Kunden em pfehlungen
Rezensionen von signalhill:
Das wichtigste Aufklappbuch aus der Reihe
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 43 - Wie helfe ich der Umwelt? von Patricia Mennen
Ich habe "Wie helfe ich der Umwelt?" aus der "Wieso-Weshalb-Warum"-Junior-Reihe, erschienen im Ravensburger Verlag, mit etwas älteren Kindern gelesen. Empfohlen wird es für Zwei- bis Vierjährige, aber ich sammle fast alle Aufklappbücher (normal nicht die Junior), dieses hier musste ich einfach haben, weil ich das Thema so wichtig finde.
Man kommt mit Vorschul- und Grundschulkindern auf jeden Fall ins Gespräch und kann viel erklären.
Das Buch ist gestaltet in üblicher Aufklappmanier. Die Aufmerksamkeit der Kleinen bleibt am Buch, wenn es Neues selbst zu entdecken gibt. Die Klappen kann man immer wieder nutzen. Gegliedert ist das Buch in viele wichtige Kapitel wie Müll(-vermeidung) oder Pflanzen und Tiere. Die deutliche Gliederung macht es einfach, die Themen unabhängig voneinander zu besprechen. Immer wieder kann man das Buch weglegen und Dinge "live" mit den Kindern besprechen.
Umweltprobleme gehen auch die Kleinsten an. Wie oft sieht man achtlos hingeworfenen Müll und Verschmutzung, außerdem auch Zerstörung von Dingen. Die Wertschätzung der Umwelt und die Endlichkeit von Ressourcen muss gelernt werden, am besten so früh wie möglich. Das Buch hilft dabei sehr.
Schön finde ich den Titel "Wie helfe ich der Umwelt?". Damit ist jedes Kind direkt angesprochen. Das Ravensburger Juniorbuch finde ich voll und ganz gelungen und vergebe damit 5 Sterne.
Ein fast perfektes Lesevergnügen
Perfect Day von Romy Hausmann
"Perfect Day" von Romy Hausmann ist mein erster Thriller der Autorin. Insgesamt würde ich den Roman so beschreiben: Es ist ein Buch, das man zwar aus der Hand legen kann, das man aber auch gern wieder in die Hand nimmt, um weiter zu lesen. Am Anfang kam es mir nicht wie ein Thriller vor, eher wie ein Kriminalroman, aber das ändert sich dann.
Die Perspektive für den Roman aus der Sicht der Tochter des Verdächtigten ist gut gewählt, da man nicht - wie üblich - wie der professionelle Ermittler mitdenken muss. Klar ist Tochter Ann befangen bzw. nicht objektiv, aber das weiß man ja von Anfang an, doch dies macht den Roman noch spannender. Lässt man sich von den Erinnerungen einer Tochter überzeugen? Kann dieser gute Vater ein Mädchenmörder sein? Oder sind nicht die meisten Serienkiller durchschnittliche Menschen, oft attraktiv, oft Familienväter? So ist man selbst hin- und hergerissen.
Und wenn "Perfect Day" für mich anfangs ein 5-Sterne-Thriller war, so ändert sich das in der Mitte ab ca. Seite 160, wo ich nicht mehr so ganz glauben konnte, was da nun passiert. Ab hier wirkte die Handlung für mich überzogen und unglaubwürdig. Dennoch war dies ein solider Thriller, dessen Lektüre viel Spaß gemacht hat.
Erwähnen möchte ich hier auch mal das gute Format des dtv-Verlages mit einer guten Schriftgröße und guten Zeilenabständen. Das Gesamtformat des Buches ist gut lesbar und sehr ansprechend.
Gute Message, tolle Illustrationen
nICHt genug (nICHt genug-Reihe - Band 1) von Maria Scrivan
Ich (nicht jugendlich, eher etwas älter) bin einfach nur versunken in Maria Scrivans " NICHt genug". Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, obwohl ich sonst weder Comic- noch Graphic Novel-Leserin bin. Dabei liebe ich sowieso die Bücher aus dem Loewe-Verlag, aber "NICHt genug" hat mich völlig geflasht.
Im Buch geht es um die Schülerin Natalie, die - scheinbar - gar nichts gut kann, während alle um sie herum singen, tanzen und noch so einiges mehr. Als ihre beste Freundin Lily nichts mehr mit ihr zu tun haben möchte, mehr noch, als Lily sie sogar mobbt, versteht Natalie die Welt nicht mehr. Doch wenn sie ehrlich ist, hat Lily sie schon immer ausgenutzt.... Sie versucht dennoch, die Gunst der besten Freundin wieder zu gewinnen und merkt erst einmal kaum, dass sie echte Freundinnen gefunden hat und dass sie auch etwas richtig gut kann. Und einen Jungen gibt es da auch noch...
