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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde Manuela Meierhofer:

Rabenschwarze Tragik

Jud von Georg Thiel

Titus, heruntergekommener Fotograf, begleitet den Reporter Rupert zur Weltausstellung nach Brüssel, bei der er die Wienerin Erika kennenlernt. Sie bringt ihn dazu, sich der Vergangenheit zu stellen.

Thiel schafft es, mit seinem bissigen Wortwitz den Leser in den Bann zu ziehen. Seine besondere Ausdrucksweise macht das Buch zu einem kurzweiligen Lesevergnügen.

Trotz des ernsten Themas.
Eine absolute Leseempfehlung!

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Nicht viel über Heather

Alles über Heather von Weiner Matthew

Das absolute Wunschkind Heather hat ein wunderbares, sorgenfreies Leben. Tatsächlich?
Alles Leben in der Familie ist nach Heather ausgerichtet. Gut so?
Bis Heather den vom Schicksal vernachlässigten Bobby kennenlernt. Obwohl... eigentlich entdeckt Bobby ja Heather... Und das Schicksal nimmt seinen Lauf.

..

In klaren, pointierten Sätzen erzählt Matthew Weiner eine schwarz-weiße Geschichte, in der keine Grautöne zugelassen werden. Gut lesbar, nicht uninteressant, aber keineswegs spektakulär. Eine Geschichte für einen kurzweiligen Abend.

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Unendlich traurige Geschichte

Das Genie von Zehrer Klaus Cäsar

Boris ist davon überzeugt, dass er weiß, wie man Kinder zu Genies erzieht. Seine Erziehungsmethoden erprobt er an seinem Sohn William. Und es funktioniert tatsächlich!
Billy wird ein mathematisches Genie. Mit Leichtigkeit überspringt er Schulklasse nach Schulklasse und beginnt zu studieren.
Aber Billy wächst in einem emotional kalten Umfeld auf.

Er fühlt sich wie das Lieblingsspielzeug seiner Eltern - solange er funktioniert und macht, was sie möchten. Und zerbricht daran.

Zehrer zeichnet das Bild eines zutiefst traumatisierten Jungen, der sich schon sehr früh gegen sein Umfeld auflehnt. Doch leider findet Billy niemanden, der ihm aus der Tragödie hilft.

Spannend und gut lesbar geschrieben, ist das Buch eines meiner Highlights des Jahres!

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Unerschrockene Gangsterfamilie

Die zwölf Leben des Samuel Hawley von Hannah Tinti

Die Geschichte teilt sich in zwei Erzählstränge. Der eine Teil erzählt über das Leben von Loo. Wie sie aufwächst, welche Schwierigkeiten sie als Kind hatte, warum und wie sie zu dem Erwachsenen wird, der sie am Ende des Buches ist.
Samuel Hawley, dem Vater von Loo gehört der zweite Teil der Geschichte.

Er hangelt sich von einer Gangstergeschichte zur nächsten und scheint dabei unverwundbar zu sein.

Hannah Tinti schafft es sehr gut, den Leser in ihren Bann zu ziehen. Man möchte wissen, wie die Geschichte weiter geht und fiebert den Enthüllungen über den Tod von Loos Mutter entgegen.

Flüssig geschrieben, mitunter etwas schräg, sehr gut zu lesen.
Ich hoffe, es gibt einen zweiten Teil davon!

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Wunderbar geschrieben, absolut lesenswert!

Acht Berge von Paolo Cognetti

Acht Berge erzählt die Geschichte zweier Jungen, die sich in der Einsamkeit eines abgeschiedenen Bergdorfes Italiens begegnen und Freunde werden. Eine Freundschaft, die ihr ganzes Leben hält.
Ein Buch, das das harte, karge Leben in den Bergen nicht als Flucht, sondern als Bereicherung sieht.
Mit seiner klaren, ungeschnörkelten Sprache schafft Cognetti es, Bilder in den Köpfen entstehen zu lassen.

Er hat mich im Wohnzimmer abgeholt und mich in die schroffe, entbehrungsreiche Bergwelt versetzt.
Ein wunderbares Buch. Unbedingt lesen!

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Nichts ist, wie es scheint!

