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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von April1985 :

Sehr informativ und einladend gestaltet

Vor Corona habe ich öfter Seminare wie "Resilienz", "Mensch ärgere dich nicht" oder "Selbstmanagement" besucht. Ich bin daher kein kompletter Neuling auf dem Gebiet, frische mein Wissen aber ganz gerne auf bzw. möchte mir manche Dinge auch nochmal mehr verinnerlichen.

Resilienz für dich - Krisen sind Chancen! hat mich von der Optik und Aufmachung sofort angesprochen. bibo Loebnau führt uns mit klaren Worten und einer sehr guten Strukturierung durch das Thema der "psychischen Widerstandskraft". Ohne zu sehr auszuschweifen, klärt sie zunächst auf, was sich hinter dem lateinischen Begriff Resilienz eigentlich verbirgt, wie unser Gehirn dabei involviert ist und welche Bedeutung unsere Hormone bei der ganzem Sache haben. Klingt alles sehr hochtrabend...ist es aber nicht.
Nach den einleitenden Worten beginnt auch schon die Magie, besser gesagt der Wegweiser zur inneren Stärke. Was kann ich tun, um gestärkt aus Krisensituationen herauszukommen ohne daran zu verzweifeln? Wie stoppen ich mein Gedankenkarussel? Wie erlangen ich ein gesundes Selbstbewusstsein?

bibo Loebnau schreibt über Selbstliebe, Brain Fog, Achtsamkeit und was Ernährung und Bewegung bewirken können. Und damit das Ganze nicht zu theoretisch wird, gibt uns die Autorin praktische Übungen mit. Aufschreiben ist das Zauberwort. Man kann seine Gedanken direkt in die im Buch vorgesehenen Seiten eintragen. So zum Beispiel unter welchen Situationen du schon mal gelitten hast und was du daran ändern könntest, oder welche besonderen Begabungen du besitzt. Oder hast du schon mal ein Dankbarkeitstagebuch geführt? Das sind wirklich nur ein paar wenige Beispiele, um dir zu veranschaulichen was dich in dem Büchlein erwartet.

Wie gesagt, ich finde die Aufmachung und positive Optik toll. Das Inhaltsverzeichnis ist sehr übersichtlich und es geht klar daraus hervor, was dich im jeweiligen Kapitel erwartet. Du musst das Buch auch gar nicht chronologisch lesen, sondern kannst die Dinge, die dich gerade beschäftigen, schnell nachschlagen und dir Tipps holen. So habe ich das im Übrigen auch gemacht und werde es auch in Zukunft noch tun. Denn Resilienz für dich ist ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann.

Im Übrigen ist es auch für Neulinge auf dem Gebiet geeignet, da es einem nicht mit zuviel Fachchinesisch und Theorie erschlägt, sondern sich auf das Wesentliche konzentriert.

Sehr empfehlenswert!

Fazit
Du möchtest dich mit dem Thema Resilienz beschäftigen oder suchst Übungen bzw. Anleitungen, um deine inneren Stärken zu finden? Dann kann ich die bibo Loebnaus Eintragbuch sehr empfehlen. Das Buch ist sehr übersichtlich und toll strukturiert und allein schon die Farbgestaltung und Aufmachung versorgen dich mit positiven Vibes. bibo Loebnau bringt alles kurz und knackig auf den Punkt ohne zu sehr auszuschweifen und gibt dir praktische Übungen mit auf den Weg. Ein tolles Buch über Resilienz.

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Urkomisch, schräg und mit viel Wärme

Merdyns magische Missgeschicke - Zaubern will gelernt sein!,1 Audio-CD, 1 MP3 von Simon Farnaby

Merdyns magische Missgeschicke war 8 Stunden feinster Hörgenuss. Als ich das Hörbuch entdeckt habe, hatte ich eindeutig den richtigen Riecher. Nicht nur, dass ich beim Hören oft richtig laut lachen musste. Mit Jürgen von der Lippe hätte man sich auch keinen besseren Sprecher für dieses urkomische, magische Abenteuer aussuchen können.

