Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gerlisch:
Das war nix
Northern Spy - Die Jagd von Flynn Berry
Der nordirische Bürgerkrieg wütet noch immer als Tessa, alleinerziehende Mutter eines kleinen Jungen, während ihrer Arbeit beim BBC in Belfast ihre Schwester Marian im TV entdeckt - als Täterin bei einem Raubüberfall. Sie kann es nicht glauben, dass Marian ein Mitglied der IRA sein soll. Als Tessa die Wahrheit erfährt, stellt sich ihr Leben auf den Kopf und bei ihren Nachforschungen gerät sie und ihre kleine Familie in höchste Gefahr.
In diesem Buch geht es um Terror, Angst vor Angriffen und Spionage. Jeder Punkt allein wäre schon eine Grundlage für einen Thriller, doch leider habe ich in dieser Story auf Spannung und thrill vergeblich gewartet. Vielmehr erwartet den Leser eine Geschichte über ausschweifend und zäh beschriebene Nebensächlichkeiten und Gefühle.
Der Schreibstil ist zwar leicht zu lesen, aber die Autorin hat es nicht geschafft mich an die Handlungen zu fesseln. Die Charaktere blieben mir allgemein zu blass und unsympathisch.
Schade, die Konfliktsituation in Nordirland versprach ein interessantes Thema, aber alles blieb oberflächlich und selbst der Schluss war mir zu unglaubwürdig.
Der zweite spannende Fall für Betty Rhyzyk
Der Weg ins Feuer - Thriller (Betty-Rhyzyk-Serie 2) von Kathleen Kent
Die Drogenfahnderin Betty Rhyzyk hat sich noch nicht weder körperlich noch seelisch von ihrem letzten gefährlichen Fall erholt und wird deshalb von ihrem Chef zum Innendienst verdonnert. Doch dies hindert sie nicht daran sich auf die Suche nach El Cuchillo einem brutalen Killer eines mexikanischen Drogen-Kartells zu machen.
Außerdem werden reihenweise kleinere Dealer ermordet und Betty hat den Verdacht, dass ihr Partner und bester Freund Seth da seine Finger mit im Spiel hat.
Wie bereits im ersten Buch der Betty-Rhyzyk-Reihe baut die Autorin hier mit einem absolut fesselnden Schreibstil in einem rasanten Tempo eine spannende Story auf. Nachdem Betty sich in ihrem ersten Fall nur mit knapper Not aus den Fängen der Drogenbaronin Evangeline Roy befreien konnte, ist sie immer noch voller Wut und Aggressivität, dies trägt dazu bei, dass die Story eine packende Dynamik entwickelt. Jeder einzelne der faszinierenden Charaktere wurde vielschichtig dargestellt. Obwohl hier einige Klischees wie Korruption, Drogen- und Alkoholprobleme bedient werden, hat mich die Handlung von Anfang an gefesselt. Gefallen haben mir auch der trockene Humor in den gut platzierten Dialogen.
Ein typisch amerikanischer und actionreicher Thriller der Lust auf Bettys nächsten Fall macht.
Mallorca-Sehnsucht
Inselperlen und Meer von Anja Saskia Beyer
Matilda ist schon seit Jahren mit dem attraktiven Alvaro verlobt. Als er ihr endlich einen Heiratsantrag macht, sagt sie zwar ja, aber mittlerweile scheinen ihre Wünsche nicht mehr mit Alvaros Plänen zu harmonieren.
Als sie vor ihrem kleinen Laden am Meer auf den deutschen Touristen Tom trifft, spürt sie eine starke Anziehungskraft.
Doch ausgerechnet Tom hat mit seiner Verlobten bei Mathilda einen Trauring-Workshop gebucht.
Dieser Wohlfühl-Roman hat ein stimmungsvolles Cover, das beim Betrachter die Sehnsucht nach der Insel weckt. Wunderschön wurden die kleinen Lädchen am Meer dargestellt und die Freundschaft und der Zusammenhalt von Matilda und ihren vier Freundinnen wurde authentisch beschrieben.
