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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von PFIFF:

Was stecken für Geschichten hinter verlorenen Gegenständen

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge von Hogan Ruth


Laura findet nach einer gescheiterten Ehe eine Anstellung bei einem schrulligen aber liebenswerten Witwer und ehemaligen gefeierten Schriftsteller.
Die Arbeit macht ihr Spaß. Sie pflegt den Rosengarten, hält das Haus sauber und bekocht den einsamen Mann, der nach dem plötzlichen Unfalltod seiner geliebten Frau untröstlich ist, vor allem, weil er just am Todestag ein Medaillon verloren hatte, eine Liebesgabe seiner verstorbenen Frau.

Er hatt sich dann eine Marotte zugelegt, Gegenstände auf der Straße und im Park aufzuheben, Dinge, die Menschen verloren hatten und vielleicht vermissten. Peardew notierte akribisch Fundort und Datum und hortete die Dinge in seinem Arbeitszimmer.
Als er stirbt, hinterlässt er Laura das Haus und die Bitte, die verlorenen Gegenstände an die Besitzer zurückzugeben. Laura hat Hilfe von einem Mädchen mit Down-Syndrom, die wunderbar intuitiv denkt, und dem langgedienten Gärtner, in den sich Laura verliebt.
Letztendlich sucht Laura selbst nach dem verlorenen Medaillon. Eine wunderbare Fügung hilft ihr dabei.
Ein unglaublich berührendes Buch, hinreissend geschrieben.

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Verbrechen aus der Stasi-Zeit werfen Schatten auf die Gegenwart

Böse Schatten von Christian v. v. Ditfurth


Stachelmann wird wieder involviert in die Aufklärung eines lange zurück liegenden Mordfalls. Ein zufällig gefundenes Skelett weist Spuren von Folterungen auf. Ermittlungen der Polizei führen in eine Sackgasse.
Stachelmann forscht in eine zur Polizeit divergierenden Richtung, kommt der Lösung so nahe, dass auf seine Lebensgefährtin und deren Sohn ein Anschlag verübt wird.

Trotzdem oder vielleicht deshalb gibt er nicht auf und sucht Zusammenhänge in der deutsch-deutschen Geschichte.
Zwei weitere Morde können dem selben Täter zugeordnet werden, der raffiniert vorgeht, einsschüchtert und Wanzen geschickt plaziert, um dem Ermittlungsverlauf zu folgen und einen Schritt voraus sein zu können.
Stachelmann kombiniert brillant und schafft es letztendlich mit Hilfe seiner Polizistenfreundin und dem intelligenten und smarten Georgie, dem Verbrecher das Handwerk zu legen.
Zeitgeschichte und Krimi gekonnt verflochten, spannend zu lesen.

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Ein ehemaliger Loch rechnet mit falschen Zeugen ab

Scherbengericht von Heinichen Veit


Der Koch Aristeides Albanese, "Der Grieche" genannt, kommt nach 17 Jahren aus dem Gefängnis, in dem er seiner Meinung nach eine Strafe abgesessen hat, die zu Unrecht wegen falscher Zeugenaussagen über ihn verhängt worden war.
Er rächt sich nun an allen Beteiligten, indem er sich Zutritt in deren Wohnungen verschafft, ein Gericht kocht und das mit Rhizin vergiftet, aber nicht tödlich, nur als Denkzettel.

Commissario Laurenti kennt den Fall von früher, weil er sich damals nicht durchsetzen konnte und deswegen ein schlechtes Gewissen hat. Der Mord an Aristeides Mutter war nie aufgeklärt worden.
Aristeides eröffnet ein eigenes Restaurant, das er sehr effizient führt, mit billigen Lebensmitteln, die übrig geblieben und fast abgelaufen sind. Mit Geschick und seinem muslimischen Freund Aarash versucht er gegen die Vorurteile und Missgunst der Triestiner anzukämpfen und zu seinem Recht auf ein neues Leben zu kommen.

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Ein irrer Pfau bringt auf einem schottischen Lamdsitz alle durcheinander

Der Pfau von Isabel Bogdan


In den schottischen Highlands vermietet ein älteres Ehepaar Räumlichkeiten in ihrem Landsitz und den umliegenden Gebäuden.
Eine Londoner Gruppe von Investmentbankern quartiert sich für ein Wochenende ein, um an ihrer Teamarbeit zu arbeiten, sich besser kenenzulernen, um dann besser zusammenarbeiten zu können.

