Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gaby2707:
Einfach wunderschön!
Es war einmal: Meine Märchen von Grimm Sandra
Ich habe als Kind Märchen geliebt und lese sie auch heute noch sehr gerne selbst oder ich lese sie unserem kleinen Enkel vor. In diesem Pappbilderbuch bekomme ich die bekanntesten alle in gekürzter Form vorgesetzt.
Von Aschenputtel über die Bremer Stadtmusikanten, Dornröschen, Frau Holle, der Froschkönig, Hänsel und Gretel, Rotkäppchen, Schneewitchen und die sieben Zwerge der Gebrüder Grimm bis hin zu das hässliche Entlein und die Prinzessin auf der Erbse von Hans-Christian Andersen.
Sandra Grimm hat die Texte dieser Geschichten kindgerecht und trotzdem modern aufgearbeitet. Dazu die farbenfrohen Bilder von Frau Annika, auf denen es so vieles zu entdecken gibt.
Dieses äußerst stabile Pappbilderbuch mit den dicken fast unkaputtbaren Seiten ist genau das Richtige für unseren kleinen Enkel. Er schaut sich die Bilder selbst an oder bittet mich ihm vorzulesen.
Ein sehr gelungenes Märchenbuch nicht nur für ganz junge Leser. Auch ich blättere immer wieder gerne darin.
Alles gut – bis die Vergangenheit dich einholt
Zeiten des Sturms von Nele Neuhaus
Vor 4 Jahren ist die heute 21-jährige Sheridan Grant aus ihrer Heimat, der Willow Creek Farm in Fairfield, Nebraska, geflohen und steht nun kurz vor der Hochzeit mit dem wohlhabenden Chirurgen Paul Sutton. Doch tut sie hier das Richtige? Nach ihrer Entführung, einen Krankenhausaufenthalt und ihrer Lebensbeichte an Paul lösen sich ihre Zukunftspläne innerhalb von 48 Stunden in Luft auf.
Wie würde es weiter gehen? Was wollte sie mit ihrem Leben anfangen? Gibt es für sie noch eine Chance mit Horatio, ihrer großen Liebe glücklich zu werden?
Wenn Nele Neuhaus ihre Protagonistin erzählen lässt, werden die einfachsten Dinge interessant und spannend. Sie zieht mich ab der ersten Seite in ihre Geschichte hinein und gibt mich erst nach deren Ende wieder frei. Aber bei dem, was hier alles abgeht, lasse ich mich gerne gefangennehmen.
Schon auf den ersten Seiten erkenne ich als Leserin, dass sich Sheridan in ihrer Rolle als Braut absolut nicht wohl fühlt. Die freiheitsliebende junge Frau sitzt in einem goldenen Käfig, wagt es aber auch nicht ihm zu entfliehen. Ich habe diese innerlich zerrissene, arbeits-, heimat- und mittellose, äußerst sympathische und gewissenstreue Heldin sofort ins Herz geschlossen. Genau so wie ihren Freund Jasper Hayden, Nikolas Walker, einer der ehemals erfolgreichsten Rodeoreiter Nordamerikas und den Großteil ihrer Familie. Aber es gibt hier auch einige Menschen, die ich kennengelernt habe, die ich nicht als Freunde haben möchte.
Ich habe die Fahrt mit Sheridan und Walker auf dem Rücksitz ihres Van quer durch Amerika, von Massachusetts nach Nebraska sehr genossen. Genau so wie die Besichtigung von Sheridan´s altem und nun sehr verwandeltem neuen Zuhause. Beim Lesen kam mir immer mal wieder der Gedanke, die USA mal von Nord nach Süd oder von Ost nach West zu durchqueren. Die Beschreibungen hier machen richtig Lust aufs Reisen. Und ich kann mich mal wieder richtig gut weit weg träumen.
Dies ist nun schon der dritte Teil der Sheridan-Grant-Serie, wobei ich die ersten beiden Bände noch nicht kenne. Was sich aber, da ich diese Geschichte nun schon kenne, bestimmt bald ändern wird. Allerdings kann man diesen dritten Teil auch sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen.
