Kunden em pfehlungen
Rezensionen von signalhill:
Ein wichtiges Thema, auch für Kinder
Calypsos Irrfahrt von Cornelia Franz
Ein wichtiges Thema, auch für Kinder
Man kann Kinderbücher über alle möglichen spannenden Abenteuer schreiben, doch "Calypsos Irrfahrt" ist anders, denn Cornelia Franz ist es gelungen, ein spannendes Kinderbuch zu schreiben, in dem ein sehr aktuelles Problem thematisiert wird. Am Beispiel der Flüchtlingskinder wird der Umgang mit den Flüchtlingen auf dem Mittelmeer greifbar, das dramatische Schicksal der geflüchten Menschen in Seenot bekommt ein Gesicht, als die Familie von Oscar zwei Flüchtlingskinder aus dem Meer rettet.
Während die Bürokratie den Eltern untersagt, die Kinder an Land zu bringen, freundet sich Oscar mit ihnen an. Man erfährt viel über ihr schreckliches Schicksal, und man sieht hier Kinder mit einem Schicksal und einem Gesicht, im Gegensatz zu den eher unpersönlichen Bildern, die man aus den Nachrichten kennt.
Zu hoffen wäre, dass die jungen Leserinnen und Leser die Problematik verstehen, verfolgen und später vielleicht auch zum Handeln animiert werden. "Calypsos Irrfahrt" ist ein Buch, das man so schnell nicht vergisst. Den Hamburger Literaturpreis hat das Buch wirklich verdient.
Ein Projekt, kein Lebensstil für die Autorin
Sieben Quadratmeter Glück von Marion Hahnfeldt
Campen ist in, und auf diesen Zug kann man natürlich auch als Autorin aufspringen. Für "Sieben Quadratmeter Glück - Mein Jahr im Camper" zieht die Autorin Marion Hahnfeldt in einen Wohnwagen - und berichtet in einem Tagebuch sowie vielen Tipps. Die Idee dahinter, nämlich herauszufinden, was man im Leben braucht oder wie minimalistisch man leben kann, hat mir sehr gefallen.
Schon am Anfang stört mich etwas, und es verwundert mich auch, dass man hier mit Markennamen arbeitet - wen interessiert es, dass die Autorin ein "North Face VE 25 Expeditionszelt" (S. 13) besitzt, zumal das für dieses Buch wirklich keine Rolle spielt. Mir scheint schon hier, dass sie einfach so stolz auf ihr tolles Zelt ist, dass man es erwähnen muss.
Schon anfangs hat man das Gefühl, Frau Hahnfeldt möchte dieses Campingexperiment machen, um dieses Buch zu schreiben. Dieses ist zum Teil auch gar nicht schlecht gelungen, es lässt sich ganz gut lesen. Allerdings ist der Tagebuchteil sehr persönlich und für den Leser manchmal einfach nicht so spannend und nicht so relevant. Campingneulinge finden allerdings auch hier ein paar Dinge, die man wissen sollte.
Die durchgehend in Hochglanz eingefügten Fotoseiten gefallen mir sehr gut. Auch einige schwarz-weiß Fotos sind eingefügt. So kann man sich die Campingzeit doch besser vorstellen.
Neben einem Tagebuch gibt es noch einen Tipps-Teil. Vieles ist allerdings selbstredend. Am Schluss gibt es noch fünf Menschen oder auch Paare, die ihr Leben im Kleinen vorstellen. Dies wiederum finde ich sehr gut gelungen, weil diese Menschen sich ohne Hintergedanken und wohlüberlegt für das Leben im Tiny House oder Wohnwagen entschieden haben. Da ich auch schon mit dem Gedanken gespielt habe, ist ihre Lebenssicht für mich sehr interessant.
Insgesamt finde ich das Buch sehr durchwachsen und schwierig zu bewerten. Empfehlen würde ich es eher für Campingneulinge, auf keinen Fall für eingefleischte Camper. Für diese wäre es zu banal. Insgesamt würde ich "Sieben Quadratmeter Glück" ca. 3,5 Sterne geben.
Alles kochbar, alles lecker!
Hensslers schnelle Nummer von Steffen Henssler
"Hensslers schnelle Nummer" ist mein erstes Kochbuch von Steffen Henssler, und es ist bereits mein Lieblingskochbuch geworden. Das Konzept ist einfach: Henssler kocht raffinierte Gerichte mit sehr wenig Zutaten. Neben Essig, Öl und Gewürzen sind oft nur 5-7 Zutaten im Rezept. Die Zubereitung ist ebenso einfach.
