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Rezensionen von gaby2707:

Einfach nur WOW

Die Totensammlerin von Leonie Haubrich

Yvonne Winkler, Reisebloggerin und Journalistin, gibt Berichte z.B. über das Thema Lost Places an verschiedene Zeitschriften. Dann wacht sie schwer verletzt und ohne Gedächtnis in einem Krankenhaus auf. Was ist geschehen? War es ein Unfall? Hatte sie Selbstmordabsichten oder war es ein Mordversuch? Yvonne stellt sich der Gegenwart, „freundet“ sich mit ihrer Beinprothese an und versucht, die Erinnerungslücken eine nach der anderen ganz langsam zu schließen.

Und dabei durfte ich ihr über die Schulter schauen. Yvonne ist eine sehr starke, taffe Frau, die sich auch von immer neuen schlechten Nachrichten bzw. Erinnerungen, die ganz langsam wiederkommen, nicht entmutigen lässt. Aber je mehr Antworten sie zu finden hofft, desto mehr Fragen ergeben sich daraus wieder. Ich spüre ihre innere Zerrissenheit, ihre Unsicherheit, ihr nicht wissen, was passiert ist. Und ich leide mit ihr, die sich erst langsam an den Verlust ihres Beines gewöhnen muss. Trotz dieses Handicaps macht sie sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit und legt ein Puzzlestück ans nächste. Ich war mir sicher, dass ihr etwas fürchterliches angetan worden ist.
Leonie Haubrich hat eine so leichte, lockere und sehr bildhafte Erzählweise. Schnell habe ich die wenigen Personen, mit denen ich es hier zu tun habe, im Kopf. Vor allem Yvonne wächst mir schnell ans Herz. Auch die Lost Places, die eine Rolle spielen, kann ich mir gut vorstellen, wenn ich mit ihr im Moselgebiet unterwegs bin.
In Rückblicken erfahre ich immer mehr aus Yvonnes Leben. Eine Geschichte, wie aus einem Märchen, wie sie mit ihrem Mann Dominik zusammen gekommen ist, die sie liebt, auf Händen trägt, sogar ihre Tochter Christiane adoptiert. Alles einfach eitel Sonnenschein.
In der Gegenwart hatte ich ziemlich schnell das Gefühl, die Zusammenhänge durchschauen zu können. Bis immer wieder kleine Wendungen und falsche Fährten in eine andere Richtung gezeigt haben und mir, dass ich mal wieder falsch lag. Das Miträtseln hat mir diesmal besonders viel Spaß gemacht, da ich unbedingt wollte, dass Yvonne endlich wieder klar und in die Zukunft sehen kann. Naja, das kann sie nun auch. Mit jedem neuen „Ermittlungsansatz“ steigt die Spannung bis es fast nicht mehr auszuhalten ist. Dann sitze ich sprachlos da und denke, dass kann doch wohl nicht wahr sein.

Ich habe fast alle Bücher von Leonie Haubrich gelesen und war immer begeistert. Aber mit dieser Geschichte hat sie noch eine Schippe drauf gelegt. Eine super spannende Geschichte, die ich jedem Thrillerfan nur ans Herz legen kann.

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So schwarz kann eine Seele sein

Der rote Apfel von Mi-Ae Seo

Endlich sitzt der Serienmörder, der Seoul monatelang in Atem gehalten hat, in der Todeszelle. Aber die Polizei glaubt, dass er mehr Morde als die bisher zugegebenen auf dem Gewissen hat. Die Einzige, mit der er bereit ist zu reden, ist die junge Psychologin Lee Sonkyong. Aber sie soll einen roten saftigen Apfel mitbringen.

Warum will er ausgerechnet mit ihr sprechen? Woher kennt er sie? Und was hat es mit dem Apfel auf sich? Fragen, die Sonkyong hofft bei einem Gespräch mit ihm klären zu können.

Wow, was für eine Geschichte. Die ersten Gänsehautmomente hatte ich schon beim Prolog. Und bei denen ist es nicht geblieben.
„Du bist weniger Wert als eine streunende Katze“. Ein Satz von Vielen, die mich immer wieder schockiert haben.