Mir hat dieser Ausflug in die Welt der Musik und des Musikbusiness sehr gut gefallen. Alle Lieder, die Nele Neuhaus hier der Protagonistin in den Mund gelegt hat und die auf den letzten Seiten aufgeführt sind, habe ich mir angehört und ja, ich hätte ihr dafür auch einige Auszeichnungen gegönnt.
Ein absolut lesenswertes Buch, mit dem mich Nele Neuhaus mal wieder total in ihren bzw. Sheridan´s Bann gezogen hat. Eine Geschichte, bei der ich mit gelitten, mit geträumt, mich mit gefreut habe und deren Schluss mich absolut zufrieden zurück gelassen hat.
Ich hatte etwas anderes erwartet
American Spy von Lauren Wilkinson
Die ehemalige FBI-Agentin Marie Mitschell wird in ihrer Wohnung angegriffen und töten dabei den Angreifer. Es scheint, als habe ihre Vergangenheit sie eingeholt. Um ihre beiden Söhne William und Tommy und auch sich selbst zu schützen, flieht sie mit ihren Kindern zu ihrer Mutter Agathe nach Martinique.
Dort beginnt sie ihr Leben in Tagebuchform bzw. als Brief niederzuschreiben...
In ihrem Erstlingswerk „American Spy“ hat Lauren Wilkinson eine sehr außergewöhnliche Protagonistin erschaffen. Eine junge Frau, schwarz, Mutter zweier Kinder, die als Spionin gearbeitet hat. Marie, geboren als Monica Williams arbeitet ihre Vergangenheit auf, schildert ihre Probleme und die ihrer Familie und thematisiert die Rassen- und Klassenunterschiede in Amerika, was ja gerade sehr aktuell ist. Ihre lerne ihre Eltern Agathe und Bill und ihre Schwester Helene kennen. Alles sehr interessant, aber für mich ein wenig zu langatmig und zu ausschweifen.
Auch das dauernde springen innerhalb der verschiedenen Zeiten, den verschiedenen Orten und immer wieder neuen Menschen war mir etwas anstrengend. Wenn ich schon eine Lebensgeschichte lese, dann bitte chronologisch.
Leider hatte ich einen Spionagethriller erwartet. Ein bisserl Spionage – ja, ein Mord am Anfang, ja – aber das war´s dann auch schon fast mit Spionage und Thriller.
Leider haben der Klappentext und die Leseprobe nicht gehalten, was ich mir daraus versprochen hatte. Den Worten der Time auf der Rückseite des Buches stimme ich sogar zu: „So etwas haben sie noch nicht gelesen.“ Ja, leider nur im negativen Sinn.
Da ich mir dieser Geschichte so gar nicht klar gekommen bin, bekommt sie von mir gut gemeinte 3 von 5 Sternen.
An Spannung kaum zu überbieten
American Spy von Lauren Wilkinson
Auf Bitten von General Bogdanowitsch Sorokin fliegt Profiler Ibsen Bach nach Moskau. Sorokin gibt ihm den Auftrag seine Tochter Leonela, eine Bloggerin und Journalistin, zu finden, die in einem Video, das ihm zugespielt wurde, gefoltert und getötet wird. Ibsen glaubt nicht an ihren Tod und zusammen mit seiner Partnerin Pola Kamarow begibt er sich auf die Suche.
Die Spuren führen ihn nach Berlin Weißensee zu einer Firma, die mit virologischen und biologischen Waffen experimentiert. Ibsen, der durch seinen Gehirntumor und den Verlust seines Gedächtnisses sowieso schon stark geschwächt ist, begibt sich, wie alle anderen Spurensucher, in allergrößte Gefahr…
Als ich gelesen habe, dass „Die Dornen des Bösen“ nahtlos an den ersten Band „Die Akte Rosenrot“ anschließt, war ich mir unsicher, ob mir nicht viele Informationen fehlen würden, die ich hier brauchen könnte. Aber dem war nicht so. Hier und da kamen zwar Fragen auf, die sich aber irgendwie in der Geschichte wieder geklärt haben. Trotzdem werde ich den Vorgängerband lesen, um die Protagonisten noch näher kennenzulernen, um noch mehr ins Geschehen eintauchen zu können und vor allem den Thrill weiter zu spüren.
