Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gletscherwoelfchen:
Erschreckende Erfahrungen und Auswirkungen einer fiktiven Sekte
After the Fire - Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2021 von Will Hill
Nach einem verheerendem Feuer ist die junge Moonbeam auf sich allein gestellt. Erstmals lässt der stahlharte Griff der "Legion Gottes" locker und es wird ersichtlich, was Manipulation im Zusammenspiel mit vermeintlichem Glauben Furchtbares anrichten kann. In einer psychatrischen Klinik erhält Moonbeam die Gelegenheit, Vergangenes aufzuarbeiten und sich von der Sekte zu lösen.
Aber es scheint, als ob die Grundsätze und Maßregelungen der Legion tief in ihr verankert sind...
Die Geschichte ist unterteilt in "Davor" und "Danach" Passagen. Mit Hilfe von erschütternden Rückblicken wird die Monotonie des Alltags in der Klinik aufgebrochen und der Leser wachgerüttelt.
Während diesen schildert Moonbeam ihre Erfahrungen in der Sekte auf eine beeindruckend nahegehende Art und Weise.
Durch ein sich durch die gesamte Geschichte ziehendes bitteres Geheimnis wird eine angenehme Spannungskurve aufgebaut, auch, wenn diese durch eine eher stockend verlaufende Handlung ein wenig anders als bei gewöhnlichen Büchern wirkt. Denn gerade zu Beginn des Buches braucht es ein wenig, bis alles an- und warmläuft. Aber in der zweiten Hälfte wird es dafür umso packender und mitreißender, zumal man als Leser in diesem Fall die Möglichkeit erhalten hat, einen Draht zur Protagonistin aufzubauen.
Mit einem sehr persönlichen und von zahlreichen Gedanken und Gefühlen geprägten Erzählstil geht dem Leser das Gesagte deutlich stärker unter die Haut - und das, obwohl die "Legion Gottes" eine fiktive Sekte ist und lediglich in ihrem rohen Grundgerüst tatsächlich an wahre Begebenheiten angepasst ist, wie das Nachwort des Autors verrät.
Nichtsdestotrotz wirkt das Buch durch eine hervorragende Recherchearbeit unglaublich authentisch sowie real. Ich zweifle keineswegs daran, dass die geschilderte Art der Manipulation genauso geschehen könnte und tatsächlich auch geschieht. Zumal deren Hintergründe, welche unter dem Deckmantel "Glauben" verlaufen, äußerst glaubwürdig sind.
Das tolle Gesamtpaket abgerundet hat für mich das faszinierende Cover. Auch, wenn es mir online durch die starken Kontraste nicht allzu gut gefallen hat, war ich umso begeisterter davon, als ich es in der Hand halten konnte. Durch eine beeindruckende Haptik, die den Eindruck von wirklicher Asche erweckt, werden die einzelnen Elemente optimal miteinander verbunden.
Ich bin begeistert von dieser packenden Geschichte. Trotz des schleppenden Anfangs finde ich Will Hills Ausführungen mehr als nur gelungen und würde diese Lektüre auf jeden Fall weiterempfehlen.
5/5 Sterne
Nett für Zwischendurch, aber leider nicht besonders spannend - das Potenzial wäre definitiv da gewesen!
Jella hat genug! Ein Kinderbuch über Umweltschutz, Mut und Zusammenhalt. Gebunden. von Hoßfeld Dagmar
Jeden Tag wird die Erde ein wenig kaputter. Einem jungen Mädchen reicht es: Jella Blume! Um sich für die Umwelt stark zu machen, sammelt sie unter anderem Müll auf und streikt jeden Freitag. Aber als ihre Eltern eines Tages beschließen umzuziehen, muss sich Jella einer Menge neuer Probleme stellen.
Sie verlässt all ihre Freunde und muss noch einmal ganz von vorne anfangen. Wird dies sie davon abhalten, auch in ihrem neuen Zuhause stark sein und gegen die Umweltverschmutzung ankämpfen zu können?
Das tolle Cover des Buches hat uns sofort auf Jellas Geschichte aufmerksam gemacht. Es ist wunderbar detailliert gemacht, fällt dem Betrachter direkt ins Auge und zeigt hervorragend auf den ersten Blick auf, um welch wichtige und aktuelle Thematik sich das Buch dreht.
Passend dazu gibt es im Buch einige hübsche Illustrationen, die das Erzählte sehr gut verdeutlichen.