Anfangs habe ich mich mit den ungewohnten Namen der Menschen, die ich hier kennenlerne, etwas schwer getan. Das hat sich aber nach kurzer Zeit gelegt.

Die Geschichte ist insgesamt sehr leise und langsam, baut Spannung ganz langsam auf und geht stetig auf ein Ziel hin, wo ich mir aber nicht vorstellen konnte, wo es mich hin führen würde. Es gibt keine dauernden Wendungen, keine super spannenden Cliffhanger, keine falschen Fährten, auf die ich hätte hereinfallen könnte. Trotzdem konnte ich mit dem Lesen kaum aufhören, weil ich unbedingt wissen wollte, was die Geschichte noch bringt. Es sind ganz kleine Hinweise, die mich antreiben, immer weiter kommen zu wollen.

Mi-Ae Seo kommt mit nur vier Hauptpersonen aus um einen Thriller zu schreiben, der mir richtig unter die Haut geht. Vor allem, weil auch ein Kind, die 10jährige Yun Hayong eine der Protagonisten ist. Sie lebt, nachdem ihre Großeltern, bei denen sie nach dem Tod ihrer Mutter gelebt hat, bei einem Hausbrand ums Leben gekommen sind, bei ihrem Vater Yun Chaesong und seiner neuen Frau Lee Sonkyong. Sie wiederum hat den Serienkiller Lee Byongdo mehrfach besucht und einen kleinen Einblick in sein Leben bekommen. Hier spielt z.B. ein Song der Beatles eine zentrale Rolle.
Ich bin schockiert, wie manche Menschen andere benutzen um an ihr Ziel zu kommen. Wie sie Seelen zerbrechen, ohne sich darüber Gedanken zu machen, was daraus entstehen kann. Ich habe, wie es der Klappentext beschreibt, in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele blicken müssen.

Ein Buch mit vielen Gänsehautmomenten, mit Geheimnissen, die verborgen bleiben sollen, das ich absolut empfehlen kann. Wenn man sich an die asiatischen Namen gewöhnt hat, einfach ein Lesegenuss.

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Locker, leichte Sommerlektüre

Die Liebe fällt nicht weit vom Strand von Franziska Jebens

Sophie Petersen, 29, verliert sich in Tagträumen rund um einen mintgrünen Foodtruck, ihrem großen Traum, mit dem sie reisen und vor allem darin kochen möchte.. Aber immer wieder findet sie ein „aber“, was sie davon abhält ihren Traum wahr werden zu lassen. Von einer Zeitarbeitsfirma an einen Filmverleih vermittelt, sitzt sie am Empfang und langweilt sich.

Dies ändert sich schlagartig, als sie kurzfristig das Marketing für einen bald erscheinenden Film übernehmen muss. Sie ist sogar bei den Dreharbeiten des Films in Dänemark vor einer traumhaften Meereskulisse dabei. Hier lernt sie Nick und seine Hündin Yukon kennen und verliebt sich Hals über Kopf. Hierbei vergisst sie ganz, dass zuhause ihr Freund Tim auf sie wartet…

In diesem Roman nimmt mich Franziska Jebens mit in die raue Welt des Filmbusiness und in die Welt von Sophie. Einer jungen Frau, die mir für ihre 29 Jahre so unreif erscheint wie ein 16-jähriger Teenager. Eine Frau, die es allen recht machen und allen gefallen will. Die keine eigene Meinung hat, bis ihr von ihrer Freundin Sasha und einer alten Freundin ihrer Mutter der Kopf gewaschen wird und sie endlich mal die Initiative ergreift. Sasha und Claudette, zwei tolle Frauen, von denen sich Sophie einiges abschauen kann.
Die Geschichte ist sehr vorhersehbar, es passiert eigentlich nichts, mit dem ich nicht gerechnet hätte. Fast alle Personen, die ich kennenlerne erfüllen ein Klischee, sind stark überzeichnet und zum Teil sehr unsympathisch. Claudio, ein Kollege bei Triversal und Peter mit seinem Foodtruck in Dänemark sind zwei Männer, die ich gerne zu Freunden haben würde. Und natürlich Nick, der mich mit seiner fürsorglichen und total liebenswerten Art sofort für sich eingenommen hat.

