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Rezensionen von PFIFF:
Ein junger Jude wird durch verzwickte Umstände zu Hitlers Trauzeugen
Ich war Hitlers Trauzeuge von Keglevic Peter
Der Berliner Jude Harry Freudenthal flüchtet aus Wien, gibt sich als Pilger aus und landet in Berchtesgaden im Frühjahr 1945 in einer Staffel, die für den Führer 1000 km nach Berlin laufen soll. Die Reichsfilmregisseurin Leni Riefenstahl filmt die immer kleiner werdende Truppe bis zum Schluss, findet Gefallen an Harry, alias Paul Renner, und spornt ihn an zu gewinnen.
Schlussendlich landet Harry im Führerbunker, lernt Eva Braun kennen und Hitler. Er wir als Trauzeuge genommen, kann sich nach Amerik retten und erzählt seinem Freund Joe die Geschichte, als er mit 95 Jahren zusammenbricht und im Krankenhaus aufwacht.
Skurril, amüsant mit ein bisschen Filmlänge.
Mysteriöses verschwinden einer jungen Ehefrau
Berühre mich nicht von Camilleri Andrea
Die junge Ehefrau eines berühmten Schriftstellers verschwindet unter mysteriösen Umständen. Commissarion Maurizi aus Rom ermittelt vorsichtig, weil nicht klar ist, ob Laura entführt wurde oder freiwillig untergetaucht ist. Er spricht mit Lauras Mann, der Haushälterin, Bekannten und ihrer besten Freundin.
Das Bild, das sich für ihn zeichnet ist das einer Frau in einer Lebenskrise.
Der Doktorvater von Laura bringt den Kommissar auf eine Spur. Sie hatte ihre Doktorarbeit über ein Gemälde von Fra Angelico, "Noli me tangere", geschrieben. Ähnliche Gemälde hängen in Städten, in die eine Spur der Vermissten führt.
Camilleri gelingt es wieder einmal mehr, mit seiner Erfahrung und Menschenkenntnis, Personen und ihre Beziehunen zueinander zu beschreiben, ihre Art miteinander umzugehen, das Leben sinnvoll zu gestalten, die komplzierten Verhältnisse zwischen Männern und Frauen und die daraus entstehenden Konflikte.
Die Geschichte der getrennten Wege - Erwachsenenjahre (Neapolitanische Saga 3) von Elena Ferrante
Im 3. Band der Tetralogie über zwei ungleiche Freundinnen aus dem Rione in Neapel erzählt Ferrante von Lenu, die Studiert und einen jungen Professor heiratet.
Sie hält Kontakt zu ihren Freunden und ihrer Familie. Lila scheitert in ihrer Ehe und lebt mit ihrem Sohn bei einem Freund, arbeitet in einer Wurstfabrik und entfremdet sich von ihrer Freundin, die nach ihrem gesellschaftlichen Aufstieg und ihrem Weggang aus Neapel die unterschiedlichsten Gefühle unter ihren ehemaligen Bekannten hervorruft, einerseits Bewunderung, aber auch Neid und Ablehnung.
In Neapel herrscht Mord und Totschlag. Einige Jugendliche kämpfen gegen die Faschisten und werden kriminell.
Lenu wird nicht glücklich in ihrer Ehe mit zwei Töchtern. Als ihre Jugendliebe Nino auftaucht, gerät sie durcheinander. Sie wägt Gefühl und Vernunft gegneinander ab und trifft eine Entscheidung.
Zwei Schwestern retten jede auf ihre Art Menschenleben während des 2. Weltkriegs
Die Nachtigall von Hannah Kristin
Rossignol war der Deckname der jungen Isabelle, die während des 2. Weltkriegs in Frankreich bei der Résistence abgestürzte alliierte Piloten über die Pyrenäen in Sicherheit brachte.
Sie und ihre ältere Schwester hatten früh ihre Mutter verloren. Der Vater ließ seinen Schmerz über den verlust an seinen Töchtern aus und vertrieb sie so aus dem Elternhaus in Paris.
Isabelle und Vianne retten mit ihrem Mut und direktem Wesen vielen Menschen das Leben, jede auf ihre Art. Vianne kann jüdischen, elternlosen Kindern neue Identitäten verschaffen und nach dem Krieg nach Verwandten suchen.
Beide setzen ihr Leben aufs Spiel, begegnen deutschen Soldaten, guten und bösen, und schaffenes, zu überleben.
Wunderbar zu lesen, nicht kitschig, sehr berührend und interessant.
Verbrechen an der berühmten Rosa Granitküste der Bretagne
Bretonisches Leuchten von Jean-Luc Bannalec
Diesmal muss Kommissar Dupin mit seiner Freundin Claire 14 Tage Ferien an der berühmte Granitküste in der Bretagne machen. Doch es fällt ihm schwer, völlig abzuschalten.
Als die Frau eines Hotelgastes spurlos verschwindet, ermittelt er zum Missfallen der zuständigen Polizei. Also versucht er, seine Recherchen möglichst unauffällig zu gestalten und erhält Verbündete, die ihm eine Menge Tratsch und Zusammenhänge von Ereignissen erzählen.
