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Rezensionen von gaby2707:

Manche Dinge ändern sich nie

Und plötzlich Liebe von Myriam Klatt

Das sieht auch die 28-jährige „Maja“ Isabella Maria Agathe Böhm schlussendlich ein. Die Architekturstudentin wollte nur ein bisserl Geld nebenher verdienen. Nun verkauft sie, die unter Flugangst leidet und bei der sich alles nur um Beständigkeit dreht, als Angestellte in einem Reisebüro Abenteuerreisen.

Sie selbst ist bisher nur bis Titisee-Neustadt gekommen. Und das soll bitte auch so bleiben. Bis ihre hochschwangere Chefin Bettruhe verordnet bekommt und nicht selbst zu einem Vertragsabschluss nach Bolivien reisen kann. Da muss, ob sie will oder nicht, Maja ran. Dass da ihr Langzeitfreund Stephan, dessen Traum Richtung Patagonien geht, sauer ist, kann ich gut verstehen.

In diesem Roman geht es darum, sich selbst zu finden, sich seiner Wünsche und Träume bewusst zu werden. Und damit tut sich Maja anfangs sehr schwer. Immer alles jedem recht machen, alle Bedürfnisse befriedigen – nur nicht die eigenen. Es ist schön zu lesen, wie sich die Schranken in Majas Kopf langsam lösen und sie endlich mal an sich selbst denken kann.

Mir gefallen neben Maja und Stephan auch die anderen Personen in dieser Geschichte sehr gut. Da sind z.B. ihre Freundinnen: Übermutter Nadine mit ihren Zwillingen Ina und Ole und Katharina, die genau weiß, wie man Maja manipulieren kann und sie immer nur ausnutzt. Wer solche Freundinnen hat, braucht eigentlich keine Feinde. Aber auch Majas geschiedene Eltern, ihre Chefin Antonia in Berlin und Tour-Guide Nilo und Lara in Bolivien haben ihren ganz eigenen Charme und bereichern die Geschichte ungemein.

Maja ist eine junge Frau, der ich anfangs immer wieder einen Schubs aus ihrer Verklemmtheit, ihrer Verstocktheit und aus ihrer Liebenswürdigkeit geben wollte. Sie hat mir sehr gut gefallen, vielleicht weil sie so ganz anders ist wie ich. Vielleicht hat mir die Geschichte auch gerade aus diesem Grund so gut gefallen.

Mit einigen unerwarteten Wendungen kommt sogar eine gewisse Spannung in die Geschichte, in der es eigentlich um Liebe und deren Beständigkeit geht.

Mir hat diese Geschichte einige wunderbar leichte Lesestunden geschenkt.

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Ein spannender Spionage-Thriller

Schatten der Toten von Herrmann Elisabeth

Dombrowski Facility Management ist führerlos. Ihr Chef liegt nach einem Herzinfarkt auf der Intensivstation und sie soll die Firma übernehmen. Sieht sie so ihre Zukunft?
Dann stirb Eva Kellermann, eine ehemalige Stasi-Spionin. Ihre Tochter Isa arbeitet für den BND und bereitet gerade einen Einsatz in der Ukraine vor und beginnt ihre Jagd auf Richard Lindner, der sich jetzt Bastide Larcan nennt und Judiths Vater ist.

Auch Judith will sich an dem Mann rächen, der sie damals in einem Kinderheim in Saßnitz zurück gelassen und sich tot gestellt hat...

„Schatten der Toten“ ist der dritte und leider letzte Band um die Tatortreinigerin Judith Kepler. Da ich Judith erst hier kennenlernen durfte, hatte ich zu Anfang etwas Schwierigkeiten in die Geschichte hinein zu kommen. Was mir aber durch immer wieder eingefügte Ereignisse und Namen aus der Vergangenheit dann doch gut gelungen ist. Trotzdem hätte ich die ersten beiden Bücher vorher lesen sollen.

In dieser Geschichte wimmelt es nur so von Personen, die auch in Judiths Vergangenheit schon eine Rolle gespielt haben. Alle lerne ich hier kennen. Durch eine detaillierte, farbige und vor allem menschliche Beschreibung habe ich sie mit ihre Ecken, Kanten, Macken alle bald im Kopf. Alle sind auf irgend eine Weise miteinander verbandelt, was meine Konzentration besonders im ersten Drittel extrem fordert. Ich bin gefangen zwischen Stasi, KGB, BND und Kaltem Krieg. Ich streife durch die Hafenstadt Odessa mit ihren Katakomben und dem wunderbaren Markt der Wunder und lerne eine faszinierende Stadt kennen.