Underground Railroad von Colson Whitehead

Cora, als Sklavin auf einer Farm in Georgia geboren wagt es, gemeinsam mit dem Sklaven Caesar zu fliehen. Erst gelingt die Flucht über die Underground Railroad. Sie landen in South Carolina und beginnen, sich ein neues Leben aufzubauen. Doch hier ist nichts, wie es scheint ... und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Whitehead lässt die Geschichte in verschiedenen Bundesstaaten Amerikas spielen. Jeder Staat geht anders mit Sklaven bzw. Farbigen um.
Fiktive Geschichten, wie sie heute noch sein könnten? Oder wie sie vielleicht heute noch sind?
Das Buch ist beängstigend, teilweise brutal geschrieben.
Keine der üblichen Geschichten von entflohenen Sklaven.
Und definitiv keine leichte Sommerlektüre!

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Rache ist nicht immer süß

Geständnisse von Minato Kanae

Manami, die Tochter der Klassenlehrerin Moriguchi wird tot im Schwimmbecken der Schule aufgefunden. Für die Polizei ist schnell klar, dass sie ertrunken ist. Der Fall wird abgeschlossen.
Moriguchi aber findet heraus, dass ihre Tochter ermordet wurde - und rächt sich an den Tätern.

Die Geschichte wird aus der Sicht von 5 verschiedenen Personen, somit aus 5 verschiedenen Perspektiven erzählt.

Mich hat das Buch nachdenklich zurückgelassen. Die Fragen "wie weit darf Rache gehen" und "ist am Ende wirklich immer die Mutter an allem schuld", konnte ich für mich noch nicht beantworten.

Ein durchaus empfehlenswertes Buch. Wenn auch etwas verstörend.

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Pure Langeweile

Geständnisse von Minato Kanae

Selten habe ich mich beim Lesen eines Romans so gelangweilt.
Normalerweise würde ich mir kein Buch mit nur 140 Seiten kaufen. Bei diesem aber war ich froh, dass der Autor mit seinen Ergüssen über verräterische Flecken auf dem Leintuch, der Inspektion des Hauses durch die nackte Jane und den Einblicken in Janes weiterem Leben schon fertig war.

Ich liebe die Serie Downton Abbey. Aber dieses Buch damit zu vergleichen (wie auf dem Buchrücken geschrieben steht) ist blanker Hohn.

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Anspruchsvolle Kost

Das Floß der Medusa von Franzobel

Vor 200 Jahren sank die Medusa vor der Küste Afrikas. Sehr viele konnten sich auf verschiedene Boote retten. 147 Menschen versuchten, das Festland mit einem Floss zu erreichen. Davon wurden allerdings nur 15 gerettet.

Franzobel erzählt, wie es zu dem Unglück kam. Der unfähige Kapitän verlässt sich auf seinen Berater, der von Seefahrt nicht viel Ahnung hat.

Und so nimmt das Unglück seinen Lauf.

Das Buch ist interessant, aber teilweise langatmig.
Die besonders am Anfang vorkommenden vielen nautischen Begriffe, die vielen Fremdwörter und die vielen Namen der Protagonisten machen es zu einer schwierigeren Lektüre.

Das Floss der Medusa ist kein Buch, das man nach Feierabend zur Entspannung lesen kann.

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Erquickliches Lesevergnügen mit ernstem Hintergrund

Strandbadrevolution von Kurt Palm

Die Sommerferien beginnen und Ernst, der im Herbst eine Nachprüfung hat, sollte den Sommer über dafür lernen. Aber das Leben abseits seines Schreibtisches ist viel interessanter.
Mit seinen Freunden ins Strandbad gehen, in der Disco Mädchen kennenlernen und Protestaktionen mit seinen Kumpeln planen - das alles hält ihn auf Trab.

Dass das Leben auch eine ernste Seite hat, findet Ernst ziemlich schnell heraus.

Das Buch hat mich in die Vergangenheit zurück katapultiert. Ich musste immer wieder an meine Jugend denken und hab dabei oft geschmunzelt und gedacht "genau so war's!".
Kurt Palm trifft die Gedanken der Jugend exakt.
Ungewöhnlich am Buch ist auch, dass es nicht (wie meist) Episoden mit Rückblicken, sondern Episoden mit Blicken in die Zukunft gibt.

Für mich ein rundum gelungenes Buch, das mir sehr viel Freude beim Lesen bereitet hat.

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