Unter den vielen Tieren, die sich auf dem Landsitz befinden, trägt ein verrückter Pfau dazu bei, Schaden an blauen Gegenständen zu verursachen.
Als er den teuren Wagen der Chefin der Gruppe demoliert, entschließt sich der Hausherr, ihn zu erschießen und trägt damit zu einer Kette von Mißverständnissen bei, die Verwirrung und Chaos unter den Bewohnern des Landsitzes stiften.
Eine amüsante, mit schwarzem britischem Humor gespickte Geschichte.

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Schelmenroman à la Radek Knapp

Die unglaublichen Abenteuer des Migranten Nemec von Konecny Jaromir


Lolek Nĕmec wird von einem Richter verurteilt, in einem Flüchtlingsheim ehrenamtlich auszuhelfen. Er hat Humor, ist liebenswert und hilfsbereit.
Er lernt Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern, mit verschiedenenen Religionen, Bedürfnissen, unterschiedlicher Bildung und Ausbildung kennen. Alles Menschen, die auf ein neues Leben hoffen und dafür viel bezahlt haben, nicht nur finanziell.

Sie haben ihre Heimat, ihre gewohnte Umgebung, ihre Freunde und Familien verlassen.
Jetzt sind sie konfrontiert mit Paragraphen, Behörden, amtlichen Bescheiden und einem Leben in Armut. Warten auf einen positiven Asylbescheid, um bleiben zu dürfen, einen Job zu finden.
Konecny schreibt aus eigener Erfahrung und bringt es fertig, trotz der Tragik der Situation Komik und Klamauk in seine Geschichte zu bringen. Keine Seite ohne Schmunzeln, viel Humor und Lebensweisheit.

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Das Leben schreibt die besten Geschichten

Strafe von Ferdinand von Schirach


In einzelnen Geschichten erzählt der gelernte Jusrist vom Juristenalltag, skurrile Fälle, Beziehungsdramen mit unerwartetem Ende.
Wo es um Menschen geht, menschelt es. Verteidiger müssen ihre Mandanten so gut wie möglich vertreten, auch wenn es oft schwer fällt, weil Recht und Gerechtigkeit meist nicht übereinstimmen.

Großartig geschrieben, spannend und berührend, wie alle seine Bücher.

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Frauen entlarven einen Spion

Halali von Noll Ingrid


Eine Großmutter erzählt ihrer Enkelin von ihrer Zeit als junge Frau in den Sechzigern des vorigen Jahrhunderts, wo sie mit einer Freundin als Sekretärin in einem Amt arbeitet.
Die Tante der Freundin vermietet Zimmer in ihrer geräumigen Villa an alleinstehende Herren, unter anderem an einen Bürokollegen der beiden, Burkhard Jäger.

Zufällig beobachten die beiden ein seltsames Treffen Jägers mit einem mysteriösen Mann und die Übergabe eines Päckchens. Sie schleichen sich in sein Zimmer un d finden ein Kuvert mit viel Geld. Sofort vermuten sie, dass Jäger ein Spion ist und verfolgen ihn.
Es komm zu einer Konfrontation, die für Jäger tödlich endet. Die beiden jungen Frauen wurden beobachtet und werden nun erpresst, die Nachfolge Jägers zu übernehmen, was gar nicht so unangenehm ist, weil lukrativ. Doch die Skrupel bringen die beiden Neospioninnen dazu, die Unterlagen zu fälschen, damit kein Schaden frü das Amt entsteht.
Viele Zufälle helfen den beiden, sich heil aus der Affäre zu ziehen.
Köstlich, amüsant und mit viel schwarzem Humor, wie gewohnt bei Ingrid Noll.

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3 Frauen, 3 Kulturen, 3 Kontinente, verknüpft durch den Haarzopf

Der Zopf von Colombani Laetitia


Das Schicksal dreier Frauen auf drei verschiedenen Kontinenten, aus drei verschiedenen Kulturkreisen, drei verschiedenen Gesellschaftsschichten, drei verschiedenen Berufen, verbindet der Zopf, das menschliche Haar, das aus einem indischen Tempel an eine sizlianische Manufaktur für Perücken verkauft wird und schließlich in Kanada landet, um einer krebskranken Frau wieder Selbstbewußtsein zu schenken.

