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Rezensionen von gletscherwoelfchen:

Einzigartige und grausame Fantasy

Die Quellen von Malun - Blutgöttin von Winterfeld Daniela

Auf Ruann wird das Wasser von Tag zu Tag knapper. Seen, Flüsse und Bäche sind mittlerweile vollkommen ausgetrocknet und nur einige wenige Quellen halten die Bevölkerung noch am Leben.
Um die letzten Ressourcen für sich zu beanspruchen, führt Sapion verheerende Kriege gegen seine Nachbarreiche.
Inmitten dieser sterbenden Welt kämpfen Feyla, Dorgen, Alia und Tailin - vier Menschen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten - um ihre Zukunft und ihr Überleben.

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"Die Quellen von Malun - Blutgöttin" ist definitiv kein klassisches Buch aus dem Genre "Fantasy". Es handelt sich hier um keine beschönigte Welt mit magischen Blümchen und zartbesaiteten Feen. Nein, ganz im Gegenteil: Ruann ist eine Welt am Abgrund. Die Menschen bekriegen sich um das letzte Wasser, um das letzte Funken Leben in jener Welt. All dies findet in einer fast schon dystopisch anmutenden Atmosphäre, die in einem hervorragendem und ausgeklügeltem Worldbuilding ihren Platz findet, statt.

Bereits im Prolog wird deutlich, wie brutal und skrupellos die Überlebenden sein können - und in gewisser Weise auch sein müssen. Von klein auf wird Kindern eingetrichtert, dass Emotionen und Gefühle in Sapion keinen Platz haben. Jungen werden abgerichtet und an das Militär übergeben, Mädchen mit jungen Jahren verheiratet und gezwungen, binnen eines Jahres ein Kind zu gebären. Begleitet werden sie von härtesten Formen körperlicher wie auch physischer Gewalt, unverschleierte Frauen werden als Freiwild betrachtet.

Doch nicht nur die Umstände in dieser sterbenden Welt sind schonungslos. Auch der Schreibstil der Autorin stellt die dortige, grausame Realität von Grund auf ehrlich dar. Daniela Winterfeld lässt in dem Bild, das sie Stück für Stück in den Köpfen der Leser zeichnet, kein Detail aus. Niederste Triebe, skrupellose Intrigen, raue Kämpfe und deren blutige Folgen werden hier beschrieben. So erlebt der Leser hautnah mit, was es bedeutet, in solch einer Welt aufzuwachsen und jeden Tag für sein Glück kämpfen zu müssen. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass empfindlichere Leser bei zuvor beschriebenen Passagen hart schlucken müssen und möglicherweise nicht mit dem Erzählten klarkommen. Daher möchte ich an dieser Stelle eine ausdrückliche Triggerwarnung aussprechen und deutlich machen, dass "Blutgöttin" alles andere als eine leichte Kost ist. Dies hat mir zu Beginn des Buches ein wenig gefehlt.

Nichtsdestotrotz finde ich dieses Buch unheimlich gelungen. Und das nicht nur auf Grund des Schreibstils und des grandiosen Worldbuildings. Auch die unterschiedlichen Erzählperspektiven machen es zu etwas ganz Besonderem. Insgesamt vier Leute, Feyla, Dorgen, Alia und Tailin, schildern ihre Erfahrungen und Erlebnisse. Dabei ist die Anordnung der einzelnen Episoden stets so gewählt, dass die Spannungskurve konstant oben gehalten wird. Es folgt nie zweimal die selbe Perspektive hintereinander und gerade dadurch, dass jede einzelne mit einem nervenzerreißenden Cliffhanger aufhört, möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Mir sind die knapp 600 Seiten wie ein Katzensprung erschienen und ich konnte mich kaum davon losreißen. Binnen weniger Tage habe ich "Blutgöttin" verschlungen und bin überaus gespannt auf die Fortsetzung. Das Buch endet mit einigen losen Strängen, die sanft miteinander verflochten wurden und lässt den Leser unglaublich gespannt auf die weiteren Wendungen zurück.
5/5 Sterne

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Eine wundervolle Kurzbiografie

Als Ludwig aus dem Rahmen stieg von Cordelia Albert

Paul möchte so gerne endlich "Für Elise" von Ludwig van Beethoven auf dem Klavier spielen lernen. Aber es will einfach nicht klappen!
Als er seiner Wut darüber Ausdruck verleiht, steigt plötzlich Beethoven höchstpersönlich aus dem Bilderrahmen über Pauls Klavier. Er spielt Paul nicht nur seine Komposition vor, sondern erzählt ihm auch berührende Episoden aus seinem Leben.

