses führt auch dazu, dass sie ihren Freund Fabian brüsk vor den kopf stößt.

Als in der Villa ihrer Nachbarin Regina Schumacher eingebrochen wird und diese sich dort nicht mehr sicher fühlt, bietet ihr Pia einen Schlafplatz in ihrer Wohnung an. Was für die blinde Frau und ihre Hündin Luna gar nicht so einfach ist.
Eine gemeinsame Reise nach Schottland in Reginas Vergangenheit öffnet auch für Pia ganz neue Sichten auf eine neue Zukunft.


Pia, die mir anfangs sehr ich-bezogen vorkommt, hat, als ich sie im Laufe der Geschichte näher kennengelernt habe, schnell mein Herz erobert. Mit ihrer ehrlichen, erfrischenden Art kann man gar nicht anders als sie zu mögen. Genau wie Regina Schumacher, die mit Mitte 60 eine ganz andere Generation ist – und außerdem blind. In Rückblicken in die Jahre 1971/72 lerne ich sie und ihre Familie kennen und erfahre, wie es zu ihrer Erblindung gekommen ist. Zusammen mit ihrer Hündin Luna bildet sie ein unschlagbares Team.
Obwohl die beiden Frauen so unterschiedlich sind, ist es faszinierend zu lesen wie sie sich anfreunden und ganz langsam einander öffnen.
Mir, als großer Hundefan, hat natürlich Luna sehr gut gefallen. Es ist so gut nachzuvollziehen, warum sie sich wann wie verhält. Sie würde ich sofort bei mir aufnehmen.

Beide reisen Reginas Vergangenheit entgegen, die in Schottland liegt. Ich hätte noch seitenlang mit dem Zug durch Schottland und mit dem Bus über die Inseln fahren können. Dank dem leichten und eingängigen Schreibstil und den farbigen Erzählungen hatte ich fast das Gefühl dabei zu sein.

Eine interessante Geschichte, so voller Gefühl und Emotionen, bei der ich einerseits geschmunzelt und andererseits eine kleine Träne verdrückt habe, hat mir wunderbare Lesestunden geschenkt.

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Tipps ohne den erhobenen Zeigefinger

Rundum geborgen von Susanne Mierau

„Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind großzuziehen“ - dieses immer noch gültige Sprichwort nimmt Susanne Mierau, Diplom-Pädagogin, Familienbegleiterin und selbst Mutter von drei Kindern zum Anlass, einmal darüber zu reflektieren und zu schreiben.

Auch für mich als frischgebackene Oma war es sehr interessant zu lesen, wie man das Zusammenleben mit Eltern und Neugeborenem gestalten kann und sollte.

Schon vor der Geburt beginnt die Zeit, wo die werdenden Eltern Familie und Freunde an ihrer Seite brauchen um das Neue, was auf sie zukommt, verarbeiten zu können.

Was mir gut gefällt: Frau Mierau schreibt nicht wertend oder mit erhobenem Zeigefinger. Sie zeigt die verschiedensten Wege auf, wie es mit einem neuen Erdenbürger sein kann. Das Thema Zuwendung und Bedürfnisse wird genau so behandelt wie das Thema Schlaf, Rituale, Erziehungsmaßnahmen, Strenge und Grenzen setzen, und die Unterstützung der Eltern durch Familie und Freunde. Auch Stoffwindeln statt Plastik, Fingerfood statt Gläschen und alternative Ernährungskonzepte sind Themen, die hier behandelt werden.

Als Ergänzung bekommen junge Eltern Adressen zur Unterstützung, wenn sie allein mal nicht klar kommen. Außerdem wird jede Menge weitere Literatur aufgeführt, die hier nur ganz kurz gestreift wurde, und wo man sich intensiver mit einem Thema befassen kann.

Alles in allem ein kleines feines Buch, nicht nur für die werdenden Eltern, sondern auch für alle, die ein klein wenig mithelfen wollen, dass aus dem kleinen Menschen ein aufgewecktes und lebenslustiges Kind wird.

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Mörderisches Sylt

Sylter Gift von Ben Kryst Tomasson

Die Häkelschwestern oder die Häkelmafia, wie sie Kari Blom nennt, das sind die Bäckerwitwe Alma Grieger, Klempnerwitwe Grethe Aldag, Kapitänswitwe Marijke Meenken und Landarztgattin Witta Claaßen. Die vier älteren Damen finden bei ihrem Rundgang an der Odde nicht nur eine weitere tote Möwe am Strand beim Hörnumer Leuchtturm, sondern auch eine tote Frau, gefesselt an einen Stuhl.

Zur gleichen Zeit observieren Kriminalhauptkommissar Jonas Voss und seine Kollegin Kriminalkommissarin Hannah Behrends einen abgelegenen Parkplatz, wo ein Mercedes als Lockvogel platziert ist. Gibt es zwischen der toten Frau am Strand und den Autoschiebern vielleicht eine Verbindung?


Kari, Jonas und die Häkeldamen habe ich schon in den Sylter Affären kennen- und schätzen gelernt. Es freut mich, dass die resoluten Damen neben den ermittelnden Beamten auch hier wieder eine nicht unerhebliche Rolle spielen. Ich habe nicht nur die Vier richtig in mein Herz geschlossen.

In diesem Fall geht es um organisierte Kriminalität, um Verletzungen des Umweltschutzes und um Mord. Sehr gut ineinander verwoben, gut nachvollziehbar und mit Wendungen gespickt, schaue ich den Ermittlern über die Schulter. Ich bin ihnen zwar immer einen kleinen Schritt voraus, anfangen kann ich damit aber trotzdem nichts. Ich lasse mich sogar mal wieder auf´s Glatteis führen und merke, wie meine Vorurteile hier mit einfließen. Das wahre Tatgeschehen bzw. den Täter habe ich erst kurz vor Schluss durchblickt.

Natürlich kommt auf dieser wunderschönen Insel auch der Lokalkolorit nicht zu kurz. Ich sehe die Möwen über den blauen Himmel schweben und habe ihre unverwechselbaren Schrei im Ohr. Ich spüre den frischen Wind und den Sand auf meiner Haut. Und freue mich nun noch mehr, dass ich diese Insel bald wieder besuchen darf.

Kari und Jonas – ihnen hätte ich gewünscht, dass sich ihre persönlichen Probleme lösen lassen. Ich erfahren wieder einiges an Privatem und kann beide Seiten in ihrem Handeln und ihren Gedanken immer besser verstehen. Für mich gehört ein Schuss privates einfach mit dazu.

Auch diesmal durfte ich einen fast unblutigen, spannenden und ideenreichen Krimi lesen, der mir wieder sehr gut gefallen und aufregende Lesestunden geschenkt hat. Ich bin gespannt, worin sich Kari, Jonas und die Häkeldamen beim nächsten Mal verstricken.

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