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Rezensionen von gletscherwoelfchen:

Ein wunderbar nostalgischer Detektivroman für junge Ermittler und Ermittlerinnen!

Ein Fall für Wells & Wong - Der Tod setzt Segel von Robin Stevens

Voller Vorfreude fiebern Daisy und Hazel den Ferien entgegen: Gemeinsam mit Freundin Amina geht es nach Ägypten, wo eine spannende Nilkreuzfahrt auf sie wartet.
Doch schnell wartet der nächste Fall auf die beiden. Denn die Anführerin einer Reisegruppe, deren Mitglieder sich für Reinkarnationen der Pharaonen halten, wird tot in ihrer Kabine aufgefunden.

Eine abenteuerliche Suche nach dem wahren Mörder beginnt - doch Daisy und Hazel bleibt nicht viel Zeit. Und der Tod lauert hinter jeder Ecke...

Bei "Der Tod setzt Segel" handelt es sich um den neunten und abschließenden Teil der Reihe rund um das Ermittlerduo "Wells & Wong". Ich habe dieses Finale der Detektivreihe ohne jegliche Vorkenntnisse der Vorgänger gelesen und hatte keinerlei Verständnisprobleme dabei. Es lohnt sich aber definitiv, von Vorne zu beginnen. Denn die Geschichte Daisy und Hazels konnte mich mehr als nur überzeugen!

Gleich auf den ersten Seiten glänzt das Buch durch saubere Detektivarbeit. Der Roman ist wie ein Fallbericht der jungen Ermittlerinnen aufgebaut und erhält daher auch eine detaillierte Karte des Tatorts, die eine genaue Vorstellung der örtlichen Gegebenheiten ermöglicht, ebenso wie eine Auflistung aller beteiligten Personen inklusive deren Rolle im vorliegenden Mord. Genau diese machte mir den Einstieg in das Buch so einfach. Ich finde, dass gerne mehr Bücher und insbesondere Buchreihen mit ähnlichen Charakterlisten arbeiten können.

Auch die Geschichte selbst konnte mich überzeugen. Angelehnt an Agatha Christies "Der Tod auf dem Nil" bietet sie einen interessanten Fall mitten in der Kulisse des Ägyptens der 1930er Jahre. Die Entwicklungen folgen stets einem roten Faden, sind trotz rasanter Ereignisse gut mitzuverfolgen und bleiben durch und durch logisch. Jeder Schritt der Ermittlungen wird dokumentiert, sodass auch der Leser dazu angeregt wird, eigene Überlegungen bezüglich der Lösung des Falles anzustellen. Und trotz genauer Ermittlungen wird die Spannung im Laufe des Buches stets aufrechterhalten. Immer mehr Entdeckungen liefern die ein oder andere überraschende Wendung und bis zum Schluss ist nicht klar, wer denn nun wirklich hinter dem Mord steckt.

Eingerahmt wird all das von zwei sympathischen Ermittlerinnen und ihren drei Freunden. Die Protagonistinnen Daisy und Hazel bestechen durch ihre Schlau- und Gewieftheit ebenso wie durch ein Auge für kleinste Details. Perfekte Voraussetzungen also für erfolgreiche Ermittlungen.
Mir hat es sehr viel Freude bereitet, die beiden zu begleiten und neben ihrer Arbeit vor allem ihre charakterliche Entwicklung und alltägliche Probleme mitzuverfolgen. Hier ist wahrlich von allem etwas dabei!

Ich bin begeistert von "Der Tod setzt Segel" und werde unbedingt auch die anderen Teile lesen. Eine absolute Leseempfehlung für alle jungen Detektivfans, die Frauenpower genauso sehr wie ich lieben!
5/5 Sterne

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Packend, mitreißend und ebenso düster

Der Zorn der Regenmacher von Leibig Timo

"Wenn sie kommen, werden sie alles auslöschen, was auf Erden wandelt. Ihr müsst sie aufhalten! Ihr, Gezeichnete. Nur ihr..."

Bereits seit Wochen wird La Harb von dunklen Gewitterwolken und strömendem Regen bedeckt. Doch dieser vernichtet nicht nur Ernten und Vorräte, sondern bringt auch eine rätselhafte Krankheit mit sich.

Als immer mehr Bewohner des Küstenstädtchens davon befallen werden, macht die junge Magierin Leyna eine schreckliche Entdeckung am Strand, die ihr Leben nachhaltig verändern wird. Schnell wird Leyna klar, dass hinter der Krankheit mehr steckt, als ihr lieb ist - und dass die Ursache dafür in den Tiefen des Meeres lauert...

