Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von gerlisch:

Die Macht der Freundschaft

Morgen, morgen und wieder morgen von Zevin Gabrielle

Sam und Sadie haben sich als Kinder kennengelernt und wieder aus den Augen verloren. Doch Mitte der 90er Jahre treffen sie sich zufällig wieder und beschließen gemeinsam Videospiele zu entwickeln. Unterstützt werden sie von Marx, Sams Mitbewohner. Sie können sich schnell einen Namen in der Brache machen, doch kann die Freundschaft dem Erfolgsdruck standhalten?
Erzählt wird die Story über mehrere Jahrzehnte in einem fesselnden und angenehmen Schreibstil.

Im Fokus steht die Freundschaft zwischen Sam und Sadie mit allen Höhen und Tiefen. Beide sind keine einfachen Personen. Sie sind eher introvertiert und tun sich schwer ihre Gefühle und Gedanken untereinander auszutauschen, dadurch kommt es mehr und mehr zu Missverständnissen. Beim Lesen ihrer Dialoge, hätte ich die beiden mehrmals einfach nur schütteln können. Als ruhender Pol zwischen den beiden, war Marx mir am sympathischsten. Die Entwicklung aller Protagonisten ist gut durchdacht und hat mir gut gefallen.
Einmal angefangen zu lesen, flogen die Seiten anfangs nur so dahin, den Mittelteil empfand ich als etwas zäh,
Die Autorin verarbeitet in ihrem Roman vielfältige Themen, einen großen Teil nimmt hier natürlich die Freundschaft und deren Entwicklung ein. Aber auch Liebe, Behinderung, Trauer und Homosexualität finden ihren Platz in der Story.
Einmal angefangen zu lesen, flogen die Seiten anfangs nur so dahin, allerdings empfand ich Mittelteil als etwas zäh. Auch wenn man mit Videospielen, so wie ich, nicht viel am Hut hat, überzeugt das Buch durch seine intensive und zu Herzen gehende Stimmung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von gerlisch

Ein Traum wird zum Alptraum

Stranded - Die Insel von Goodwin Sarah

Acht Fremde nehmen an einem Fernsehexperiment teil, bei dem sie auf einer einsamen schottischen Insel ein Jahr lang ohne Kontakt zur Außenwelt überleben müssen. 18 Monate später berichtet Maddy über ihre Verzweiflung als das Boot nicht wie geplant zur Abholung kam und wie nach und nach die Teilnehmer dieses schaurigen Experimentes starben.

Doch wie hat sie es geschafft, lebend von der Insel zu kommen?

Erstmal auf der Insel angekommen, baut sich beim Lesen schnell eine unterschwellige Spannung auf. Was anfangs ein tolles und spannendes Abenteuer zu werden verspricht, beginnt schon nach kurzer Zeit zu einem Alptraum zu werden. Reibereien, Verlogenheit und Egoismus sind an der Tagesordnung.

Die Autorin lässt uns mit einem absolut mitreißenden Schreibstil einen Blick in die Psyche eines jeden ihrer Charaktere werfen. Sarah Goodwin hat in ihrem Thriller eine teuflische Gruppendynamik erschaffen, die mir mehr als einmal einen Schauer über den Körper gejagt hat.

Erzählt wird die Story aus Maddys Perspektive und der Leser erlebt intensiv ihren Überlebenskampf mit, allerdings bleiben dadurch die anderen Charaktere leider etwas fremd. Den Schluss empfand ich zu schnell abgehandelt, hier hätte ich mir noch eingehendere Ausführungen, auch in Hinsicht der im Laufe der Geschichte aufgefallenen unlogischen Situationen, gewünscht. Ein bisschen gestört haben mich auch die wiederholten Beschreibungen der nie endenden Nahrungssuche.

Trotzdem hat mich diese originelle Plot Idee sehr gut unterhalten.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von gerlisch

Erstklassige Unterhaltung

Der Morgen von Marc Raabe

Berlin im morgendlichen Schneegestöber kurz vor dem G20-Gipfel. Nach einem Unfall an der Siegessäule, lässt der Fahrer eines Kleinlasters den Wagen einfach stehen und verschwindet. Auf der Ladefläche wird eine tote Frau gefunden, auf ihrem Körper die mit Blut geschriebene Adresse des Bundeskanzlers.