Was uns jedoch besonders an der Optik begeistern konnte, war das Papier, auf welchem der Text gedruckt wurde. Es ist recycelt und greift somit die Umweltthematik noch einmal gut auf.
Der Schreibstil der Autorin hingegen hat uns ein wenig zwiegespalten zurückgelassen. Dagmar Hoßfeld schreibt zwar locker und definitiv kindgerecht, allerdings war er uns an einigen Stellen nicht fesselnd genug und fast schon ein wenig nichtssagend.
Das mag eventuell an der eigentlichen Geschichte gelegen haben. Wir finden es zwar sehr gut und ebenso wichtig, dass "Jella hat genug!" auf ein - in der heutigen Zeit - solch essentielles Problem eingeht und es für Kinder sehr verständlich vermittelt, allerdings fanden wir die Aufteilung der Handlung nicht allzu gelungen. Passierte während einiger Passagen unheimlich viel Spannendes, waren einige eher langweilig und man musste sich ein wenig zum Weiterlesen zwingen. In diesem Zusammenhang sind uns auch die Kapitelüberschriften aufgefallen, welche bereits viel vorweg genommen haben.
Ein wenig wiedergutgemacht hat das die Protagonistin Jella. Sie war wirklich mutig, durchaus authentisch und hatte unserer Meinung nach einen hohen Wiedererkennungswert. Wir fanden sie einfach nur spitze!
Alles in einem denken wir, dass dieses Buch ein gutes Buch für Zwischendurch ist, um die Umweltthematik anschaulich zu vermitteln. Als Leser muss man sich aber im Klaren darüber sein, dass einen keine rasante Spannungskurve erwartet.
3,5/5 Sterne
Actiongeladene Geschichte, die an einigen Stellen ein wenig übertrieben schien
Secret Protector, Band 1: Tödliches Spiel von Lane Andrew
Bei einem Aushilfsjob als Kellner im Zoo wird Lukas Crowe Zeuge eines beängstigenden Vorfalls: Der kleine Bruder der Profigamerin Und Britcross wird vor seinen Augen entführt! Lukas nimmt die Verfolgung auf, schafft es aber auch nach einigen actiongeladenen und waghalsigen Manövern nicht, die Kidnapper einzuholen.
Eine Suche quer durch die ganze Welt beginnt. Dabei hat der junge Secret Protector immer die Zeit im Nacken sitzen. Denn Unas Bruder schwebt schon bald in Lebensgefahr...
Der Einstieg in die Geschichte ist mir gut gelungen und recht einfach gefallen. Durch den angenehm flüssigen, aber dennoch detaillierten Schreibstil des Autors taucht man als Leser schnell in das Buch ein und kann sich die jeweiligen Handlungen und Handlungsorte gut vorstellen.
Was mir aber bereits auf den ersten Seiten negativ aufgefallen ist, sind ellenlange Erklärungen bzw. Informationen, die fast schon wie ein langer Lexikoneintrag zu lesen sind. Ich hatte dabei das Gefühl, dass die Handlung durch diese künstlich in die Länge gezogen wird.
Die Handlung selbst hat mich ein wenig zwiegespalten zurückgelassen.
Der Rahmen sowie die einzelnen Hintergründe erschienen mir ein wenig schwach und substanzlos. Mir hat manchmal ein wenig der rote Faden gefehlt und ich hätte mir, gerne anstatt den ausschweifenden Informationen, mehr Tiefe gewünscht. Stattdessen kratzte die Handlung oftmals nur an der Oberfläche, Hintergründe wurden lediglich kurz angeschnitten.
Das konnten actiongeladene Zwischeneinlagen zum Teil jedoch wieder gut machen. Diese brachten ordentlich Schwung in die Geschichte und schufen jede Menge Spannung. Ich würde behaupten, dass diese Szenen an einem spannendem Actionfilm das Wasser reichen können.
Ein wenig enttäuscht war ich allerdings von den Charakteren.
Der Protagonist Lukas Crowe erschein mir zwar sehr sympathisch - keine Frage - aber nicht besonders authentisch. Wie einem perfekten, optimierten James Bond-Double gelingt ihm stets alles auf Anhieb. Und das, ohne vorher eine besondere Ausbildung als Agent o.ä. genossen zu haben. Mit der Zeit nahm dies der Geschichte teilweise den Wind aus den Segeln.