Ich bin immer noch schockiert von der Aktualität, der Brutalität, den menschlichen Abgründen, die sich hier auftun und den Abartigkeiten, denen ich hier begegne. Immer wieder habe ich den Kopf geschüttelt und gedacht: Wie kann so etwas sein? Wie kann ein Mensch so etwas tun? Astrid Korten trifft mit ihren Bildern, die sie mir in den Kopf pflanzt, immer wieder ins Schwarze, beschert mir schlaflose Nächte, hält mich im Geschehen gefangen, bis sich alle Rätsel gelöst haben. Immer wieder habe ich mich durch geschickt gelegte Fährten und Wendungen in die Irre führen lassen und bald nicht mehr gewusst, wer ist gut oder wer ist böse.
Dauernd befinde ich mich in einer anderen Stadt, einem anderen Handlungsstrang, dazu die Rückblicke zum 16. Mai und zu einem kleinen Jungen in dessen Vergangenheit. Dazu brauche ich Ruhe, Zeit und Konzentration. Dies ist kein Buch, das man mal schnell nebenbei weg liest. Aber das nehme ich für das, was ich hier geboten bekomme gerne hin.
Einzig die vielen Rechtschreib- und Wortfehler haben mich etwas genervt. Was aber an der Spannung und dem Nervenkitzel, den ich hier erleben durfte, nichts ändert.
Wie in allen ihren Büchern steht Astrid Korten für Spannung, aktuelle Thematik, sehr gute Recherche, erzeugte Nachdenklichkeit und vor allem Lesevergnügen. Das alles hatte ich auch diesmal wieder. Eine Geschichte, die mich begeistert hat, die ich aber erst mal sacken lassen musste und die von mir eine absolute Leseempfehlung und die volle Punktzahl von 5 Sternen bekommt.
Mädchen können alles, wenn sie wirklich wollen
Abgetaucht von Baldacci David
Nach „Ausgezählt“ ist dies der zweite Thriller um die taffe FBI-Agent Atlee Pine. Die sucht immer noch nach ihrer Zwillingsschwester Mercy, die, als sie beide gerade mal sechs Jahre alt sind, von einem Mann nachts aus ihrem gemeinsamen Kinderzimmer entführt wurde. Mercy taucht nie wieder auf. Knapp dreißig Jahre später ist Atlee zur einzelgängerischen FBI-Agentin geworden, die seit 12 Jahren beim FBI in Shattered Rock in Arizona, einer kleinen Stadt unweit des Grand Canyons, eigenwillig ihren Dienst versieht.
Um ein Disziplinarverfahren zu umgehen, gewährt ihr Chef Special Agent Clint Dobbs ihr Urlaub auf unbestimmte Zeit um mit Ihrem Trauma um das Verschwinden ihrer Schwester endgültig abschließen zu können. Zusammen mit ihrer Sekretärin und Assistentin Carol Blum macht sie sich auf in ihr Heimatstädtchen Andersonville im Sumter County, Georgia, wo das Drama damals stattgefunden hat. Kaum dort angekommen wird eine grausam ermordete Frau zurecht gemacht als Braut gefunden. Als wenig später eine männliche Leiche in Smoking und Zylinder auftaucht, geht Ermittler Max Wallis vom GBI in Andersonville von einem Serientäter aus und bittet Atlee um Hilfe. Immer tiefer wird sie in den Fall hineingezogen und ihr kommt bald ein schrecklicher Verdacht...
Ich kenne den ersten Fall um Atlee Pine noch nicht. Obwohl ich beim Lesen nicht den Eindruck hatte bisher etwas verpasst zu haben, werde ich, um die Hauptdarsteller noch besser kennenzulernen, auch Teil 1 garantiert bald lesen.
David Baldacci hat einen so einnehmenden, mitreißenden Schreibstil, setzt die Cliffhanger so gekonnt, dass es mir sehr schwer gefallen ist, das Buch auch mal aus der Hand zu legen. Er vermittelt mir die jeweiligen Stimmungen so treffend, dass ich meine mittendrin zu stecken in den Ermittlungen, die langwierig und nervenaufreibend sind. Durch Atlees Gedanken, die hier kursiv dargestellt sind, bin ich noch näher an ihr dran und kann sie noch besser verstehen.