Die Illustrationen in "NICHt genug!" scheinen oft zwar sehr einfach, doch auf den zweiten Blick steckt ganz viel darin. Es gibt her schräge Typen wie das Mädchen mit den Haaren im Gesicht, das stets ein Tutu trägt oder die Freundin, die immer ein paar widerspenstige Haare im Gesicht hat. Aber wenn man das Selbstbewusstsein hat, kann man sich auch mal zum Affen machen.
Das Buch ist für Kinder ab 8 Jahre empfohlen, auch, um ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Das Mädchen, mit dem ich das Buch lesen möchte, ist fast 8, aber fast noch ein wenig zu jung für das Buch. Auf jeden Fall würde ich "NICHt genug" für ältere GrundschülerInnen empfehlen. Ich selbst hatte aber auch viel Spaß daran, und sollten nicht auch wir Älteren uns wieder einmal an solche Themen erinnern?
Manchmal möchte man Natalie, die Protagonistin, gern anstupsen und sagen: "Hey, merkst du nicht, wer deine echten Freunde sind?". Aber Natalie braucht eben etwas länger. Wir aber auch manchmal.
Schön, wenn man schon einige der Bücher kennt
Book Rebels von Annette Pehnt
Ich finde die Zusammenstellung "Book Rebels - 75 Heldinnen aus der Literatur", ein Projekt mit Studenten und Studentinnen des Literaturinstituts Hildesheim, eigentlich super und für mich besonders inspirierend, aber ich finde es ein wenig fraglich, ob das Buch der Adressatengruppe der Kinder ab zehn Jahre wirklich angepasst ist.
32 Autoren und Autorinnen präsentieren hier vor allem sehr bekannte Bücher der Weltliteratur, in denen Heldinnen eine große Rolle spielen. Man bekommt hier 75 Porträts und mit jeweils einem Bild auf einer Doppelseite präsentiert.
Das Layout des Buches ist mit diesen Doppelseiten sehr übersichtlich und geordnet, was mir gut gefällt. Die Illustrationen gehen von witzig über wunderschön zu düster und dunkel. Nicht alle gefallen mir, aber die meisten schon. Sie geben dem Leser und der Leserin aber eher etwas, wenn man die zugehörigen Bücher kennt und die Bilder deuten kann. Die Texte sind pfiffig und kurz und machen großen Spaß. Am besten gefallen mir aber die deutlich abgesetzten Zitate am Ende der Seiten.
Es hat mir großen Spaß gemacht, an die vielen Bücher erinnert zu werden, die man schon gelesen hat und ein paar neue zu entdecken, die man vielleicht noch lesen möchte. Dabei gibt es Texte, die besondere Aspekte des beschriebenen Romans herausgreifen, andere, wie z.B. "Der geheime Garten" von Burnett (S. 165) sind nicht mehr als eine Zusammenfassung des Inhaltes. Das ist keine besondere Leistung. Das dazu ausgewählte Zitat ist dann aber wieder gut.
Als Zehnjährige hätten mich 75 Heldinnen aus Büchern, von denen ich nicht viele kenne, aber sicher eher verwirrt. Ich würde diese "Book Rebels" daher eher für Ältere und auch für Erwachsene empfehlen.
Herzerwärmend!
Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht von Carl Barks
"Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens kennt ja wirklich jeder, und so hat man auch gleich eine sehr genaue Vorstellung davon, wie Dagobert Duck in "Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht" von Carl Barks verlaufen wird. Ein paar Tränchen kann man am Ende dennoch verdrücken.
Bei diesem dünnen Hardcoverbuch handelt es ich um ein Bilderbuch, keinen Comic. Der Disney-Zeichner Carl Barks hat die Zeichnungen schon vor langer Zeit erstellt, getuscht wurden sie von Norman McGary. Entstanden sind wahre Kunstwerke, die man immer wieder anschauen kann. Besonders die Darstellung der Häuser von Dagobert (groß, unheimlich, einsam, düster) und Donald (klein, herzlich, farbenfroh, lustig) haben mir in ihrem Gegensatz gut gefallen.
Ein paar Extras gibt es noch im Anhang, u.a. noch einmal die Weihnachtsgeschichte als richtigen Comic. Auch diese ist sehr schön, aber die Bilder der Bildergeschichte leben natürlich durch ihre Größe (ein Bild = eine Seite) und die Farben.