Durch ihren unterhaltsamen, ruhigen und trotzdem extrem spannenden Erzählstil hat mich die Autorin von einer Seite zur nächsten gescheucht. Die vielen Dialoge lassen mich mittendrin stehen und ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen, bis endlich alles vorbei ist und Judith ihren Frieden wenigstens zum Teil findet.

Mit ihrer blühenden Fantasie und akribischer Recherche hat Elisabeth Herrmann auch diesmal wieder eine fantastische Geschichte erschaffen, die mich wunderbar unterhalten hat und mir Lesestunden geschenkt hat, die ich so schnell nicht vergessen werde.

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Der 2. Fall für Lorie

Von Bierkrügen und Giftmorden von Cecily von Hundt

Der Patriarch der Hotel- und Brauereifamilie aus Dachau Otto Berchberger lebt nicht mehr. Mord oder Unfall aus Versehen? Hobbydetektivin und Reporterin des Ebershausener Boten Lorie Pfeffer, leicht übergewichtige Hausfrau und bekennende Krimileserin mit einem Hang zu Ferrero Küsschen wird diesmal, ehe sie sich versieht, von Kommissar Peters zur Vertrauensperson der Polizei gemacht und soll „ermitteln“.

Hier stößt sie aber schnell an ihre psychischen Grenzen. Auch weil ihre Schwiegermutter ihren runden Geburtstag bei ihr zuhause feiern will...

Lorie Pfeffer und ihre Familie habe ich bereits im ersten Band der Reihe um die quirlige Chefarztgattin kennen- und lieben gelernt. Lorie ist so herrlich normal, so bodenständig, gerät immer wieder in Situationen, die sie nicht beeinflussen kann – und will. Sie als passionierte Krimileserin sieht sich mal wieder als Ermittlerin.

Aber auch die anderen Personen, hier die Familie Berchberger und ihr Gärtner, sind sehr interessant und haben alle irgendwelche Macken. Jeder hat auf ihre Art ein Motiv.
Besonders gefällt mir hier, dass ich die Gedanken der einzelnen Familienmitglieder lesen kann, was einen ganz besonderen Eindruck eines jeden liefert.

Die teils humorige Erzählweise hat mich oft schmunzeln lassen. Was mir aber auch hier wieder fehlt, ist die Spannung. Trotzdem freue ich mich schon auf Fall 3 für die Vorstadt-Detektivin.

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Daumen hoch und weiter so

Hundsbua von Ulrich Radermacher

Panik im Kindergarten. Während die Erzieherinnen sich um andere Kinder kümmern, wird das Nesthäkchen, die elf Monate alte Sophia Christ aus dem Kindergarten entführt. Die Ermittlungen, die Kommissariatsleiter Alois Schön zusammen mit seinen Kollegen anstellt, gestalten sich schwierig. Besonders, als Hinweise in Richtung Norden deuten.

Da kommt es gerade recht, dass sich Diana Schubert nach Hamburg hat versetzen lassen.

Als Mutter nimmt mich die Entführung der kleinen Sophia stark mit. Und ich fühle mich noch näher an diesem Fall dran. Ich kann auch hier mitfiebern, mit ermitteln und erleide doch immer wieder, genau wie die Kommissare, Rückschläge bzw. komme einfach nicht weiter. Bis sich kurz vor Schluss alles aufdröselt, verschiedene Spuren zusammen führen und es leider ein nicht so schönes Ende gibt.

Aber es ist nicht der Kriminalfall allein, der mich das Buch kaum aus der Hand legen lässt. Auch wieder in die Privatsphäre der Ermittler hinein schauen zu können, gefällt mir sehr gut. Obwohl sich „Hundsbua“ sehr gut als eigenständiges Buch lesen lässt, genieße ich es doch, die Ermittler schon aus den beiden vorherigen Fällen zu kennen und ihre Entwicklung mit verfolgen zu können.
Ich liebe den fränkischen Mitarbeiter Martin mit seinem unverwechselbaren Dialekt. Und hier bekomme ich auch einiges an bayerischer Mundart zu lesen. Da kommt der Lokalkolorit richtig raus.

Haben mir „Saukerl“ und „Schickimicki“ schon gut gefallen, setzt Ulrich Radermacher mit seinem „Hundsbua“ noch einen drauf. Ich werde gut unterhalten, die Spannung wächst kontinuierlich an, eine Prise Humor ist auch vorhanden, was die Spannung aber nicht beeinträchtigt. Vor allem auch die bunte Mischung der handelnden Personen, die alle ihre Ecken und Kanten, sogar hier und da exzentrische Züge haben, gefallen mir wieder sehr gut.

