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Rezensionen von April1985 :

Dunkle Geheimnisse

Der Sucher,2 Audio-CD, 2 MP3 von Tana French

Die Presse spricht von einem "Meisterwerk literarischer Erzählkunst", einer "soghaften Geschichte" und einer "Klasse für sich". Bei so vielen Lobeshymnen musste ich Der Sucher von Tana French einfach lesen, habe mich allerdings für das Hörbuch, welches leicht gekürzt bei Bookbeat erhältlich ist, entschieden.

Tana French entführt uns in ihrem neuesten Thriller in ein idyllisches und abgelegenens Dorf im Westen Irlands. Protagonist Cal Hooper, ein ehemaliger Cop aus Chicago, hofft in der wildschönen Natur, die sich ihm dort bietet, nach der Scheidung von seiner Frau Frieden und Ruhe zu finden. Die Dorfgemeinschaft ist eingeschworen, regelt ihre Dinge zumeist selber ohne großes Aufsehen. Man trifft sich im Pub, geht zum Angeln und hält sich aus den Angelegenheiten der anderen möglichst raus. Cal wird gut in der Gemeinschaft aufgenommen. Eines Tages bekommt Cal Besuch von Trey Reddy, einem Kind, dass ihm ersucht den vermissten Bruder Brendan zu finden. Cal lässt sich überreden und beginnt privat zu ermitteln. Dabei öffnet er Türen, welche die Dorfgemeinschaft lieber geschlossen gehalten hätte.

Tana French hat einen wirklich wunderbar malerischen und einnehmenden Schreibstil und ich bin beim Hören regelrecht Teil der Geschichte geworden. Ein Thriller, als welcher Der Sucher beworben wird, war es in meinen Augen aber keiner. Das Buch war eine fast schon poetische, ruhige Erzählung. Man spürt zwar irgendwie, dass eine Gefahr in der Luft liegt, bekommt diese aber nicht auf dem Servierteller präsentiert. Die Spannung ist eher unterschwellig vorhanden.
Der Sucher ist vielmehr ein Gesellschaftsportrait mit viel Lokalcholorit, bemerkenswerten, zum Teil schrulligen Charakteren, die im übrigen durch Hörbuchsprecher Wolfgang Wagner herrlich zur Geltung kommen. Als Cal beginnt Fragen zu stellen, wird dies im Dorf nicht gerade begrüßt. Im Gegenteil, es wird im unmissverständlich klar gemacht, dass manche Dinge besser im Dunkeln bleiben. Und auch Trey und Treys Mutter werden bedroht, als Cal seine Nachforschungen betreibt.

Mich konnte Der Sucher mit seinen authentischen Charakteren, dunklen Geheimnissen, der unterschwelligen Spannung, den poetischen Beschreibungen der Natur und der irischen Landschaft richtig begeistern. Einzig das Ende fand ich irgendwie unbefriedigend. Damit meine ich nicht den Ausgang an sich, sondern die Auflösung was mit Brendan passiert ist. Irgendwie fand ich den Ausgang fast eine Spur zu plump.

Dass das Hörbuch nur in gekürzter Fassung verfügbar ist, hat mich im übrigen überhaupt nicht gestört. Ich hatte an keiner Stelle das Gefühl etwas verpasst zu haben oder den Eindruck, dass manche Übergänge nicht flüssig waren.

Große Empfehlung von meiner Seite!

Fazit:

Der Sucher ist ein literarischer, ruhig erzählter Thriller. Tana French hat ein beeindruckendes Portrait einer eingeschworenen, irischen Dorfgemeinschaft gezeichnet, die ihre dunklen Geheimnisse bewahrt. Teilweise war mir die Geschichte trotz unterschwelliger Spannung etwas zu gemächlich und die Auflösung fand ich persönlich etwas plump.

Der Sucher, speziell das Hörbuch gesprochen von Wolfgang Wagner, bekommt dennoch eine große Empfehlung von mir!

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Ergreifende, dramatische und intensive Familiengeschichte!

Die vier Winde von Hannah Kristin

Manche Empfindungen lassen sich nur schwer zum Ausdruck bringen. So geht es mir auch jetzt. Ich habe das Gefühl meine Worte werden Kristin Hannahs Meisterwerk nicht annähernd gerecht. Ich bin zutiefst begeistert und überwältigt von der Bild- und Wortgewalt, bin traurig, schockiert und gleichzeitig berührt.

Kristin Hannah hat wahrlich Großes geschaffen.

Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise in die USA der 30er Jahre. Es ist die Zeit der Weltwirtschaftskrise, welche die Menschen in Not und Armut stürzt. Der mittlere Westen wird zudem von einer menschgemachten Naturkatastrophe, ausgelöst durch falsche Bewirtschaftung und Dürre, heimgesucht. Es sind die Dust Bowls, verheerende Staubstürme, die den Farmern ihre Existenzgrundlage nehmen. Aber auch die Gesundheit der Bevölkerung ist bedroht. Krankheit und Hunger treiben die Menschen in den Westen der USA Richtung Kalifornien in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Auch unsere Protagonistin Elsa Martinelli sieht sich gezwungen mit ihren Kindern die Farm in Texas zu verlassen. In Kalifornien erhofft sich Elsa Arbeit und ein neues, schönes Heim für sich und ihre beiden Kinder zu finden. Schnell muss sie jedoch erkennen, dass die Konkurrenz zu den anderen Wanderarbeitern unerbittlich ist. Aus allen vier Winden werden sie herangetrieben, verhöhnt und diskriminiert als dreckige "Oakies". Es ist ein ein harter Kampf um Gerechtigkeit, ja ums Überleben, der Elsa und ihrer Familie bevorsteht.