Alles in allem ist dieses Bilderbuch ein tolles Geschenkbuch für Donald-Duck-Fans und auch alle anderen. Was ich nicht wusste, ist, dass Dagobert Duck im Original sogar wirklich Scrooge McDuck heißt. Da lag die Idee zu der herzerwärmenden Weihnachtsgeschichte ja sehr nahe!
Nicht nur für Tennisfans
Althea Gibson – Gegen alle Widerstände. Die Geschichte einer vergessenen Heldin von Bruce Schoenfeld
Ich bin keine Tennisspielerin, und, obwohl in der Ära "Becker-Graf" groß geworden, hat mich Tennis auch im Fernsehen nie interessiert. Das Buch "Althea Gibson - Gegen alle Widerstände - Die Geschichte einer vergessenen Heldin" von Bruce Schoenfeld hat mich aufgrund der Rassenproblematik in den USA und in der Welt besonders interessiert.
Und ich finde es gut, dass hier eine Art Biographie (oder einfach ein Sachbuch) entstanden ist, dass der Autor sein Thema nicht in einen halbfiktionalen Roman umgewandelt hat, um mehr Leser und Leserinnen anzuziehen. "Althea Gibson" liest sich daher auch nicht wie ein Roman. Man sollte dieses Buch also nur lesen, wenn man sich für Tennis oder die Starspielerin Althea Gibson oder den geschichtlichen Aspekt des Buches interessiert.
Das Buch ist gut aufgebaut und rund durch einen Prolog der Matchpartnerin von Althea Gibon, Angela Buxton und einen Epilog, der sich dann wieder ganz Althea Gibson selbst widmet. Die Spielerinnen haben einen sehr unterschiedlichen Lebensweg hinter sich, mit Angela Buxton, die am Ende ein gutes Leben hat, und Althea Gibson, die krank und verarmt lebt. Erst dachte ich, das Buch sei nur entstanden, um die Kassen einer vergessenen Spielerin zu füllen (passiert ja oft, dass man dann mal ein Buch veröffentlicht), aber Althea Gibson ist bereits 2003 verstorben. Und es ist gut und aktueller denn je, dass man sich ihrer Geschichte wieder erinnert, denn sie hatte es als schwarze Profispielerin in den Fünfzigern besonders schwer, aber sie hat es dennoch geschafft.
Die Tennismatche selbst sind für mich persönlich im Buch zu ausführlich dargestellt, aber das kann ich dem Buch nicht ankreiden, denn auch viele Tennisfans werden das Buch lesen; sie werden an diesen Seiten ihren besonderen Spaß haben. Ich hatte viel Freude an den eingefügten Fotographien, die die beiden Spielerinnen für mich zum Leben erwecken.
Auch die eckige Form des Hardcover-Buches mit Lesebändchen finde ich sehr hochwertig und angenehm, ebenso die Größe des Buches, das sehr handlich ist.
Alles in allem konnte ich mich sehr vertiefen in "Althea Gibson" und habe zwei Persönlichkeiten kennen gelernt, von denen ich noch nie gehört hatte. Dass es bestimmte Sportler und Sportlerinnen aufgrund von Rasse und Religionszugehörigkeit schwer hatten, kennt man ja bereits aus der Zeit des Dritten Reiches, dass es Schwarze in den USA besonders schwer hatten (und in einigen Bereichen immer noch haben), weiß man ja, aber wenn Geschichte mit konkreten Beispielen erzählt wird, bekommt sie erst ein Gesicht.
Ich würde Bruce Schoenfelds "Althea Gibson" 4,5 Sterne geben, weil mich einige Stellen nicht so interessiert haben, die aber hier auf jeden Fall ihre Berechtigung haben.
Erinnert an "Früchte des Zorns"
Die vier Winde von Hannah Kristin
Wer einen guten Roman über die Staubstürme der Dust Bowl lesen möchte, sollte zuerst einmal zu John Steinbecks "Früchte des Zorns" greifen. Mit diesem Werk kann Kristin Hannah mit "Die vier Winde" natürlich nicht mithalten, aber thematisch hat sie sich mit der gleichen Zeit und dem gleichen Thema befasst.
Gelungen ist ihr das in jedem Fall, wenn auch nicht uneingeschränkt.
Beschrieben wird das Leben der jungen Elsa, einem hässlichen Aschenputtel, das zumindest von den Eltern so behandelt wird. Vorgezeichnet ist ihr ein Leben als alte Jungfer, das sie aber selbst durchbricht und sogar eine Familie gründet. Fortan lebt sie in den Great Plains mit der Familie ihres Mannes, und alles könnte gut werden, aber die staubigen Winde der Dust Bowl sorgen dafür, dass die Ernten ausbleiben und das Land sozusagen wegweht.