Der Schreibstil ist locker und leicht und gut zu lesen. Leider konnte mich die Story aber nicht wirklich fesseln, mir fehlte ein bisschen der Tiefgang in den Handlungen. Auch waren diese doch eher vorhersehbar. Gern hätte ich mir zum Schluss noch eine Überraschung gewünscht. Schön fand ich die Rezepte am Ende des Romans.
Mordnest im Schwarzwald
Diabolisch von Jonas Wagner
1995 in Holzhausen, ein Dorf im Schwarzwald:
Das Sporttraining ist zu Ende, doch Lotte und Alex werden nicht von ihren Eltern abgeholt. Es ist Februar und bald dunkel. Als die beiden es vor Kälte nicht mehr aushalten, machen sie sich auf den Heimweg, doch nur Lotte kommt zu Hause an.
27 Jahre später bekommen es Oberkommissarin Larissa Flaucher und ihr Team es mit einer Reihe mysteriöser und erschütternder Mordfälle zu tun.
Besteht eine Verbindung zum Todesfall von Alex?
Erzählt wird dieser Thriller auf zwei Zeitebenen. Die Ereignisse im Jahr 1995 machten mich sprachlos und wütend auf diese egoistischen Dorfbewohner. Außerdem lesen wir immer wieder eingeschobene Tagebucheinträge und erfahren dadurch wie Lotte gelitten hat.
Mit jeder Seite wächst die Spannung. Die Handlung ist sehr komplex mit vielen Leichen, die auf grausamste Weise getötet wurden, da muss man beim Lesen konzentriert bleiben um nicht den Faden zu verlieren.
Die Charaktere wurden meist nur oberflächlich beschrieben, sodass ich mir von ihnen nicht wirklich ein Bild machen konnte, dies hat mich aber nicht gestört, weil der Fokus mehr auf der damaligen Handlung und den wirklich guten polizeilichen Ermittlungen liegt.
Eine teuflisch clever konstruierte Story bei der mir stellenweise die Luft weggeblieben ist und obwohl ich sehr früh den Täter erahnte, ist dies ein Thriller, den ich nicht aus der Hand legen konnte.
Eiskalt und gewissenlos
Totes Moor von Lars Engels
Kriminalkommissar Janosch Janssen ist gerade aus Frankfurt in seinen Heimatort Grimmbach zurückgekehrt, um sich um seine Mutter zu kümmern. Als im Roten Moor in der Rhön eine weibliche Leiche entdeckt wird, hat er sofort die Befürchtung, dass es sich hierbei um seine vor fast 10 Jahren spurlos verschwundene heimliche Jugendliebe Mathilda handelt.
Janosch muss ausgerechnet mit der Leiterin der Kriminalpolizei Fulda, Diana Quester zusammenarbeiten, die seiner Meinung nach, damals für den Selbstmord seines Vaters verantwortlich war.
„Totes Moor“ ist der Auftakt einer neuen Krimi-Serie mit einem wunderbar atmosphärischen Setting. Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend. Aufgebaut ist die Story in zwei Zeitebenen und der Wechsel zwischen den beiden ist geschickt platziert, sodass die Spannung immer wieder aufgebaut wird.
Der Autor hat mit den Hauptprotagonisten interessante Figuren erschaffen. Janosch Janssen ist sehr sympathisch, eher Softie als knallharter Ermittler. Er eckt immer wieder mit seiner Vorgesetzten Diana Quester an, bei der ich mit ihrer unterkühlten und herrischen Art genau das Gegenteil vor Augen hatte.
Nach und nach enthüllen sich in dieser fiktiven Story die düsteren Geheimnisse rund um das reale „Rote Moor“. Obwohl der Täter für mich nicht überraschend war, waren die Hintergründe vielschichtig dargestellt.
Für dieses gelungenes Debüt vergebe ich gerne 4,5 Sterne und freue mich auf eine Fortsetzung.
Baden-Baden im Bann der Pharaonen
Fräulein vom Amt - Der Tote im Kurhaus von Charlotte Blum
Baden-Baden 1924. Bei der Premierenfeier von Verdi's "Aida" wird im Kurhaus wird die Leiche des Tenors gefunden. Schnell steht Emmis aktueller Freund und Verehrer August unter Verdacht ihn aus Eifersucht erschlagen zu haben. Alma möchte ihrer besten Freundin helfen und begibt sich schnell zwischen Eifersuchtsdramen und altägyptischen Artefakten in höchste Gefahr.