Ein spannender Krimi mit einem interessanten und nachvollziehbaren Thema. Daumen hoch und 5 Sterne.

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Da wäre ich gerne dabei gewesen

Sag dem Abenteuer, ich komme von Lea Rieck

Ich fahre zwar nicht Motorrad, aber ich liebe das Reisen und die dazugehörige Reiselektüre danach. Und so musste ich dieses Buch, dessen Cover mir sofort ins Auge gestochen ist, einfach lesen. Und ich habe es nicht bereut mich mit der jungen Münchner Autorin auf ihren Weg zu machen.

„Sag dem Abenteuer ich komme“ fesselt nicht erst ab der ersten Seite.

Schon in der vorderen Klappe beginnt das Abenteuer, wo mir eine Weltkarte die Wege zeigt, die Lea Rieck auf ihrer Reise um die Welt genommen hat. Und auch die Inhaltsangaben machen neugierig auf das, was da auf mich, den Leser zu kommt.

Ich bin bei ihren langwierigen Reisevorbereitungen dabei und dann geht’s los. Über Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien, über den Kosovo nach Griechenland, dann in die Türkei nach Istanbul. Von dort nach Russland, Tadschikistan, Kirgistan, China, Pakistan, Indien, Nepal, Myanmar, Thailand bis nach Australien und Tasmanien. Immer meine ich den Fahrtwind im Gesicht spüren zu können. Anschließend lerne ich Argentinien, Feuerland, Patagonien, Chile, Peru, Panama, USA, Kanada, Marokko und die Westsahara kennen. Als wir dann nach 516 Tagen und 87317km in Spanien von der Fähre gehen, ist klar, dass diese Reise nun bald zu ende geht. Ich hätte ihr noch ewig folgen können.

Es gab beim Lesen nie eine Zeit, die langatmig oder langweilig war. Es passiert soviel und ich darf daran teilhaben. Selten habe ich einen so interessanten, sprachlich ausgereiften und spannenden Reisebericht gelesen, wie diesen hier. Er nimmt mich emotional gefangen, erzählt von außergewöhnlichen Menschen und Begegnungen und ich lerne die Natur, Land und Leute mit ihren Augen kennen. Aber auch persönliche Krisen und Zweifel werden nicht ausgeblendet, sondern finden genau so wie das viele Schöne ihren Raum. Wunderbar finde ich auch die vielen Fotos, die dieses Taschenbuch absolut aufwerten. Ganz zum Schluss werden auch noch oft gestellte Fragen beantwortet.

Der Satz, der ihre Reise und ihre Erfahrungen sehr gut beschreibt, steht auf Seite 359:
„Ich bin noch dieselbe, aber mein Blick hat sich geändert. Das Fremde ist zum Vertrauten geworden – und auf das Vertraute habe ich einen neuen Blick gewonnen“

Ein wunderbarer Reisebericht einer starken jungen Frau, die ich um ihre Motorradfahrten und ihre Erfahrungen richtig beneide.

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Spannend und sehr verzwickt

Sag dem Abenteuer, ich komme von Lea Rieck

Leider kann KHK Kuno Knudsen sein Wochenende nicht genießen, weil sein Bruder Okko im Dünenhaus beim Wriakhörnsee eine Leiche gesehen haben will. Wie sich herausstellt eine weibliche Leiche. Und schon hat die Kripo Wattenmeer wieder genug zu tun.

Wie von Ulrike Busch gewöhnt, werde ich gleich auf den ersten Seiten in den neuen Fall hinein katapultiert.

Und ich freue mich, dass ich dort gleich auf zwei meiner Lieblingsermittler treffe: Kuno Knudsen und Arne Zander.

Dies ist nun schon der sechste Fall für die Kripo Wattenmeer. Alle Bücher sind in sich abgeschlossen und einzeln lesbar. Doch es macht mir zumindest viel mehr Spaß, die Ermittler von Beginn an zu begleiten und ihre Entwicklung zu verfolgen.

Dieser Fall scheint ziemlich verzwickt zu sein. Es gibt jede Menge Verdächtige, Motiv lässt sich allerdings keines finden. Ich habe zusammen mit den Ermittlern Spuren gesichert, Verhöre geführt, war mir ein paar mal sicher, den Mörder gefunden zu haben – dem war dann wieder nicht so. Erst ganz zum Schluss wird der Fall schlüssig und nachvollziehbar gelöst. Als mir klar wurde, wer der Mörder ist, war ich doch ein kleines bisserl geschockt.

