Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Manfred Fischer:
Unbedingt lesen ...
Die Medizin und Ihre Feinde von Herbert Lackner; Christoph Zielinski
Ein sehr empfehlenswertes Buch, das mit den Lügen der Scharlatane und Verschwörungstheoretiker, die seit Jahrhunderten die Wissenschaft bekämpfen, aufräumt.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von Manfred Fischer, Journalist u. HistorikerPerspektivenwechsel - Geografischer Raum ins Zentrum gerückt
Geogeschichte von Christian Grataloup
Wenn ein Geograf ein Geschichtsbuch schreibt, kann Spannendes herauskommen – wie beim Buch „Geogeschichte“ von Christian Grataloup. Es ist spannend, mit ihm die Perspektive zu wechseln. Er hebt die Rolle von Territorien, Ressourcen, Verkehrswegen und Klimazonen beim Erfolg oder Misserfolg menschlicher Unternehmungen und historischer Prozesse hervor.
Der geografische Raum rückt gleichsam von der Hinterbühne ins Zentrum und wird zum historischen Akteur. Er legt dar, welchen Einfluss die Geografie auf die Entwicklung von Kulturen hatte.
Damit begibt er sich auf den Weg der französischen Annales-Schule, einer Gruppe französischer Historiker des 20. Jdhdts, wie Fernand Braudel, Lucien Febvre und Marc Bloch, die in der Geschichtswissenschaft für die Hinwendung zu Wirtschaft und Gesellschaft, die Erschließung quantifizierbaren Materials und die Orientierung an langfristigen Entwicklungen stehen.
Ein Atlas-Abschnitt in der Buchmitte mit aufschlussreichen Karten setzt den Text visuell in Landkarten um. Die Karte auf S. 29 etwa veranschaulicht, wie vernetzt die Welt bereits im Jahr 200 unserer Zeitrechnung gewesen ist. Die Globalisierung ist also keine Erscheinung unserer Zeit, sondern war schon immer vorhanden.
Dieser Kartenabschnitt macht Lust auf ein anderes Buch Grataloups, „Die Geschichte der Welt. Ein Atlas“, das im Beck Verlag bereits in mehreren Auflagen erschienen ist. Auf 515 Karten wird darin die Geschichte der Menschheit visualisiert und von ihrer eurozentrischen Perspektive befreit.
Techno-Milliardäre gefährden Demokratie – Wege dagegen
Silicon Valley attacks von Marietje Schaake
In ihrem Buch „Silicon Valley attacks“ schildert die KI-Expertin Marietje Schaake wie die Techno-Milliardäre aus dem Silicon Valley in den USA die Macht von öffentlichen und demokratischen Institutionen zu ihren weltumspannenden Unternehmen verlagert haben. Durch ihre gesellschaftspolitischen Ansichten sind sie damit zu einer Bedrohung für unsere Demokratie, Freiheit und die Menschenrechte geworden.
So meint etwa Peter Thiel, Mastermind der Techno-Milliardäre, dass Freiheit und Demokratie nicht kompatibel seien und plädiert gegen die Demokratie für die unbeschränkte Freiheit der Tech-Giganten.
Tech-Giganten wie Google, Meta und Amazon umgingen in den letzten Jahrzehnten jede Regulierung. Sie haben sich dabei eine Macht gesichert, von der selbst Diktaturen nur träumen können. Die Spielregeln, wie Wirtschaft und Gesellschaft funktionieren sollen, liefert Silicon Valley. Zunehmend manipulieren seine Algorithmen Märkte und liefern autoritären Regimen oder dem Handel mit persönlichen Daten aller die Werkzeuge zur totalen Kontrolle.
Marietje Schaake zeigt im Buch (ab S.315) Wege auf, wie die Attacken aus Silicon Valley zurückgedrängt werden können. Dieser Abschnitt ist für mich der wertvollste, denn er bietet Handlungsstrategien an, um der Macht von Peter Thiel, Elon Musk, Jeff Bezos und Mark Zuckerberg Grenzen zu setzen.
Schaake skizziert konkrete Maßnahmen, um das digitale Machtgleichgewicht wiederherzustellen. Sie fordert eine strikte Regulierung von Tech-Konzernen, den Schutz von Bürgerrechten im digitalen Raum und eine stärkere demokratische Kontrolle über Technologien wie Künstliche Intelligenz und Big Data.
Verhandeln will gelernt sein – dieses Buch hilft dabei
Zug um Zug verhandeln von Aurélien Colson; Alain Lempereur; Andreas Winheller
Ich habe mich immer wieder mal gefragt, warum ich beim Zustandekommen einer Abmachung nicht erreicht habe, was ich eigentlich wollte. Was habe ich falsch gemacht?
Das Buch „Zug um Zug verhandeln“ hat mir bewusst gemacht, was meine kleinen und auch großen Fehler beim Verhandeln mit meinem Gegenüber waren.
