Kunden em pfehlungen
Rezensionen von peppi:
intensiv und berührend
Lola im Spiegel von Trent Dalton
Der Autor Trent Dalton erzählt in" Lola im Spiegel" eine Geschichte, die zugleich verletzlich und kraftvoll wirkt.
Im Zentrum steht ein Mädchen, das mit seiner Mutter im Verborgenen lebt. Es ist ein Leben am Rande der Gesellschaft, geprägt von Angst und Loyalität und dem Wunsch einen eigenen Platz in der Welt zu haben.
Das Mädchen darf keinen Namen tragen, aber es entwickelt eine klare Vorstellung davon wer es sein möchte-eine Künstlerin frei von der kriminellen Welt, in der es lebt. Einem alten Spiegel vertraut sie ihre Zweifel, Wünsche und Wut an. Er wird zu einer Art Projektionsfläche für das Leben, das sich sich erträumt.
Die Verbindung zu dem Jungen auf der anderen Flussseite gibt der Geschichte eine gewisse Hoffnung, dass ihr Leben das wird, das sie sich wünscht.
Es ist eine Geschichte, die zeigt wie ein Mädchen sich in einer schwierigen Welt behauptet. Die Gespräche mit dem Spiegel geben ihr Mut.
Ein intensives und berührendes Buch.
Leseempfehlung!
Sechs Tage, die alles verändern
Tage des Lichts von Megan Hunter
In ihrem Roman " Tage des Lichts" erzählt die Autorin Megan Hunter eine stille und eindringliche Geschichte über Sehnsucht, verpasste Momente und die Frage , wieviel Einfluss wir wirklich auf unser Leben haben.
Im Zentrum steht Ivy, deren Leben durch sechs prägende Tage erzählt wird.
Im Jahr1938 ist Ivy eine junge neunzehnjährige Frau, die in England lebt und voller Träume ist. Am Ostersonntag passiert ein Unglück, das ihr Leben in eine andere Richtung lenkt. Sie wird ein angepasstes Leben mit Ehemann und Kindern führen.
Das Wiedersehen mit Francis, der sie an jenem Ostersonntag das erste mal begegnet ist, bringt etwas in ihr zum Aufflammen. Beide Frauen spüren sich zueinander hingezogen. Aber darf das sein?
Mir hat es gut gefallen, wie die Autorin die Spannung zwischen Anpassung und inneren Verlangen erzählt hat. Die sechs entscheidenden Tage in Ivys Leben sind gut gewählt.
Leseempfehlung!
Vier Leben
Niemands Töchter von Judith Hoersch
Judith Hoersch erzählt in ihrem Roman "Niemands Töchter" das Leben von Marie, Gabriele, Alma und Isabell.
Es hat bei mir etwas gedauert bis ich dahinter kam, in welcher Beziehung sie zueinander stehen.
Der Einstieg hat etwas Geduld gefordert, aber diese Geduld wurde belohnt.
Die Autorin erzählt ihre Geschichte aus der Sicht der einzelnen Frauenfiguren in unterschiedlichen Zeitebenen.
Das hat mich anfangs etwas verwirrt, aber sobald ich den Erzählrhythmus gefunden hatte, war es ein großes Lesevergnügen.
Es ist ein Roman, der sich langsam öffnet, aber dann umso nachhaltiger wirkt. Nach dem etwas sperrigen Einstieg entfaltet Judith Hoersch eine feinfühlige, atmosphärische Geschichte, die mit jeder Seite an Tiefe gewinnt. Die Frauen sind mir zunehmend ans Herz gewachsen und ich habe habe mit ihnen gelitten und gelacht.
Das Dranbleiben hat sich auf jeden Fall gelohnt. Leseempfehlung!
berührend
Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén
Die Autorin erzählt die Geschichte des 89jährigen Bo. Seine Welt ist still geworden. Von der Frau , mit der er sein Leben geteilt hat, bleibt ihm nur noch ein Schal, der ihren Geruch trägt. Sie ist demenzkrank und erkennt ihn nicht mehr. Sie wird nun in einem Pflegeheim betreut.