Das Schicksal, das hier an Elsas Familie beschrieben wird, ist das Schicksal tausender Familien der damaligen Zeit, die größtenteils alles verloren haben. Dabei waren diese Farmen einmal die Hoffnung ihrer Vorfahren gewesen, die sich als Einwanderer alles aufgebaut hatten. Ebenso wie bei John Steinbeck werden auch hier die Ereignisse, die man aus dem Geschichtsbuch kennt, mit Schicksalen belebt und damit mit Leben gefüllt.
Abgesehen davon, dass mich das Thema sehr interessiert, hat mir an Hannahs neuem Roman besonders gefallen, wie sie die Entwicklung der Personen zeichnet im Angesicht der sich verschlimmernden Lage. Dass Elsa als Kind und junge Frau kein Selbstbewusstsein entwickeln kann, ist der Behandlung durch ihre Eltern geschuldet. Erst als Ehefrau und Mutter kann sie dies überwinden, doch dann kommen die Jahre der Dust Bowl, die Leben zerstört.
Hannah hat eine Ausdrucksweise, die sehr emotional ist und den Leser und die Leserin ganz in das Buch eintauchen lässt. Der Roman scheint mir schon ein wenig angelehnt an "Die Früchte des Zorns", aber natürlich mit anderen menschlichen Schicksalen. Dies scheint mir so auch legitim, denn John Steinbecks Werk ist mittlerweile 83 Jahre alt und wird von jüngeren Lesern und Leserinnen wohl kaum noch zur Hand genommen. "Die vier Winde" ist daher ein guter neuer Roman, um von der Dust Bowl zu erfahren oder einfach in die Entwicklung der Protagonisten einzutauchen. Es ist wieder ein Roman von Kristin Hannah, der mich voll und ganz mitgenommen hat, und ich freue mich bereits auf weitere Romane von ihr.
Markante Ermittlerin
Die Tote mit der roten Strähne - Thriller (Betty-Rhyzyk-Serie 1) von Kathleen Kent
Markante Ermittlerin
Ich glaube, ich habe lange keinen Thriller mehr gelesen, und vielleicht ist das der Grund, warum mir "Die Tote mit der roten Strähne" von Kathleen Kent so gut gefallen hat. Verdient hat das Buch zwar nur 4,5 Sterne wegen einige Ungenauigkeiten, die für Leser immer etwas ärgerlich sind, aber da muss man wohl darüber hinwegsehen und sich fragen, ob das Lektorat manches nicht auch bemerken sollte.
Das Cover des Buches ist recht ansprechend und scheint auch zum Titel ("rote Strähne") zu passen, aber so wirklich passt es nicht. Dafür ist die Haptik des Covers toll, denn das Federkleid ist rau, während der weiße Teil des Covers ganz glatt und glänzend ist. Dies sei aber nur nebenbei bemerkt.
Gern habe ich mich mit der Ermittlerin Betty Rhyzyk nach New York und dann nach Texas begeben. Betty ist ein recht eigener Charakter in so ziemlich allen Aspekten. Ich möchte sie nicht als starke Person bezeichnen, denn auch sie hat ihre Schwächen, und ich weiß auch nicht recht, ob ich sie eine Sympathieträgerin nennen möchte, aber insgesamt hat sie mir doch gut gefallen. Die Dialoge sind jedoch manchmal etwas ruppig, dadurch aber wohl auch recht authentisch, nehme ich an.
Die Handlung selbst ist oft recht rasant und brutal, wie es eben zu einem Thriller passt. Alles ist auf den Punkt und doch oft überraschend, sodass man selbst auch dran bleibt und dieses Buch sehr schnell beendet hat. Dadurch riskiert man erst gar nicht, wichtige Teile der Handlung zu vergessen. Obwohl die Brutalität hier eine große Rolle spielt, hatte ich nicht das Gefühl, dass die Handlung überzogen ist, sondern sich an der Realität der Cops orientiert.
Dass Betty lesbisch ist, ist im konservativen Texas natürlich auch ein Problem, das wir so vielleicht nicht sehen würden, dort aber Realität ist. Auch die Vorfälle, die Betty hier erlebt, sind daher wohl nicht überzogen, wenn auch für uns befremdlich (und für Betty sicher auch).
Das Buch ist in der Gegenwartsform geschrieben, was ich immer etwas gewöhnungsbedürftig finde. Alles in allem hat es mich aber sehr gut unterhalten, und so war es auch schnell zu Ende. Es ist ein Thriller, den man sicher auch schnell wieder vergisst, was ihn austauschbar macht; dennoch bekommt "Die Tote mit der roten Strähne" von mir eine Leseempfehlung und gerade noch 5 Sterne.