Das Besondere an diesem Kochbuch ist, dass fast alle Rezepte meinen Geschmack treffen und dass sie trotz der wenigen Zutaten dennoch raffiniert sind. Außerdem sind die meisten Zutaten eher gängig, nichts also, was man für ein Rezept kaufen muss und dann im Schrank stehen hat, weil man keine anderen Rezepte dafür hat.
Henssler kocht mit Chili und LImette, mit Koriander und Peperoni. Diese Zutaten kommen häufig vor, und weil ich diese Zutaten besonders mag, sind auch die Rezepte super für mich. Die einzige Zutat, die nicht nach meinem Geschmack ist, sind vielleicht Rote Bete. Aber selbst dieses Rezepte finde ich interessant.
Insgesamt gefällt mir "Hensslers schnelle Nummer" so gut, dass ich die meisten Rezepte kochen werde. Bei den meisten anderen Kochbüchern geht mir das nicht so. Henssler hat genau meinen Geschmack getroffen, und damit werde ich die Publikationen von ihm weiter verfolgen. Auch sein Blog bringt weitere Rezepte.
Damit ist der bekannte Koch für mich mehr oder weniger eine Neuentdeckung, da ich seine Kreationen nie verfolgt habe. Das Buch hat mich eines Besseren belehrt. "Hensslers schnelle Nummer" ist zu meinem Lieblingskochbuch geworden!
Der Klassiker ist immer noch aktuell
Die Biene Maja - Die schönsten Gutenachtgeschichten von Carla Felgentreff
Nachdem meine Freundin "Die Biene Maja - Die schönsten Gutenachtgeschichten" von Carla Felgentreff beendet hatte, wollte ich auch wissen, was meine Stars der Kindheit heute machen. Und wenn eine Honigbiene im wahren Leben nicht mal dreißig Tage schafft, so hat die Biene Maja als Film- und Comicfigur schon über 50 Jahre auf dem Buckel.
Und sie hat nichts an ihrer Faszination eingebüßt.
Die Gutenachtgeschichten beginnen mit der Geburt der kleinen Biene und dem baldigen Kennenlernen ihres Freundes Willi. Lebhaft ist dargestellt, welch unterschiedliche Charaktere die beiden Freunde darstellen. Da ist der gefräßige, verträumte Willi und die stets neugierige, lustige Maja. Doch auch das Leben der Bienen wird dargestellt, von der Geburt in der Wabe über die Königin, die Arbeiterinnen und dem Lebensalltag der Bienen. So können Kinder gleich auch etwas über Bienen lernen.
Doch hier liegt auch mein kleiner Kritikpunkt. Einerseits hat man als erwachsener Leser oder Vorleser auch das Gefühl, das Buch möchte auch gern Sachwissen über Bienen vermitteln. Andererseits stimmt das so gar nicht, denn obwohl vieles zum echten Leben im Bienenstock passt, ist anderes so gar nicht korrekt. So kann Willi als Drohne ja weder selbst fressen, noch würde er als männliche Biene Waben bauen.
So lassen mich die wunderschönen Gutenachtgeschichten etwas zweigeteilt zurück. Entweder bekommt man einfach nur fiktive Geschichten, dann ist das alles so in Ordnung. Wenn das Buch aber den Anschein macht, den Kindern auch Wissen über Honigbienen vermitteln zu wollen - und diesen Anschein macht das Buch auf mich - dann doch bitte auch korrekt, denn Kinder können nicht unterscheiden, was hier stimmt und was nicht. Abgesehen davon bin ich aber Maja-Fan und Fan dieses Buches.
Krasse, unreife Selbstdarstellung
Die Biene Maja - Die schönsten Gutenachtgeschichten von Carla Felgentreff
Nachdem die Leseprobe von Bill Kaulitz' "Career Suicide" so kurz und wenig aussagekräftig war, habe ich mich hier nicht darauf beworben, aber aufgrund der sehr stark auseinander gehenden Meinungen musste ich es dann doch lesen, nachdem ich es aus Zufall doch in die Hand bekommen habe. Die mediale Aufmerksamkeit galt dem Buch sowieso, man kam schon fast gar nicht dran vorbei.
Sollte man aber.
Bill Kaulitz präsentiert eine krasse Selbstdarstellung von einem Jungen, der nie erwachsen geworden ist. Soll man nun Mitleid haben mit dem reichen Jungen, der soviel hat durchmachen müssen? Wenigstens sprachlich hätte ich ein wenig mehr erwartet. Oder kann man jetzt davon ausgehen, dass im Familienclan Kaulitz-Klum immer so gesprochen wird?
Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Promi-Kasse wieder einmal gefüllt werden sollte. Und das wird sie auch, mit einem Buch, das so stark polarisiert. Ich gebe zwei Sterne, weil ich das Buch immerhin nicht abgebrochen, sondern beendet habe. Es wird aber sicher auch ganz schnell in Vergessenheit geraten, ebenso sein Autor, der scheinbar immer noch von seinen frühen Erfolgen zehrt und sich bei Gelegenheit immer mal wieder in die Öffentlichkeit begibt. Seine arbeitssame, energiegeladene Schwägerin ist dafür eine gute Hilfe und ein gutes Aushängeschild.
Mein Fazit ist, dass selbst ein Kaulitz-Fan dieses Buch nicht gelesen haben muss, wenn er/sie sein gutes Bild vom Autor behalten möchte. Ich war kein Fan, hatte aber großes Interesse am Buch. Man sollte dafür aber auf keinen Fall Geld ausgeben.
Berührt
Warten auf Wind von Kroon Oskar
Leider wird man Oskar Kroons "Warten auf Wind" im Kinderbuchregal finden, so dass viele Erwachsene höchstens auf das Buch stoßen, wenn sie es selbst für Kinder kaufen. Es lohnt sich aber, dieses Buch auch selbst zu lesen.
Eigentlich kann Vinga auf der Insel beim Opa ihren Alltagssorgen entfliehen und viel erleben, auch, wenn die Eltern denken, dass es dort wohl recht langweilig sein muss.
Als der Opa ihr dann noch die Schnigge, ein altes Boot, schenkt, ist der Sommer gefüllt und gerettet.
In der Protagonistin werden sich vielleicht auch viele Kinder wieder finden. Sie macht eine schwere Zeit durch, hat keine Freunde, ist sehr eigen. Ihre Schwermut wird natürlich durch die familiären Ereignisse verstärkt. Welches Kind wäre Vinga vielleicht sonst, wenn alles gut liefe und die Eltern mehr für sie da wären?
"Warten auf Wind" ist geschrieben für Kinder ab 11 Jahren, und das passt auch gut. Es ist ein Hardcover-Buch mit gut lesbarer Schrift und hochwertigem Papier, das man gern zur Hand nimmt. Es hat mich als Erwachsene aber auch in seinen Bann gezogen und berührt. Viele Denkanstöße stecken in "Warten auf Wind". Eine kindgerechte Sprache, oft mit kurzen, unvollständigen Sätzen passt hier gut, da man oft erfährt, was Vinga denkt. Dieses Kinderbuch ist einfach wunderschön!
Ein Roman in der Weite Amerikas
Big Sky Country von Callan Wink
"Big Sky Country" von Callan Wink ist ein Roman, der mich schon durch den Titel und das Cover magisch angezogen hat, denn ich lese gern Romane, die in der Natur und Weite des ländlichen Amerikas spielen. Callan Wink kannte ich bisher noch nicht, habe mir aber schon einen weiteren Roman von ihm bestellt.
Der Autor trifft eben genau meinen Geschmack schreibt von der Schönheit und den Weiten Montanas, die er in seinem eigentlichen oder zweiten Beruf als Fly Fishing Guide tagtäglich erleben darf.
"Big Sky Country" erzählt von August, der auf der Farm seines Vater sehr hart erzogen wird. So bekommt er z.B. für jede erschlagene Katze von seinem Vater ein Taschengeld. Doch dann zieht seine Mutter nach Montana und eine neues Leben beginnt für den Jungen...
Der Roman selbst ist zum Teil grausam, zum Teil auch eher unspektakulär. Vielleicht muss man das Land lieben, um Winks Schilderungen gern zu lesen. Ich finde, bei diesem Roman kann ausnahmsweise aber schon das Cover und der sehr wegweisende Titel einen Hinweis darauf geben, ob man das Buch mögen wird.
Big Sky Country ist aber auch ein Initiationsroman. Gern habe ich die Identitätsfindung Augusts miterlebt und fand den Jungen in seiner Denkweise sehr bedacht und auch sympathisch.
Insgesamt kann man sagen, dass dieser Roman nur etwas ist für Leser, die sich auf ein unspektakuläres Buch einlassen wollen. Wer die Landschaft Montanas kennt und liebt, wird dieses Buch vermutlich gern lesen. Trotz einiger Längen liebe ich den Schreibstil des Erzählers und das Setting im ländlichen Amerika.
Dieses Buch überrascht
Big Sky Country von Callan Wink
"Darling Rose Gold" von Stephanie Wrobel hat mich in vieler Hinsicht überrascht, obwohl ich durch die Leseprobe ja schon mehr oder weniger wusste, was mich erwartet. Doch das Cover und der Titel deuten erst einmal eher auf leichtere Literatur hin. Das Thema selbst ist aber ziemlich hart und wohl gar nicht mal so selten.
Tatsächlich habe ich bereits einmal einen Jugendroman über das Münchhausen-Stellvertretersyndrom gelesen.