Alles in allem eine leichte, seichte Sommerlektüre, von der ich mir sehr viel mehr versprochen hatte. Die ich aber Dank der witzigen Dialoge und Wortschöpfungen und auch wegen Sophies Wandel bzw. Erkenntnis, gerne gelesen habe.
3,5 von 5 Sternen

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Ein Spielball der Erwachsenen

Das Mündel des Hofmedicus von Jutta Weber-Bock

Von klein auf wird die kleine Christiane, liebevoll Nanette oder Nannerl genannt, wie ein Spielball zwischen den Erwachsenen herum gereicht. Von der erste Amme zur zweiten, dann zur Pfarrersfamilie Steinheil und weiter zur Schwiegertochter des Stuttgarter Bürgermeisters Frau von Hehl. Die beiden Spielkarten Herzsieben und Ecksteinsieben spielen bei diesem Erziehungsexperiment eine große Rolle.

Wie gedeiht ein Kind am besten: mit Liebe oder mit Strenge und Züchtigung.

Durch die schwülstige Sprache, die genau zur Zeit um 1800 zu passen scheint, hat es bei mir etwas gedauert, bis ich mich in die Geschichte um die keine Christiane hinein gefunden habe. Auch mit den dauernden Orts- und Personenwechsel habe ich mich anfangs schwer getan. Da ist es gut, dass es im Buch ein ausführliches Personenregister gibt, bei dem ich immer wieder nachschlagen kann, wer nun wer ist.

Mir hat diese historische Geschichte gut gefallen. Es ist so schrecklich zu lesen, was der kleinen Christiane alles angetan wird. Nicht nur die seelischen Schäden, die sie durch die dauernden Familienwechsel erleidet. Nein, auch die körperlichen Qualen, die sie vor allem von Frau von Hehl erleiden muss. Ich will mir gar nicht vorstellen, dass es wirklich solch schreckliche Menschen gibt, die mit diesen Kindern einfach nur „spielen“. Aber Christiane hat einen sehr starken Charakter und lässt sich nicht unterkriegen. Ihre Gefühle und Emotionen sind so detailliert und aussagekräftig beschrieben, dass ich mit ihr noch mehr Mitleid hatte und mit ihr mitgefühlt habe. Es tut fast körperlich weh, ihrem Martyrium zu folgen. Nicht nur in der Familie Hehl sondern auch in der Obhut der Herrnhuter, wo Christiane von Ordensschwestern und Ordensbrüdern gezüchtigt werden sollte.
Genau so gelitten habe ich mit ihrer ersten Amme, die das Kind so fest in ihr Herz geschlossen hatte und fast daran zerbrochen ist, als sie es wieder hergeben musste. Das „I wü´s behoitn, es g´hert mir“ von Gottliebin Rumetsch wird mir bestimmt noch lange im Ohr klingen.

Am Schluss des Buches erklärt Jutta Weber-Bock, welche Personen es um die Zeit um 1804 real gegeben hat und welche sie fiktiv dazu erdacht hat.

Eine interessante Geschichte um die Erziehungsmethoden nach Pestalozzis Ratgeber „Lienhard und Gertrud“, die mir, nachdem ich in Stuttgart angekommen war, gut gefallen hat.

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Weißt Du noch… Aufbruch in die Vergangenheit

Die Märchenerzählerin von Monika Detering

Elisabeth „Lila“ Oelmann, 76, lebt jetzt in Bielefeld im Haus einer Männer-WG in der Wohnung ihres verstorbenen Freundes Hermann. An Silvester holen sie die Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend ein. Etwas gibt es noch zu tun, was ihr sehr am Herzen liegt. Vor 50 Jahren ist ihre drei Jahre ältere Schwester Astrid bei einem Wochenendausflug verschwunden.