Mit den Nebencharakteren verhielt es sich ähnlich. Sehr blass und in meinen Augen mit nur wenig Persönlichkeit habe ich als Leser sie kaum wahrgenommen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass der erste Band von "Secret Protector" mich nicht ganz überzeugen konnte. Zwar gibt es einige tolle Momente, die fehlende Tiefe hat mich jedoch gestört. Vielleicht ist die Geschichte um Lukas Crowe eher etwas für jüngere Leser, die damit kein Problem haben.
3/5 Sterne
Spannender und gleichzeitig ebenso erschreckender Jugendthriller
Wozu wir fähig sind von El Omari Laila
Als plötzlich der reiche Alexander auf dem Campus auftaucht, ahnen weder Alina, noch ihr Freund Patrick, was diese Begegnung für Folgen mit sich bringen wird. Keiner der Studenten scheint zu wissen, woher der Fremde kommt, was er will und vor allem nicht, wie seine Begleitung Leonora in das Bild passt.
Doch als Alina tiefer in Alexanders Welt eintaucht, ist es schon zu spät für sie...
Aufmerksam geworden auf dieses Buch bin ich vor allem durch den vielversprechend klingenden Titel, aber auch durch das besondere Cover. Es überzeugt vor allem durch die einfache Schlichtheit, die hervorragend zur eigentlichen Geschichte passt, sowie die außergewöhnliche Haptik.
Ebenso besonders war der Schreibstil der Autorin Laila El Omari. Sie schreibt sprachlich verdichtet, fast ein wenig distanziert aber zugleich emotional und lässt den Leser häufig selber miträtseln und -raten.
Der Einstieg in die Geschichte gelingt ihr sehr gut. Durch eben beschriebene Selbstständigkeit des Lesers scheint die Handlung zunächst ein wenig verwirrend wie auch unklar, aber nach und nach setzen sich die einzelnen Puzzleteile zu einem ganzen Bild zusammen und verschaffen Klarheit. Voll und ganz aufgelöst werden alle Rätsel aber erst zu Schluss des Romanes.
Begleitet wird dieser Prozess durch eine stetig steigende Spannungskurve, die mich dazu verleitet hat, das Buch in einem Rutsch durchzulesen und mich fast ein wenig fassungslos zurückgelassen hat. An dieser Stelle möchte ich nicht zu viel vorweg nehmen und verweise auf den Titel des Buches - es regt tatsächlich stark zum Nachdenken an.
Die Charaktere selbst machen in meinen Augen nicht die größte Entwicklung durch. Natürlich gewinnen sie im Verlauf der Geschichte einige neue Erkenntnisse hinzu, stark in die Tiefe geht dies allerdings nicht. Mich persönlich hat das jedoch nicht gestört, ich mochte ihre Ecken und Kanten und finde die einzelnen Figuren genau dadurch so interessant und spannend.
Zusammenfassend kann ich also sagen, dass Laila El Omari mit "Wozu wir fähig sind" einen sehr gelungenen Jugendthriller geschaffen hat, der vor allem durch Spannung, Verwirrung und Authentizität überzeugen kann.
5/5 Sterne
Etwas anders, als der Klappentext erwarten lässt
Lips Don't Lie 19.05.2020. Paperback / softback. von Scott Ginger
Der siebzehnjährige Tristan ist Mitglied der FiftySeven, einer der gefährlichsten Gangs in Millers. Der Gangalltag bestimmt und kontrolliert sein Leben, Tristan ist seit dem Tod seines Vaters gezwungen, Dub, dem Anführer der FiftySeven, blind zu gehorchen. Ob er will oder nicht.
Als die taffe Riley eines Tages in das Revier der Gang zieht, beginnt Tristan, wieder an eine bessere Zukunft zu glauben - trotz der Gefahren, die sich ihm dabei in den Weg stellen.
Und diese Zukunft beinhaltet ein Leben mit Riley. Denn von der ersten Sekunde an spürt er etwas, was nie zuvor da war...
Das Cover des Buches ist ein recht typisches für das Genre Young Adult, nichtsdestotrotz mag ich persönlich es sehr gerne. Vor allem die im Licht leicht changierenden Effekte konnten mich begeistern.
Mit dem Schreibstil der Autorin verhielt es sich recht ähnlich. Überzeugen konnte er mich vor allem mit der lockeren und leichten Sprache, die den Leser nur so durch die Seiten fliegen lässt. Ich würde behaupten, dass diese optimal für die junge Zielgruppe gewählt ist.