Als ich "Der Zorn der Regenmacher" das erste Mal entdeckte, war ich mir nicht sicher, was mich in dem Roman erwarten wird. Nach dem Klappentext und einem ersten Blick auf die wundervolle Karte zu Beginn des Buches wollte ich jedoch unbedingt einmal hineinschnuppern. Daraus wurde dann allerdings nichts: Bereits die ersten Seiten haben mich gepackt, sodass ich unbedingt weiterlesen wollte.

Timo Leibig schreibt unglaublich bildhaft. Er lässt sich Zeit damit, eine fremde neue Welt zu erschaffen, die zahlreiches Potenzial für weitere spannende Romane bietet. Als Leserin konnte ich mir La Harb wunderbar vorstellen, habe den Marktplatz der Stadt beinahe schon vor mir gesehen. Sicherlich hat auch die düster anmutende Sprache des Autors zur Authentizität beigetragen. Es wird nichts beschönigt und die mittelalterlich angehauchte Welt wird in all ihrer Grausamkeit dargestellt. Wer interessiert an "Der Zorn der Regenmacher" ist, sollte sich dessen unbedingt bewusst sein.

Trotz detaillierter Schilderungen ist allerdings keine einzige Seite langweilig. Perspektivwechsel und fiese Cliffhanger an den richtigen Stellen sorgen dafür, dass der Spannungsbogen stetig wächst. Und auch die Gefahr aus den Tiefen sorgt dafür, dass man den Roman kaum zur Seite legen möchte. An dieser Stelle hätte ich mir jedoch noch ein wenig mehr Gruselfaktor, mehr von der lauernden Gefahr im Wasser gewünscht. Denn es wird doch relativ schnell aufgelöst, was dahinter steckt.

Bei der Protagonistin Leyna ging es mir ähnlich. Sie ist ein mehr als nur ein interessanter Charakter und hat das ein oder andere Geheimnis inne. Sie begleitet den Leser durch die Katastrophe, die La Harb heimsucht, lässt ihn mit ihr leiden und mitfühlen.
Dennoch hätte ich mir auch hier ein wenig mehr gewünscht. Sie wirkte als Figur manchmal ein wenig zu rund und glattgeschliffen, gerne hätte ich mehr ihrer Ecken und Kanten kennengelernt, ebenso eine stärkere Charakterentwicklung mitverfolgt. Allerdings bahnen sich hier gegen Ende einige Vorahnungen an, sodass ich hoffe, dass genau dies im nächsten Band umgesetzt wird.

Für ein echtes Lesehighlight hat mir ein klein wenig gefehlt, allerdings ist "Der Zorn der Regenmacher" sehr nah dran gewesen. Dieser High Fantasy Roman ist bildgewaltig, packend, düster und macht das Lesen zu einem echten Erlebnis. Wer Lust auf eine Reise in ein fernes Land und eine ferne Zeit hat und sich dabei bewusst ist, dass dieses Buch nichts für schwache Nerven ist, wird hier sicherlich nicht enttäuscht werden.
4/5 Sterne

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Mutmachend, unterhaltsam und zugleich hochaktuell

Girl Power! von Carrie Firestone

#gekleiderordnet #NichtinOrdnung

Die junge Molly hat es endgültig satt: Ständig werden die Mädchen in ihrer Schule gemaßregelt, zurechtgewiesen oder gar direkt zum Schuldirektor geschickt. Und das alles nur, weil sie Kleidung tragen, die gegen die ungerechte Kleiderordnung verstößt. Dabei wollen sich die Mädchen doch nur wohl in ihrer Haut fühlen - schließlich gibt es noch viel fiesere Dinge (allen voran schrecklicher Liebeskummer und ein enttäuschender Bruder), mit denen sie sich in der Mittelschule rumschlagen müssen!
Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, startet Molly einen eigenen Podcast in ihrem kleinen Baumhaus.

Und was einmal klein angefangen hat, entwickelt sich zu einer starken Protestbewegung...

Gleich auf den ersten Seiten ist mir die wundervolle Aufmachung dieses Jugendbuches aufgefallen. Molly Geschichte wird mittels unterschiedlicher Textsorten erzählt: Mit dabei sind unter anderem kleine Briefe, Listen, Chatnachrichten oder Mollys eigener Podcast.
Gemeinsam mit recht kurz gehaltenen Kapiteln, die dazu anregen, immer weiterzulesen, konnte ich "Girl Power!" so kaum aus der Hand legen.