Lila hatte ihre Schwester, die ihr den Freund ausgespannt hatte, in einem kleinen Gewässer immer wieder mit dem Kopf unter Wasser getaucht und dann liegengelassen. Nur Astrid tauchte nicht wieder auf.
Wird Lila es schaffen, die Vorhänge der Vergangenheit zu lüften und ihre Schwester zu finden?

Ich habe selten einen Roman gelesen, der mich emotional so mitgerissen und berührt hat. Vielleicht auch deshalb, weil ich nur 10 Jahre jünger bin als Lila und mich noch sehr gut an die späten 50er und die 60er Jahre erinnern kann. Immer wieder bin ich hier Szenen begegnet, die ich aus meiner Kindheit kenne, habe mich mit Lila und ihrer Einstellung zum Leben verglichen. Lila lässt mich an ihrem Leben teilhaben und rechnet damit ab, die schönen und die schlechten Seiten, von ihrer Kindheit und Jugend an bis heute zu ihrer „Vorsterbezeit“ wie sie es nennt. Zentrales Thema immer wieder – ihre Schwester Astrid bzw. Lilas Suche nach ihr.

Sie hat großes Glück und wird dank einer Zeitungsanzeige fündig. In einem Seniorenheim trifft sie auf ihre Schwester Astrid, die an fortschreitender Demenz leidet. Dieses Thema nimmt einen hohen Stellenwert im Buch ein. Trotzdem wirkt die Geschichte aber eher heiter, was dem wie ich finde, grandiosen Schreib- und Erzählstil von Monika Detering geschuldet ist. Sie schafft es, der Demenz einen großen Teil ihres Schreckens zu nehmen und die Geschichte zu einer ganz besonderen zu machen.

Die meisten Menschen, die ich hier kennenlerne, habe ich schnell ins Herz geschlossen. Sie sind genau wie du und ich, könnten meine Nachbarn, Manche sogar meine Freunde sein. Sogar Frau Goldmann, die ich erst etwas nervig und aufdringlich fand, hat sich mit ihrem Ruhrpottdialekt in mein Herz geschlichen.

Ein wunderbares Buch über eine starke empathische Frau, die sich in Richtung Lebensende noch eine wichtige Aufgabe gestellt hat – und diese auch, wie ich finde, grandios meistert.

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Karl Valentin und sein Doppelgänger

Der falsche Karl Valentin von Martin Meyer

Karl Valentin, in München zusammen mit seiner Partnerin Liesl Karlstadt ein gefeierter Künstler, bekommt im Jahr 1926 ein sehr lukratives Angebot aus den USA. Zwei Jahr soll er dort für Auftritte auf Bühnen und im Film einen Batzen Geld bekommen. Zur gleichen Zeit taucht in München ein Amerikaner auf, der Valentin als Double Konkurrenz macht.

Wie wird sich Karl entscheiden? Wird er diesen dreisten Kerl wieder los werden? Und wenn ja, wie?

Durch Martin Meyers Roman lerne ich Karl Valentin als einen Mann kennen, der einerseits von den Münchnern und später auch den Berlinern wegen seiner queren Sprachakrobatik und seinen filmreifen Selbstinszenierungen geliebt wird. Der aber auch eine irre Angst vor Reisen hat, der von Zweifeln getrieben ist und sich dauerhaft einbildet krank zu sein. Dadurch steht er sich oft selbst im Weg.
Seine Partnerin Liesl Karlstadt lerne ich als eigentlich selbstbewusste Frau kennen, die es aber lange Zeit nicht schafft, sich ihrem Partner Karl als seine Zweitfrau zu entziehen. Dass die Beiden auch außerhalb der Bühne lange Jahre ein Paar waren, war mir bisher nicht bewusst.