Die Geschichte an sich hat mich hingegen ein wenig zwiegespalten zurückgelassen.
Der Klappentext klang für mich sehr vielversprechend und nach einer mindestens so abwechslungsreichen wie auch spannenden Geschichte.
Letztendlich finde ich, dass das Buch ein wenig anders ist, als es der Klappentext ursprünglich erwarten lässt. Leider stand meiner Meinung nach die Liebesgeschichte zu sehr im Fokus des Buches. Natürlich ist dies ein großes Bestandteil des Genres und üblicherweise habe ich auch nichts dagegen, hier zog sich die Beziehung zwischen Riley und Tristan allerdings wie Kaugummi. Viele Passagen kratzten meiner Meinung nach zu sehr an der Oberfläche, einigen mangelte es deutlich an Tiefgang. Auch das Thema "Gangaktivitäten" erschien mir oftmals ein wenig blass. Nach dem packenden Klappentext habe ich in dieser Hinsicht mehr erwartet, was jedoch nicht heißen soll, dass das Buch schlecht war - allerdings eben "nur" eine solide Liebesgeschichte für Zwischendurch.
Das konnten die Charaktere für mich leider nur zum Teil wieder gutmachen.
Riley beispielsweise mochte ich unheimlich gerne. Ihre unabhängige, selbstbewusste, starke und manchmal auch ziemlich sture Art haben mich sehr beeindruckt und sie hat mir das ein oder andere Mal ein gehöriges Schmunzeln entlocken können.
Tristan war mir als Charakter ebenfalls sympathisch und ich fand ihn wirklich authentisch, keine Frage, allerdings erschien er mir manchmal ein wenig zu blass.
Alles in einem bin ich der Meinung, dass "Lips Don't Lie" ein nettes Buch zum Abschalten ist, meinen Erwartungen konnte es jedoch nicht ganz standhalten.
4/5 Sterne
Ein wunderbarer Auftakt - nicht nur für Götterliebhaber!
Zane gegen die Götter, Band 1: Sturmläufer (Rick Riordan Presents: abenteuerliche Götter-Fantasy ab 12 Jahre) von J. C. Cervantes
Der junge Zane Obispo lebt gemeinsam mit seiner Mutter, seinem Onkel Honda sowie seiner dreibeinigen Hündin Rosie in der Wüste von New Mexico. Seitdem er von seiner Mutter zu Hause unterrichtet wird, führt er ein recht entspanntes und angenehmes Leben, es gibt - auf Grund seines Humpelns - keinen Ärger mehr mit anderen Kindern.
Aber all das ändert sich, als er auf Brooks trifft, die ihm erklärt, dass er ein Gottgeborener sein und er eines Tages den Gott des Todes, der Finsternis und der Zerstörung freilassen solle...
Die Idee hinter der Geschichte, ein Jugendlicher, welcher sich gegen die Götter stellt, ist sicherlich nicht komplett neu - begeistern konnte sie mich trotzdem. Gerade durch Rick Riordans ausführliches Vorwort zu Beginn des Buches liegt der Vergleich mit seiner Reihe rund um Percy Jackson nahe. Da ich sie jedoch nicht gelesen habe, kann ich dies nicht ausführlich beurteilen.
Der Schreibstil von J.C. Cervantes ist sehr angenehm zu lesen. Gerade für jugendliche Leser ganz gemäß der Altersempfehlung sollte der Stil der Autorin optimal sein. Ich persönlich schnell in den Lesefluss gekommen und konnte schon bald nicht mehr mit dem Lesen aufhören.
Das liegt, neben dem tollen Schreibstil, auch an der spannenden Geschichte, welche sich hinter dem Buch versteckt: Der Weltenaufbau wirkte sehr authentisch, die einzelnen Götter wurden gut herausgearbeitet und einzelne magische Elemente kamen wunderbar zur Geltung. Ganz besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle jedoch die phänomenale Spannungskurve. Seite für Seite steigt diese rasant an und hält den Leser förmlich gefangen, sodass ich die knapp 500 Seiten binnen weniger Tage ausgelesen habe.
