Kunden em pfehlungen
Rezensionen von signalhill:
Muss man einfach gut finden
Auf fliegender Mission 4 - Malas geheime Insel von Lutz Kucher
Obwohl "Auf fliegender Mission 4 - Malas geheime Insel" von Lutz Kucher schon der 4. Teil der Kinderbuchreihe ist, kann man auch hier gut einsteigen. Das Buch kann neben Kindern auch Erwachsene begeistern.
Das Buch fällt durch sein besonderes Cover auf, das vielleicht an ältere Kinderbücher erinnert, aber auch heute Kinder noch ansprechen wird.
Es ist lebhaft und lustig, so wie die Illustrationen im Buch.
Der fliegende Teppich als sehr altes Motiv wird hier in einen neuen Zusammenhang gebracht. Weiterhin gefallen mir die Charaktere samt Tukan besonders gut. Die Spannung wird bis zum Schluss gehalten, ein Abenteuer folgt auf das nächste, da sind die knapp über 100 Seiten schnell gelesen.
Das Buch ist geeignet für Erstleser und generell Grundschüler. Es ist besonders wertvoll, da auch ernste Themen angesprochen werden, die bei Kindern vielleicht Fragen aufwerfen oder Diskussionspotential haben. So ist das Buch auch ein gutes Vorlesebuch.
Ein besonderes Hotel
Vincent und das Großartigste Hotel der Welt von Lisa Nicol
Ein besonderes Hotel
"Vincent und das Großartigste Hotel der Welt" von Lisa Nicol ist eine tolle Geschichte für große und kleine Leser und Leserinnen. Mich hat die Geschichte sehr gut unterhalten, und ich habe sie auch vorgelesen, denn es steckt viel Lehrreiches in diesem Buch, aber auch viel Phantastisches.
Vincent kommt eigentlich fast zufällig als Schuhputzer ins Hotel. Seine zukünftige Freundin Florence macht ihm das einmalige Angebot, im Großartigsten Hotel der Welt zu arbeiten. Dort gibt es dann viel zu entdecken, denn das Hotel ist ein Ort, an dem Träume wahr werden können. Es hat aber noch so viel mehr zu bieten...
"Vincent und das Großartigste Hotel der Welt" geht ans Herz und hat aber gleichermaßen auch einige wichtige Themen zu bieten, die vor allem für Kinder auch lehrreich sein können, mich aber genauso zum Nachdenken angeregt haben. Dieser Teil des Buches mit ganz viel Hintergrund und Stellen zum Nachdenken haben mir noch besser gefallen als das Phantastische, das die Geschichte umgibt.
Die Aufmachung des Buches ist auch wunderschön und ansprechend. Empfohlen wird das Buch für Kinder ab 10 Jahren, aber man kann es auch schon mit jüngeren Kindern gemeinsam lesen. Gewundert habe ich mich allerdings, dass es gar keine Illustrationen gibt, noch nicht mal schwarz-weiß am Rand oder als einfache Bleistift-/Tuschezeichnungen. Die Schrift ist allerdings sehr groß und deutlich und auch für ErstleserInnen geeignet. Ein paar witzige Bilder im Stil des Covers wären doch schön gewesen!
Etwas träge
Harlem Shuffle von Colson Whitehead
Etwas träge
Colson Whitehead zieht mich magisch an; seine Themen interessieren mich sehr, und so habe ich auch die beiden Vorgängerwerke, "Die Nickel Boys" sowie "Underground Railroad" als Hörbücher gehört. Am Ende war ich von beiden eher enttäuscht, und bei "Harlem Shuffle", das ich diesmal nicht gehört, sondern gelesen habe, geht es mir ähnlich.
Dennoch werde ich Colson Whitehead treu bleiben.
Das Cover des Romans ist sehr passend gewählt, denn hier kann man sofort sehen, dass man sich im New York der Sechziger Jahre wähnt. Schmutz auf den Straßen ist ebenso normal wie tolle, aber auch etwas düstere Straßenkreuzer. Und Ray Carney muss sich im Harlem der Sechziger Jahre irgendwie über Wasser halten - legal oder illegal.
Am besten gefallen hat mir an "Harlem Shuffle" das Eintauchen in dieses Viertel der Stadt New York, die Bilder, die man im Kopf hat, wenn man vielleicht auch selbst schon einmal da war, nur Jahrzehnte später. Colson Whitehead nimmt den Leser mit in ein Milieu, das einem selbst sehr fremd ist, aber leider schweift er auch oft ab, sodass auch ich gedanklich abschweifte. Hatte er die Vorgabe, die oft üblichen 400 Seiten zu füllen und brauchte noch etwas mehr Nebenhandlungen und detaillierte Beschreibungen?