Martin Meyer benutzt in diesem Roman eine sehr gewöhnungsbedürftige Sprache, die aber absolut zu der damaligen Zeit und vor allem zu Valentin zu passen scheint. Anfänglich hatte ich so meine Schwierigkeiten damit, was sich aber schnell gelegt hat. Man muss sich nur darauf einlassen und die manchmal eigenwilligen Wortschöpfungen einfach genießen.
Mir als Münchnerin hat dieser Ausflug in die Zeit der 20er Jahre sehr gut gefallen. Ich gehe viele Wege der Protagonisten im Geiste mit. Kann mir die übervollen Trambahnen und die vom Tabakqualm stinkenden Theatersäle sehr gut vorstellen. Sitze gemütlich in einem Kaffeehaus und lausche den neuesten Gerüchten, die sich hier wie auf´m Dorf sehr schnell verbreiten. Die Atmosphäre der damaligen Zeit kommt bei mir sehr gut an.

Als ich das düstere Cover gesehen habe, dachte ich zuerst an einen Krimi aus dem Gmeiner Verlag. Aber hier werden ja auch historische Romane verlegt. Und dies hier ist ein absolut lesenswerter. Es ist zwar kein ausgesprochener Krimi, aber spannend finde ich ihn allemal.
Eine Geschichte, halb Wahrheit, halb Fiktion, für jeden, der sich von der etwas gewöhnungsbedürftigen Sprache nicht abschrecken lässt, der sich für das Leben der beiden großen Komiker Karl Valentin und Liesl Karlstadt interessiert, der einen Ausflug ins München der 20er Jahre machen und sich einfach gut unterhalten lassen möchte.
Von mir bekommt das Buch meine Leseempfehlung und 5 strahlende Sterne.

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Akuma – ein ganz besonderer Dämon

Akuma von Nicole Siemer

Schriftsteller Helmut Winter braucht zur Inspiration dauernd neue Umgebungen. So kommt es, dass die Familie dauernd umzieht und die kleine Kjara nie richtige Freunde findet. Sie ist immer die Neue. Und wenn sich dann jemand näher für sie interessiert, zieht sie schon wieder weg. Nicht verwunderlich, dass sie sich in dem neuen Haus, in dem es spuken soll, mit Akuma, einem Dämon anfreundet, der in ihrem Zimmer im Kleiderschrank wohnt.

Als die Mitglieder einer Rockergang ins Haus eindringen und Helmut und Helene Winter Schlimmes antun wollen, bringt Kjara ihren „Freund“ dazu, ihren Körper zu benutzen um ihre Eltern zu retten. Damit beginnt für Kjara ihr eigenes Martyrium…

Mich hat der Klappentext so neugierig gemacht, dass ich das Buch gleich lesen musste. Und obwohl Horror und Fantasy eigentlich nicht so mein Lesestil ist, bin ich von diesem Buch immer noch ganz begeistert.

Nicole Siemer hat mich sofort mitgenommen in eine Welt des Mystik, der Gewalt und der Gefühle. Horror und Gewalt aber so dosiert, dass ich beim Lesen mein Kopfkino nur wenige Male ausgeknipst habe. Diese Geschichte einer ganz besonderen Freundschaft zwischen Kjara und Akuma liest sich sehr flüssig und leicht, die Seiten gleiten mir nur so durch die Hände und ich habe nicht eher aufgegeben, bis ich beim Nachwort angekommen war. Ab der ersten Seite gibt es immer wieder kleine Andeutungen, die die Spannung immer weiter in die Höhe treiben, sie dort halten und erst nach dem gewaltigen Showdown geht es wieder ruhiger zu.

Mit ganz viel Liebe zum Detail sind die verschiedenen Figuren gezeichnet. Sehr gut vorstellbar, mit zum Teil erschreckenden Charaktereigenschaften, haben sie alle doch auch ihre Vorzüge und guten Seiten, auch wenn sie sie nicht so gerne zeigen. Der Dämon Akuma, der aus der Hölle zu kommen scheint, ist normalerweise sehr still, bevorzugt aber Gewalt, Verrat und Folter und ist für die kleine 13-jährige und auch die erwachsene Kjara trotzdem ein richtig guter Freund, den nur sie sieht und mit dem nur sie kommunizieren kann. Bis sie sich keinen anderen Rat sieht und Pastor Hege einweiht.
Der Wechsel zwischen Vergangenheit und dem Heute lässt mich noch tiefer in die Geschehnisse und die Gedankenwelt der Protagonisten eintauchen und ich verstehe noch besser, warum was geschieht.