Die Autoren sind erfahrene Verhandlungstrainer. Sie haben ihr Wissen aus unzähligen Situationen in diesem Werk zusammengeführt und zeigen, dass Verhandeln ein dynamischer Prozess ist, den man bewusst und aktiv gestalten muss.
Besonders erhellend fand ich in Kapitel 3 den Abschnitt „Zuhören ist die Wunderwaffe“. Wenn wir unser Gegenüber bitten, zuerst seine Vorstellungen darzulegen, wird dies sicher als positive Geste aufgefasst werden. Wir erfahren dabei aber auch sehr viel über dessen Positionen und können uns im weiteren Verhandlungsverlauf darauf einstellen.
In 8 Kapiteln legen die Autoren leicht nachvollziehbar eine Strategie dar, wie man Verhandlungen erfolgreich und ergebnisorientiert gestaltet. Sie zeigen auch, dass manchmal vorhandene alte „Verhandlungsgewohnheiten“ dem Gelingen einer Verhandlung nicht zuträglich sind.
Geschichte Afrikas und seiner Kulturen neu erzählt
Black History von Amat Levin
In seinem mittlerweile in der zweiten Auflage erschienen Buch „Black History. Die vergessene Geschichte Afrikas. Von den Schwarzen Pharaonen bis heute.“ erzählt der schwedisch-gambische Journalist Amat Levin die Geschichte Afrikas und seiner Kulturen auf fesselnde Weise.
Europäische Historiker waren lange auf schriftliche Geschichtsquellen fixiert.
Viele afrikanische Kulturen hatten aber vor der Kolonialzeit keine Schriftsprache, sondern eine Erzähltradition mit der sie Geschichten und Geschichte von Generation zu Generation weitergaben. Wenn diese Kulturen untergingen, konnten ihre Spuren nur mehr archäologisch verfolgt werden.
Wie wertvoll diese „erzählte Geschichte“ sein kann, wurde westlichen Historikern, erst durch die „oral history“ im 20. Jhdt vor Augen geführt. Die Methode der „oral history“ war es zum Erkenntnisgewinn Zeitzeugen zu interviewen und daraus Schlüsse zu ziehen.
Gerade als Journalist hat Amat Levin einen besonderen Bezug zu erzählten Geschichten und erzählter Geschichte. Er folgt den Spuren untergegangener Kulturen und vergessener Ereignisse teils über Afrika hinaus. So ist sein Buch ein außergewöhnliches Mosaik aus Geschichten, die teilweise miteinander vernetzt sind, staunen lassen und zum Weiterlesen verführen.
Er erzählt von vergessenen Kulturen, den Hochkulturen in Nubien, Aksum oder Südafrika, in Äthiopien, Mali oder Groß-Simbabwe über die Epoche der Unterwerfung und Versklavung bis hin zum Freiheitskampf in der Karibik.
Das Buch ist lesenswert und vielfältig in den angesprochenen Themen. (fish)
Historische Mythen werden entlarvt – spannendes Buch
Vielfalt von Morgane Llanque
Das Buch „Vielfalt“ der Historikerin und Kulturjournalistin Morgane Llanque räumt mit historischen Mythen auf, die von der Geschichtswissenschaft des 19. und 20. Jhdts – alten, weißen, eurozentrierten Männern – in die Welt gesetzt wurden. Ihre Aussagen sind ausführlich recherchiert und belegt.
Neue wissenschaftliche Methoden, wie die DNA-Analyse menschlicher Skelettreste, helfen ihr dabei ihre Ergebnisse zu untermauern.
Für mich als Historiker war das Buch spannend zu lesen. In meiner Besprechung greife ich nur zwei Mythen auf, die die Autorin behandelt. In Kapitel 1 greift Llanque das Klischee der Rollenzuteilung in steinzeitlichen Gesellschaften auf: der männliche Jäger und die weibliche Sammlerin. Aufgrund der Grabbeigaben wurde lange auf das Geschlecht der beigesetzten Person geschlossen, d.h. lagen Waffen im Grab, ging man davon aus, dass es sich bei der beigesetzten Person um einen Mann handelte.
In den letzten Jahren zeigten aber DNA-Analysen von Skelettresten immer wieder, dass auch Frauen – also Jägerinnen - Waffen ins Grab gelegt wurden – und dies keineswegs nur in Einzelfällen.
Das Kapitel 3 ist der bereits in der alten Welt vorhandenen Globalisierung gewidmet. Die zitierten Studien zeigen, dass Vielfalt und Globalisierung keine Phänomene der Gegenwart sind, sondern immer schon Kern und Antrieb der menschlichen Geschichte waren. Die Kulturen Asiens, Arabiens, Europas und Afrikas waren vielfach vernetzt. Keine dieser Kulturen war eine „reinrassige“, sondern jede ist vielfältig gewesen – auch dies kann heute durch DNA-Analysen bewiesen werden.
Gefährlichen Mythen, wie der homogenen „Reinrassigkeit“, auch unserer Kultur setzt Llanque gesicherte historische Fakten entgegen.