Eine äußerst sympathische und angenehme Person neben Atlee ist ihre Assistentin Carol Blum. Sie bringt durch ihre sanfte, leicht mütterliche Art immer wieder Ruhe in Lee´s Gefühlswelt, kann aber auch sehr energisch sein. Sie habe ich sofort ins Herz geschlossen. Überhaupt finde ich die hier agierenden Personen sehr deutlich und vorstellbar mit ihren sehr unterschiedlichen Eigenschaften und Charakteren gezeichnet.
Gerade wenn es um grausige Details geht (z.B. zum Zustand der Leiche), werden diese nüchtern und unaufgeregt erzählt, ohne nervige Übertreibungen. Dies kommt meinem Lesegeschmack sehr zugute.
Ich habe mich immer wieder auf sehr gut gelegte falsche Fährten eingelassen und bin auf überraschenden Wendungen reingefallen. Es gab bisher selten einen Krimi bzw. Thriller, bei dem ich nicht von selbst auf die Auflösung gekommen bin. Nur den Schlussakkord hatte ich vorher geahnt.
Die Spannung baut sich in der Geschichte ganz langsam auf, steigt bei jedem gefundenen Toten um eine Nuance an, um dann sehr hoch oben zum Showdown zu führen. Auch, dass es immer zwischen Atlees privatem Fall und dem Kriminalfall in Andersonville hin und her springt, trägt zum Spannungsaufbau bei. Für mich zum runterkommen immer ganz wichtig: auf den letzten Seiten geht es dann wieder ganz ruhig zu.
Ein sehr interessanter Fall, garniert mit ganz normalen menschlichen und zwischenmenschlichen Problemen, der mich ab der ersten Seite begeistert hat. Auch wenn es etwas gedauert hat bis die Spannung aufgebaut war, hat er mich doch sofort gefangen und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen.
Dieser Baldacci hat bei mir die volle Punktzahl erreicht: 5 von 5 Sternen.
Gewinnspiel mit Folgen
Mordsreise von Ingrid Schmitz
Gitti Bröckskes ist ganz aus dem Häuschen, denn sie hatte bei einem Gewinnspiel gewonnen. Zusammen mit Freundin Mia Magaloff werden Koffer gepackt und nun geht es – ja wohin eigentlich? Der alte schrottreife Bus bringt die Beiden nicht wie gehofft zum Hamburger Flughafen sondern zu einer Lagerhalle in Leer, wo einiges nicht ganz koscher scheint.
Nun übernimmt Mia die Führung und die beiden Damen wollen auf der kleinen Nordseeinsel Spiekeroog die Seele baumeln lassen und sich erholen. Leider kann von Entspannung nicht die Rede sein, denn die Dubiosen Gestalten, mit denen sie schon in der Lagerhalle Bekanntschaft geschlossen haben, treffen sie hier wieder. Und der kriminalistische Spürsinn in Mia erwacht…
Dies ist das erste Buch, das ich von Ingrid Schmitz lese. Aber dank ihrer kriminellen Energie, die sie hier verströmt, gepaart mit einer steifen Brise Humor, hat sie es auf die Liste meiner bevorzugten Autorinnen geschafft.
Ich mag ihren leichten lockeren Schreib- und Erzählstil, den gezielt eingesetzten Humor und vor allem ihre teils skurrilen Figuren. Da wäre z.B. Mia Magaloff, die sich auf Spiekeroog anscheinend schon einen Namen als Privatermittlerin gemacht hat und die auch hier ihre feine Nase überall reinsteckt. Dazu ihre etwas tüddelige Freundin Gitti, die eine große Mitschuld an allem trägt, was hier so passiert. Auch Walther Bringst, seine Frau Nelle, Moritz Meier, den ich leider nur sehr kurz kennenlerne, Jekaterina Iwanowa Leonowa und Barbieman Ken sind alle so gut beschrieben, dass ich sie schnell als Bild im Kopf habe.