Kristin Hannah hat eine unglaublich intensive Geschichte zu Papier gebracht. Elsa ist eine starke und wahnsinnig mutige Protagonistin, mit der ich von Anfang an mitgefühlt und mitgelitten habe. Von den eigenen Eltern als labil, krank und schwächlich dargestellt, findet Elsa unverhofft ihr Glück in dem um einige Jahre jüngeren Rafael Martinelli. Doch Raf zieht es in die Welt und so lässt er Elsa und seine beiden inzwischen geborenen Kinder sitzen. Als ob es nicht schon schwer genug für Elsa ist, gibt ihre rebellierende, mitten in der Pubertät steckende Tochter Loreda ihr auch die Schuld am Weggang ihres Vaters. Als der kleine Anthony eine Staublunge diagnostiziert bekommt, wird Elsa vor die wohl größte Entscheidung ihres Lebens gestellt.

Gefangen zwischen Angst und Hoffnung habe ich Elsas Geschichte verfolgt. Ich habe ihre Entscheidungen mehrfach in Frage gestellt, mich gleichzeitig aber auch selber gefragt, was ich an ihrer Stelle getan hätte.

Die vier Winde erzählt den Überlebenskampf einer Familie. Es ist aber auch die Geschichte einer Frau, die ihre Stimme findet und Goßes vollbringt. Das Ende ist dramatisch, zugleich aber auch hoffnungsvoll und wegbereitend. Ich gebe zu, ich hätte mir einen anderen Ausgang gewünscht. Ich war erschüttert und zutiefst traurig. Doch letztlich ist es die Liebe die bleibt und ewig währt. Festhaltend an diesen Gedanken konnte ich mich auch mit dem schwermütigen Ende versöhnen, welches Kristin Hannah sich erdacht hat.

Ich habe Die Vier Winde abwechselnd gelesen und gehört und kann auch die Hörbuchversion sehr empfehlen. Luise Helm trägt die Geschichte klar, deutlich und mit viel Gefühl vor. Durch die Lesung hat die ohnehin schon einnehmende Handlung eine noch stärkere Sogkraft entwickelt, der ich mich kaum mehr entziehen konnte.

Großes Kino und absolut lesens- und hörenswert!

Fazit:

Kristin Hannah hat mich auf eine intensive Reise in die USA der 30er Jahre mitgenommen. Elsas Geschichte hat mein Herz und meine Seele berührt. Es geht um Hoffnung, Liebe, Mut, dem Bringen von Opfern, dem Kampf um Gleichberechtigung, Ausgrenzung und so vieles mehr. Kristin Hannah lässt ihre Protagonisten die schwere Zeit der Weltwirtschaftskrise, der Hungersnöte und Katastrophen durchleben. Ich bin begeistert und überwältigt von der mitreißenden Art und Weise, in der Kristin Hannah Fakt und Fiktion miteinander vereint.

Für mich ist Die Vier Winde ein absolutes Herzensbuch und Lebenslesehighlight!

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Wut ist wichtig. Wut tut gut.

Wut und Böse von Ciani-Sophia Hoeder

Ich bin es hin und wieder - so richtig wütend. Für mich ist Wut ein Ausdruck meiner Gefühle und in gewisser Weise auch ein Befreiungsakt. Manchmal ist meine Wut auch irrational, manchmal versteife ich mich durch meine Wut auch zu sehr auf ein Thema. Meistens fühle ich mich hinterher aber besser, frei nach dem Motto "Wut tut gut".

Doch was macht unsere Gesellschaft mit wütenden Frauen? Diesem Thema geht die freie Journalistin und Gründerin des "RosaMag" auf den Grund.

Zunächst einmal: Ich fand das Buch gut und inhaltlich recht interessant aufbereitet. Ciani-Sophia Hoeder geht sehr wissenschaftlich an das Thema "Wut" heran. Sie erklärt zunächst die Bedeutung von Wut. Wut ist eine (häufig heftige) Reaktion auf ein Gefühl und wird oft mit Traurigkeit verwechselt. Wie oft habe ich mir selbst schon die Frage gestellt ob ich wütend oder traurig sein soll. Ich finde die Abgrenzung gar nicht so einfach. Ciani-Sophia Hoeder beleuchtet das gesamte Spektrum von Wut anhand ihrer Ethymologie und Soziologie, deren Ausprägung in Politik und Popkultur, aber auch anhand persönlicher Erfahrungen.
Während wütende Frauen als Zicken, Feldwebel oder hysterisch abgestempelt werden, gilt Wut in männlichen Kreisen als Stärke und Durchsetzungsfähigkeit. Dieses geschlechterspezifische Bild von Wut wird vielen schon in der Wiege eingeimpft. Wütende Frauen gelten als unschicklich, es gehöre sich nicht. Oder wie oft musste ich mir schon anhören, das Leben ist zu kurz um sich zu ärgern und wütend zu sein.