Sein letzter Halt im Leben ist sein Hund Sixten.
Aber genau diesen letzten Anker will ihm sein Sohn nehmen. Aus dieser existenziellen Bedrohung heraus beginnt der alte Mann die entscheidenden Momente seines Lebens neu zu betrachten. Auf Entscheidungen, die er getroffen hat, seine Liebe und Dinge, die er tat, die ihm im Nachhinein nicht mehr richtig erscheinen und die Frage , was am Ende zählt.
Ein stiller Roman über Würde, Verlust und die Kraft der Erinnerungen , der mich berührt hat. Dieses Buch bringt einen dazu darüber nachzudenken wieviel Mut es braucht alt zu werden und wieviel Kraft in Erinnerungen steckt.
Leseempfehlung!
großartig
Wem du traust von Petra Johann
Diese leise, aber intensive Geschichte, die Petra Johann in ihrem Krimi erzählt, hat mir unheimlich gut gefallen.
Das scheinbar harmonische Familienleben wird nach Sofias Verschwinden zu einem intensiven Psychodrama.
Eine zentrale Figur ist Eva. Sie schwankt zwischen Loyalität und wachsendem Zweifel.
Hier zeigt die Autorin besonders wie zerbrechlich Vertrauen sein kann und wie schnell ein gewohntes Leben ins Wanken gerät.
Mehrmals war ich beim Lesen völlig sicher den Täter zu kennen, nur um ein paar Seiten später festzustellen, dass die von mir festgelegte Person es nicht sein kann, weil ein neuer Hinweis meine Theorie zunichte machte. In dem Krimi entsteht die Spannung nicht durch große Action, sondern die ständige Ungewissheit, ob man den Figuren trauen kann.
Die Art wie Petra Johann schreibt gefällt mir sehr . Sie setzt auf präzise Beobachtungen und Zwischentöne.
Meine uneingeschränkte Leseempfehlung!
Gruppenporträt
Was vor uns liegt von Alba de Céspedes
Alba de Céspedes’ Debütroman Was vor uns liegt (1934, jetzt neu übersetzt von Esther Hansen) führt uns nach Rom der 1930er-Jahre.
Es ist das Porträt von acht jungen Frauen, die im Grimaldi-Konvikt, einem fiktiven Wohnheim in dem Roman, studieren und unter der strengen Aufsicht von Nonnen leben.
Es sind Anna, Silvia, Emanuela, Milly, Xenia, Augusta, Valentina und Vinca. Jede von ihnen hat ihre eigenen Sehnsüchte-nach künstlerischem Ausdruck, nach Liebe und Freiheit. Jede trägt auch ihr eigenes Geheimnis-ein uneheliches Kind, gescheiterte Ambitionen, leidenschaftliche Verstrickungen oder stille Eifersucht.
Der Autorin gelingt es sehr gut zu zeigen, wie sehr die Frauen nach Freiheit und Selbstbestimmung streben und wie die Gesellschaft ihnen Grenzen setzt.
Obwohl die Geschichte in Italien der 1930er Jahre spielt, werden Fragen berührt, die bis heute aktuell sind.
Leseempfehlung!
Neuanfang
In den Scherben das Licht von Carmen Korn
Mit ihrem Roman "In den Scherben das Licht" entführt uns die Autorin Carmen Korn in das Hamburg des Jahres 1946. Die Stadt ist vom Krieg gekennzeichnet, aber die Menschen wollen nach vorn schauen und ihr Leben wieder lebenswert machen.
Gert und Gisela sind zwei der Hauptpersonen.
Die Jugendlichen finden Zuflucht im Keller der ehemaligen Schauspielerin Frieda Wahrlich, der dritten Hauptperson des Buches. Sie werden zu einer engen Gemeinschaft, der sich bald weitere Personen anschließen, die in Friedas Haus ein zuhause finden.
Jeder von ihnen mit seiner eigenen Lebensgeschichte, die oft auch die Unterstützung der Freunde braucht, um mit ihr klar zukommen.