Da Mia und Gitti sehr gerne und gut essen, werde ich auf Spiekeroog mit den vielfältigsten Lokalitäten bekannt gemacht. Hier kommt der lokale Anstrich sehr gut rüber. Ich meine sogar den Gestank der toten Fische in der Nase zu haben, der aber vom Duft der leckeren Pizzen dann doch überdeckt wird.
Ich liebe Krimis, bei denen ich mit ermitteln und mit rätseln kann. Da hat man mir hier keine Pause gegönnt. Es tut sich so viel, ziemlich schnell gibt es den ersten Toten, es gibt immer wieder neue Erkenntnisse, die mir allerdings nicht viel weiter helfen. Dadurch, dass sich von Anfang an ein ziemlich schräger Humor durch die Geschichte zieht, wird dem Tod, dem Betrug und was noch so kommt der Schrecken genommen und ich weiß manchmal nicht, muss ich diese Szene ernst nehmen oder kann ich sie einfach abhaken. Das macht für mich die Geschichte erst richtig spannend. Obwohl ich immer wieder grinsen muss und lange keinen Schimmer hatte, wohin die Reise gehen wird.
„Mordsreise“ ist für mich der erste Krimi aus der Feder von Ingrid Schmitz und ich habe Mia Magaloff hier erst kennengelernt. Aber obwohl immer wieder auf einen vorangegangenen Fall angespielt wird, hatte ich nicht den Eindruck, dass mir notwendige Fakten fehlen würden. Man kann also diesen Fall auch ohne Vorkenntnisse lösen.
Gut gefällt mir auch die Seite am Schluss „Was wurde eigentlich aus…“. Da lerne ich die einzelnen Personen noch ein bisserl näher kennen.
Ein sehr interessanter Fall mit vielen Wendungen, einer großen Portion Humor, Personen, die ich im wahren Leben wohl nie kennengelernt hätte und einer taffen Mia Magaloff, die ihre feine Nase überall reinsteckt und damit auch noch Erfolg hat.
4,5 von 5 Sternen
Für jedes Gefühl gibt es ein Lied
Klammerblues um zwölf von Carla Berling
Seit ihr Mann Teddy am dritten Oktober nach 35 gemeinsamen, sehr bequemen Jahren verstorben ist, sitzt oder liegt Felicitas „Fee“ Branding, 57, auf ihrer Ledercouch in der Kölner Südstadt, liest, hört Musik oder schaut Serien. Bis zu dem Tag, als sich ihre Nachbarin Claudine ungefragt in ihr Leben einmischt.
Seit dem gibt es für Fee kein „Ja aber und nein weil“ mehr. Zusammen mit der 72-jährigen Mary gründen sie eine Senioren-WG. Nun muss noch ein Job her um die karge Witwenrente ein bisserl aufzustocken. An einen neuen Mann will Fee gar nicht denken, bis sie bei einem Sturz vom Fahrrad Winnetou und Taxi kennenlernt…
Carla Berling lässt die Geschichte von ihrer Hauptperson Fee aus deren Sicht erzählen. Anfangs tut mir Fee sogar ein bisserl leid, weil sie sich zu nichts aufraffen kann und immer mehr verlottert. Dann aber ist es schön zu lesen, wie sie ganz langsam wieder auf die Beine kommt, durch ihre Mitbewohnerinnen erlebt, wie schön das Leben doch sein kann und mit ihrer Musikleidenschaft alle begeistert. Da ich selbst in Fee´s Alter bin, kenne ich die vielen hier immer wieder angesprochenen Songs und habe teilweise sogar mitgesungen. Einfach klasse. Vieles, von dem was hier zumeist in humoriger Form angesprochen wird, kenne ich aus eigener Erfahrung. Das hat mich noch mehr für dieses Buch begeistert.
Solche Freunde, wie Fee sie hier hat oder neu findet, hätte jeder gerne. Ob es ihre Mitbewohnerinnen Claudine und Mary sind, die „verzauberten“ Freunde Gerd-Karsten und Frank-Christian, Büdchen-Harry oder Dreadlock-Derrick – alle sind so herrlich skurril und trotzdem lebensecht beschrieben, dass sich mein Kopfkino manchmal schier überschlagen hat. Mit denen würde ich sofort zusammen ziehen. Langeweile käme in unserer WG dann nie auf.