Ich liebe die Thriller von Marc Raabe und mit dem BKA-Ermittler Artur „Art“ Meyer und Nele Tschaikowski hat der Autor symphytische und interessante Figuren erschaffen.
Art hat eigentlich nach einer persönlichen Auseinandersetzung mit einem Vorgesetzten den Polizeidienst verlassen, wird aber von höchster Stelle zurückbeordert. Er ist auf dem ersten Blick ein Kotzbrocken, entpuppt sich nach und nach aber als empfindsamer und warmherziger Mensch.
Im wird Nele zur Seite gestellt, frisch von der Polizeischule hat sie aber schon gewisse Prinzipien und weiß genau was sie will. Die Dialoge der beiden ließen mich immer wieder schmunzeln.
Die Geschichte beginnt in der Vergangenheit mit einer Gruppe von Jugendlichen von denen anfangs nur die Spitznamen bekannt sind. Immer wiederkehrende Rückblicke verleiten zu Überlegungen wie die Handlungen in den aktuellen Fall passt und wer sich in der Gegenwart hinter Brille, Zippo, Kappe, Ausschnitt, Ellie und Boxer verbirgt. Doch lange bleiben die Verbindungen unklar.
„Der Morgen“ ist ein meisterhaft konstruierter, komplexer und spannender Thriller, wendungsreich und vielschichtig, einfach erstklassige Unterhaltung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von gerlisch

Urlaub-Die schönste Zeit im Jahr?

In blaukalter Tiefe von Kristina Hauff

Andreas erfüllt sich einen langgehegten Traum, ein Segeltörn in die schwedischen Schären. Mit an Bord ist seine Frau Caroline, Daniel, sein Juniorpartner aus der Anwaltskanzlei und deren Freundin Tanja. Was eigentlich die schönste Zeit im Jahr sein soll, entwickelt sich zu einem Alptraum.
Erzählt wird diese atmosphärisch dichte Story abwechselnd aus der Sicht der vier Urlauber.

Außer dem Skipper Eric, der auch bis zum Schluss unnahbar und geheimnisvoll bleibt. Sehr unterschiedliche Charaktere treffen auf engstem Raum aufeinander. Dadurch sind die Konflikte schon vorprogrammiert.
Je unruhiger das Wetter und das Meer wird, desto mehr spitzt sich die Situation an Bord der „Querelle“ zu. Jeder spielt ein mehr oder weniger psychologischen und provokantes Spiel und keine in diese Reise gesetzte Hoffnung erfüllt sich. Im Gegenteil, die Entwicklung der Dynamik auf der Yacht lässt den Leser in menschliche Abgründe blicken.
Eine Geschichte mit toller Figurenzeichnung und fesselndem Schreibstil vor einer atemberaubenden Kulisse.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von gerlisch

Schuld

Kuckuckskinder von Camilla Läckberg

Fjällbacka wird von zwei Verbrechen erschüttert. Ein brutaler Mord in einer Kunstgalerie und ein Anschlag auf die Familie des Bestseller-Autors Henning Bauer. Dass diese Fälle zusammenhängen müssen ist Kommissar Patrik Hedström klar und als seine Ehefrau Erica Falck bei ihren Recherchen zu ihrem neuen Buch auf einen rätselhaften Mord in den achtziger Jahren stößt, stellen die beiden schnell eine Verbindung her.

Doch welche dunklen Geheimnisse dann ans Tageslicht kommen, damit hat keiner gerechnet.
ich liebe die Reihe mit Erica Falck und Patrick Hedström, auch in "Kuckuckskinder" konnte ich der Entwicklung meiner beiden Lieblingsermittler wieder herrlich folgen. Doch aufgrund der Vielzahl der Charaktere gleich zu Anfang hatte ich einen etwas schwierigen Start in die Story.
Der Schreibstil von Camilla Läckberg ist wie gewohnt sehr flüssig und mitreißend, der Wechsel zwischen den Perspektiven der Gegenwart und der Vergangenheit erzeugen eine hohe Dynamik und steigern die Spannung und Dramatik von Kapitel zu Kapitel.
Sehr gut fand ich, wie die Handlungen in Stockholm in den achtziger Jahren sich nach und nach nahtlos in den aktuellen Fall eingefügt haben. Ein fesselndes Rätsel mit deren Auflösung ich so zum Schluss nicht gerechnet hätte.
Ein weiterer Fall aus Fjällbacka der mich in seinen Bann gezogen hat. Von mir 4,5 Sterne

im Shop ansehen weitere Rezensionen von gerlisch

Island-Krimi

Verschwiegen von Eva Björg Ægisdóttir

In der isländischen Kleinstadt Akranes ist das Leben eher unaufgeregt, bis in der Nähe des Leuchtturms eine Leiche gefunden wird.
Die Polizistin Elma ist nach dem Ende einer Beziehung wieder in ihrem Heimatort zurückgekehrt und übernimmt die Ermittlungen mit ihren neuen Kollegen Saevar und Hördur.