Ein ungewöhnliches Abenteuer
Eis. Abenteuer. Einsamkeit von Richard Löwenherz
Das Abenteuerbuch "Eis - Abenteuer - Einsamkeit" vom Autor mit dem ungewöhnlichen Namen Richard Löwenherz wird man nicht lesen, weil man dies unbedingt nachmachen möchte. Ganz im Gegenteil: Man liest ungläubig von einem Abenteuer, das kaum möglich scheint - und von einem Mann, der die Einsamkeit nicht scheut.
Das Buch hat einen flexiblen Einband, eignet sich aber vor allem wegen der hochwertigen Aufmachung und den tollen Farbfotos dennoch als Geschenk für Outdoor-Begeisterte. Besonders die Fotos machen diesen Band (man möchte sagen "Bildband", aber es gibt auch sehr viel Text) zu einem Erlebnis. Man kann sie sich immer wieder anschauen.
Der Text selbst ist das Tagebuch des Globetrotters Löwenherz, in Gegenwartsform geschrieben. Man begleitet ihn auf seiner Reise, deren Highlights für mich auch gerade in der Einsamkeit die Begegnungen mit anderen Menschen sind. Die Reise erinnert mich an meine Mongoleireise, auf der mir auch die (wenigen) Menschen am meisten gefallen haben. Sie leben so anders, als man das an den meisten Orten der Welt erleben kann. Aber Löwenherz kann beides: Die Einsamkeit gut ertragen und den kommunikativen Teil seiner Reise begrüßen.
Insgesamt finde ich das Unterfangen des Autors recht gefährlich, auf den Eisstraßen unterwegs, oft ganz allein. Immer wieder ist er doch der Gefahr sehr nahe. Immerhin kommen immer wieder LKWs vorbei, die auf jeden Fall Hilfe bieten. Ein solches Abenteuer zu zweit wäre jedoch vernünftiger. Okay, der Titel müsste dann geändert werden, doch das Abenteuer bliebe.
Löwenherz gibt auch einige Vorträge, und ich möchte gern einen besuchen, wenn er in meine Nähe kommt. Nach einiger Zeit wirkt das Buch bei mir immer noch nach und wird zu einem der wenigen gehören, das man nicht vergisst.
Nicht so viel Krimi, aber ganz tolles Buch!
Dicke Biber von Bettina Balàka
Ich weiß gar nicht warum, aber bei "Dicke Biber" von Bettina Balàka habe ich mich zuerst in den lustigen Titel und das ebenso humorvolle Cover verliebt. Ich musste dieses Buch einfach lesen, vor allem aber auch wegen der Idee dahinter: Ein Junge (Pico) träumt vom Jetskifahren und muss schließlich an der heimischen Donau Urlaub machen.
Aber Abenteuer enstehen gar nicht beim Jetskifahren, sondern im wahren Leben..
Das Buch ist weniger Naturschutzkrimi, denn der auf dem Klappentext erwähnte Bibermord passiert erst am Ende des Buches. Wer also eine spannende Täterjagd als Hauptbuchinhalt vermutet, wird vielleicht enttäuscht sein. Doch letztendlich ist das egal.
Pico schließt nicht nur neue Freundschaften, sondern lernt auch, genau hinzuschauen und die Natur genauer wahr zu nehmen, besser, die Natur überhaupt wahr zu nehmen - und er lernt, sie zu schätzen. So macht er z.B. die Bekanntschaft mit einem Hirschkäfer, genannt Franz Joseph, denn "herausragende Bewohner wollte er mit Namen versehen" (S. 37).
Das Buch selbst sieht von außen aus wie auf Umweltpapier gedruckt. Allerdings passen dazu nicht die sehr farbigen Bilder im Buch. Die schwarz-weiß Bilder (leider gibt es davon eher wenige) haben mir auch viel besser gefallen, vor allem wieder die Biber.
Das Buch passt vor allem zu jüngeren Kindern bis 12 Jahre. Ich würde es wärmstens empfehlen, weil ich es so wichtig finde, dass Kinder ihre Umwelt kennen lernen und anders hinschauen. Es gibt sogar viele Kinder, die meinen, in unseren Wäldern gibt es gar keine Tiere! Viele meinen auch, Käfer und andere Insekten sind einfach nur "Ungeziefer". Ebenso wollen viele einfach nur Action, wenn man doch so viel vor der eigenen Haustür machen kann. Daher finde ich das Buch sehr wertvoll, aber es ist auch lustig, kurzweilig und teilweise auch spannend.