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Aufmerksam geworden auf dieses Buch sind wir sofort durch das wunderschön gestaltete Cover. Es sieht nicht nur einzigartig aus, sondern ist gleichzeitig aus sehr dynamisch gehalten. So zieht es sofort alle Blicke auf sich!

Zu unserer Freude sind die Illustrationen im Innenteil des Buches im selben Stil gehalten. Sie waren definitiv unser Highlight an "Als Ludwig aus dem Rahmen stieg". Jede Doppelseite besticht durch farbige, detailreiche Illustrationen, die das Geschriebene wunderbar veranschaulichen. Es macht als Leser unheimlich viel Spaß, sich die Zeichnungen genauestens anzuschauen, da es Zahlreiches zu entdecken gibt.

Aber nicht nur die Gestaltung konnte uns überzeugen. Auch der Inhalt des Buches hat uns total gut gefallen.
Spielerisch werden hier interessante Daten und Fakten aus Beethovens Leben dargestellt. So wird nicht nur das Interesse am Komponisten selbst, sondern auch an der Musik geweckt. Und gerade die Rahmenhandlung rund um den jungen Paul macht die Geschichte sehr schön greifbar und verständlich für Kinder.

Optimal in Szene gesetzt wird der Text durch eine dynamische Schriftart und Anordnung. Größer dargestellte Schlagworte und ein paar "schiefe" Textzeilen bringen Bewegung in das Geschriebene. Wir fanden letzteres sehr schön gemacht, sind uns allerdings unsicher, ob es für sehr junge Leseanfänger nicht zu anstrengend ist. Für das Vorlesen ist es aber sicherlich eine nette Abwechslung zu den üblichen Büchern.

Sehr gut gefallen hat uns außerdem ein kurzes Glossar hinten, das etwas schwierigere Begriffe für Kinder erklärt. Zudem dort vorzufinden sind Kurzbiografien weiterer berühmter Persönlichkeiten, die einen guten Überblick vermitteln.

Wir sind begeistert von diesem süßen Kinderbuch und empfehlen es gerne weiter. Gemeinsam mit den tollen Illustrationen und den lebhaften Erzählungen macht das Lesen unheimlich viel Spaß!
5/5 Sterne

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Gefühlvoll, emotional und einfach echt!

Warten auf Wind von Kroon Oskar

Vingas Eltern leben getrennt, auch echte Freunde hat sie keine. Einzig und allein auf der Insel ihres Großvaters findet sie Trost und Wärme. Jeden Sommer darf Vinga ihn besuchen und an ihrer Schnigge, einem kleinen Boot, arbeiten.
Aber plötzlich taucht Rut auf. Rut, die das Meer und die Insel hasst und das komplette Gegenteil von Vinga ist, sie aber dennoch ein Gefühl von Geborgenheit verspüren lässt.

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Müssten wir "Warten auf Wind" mit drei Worten beschreiben, würden wir uns vermutlich auf die Begriffe "gefühlvoll", "emotional" und "echt" beschränken. Wir finden, dass diese Worte perfekt auf dieses Buch zutreffen.
Denn dieses Kinderbuch von Oskar Kroon ist von Grund auf ehrlich und beschreibt auf eine einzigartige Art und Weise Vingas Erlebnisse. Diese sind durchzogen von zahlreichen eindringlichen Emotionen, vor allem Schmerz und Trauer sind hier ein Begriff.
Mit seinem wundervollen Schreibstil schafft der Autor es hervorragend, jene Emotionen authentisch und den Leser mitten ins Herz treffend zu beschreiben.

Für mich hat gerade dieser Aspekt das Buch so besonders gemacht.
Meine junge Mitleserin hingegen hat sich etwas daran gestört. Für sie war die Atmosphäre teils zu drückend, manchmal hat sich die Geschichte - gerade weil sie sich eher dem Genre "Literatur" zuwendet - ihrer Meinung nach doch sehr gezogen.
Durch den doch recht anspruchsvollen Stil ist "Warten auf Wind" daher nichts für jedermann. Gerade junge Leser könnten ihre Probleme damit haben. Und das gerade, wenn eher weniger Durchhaltevermögen besteht.