Dupin schrammt unentwegt an einer Dienstaufsichtsbeschwerde und dem Unwillen Claires vorbei, bis er entdeckt, dass auch Claire heimlich mit den Kollegen ihres Hospitals telefoniert und er eine Reihe mysteriöser Geschehnisse miteinander verknüpfen kann.
Letztendlich gelingen ihm die Aufklärung und sogar ein paar Tage Urlaub.
Die Gegend um Tregastel macht Lust sie zu besuchen, so malerisch beschreibt Bannalec diese romantische Urlandschaft mit den berühmten rosa Granitfelsen und der herrlichen bretonischen Küche.
Bibel- und Götterfiguren modern interpretiert
Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist, Adam? von Michael Köhlmeier; Konrad Paul Liessmann
An Hand von 12 Beispielen aus der Bibel und griechischen Mythologie interpretieren die beiden Autoren deren Sinngehalt und Aussage. Von Adam bis Hiob und der griechisschen Götterwelt erklären sie, was wir uns davon abschauen können, wovor wir uns hüten sollen.
Die Götter haben jede Menge menschliche Eigenschaften und die Menschen streben das Göttliche an.
Daraus ergeben sich amüsante und tragische Situationen, die in diesem Büchlein unterhaltsam interpretiert werden.
Die Vnezianischce Villa Malcontenta als Mittelpunkt der Schicksale dreier Männer aus drei Epochen
Malcontenta von Felix Kucher
Die venezianische Villa Malcontenta wurde im 16. Jhdt. im Auftrag der Brüder Foscari gebaut. Die Freken zum Großteil von Battista Franco ausgeführt
Anfang des 20. Jhdts. kauft der Jude Bertie Landberg den Besitz, lässt ihn renovieren und veranstaltet Salons bis der 2. Weltkrieg losbricht.
2012 flüchtet der junge Afrikaner Said nach Italien und landet in der Villa als Gärtner.
Alle drei Männer sind auf der Suche nach der Liebe und einem erfüllten Leben. Die venezianische Villa ist ein Symbol für die Hoffnung auf eine sichere Zukunft. Sie hat die Jahrhunderte überlebt und gibt das Rärsel um die Fresken preis.
Die vielen Rückblenden fordern Aufmerksamkeit, sind aber für den Aufbau der Geschichte unerlässlich und fügen sich zum Schluss zu einem nachdenklichen Resumée.
Intrigen um die Wahl des neuen Papstes
Konklave von Harris Robert
Kardinal Lomelli kümmert sich nach dem Tod des Papstes um die Organisation der Konklave, die einberufen wird, um einen neuen Papst zu wählen.
Er bekommt Kenntnis von Intrigen und Verfehlungen der Kardinäle, die die möglichen Nachfolger ihres verstorbenen Oberhauptes der Katholischen Kirche sind.
Diplomatisch aber zielstrbig verfolgt Lomelli die Anspielungen und wird nach mehreren Wahlgängen selbst ein möglicher Kandidat für das Papstamt.
Terroranschläge überschatten die Wahl und drängen zur Eile. Ein überraschendes Ergebnis ist die Folge.
Spannend und interessant.
Fälschergeschichte um eine holländische Malerin
Das letzte Bild der Sara de Vos von Smith Dominic
Ellie Shipley restauriert normalerweise alte Gemälde, im Speziellen Holländer, ihr Fachgebiet über das sie eine Abhandlung schreibt. Sie ist Fachfreu für Gemälde von Frauen, die in die Lukasgilde aufgenommen wurden. Die erste Frau in der Gilde war Sara de Vos, von der sie nun ein Gemälde kopieren soll.
Sie ist sich im Klaren, dass es um eine Fälschung geht, kann sich dem Reiz aber nicht entziehen.
Der Besitzer des Gemäldes, der Anwalt Marty de Groot, findet den Diebstahl und Betrug heraus und sucht nach den Verursachern. Als er auf die Spur von Ellie kommt, will er sich revanchieren.
50 Jahre später treffen sich die beiden wieder. Sara befürchtet, dass sie nun auffliegt, weil sich die Methoden zur Enttarnung von Fälschungen inzwischen perfektioniert haben.
Die interessante Biographie der Malerin wird zwischendurch erzählt.
Berührend und interessant.
Liebe zweier alter Menschen
Und jetzt lass uns tanzen von Lambert Karine
Marguerite wird von ihrem Sohn nach dem Tod ihres Mannes, eines strengen Notars, auf Kur geschickt. Dort lernt sie Marcel kennen, ebenfalls Witwer, der sich nicht vorstellen kann, nach seiner großen Liebe nochmals Gefühle für eine andere Frau zu empfinden.
Doch es kommt anders. Marguerite löst sich von ihrem diktatorischen Sohn und traut sich, mit Marcel eine Beziehung einzugehen, Ihr Enkelsohn Ludovic ist und bleibt ihr Sonnenschein, der beide liebt.
Empfindsam und zart beschreibt die Autorin die aufkeimende Liebe und Zuneigung zweier alter Menschen, die den Rest ihres begrenzten Lebens noch genießen wollen.