Dazu beigetragen hat vor allem auch die Protagonistin selbst. Molly ist von Anfang an ein Charakter, mit dem man sich gut identifizieren kann. Ihre täglichen Sorgen und Probleme sind hundertprozentig nachvollziehbar und ihr unglaublicher Mut ebenso wie die Art und Weise, wie sie sich für andere einsetzt, haben mich sehr beeindruckt. Als erste Schülerin an ihrer Schule lässt sie nicht locker, was die Kleiderordnung angeht. Dabei zeigt sie ihre Position und Haltung dazu stets sehr verständlich auf. Als Leser fiebert man so ständig mit ihr mit und hofft, dass ihr unermüdlicher Einsatz erfolg hat. An dieser Stelle ist vor allem auch Mollys Entwicklung lobenswert. Carrie Firestone schafft es hier hervorragend, Schritt für Schritt aus einem freundlichem Mädchen eine taffe Jugendliche zu machen. Man hat so fast schon das Gefühl, hautnah dabei zu sein!

Doch hautnah dabei sein heißt hier nicht nur, die Entwicklung eines authentischen Charakters mitzuverfolgen. Ebenso wird jeder Leser dazu eingeladen, sich über hochaktuelle Thematiken Gedanken zu machen. Feminismus, Bodyshaming und alltägliche Probleme vieler Jugendlicher sind nur ein kleiner Ausschnitt davon.
Mutmachend und aufbauend animiert die Autorin dazu, die eigene Stimme zu nutzen und etwas in der Welt zu bewegen.

Ich bin begeistert von "Girl Power!" und kann diese spannende und zugleich unterhaltsame Lektüre wärmstens weiterempfehlen. Wer Lust auf ein durch und durch stimmiges Jugendbuch hat, wird hier sicherlich nicht enttäuscht werden!
5/5 Sterne

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Eine wundervolle Geschichte über das Erwachsenwerden

Girl Power! von Carrie Firestone

"Fragmente aus Schmerz, Sehnsucht, Vertrauen und Hoffnung bilden den Wendepunkt einer unzertrennlichen Freundschaft von sieben Jungen."

Von Tag zu Tag leidet Adam mehr unter dem Druck und den hohen Erwartungen seines Vaters. Er hat keinerlei Interesse daran, später einmal seine Kanzlei zu übernehmen und verabscheut die falsche Art der Teilnehmer wichtiger Geschäftstreffen.

Als plötzlich sein ehemaliger bester Freund Derek auftaucht und immer mehr Geheimnisse ans Licht kommen, droht Adam völlig zu zerbrechen.
Evan hingegen weiß genau, was er will und ist auf dem besten Weg dorthin. Doch eines Tages muss er sich entscheiden: Möchte er für Familie und Freunde da sein oder lieber seine eigenen Träume verwirklichen?

Als ich mit "Frühlingsschmetterlinge" begonnen habe, habe ich zunächst erwartet, gleich alle sieben Jungen kennenzulernen und sie gemeinsam durch ihre Freundschaft zu begleiten. Stattdessen lernt man sie als eigenständige Persönlichkeiten kennen und lieben, erst Stück für Stück offenbart sich dem Leser ihr Charakter, ihre Vergangenheit und ihre gemeinsame Zukunft. Dabei liegt in diesem ersten Band der Jahreszeitenreihe der Fokus primär auf Adam und Evan, wobei natürlich auch ein wenig von den anderen fünf Jungs hindurchsickert. Grandios schafft es die Autorin dabei, vielschichtige Figuren zu schaffen, die jede auf ihre eigene Art etwas ganz Besonderes ist. Mit jeder Seite sind mir die Jungen stärker ans Herz gewachsen, auf jeder Seite habe ich eine neue Facette von ihnen entdeckt.
Dabei erhält man als Leser Unterstützung von einem ausführlichen Personenverzeichnis am Schluss des Buches. Dieses hilft zwischendurch immer wieder bei der Orientierung und ist dabei glücklicherweise völlig spoilerfrei gehalten. Eine visuelle Hilfestellung wird zudem durch das wunderschöne, in Pastelltönen gehaltene Cover gegeben. Auf diesem kann man die siebenköpfige Gruppe sowie einige Eigenheiten der einzelnen Personen erkennen. Sehr gut gefallen hat mir an dieser Stelle, dass man ihnen als Leser erst im Laufe des Buches Namen zuordnen kann, es ist fast schon wie ein kleines Rätselraten.