"Der Tote im Kurhaus" ist der zweite Teil aus Der Fräulein vom Amt-Reihe des Autorenpaars Charlotte Blum. Leider hat mich die Fortsetzung dieser Cosy-Crime-Serie aus den 1920er Jahren nicht überzeugt. Was die Spannung angeht, kann dieser Fall bei weiten nicht mit dem ersten Buch mithalten.
Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr gut zu lesen und die Protagonisten wurden sowohl bildlich als auch authentisch gut in Szene gesetzt. Die Dialoge zwischen ihnen laden oft zum Schmunzeln ein, aber die Handlung an sich fand ich ziemlich langatmig. Für mein Empfinden waren die Ermittlungen zum Mord ehr nebensächlich, viel mehr ging es um Emmis und Almas Privatleben und die ständige Erwähnung des "Hausdrachens" hat mich irgendwann genervt.
Da es sich um einen abgeschlossenen Kriminalfall handelt, kann dieser Teil auch ohne Vorkenntnisse zum Vorgänger gelesen werden.
Schön fand ich die Verarbeitung der historischen Details und der politischen Konflikte in der Geschichte, ansonsten war das Buch mehr cosy als crime.
Zwei Grenzfälle
Grenzfall - In der Stille des Waldes von Anna Schneider
Auf einer Baustelle in einem Tiroler Waldgebiet werden zwei ausgestopfte Dachse gefunden, in ihrem Inneren befindet sich Babykleidung. Chefinspektor Bernhard Krammer steht vor einem Rätsel, was hat dieser grausige Fund zu bedeuten?
Auf der deutschen Seite der Alpen soll sich Alexa Jahn eigentlich von einer Schussverletzung erholen.
Aber als ihr ehemaliger Kollege Jan aus Aschaffenburg vor ihrer Tür steht mit der Vermutung, dass sie in einem alten Fall den Falschen verhaftet haben, gibt es für Alexa kein halten mehr und geht mit Jan den neuen Hinweisen nach.
„In der Stille des Waldes“ ist der 3. Teil aus der Grenzfall-Reihe. Die ersten beiden Teile habe ich verschlungen, doch mit diesem Teil konnte ich nicht richtig warm werden. Vielleicht lag es daran, dass es sich hier um zwei unterschiedliche Fälle handelt, die parallel nebeneinander herlaufen und ich immer nach einem Zusammenhang gesucht habe, den hier nicht gibt.
Der Schreibstil von Anna Schneider ist wie immer leicht zu lesen und sie spart in der Story nicht mit den überaus bildlichen Beschreibungen der wunderschönen idyllischen Landschaft was ich sehr gern mag.
Alexas Fall endet zwar mit einem spannenden Showdown, allerdings empfand ich gerade ihren Fall als sehr langatmig und die Logikfehler haben mich extrem gestört.
Bei Krammer ist immer noch Perski präsent. Quereinsteiger in diese Reihe werden hier ein großes Fragezeichen vor Augen haben, denn hierzu wurden leider keine Informationen zu den Zusammenhängen gegeben.
Leider fehlten mir hier die gemeinsamen Vater-Tochter-Ermittlungen, die gerade in den beiden Büchern davor gegenwärtig waren, trotzdem bin ich gespannt wie es mit den beiden weitergeht und hoffe auf einen spannenden 4. Fall.
Ein bizarrer Fall
Wahnspiel von Kilian Eisfeld
Als der verurteilte Mörder Lukas Schneider vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, beginnt im Internet ein wahrer Shitstorm und die Hater rufen zur Lynchjustiz auf. Kurz darauf verschwindet Schneider spurlos und als seine abgetrennte Hand in einer Baugrube gefunden wird, beginnen die Ermittlungen im Dezernat für Kapitaldelikte.
Sofija Markovic und ihr Team können schon bald Erfolge vorweisen, doch der Fall wird immer rätselhafter.
Wahnspiel ist der erste Krimi den der Autor unter seinem Pseudonym Kilian Eisfeld veröffentlicht hat, bereits bekannt ist er als Daniel Wolf mit seinen erfolgreichen historischen Romanen.