Wie gesagt, Ciani-Sophia Hoeder fühlt der weiblichen Wut auf den Zahn. Sie zeigt auf welch starkes Instrument Wut sein kann und wie man durch sie Veränderungen herbeiführen kann. Dabei bringt sie wichtige Themen wie sexuelle Belästigung, Diskriminierung und Rassissmus auf den Tisch.
Am besten hat mir das Generationengespräch am Ende des Buches gefallen. Hier habe ich mich am meisten wiedergefunden und es war interessant wie unterschiedlich Wut in jeder Generation wahrgenommen, akzeptiert und ausgelebt wird.

Mir hat Wut und Böse von der Thematik her sehr gut gefallen. Allerdings hatte ich einige Schwierigkeiten mit der Aufbereitung. Das fing schon beim gendern an. Ja, gendern ist nicht unwichtig - gerade bei so einem feministischen Buch wie Wut und Böse. Allerdings fand ich das ständige gendern zum Hören suboptimal und ich habe mich eher daran gestört. Für mich hat es sich wie eine Straße mit vielen Schlaglöchern angefühlt.

Zudem habe ich leider ziemlich oft den roten Faden verloren. Zu schnell springt die Autorin von einem Thema zum nächsten, ohne erkennbare Überleitungen. Ich musste das Hörbuch mehrmals zurückspulen, um den Gedankengängen noch folgen zu können.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich Wut und Böse als Hörbuch gehört habe und sich meine Kritik vorallem darauf bezieht. Hätte ich es gelesen, hätte ich die beiden angesprochenen Punkte wahrscheinlich anders wahrgenommen.

Nichts desto trotz gab es noch einen Punkt, der mir tatsächlich zu aufdringlich war: Der erhobene Zeigefinger gegen das Patriarchat und weißen Cis-Männern, die scheinbar die gesamte Schuld am System tragen. Hier hätte ich mir eine tiefgreifendere Analyse gewünscht.

Für mich war Wut und Böse eine interessante Erfahrung, die mir einige neue Erkenntnisse gebracht hat und auf jeden Fall zum Nachdenken anregt.

Fazit:

Wut ist wichtig, Wut tut gut!

Ciani-Sophia Hoeder schreibt über weibliche Wut als ausdrucksstarkes Instrument und warum es wichtig ist Wut zuzulassen. Sie geht sehr wissenschaftlich an das Thema heran, spricht aber auch über persönliche Erfahrungen und sie setzt Wut in Kontext mit sexueller Belästigung, Diskriminierung und Rassissmus.

Leider war mit der Aufbau etwas zu wirr, sodass ich beim Hören wiederholt den roten Faden verloren habe. Ich kann das Buch aber trotzdem all jenen empfehlen, die sich mit dem Thema "Frauen und Wut" auseinandersetzen möchten, würde allerdings eher zur Printausgabe greifen.

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Was die Puppen erzählen

Das Flüstern der Puppen (Thriller) von Gunnar Schwarz

Das schaurige Cover hat es mir angetan und mich zu Das Flüstern der Puppen aus der Feder von Gunnar Schwarz greifen lassen. Mein Gespür hat mich mich getäuscht. Das Buch hat sich als absoluter Pageturner entpuppt - im wahrsten Sinne des Wortes. 

Gleich nachdem Lena Freyenberg ihren neuen Job bei der Mordkommission an der Seite von Hennning Gerlach antritt, wird die junge Ermittlerin mit einem besonders grausamen Mordfall konfrontiert, der alsbald eine ganze Mordserie nach sich zieht.

Das Unheimliche ist, dass der Mörder an jedem Tatort eine bizarr entstellte Puppe hinterlässt. Welche Botschaft steckt hinter dem Wahnsinn und in welcher Verbindung stehen die Opfer? Das müsst ihr selber herausfinden. 

Gunnar Schwarz hat bei mir mit seinem Puppenmörder-Fall den richtigen Nerv getroffen. Eine unheimliche, leicht gruselige Atmosphäre, unvorhersehbare Wendungen, die den Spannungsgrad konstant auf hohem Level halten und ein Ermittlerduo, das im Laufe der Mörderjagd auch mit seinen eigenen Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen hat - so mag ich das. Schnell war ich im Sog der Ermittlungen gefangen und habe begonnen eigene Theorien aufzustellen. Einmal mit dem Buch angefangen,  war es mir kaum mehr möglich es aus der Hand zu legen. 

Während der Druck von oben, endlich einen Mörder zu präsentieren, immer mehr steigt, sehen sich Lena und Henning auch mir einem Maulwurf in den eigenen Reihen konfrontiert, der die Ermittlungen zu behindern scheint. Bald ist nicht mehr klar, wem man überhaupt noch vertrauen kann. Wer ist der Verräter, der Lenas und Hennings Karrieren und die Ermittlungen bedroht? Der cholerische Chef des Dezernates, der eigenbrötlerische IT-Spezialist oder doch der grantelnde und alle Theorien zu nichte machende Kollege von Lena und Henning? Jeder scheint irgendwie verdächtig. Gunnar Schwarz versteht es wirklich meisterhaft falsche Fährten zu legen und uns an der Nase herum zu führen.