Doch nicht nur die Charaktere konnten mich überzeugen. Auch bei der Geschichte selbst handelt es sich um etwas ganz Besonderes.
Auf den ersten Seiten springt einem eine ausführliche Triggerwarnung (ein großes Lob dafür!) ins Auge. Diese fasst die Geschichte mit den folgenden Schlagworten zusammen: Zukunftsängste, Familienprobleme, Panikattacke, Freundschaft, Selbstfindung, Tod, Trauer sowie Zusammenhalt.
Ich finde, dass diese Worte "Frühlingsschmetterlinge" optimal zusammenfassen. Es handelt sich hierbei um eine unglaublich intensive und emotionale Geschichte rund um das Erwachsenwerden und die Tücken des Lebens. Realitätsnah, authentisch und trotz - oder gerade auf Grund - dessen spannend und packend bis zur letzten Seite ist es mir alles andere als leicht gefallen, sich von dem Buch lösen zu können.

Ihr Übriges dazu beigetragen haben liebevoll gesetzte Details. Wundervolle, zum Cover passende Kapitelverzierungen sind echte Eyecatcher. Hinzukommen einige Chats zwischen den Jungen sowie kleine Ausflüge in den Bereich der Lyrik und Poesie.

Ich bin begeistert von diesem Jugendbuch und kann es jedem nur ans Herz legen. Selten konnte mich eine Geschichte aus diesem Genre so sehr verzaubern!
5/5 Sterne

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Spannend, faszinierend und abenteuerlich!

Falcon Peak - Wächter der Lüfte (Falcon Peak 1) von Heiko Wolz

Gemeinsam mit seinem Vater zieht Kendrick zurück in die alte Heimat seiner Mutter, wo er künftig das dortige Internat besucht.
Doch schnell wird Kendrick klar, dass irgendetwas dort faul sein muss. Die unterschiedlichsten Greifvögel sind sowohl im Internatsgebäude, als auch im Unterricht selbst stets präsent.

Zudem verschwinden Abends immer wieder einige Mitschüler. Was verschweigen die Schüler und Lehrer bloß? Für Kendrick steht fest: Er muss unbedingt herausfinden, was hier vor sich geht...

Aufmerksam geworden auf "Falcon Peak" sind wir hauptsächlich durch das Cover. Wir finden, dass es wirklich toll aussieht - ein typischer Coverkauf! Die einzelnen Rot-, Rosa- und Gelbtöne harmonieren sehr schön mit einander und auch das Motiv macht sofort deutlich, was den Leser wohl erwarten mag.

Neben der tollen Gestaltung konnte uns jedoch auch der Inhalt überzeugen.
Gleich auf den ersten Seiten konnte uns der Schreibstil packen. Heiko Wolz schreibt sehr schön flüssig und für die Zielgruppe angemessen. Eher kürzer gehaltene Kapitel unterstützen zusätzlich den Lesefluss.
Binnen kürzester Zeit wird es dem Leser so ermöglicht, sich vollkommen fallen zu lassen und in die Geschichte einzutauchen.

Auch diese konnte uns begeistern. Zwar ist die Grundidee dahinter - ein Junge, der an ein magisches Internat gelangt - nicht vollkommen neu, allerdings wird sie mit einigen interessanten Zusätzen und Ereignissen ebenso wie mit unerwarteten Wendungen neu kombiniert. So wird das Lesen nie langweilig. Ganz im Gegenteil! Besagte Wendungen haben wir teilweise überhaupt nicht so erwartet, wodurch die Spannungskurve stets konstant oben gehalten wurde und man sich als Leser kaum vom Buch losreißen konnte.
Zu unserer Freude haben wir uns teils ein wenig an die "Animox"-Reihe erinnert gefühlt, wobei "Falcon Peak" nichtsdestotrotz ein eigenständiges und einzigartiges Buch bleibt. Um niemanden zu spoilern, werden wir dies nicht weiter konkretisieren. Wir können aber versprechen, dass einige zentrale Elemente der Reihe hier wiederauftauchen und ebenso detailreich wie faszinierend umgesetzt wurden.