Durch die Streifzüge durch die Stadt und vor allem durch den kölschen Dialekt von Kessy bin ich schnell mitten drin in der Kölner Südstadt und überlasse mich dem Flair der Rheinmetropole.
Ich genieße es zu lesen, wie sich Fee langsam ins Leben zurück kämpft, Bewunderung, Hochachtung, Mitgefühl und Freundschaft erlebt und auch die Vorfreude auf alles was da noch kommt. Ich liebe die Gespräche in der WG und habe mich köstlich amüsiert, als Fee von ihrem ersten Mal erzählt. Die verschiedenen Stimmungen, die Fee hier erlebt, werden sehr gut vermittelt.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge, man kann gut mal ein oder zwei zwischendurch lesen, ohne mitten im Kapitel unterbrechen zu müssen.
Ein amüsantes und manchmal trauriges, sehr humorvolles und manchmal nachdenkliches, ein vor allem lebensbejahendes Buch, das ich nicht nur Frauen im Rentenalter sehr empfehlen kann. Ich habe die Stunden der wunderbaren Unterhaltung und der tollen Musik, die hier enthalten ist, sehr genossen.
Briefeschreiben per Hand ist nicht out
Die fast vergessene Kunst des Briefeschreibens von Titus Müller; Gaby Trombello-Wirkus
Auch wenn es heutzutage nicht mehr in ist - ich selbst schreibe immer noch gerne Briefe mit der Hand entweder mit Kugelschreiber oder mit Finelinern. Da wollte ich natürlich das Buch lesen, das sich mit der Kunst des Briefeschreibens auseinander setzt.
Für mich war es schon interessant, Briefausschnitte von Robert Schumann und Clara Wieck, Franz Kafka und Felice Bauer, Antoine de Saint-Exupéry und Consuelo Carrillo, Josephine von Brunsvik und Ludwig van Beethoven oder Rosa Luxemburg und Leo Jogiches zu lesen, die Titus Müller ausgesucht hat.
Dazu Anregungen zum Handwerkszeug des Briefeschreibens, also Papier und Umschlag, Schreibwerkzeuge und Stifte, Tinte und die richtige Unterlagen aus dem Schreibschatz von Gaby Trombello-Wirkus. Ich erfahre, wie ich mein Schriftbild verbessern kann und wie ich einen Brief gestalte. Diese Tipps sind, wie ich denke, eher für Menschen gedacht, die erst mit dem Handschreiben beginnen wollen. Für mich habe ich hier nichts Neues entdecken können.
Ein interessantes Buch mit vielen kleinen Briefausschnitten, die ich gerne gelesen habe und Wegweiser zu Literatur, die sich zum Weiterlesen eignet. Außerdem hat es mich bestärkt auch weiterhin immer mal wieder einen Brief mit der Hand zu schreiben.
Hier kann jeder kreativ werden
Lieblingssteine von Christine Rechl
Gegenüber unserer Wohnanlage hat ein Kinder- und Jugendtreff an der Straße entlang viele bunt bemalte Steine ausgelegt. Immer wieder habe ich mir gedacht, dass ich auch gerne so malen und gestalten können würde. Dann habe ich das Buch „Lieblingssteine - Steine bemalen zum Freuen, Behalten und Verschenken von Christine Rechl bekommen.
Ich war total begeistert. Und nicht nur ich.
Zusammen mit unserem Enkel bin ich los und wir haben Steine gesammelt, uns im Bastelgeschäft zum Ausprobieren mit wasserfesten Filzstiften und UV-Lack eingedeckt und dann ging´s los.
Naja, die ersten Versuche waren nicht so toll. Aber mit der Zeit haben wir dank der tollen Tipps aus dem Buch wunderschöne Steine angefertigt.
Christine Rechl erklärt ganz genau, was ich bei der Vorbereitung und beim Finish beachten muss. Neben einer kleinen Steinkunde weiß ich nun, was ich zum Bemalen alles brauche, sie stellt mir die verschiedensten Stifte, Pinsel, Farben und Tuschen vor. Ich lerne die Freu-Fische und die Hab-mich-lieb-Katzen und -Hunde, die Papunya-Tula-Schafe sowie das verträumte Einhorn kennen. Naja, bis ich das auf einen Stein bekomme, wird es wohl noch eine Weile dauern. Mir persönlich gefallen die „Magischen Symbole“ und die „Runen-Orakel“ sehr gut. Unser Kleiner möchte die Einschlaf-Steine haben oder selbst malen.