Dazu beigetragen haben auch die interessanten Charaktere, allen voran natürlich der Protagonist Zane. Er war mir von Anfang an sympathisch und er ist mir binnen weniger Momente wirklich ans Herz gewachsen. Für seine 14 Jahre erschien diese Figur mir sehr authentisch gezeichnet und ich mochte die Mischung aus Naivität, Humor aber auch Mut sehr gerne.
Ebenso mutig war aber auch Zanes Hündin Rosie. Sie stand ihrem Freund stets zur Seite und auch sie hat sich in mein Herz geschlichen.
Ein nettes Extra waren für mich übrigens sowohl das Glossar am Schluss, in dem noch einmal alle Götter aufgelistet und zusammengefasst wurden, sowie die Leseprobe zum folgenden Band, die definitiv Lust auf mehr gemacht hat.
Ich freue mich schon sehr darauf - gerade weil der erste Band mich so begeistern konnte. Eine große Leseempfehlung, gerade für Jugendliche, die viel Wert auf Spannung legen!
5/5 Sterne
Romantasy vom Feinsten!
Lioness von Tailor Kathy
Nachdem die junge Borka bei einem verheerendem Feuer ihre Familie verliert, wächst sie in einem kleinen Löwenrudel auf. Der Wald schenkt ihr Kraft und der Zusammenhalt mit der Löwenfamilie könnte größer nicht sein. Doch diese trügerische Idylle wird unterbrochen, als Menschen ihre neuen Eltern gefangen nehmen.
Am Königshof sollen diese in einem Kampf um Leben und Tod mit dem Prinzen antreten und nur Borka kann sie noch retten. Indem sie in die Leibgarde des Mannes eintritt, der ihr ihre Liebsten genommen hat...
Aufmerksam geworden auf dieses Buch bin ich vor allem durch das phänomenale Cover. Obwohl ich es normalerweise nicht so gerne habe, wenn Gesichter darauf zu sehen sind - ich bin der Meinung, dass dieser Umstand dem Leser oftmals schnell die Vorstellungskraft nehmen kann - finde ich es hier jedoch sehr passend.
Und auch die ersten Seiten der Geschichte konnten diesen durch und durch positiven Eindruck aufrechterhalten. Der Schreibstil der Autorin liest sich sehr locker und flüssig und ich denke, dass vor allem etwas jüngere Leser Gefallen daran finden werden. Besonders beeindruckt hat mich jedoch die Art und Weise, wie sie ihren Figuren Leben einhaucht.
Durch diese Lebendigkeit macht es unheimlich viel Spaß, die Handlungen der einzelnen Charaktere mitzuverfolgen. Sie wirken real und authentisch, allen voran die Protagonistin Borka.
Mit ihrer starken und unnahbaren Art macht sie die Geschichte zu etwas ganz Besonderem. Es ist herzzerreißend, wie sie für ihre Geliebten einsteht und wie ihr kein Weg zu lang oder schwer ist, um ihnen zu helfen. Was mich ein wenig an ihr gestört hat, war ihre wilde Seite. Dafür, dass sie viele viele Jahre fernab jeglicher Zivilisation in mitten eines Löwenrudels verbracht hat, erschien sie mir an einigen Stellen zu domestiziert und an die Gepflogenheiten der Menschen gewöhnt. Ich hätte sie mir ein wenig rauer und löwenhafter gewünscht.
Das haben aber die zahlreichen Nebencharaktere wiedergut gemacht. Ich finde, dass sie wunderbar ausgearbeitet wurden und mochte es, wie jeder einzelne seine ganz eigene, außergewöhnliche Art hatte. Besonders gerne mochte ich die Löwen. Diese Tiere faszinierten mich durch eine herzzerreißende Menschlichkeit und ich habe mich über jede einzelne Szene gefreut, in denen ihnen eine wichtige Rolle zukommt.
Im Laufe von Borkas Reise an der Seite des Prinzen treten sie teilweise ein wenig in den Hintergrund, was mich persönlich aber nicht weiter gestört hat. Zu einnehmend dafür waren die tollen Umgebungsbeschreibungen und natürlich spannende und überraschende Wendungen. Als Leser fiebert man bis zum Schluss mit Borka mit und hofft, dass sie und ihre Löweneltern alles unbeschadet überstehen. Getoppt wird all das noch einmal von einigen erschütternden Geheimnissen und Intrigen sowie einer sanften und berührenden Liebesgeschichte.