Unsere Kirsche auf dem Sahnehäuflein war zudem noch ein super sympathischer Protagonist. Kendrick hat uns von der ersten Zeile an sehr gut gefallen. Trotz seiner schwierigen Vergangenheit fanden wir es äußerst bewundernswert, wie er immer das Beste aus bestimmten Situationen machen konnte.

Wir finden, dass "Falcon Peak - Wächter der Lüfte" definitiv ein gelungener Auftakt dieser Reihe ist und freuen uns schon sehr auf die Fortsetzung, die voraussichtlich im September 2021 erscheinen wird.
5/5 Sterne

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Einzigartige und grausame Fantasy

Die Quellen von Malun - Blutgöttin von Winterfeld Daniela

Auf Ruann wird das Wasser von Tag zu Tag knapper. Seen, Flüsse und Bäche sind mittlerweile vollkommen ausgetrocknet und nur einige wenige Quellen halten die Bevölkerung noch am Leben.
Um die letzten Ressourcen für sich zu beanspruchen, führt Sapion verheerende Kriege gegen seine Nachbarreiche.
Inmitten dieser sterbenden Welt kämpfen Feyla, Dorgen, Alia und Tailin - vier Menschen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten - um ihre Zukunft und ihr Überleben.

..

"Die Quellen von Malun - Blutgöttin" ist definitiv kein klassisches Buch aus dem Genre "Fantasy". Es handelt sich hier um keine beschönigte Welt mit magischen Blümchen und zartbesaiteten Feen. Nein, ganz im Gegenteil: Ruann ist eine Welt am Abgrund. Die Menschen bekriegen sich um das letzte Wasser, um das letzte Funken Leben in jener Welt. All dies findet in einer fast schon dystopisch anmutenden Atmosphäre, die in einem hervorragendem und ausgeklügeltem Worldbuilding ihren Platz findet, statt.

Bereits im Prolog wird deutlich, wie brutal und skrupellos die Überlebenden sein können - und in gewisser Weise auch sein müssen. Von klein auf wird Kindern eingetrichtert, dass Emotionen und Gefühle in Sapion keinen Platz haben. Jungen werden abgerichtet und an das Militär übergeben, Mädchen mit jungen Jahren verheiratet und gezwungen, binnen eines Jahres ein Kind zu gebären. Begleitet werden sie von härtesten Formen körperlicher wie auch physischer Gewalt, unverschleierte Frauen werden als Freiwild betrachtet.

Doch nicht nur die Umstände in dieser sterbenden Welt sind schonungslos. Auch der Schreibstil der Autorin stellt die dortige, grausame Realität von Grund auf ehrlich dar. Daniela Winterfeld lässt in dem Bild, das sie Stück für Stück in den Köpfen der Leser zeichnet, kein Detail aus. Niederste Triebe, skrupellose Intrigen, raue Kämpfe und deren blutige Folgen werden hier beschrieben. So erlebt der Leser hautnah mit, was es bedeutet, in solch einer Welt aufzuwachsen und jeden Tag für sein Glück kämpfen zu müssen. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass empfindlichere Leser bei zuvor beschriebenen Passagen hart schlucken müssen und möglicherweise nicht mit dem Erzählten klarkommen. Daher möchte ich an dieser Stelle eine ausdrückliche Triggerwarnung aussprechen und deutlich machen, dass "Blutgöttin" alles andere als eine leichte Kost ist. Dies hat mir zu Beginn des Buches ein wenig gefehlt.

Nichtsdestotrotz finde ich dieses Buch unheimlich gelungen. Und das nicht nur auf Grund des Schreibstils und des grandiosen Worldbuildings. Auch die unterschiedlichen Erzählperspektiven machen es zu etwas ganz Besonderem. Insgesamt vier Leute, Feyla, Dorgen, Alia und Tailin, schildern ihre Erfahrungen und Erlebnisse. Dabei ist die Anordnung der einzelnen Episoden stets so gewählt, dass die Spannungskurve konstant oben gehalten wird. Es folgt nie zweimal die selbe Perspektive hintereinander und gerade dadurch, dass jede einzelne mit einem nervenzerreißenden Cliffhanger aufhört, möchte man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Mir sind die knapp 600 Seiten wie ein Katzensprung erschienen und ich konnte mich kaum davon losreißen. Binnen weniger Tage habe ich "Blutgöttin" verschlungen und bin überaus gespannt auf die Fortsetzung. Das Buch endet mit einigen losen Strängen, die sanft miteinander verflochten wurden und lässt den Leser unglaublich gespannt auf die weiteren Wendungen zurück.
5/5 Sterne