Das Rezept ist zwar nicht neu, aber die Zutaten waren rundum stimmig und ich habe mich von Anfang bis Ende bestens unterhalten gefühlt. Am Ende hat der ohnehin schon rasante Thriller nochmals ordentlich an Tempo zugelegt und mein Nervenkostüm ziemlich beansprucht.  

Einziger kleiner Kritikpunkt meinerseits ist, dass mir etwas die Emotionen in Bezug auf Lena und Henning gefehlt haben. Ich mochte beide zwar von Anfang an sehr gerne, allerdings war da - zumindest bis zur Hälfte des Buches - so eine gewisse Distanz und Nüchternheit, mit der mir die beiden begegnet sind. Im großen Finale war diese Barriere aber dann wie weg gefegt. 

Ich freue mich jedenfalls schon wenn es wieder heißt "Lenna und Henning ermitteln". Und natürlich gibt's auch eine Empfehlung für alle die gerne "deutsche" Thriller im Stil von Catherine Shepherd lesen.


Fazit

Eine grausame Mordserie, entstellte Puppen, ein einnehmendes Ermittlerduo mit Ecken und Kanten und ein Verräter in den eigenen Reihen - brisante Zutaten für einen mitreißenden Thriller, den ich unglaublich gerne gelesen habe.

Gunnar Schwarz hat seinem temporeichen Thriller eine schaurige Atmosphäre verpasst und mich mehrmals an der Nase herum geführt. Pageturner-Garantie!

Absolute Empfehlung für Fans deutscher Thriller im Stil von Catherine Shepherd! 

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Erkenntnisse eines Lebens

Die Begegnung. Eine Geschichte über den Weg zum selbstbestimmten Leben von Schweizer Jochen

Als ich Die Begegnung zu lesen begonnen habe, habe ich mich auf ein kleines Experiment eingelassen. Ich habe mich wieder einmal aus meiner Komfortzone herausbewegt - mit Erfolg! Mir hat Jochen Schweizers "Lebensgeschichte" unglaublich gut gefallen. Die Begegnung hat sich überraschend flüssig lesen lassen, war sehr einnehmend, spannend erzählt und wirkt definitiv nach.

 

Norwegen: In einer stürmischen Nacht treffen zwei Männer in einer einsamen Hütte im Wald aufeinander. Hakon, der bereits am Ende seines Lebens angekommen ist und der junge Sverir, der auf der Flucht vor seiner Vergangenheit nicht weiß wie es weitergehen soll. Die beiden Männer kommen ins Gespräch. Sverir berichtet von seiner tristen Kindheit und Jugend, dass er von zu Hause ausgerissen ist, weil ihn ohnehin niemand haben will. Und so beginnt der weit über 90-jährige Hakon seine Lebensgeschichte, die von Abenteuer, Mut, Zielstrebigkeit, Erfolg aber auch von schlimmen Schicksalsschlägen, Verlust, Trauer und Einsamkeit gezeichnet ist, zu erzählen.

"Da lag ein Mann mitten in der Unendlichkeit des Meeres friedlich schlafend auf einem Kajak und neben ihm lag regungslos ein weißer Wal."

(Zitat aus Die Begegnung, Seite 113)

Die Begegnung ist ein sehr tiefgründiger und schicksalshafter Roman. Jochen Schweizer lässt uns auf ruhige Art und Weise und ohne belehrend zu wirken an seinen Erfahrungen und Erkenntnissen seines Lebens teilhaben.

"Du bist nicht gescheitert ... du bist nur in einer neuen Situation. In Wahrheit gibt es kein Scheitern, sondern nur neue Situationen, die man als Herausforderung begreifen kann und auch muss, um am Ende an ihnen zu wachsen."

(Zitat aus Die Begegnung, Seite 119)

Während der Anfang des Buches noch dem "verlorenen" Sverir gewidmet ist, ist es in den weiteren Abschnitten Hakon, von dessen Lebensweisheiten wir einen Gewinn ziehen können. Mich hat Hakons bewegtes Leben zutiefst beeindruckt. Es ist ein Leben voller Abenteuer, unzähliger Chancen und schwieriger Entscheidungen, die er treffen musste. Ich habe mit Hakon auf seinen Reisen und Expeditionen mitgefiebert, gehofft und gebangt. Ich war aber auch unglaublich beeindruckt von seinem Durchhaltevermögen und Zielsetzungen. Es ist zwar kein perfektes und fehlerfreies, dafür aber ein selbstbestimmtes Leben, auf welches Hakon zurückblickt. Ein Leben auf das er mit Stolz zurück blicken kann.

Zwischen Hakons Erzählungen sind kleine Kapitel, sogenannte Zwischenspiele, eingestreut, in denen Hakon und Sverir sich gemeinsam austauschen und reflektieren. Diese Abschnitte haben ein wenig das Tempo der Geschichte gedrosselt. Es waren genau diese kleinen Atempausen, die mich nachdenklich gestimmt haben und in denen auch ich Parallelen gezogen habe und über die Bestimmung meines Lebens nachgedacht habe.