Das Schöne an den Büchern der Autorin finde ich, dass es neben dem Kriminalfall immer auch die kleinen Alltagsgeschichten gibt, die die Geschichte auflockern. Hier habe ich z.B. mit Knuts Bruder Okko gebangt, dass Professor Dionisius Bubendey nichts mit dem Mordfall zu tun hat. Die Beiden haben gerade ein interessantes Projekt in Angriff genommen. Und Inselreporter Friedrich Fliegenfischer hätte ich eine neue Liebe gegönnt.

Auch diesmal kam der Schluss viel zu schnell. Aber ich kann mich schon heute darauf freuen, die Menschen auf Amrum, die mir so ans Herz gewachsen sind, bald wiederzulesen.

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Eine interessante Geschichte mit viel Gefühl.

Jesolo von Raich Tanja

Eine interessante Geschichte mit viel Gefühl.

Andrea und Georg, seit über 10 Jahren zusammen, machen wie jedes Jahr Urlaub in Jesolo, Italien. Georg will, dass Andrea endlich zu ihm zieht, sie heiraten und Kinder bekommen. Andrea will aber weder Familie, noch ein Haus und schon gar keinen Kredit.

Das alles passt nicht in ihre Lebensplanung. Aber dann ist sie schwanger…


Der Coverumschlag ist bei diesem Buch der absolute Hingucker. Was auf den ersten Blick nur bunt aussieht, entpuppt sich beim näheren Betrachten als viele kleine verschwommene Bildchen.

Die Geschichte selbst erzählt Andrea aus ihrer Sicht. Daher tauche ich tief in ihre Gedankenwelt ein, kann sie oftmals verstehen und ihre Gründe, die sie zu den verschiedensten Themen anbringt, nachvollziehen. Auch ihre Gefühle bringt mir die Autorin so nahe, dass ich richtig mitfühlen und Andreas Zweifel und Ängste nachvollziehen, aber nicht verstehen kann. Andrea ist so ganz anders als ihre wenigen Freundinnen und auch ich.

Auf den ersten Seiten des Buches habe ich mich beim Lesen sehr schwer getan. Der Schreibstil ist so anders, so kurz und knapp – dran musste ich mich erst gewöhnen. Aber nach kurzer Einlesezeit war ich mittendrin in einer Geschichte, die mich mitgenommen, berührt und etwas nachdenklich hinterlassen hat.

Familie und Mutterschaft – mal aus einer ganz anderen Sicht.

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Verschiedene erotische Spielarten

Mut zur Geilheit | 10 Erotische Geschichten von Brooklyn Collins

Andrew findet sich plötzlich als Roland in einem Erotikroman von Carla Calingus wieder. Ich bin dabei, wie Sophie und Thomas, sie Studentin, er ihr Professor, und Paul, der Gourmetkoch sich vergnügen. Ich lese von Mia, die die Begegnung mit Gloria scheinbar nur geträumt hat. Oder von Hannah und Alice, die sich einen Mann teilen – Harry.

Und weitere sechs hoch erotische, pikante, prickelnde und spritzige Kurzgeschichten von Brooklyn Collins.

Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig. Die Beschreibungen der Sexszenen sind manchmal etwas derb, aber auch sinnlich, überraschend, voller Lust und Begierde. Auch die Romantik kommt nicht zu kurz. In einigen Szenen geht es schon sehr hart zur Sache. Trotzdem habe ich mich beim Lesen nie unwohl gefühlt. Eher können die Geschichten einen Anreiz bieten, auch mal etwas Neues, ganz anderess auszuprobieren. Für fast jede Spielart ist etwas dabei.

Die Protagonisten kommen aus den verschiedensten Altersgruppen und Milieus. Mal Studentin, mal Professor, mal Koch, mal Kriminalassistentin oder beim Karneval in Venedig. Immer bin ich dabei, wenn´s recht schnell zur Sache geht. Die Geschichten haben alle eine Handlung, in die ich mich auch selbst gut hinein versetzen kann.

Ich habe mir pro Tag nur eine Geschichte gegönnt, ansonsten finde ich, ist man leicht "übersättigt".

Zum Abschluss bekomme ich noch einen Gutscheincode, den ich im Internet für eine weitere erotische Geschichte einlösen kann.

10 kurze heiße Geschichten für Menschen, die für alles aufgeschlossen sind oder sich gerne zu Neuem inspirieren lassen.