Ich finde jedoch, dass sich das Warten definitiv lohnt. Ja, dieses Buch hat seine Längen. Gleichzeitig aber sind es genau die sanften Töne, die plätschernde Handlung und ruhige Protagonistin, die es lesenswert machen.

Wir empfehlen das Buch ab etwa 13 Jahren weiter und möchten nochmals darauf verweisen, dass es sich hierbei um kein actiongeladenes oder mal locker nebenbei lesbares Kinderbuch handelt. "Warten auf Wind" ist ebenso eindringlich wie authentisch und auf eine wunderschöne Weise einzigartig.
4/5 Sterne

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Ein grandioser Auftakt - ich brauche dringend den zweiten Band!

Das Reich der Schatten, Band 1: Her Wish So Dark (High Romantasy von der SPIEGEL-Bestsellerautorin von "One True Queen") von Jennifer Benkau

"Nur wer nicht genug Mut oder Willen hat, braucht seine Kraft.Ich hatte das immer angezweifelt. Aber ich hatte auch noch nie jemanden verteidigen müssen, den ich liebte."

Nachdem Laires Verlobter Desmond vom dunklen Lord in das Reich der Daema verschleppt wird, bricht sie umgehend auf, um Desmond zu retten.

Doch sie ahnt nicht, was sie in dieser verwunschenen Welt erwartet. Schreckliche, blutrünstige Wesen strecken ihre Klauen nach ihr aus. Darüberhinaus spielt die Zeit stets gegen sie. Denn wer zu lange im Reich verbleibt, läuft Gefahr, selbst zu einem Monster zu werden.
Unerwarteterweise erhält Laire von dem Menschen Unterstützung, den sie nach einem furchtbaren Verrat nie wiedersehen wollte...

Kurz vorweg: "Das Reich der Schatten" spielt zwar im gleichen Universum wie "One true Queen", ein weiterer Roman der Autorin. Nichtsdestotrotz können beide Bücher unabhängig von einander gelesen werden.
Ich kannte Jennifer Benkau vor "Her Wish so Dark" noch gar nicht, war nach den vielversprechenden Meinungen zu ihrem Debüt aber unheimlich neugierig auf ihre Geschichten.
Und so viel kann ich verraten: Ich wurde alles andere als enttäuscht.

Zu Beginn des Buches habe ich ein wenig länger gebraucht, um mich angemessen orientieren zu können. Das liegt aber vermutlich eher weniger daran, dass ich die anderen Bücher der Autorin nicht kannte, sondern an der bemerkenswerten Komplexität des Worldbuildings. Dieser Punkt ist fantastisch gelungen. Sobald man als Leser erst einmal in die Geschichte hineingefunden hat, nimmt einen das enorme Ausmaß dieser fremden Welt förmlich gefangen. Hier handelt es sich um High-Fantasy mit einem leicht mittelalterlichem Flair von Feinstem!
Unterstützend dazu war sicherlich auch die gut gemachte Karte auf der Innenseite. Diese hat mir gerade am Anfang der Reise sehr weitergeholfen und mich dabei unterstützt, mir noch einmal alles gut visualisieren zu können.

Gerade beim Punkt "Visualisieren" muss ich einmal ausdrücklich den wundervollen Schreibstil der Autorin loben. Jennifer Benkau wird dem Hype hier meiner Meinung nach gerecht. Mit ihren Worten erschafft sie eine ganz besondere Atmosphäre, balanciert toll zwischen lockerer Unterhaltung und komplexer Fantasy. Der Leser kann sich so perfekt in das Geschehen einfinden - ich habe mich teils gefühlt, als würde ich gemeinsam mit Laie reisen.

Besagte Reise beginnt in der Welt der Menschen und fährt dann in einem dunklen Reich, das von gefährlichen Monstern beherrscht wird, fort. Hier hat mir der Übergang äußerst gut gefallen. Er wurde schön fließend beschrieben, war aber dennoch geprägt von der ein oder anderen Überraschung.
Einen kleinen Kritikpunkt gibt es von mir für den zweiten Teil der Reise. Stellenweise erschien mir die ein oder andere Passage doch recht langatmig und ich bin der Meinung, dass man diese problemlos ein wenig kürzen könnte, ohne an Inhalt zu verlieren.