Das Ende des Buches war einerseits erfüllend, andererseits schwermütig. Doch so wie Sverir hatte auch ich am Schluss das Gefühl wichtige Erkenntnisse dazu gewonnen zu haben.

Fazit:

Jochen Schweizer hat mich sehr beeindruckt. Die Begegnung ist ein sehr philosophisches und tiefgründiges Buch, das eine mitreißende Lebensgeschichte erzählt. Es geht um die Suche nach dem Sinn des Lebens, darum ein selbstbestimmtes Leben zu führen und seine Ziele mit Leidenschaft zu verfolgen.

Ich kann das Buch all jenen weiterempfehlen, die sich gerne von intensiven Lebenserfahrungen inspirieren lassen.

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Überzogen und schwarzhumorig, den Blick auf den dramatischen Hintergrund aber nicht verlierend

Barbara stirbt nicht,1 Audio-CD, 1 MP3 von Alina Bronsky

Wenn Rentner Walter Schmid frühmorgens das Bett verlässt, duftet das Haus normalerweise nach Kaffee. Doch an diesem einen schicksalsträchtigen Morgen riecht Herr Schmid nichts, was bedeutet, dass Barbara etwas zugestoßen sein muss. Barbara, Herrn Schmids Ehefrau ist auf dem Weg ins Badezimmer zusammengebrochen und fortan ans Bett gefesselt.

Sie ist zu schwach um aufzustehen, schläft fast durchgehend und mag auch nichts mehr essen. Nun ist es an Herrn Schmid, der noch nie in seinem Leben Kaffee gekocht oder eine Tütensuppe zubereitet hat, sich um Barbara, den Haushalt und die Einkäufe zu kümmern.

Alina Bronsky hat mit Barbara stirbt nicht ein urkomisches, schwarzhumoriges, bitterböses aber auch zutiefst emotionales Portrait einer Ehe gezeichnet, die sich über die Jahre in Routinen festgefahren hat.

"Ich mische mich nicht in Barbaras Angelegenheiten ein und sie sich nicht in meine. ... Aber wenn sie mal nicht da ist? Oder nicht kann? ...Warum sollte sie nicht da sein?"
(Zitat aus Barbara stirbt nicht)

Alina Bronsky ist die allwissende Erzählerin, wobei es Herr Schmid ist, der im Fokus steht. So orientiert sich auch der Schreibstil an Herrn Schmid. Prägnant und auf den Punkt gebracht mit wenig Raum für Emotionen. Für mich absolut perfekt und passend.

Barbara stirbt nicht als Hörbuch zu hören, hat sich für mich als Genuss herausgestellt. Thomas Anzenhofers Lesung ist einfach genial. Seine Interpretation von Herrn Schmid ist ganz großes Kino. Er trifft genau den richtigen Ton. Ich hatte beim Hören tatsächlich das Gefühl, als ob Herr Schmid neben mir stehen würde. Ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte noch nie eine perfektere Lesung gehört zu haben.

Walter, im Buch "nur" als Herr Schmid bezeichnet, hat sich mit seiner unsympathischen, ruppigen Art und seiner kleinkarierten Denkweise in mein Herz geschlichen. Er ist ein Grantler und Nörgler durch und durch. Zu seinen erwachsenen Kindern hat er keinen sehr guten Draht. Sohn Sebastian ist in seinen Augen mit der falschen Frau verheiratet und Tochter Susanne lebt seltsamerweise seit Jahren mit ihrer besten Freundin zusammen. Außerdem verurteilt er so ziemlich alles Nicht-Deutsche, wenngleich selbst Barbara osteuropäische Wurzeln hat und einer Einwandererfamilie entstammt.

"Ich hab heute diese Dicke im Wald gesehen. Deine Freundin. Die Russin. ...Sie spricht so schlimm Deutsch, deine Freundin. ... Stell dir vor, ich wäre nicht so streng gewesen, was wären wir jetzt? ... Wir wären hier Russen, Barbara. Und unsere Kinder wären Russen. Hättest dir deinen deutschen Pass auf die Stirn kleben können –hätte nichts geholfen."
(Zitat aus Barbara stirbt nicht)

Herr Schmid ist ein Mann der alten Schule. Seit über 50 Jahren mit seiner Barbara verheiratet, hat er noch nie! einen Finger im Haushalt gekrümmt. Widerwillig und weil es sein muss, tritt er aus seiner Komfortzone heraus, lernt mit Hilfe des polnischen Fernsehkochs Medinski und der dicken Verkäuferin in der Bäckerei zu kochen und backen. Während sich Herr Schmid um seine Frau kümmert, kommen Freunde und Bekannte zu Besuch, um Barbara noch ein letztes Mal zu sehen. Doch je mehr Menschen kommen, umso mehr verschließt Herr Schmid die Augen vor der Wahrheit. Denn Barbara stirbt nicht. Sie muss sich nur ein bisschen ausruhen und was essen.