Die Autorin schafft es mit ihrer mitreißenden und packenden Schreib- und Erzählweise, dass ich sehr schnell gefesselt bin von einem Genre, an das ich mich normalerweise nie gewagt hätte. Ich bereue es absolut nicht, dass ich bei diesem Buch mal eine Ausnahme gemacht habe. Ich hätte sonst richtig was verpasst. Es gibt einige Szenen, bei denen sehr viel Blut fließt, die Folter sehr genau beschrieben wird und mir das Grauen so richtig entgegen schießt. Da, das gebe ich zu, habe ich nicht jedes Wort inhaliert. Aber bis auf diese wenigen Ausnahmen habe ich es genossen mit Kjara ihren Weg zu gehen. Immer wieder gibt es Wendungen auf die ich nicht gefasst war oder Ereignisse, die ich nicht erwartet habe. Besonders schön finde ich die Stellen, wo Gefühle gezeigt werden, wo ich mich richtig hinein fallen lassen konnte.

Sehr sensible und zartbesaitete Gemüter sollten hier eher nicht zugreifen. Für mich aber ein fantastisches Buch mit Horror, Gewalt, Thrill, einer kleinen Portion Humor und ganz viel Emotionen und Gefühl einer Autorin, die es mit ihrer Dämonen-Geschichte auf meine Favoriten-Liste geschafft hat. Dafür gibt es die volle Punktzahl von 5 Sternen.

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Mit Hase Felix auf einer Tour durch Deutschland

Mit Felix auf großer Deutschlandreise von Annette Langen; Constanza Droop

Hase Felix macht mit seiner Freundin Sophie und ihren Eltern Urlaub im Zelt auf der Nordseeinsel Sylt. Als eine Windböe das Zelt in die Höhe reißt, will Felix das Zelt festhalten und fliegt mit ihm davon. Auf seiner Reise zurück zu seiner Sophie nach Münster kommt er durch einige deutsche Städte und an vielen Sehenswürdigkeiten vorbei.

..

Dieses Deutschland-Entdeckerbuch und der kleine Hase Felix haben sich sehr schnell ins Herz unseres kleinen Enkels geschlichen.
Das Erlebnis beginnt gleich auf den ersten beiden Seiten. Hier ist Deutschland von Norden bis zur Mitte zu sehen, mit Felix´ Reiseroute, den wichtigsten Städten und Sehenswürdigkeiten. Das gleiche findet sich auf den beiden letzten Seiten: ab der Mitte Deutschlands bis in den Süden. Auch die an Deutschland grenzenden Länder sind hier mit Ländernamen erfasst, genau so wie die Nord- und Ostsee.
Ganz besonders begeistert ist unser Kleiner von den wundervollen Illustrationen, auf denen es außer dem dazugehörigen Text so Vieles zu entdecken gibt. Dazu erfindet er immer neue Abenteuer für den kleinen Hasen Felix. Natürlich hat er auch gleich die Klappen entdeckt, die man aufmachen kann und für gut befunden. Das absolute Highlight für ihn sind die vier Briefe in farbigen eingeklebten Kuverts, die Felix von unterwegs an seine Freundin Sophie schreibt. Besonders witzig findet er die Allianz-Arena, die er ja als Münchner Kindl schon kennt, und die ausschauen soll wie ein riesiges Kuschelkissen. Also gehen wir, wenn wir nach der Pandemie alle wieder dürfen, ins „Kuschelkissen“ zum Fußball schaun.
Sogar einige Teile Deutschlands in denen Felix nicht vorbei kommt, werden mit Sehenswürdigkeiten auf der Gesamt-Deutschlandkarte dargestellt, so dass sich das Bild noch mehr vervollständigt.