Sie stoßen auf menschliche Abgründe und decken weitere längst vergangene Verbrechen auf.

Dies ist der Auftakt einer Krimiserie der isländischen Autorin. Ihr Schreibstil ist gut zu lesen, allerdings empfand ich die Story anfangs etwas zäh und mehrere Wiederholungen störten die Dynamik. Dadurch konnte ich auch erst spät Zugang zu den Protagonisten finden.

Durch die verschiedenen Rückblenden und den wechselnden Perspektiven gewährt die Autorin Einblicke in düstere Geheimnisse und menschliche Abgründe. Die behandelten Themen Kindesmissbrauch, Vernachlässigung und Alkoholsucht sind nicht immer leicht zu lesen, so ist die Stimmung durchweg düster und beklemmend.

Sehr gut gelungen sind die Beschreibungen der Handlungsorte, man spürte beim Lesen praktisch die kalte Nase und hatte die karge und doch faszinierende Natur Islands vor Augen.

Dieser düstere Krimi macht trotz des etwas holprigen Beginns Lust auf den nächsten Teil.
3,5 von 5 Sternen

im Shop ansehen weitere Rezensionen von gerlisch

Leichte Kost

Fräulein Anna, Gerichtsmedizin von Petra Aicher

Anna Zech bekommt es gleich am ersten Tag in ihrer Anstellung in der Münchner Gerichtsmedizin mit einem interessanten Fall zu tun. Eine Tote wurde aus der Isar geborgen, es handelt sich dabei um eine Schauspielerin mit einem gewissen Ruf. Entgegen der Meinung ihrer Vorgesetzten und der Polizei glaubt Anna nicht an Selbstmord.

Gemeinsam mit dem Skandalreporter Herrn Nachtweg, der eigentlich Friedrich von Weynan ist, beginnt sie zu ermitteln.

Die Autorin hat ihre Charaktere so wunderschön gezeichnet. Zum einen Anna, eine intelligende junge Frau aus einfachen, sogar ärmlichen Verhältnissen, sie ist sehr pfiffig und kann sich durch ihre ruhige besonnene Art in allen Lebenlagen durchsetzen. Zum anderen, der Charmeur und Skandalreporter Fritz, ein verarmter Adliger und unzufrieden mit seinem Leben. Bei ihm wusste ich manchemal nicht, ob er mir sympathisch sein soll oder ob ich seine Lebemann-Art verurteilen sollte. Seine zynische Art brachte mich auf jeden Fall öfter zum Schmunzeln.

Der Schreibstil ist leicht un flüssig zu lesen und dem Ton von Anfang des 20. Jahrhunderts angepasst. Das Setting gewährt dem Leser Einblicke in das Leben Münchens in den Jahren kurz vor dem ersten Weltkrieg.

Die Auflösung des Falls war für mich überraschend. Ich habe den ersten Teil um Anna und Fritz sehr gern gelesen, allerdings wünsche ich mir für weitere Fälle mehr Krimi-Elemente.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von gerlisch

Spurlos verschwunden

Wehrlos von Nora Benrath

Nele wird vor den Augen ihrer Mutter Mieke von einem anderen Mädchen vom Spielplatz gelockt und entführt. Trotz sofort eingeleiteter Polizeiermittlungen und großen Suchaktionen bleibt Nele verschwunden. Bald stellt sich heraus, dass es sich hier nicht um eine Einzeltat handelt, sondern ein gut organisiertes Netzwerk besondere Bestellungen abarbeitet.

