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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von PFIFF:

Die Herausforderung, ein autistisches Kind zu erziehen

Tage mit Sam von Stuart Keith


Sam ist acht Jahre alt und Autist, keine schwere Form, aber trotzdem eine Herausforderung für seine Eltern, die sich aufreiben und deren Beziehung an der Aufgabe, ihren Sohn richtig zu erziehen, zu scheitern droht.
Jody möchte eine Auszeit, Alex zieht zu seinem Freund Dan. Alex verliert seinen Job, verzweifelt an der Aufgabe, seinen Sohn zu begreifen und einen Zugang zu ihm und seinen Eigenheiten zu finden.

Da kommt ein Computerspiel zu Hilfe, "Minecraft". Sam versenkt sich in das Bauen von Gebäuden, erschaffen von Lebensräumen und taut auf. Alex nimmt teil und versteht immer mehr, wie er mit seinem Sohn umgehen muss.
Stuart schreibt aus eigener Erfahrung, nicht lehrerhaft oder klagend, sondern aufmunternd und manchmal witzig. Nicht nur für Betroffene lesenswert, für alle die zwischenmenschliche Hürden zu nehmen haben.

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Erinnerungen eines Jungen an seine Kindheit als Sohn eines Kanzlers

Raumpatrouille von Matthias Brandt


Kurzgeschichten geschrieben aus der Sicht eines 10-Jährigen, des Sohnes von Willy Brandt, sicher zum Großteil autobiographisch, aber auf jeden Fall entzückend, amüsant und wunderbar zu lesen. Die Welt des beschützten Politikersohnes Ende der 60ger Jahre, Anfang der70ger Jahre.
Ein Geheimtipp! Hoffentlich kommt da noch etwas nach.

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Thriller im Terroristenmilieu

Ohne Ausweg von Lange Kathrin


Diesmal schlüpft der Kommissar Faris Iskander in die Rolle eines radikalisierten Islamisten, um verdeckt in einem Berliner Gefängnis für Islamisten und Neonazis Kontakt zu einem Führer der Isamistenszene aufzunehmen. Iskander soll möglichst schnell heraus finden, wo ein Giftgasanschlag geplant ist.

Es ist außerordentlich schierig, die Kontaktpersonen von seiner Glaubwürdigkeit zu überzeugen, noch dazu weil sich ein Maulwurf innerhalb der Polizei befindet und anscheinend eine zweite Gruppe mitmischt.
Die Zeit läuft davon, lebensgefährliche Situationen müssen gemeistert werden. Wem kann man vertrauen, wie muss man sich den Terroristen gegenüber verhalten, damit sie ihre Kenntnisse preisgeben?
Spannend, zeitnah und mit eindrucksvollen Charakteren. Ein toller Thriller.

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Mädchenfreundschaft in Neapel

Die Geschichte eines neuen Namens - Jugendjahre (Neapolitanische Saga 2) von Elena Ferrante


Im zweiten Band der Tetralogie über die Freundschaft zweier Mädchen aus Neapel schildert Ferrante, wie sich die Ehe von Lila entwickelt, die Schulfortschritte von Elena, ihre Männerschwärmereien, Sehnsüchte und Träume.
Lila ist enttäuscht von ihrem Mann, der sie zwar verwöhnt, sie aber nicht versteht und ihr keinen Freiraum lässt.

Elena schafft den Schulabschluß und bekommt die Möglichkeit in Pisa zu studieren. Dort lernt sie eine ganz neue Gesellschaft kennen, beendet ehrgeizig ihr Studium und schreibt ein Buch, das dann sogar veröffentlicht wird. Zurück in Neapel fühlt sie sich nicht mehr wohl, spürt zu Hause, dass sie hier keinen Platz mehr hat und ist schockiert über die verschiedenen Verhältnisse ihrer früheren Weggefährten.
Lila versucht ohne ihren Mann, nur mit ihrem kleinen Sohn, das Leben zu meistern.