Zum Schluss bekomme ich noch jede Menge Vorlagen mit Katzen, Lily & Leo und Hunden. Inspiration und Ideen bekomme ich ebenfalls von den vielen buntbemalten Steinen auf Tellern und in Schüsseln, die überall im Buch verteilt sind.
Ein wunderschönes bunt bebildertes Buch für alle, die ihre Kreativität an Steinen ausprobieren möchten. Für Anfänger, wie mich und unseren Enkel. Aber auch für Fortgeschrittene und alle Menschen, die kreativ gestalten und sich ausdrücken wollen.
Ein inspirierendes Buch, das von uns die volle Punktzahl von verdiente 5 Sternen bekommt.
Die Inselkommissarin ermittelt zum 6. Mal
Der Tote auf Amrum von Anna Johannsen
Immobilienbesitzer Marten Hilmer kann noch den Rettungsdienst anrufen, erliegt aber seiner Krankheit im Krankenhaus. Was zuerst wie ein Herzanfall aussieht, stellt sich schnell als Mord heraus. Doch wer hatte ein Motiv, den bekannten, erfolgreichen, smarten Frauenheld umzubringen? Eine seiner vielen Affären? Ein übervorteilter Hausverkäufer? Hauptkommissarin Lena Lorenzen kennt die Insel wie ihre Westentasche, ist sie doch ein Kind der Insel.
Klar, dass sie mit ihrem Team den Fall übernimmt. Doch als sie bei den Unterlagen des Toten ein Bild ihrer verstorbenen Mutter entdeckt, wird der Fall sehr persönlich.
Dies ist nun schon der 6. Fall für die Inselkommissarin, für mich ist es allerdings das erste Mal, dass ich bei den Ermittlungen zu einem Kriminalfall auf Amrum dabei bin. Mir waren die Hauptkommissarin und ihre Team gleich sympathisch. Einer für alle – alle für einen – unter dem Motto könnte die Zusammenarbeit stehen. Ich habe nicht den Eindruck, dass mir, außer den privaten Geschichten, etwas fehlt, was ich brauche um hier mitzukommen.
Der Herzanfall, er dann zum Kriminalfall wird, erweist sich als gar nicht so einfach zu lösen. Es gibt sehr viele Motive und somit mögliche Täter, sowohl im privaten als auch im beruflichen Umfeld von Marten Hilmer. Hier habe ich mich etwas schwer getan, nicht den Überblick zu verlieren. Es ist so spannend den Ermittlungen aus der Distanz zu folgen. Nachdem ich bei drei Verdächtigen falsch gelegen bin, habe ich Lena Lorenzen die Lösung des Falles überlassen. Das hat sie dann mit ihrem Team auch mit Bravur gemeistert.
Recht bald bekommt der Fall für Lena eine sehr persönliche Komponente. Ab dem Zeitpunkt, wo sie im Haus des Toten ein Bild ihrer Mutter findet, frage auch ich mich, wie hier wohl alles zusammen hängt. Die Auflösung hat mich dann zwar etwas überrascht, aber sie kam mir zu konstruiert vor. Das hätte ich hier nicht gebraucht.
Sehr interessant finde ich den zweiten persönlichen Fall der Kommissarin, der sie wohl schon über Jahre begleitet. Sie will endlich Kommissar Groll wegen sexueller Übergriffe anzeigen, die nun schon einige Jahre zurück liegen. Da es in diesem Fall noch kein Ergebnis gibt, werden wir das Ergebnis bestimmt im nächsten Buch lesen können.
Ein spannender Fall mit interessanten Protagonisten auf einer der schönsten deutschen Inseln. Mich hat Anna Johannsen mit kleinen Abstrichen sehr gut unterhalten. Dafür bekommt sie für ihren Krimi von mir 4,5 von 5 Sternen.