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Eine wundervolle Kurzbiografie

Als Ludwig aus dem Rahmen stieg von Cordelia Albert

Paul möchte so gerne endlich "Für Elise" von Ludwig van Beethoven auf dem Klavier spielen lernen. Aber es will einfach nicht klappen!
Als er seiner Wut darüber Ausdruck verleiht, steigt plötzlich Beethoven höchstpersönlich aus dem Bilderrahmen über Pauls Klavier. Er spielt Paul nicht nur seine Komposition vor, sondern erzählt ihm auch berührende Episoden aus seinem Leben.

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Aufmerksam geworden auf dieses Buch sind wir sofort durch das wunderschön gestaltete Cover. Es sieht nicht nur einzigartig aus, sondern ist gleichzeitig aus sehr dynamisch gehalten. So zieht es sofort alle Blicke auf sich!

Zu unserer Freude sind die Illustrationen im Innenteil des Buches im selben Stil gehalten. Sie waren definitiv unser Highlight an "Als Ludwig aus dem Rahmen stieg". Jede Doppelseite besticht durch farbige, detailreiche Illustrationen, die das Geschriebene wunderbar veranschaulichen. Es macht als Leser unheimlich viel Spaß, sich die Zeichnungen genauestens anzuschauen, da es Zahlreiches zu entdecken gibt.

Aber nicht nur die Gestaltung konnte uns überzeugen. Auch der Inhalt des Buches hat uns total gut gefallen.
Spielerisch werden hier interessante Daten und Fakten aus Beethovens Leben dargestellt. So wird nicht nur das Interesse am Komponisten selbst, sondern auch an der Musik geweckt. Und gerade die Rahmenhandlung rund um den jungen Paul macht die Geschichte sehr schön greifbar und verständlich für Kinder.

Optimal in Szene gesetzt wird der Text durch eine dynamische Schriftart und Anordnung. Größer dargestellte Schlagworte und ein paar "schiefe" Textzeilen bringen Bewegung in das Geschriebene. Wir fanden letzteres sehr schön gemacht, sind uns allerdings unsicher, ob es für sehr junge Leseanfänger nicht zu anstrengend ist. Für das Vorlesen ist es aber sicherlich eine nette Abwechslung zu den üblichen Büchern.

Sehr gut gefallen hat uns außerdem ein kurzes Glossar hinten, das etwas schwierigere Begriffe für Kinder erklärt. Zudem dort vorzufinden sind Kurzbiografien weiterer berühmter Persönlichkeiten, die einen guten Überblick vermitteln.

Wir sind begeistert von diesem süßen Kinderbuch und empfehlen es gerne weiter. Gemeinsam mit den tollen Illustrationen und den lebhaften Erzählungen macht das Lesen unheimlich viel Spaß!
5/5 Sterne

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Gefühlvoll, emotional und einfach echt!

Warten auf Wind von Kroon Oskar

Vingas Eltern leben getrennt, auch echte Freunde hat sie keine. Einzig und allein auf der Insel ihres Großvaters findet sie Trost und Wärme. Jeden Sommer darf Vinga ihn besuchen und an ihrer Schnigge, einem kleinen Boot, arbeiten.
Aber plötzlich taucht Rut auf. Rut, die das Meer und die Insel hasst und das komplette Gegenteil von Vinga ist, sie aber dennoch ein Gefühl von Geborgenheit verspüren lässt.

..

Müssten wir "Warten auf Wind" mit drei Worten beschreiben, würden wir uns vermutlich auf die Begriffe "gefühlvoll", "emotional" und "echt" beschränken. Wir finden, dass diese Worte perfekt auf dieses Buch zutreffen.
Denn dieses Kinderbuch von Oskar Kroon ist von Grund auf ehrlich und beschreibt auf eine einzigartige Art und Weise Vingas Erlebnisse. Diese sind durchzogen von zahlreichen eindringlichen Emotionen, vor allem Schmerz und Trauer sind hier ein Begriff.
Mit seinem wundervollen Schreibstil schafft der Autor es hervorragend, jene Emotionen authentisch und den Leser mitten ins Herz treffend zu beschreiben.