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Frauenmord im Süden Londons

Die Tote von Deptford von Granger Ann


Im Süden vom London des 19. Jhdts. wird eine weibliche Leiche gefunden.
Inspektor Benjamin Ross soll herausfinden, wie die unbekannte Frau zu Tode gekommen ist und ob es sich um ein Tötungsdelikt handelt.
In dieser Gegend sind die Leute nicht sehr gesprächig, besonders Polizisten gegenüber.
Die Frau des Inspektors hat einen bekannt guten Instinkt und hilft verdeckt bei den Ermittlungen.

Es stellt sich heraus, dass einige Leute gute Gründe hatten, der Frau den Tod zu wünschen, unter anderem ein angesehener Bekannter der Polizistengattin. Es ist schwierig, den jungen Arzt aus der Schusslinie zu nehmen. Die Presse stürzt sich auf den Verdächtigen und seine eigene Familie verurteilt ihn.
Ein weiterer exzellenter Krimi aus der Lizzie-Martin- und-Benjamin-Ross Serie von Ann Granger.

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Arbeiteraufstand 1953 DDR

Die Tote von Deptford von Granger Ann


Lawrenti Beria, Geheimdienstchef schon unter Stalin, wird neben dem Präsidenten der UDSSR der mächtigste Mann in Russland. Doch Nikita Chruschtschow, Molotow und die anderen mächtigen Männer in Moskau sägen an seinem Stuhl. Sein Spion Ilja verliebt sich in eine junge Ostdeutsche, die er als Kind kennengelernt hat, als ihr Vater nach dem 2.

Weltkrieg als Wissenschaftler deportiert wurde.
Titus Müller beschreibt das geschichtsträchtige Jahr 1853 in Ostdeutschland, den Tag X, an dem sich alle Arbeiter zu einem Streik und Protestmarsch gegen die Drangsalierung der Russen und der Regierung der DDR formiert hatten. Unschuldige werden Opfer, die Situation für das Volk von Bauern und Arbeitern nicht besser.
Beria wird verantwortlich gemacht, entmachtet und exekutiert.
Titus Müller schildert das Leben der DDR-Bürger an Hand von ein paar Beispielen, eindrucksvoll und mitreissend. Ein Stück Geschichte, das viele von uns nicht mehr kennen oder vergessen haben.

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Zuwandererproblematik

Endstation Côte d'Azur von Christine Cazon


In seinem vierten Fall soll Kommissar Léon Duval den Tod eines Schwarzen klären, der an einem Nobelstrand in Cannes entdeckt wurde.
Gehört er zu den Flüchtlingen, die im Lager in Ventimiglia ausharren, bis sie nach Frankreich einreisen dürfen oder ist er ein Mammadou, einer der Verkäufer von Sonnenbrillen, Schirmen und Hüten, die die Strände und belebten Straßen Cannes ablaufen, um etwas Geld zu verdienen.

Der erste Eindruck scheint auf einen natürlichen Tod zu deuten. Trotzdem recherchiert der Kommissar im Umfeld des Straßenhändlers und erfährt so von den schwierigen Lebensbedingungen, mit denen die Leute zu kämpfen haben, damit sie ihren Familien in Afrika Geld schicken können.
Als dann ein weiterer Schwarze mit durchgeschnittener Kehle gefunden wird, ein Neffe des Straßenhändlers, vermutet Duval Zusammenhänge zwischen beiden Todesfällen.
Christine Cazon behandelt in diesem Krimi die Problematik um die Ausländer, die schon seit vielen Jahren ein besseres Leben in einer neuen Heimat suchen, oder zumindest soviel verdienen wollen, um ihren Familien zu Hause ein Auskommen zu verschaffen. Außerdem geht es um die Flüchtlingproblematik und die Radikalisierung von einigen unzufriedenen, fanatischen Moslems.
In Dialogen reisst Frau Cazon mehrere Meinungen und Einstellungen zu diesen Themen an und behandelt sie objektiv und kritisch, ohne Partei zu ergreifen oder selbst eine Position zu beziehen. Der Leser kann sich selbst ein Urteil bilden.