Nichtsdestotrotz finde ich "Her Wish so Dark" definitiv lesenswert und empfehle es unbedingt weiter. Wer High-Fantasy mit starken Protagonisten liebt, wird hieran bestimmt Gefallen finden.
5/5 Sterne

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Magisch, aufregend und überaus emotional!

Nordstern - Der Ruf der freien Pferde von Karin Müller

Sommer 1949: In Deutschland hat es die 14-jährige Erla unheimlich schwer. Nicht nur die Nachkriegszeit und ihr verstorbener Vater machen ihr zu schaffen - Erla kann Wesen wahrnehmen, die kein anderer sieht.
Gemeinsam mit ihrer Mutter wandert sie nach Island aus und hofft, dort ein völlig neues Leben anfangen zu können.

Doch in Island fällt den beiden der Start alles andere als leicht: Kaum angekommen, werden Erla und ihre Mutter auch schon zwei verschiedenen Bauernhöfen als Arbeitskräfte zugeteilt. Und Erla fühlt sich auf dem Hof so gar nicht wohl. Zum Glück gibt es Drifa. Das Pferd gibt ihr Halt und lässt sie ein Gefühl von Geborgenheit erfahren...

Vorab: Bei "Nordstern" handelt es sich um das Prequel zur "Nordlicht"-Reihe. Wir haben die Reihe noch nicht gelesen, hatten aber dennoch keinerlei Einstiegsschwierigkeiten oder Verständnisprobleme.

Der Einstieg in das Buch ist uns dementsprechend gut gelungen. Der Schreibstil der Autorin ist, wie wir es bereits von der "Pferdeamulett"-Trilogie gewohnt sind, angenehm zu lesen und gleichzeitig schön bildhaft. Karin Müller schafft es im Laufe des Buches eine traumhafte, isländisch angehauchte Atmosphäre zu kreieren. Dazu haben auch zahlreiche isländische Wörter und Namen beigetragen. Prinzipiell finden wir die Idee dahinter toll. An einigen Stellen war das Lesen dadurch allerdings leider ein wenig holprig, weil wir mit der richtigen Aussprache zu kämpfen hatten. Einige wenige Textstellen haben wir deshalb gleich doppelt gelesen.

Das ist aber nicht weiter schlimm, denn wir haben Erla sehr gerne auf ihrer Reise begleitet und hätten am liebsten direkt mehr von ihr gehört. Sie ist eine unglaublich sympathische Protagonistin, die durch ihre authentische und tierliebe Art besticht. Wir konnten uns optimal mit ihr identifizieren. Ihre Gefühle waren toll nachvollziehbar, ihre Unsicherheit und Angst in einem vollkommen fremden Land waren förmlich spürbar.

Die Geschichte selbst konnte uns vor allem durch die magischen Einlagen überzeugen. Die unsichtbaren Wesen sind fantastisch geschildert, auch ihre Welt ist wundervoll authentisch gezeichnet. Stück für Stück lernt man als Leser beides näher kennen, wird sanft an die fremde Welt herangeführt.
Das soll jedoch keineswegs heißen, dass "Nordstern" nur für Fantasyliebhaber geeignet ist. Die Geschichte knüpft nah an die Realität ein, enthält einige historische Anspielungen, Briefe, welche die Erzählung auflockern, und natürlich auch ein wenig Material für Pferdeliebhaber. Getoppt wird all das durch einige aufregende Entwicklungen und zahlreichen Wendungen, die den Leser mitten ins Herz treffen.
Gerade zum Ende hin kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Hier hätten wir uns für das perfekte Leseerlebnis allerdings noch gewünscht, dass die Spannungskurve ein wenig ausgeglichener wäre. Denn während sich die Handlung zuvor etwas Zeit lässt, geschieht zum Schluss alles Schlag auf Schlag.

Nichtsdestotrotz empfehlen wir dieses Jugendbuch gerne weiter. Wer Pferde und ein wenig Fantasy liebt, wird hierbei sicherlich genauso viel Freude wie wir haben. Wir freuen uns schon auf weitere Abenteuer mit Erla!
4/5 Sterne

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Lustig, verrückt und unterhaltsam!