Für mich hat gerade dieser Aspekt das Buch so besonders gemacht.
Meine junge Mitleserin hingegen hat sich etwas daran gestört. Für sie war die Atmosphäre teils zu drückend, manchmal hat sich die Geschichte - gerade weil sie sich eher dem Genre "Literatur" zuwendet - ihrer Meinung nach doch sehr gezogen.
Durch den doch recht anspruchsvollen Stil ist "Warten auf Wind" daher nichts für jedermann. Gerade junge Leser könnten ihre Probleme damit haben. Und das gerade, wenn eher weniger Durchhaltevermögen besteht.

Ich finde jedoch, dass sich das Warten definitiv lohnt. Ja, dieses Buch hat seine Längen. Gleichzeitig aber sind es genau die sanften Töne, die plätschernde Handlung und ruhige Protagonistin, die es lesenswert machen.

Wir empfehlen das Buch ab etwa 13 Jahren weiter und möchten nochmals darauf verweisen, dass es sich hierbei um kein actiongeladenes oder mal locker nebenbei lesbares Kinderbuch handelt. "Warten auf Wind" ist ebenso eindringlich wie authentisch und auf eine wunderschöne Weise einzigartig.
4/5 Sterne

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Ein grandioser Auftakt - ich brauche dringend den zweiten Band!

Das Reich der Schatten, Band 1: Her Wish So Dark (High Romantasy von der SPIEGEL-Bestsellerautorin von "One True Queen") von Jennifer Benkau

"Nur wer nicht genug Mut oder Willen hat, braucht seine Kraft.Ich hatte das immer angezweifelt. Aber ich hatte auch noch nie jemanden verteidigen müssen, den ich liebte."

Nachdem Laires Verlobter Desmond vom dunklen Lord in das Reich der Daema verschleppt wird, bricht sie umgehend auf, um Desmond zu retten.

Doch sie ahnt nicht, was sie in dieser verwunschenen Welt erwartet. Schreckliche, blutrünstige Wesen strecken ihre Klauen nach ihr aus. Darüberhinaus spielt die Zeit stets gegen sie. Denn wer zu lange im Reich verbleibt, läuft Gefahr, selbst zu einem Monster zu werden.
Unerwarteterweise erhält Laire von dem Menschen Unterstützung, den sie nach einem furchtbaren Verrat nie wiedersehen wollte...

Kurz vorweg: "Das Reich der Schatten" spielt zwar im gleichen Universum wie "One true Queen", ein weiterer Roman der Autorin. Nichtsdestotrotz können beide Bücher unabhängig von einander gelesen werden.
Ich kannte Jennifer Benkau vor "Her Wish so Dark" noch gar nicht, war nach den vielversprechenden Meinungen zu ihrem Debüt aber unheimlich neugierig auf ihre Geschichten.
Und so viel kann ich verraten: Ich wurde alles andere als enttäuscht.

Zu Beginn des Buches habe ich ein wenig länger gebraucht, um mich angemessen orientieren zu können. Das liegt aber vermutlich eher weniger daran, dass ich die anderen Bücher der Autorin nicht kannte, sondern an der bemerkenswerten Komplexität des Worldbuildings. Dieser Punkt ist fantastisch gelungen. Sobald man als Leser erst einmal in die Geschichte hineingefunden hat, nimmt einen das enorme Ausmaß dieser fremden Welt förmlich gefangen. Hier handelt es sich um High-Fantasy mit einem leicht mittelalterlichem Flair von Feinstem!
Unterstützend dazu war sicherlich auch die gut gemachte Karte auf der Innenseite. Diese hat mir gerade am Anfang der Reise sehr weitergeholfen und mich dabei unterstützt, mir noch einmal alles gut visualisieren zu können.

Gerade beim Punkt "Visualisieren" muss ich einmal ausdrücklich den wundervollen Schreibstil der Autorin loben. Jennifer Benkau wird dem Hype hier meiner Meinung nach gerecht. Mit ihren Worten erschafft sie eine ganz besondere Atmosphäre, balanciert toll zwischen lockerer Unterhaltung und komplexer Fantasy. Der Leser kann sich so perfekt in das Geschehen einfinden - ich habe mich teils gefühlt, als würde ich gemeinsam mit Laie reisen.