Simon Farnaby, den viele durch Paddington Bear kennen, hat eine unglaublich herzliche Geschichte über eine ungewöhnliche Freundschaft zu Papier gebracht. Die Geschichte handelt von Rosie, ein Mädchen, das mit ihrer alleinerziehenden Mama, ihrem hochpubertierenden Bruder und ihrem ständig köttelnden Meerschweinchen Pupsie in London aufwächst. Rosie ist nicht besonders talentiert, hübsch oder gar beliebt, aber sie hat einen großen Traum. Rosie möchte singen! Und genau da kommt Merdyn der Mächtige ins Spiel. Dieser wird nämlich versehentlich vom Mittelalter in die Gegenwart statt in die Hölle, wo er eine Strafe hätte absitzen müssen, geschickt. Als also Rosies Auftritt in der Schule mächtig nach hinten los geht und diese samt Meerschweinchen Pupsie ihre Sachen packt um reißaus zu nehmen, trifft sie auf Merdyn. Die beiden handeln einen Deal aus. Rosie hilft Merdyn wieder in seine Zeit zurück zu reisen und Merdyn verspricht Rosie einen Sangeszauber.

Der übel riechende Zauberer Merdyn, der seltsamerweise wie Onkel Martin aussieht, das immerzu köttelnde und sprechende Meerschweinchen (das man im Übrigen nicht braten und essen darf) und die junge Rosie, die gerne ein Popstar wäre und nebenbei auch ihrer zerrütteten Familie helfen will, sind ein großartiges Trio. Merdyn, dem die moderne Welt ein riesengroßes Rätsel ist - warum nur wohnt in Rosies Handy eine Hexe namens Mama?! - tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste und sorgt für ziemlich viel Chaos. Und als ob das nicht schon genug Aufregung wäre, taucht plötzlich auch Merdyns größter Rivale auf und fordert den Zauberer zu einem magischen Duell heraus.

Mich hat die Geschichte rundum gut unterhalten. Jürgen von der Lippe hat ein großartiges Hörerlebnis daraus gemacht. Der aus dem Fernsehen bekannte Sprecher trifft genau den richtigen Ton. Seine Imitationen der verschiedenen Figuren sind einfach ganz großes Kino. Am Anfang eines jeden Kapitels sind Reime, die er sogar singt oder besser gesagt rappt. Und auch sonst ist seine Lesung einfach unglaublich lebendig und spaßig.

Das Buch ist im Übrigen in sich abgeschlossen. Allerdings scheint es der erste Teil einer Reihe zu werden. Ich werde natürlich Ausschau halten und hoffe, dass auch die Fortsetzung wieder von Jürgen von der Lippe gesprochen wird.


Fazit
Feinster englischer Humor, herrlich skurille Situationskomik und ganz viel Wortwitz!

Merdyns magische Missgeschicke ist ein großartiges, lustiges, chaotisches Abenteuer für Jung und Alt. Gleichzeitig ist Simon Farnabys Geschichte aber auch ein warmherziges Buch über Freundschaft und Familie.

Ich kann dir die Hörbuchfassung gelesen von Jürgen von der Lippe sehr ans Herz lesen. Die Lesung ist einfach perfekt. Super lebendig und mit viel Spaß gesprochen. Das spürt man einfach beim Hören!

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Verstand und Gefühl

Perfect Day von Romy Hausmann

Was für ein großartiger Thriller! Ich habe Perfect Day tatsächlich innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Romy Hausmann schreibt unglaublich fesselnd. Ich hatte nach nahezu jedem Kapitel den Drang unbedingt weiterlesen zu müssen. Einfach richtig großartig!

Ann ist die Protagonistin dieses genialen Pageturners.

Anns Mutter ist an Krebs verstorben als Ann noch ein Kind war. Und so ist Ann wohlbehütet bei ihrem geliebten Vater, einem renommierten Universitätsprofessor, aufgewachsen. Als Anns Vater wegen des Mordes an 10 Mädchen - allesamt Kinder im Volksschulalter - verhaftet wird, bricht für Ann eine Welt zusammen. Es ist eine blutige Mordserie, die sich über einen Zeitraum von 14 Jahren erstreckt und deren Spuren zu Anns Vater führen. Dieser verweigert jedoch jegliche Aussage. Aber Ann ist von der Unschuld ihres Papas überzeugt und sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Was dann alles passiert, ist ziemlich nervenaufreibend, wendungsreich und hat mir mehrmals den Boden unter den Füßen weggezogen.

Romy Hausmann hat eine unglaublich einnehmende Art zu schreiben und ich fand den Aufbau des Buches einfach nur mitreißend und genial. Das Buch ist zum einen aus der Sicht von Ann geschrieben. Dazwischen sind Rückblenden aus Anns Kindheit eingestreut, die sich wie Auszüge aus einem Tagebuch lesen. Diese wechseln sich mit Kapiteln ab, die mit "Wir" betitelt sind, die märchenhafte Elemente in die Handlung einbringen und bei denen sich erst im Laufe der Handlung erschließt, um wen es geht. Besonders spannend fand ich zudem die eingestreuten Interviews mit dem Täter, die mir einen kalten Schauer über den Rücken haben laufen lassen.