Das ungeheimste Tagebuch der Welt!, Band 1 - Wie mein bescheuerter Bruder Klassensprecher in meiner Klasse wurde ....Bd.1 von Anja Fröhlich; Patrick Krause

Nachdem Karlines Stiefbruder Paul sitzenbleibt und deswegen gemeinsam mit ihr in eine Klasse kommt, ahnt sie Schlimmes. Und dann wird ausgerechnet er der neue Klassensprecher. Eigentlich wollte doch Karline unbedingt Klassensprecherin werden - sie hatte das perfekte Programm vorbereitet!
Zum Glück hat Paul sein Logbuch, in dem super geheime Geheimnisse stehen, nicht allzu gut versteckt.

So weiß Karline stets, was er gerade plant...

Gleich zu Beginn des Buches sind uns die unterschiedlichen Schriftarten und kleinen Bildchen ins Auge gesprungen. Sie sind total passend platziert und lassen den Text nicht nur sehr dynamisch und lebendig wirken, sondern geben dem Leser auch das Gefühl, gerade ein richtiges Tagebuch zu lesen.
Das liegt auch an dem sehr modernen und authentischem Schreibstil, der perfekt zu den Protagonisten gepasst hat.

Diese haben das Buch zu etwas ganz Besonderem gemacht. Ihr Verhältnis wurde überaus passend beschrieben, eben ganz so, wie man sich zwei Geschwister in dem Alter vorstellt. Typische Zankereien und Seitenhiebe kommen hier nicht zu kurz und der Leser erhält so hautnah einen Einblick in die Vor- und Nachteile des Geschwisterdaseins.
Neben diesem Einblick sorgen Karline und Paul auch für zahlreiche herrlich witzige Momente - die Knibbeleien zwischen ihnen sind einfach phänomenal!

Und obwohl die Geschichte sich mit (scheinbar) harmlosen und gewöhnlichen Alltagsgeschichten beschäftigt, wird es nie auch nur ein wenig langweilig. Dafür sorgen einerseits die beiden unterschiedlichen Perspektiven, aus denen erzählt wird, andererseits aber vor allem spannende Wendungen. Diese kommen oft sehr überraschend. Als Leser hat man immer mal wieder den Eindruck, dass jetzt doch endlich alles gut werden müsste, wird dann allerdings von dem ein oder anderen Stolperstein überrumpelt.

Wir hätten nie gedacht, dass Alltagsgeschichten so unterhaltsam, abenteuerlich und spannend sein können. "Das ungeheimste Tagebuch der Welt!" zeigt, dass es auch anders geht! Selten haben wir so viel Freude beim Lesen eines Kinderbuches empfunden und sind nach wie vor hellauf begeistert davon.
Von uns gibt es eine absolute Leseempfehlung, gerne auch für Lesemuffel, die durch das hohe Maß an Dynamik sicherlich gut vorankommen werden.
5/5 Sterne

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Emotional, spannend und romantisch!

Nach der Zerstörung von Rebekka Gusia

„Fräulein in Not? Am Arsch!“
Die 19-jährige Raja wächst in einer Welt auf, die von Naturkatastrophen, Einsamkeit und Verlusten geprägt ist. Einzig und allein ihr Hund Floh bleibt stets an ihrer Seite - bis eines Tages Lean auftaucht. Lean, der sie nicht nur vor einem herannahendem Tsunami rettet, sondern ihr erstmals Wärme und Hoffnung zu vermitteln vermag.

Aber nicht alles was glänzt, ist Gold. Und so scheint auch Lean dunkle Geheimnisse vor Raja zu bewahren…

Wer starke Protagonistinnen und eigenständige Frauen mag, ist hier genau richtig!
„Nach der Zerstörung“ beschäftigt sich vorrangig mit Raja, einer jungen Frau, die vollkommen auf sich allein gestellt ist. Sie muss sich nicht nur um ihre Versorgung kümmern, sondern ihrem Alltag auch möglichst viel Sicherheit verleihen. Dabei gerät sie des Öfteren in gefährliche Situationen, gibt deswegen jedoch alles andere als schnell auf. Ich habe Raja für ihren Mut, ihren Ehrgeiz und ihr Durchhaltevermögen sehr bewundert. Sie bereichert die Geschichte auf ihre ganz eigene, unverkennbare Art - ich denke, eine bessere Protagonistin hätte man sich in solch einer zerstörten Welt kaum wünschen können.
Immer an ihrer Seite ist ihr Hund Floh, der im Sturm mein Herz erobern konnte - und das nicht nur, weil ich ein Hundemensch bin. Einen solch loyalen und treuherzigen Begleiter wünscht sich doch sicherlich jeder an seiner Seite!