Jemand, der beispielsweise behauptet, der Islam und das »Morgenland« seien ein Fremdkörper in Europa und »gehörten nicht zu Deutschland/Österreich«, hat sich schlicht und ergreifend nicht wirklich mit europäischer Geschichte auseinandergesetzt.
Man muss immer weiterlesen ...
Wann kommt das Salz ins Nudelwasser? von Süddeutsche Zeitung Magazin
Wann kommt das Salz ins Nudelwasser? Haben sie sich das auch schon einmal gefragt? Oder, ob das Frühstück wirklich die wichtigste Mahlzeit des Tages ist? Dann werden sie von dem Büchlein „Wann kommt das Salz ins Nudelwasser?“ Nicht so schnell wieder loskommen … zumindest ist es mir so ergangen.
Denn, hat man den Nudelwasserbeitrag fertiggelesen, lockt die nächste Überschrift „Verdampft Alkohol wirklich beim Kochen?“ zum Weiterlesen und von dort geht’s zur nächsten Küchenfrage.
Das Universum – Vom Anfang bis zum Ende ... empfehlenswert
Geschichte des Universums von Günther Hasinger
Günther Hasinger beschreibt in elf Kapiteln auf 128 Seiten in leicht lesbarer Form das Werden und Vergehen unseres Universums. Wir erleben seine Geschichte von der Quarksuppe über die Ausformung der Materie, die Entstehung der Galaxien und Planeten bis zu seinem Vergehen. Zwei Kapitel sind dem Entstehen von Sternen und ihren Endstadien gewidmet.
Killer-Asteroiden und ihrer Abwehr ist der Abschnitt sechs gewidmet. In Kapitel elf behandelt er ungelöste Forschungsfragen zum Weltall, wie die Frage, wo die Dunkle Materie eigentlich herkäme. Spannend.
Das Buch ist so geschrieben, dass man jedes Kapitel für sich lesen kann. Ich selbst habe etwa mit dem letzten Kapitel über die ungelösten Forschungsfragen begonnen und mich dann auf die Endstadien der Sternentwicklung gestürzt.
Fazit: Empfehlenswert.
Sehr spannend ...
Geschichtsmythen von Benjamin Hasselhorn
Das Buch ist sehr spannend, wenn auch nicht immer leicht zu lesen. Die Zielgruppen sind nicht nur HistorikerInnen, sondern auch SchülerInnen und an Politik und Geschichte interessierte Menschen.
Im Focus des Autors stehen Mythen zu historisch wichtigen Persönlichkeiten, wie etwa dem „Retter der freien Welt“ Winston Churchill, der mutigen Beschützerin Frankreichs Jeanne d´Arc oder die Resistenza als antifaschistische Gründung Italiens.
Die Abgrenzung der Geschichtswissenschaft von historischen Mythen erfolgt im ersten Kapitel. Es bedarf hier einer genauen Differenzierung. Dies ist grundlegend für das weitere Verständnis des Buches. Die Geschichtswissenschaft ist dem historischen Mythos sehr nahe.
Historische Mythen sind Erzählungen über die Vergangenheit, die mit Fakten nicht zu untermauern sind. Man muss sie daher „glauben“. Auch HistorikerInnen „erzählen“ Geschichten über die Vergangenheit, diese basieren allerdings auf Fakten, die im wissenschaftlichen Diskurs analysiert werden. Aussagen von HistorikerInnen können argumentativ bestätigt oder widerlegt werden. Man muss sie nicht „glauben“.
In den weiteren Kapiteln beschäftigt sich Benjamin Hasselhorn mit dem Entstehen von Geschichtsmythen, ihrer Verwandlung und auch ihrem Verschwinden. Er behandelt welche Rolle sie im kollektiven Gedächtnis einer Gesellschaft spielen können und weist auf die Gefahren hin, wenn Mythen zu Wahrheiten verklärt werden. Diese Mythen können entkräftet werden oder gar verschwinden, wenn ihnen mit historischem Wissen, d.h. Fakten, zu Leibe gerückt wird. Der Autor thematisiert die Mechanismen, die zum Erfolg von Mythen beitrugen und beschreibt auch deren Verschwinden.
Empfehlenswerter Himmelskalender
Kosmos Himmelsjahr 2026 von Hans-Ulrich Keller
Das Astronomie-Jahrbuch „KOSMOS Himmelsjahr 2026“ ist ein Wegweiser zu den astronomischen Ereignissen des kommenden Jahres. Hochaktuell, anschaulich und leicht verständlich informiert es zuverlässig über das Himmelsgeschehen. Darin findet man/frau auch die wichtigsten Informationen zur partiellen Sonnenfinsternis am 12.
August, bei der in unserer Region die Sonne zu 90% verdeckt sein wird. Auch der Mond beschert uns am 28. August eine partielle Finsternis mit 93% Abdeckung.