Der Autorin ist hier ein Roman gelungen, der nicht nur den Wiederaufbau einer Stadt, sondern auch der Herzen beschreibt.
Es ist ein Buch über Neubeginn, Hoffnung und Menschlichkeit.
Meine Leseempfehlung!
Frauen bei Olympia
Aufgeben können die anderen von Lena Johannson
In ihrem Roman "Aufgeben können andere" erzählt die Autorin Lena Johannson die Geschichte der Französin Alice Milliat. Alice liebte den Sport Neben dem Rudern liebte sie auch Schwimmen und Hockey. Aber das allein reichte ihr nicht, sie wollte auch auf internationaler Bühne zum Wettbewerb antreten Allerdings bekommt sie vom Olympischen Komitee eine Absage, denn zu Beginn des 20.
Jahrhunderts galt Frauensport noch als unschicklich.
Alice kämpft trotz persönlicher Traumata weiter für den Frauensport. Da Frauen bei Olympia für das IOC und Gründer Baron de Coubertin undenkbar sind, organisierte die Sportpionierin kurzerhand 1922 die Olympischen Spiele nur für Frauen.
Diesen Teil der Sportgeschichte kannte ich noch nicht und fand die Fakten dazu sehr interessant. Alice als Person blieb mir aber fremd, es gelang mir nicht eine Beziehung zu ihr aufzubauen.
Lesenswert für alle, die sich für Sportgeschichte interessieren.
Drei Lebenswege
Lebensbande von Mechtild Borrmann
Mechthild Borrmanns Roman "Lebensbande" ist ein Stück deutscher Zeitgeschichte, die sich von den 1930er Jahren bis zum Mauerfall erstreckt. Er basiert auf wahre Begebenheiten.
Die drei Frauen Lene, Nora und Lotte sind keine Heldinnen, aber die Ereignisse in dieser Zeit haben tiefe Narben bei ihnen hinterlassen.
Lene wird von ihrer Cousine Nora unterstützt, als es gilt ihren Sohn, der als Reichausschusskind gilt, das Leben zu retten.
Nora und Lotte treffen Anfang der 1940er Jahre in Danzig aufeinander. Kurz nach Kriegsende werden beide Frauen in einen russischen Gulag verschleppt.
Die Autorin arbeitet mit wechselnden Zeitebenen, so wird man beim Lesen durch die Jahrzehnte geführt.
Den Schreibstil könnte man fast zurückhaltend nennen. Es gibt keine lauten Wendungen, aber der Leser spürt die Schuld, den Verlust und auch die Hoffnung, ohne dass es benannt wird.
Meine Leseempfehlung!
bezaubernd
Ins hohe Gras von Trevor Noah
Noch bevor ich das Buch aufgeschlagen habe, war ich entzückt. Das Cover von "Ins hohe Gras" sieht fantastisch aus. Der Buchrücken ist mit einem grünen Stoff bezogen. Auf dem Titelbild eine wunderschöne Zeichnung, die durch goldene Tupfer sehr hochwertig wirkt.
Die Geschichte besteht aus gleichen Teilen Text und lebendigen Illustrationen.
Diese kluge und warmherzige Geschichte richtet sich nicht , wie man auf den ersten Blicken meine könnte, nur an Kinder. Auch Erwachsene werden ihre Freude daran haben.
Man findet ein Zusammenspiel von kindlicher Fantasie und tiefgründiger Botschaft, die nicht mit dem erhobenen Zeigefinger vermittelt wird.
Trever Noah erzählt warmherzig und auch mit feinem Humor. Die Illustrationen von Sabina Hahn, die die Leichtigkeit von Skizzen haben, sind wunderschön. Die poetische Erzählweise und die bis ins Detail liebevoll gestalten Illustrationen ergänzen sich fabelhaft.
Wenn Sie ein wundervolles Leseerlebnis suchen, begleiten sie den kleinen Jungen mit Teddy Walter auf ihre Flucht ins hohe Gras.