So bleibt die Grundidee des Romans sowie die Geschichte um Carney wirklich gut, aber die Umsetzung hat mich nicht überzeugen können. Zu träge geht die Handlung voran, zu abschweifend ist die Storyline. Dennoch freue ich mich schon wieder auf den nächsten Roman von Colson Whitehead. Ich werde auf jeden Fall wieder dabei sein!
Erschütternde Milieustudie
Shuggie Bain von Douglas Stuart
Erschütternde Milieustudie
Gut, dass ich mich doch noch entschieden hatte, mich auf Douglas Stuarts "Shuggie Bain" zu bewerben, nachdem ich das englische Buch in einer Buchhandlung in der Hand hatte. Das Buch fällt nicht ganz in mein "Beuteschema", aber auch nicht ganz heraus.
Irgendwie hat es mich magisch angezogen, sowohl die Leseprobe, als auch das Cover. Dass es auch recht viele autobiographische Züge trägt, finde ich besonders erschütternd.
Der kleine Shuggie Bain erlebt so ziemlich alles, was man als Kind nicht erleben sollte. Eine behütete Kindheit kennt er nicht, und sie ist vor allem erfüllt von dr Sorge um die Mutter. Da er einen weichen Charakter hat, treffen ihn die widrigen Umstände besonders; den Kampf um die Mutter verliert er. Er merkt außerdem bald, dass er nicht so ist wie die anderen Jungen.
Neben der Lebensgeschichte von Shuggie Bain und seiner Familie ist "Shuggie Bain" auch eine Milieustudie in den Arbeitervierteln von Glasgow. Alles ist grau in grau, das Leben eintönig und nicht wirklich lebenswert. Wer dem entkommen will, muss Charakterstärken und Entschlossenheit beweisen...
Besonders großen Respekt habe ich vor dem Autor selbst, denn Douglas Stuart ist ja quasi Shuggie Bain, aber er hat den Weg aus den Arbeitervierteln geschafft, ist Modedesigner geworden und lebt seine Homosexualität offen in New York. Er hat als Kind nichts von seinen Eltern mitbekommen, um ein starker Charakter zu werden. Er hat es neben dem Modedesign aber sogar auch noch geschafft, ein preisgekröntes Buch zu schreiben. Oft bedeuten diese Preise für die Qualität der Bücher nichts, aber Douglas Stuart und "Shuggie Bain" haben diesen Preis mehr als verdient.
Pappbilderbuch mit dicken Seiten und tollen Illustrationen
Rosa Parks - Little People, BIG DREAMS. Mini von Lisbeth Kaiser
Pappbilderbuch mit dicken Seiten und tollen Illustrationen
Rosa Parks ist eine wichtige Wegbereiterin auf dem Weg gegen Rassismus und allgemein für die Gleichberechtigung aller (amerikanischer Staatsbürger). Alle Kinder sollten sie kennen, und auch, wenn ich glaube, dass die ganz kleinen Zuhörer und Zuhörerinnen den Band "Rosa Parks" von Lisbeth Kaiser und Marta Antelo aus der Reihe "Little People, big Dreams" die Essenz des Handelns von Rosa Parks noch nicht verstehen können, so können sie doch schon den Mut der Frau, die im Bus ihren Platz nicht aufgeben wollte, verstehen.
Später werden die Leser und Leserinnen das Buch, das sich an Vier- bis Zehnjährige richtet, dann gut verstehen können, und auch für meinen Unterricht ist das Buch gut brauchbar. Dabei stechen vor allem die lustigen und besonders originellen Illustrationen ins Auge, die in diesem Band der Reihe besonders gut gelungen sind.
Die dicken Pappseiten sind besonders für die ganz Kleinen sehr gut, die Bilder bieten etwas für jedes Alter, der Lesestoff ja auch. Man kann auch die Bilder nutzen als Anregung und Diskussionsgrundlage.
"Rosa Parks" braucht auf jeden Fall Erwachsene, die dieses Buch mit den Kindern gemeinsam lesen. Zusammen mit den notwendigen Erklärungen hilft es hoffentlich, aus neugierigen Kindern mutige Erwachsene zu machen.