Besagte Reise beginnt in der Welt der Menschen und fährt dann in einem dunklen Reich, das von gefährlichen Monstern beherrscht wird, fort. Hier hat mir der Übergang äußerst gut gefallen. Er wurde schön fließend beschrieben, war aber dennoch geprägt von der ein oder anderen Überraschung.
Einen kleinen Kritikpunkt gibt es von mir für den zweiten Teil der Reise. Stellenweise erschien mir die ein oder andere Passage doch recht langatmig und ich bin der Meinung, dass man diese problemlos ein wenig kürzen könnte, ohne an Inhalt zu verlieren.

Nichtsdestotrotz finde ich "Her Wish so Dark" definitiv lesenswert und empfehle es unbedingt weiter. Wer High-Fantasy mit starken Protagonisten liebt, wird hieran bestimmt Gefallen finden.
5/5 Sterne

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Magisch, aufregend und überaus emotional!

Nordstern - Der Ruf der freien Pferde von Karin Müller

Sommer 1949: In Deutschland hat es die 14-jährige Erla unheimlich schwer. Nicht nur die Nachkriegszeit und ihr verstorbener Vater machen ihr zu schaffen - Erla kann Wesen wahrnehmen, die kein anderer sieht.
Gemeinsam mit ihrer Mutter wandert sie nach Island aus und hofft, dort ein völlig neues Leben anfangen zu können.

Doch in Island fällt den beiden der Start alles andere als leicht: Kaum angekommen, werden Erla und ihre Mutter auch schon zwei verschiedenen Bauernhöfen als Arbeitskräfte zugeteilt. Und Erla fühlt sich auf dem Hof so gar nicht wohl. Zum Glück gibt es Drifa. Das Pferd gibt ihr Halt und lässt sie ein Gefühl von Geborgenheit erfahren...

Vorab: Bei "Nordstern" handelt es sich um das Prequel zur "Nordlicht"-Reihe. Wir haben die Reihe noch nicht gelesen, hatten aber dennoch keinerlei Einstiegsschwierigkeiten oder Verständnisprobleme.

Der Einstieg in das Buch ist uns dementsprechend gut gelungen. Der Schreibstil der Autorin ist, wie wir es bereits von der "Pferdeamulett"-Trilogie gewohnt sind, angenehm zu lesen und gleichzeitig schön bildhaft. Karin Müller schafft es im Laufe des Buches eine traumhafte, isländisch angehauchte Atmosphäre zu kreieren. Dazu haben auch zahlreiche isländische Wörter und Namen beigetragen. Prinzipiell finden wir die Idee dahinter toll. An einigen Stellen war das Lesen dadurch allerdings leider ein wenig holprig, weil wir mit der richtigen Aussprache zu kämpfen hatten. Einige wenige Textstellen haben wir deshalb gleich doppelt gelesen.

Das ist aber nicht weiter schlimm, denn wir haben Erla sehr gerne auf ihrer Reise begleitet und hätten am liebsten direkt mehr von ihr gehört. Sie ist eine unglaublich sympathische Protagonistin, die durch ihre authentische und tierliebe Art besticht. Wir konnten uns optimal mit ihr identifizieren. Ihre Gefühle waren toll nachvollziehbar, ihre Unsicherheit und Angst in einem vollkommen fremden Land waren förmlich spürbar.

Die Geschichte selbst konnte uns vor allem durch die magischen Einlagen überzeugen. Die unsichtbaren Wesen sind fantastisch geschildert, auch ihre Welt ist wundervoll authentisch gezeichnet. Stück für Stück lernt man als Leser beides näher kennen, wird sanft an die fremde Welt herangeführt.
Das soll jedoch keineswegs heißen, dass "Nordstern" nur für Fantasyliebhaber geeignet ist. Die Geschichte knüpft nah an die Realität ein, enthält einige historische Anspielungen, Briefe, welche die Erzählung auflockern, und natürlich auch ein wenig Material für Pferdeliebhaber. Getoppt wird all das durch einige aufregende Entwicklungen und zahlreichen Wendungen, die den Leser mitten ins Herz treffen.
Gerade zum Ende hin kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Hier hätten wir uns für das perfekte Leseerlebnis allerdings noch gewünscht, dass die Spannungskurve ein wenig ausgeglichener wäre. Denn während sich die Handlung zuvor etwas Zeit lässt, geschieht zum Schluss alles Schlag auf Schlag.

Nichtsdestotrotz empfehlen wir dieses Jugendbuch gerne weiter. Wer Pferde und ein wenig Fantasy liebt, wird hierbei sicherlich genauso viel Freude wie wir haben. Wir freuen uns schon auf weitere Abenteuer mit Erla!
4/5 Sterne

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