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Ein neuer Ermittler, den ich trotz seiner nicht einfachen Art ins Herz geschlossen habe

Der Tote im Schnitzelparadies von Joe Fischler

Nach einem Fehltritt wird Polizist Arno Bussi von seiner Dienststelle in Wien nach Vorderkitzlingen geschickt um hier den verschwundenen Bürgermeister zu suchen. Sein Kopf wird ihm gleich nach seiner Ankunft in dem entlegenen Tiroler Tal in der Gefriertruhe der Wirtin des Schnitzelparadies´ serviert.

Heftige Unwetter und Erdrutsche machen die Straße ins Tal unpassierbar und so ist Arno auf sich allein gestellt. Ohne Strom, ohne Handyempfang, ohne seine himmelblaue Vespa und ohne seinen geliebten Espresso gelingt es ihm über einige Umwege und eine zweite Leiche Licht ins Dunkel der Ermittlungen zu bringen. Wobei es ihn beinahe selbst erwischt hätte.


Arno Bussi ist ein neuer sehr unkonventioneller Ermittler, mit noch unkonventionelleren Methoden. Mich hat er mit der Lösung seines ersten Falles überzeugt.

Es dauert zwar eine Weile, bis sich die Spannung richtig ausbreitet, aber dann geht es Schlag auf Schlag und ich muss aufpassen, dass ich nicht etwas Entscheidendes verpasse. Denn ich will auch hier mit ermitteln und mit rätseln. Was mir sehr gut gelingt, mich allerdings nicht zum Täter führt. Das „mich-an-der-Nase-herumführen“ hat der Autor sehr gut hinbekommen.
Aber auch die vielen ruhigen Passagen werden nie langatmig oder gar langweilig. Sie haben eine ganz eigene Spannung in sich.

Überhaupt mag ich die Schreib- bzw. Erzählweise von Joe Fischler. Mir gefallen vor allem die Szenen, bei denen mein Kopfkino gar nicht anders kann als anzuspringen und mir alles bildlich vor Augen zu führen. Ich habe geschmunzelt und auch mal laut gelacht. Erfrischend anders als die meiste Lektüre, die ich sonst so lese.

Die Personen, die hier außer Arno, in Szene gesetzt sind, haben alle ihren eigenen Charakter, sind skurril, manche sehr eigen, benehmen sich seltsam – so, wie man sich halt die Bewohner ganz hinten im Tal vorstellen kann. Klischees werden viele bedient. Ganz selten eingestreute dialektische Worte geben neben den beiden Umgebungskarten von Vorder- und Hinterkitzlingen der Geschichte ihren regionalen Flair.

Ein spannender und interessanter Beginn einer neuen Reihe um den jungen Ermittler Arno Bussi. Er hat mich gut unterhalten und ich hoffe, dass er bald wieder einen neuen Fall lösen darf.

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Alles wird gut

Sterne sieht man nur im Dunkeln von Meike Werkmeister

Der Lebensplan von Anni und Thies, die nun schon seit 10 Jahren zusammen leben, gerät ins Wanken, als Thies sich plötzlich doch vorstellen kann zu heiraten. Anni möchte eigentlich, dass alles so bleibt wie es ist. Oder doch nicht? Und will sie für einen super tollen Job als Gamedesignerin von Bremen nach Berlin ziehen? Ohne Thies? Um sich klar zu werden, was sie eigentlich will, nimmt Anni die Einladung ihrer ehemals besten Freundin an und reist für 6 Wochen auf die wunderschöne Nordseeinsel Norderney.

Anni mit ihrer herzlichen, unkonventionellen Art habe ich ab der ersten Seite ins Herz geschlossen. Überhaupt sind alle Menschen, die ich hier kennengelernt habe, trotz ihrer Unterschiedlichkeit einfach nur liebenswert, sympathisch und vor allem menschlich und sich selber treu.

Meike Werkmeister hat mich durch Anni auf eine so wunderbar leichte, liebenswerte, manchmal auch tiefgründig Art und Weise durch die Lektüre geführt. Ich erfahre nach und nach, warum die Freundschaft zwischen Anni und Maria seinerzeit zerbrochen ist, sehe Mo, die Mutter von Thies in ihrem Garten werkeln und Iris, die Mutter von Maria Kuchen für das kleine Strandcafé backen. Ich habe gelacht und mich weg geträumt, und zum Schluss auch ein paar Tränchen verdrückt.

Immer wieder sind kleine Zeichnungen mit klugen Sprüchen eingestreut. Wunderschön und abwechslungsreich. Am Ende des Buches bekomme ich sie alle auch nochmal in groß und bunt zu sehen.

Alles in allem ein wunderbares Buch mit unerwarteten Wendungen, für sehnsuchtsvolle und ausgelassene Lesestunden, das ich sehr gerne gelesen habe.

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