Trotz aller Leichtigkeit, mit welcher Alina Bronsky die Geschichte erzählt, ist die Tragik allgegenwärtig. Ich habe Barbara stirbt nicht mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehört und Herrn Schmids unfreiwilligen Wandel vom chauvinistischem Eigenbrötler zum hilfsbereiten und liebevollen Ehemann unglaublich gern verfolgt. Wobei man auch sagen muss, dass Herr Schmid kein schlechter Mensch ist. Es ist eher so, dass er seine Gefühle nicht heraus lassen kann, diese tief im Herzen unter Verschluss hält. Und er kann bis zum Schluss nicht komplett aus seiner Haut heraus. Herr Schmid ist eben wie er ist, aber er lernt langsam mit der neuen Situation umzugehen.

Einzig das Ende kam für mich etwas zu plötzlich. Ich war einfach noch nicht bereit diese humorvolle und zwischen den Zeilen wunderbar warmherzige Geschichte loszulassen.

Für mich ist Barbara stirbt nicht ein unerwartetes Jahreshighlight und Walter Schmid ein Protagonist, der mich so schnell nicht mehr loslassen wird. Absolute Empfehlung!

Fazit:

Derb, schwarzhumorig, bitterböse, humorvoll, aber auch zutiefst emotional! Der Spagat zwischen Witz und Traurigkeit ist Alina Bronsky mehr als geglückt. Walter Schmid, der im Haushalt sein Leben lang keinen Finger krumm gemacht hat, muss sich plötzlich um seine pflegebedürftige Ehefrau Barbara kümmern.

Die Lesung von Thomas Anzenhofer, der den ruppigen Ton und den nüchternen Charakter von Herrn Schmid auf den Ton genau trifft, ist einfach nur genial.

Für mich ist Barbara stirbt nicht ein unerwartetes Lesehighlight und bekommt eine absolute Empfehlung von mir!

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Liebe Jane!

Barbara stirbt nicht,1 Audio-CD, 1 MP3 von Alina Bronsky

Liebste Jane,

Wie gerne würde ich dir persönlich für dein literarisches Erbe danken. Für deine höchst unterhaltsamen und romantischen Geschichten von starken und selbstbestimmten Frauen, die ermutigen für seine Ideale einzustehen.

Dein unverkennbarer Humor und deine Spitzzüngigkeit überdauern die Zeit und machen jedes deiner Werke zu etwas ganz Besonderem.

Dein Charme und Esprit ist auch in jeder Zeile zu spüren, die du in den Briefen an deine geliebte Schwester Cassandra geschrieben hast. Danke, dass du uns in dieser Form an deinem Alltag teilhaben lässt und uns intime Einblicke in dein Privatleben gewährst.

Von ganzem Herzen,
Deine J.

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Nie habe ich mich Jane Austen näher gefühlt als beim Lesen dieser sehr persönlichen Biografie. Die Briefe, welche Jane uns hinterlassen hat, zeugen nicht nur von ihrem literarischen Geschick und ihrer Scharfsinnigkeit, sondern geben uns auch einen sehr lebhaften Einblick in die Regency-Zeit.

Gegliedert in die verschiedenen Lebens- und Schaffensphasen von Jane Austen, beginnend mit ihrem 20. Lebensjahr, erfahren wir durch die von Penelope Hughes-Hallett getroffene Briefauswahl viel Persönliches von Jane. Die meisten der Briefe sind an Janes ältere Schwester Cassandra gerichtet, mit der sie ein innige Beziehung und Freundschaft über Distanz geführt hat. Ich habe mich beim Lesen der Briefe wie bei einem Teekränzchen mit einer guten Freundin gefühlt. Denn es sind viele ganz alltägliche Dinge, die Jane zu berichten hatte. Jane erzählt welche Bälle und Teegesellschaften sie besucht hat, wie es um die Familie und den Haushalt bestellt ist, über Kutschfahrten und Ausflüge zu den Brüdern und die neuesten Trends zu Stoffen und Kleidern. 

Ergänzt werden die Briefe durch Kommentare und erklärende Erläuterungen der Autorin Penelope Hughes-Hallett, sowie durch zahlreiche wunderschöne Illustrationen, Fotos, Portraits, Landschaftszeichnungen und Auszügen aus Janes Werken. So habe ich einen allumfassenden Eindruck von der damaligen Zeit, aber auch den Inspirationsquellen der Autorin erhalten. 

Von mir als großem Fan von Jane Austen gibt's eine absolute Leseempfehlung. Zudem ist das Buch unglaublich bezaubernd gestaltet und ein richtiges Schmuckstück im Bücherregal. Solltet ihr auf der Suche nach einem besonderen Geschenk sein, kann ich diese tolle Schmuckausgabe von ganzem Herzen empfehlen.


Fazit:

Von ganzem Herzen ist eine ganz außergewöhnliche und besondere Biografie der weltberühmten Autorin.  Durch Briefe an Bekannte und Verwandte, zumeist aber an ihre Schwester Cassandra, lässt uns Jane Austen an ihrem Leben, ihrem Alltag und ihrer Gefühlswelt teilhaben.  Ausgeschmückt ist das Ganze mit zahlreichen Bildern der Zeit sowie Zitaten und Auszügen aus den Werken der Autorin. Ich bin begeistert und kann die wunderschöne Schmuckausgabe aus dem wbg Theiss Verlag vorallem Fans der Aurorin wärmstens empfehlen.  