Die Verflechtung der drei Schicksale ist wunderbar beschrieben. Die Inderin, eine Unberührbare aus der untersten Kaste, möchte für ihre Tochter ein besseres Leben und bricht aus aus ihrem bedrückenden, erniedrigenden Umfeld, ohne Rücksicht auf ihren Ehemann.
Die junge Sizilianerin kämpft um das Weiterbestehen des Familienbetriebs und erhält unerwartete Hilfe von ihrem indischen Freund.
Die alleinerziehende kanadische Rechtanwältin kämpft sich durch in einer Männerdomäne, von ihrem Ehemann im Stich gelassen, den neidischen Kolleginnen gemobt, ihrer Krankheit in die Defensive geworfen.
Das Opfer der indischen Frau, das Durchhaltevermögen und die Liebe zu einem Inder der Sizilianerin gipfeln in der Produktion einer Perücke, die der vom Schicksal gebeutelten Kanadierin wieder auf die Sprünge hilft, ihr wieder Lebenswillen gibt.
Eine wunderbare Geschichte über Opfer, Lebenswillen, Liebe und den ewigen Kampf der Frauen, egal in welcher Kultur und Lebenslage.

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Tierschützer contra Bergbauern in den Seealpen

Wölfe an der Côte d'Azur von Christine Cazon


Commissaire Léon Duval verbringt eine Woche Schiurlaub mit seinen beiden Kindern und seiner Freundin Annie Chatel im Mercantour.
Alles klappt wunderbar. Doch am Ende der Ferien wird in der Nähe eine Leiche gefunden, Régis Ravel, der Enkel eines ehemaligen Schafhirten und begeisterter Anhänger einer Gruppe von Befürwortern der Wiedereinbürgerung von Wölfen in der Gegend.

Erbittert kämpfen die Schafbauern gegen die erlaubte Ausbreitung der Wölfe, die ihre Schafe reissen und Unfrieden zwischen den Bewohnern der Region stiften. Sie haben schon genug zu kämpfen mit den Touristen und Mountainbikern, die sich an keine Vorschriften und Eigentumsrechte scheren.
Duval hängt noch ein paar Tage Urlaub an, um sich umzuschauen und seiner Journalistenfreundin bei Interviews beizustehen.
Die örtliche Polizeichefin ist nicht erfreut über die Einmischung Duvals, der dann wieder zurück in Cannes den Großvater des Getöteten im Seniorenheim aufsucht und Interessantes erfährt. Ein ganz anderes Problem war der Auslöser für den Mord an Régis Ravel.
Commissaire Duval deckt die Hintergründe auf und ein Komplott von Politikern und Baulöwen.
Christine Cazon führt uns in die Gegend, in der sie einige glückliche Jahre verbrachte und vermittelt uns ihre Liebe zu den Menschen und der eindrucksvollen Landschaft der Seealpen.

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Schwieriges Leben und Überleben in den Bergen

Acht Berge von Cognetti Paolo

Der 11-jährige Pietro reist mit seinen Eltern nach Grana, am Fuß des Monte Rosa Massifs, um dort seine Ferien zu verbringen.
Er freundet sich mit dem gleichaltrigen Bruno an, dem einzigen Kind in dem ausgestorbenen Dorf und erforscht mit ihm die Gegend
Pietros Vater liebt die Berge und unternimmt Wandertouren mit beiden Kindern.

Pietro studiert später Mathematik, wechselt dann auf den Beruf als Dokumentarfilmer, reist nach Nepal und immer wieder ins Aostatal, wo er mit seinem Jugendfreund nach dem Tod des Vaters ein Häuschen baut auf einem Stückchen Land, das ihm der Vater hinterlassen hatte, in der Nähe eines Bergsees, idyllisch gelegen.
Eine ehemalige Freundin von Pietro verliebt sich in Bruno, zieht zu ihm und führt das arbeits- und doch nicht ertragsreiche leben einer Bergbäuerin, melkt die Kühe, käst und verkauft die Produkte.
Cognetti beschreibt in dieser Autobiographie romanhaft das Leben in den Bergen, seine Faszination und seine Mühsal, die Liebe der Menschen zu der Natur, ihren Kampf ums Überleben. Und doch können sie nicht weggehen, weil sie Angst und Abscheu vor Städten haben, mit ihrer Hast, den Menschenmassen, der fehlenden Natur.

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