Anfangs fragt man sich wirklich, warum Rose Gold sich nicht ganz von ihrer Mutter abgewandt hat, denn das hätte sie wohl verdient. Patty hat ihre Tochter nicht zu einer selbstbewussten, selbstverantwortlichen Frau gemacht, sondern ihre komplette Kindheit zerstört.
Der Roman wird im Perspektivwechseln erzählt, man kann der Lektüre gut folgen, mehr noch, man möchte das Buch gar nicht weglegen. Die Charaktere im Buch sind durchweg keine Sympathieträger, aber das macht vielleicht auch die Faszination des Buches aus. Verstehen kann man nicht, warum eine Mutter ihrer Tochter so etwas antun kann, aber Rose Golds Fall bezieht sich auf eine wahre Begebenheit und kommt in schwächeren Ausprägungen gar nicht mal so selten vor, wie man meinen würde.
Während das Buch wie ein Sog ist, hat mich der Schluss nicht ganz überzeugt. Vielleicht musste die Autorin hier zum Ende kommen oder hat sich den Schluss nicht besonders überlegt. Das Buch ist dennoch absolut wichtig und lesenswert.
Wieder ein tolles Buch zum Aufklappen und Entdecken
Wieso? Weshalb? Warum? Band 47 - Alles über Roboter von Andrea Erne
Die Bücher aus der Reihe "Wieso - Weshalb - Warum?" kennen wir schon gut, nun ist ein neues Exemplar eingezogen, das die Zukunft zeigt. "Alles über Roboter" aus dem Ravensburger Verlag richtet sich an Kinder von 4 bis 7 Jahre, aber sogar ich fand es interessant, wie die neue Roboterwelt aussagen mag.
Dabei gibt es wieder Teile zum Aufklappen und Hineinschauen. Manche Seiten sind mit so vielen Bildchen gespickt, dass man sich lange damit beschäftigen kann. Es gibt kleine Texte zum Vorlesen zu einzelnen Bildern, von denen manche für Erstleser vielleicht zu klein gedruckt sind. Durch die Spiralbindung lässt sich das Buch sehr gut handhaben.
Am besten gefällt mir die erste Doppelseite, fast schon ein Wimmelbild, das man mit Kindern spielerisch entdecken kann. Hier gibt es z.B. eine Roboter, der wie ein Biowarenkiosk aussieht. Er kann dann eben auch umherfahren. Ein Drohne bringt die Pakete. Dass Kinder ihre Schulsachen in einen Roboter packen, ist wohl eher unwahrscheinlich, da Fußgänger auf Gehwegen dann keine Chance mehr hätten. Aber wer weiß?
Die Hoffnung wäre, dass Kinder auch aus diesem Buch lernen, dass es noch viel zu entdecken und viel zu erfinden gibt. Vielleicht möchten sie ja später auch in die Roboterforschung gehen?
Die Autorin feiert sich selbst, der Zugewinn für den Leser/die Leserin ist gering
Happy Life Diät von Shermine Shahrivar
Erst einmal muss man sagen, dass Shermine Shahrivars "Happy Life Diät" gar kein Diätbuch ist, eher eine Zusammenstellung der Lebensansichten der Autorin und allgemeine Tipps für ein zufriedenenes Leben. Das Buch richtet sich damit also nicht unbedingt an diejenigen mit zuviel Pfunden, sondern an die Unzufriedenen.
Shahrivar erzählt dabei von ihrem Leben, z.B. wie sie mal unter- mal übergewichtig war und wie sie das in den Griff bekommen hat. Das muss sie als Model natürlich, aber auch für die Gesundheit, Dass dabei alles stimmen muss, Körper und Geist in Einklang sein müssen, ist keine innovative Entdeckung.
Wer absoluter Shahrivar-Fan ist, wird viel über die Autorin erfahren. Es geht nämlich in dem Buch eher um sie selbst als dass es sich um einen Ratgeber handelt. Geärgert habe ich mich über Aussagen wie "Und was dir Spaß macht und gut tut, das solltest du tun." oder "Da wir alle verschieden sind, vertragen wir auch nicht alle die gleichen Lebensmittel." Ja, logisch, aber was kann ich aus diesem Buch mitnehmen?
Das Buch bewegt sich also zwischen sehr allgemeinen Aussagen einerseits und der sehr konkreten Lebensgeschichte der Autorin. Ich habe nichts Neues erfahren, aber vor allem hat mich das Buch nicht motiviert. Dabei stehe ich voll hinter den sechs Säulen für ein glückliches Leben.
Lesen Sie doch einfach die gute und ausführliche Produktbeschreibung des Verlages und sparen Sie das Geld für dieses Buch. Es lässt sich immerhin ganz nett durchlesen und bekommt daher von mit noch drei Sterne.