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Hörerlebnis für kleine Bücherwürmer

Barbara stirbt nicht,1 Audio-CD, 1 MP3 von Alina Bronsky

Darf ich mich kurz vorstellen? Ich bin SAMi, der kleine Lesebär. Stecke dein Buch in meine Eisscholle und ich entführe dich in fantastische Welten. Du brauchst nichts anderes zu machen als meiner Stimme zu lauschen, die bunten Bilder im Buch zu bewundern und dich wegzuträumen.

Naja, die Sache mit dem Wegräumen klappt bei unserer 2-jährigen Tochter noch nicht ganz so gut.

Für Begeisterung und strahlende Kinderaugen sorgt SAMi aber auf jeden Fall.

SAMi, der Lesebär kam gut verpackt bei uns zu Hause an. Im Starteset dabei waren neben dem Bär noch ein Ladekabel und das Lesebär-Buch Der größte Schatz der Welt. Bevor man das Hörerlebnis starten kann, muss der Bär erstmal eingerichtet werden. Hierfür wird eine WLAN-Verbindung und Zugang zum Internet benötigt. Die Installation ging laut Papa relativ schnell und einfach. Für das spätere Aufladen haben wir SAMi einfach eine Stunde mittels eines handelsüblichen Adapters und dem beiliegenden USB-Kabel an die Steckdose angeschlossen. Und dann gings auch schon los!

SAMi hat auf seiner Mütze einen Anschaltknopf. Ist der Bär mal munter, gibt er sofort Anweisungen was zu machen ist und ersucht ein Buch in seine Eisscholle einzulegen. Ich war wirklich überrascht wie toll das System funktioniert. SAMi liest exakt den Text der jeweiligen aufgeschlagenen Seite vor. Wie bei einem Hörbuch. Und als Goodie kann man eben noch im Buch mitlesen und sich die Bilder anschauen. Die Lautstärke lässt sich über Druck auf die Ohren regulieren. Wirklich alles sehr simpel und kinderleicht. Meine 2-jährige Tochter das Prinzip sofort verstanden.

Allerdings muss ich auch sagen, dass sie fast noch etwas zu klein für den Bären ist. Sie liebt in heiß, keine Frage, allerdings fehlt ihr noch die notwendige Geduld zum Stillsitzen. Die Altersangabe ab 3 Jahren ist da schon gut und richtig gewählt.
Was meine Tochter dafür unglaublich gerne hört, ist das Lied am Ende der Geschichte. Und auch das Buch selber schaut sie sich wahnsinnig gerne an. Erzählt wird die Geschichte des kleinen Affen Mono, der sich auf die Suche nach einem Geschenk für seine Mama macht. So durchstreift er den Dschungel und trifft auf viele verschiedene Tiere, die ihn Ratschläge und Weisheiten mit auf dem Weg geben. Es ist eine wunderschöne Botschaft, die das Buch vermittelt; dass es nicht die materiellen Dinge sind, die man für das Glück im Leben braucht.
Die Geschichte wird wirklich sehr schön und deutlich vorgelesen und sogar mit Dschungelgeräuschen untermalt. Alles Top!

Neben dem im Starter-Set enthaltenen Buch gibt es bereits eine feine Auswahl weiterer Vorlesebücher aus dem Ravensburger Verlag. Meine Tochter hat sofort Peppa Pig entdeckt und einen entsprechenden Brief ans Christkind geschrieben. Ich bin gespannt, ob das Vorlesen und Zuhören bei Peppa besser klappt, bin aber zuversichtlich.

Auch wenn der Bär bei uns noch nicht so viel im Einsatz war, kann ich eine absolute Empfehlung aussprechen. Er ist robust (er hat schon ein paar Stürze überlebt) und sehr hochwertig verarbeitet und die bisherige Buchauswahl spricht meine Tochter auf jeden Fall an. Ich denke allein schon die strahlenden Kinderaugen sprechen für sich.

Fazit:

SAMi, der Lesebär macht das Lesen zu einem interaktiven Erlebnis. Er fördert das selber Lesen, ersetzt aber keinesfalls Mama und Papa. Der Bär ist wirklich hochwertig und sehr robust und bietet jetzt schon eine tolle Auswahl an kompatiblen Büchern. SAMi bringt die Augen meiner 2-jährigen Tochter jedes Mal aufs Neue zum Strahlen. Empfehlen würde ich den Bären aber eher ab 3 Jahren.

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Oh du fröhliche!

Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht von Carl Barks

Oh du fröhliche! Es weihnachtet wieder in Entenhausen. Als bekennender Fan der Weihnachtscomics aus dem Egmont Comic Verlag musste natürlich auch Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht bei mir einziehen. Das Buch ist eine Neuauflage des Comics aus den 60er Jahren, ist wunderschön illustriert und erzählt den bekannten Klassiker der Weltliteratur im "Entenhausener Stil".

Ich bin begeistert!

Der habgierige und selbstsüchtige Ebenezer Scrooge ist die Vorlage für den knausrigen Dagobert Duck, für dem das Weihnachtsfest herausgeschmissenes Geld ist. Donald und die Neffen Tick, Trick und Tack schmieden daher einen Plan. Als Geister der Weihnacht verkleidet wollen sie ihrem kautzigen Onkel an die Beseutung des Weihnachtsfestes erinnern.