Diese spielerische Einführung in unser wunderschönes Land mit kurzen kindgerechten Texten und wunderschönen Zeichnungen und Bildern, kann ich für unsere Kleinen nur empfehlen. Dank Felix wird ihnen ein geografisches und kulturelles Grundwissen spielerisch vermittelt, auf das sie immer wieder zurück greifen und es im Laufe der Zeit erweitern und vertiefen können und werden.
Wir jedenfalls sind im Deutschland-Fieber und überlegen, was wir uns wann anschauen werden.

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Vom Pupser zum Helden

König Pups von Bettina Rakowitz

Der kleine dicke König hat ein großes Problem. Er muss dauernd pupsen, was fürchterlich stinkt und das ist ihm sehr peinlich, weil die Bewohner seines kleinen Reiches dann vor ihm Reißaus nehmen. Lange geht er nicht mehr aus der Burg. Bis eines Tages...

Bettina Rakowitz hat mit König Pups ein Thema aufgegriffen, dass man nicht so gerne anspricht: das Pupsen.

Dabei ist es ganz alltäglich und wir alle haben bestimmt schon mal eine Situation erlebt, wo sich die Winde einfach nicht mehr festhalten ließen. Dem kleinen König geht es genauso. Dauernd entweichen ihm Winde, die auch noch sehr stark stinken. Er kann einem schon leid tun.
In Reimform und mit wunderschönen genau zum Text passenden Illustrationen führt die Autorin durch ihre kleine Geschichte bei der immer neue Lösungsansätze angeboten werden. Als Leserin frage ich mich immer wieder, wie es wohl weitergehen wird. Mein Enkel und sein Freund, mit denen ich das Buch auch schon angeschaut und gelesen habe, waren ganz begeistert – vor allem vor dem „heldenhaften“ Schluss der Geschichte.

Ein wunderbares Buch, nicht nur für Kinder. Ich hätte es z.B. meinem Papa geschenkt, der mit diesem Thema auch ein großes Problem hatte.

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Ein wunderschönes Abendritual

Mein Puste-Licht-Buch: Wenn im Dunkeln Sterne funkeln von Christina Nömer

Fine Fuchs, Benni Bär, Emma Ente und Milo Maus sind kleine Tierkinder, die einen ganzen Tag lang riesengroßen Spaß hatten. Nun sollen sie zu Bett gehen. Bläst Du ihnen die Sterne an?

Auf vier dicken, abwaschbaren Doppelseiten wird jeweils ein Tierchen vorgestellt mit dem was es am Tag gemacht hat.

Nun ist es Abend und die Tierkinder liegen in ihren Bettchen. Auf der rechten Seite für jedes Tier der gleiche Satz: Pustest Du die Sterne an…
Am Himmel stehen dann vier kleine Sterne, die unser Kleiner durch pusten auf einen Punkt am unteren Bildrand aufleuchten lassen kann. Der Punkt ist so sensibel, dass man die Sterne auch durch klatschen oder auf den Punkt tippen starten kann. Sie brennen nicht all zu lange, so dass die integrierte Batterie, die sich durch einen kleinen Schieber auf der Rückseite aktivieren lässt, bestimmt lange halten wird. Man kann sie aber auch problemlos ersetzen.

Durch einen Reim auf der linken Seite stellt uns die Autorin Christina Nömer jedes Tierchen mit ihren Tagesaktivitäten vor. Auf der rechten Seite immer der gleiche Satz, jeweils für das betreffende Tier: Pustest Du die Sterne an, damit … schlafen kann?. So weiß unser Kleiner schon sehr schnell, wann er pusten muss.
Marina Rachner hat die Seiten wunderschön farbenfroh illustriert. Es gibt so vieles zu entdecken. Auch zum Erfinden neuer, eigener Geschichten ist das Büchlein sehr gut geeignet.

Ein wunderschönes Pappbilderbuch, leider nur mit wenigen Seiten, das ich auch Kindern schenken würde, die unter 18 Monaten alt sind. Einfach wunderschön und liebevoll gemacht.

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