Ich bin begeistert von "Lioness" und kann es jedem Romantasy-Liebhaber nur empfehlen! Das Buch konnte meinen hohen Erwartungen definitiv standhalten und ich habe während des Lesens stets gehofft, dass es nicht so schnell zu Ende geht.
5/5 Sterne
Ein vielversprechendes Debüt mit kleineren Schwächen
Maskenmacht von Lily Wildfire
In einer Welt, welche umgeben von hohen Mauern ist, wächst die junge Vaara heran. Auf der einen Seite lebt sie wie auch die anderen Menschen, auf der anderen herrschen die Maskierten. Diese sollen die Mauer einst aufgestellt haben, um die Menschen vor jeglichen Bedrohungen zu schützen. In Folge dessen werden sie regelrecht verehrt, wie Götter.
Aber was, wenn die Maskierten selbst zur Bedrohung werden? Dieser Frage muss sich Vaara bereits in frühester Kindheit stellen, als ihr gesamtes Dorf - ihre gesamte Familie - auf Grund eines magischen Schwertes ausgelöscht wird. Fortan ist Vaara getrieben von ihrem Durst nach Rache und Vergeltung...
Das Cover des Buches hat mich direkt fasziniert. Es ist einfach großartig und ein richtiger Blickfang! Düster, mysteriös und magisch macht es definitiv neugierig auf mehr und passt hervorragend zu der Stimmung im Buch.
Ebenso begeistert war ich von dem wunderbaren Schreibstil der Autorin. Er liest sich sehr flüssig und schafft es, den Leser gut in die neue Welt einzuführen. Besonders aufgefallen ist mir dabei allerdings die unglaublich detaillierte Art und Weise, wie die Autorin verschiedenste Handlungen und Ereignisse beschreibt. Die Bildgewalt ist an vielen Stellen fast schon erschreckend genau und sorgt für reichlich Kopfkino.
Die Geschichte an sich hat mich jedoch ein wenig zwiegespalten zurückgelassen.
Anfangs hatte ich leichte Probleme, gut in die Geschichte reinzukommen und war ein wenig überwältigt von den vielen verschiedenen und fremd klingenden Namen. An dieser Stelle hätte ich ein Personenverzeichnis oder eben eine Karte der neuen Welt hilfreich gefunden.
Diese Schwierigkeiten haben sich aber nach den ersten Seiten gelegt und schon bald war ich vollkommen gefesselt von dem Buch. Das Worldbuilding fand ich persönlich einfach phänomenal - facettenreich und vielschichtig war ich direkt begeistert davon. Auch die einzelnen Dark Fantasy Elemente konnten mich überzeugen. Durch ihre realistische und fast schon plastische Darstellung und gepaart mit reichlich Handlung machten sie das Lesen zu einem echten Erlebnis.
Mein Highlight waren jedoch die Maskierten. Ich fand die Idee dahinter sehr innovativ und spannend und hatte nach dem Rasanten Beginnn des Buches die Hoffnung, dass sie im weiteren Verlauf sehr präsent sein werden. Leider wurde ich in dieser Hinsicht ein wenig enttäuscht. Der Fokus im Hauptteil liegt auf Vaaras Rachefeldzug, in vielen Passagen werden die Maskierten nahezu völlig aus der Handlung verdrängt.
Das konnten die tollen Charaktere allerdings zu einem großen Teil wieder gut machen. Ich fand sie allesamt sehr authentisch und war begeistert von reichlich Tiefgang.
Allen voran natürlich die Protagonistin Vaara, welche im Buch eine enorme Entwicklung durchmacht, sich selbst aber dennoch treu bleibt.
Unterstützt wird sie von ihrer besten Freundin Yalani, die ihr zur Seite steht, wo sie nur kann und die Geschichte durch ihre durchdachte und berechnende Art bereichert.
Alles in einem finde ich, dass "Maskenmacht" ein wirklich vielversprechendes Debüt ist. Die Mischung aus Dark- und High Fantasy macht es zu etwas ganz Besonderem, auch wenn es an einigen Stellen kleinere Schwächen aufweist. Dennoch denke ich, dass gerade Fantasy-Liebhaber, welche gerne miträtseln und sich nicht daran stören, dass am Ende des Buches noch einiges unklar bleibt, ihren Gefallen an "Maskenmacht" finden werden. Ich jedenfalls fiebere der Fortsetzung bereits entgegen.
4,5/5 Sterne