Das nötige Kribbeln und Herzklopfen verleiht in dieser Dystopie allerdings definitiv der geheimnisvolle Lean. Obwohl ich anfangs noch etwas Mühe hatte, einen richtigen Draht zu ihm knüpfen zu können, hat sich das schnell gelegt. Im Nachhinein finde ich, dass er durchaus Bookboyfriend-Potenzial bietet. Vor allem auf Grund seiner engelsgleichen Geduld und seiner Fähigkeit, sich nicht immer unnötigerweise aufdrängen zu müssen, Raja nicht die Show zu stehlen.

Mindestens ebenso sehr wie die einzelnen Charaktere mochte ich den Schreibstil der Autorin. Locker und flüssig verschlingt man als Leser förmlich die Seiten, gerade zum Ende hin einige unerwartete Wendungen wie auch die ein oder andere humorvolle Einlage lassen einen das Buch nicht mehr so schnell aus der Hand legen.

Für mich persönlich hätte das Worldbuilding noch ein kleines bisschen intensiver sein können.
Ich finde die Grundidee super spannend, keine Frage! Die beängstigende Nähe zu furchtbar zerstörerischen Naturkatastrophen hat sich äußerst real angefühlt.
Allerdings hätte ich mich über einige Hintergrundinformationen gefreut: Wie genau ist die Welt zu stände gekommen? Was war der Auslöser? Wie sieht es in anderen Teilen der Erde aus? Auch das ein oder andere einschneidende, prägende Erlebnis diesbezüglich hätte in meinen Augen dazu beigetragen, das gesamte Potenzial entfalten zu können. Mir war es teils ein wenig zu „sanft“, wenn man es denn so ausdrücken möchte.

Genau aus diesem Grund aber bin ich der Meinung, dass das Buch gerade für Neueinsteiger in das Genre perfekt sein könnte. „Nach der Zerstörung“ führt locker in das Genre „Dystopie“ ein, lässt romantische Elemente ebenso wie nachdenklich stimmende Ereignisse mit einfließen. Ich glaube, dass viele andere Bücher in dem Genre auf Neulinge erschlagend wirken könnten. Die Geschichte rund um Raja und Lean allerdings bietet eine vorsichtige, sanfte Einführung und macht so definitiv Lust auf mehr.

Ich habe das Lesen genossen und hoffe sehr auf ein Spin-off oder Ähnliches. Gerne würde ich mich noch stärker mit den Charakteren auseinandersetzen und tiefer in die fremde Welt eintauchen.
4/5 Sterne

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Ägyptische Mythologie von Feinstem!

Desert Gods von Lisa Nevermore

"Wenn ich wählen muss zwischen dir und der Menschheit, dann lege ich die Welt höchstpersönlich in Schutt und Asche, um dich zu behalten."

Jahrtausende lang war die Seele der Kriegsgöttin Sachmet auf engstem Raum eingesperrt. Jahrtausende lang musste sie auf einen Körper verzichten. Als die ägyptische Göttin plötzlich befreit wird, ist sie fortan untrennbar mit Evie verbunden.

Überraschenderweise bieten Chaosgott Seth und Katzengöttin Bastet Evie ihre Hilfe an, und so bleibt ihr nichts anderes übrig, als einzuwilligen. Ihr Alltag wird im Folgenden vollkommen auf den Kopf gestellt, wozu der charmante Seth einen großen Teil beiträgt.
Doch in den Schatten lauert schon die nächste Gefahr…

Auf „Desert Gods“ aufmerksam geworden bin ich primär durch die Thematik rund um die ägyptische Mythologie. Ich finde das Thema unheimlich interessant und gerade als kleiner Geschichtsfan musste ich dieses Buch unbedingt lesen.
Wer jetzt vielleicht abgeschreckt ist: keine Angst, das Buch vereint so viel mehr in sich und hat mich mit seinen zahlreichen Facetten wirklich überraschen können!