Von Anfang an spürt man in diesem Buch die düstere Stimmung einer Thematik die leider immer wieder Realität ist. Nora Benrath fesselt den Leser gleich zu Beginn mit der Entführung der kleinen Nele und ich als Mutter möchte mir nicht vorstellen, was Mieke da durchmachen musste.
Das verarbeitete Thema Vermarktung mit Kindern auf Social-Media-Kanälen ist hochaktuell und eine Warnung an alle, welche Folgen diese Art von Offenlegung der Privatsphäre nach sich ziehen kann.
Trotz unterschiedlicher Perspektiven und relativ kurzen Kapiteln kam bei mir leider kaum Spannung auf. Hinzu kamen noch ein zäher Erzählstil und viele Wiederholungen. Zu wenig Dialoge verliehen der Story eher etwas von einer Berichterstattung. Das Ende war für mich dann eine Aneinanderreihung von unlogischen Szenen. Schade, aus dieser beklemmenden Thematik hätte man sicherlich mehr machen können.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von gerlisch

Wozu bist du fähig?

NIGHT - Nacht der Angst von Riley Sager

Als die Studentin Maddy von einem Serienkiller ermordet wird, fühlt sich ihre Freundin Charlie schuldig und will nur noch nach Hause zu ihrer Großmutter. In Josh findet sie schnell eine Mitfahrgelegenheit. Unterwegs kommt ihr ein furchtbarer Verdacht, hat sie sich zu dem Campus-Killer ins Auto gesetzt?
Aufgebaut ist dieser Thriller wie ein Drehbuch, was sehr passend ist, denn Charlie ist ein absoluter Film-Fan und ihr fällt zu jeder erdenklichen Szene ein passender Film ein.

Dabei driftet sie immer wieder in eine Scheinwelt ab und hat Schwierigkeiten zu unterscheiden ob sich die Ereignisse in der Realität abspielen oder nur in ihrem Kopf.
Dadurch, dass sich das Geschehen in einer kalten und dunklen Nacht abspielt, wurde eine beklemmende Atmosphäre geschaffen. Sehr gut gefallen hat mir wie Charlie mit all ihren Schicksalsschlägen, den Schuldgefühlen und ihren Ängsten sehr treffend gezeichnet wurde. Allerdings wurde sie meiner Meinung nach zu naiv dargestellt und bei mehreren ihrer Aktivitäten konnte ich nur noch den Kopf schütteln.
Die Handlungen finden anfangs hauptsächlich im Auto statt, dies empfand ich sehr in die Länge gezogen und ich ertappte mich mehrmals dabei ganze Seiten nur quer zu lesen. Die Art des Autors zu schreiben, hat mir aber gut gefallen und es dadurch geschafft, mich trotz einiger unlogischen Handlungen der Protagonisten bis zum Schluss an die Story zu fesseln.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von gerlisch

Die Mörder-Lodge

Die letzte Party von Clare Mackintosh

Rhys Lloyd gibt eine Silvesterparty um den Bau seines exklusiven Feriendorfes an einem malerischen See in Nordwales mit reichlich Champagner zu feiern, doch am nächsten Morgen treibt seine Leiche im See. DC Ffion Morgan von der walisischen Polizei und DC Leo Brady, Ermittler von der Cheshire Major Crime Unit, bekommen es mit einem ganzen Dorf voller Verdächtiger zu tun.

Das Opfer wurde in den unterschiedlichen Rückblenden sehr unsympathisch dargestellt, sodass sich bei jedem Dorfbewohner sowie den Ferienhaus-Besitzern nach und nach ein Mordmotiv herauskristallisiert.
Die beiden Ermittler sind sehr unterschiedliche aber interessante Charaktere. Ffion eher bodenständig und manchmal etwas ruppig. Leo dagegen ist ein Sensibelchen und nimmt sich manches zu sehr zu Herzen. Trotzdem harmonieren die beiden sehr gut und ihr Umgang miteinander bescherte mir so manches Schmunzeln.
Die Autorin zaubert dem Leser mit ihrem bildlichen Schreibstil eine schöne und atmosphärische Winterlandschaft um den malerischen See vor Augen. Und das traditionelle Eisschwimmen am Neujahrstag jagte mir einen Kälteschauer über den Körper.
Der Spannungsbogen flacht im Mittelteil etwas ab und die unterschiedlichen Rückblenden und Perspektiven empfand ich teilweise als verwirrend. Doch danach steigert sich das Tempo und zahlreiche Twists sorgen für gute Unterhaltung. Und wer meint den Täter ausfindig gemacht zu haben, erlebt zum Schluss noch eine Überraschung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von gerlisch