Nicht nur für Tennisfans
Julius oder die Schönheit des Spiels von Tom Saller
Von Tom Saller kenne ich bereits das Hörbuch "Wenn Martha tanzt" und fand das richtig gut. Den Autor mag ich gern und bin schon dadurch auf "Julius oder die Schönheit des Spiels" aufmerksam geworden. Bsonders interessiert hat mich aber hier die Haltung der Sportler im Nationalsozialismus, die Haltung derer, die doch eigentlich nur ihren Sport ausüben wollten und sich dann in den Zwängen des Regimes wiederfanden.
Das Cover des Buches sieht nett aus, aber auch sehr gestellt. Ich finde es schön und ansprechend, hätte mir aber auch eher ein Cover mit Originalfoto aus der Zeit gewünscht.
Das Buch interessiert nicht nur Tennisspieler - denke ich - denn dazu zähle ich mich nicht. Die blumige Sprache Sallers sorgt dafür, dass auch das Aufwachsen des Protagonisten spannend sind. Gut gefallen hat mir auch der Rahmen am Anfang des Buches, der schon hier auf dei Homosexualität eines alles bekannten Tennisspielers aus den 80er Jahren hinweist. Diese soll weiterhin im Buch thematisiert werden. Julius ist mittlerweile alt und nur noch Zuschauer.
In seinen Spielerjahren hat Julius mit vielen Widrigkeiten zu kämpfen. Im Mittelpunkt des Geschehens steht das Davis-Cup Spiel 1937 mit einer tollen Schilderung. Aber stets geht es um so viel mehr um nur das Tennisspiel selbst.
Der Schluss des Buches trifft nicht ganz meinen Geschmack, soll aber hier nicht weiter erläutert werden. Auch zwischendurch gibt es ein paar Stellen, die für mich weniger von Interesse waren. Insgesamt freue ich mich dennoch bereits auf den nächsten Roman von Tom Saller.
Damals wie heute
Raumfahrer von Lukas Rietzschel
Von Lukas Rietzschel kenne ich bereits "Mit der Faust in die Welt schlagen", allerdings als Hörbuch. Die Bücher von Rietzschel scheinen sich auch besser als Hörbuch zu eignen. Jedenfalls hatte mir sein Debütroman als Hörbuch noch besser gefallen.
Das Thema DDR ist für mich omnipräsent und immer noch spannend, bin ich doch im westlichen Grenzgebiet nicht weit von der Grenze entfernt aufgewachsen.
Während ich damals noch dachte, viele der Geschichten müssten doch erfunden oder übertrieben sein, weiß ich heute, dass eher das Gegenteil der Fall war.
An Rietzschels neuem Roman gefällt mir besonders gut der einfache, dennoch prägnante Schreibstil und die kurzen Kapitel. Dabei bleibt der Roman eher an der Oberfläche, ist aber auch so angelegt.
Das Thema ist interessant gewählt und regt zum Nachdenken an. Was wird aus den Generationen der Zukunft nach der DDR? Denkbar ist, dass verschiedene Generationen den Roman sehr unterschiedlich antizipieren werden. Kaum zu glauben, dass für viele die DDR nur noch lange vergangene Geschichte ist, während andere immer noch mit den plötzlichen Umbrüchen und ihren Folgen hadern.
Der neue Rietzschel hat mich zum Nachdenken angeregt. Die Erzählung bleibt etwas auf Distanz und kann den Leser/die Leserin nicht komplett einnehmen, aber das ist hier auch nicht die Intention. Ich würde "Raumfahrer" eher den etwas älteren Lesern empfehlen. Auf den nächsten Rietzschel freue ich mich schon.
Raus aus dem traurigen Leben!
Das Universum ist verdammt groß und supermystisch von Lisa Krusche
"Das Universum ist verdammt groß und supermystisch" von Lisa Krusche, erschienen im Beltz Verlag ist ein wunderschönes Kinderbuch mit viel Gefühl, das auch Erwachsene begeistern wird. Es lohnt sich oft doch, auch Kinderbücher zu lesen. Empfohlen wird das Buch ab 10 Jahre, offen nach oben!
Erzählt wird die Geschichte von Gustav und seinen Freunden, die sehr traurig beginnt, denn Gustav hat keine Freude im Leben.
Seine Mutter hat diesen unsympathischen Freund, einen Vater hat Gustav nicht, aber er sucht stetig nach ihm. Eine Wasserpflanze wird sein einziger Freund, bis schließlich Charles aus dem Nichts auftaucht und sein Leben umkrempelt. Ach ja, es hebt Gustavs Stimmung auch nicht gerade, dass es eine seiner Aufgaben ist, regelmäßig seinen Großvater im Altenheim zu besuchen. Für ein Kind hat es Gustav bis dahin wirklich nicht leicht.