Der Fokus in „Desert Gods“ liegt auf der Protagonistin Evie. Diese überzeugt durch ihre Schlagkräftigkeit und ihre wundervoll authentische Art. Mit reichlich Biss weiß sie sich gegen ihre Umgebung durchzusetzen - und nicht selten musste ich als Leserin darüber herzlich lachen. Evie ist einfach fantastisch, selten konnte ich mich so gut in einen Charakter hineinversetzen.

Um sie herum werden dann interessante und bildhaft beschriebene Settings aufgebaut, ebenso weitere vielschichtige Charaktere. Nicht zu vergessen ist natürlich die Mythologiekomponente. Im Laufe der Handlung werden immer wieder spannende Informationen und Hintergründe diesbezüglich eingestreut. Aber keinesfalls darf an dieser Stelle eine langweilige Geschichtsstunde erwartet werden. Im Gegenteil: Die Autorin Lisa Nevermore spielt gekonnte mit den Fakten, setzt sie bewusst in der Handlung ein, achtet gleichzeitig aber auch toll darauf, stets den Unterhaltungsfaktor nicht außer Acht zu lassen.
An der Stelle möchte ich gerne einen ganz besonderen Charakter anteasern: einen wahrhaftig sandigen, ein wenig arroganten Kerl namens Seth. Er ist einfach einzigartig! Frech und überheblich bringt er nicht nur Evie des Öfteren auf die Palme (und jede Menge kleine Sandhäufchen in ihre Wohnung). Der Chaosgott hat mit zu meinen liebsten Figuren gezählt. Er wurde wundervoll facettenreich dargestellt und brachte die ein oder andere Überraschung mit sich.

Abgesehen von den Charakteren möchte ich vor allem auch ein großes Lob an den Schreibstil der Autorin aussprechen. Für einen Debütroman ist er erstaunlich ausgereift und lässt kaum zu wünschen übrig. Er ist schön abwechslungsreich und spielt fast schon ein wenig mit dem Leser. An der einen Stelle ist er noch unglaublich emotional und ergreifend, während er mich wenige Seiten später schon wieder zum Lächeln gebracht hat, ohne dabei jedoch gekünstelt zu wirken, werden Stimmungen ganz toll dargestellt und der Leser auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitgenommen.

Ich habe mit dem ersten Band von „Desert Gods“ mein erstes Jahreshighlight gefunden und kann es unbedingt ans Herz legen. Wer Lust auf einzigartige, mitreißende und spannende Urban Fantasy (mit einem wirklich, wirklich fiesen Cliffhanger) hat, ist hier genau richtig.
5/5 Sterne

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Nicht nur etwas für echte Pferdeliebhaber

Pferdeflüsterer-Mädchen, Band 1 - Rubys Entscheidung von Gina Mayer

Nach dem Umzug nach Cornwall scheint sich Ruby bereits gut eingelebt zu haben. Nur eines fehlt ihr: die Pferde und das Reiten.
Welch ein Glück, als sie erfährt, dass es ganz in ihrer Nähe gleich zwei Reiterhöfe gibt: die Ocean Ranch und Hegarty's. Aber für welchen Hof nur soll sie sich entscheiden? Und welche Konsequenzen hat das Vorreiten auf der Ocean Ranch, das letztendlich vollkommen anders verläuft, als ursprünglich gedacht? .

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Zuallererst möchten wir das wundervolle Cover des Buches loben. Es vereint zahlreiche hübsche Elemente in sich und ist ein echter Augenschmaus. Im Buchladen würden wir definitiv nicht daran vorbeigehen.

Auch die Geschichte selbst hat uns nicht enttäuscht.
Sie ist überaus abenteuerlich und spannend, beinhaltet zahlreiche überraschende Wendungen und Ereignisse. Wobei wir an dieser Stelle die Kapitelübersicht gleich zu Beginn des Buches negativ anführen möchten. Diese zeigt gleich auf einen Blick alle Kapitelnamen mit den entsprechenden Seitenangaben - an sich eine schöne Idee, wenn da bloß nicht der offensichtliche Spoiler wäre. Dieser nimmt gleich vorweg, wie es für Ruby ausgehen wird. Wir empfehlen, vor dem Lesen die Übersicht einfach zu überspringen.

Ein weiterer Kritikpunkt unsererseits waren einige besondere Extraseiten, die "Wissen für Pferdeflüsterer Mädchen" bereithalten. Auch hier fanden wir die Idee super und haben uns sehr darüber gefreut. Aber wir sind der Meinung, dass diese Seiten auch für Jungs toll geeignet sind.