Ich finde diese leicht abgeänderte und vereinfachte Interpretation der Weihnachtsgeschichte wirklich sehr unterhaltsam und gelungen. Auf 32 großformatigen Seiten wird die Geschichte kindgerecht und mit relativ wenig Text, dafür aber mit großen und liebevoll gestalteten Illustrationen, erzählt.

Als Draufgabe gibt's im Anschluss noch vier einseitige weihnachtliche Comics, in denen der tollpatschige Onkel Donald von einem Fettnäpfchen ins nächste Tritt. Eine wunderbar herrliche und witzige Ergänzung!

Ich habe das Buch jetzt schon mehrfach selber gelesen und auch meiner 2-jährigen! Tochter vorgelesen. Ja, richtig gelesen. Meine Tochter ist 2 Jahre und liebt die Geschichte mit den lustigen Enten. Die Länge ist für sie auch perfekt. Kurz und knackig und ihre kindliche Ungeduld wird nicht überstrapaziert.

Für mich ist das Buch ein weiteres Highlight aus dem Hause Egmont! Absolute Leseempfehlung!

Fazit:

Onkel Dagobert alias Ebenezer Scrooge und Tick, Trick und Track als die Geister der Weihnacht. Ich bin begeistert von der Neuinterprätation des Klassikers. Ein Buch für Jung und Alt toll illustriert. Ich kann Onkel Dagobert und der Geist der Weihnacht uneingeschränkt weiter empfehlen!

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Zuviel Drama, zuwenig Tiefgang

The promises we made. Als wir uns wieder trafen von Simona Ahrnstedt

Nach zahlreichen Highlights musste es Irgendwann ja kommen. Ein Flop! Richtig gelesen. Ich habe es wirklich versucht. Ich wollte, dass mir die Geschichte, die doch so wichtige Themen behandelt, gefällt. Leider hat sich The Promises we made aber als absoluter Fehlgriff entpuppt.

Dessie und Sam kennen sich seit Teenagertagen.

Vor 15 Jahren waren sie einmal glücklich verliebt. Doch dann ist etwas passiert, das die beiden entzweit hat.
Heute ist Sam ein berühmter Hotelmagnat. Als solcher bekommt er auch die Schattenseiten seines Ruhms zu spüren. Von Anfeindungen und rassistischen Äußerungen wegen seiner Herkunft bishin zu Morddrohungen ist alles dabei. Als er für ein wichtiges Event eine Security-Firma beauftragt, ist es ausgerechnet Dessie auf die er wieder trifft. Und er will sie unbedingt als persönlichen Bodyguard.

Erhofft habe ich mir eine Geschichte mit Gefühl, starken Persönlichkeiten, eine gewisse Spannung und natürlich Romantik. Und auf die typischen Schweden-Vibes wollte ich auch nicht verzichten. Tja, bekommen habe ich relativ wenig....aber eins nach dem anderen.

Schon der Einstieg ist mir relativ schwer gefallen. Meistens lösen sich die Startschwierigkeiten spätestens ab 100 Seiten in Luft auf. Hier war das Gegenteil der Fall. Ich konnte einfach keine Bindung zu den Protagonistin aufbauen. Zum einen sind mir Dessie und Sam bis zum Schluss unnahbar vorgekommen, was zum Teil auch mit der Erzählerperspektive zusammenhängt. Zum anderen kamen die Emotionen nicht bei mir an. Weder die positiven, noch die negativen.

Die Liebesgeschichte habe ich mit ziemlicher Belanglosigkeit verfolgt. Von Dessie war ich eher genervt, als dass ich eine toughe Frau in ihr sehen konnte. Gefühlt hat sie ständig nur an Matratzensport gedacht. Und Sam war einfach nicht authentisch für mich. Einerseits stellt er sich als den Macher schlechthin dar, andererseits jammert er ständig herum und zerfließt in Selbstmitleid.

Die mangelnde Sympathie für die Protagonisten hat auch dazu geführt, dass ich die eigentlich so wichtigen und ernsten Themen nicht fühlen konnte. Die Autorin hat einfach zu viel auf einmal gewollt, anstatt sich auf ein bis zwei Themen zu konzentrieren. Es geht um Fremdenhass, Akzeptanz, Selbstzweifel, Vergewaltigung und Unterdrückung von Frauen, posttraumatische Belastungen und eben auch um Geschlechterrollen. Mein Kopf wollte da einfach irgendwann nicht mehr mitmachen. Es war einfach zuviel des Guten, oder besser gesagt Schlechten. Zuviel Drama und das dann teilweise noch künstlich aufgebauscht.

Abgesehen davon war für mich nicht wirklich, außer gegen Ende, Spannung auszumachen. Ab der Hälfte habe ich eigentlich nur mehr quergelesen. Leider keine Leseempfehlung!

Fazit
Hier ist er: Mein Flop des Jahres! Leider hat mir Promises we made aus mehreren Gründen nicht gefallen. Schade, weil das Potenzial für eine tiefgründige Liebesgeschichte da gewesen wäre Simona Ahrnstedt aber zuviel auf einmal wollte.

Von mir gibt's diesmal leider keine Leseempfehlung!

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