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Historienroman Barcelona

Die Kathedrale des Meeres. von Falcones Ildefonso


In nur 55 Jahren wurde die Santa Maria del Mar im 14. Jhdt. in Barcelona erbaut.
Arnau Bernat erlebt als Kind die Anfänge und dann die Fertigstellung des eindrucksvollen Baus.
Sein Vater muss mit ihm fliehen. Er lernt seine Mutter nie kennen. Die Sitten damals sind roh und ungerecht. Die Adeligen unterdrücken die Bauern, beuten sie aus, sind intolerant Juden uns Schwarzen gegenüber.

Frauen sind lediglich zum Gebären von Stammhaltern da, werden verschachert, vergewaltigt und als Hexen verbrannt.
Arnau wächst heran, kämpft sich durchs Leben, ist tüchtig, ehrlich und tolerant. Doch es werden ihm immer wieder Prügel zwischen die Füße geworfen. Schließlich helfen ihm seine zahlreichen Freunde mit Diplomatie, Geld und Druck auf die Inquisition und korrupte Adelige. Nach dem Pesttod seiner ersten Frau und einer vom König angeordneten Heirat mit einer arroganten und intriganten Adeligen, findet Arnau in fortgeschrittenem Alter doch noch zu seiner großen Liebe.
Der historische Roman ist spannend und interessant. Man merkt, dass ihn ein studierter Jurist geschrieben hat, wenn Falcones die Usancen im Handels- und Bankwesen beschreibt.

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Biographie von Robert Schumann

Schumanns Schatten von Peter Härtling


Robert Schumann waren nur 46 Lebensjahre vergönnt. Er starb an den Folgen einer Syphilisunfektion vor seiner Heirat mit Clara Wieck, um die er lange mit ihrem Vater kämpfen musste. Die begabte Pianistin und Komponistin gebar ihm während der 16-jährigen Ehe 8 Kinder, ein Junge starb bald. Neben der Aufzucht der 7 Kinder leistete sie den Großteil zum Bestreiten des Haushalts mit Konzertauftritten, bei denen sie auch Werke ihres Mannes vortrug.

Mehrmals wurde umgezogen, Konzertreisen strengten Schumann an.
Die Familie hatte einen großen Freundeskreis, den Clara pflegte. Mendelssohn war Pate der ersten Tochter, der junge Brahms unterstützte Clara vor allem während der Zeit, die Robert Schumann nach einem missglückten Selbstmordversuch in einer Klinik in der Nähe von Bonn verbrachte, wo er auch starb. Die Ärzte untersagten Besuche, vielleicht als Schutz für die Familie.
Der bekannte Biograph Härtling setzt als Rahmenhandlung den Aufenthalt Schumanns in der Klinik und erzählt dazwischen über wichtige Stationen seines Lebens und Schaffens, eindrucksvoll und interessant.

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Ein Hausarzt kommt in die Bredouille

Sommerhaus mit Swimmingpool von Herman Koch

Marc Schlosser ist Praktischer Arzt in Amsterdam. Er hat eine hübsche Frau und zwei halbwüchsige Töchter. Seine Praxis läuft gut bis er Ralph Meier, einen Schauspieler und selbst Vater von zwei Jungen, in der Praxis kennen lernt. Meier lädt die Familie Schlosser in den Sommerferien in ein Häuschen an der Küste Frankreichs ein, wo auch ein amerikanisches Pärchen Ferientage verbringt.

Die Idylle bekommt Risse, Schlosser begeht zurück in Amsterdam an Ralph Meier einen Kunstfehler, so scheint es jedenfalls, und muss sich vor der Ärztekammer verantworten. Hängt das mit den Ereignissen im Sommerhaus zusammen?
Ein amüsant geschriebenes, spannendes Buch, mit vielen Statements zur Einstellung zu Sexualität und der heutigen Medizin.

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