Abgesehen davon jedoch konnte uns das Buch wirklich überzeugen.
Wie bereits von Gina Mayer gewohnt, ist der Schreibstil angenehm flüssig und lässt den Leser schnell vorankommen. Im Zusammenspiel mit der großen Schriftgröße und kleineren Illustrationen empfehlen wir es daher auch sehr gerne an jüngere Leser, die noch nicht allzu erfahren sind, weiter.
Zudem konnten wir die Charaktere sofort ins Herz schließen. Ruby als mutige und authentische Protagonistin hat uns unheimlich gut gefallen. Vor allem aber ihre Tante fanden wir total sympathisch. Mit ihrer lustigen und ein wenig verpeilten Art hat sie die Geschichte sehr bereichert.

Wir finden den ersten Band von "Pferdeflüsterer-Mädchen" sehr gelungen und sind gespannt auf die Fortsetzung. Trotz kleinerer Kritikpunkte empfehlen wir ihn gerne weiter. Keine Angst übrigens vor dem tierischen Cover: Denn auch wer nicht der größte Pferdefan ist, sollte hier Freude am Buch haben.
5/5 Sterne

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Ein fantastischer und empfehlenswerter Auftakt!

Millenia Magika – Der Schleier von Arken von Falk Holzapfel

Eigentlich möchte Adrian einfach nur einige ruhige Tage in der Kleinstadt Arken, dem wohl langweiligsten Ort weit und breit, verbringen. Doch als er bei seiner Tante ankommt, überschlagen sich die Ereignisse.
Plötzlich wirkt es, als ob Adrian selbst zu den magischen Wesen der Stadt gehört! Als er Zeuge von zahlreichen Spannungen in der Stadt wird und dann auch noch seine Tante spurlos verschwindet, scheint das Chaos komplett.

Zum Glück erhält er Unterstützung von Hexe Jazz und Troll Juri...

Aufmerksam geworden auf dieses Buch bin ich vor allem durch das wunderschöne Cover. Es wirkt überaus stimmig und harmonisch und macht sofort Lust auf mehr.
Umso erfreuter war ich dann, dass das tolle Design auch im Innenteil des Buches wieder aufgegriffen wird. Neben einer Karte und einem Zeitungsartikel auf dem Buchdeckel wird jedes Kapitel durch eine große Illustration und kleinere Vignetten begleitet. Dabei passt beides stets hervorragend zur Handlung und gibt ihr somit einen echten Mehrwert. Ich habe sie mir sehr gerne angeschaut und konnte mich kaum sattsehen!

Neben der Aufmachung konnte mich jedoch auch die Geschichte selbst überzeugen. Angefangen beim Schreibstil, der luftig locker und zugleich detailliert ist, bis hin zu den Charakteren hat alles gepasst.
Verschiedenste magische Wesen kommen in Arken miteinander in Berührung, auf allen Seiten gibt es etwas zu entdecken. Durch all das zieht sich immer ein roter Faden, welcher auf das Verschwinden von Adrians Tante hinausläuft. Begleitet wird dies durch eine rasant ansteigende Spannungskurve, auf Grund derer ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Man fiebert als Leser von vorne bis hinten mit, möchte die sympathischen Protagonisten liebend gerne unterstützen und unbedingt erfahren, was es mit den seltsamen Vorkommnissen in der Kleinstadt auf sich hat. Durch unerwartete Wendungen und einige Überraschungen wird zusätzlich Schwung in die Geschehnisse gebracht. Und auch der Gruselfaktor kommt hier nicht zu kurz. Schaurige Antagonisten sorgen für Gänsehaut, dunkle und bedrohliche Settings unterstützen dies zusätzlich. Für ganz junge Leser ist dieses Buch daher vermutlich eher weniger geeignet, für etwas ältere Kinderbuchliebhaber dafür aber sicherlich umso mehr.

Ich bin begeistert von "Millenia Magika" und hoffe nach dem fiesen Cliffhanger, dass es bald mit dem nächsten Band weitergeht. Ich bin unheimlich gespannt auf den weiteren Verlauf und freue mich auf weitere Bücher von Falk Holzapfel!
5/5 Sterne

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