Die Story beginnt sehr fesselnd mit einem Mord und der Verhaftung des Täters in der Vergangenheit. In der Gegenwart angekommen entwickelt sich der Fall etwas zäh und die Spannung lässt nach. Dafür lernt der Leser das Ermittlungsteam mit der Chefin Sofija Markovic, böse Zungen nennen sie „Kaltfront“ oder auch „Fallbeil“, und dem sympathischen Nerd Alex Schwerdt näher kennen.
Gefallen haben mir die abwechslungsreichen Polizei-Ermittlungen und die gut gesetzten Dialoge, die brisante Themen wie Rechtsradikalismus, Frauenhass und Cybermobbing behandeln. Interessant war auch das Thema Bruderschaften und Studentenvereinigungen in Heidelberg, die gut in die Geschichte eingearbeitet wurden und von fundierter Recherchearbeit zeugen.
Obwohl Kapitel aus Sicht des Täters immer mal wieder eingestreut werden, bleibt das Motiv lange im Dunkeln.
Fazit: Ein gelungenes Krimidebüt mit einem interessanten Ermittlerteam
Mysteriöse Erinnerungen
Haus der Stimmen von Donato Carrisi
Der Kinderpsychologe Pietro Gerber erhält einen Anruf von einer australischen Kollegin. Sie bittet ihn ihre Patientin Hanna Hall zu übernehmen. Durch Hypnose hat sie sich an ihre Kindheit in der Toskana erinnert und ist davon überzeugt, dass sie damals einen Mord begangen hat. Gerber der eigentlich nur mit Kindern arbeitet, lässt sich überreden die 30jährige Hanna zu therapieren.
Gemeinsam reisen sie per Hypnose in die Vergangenheit, doch schon bald bereut er, sich darauf eingelassen zu haben, denn es passieren seltsame Dinge.
Der Autor Donato Carrisi versteht es gleich von Anfang an eine düstere Stimmung zu erschaffen. Die brillant konstruierte Story lädt den Leser immer wieder zum Miträtseln ein.
Der anfangs so selbstbewusste Pietro gerät mehr und mehr durch die Erkenntnisse aus den Hypnosesitzungen aus der Fassung und die Geheimnisse die dadurch aus Licht kommen, sorgen für so manchen Nervenkitzel. Hanna bleibt sehr undurchsichtig und ihre geheimnisvollen Andeutungen lassen einiges mysteriös erscheinen. Vieles bleibt bis zum Schluss im Dunkeln.
Ein Thriller, der ohne Blutvergießen auskommt, atmosphärisch und spannend geschrieben.
Wieder ein spannender Fall für Liv Lammers
Zornige Flut von Sabine Weiß
Die Polizeikommissarin Liv Lammers wird wieder nach Sylt gerufen. Diesmal hat ein Kollege in einer Fastenklinik bei Archsum einen Schädel gefunden, doch wo ist der Rest des Opfers? Liv muss sich auf diesen Fall konzentrieren, obwohl sie gerade einige private Probleme zu lösen hat. Ihr Haus in Flensburg hat gebrannt und sie konnte sich erst in letzter Minute mit ihrer Tochter in Sicherheit bringen.
Auf Sylt entgeht sie nur knapp seltsamen Unfällen. Da kommt der Verdacht auf, dass jemand sie aus dem Weg räumen will.
Auch in ihrem 7. Fall müssen Liv und ihr Team wieder einen spannenden Fall vor der malerischen Kulisse auf Sylt lösen. Aber eigentlich handelt es sich ja um zwei unterschiedliche Fälle, die gut miteinander verwoben werden. Auch ohne Vorkenntnisse hat man die vielschichtigen Charaktere sofort bildlich vor Augen und der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und leicht zu lesen.
Von Anfang an wächst die Spannung mit jeder Seite und mir gefällt jedes Mal wie Sabine Weiss in ihren Büchern eine tolle Handlungsdichte einarbeitet. Sie präsentiert die unterschiedlichsten Verdächtigen und verheißungsvolle Spuren, aber am Schluss war ich doch verblüfft über die überraschende Wendung.