Das Buch setzt mit der Reise durch Europa und mit den vielen unterschiedlichen Charakteren auf Vielfalt, Diversität und Individualität. Mir gefällt die Idee besonders gut, besonders auch für Kinder, dass die Kinder hier durch viele Kulturen reisen und auch hier mit vielen Unterschieden konfrontiert werden. Dies macht für mich das Buch besonders wertvoll.
Am Ende bleiben einige gute Lebensweisheiten, die man aus der Geschichte ziehen kann, z.B., dass man seine Träume aktiv verfolgen soll. So sagt z.B. "die verrrückte Frau Nowak", die Informationen sammelt und immer auf der Bank sitzt, Dinge wie "Ein schlafender Fuchs fängt kein Huhn" oder "Ein Ziel ohne Plan ist auch nur ein Wunsch". Und Opa findet: "Das Leben ist ein großer Scherz". Ich mag diese Lebensweisheiten gern und könnte solche Bücher auch mit dem Textmarker lesen.
Am wichtigsten ist aber, dass Gustav aus seinem traurigen Leben entfliehen kann und mit Opa und Charles ganz viele Abenteuer erlebt und daran reifen kann. "Das Universum ist verdammt groß und supermystisch" ist ein tolles Kinderbuch mit so vielen Facetten und Aspekten, dass ich es mir als Schullektüre wünschen würde, da man viele Diskussionsansätze findet!
Kein federleichter Roman
Was fehlt dir von Sigrid Nunez
Kein federleichter Roman
Ich habe für "Was fehlt dir" von Sigrid Nunez ziemlich lange gebraucht. Dies ist kein so federleichter Roman, wie es hier beschrieben wurde. Man braucht Zeit, um sich darin zurecht zu finden, und oft verliert sich dieses Buch in scheinbaren Nichtigkeiten, die, falls sie keine sind, vom Leser dann erkannt und gedeutet werden müssen.
Der Klappentext verspricht viel, aber der Roman plätschert erst einmal so vor sich hin, bevor es ab der Mitte dann etwa um das Thema geht, das im Klappentext beschrieben wird. Ich wartete förmlich auf das angekündigte Thema, den Umgang mit dem Tod und den Tod überhaupt. Wenn man älter wird, wird man sich auch mit diesem Thema beschäftigen müssen, und eine literarische Annäherung schien mir sehr interessant.
Insgesamt nähert man sich im Buch an die Autorin an, die ich aber nicht kannte. Sie präsentiert ihre Vorlieben und Einstellungen. Das Buch mag zum Nachdenken anregen, hat mich aber nicht immer erreicht. Ich kann den Roman, der nicht immer Roman ist, daher nur Lesern und Leserinnen empfehlen, für die das Denken und Nachdenken im Mittelpunkt stehen, weniger die Handlung.
Wieder ein tolles neues Aufklappbuch
Wieso? Weshalb? Warum? Band 16 - Tiere im Einsatz von Andrea Erne
Ich liebe Tiere und ich liebe die "Wieso-Weshalb-Warum"-Aufklappbücher. Daher habe ich mich besonders über den neuen Band "Tiere im Einsatz" für Kinder von 4 bis 7 Jahren gefreut. Das Buch aus dem Ravensburger Verlag ergänzt die tolle Reihe mit einem Band, indem viel Liebe zum Detail und vielseitige Bilder stecken.
Für Kinder sind natürlich die Aufklappbilder am spannendsten, mit denen sie viel selbst entdecken können. MIr gefällt die Vielseitigkeit des Buches gut, denn man hat hier an viele Gelegenheiten gedacht, bei denen Tiere zum Einsatz kommen. So gibt es z.B. Seiten für Rettungshunde, Polizeihunde, Polizeipferde, Tiere als Freizeitpartner, Hütehunde, Deichschafe, aber auch unbekanntere Helfer wie Rentiere vorm Schlitten oder Packesel.
Die Bilder bieten so viel zum Entdecken, weil auf vielen Bilder auch sehr viel zu sehen ist. Das Betrachten der Bilder zaubert mir immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht, während Kinder natürlich auch viel lernen.
Ganz nett finde ich es auch, dass die Autoren sogar an die fast unscheinbaren Helfer gedacht haben wie Schwalben, die uns von Insekten befreien. Auch sie sind für uns Menschen quasi im Einsatz.
Alles in allem ist dies ein Buch zum Verlieben und nicht nur für Kinder schön, Wer Tiere liebt, wird auch dieses Buch lieben.