Als ich zwischen Anns Recherchen und den weiteren Blickwinkeln hin und her gewechselt bin, wusste ich teilweise nicht mehr wo mir der Kopf steht. Ann ist ein schwieriger Charakter. Sie ist von ihrer Mission überzeugt und in ihrer Meinung festgefahren. Für Ann kann nur einer die Morde begangen haben. Und zugegeben, ihre Theorien sind schlüssig. Und doch blitzt immer wieder ein Zweifel durch. Oftmals verschiebt sich auch die Realität und so wie Ann war auch ich mir nicht mehr sicher was Traum oder Trugbilder waren und was sich wirklich zugetragen hat.

Ich hab eine Theorie nach der anderen aufgestellt, nur um sie alle wieder zu verwerfen. Habe geglaubt zu wissen, wer hinter den Morden steckt, nur um dann resigniert festzustellen, dass das gar nicht sein kann, um wenige Kapitel später, aber genau wieder diese Person vor Augen zu haben.

Romy Hausmann hat mich mehrfach auf falsche Fährten gelockt und ich wusste wirklich bis zum Schluss nicht wer bzw. welches Motiv hinter den grausamen Morden an den kleinen Mädchen steckt. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse und es gab nochmal richtige Schockmomente.
Die Auflösung selbst ist ernüchternd, nahezu simpel im Hinblick auf das vorhergegangene Verwirrspiel, aber absolut passend.

Für mich ist Perfect Day ein ganz großes Highlight im Thrillerbereich. Wenn du gerne in diesem Genre liest und dich die Thematik "Kindermorde" nicht triggert, dann musst du Perfect Day einfach lesen.

Fazit
Mitreißend, mit Sogwirkung und unglaublich vielen unvorhersehbaren Wendungen. Ein meisterhaftes Verwirrspiel, bei dem sich Traum und Wirklichkeit oftmals vermischen und die Realität verschoben wird.

Perfect Day ist ein genial konstruierter Thriller, den man meiner Meinung nach gelesen haben muss.

Für mich ist das Buch ein Jahreshighlight, aber Achtung: Triggerwarnung wegen Kindermorden.

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Ein aufwühlendes Portrait vietnamesischer Geschichte

Der Gesang der Berge von Phan Nguyen Que Mai

Mein erstes Buch im Jahr 2022 und bereits mein erstes Jahreshighlight, ja, sogar Lebenslesehighlight!

Die vietnamesische Autorin Nguyen Phan Quế Mai hat mich auf eine aufwühlende Reise durch Vietnam mitgenommen. Sie erzählt bildgewaltig und mit unglaublicher Intensität die Geschichte eines vom Krieg gebeutelten Landes und einer Familie, die trotz Hungersnöten, politischen Aufständen und Landenteignungen nicht die Hoffnung verloren hat.

Gleichzeitig ist Der Gesang der Berge ein Portrait starker Frauen und mutiger Heldinnen; ein Buch das von seinen Figuren getragen wird und anhand derer ich die Geschichte eines zerrissenen Landes kennen lernen durfte.

Es sind die frühen 1970er Jahre, in denen die 12-jährige Hu'o'ng bei ihrer Großmutter Diệu Lan im Norden Vietnams aufwächst. Hu'o'ngs Vater gilt auf den Schlachtfeldern als verschollen, ihre Mutter ist aufgebrochen, um den Vater zu finden. Während Hu'o'ng und ihre Großmama in dem vom Krieg gezeichneten Land versuchen zu überleben, erzählt Diệu Lan ihrer Enkelin ihre eigene Familiengeschichte, die in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ihren Anfang nimmt, als Familie Trần noch im Wohlstand gelebt und Ansehen genossen hat. Dabei werden die Ereignisse nicht chronologisch, sondern im Wechsel der Generationen, erzählt, wodurch unglaublich viel Spannung erzeugt wird und man trotz der Angst auf die nächsten Gräueltaten in einem Bann gezogen wird und unentwegt weiter lesen muss.

Nguyen Phan Quế Mai hat mich durch ein dunkles Kapitel vietnamesischer Geschichte geführt, das unbedingt erzählt werden muss. Familie Tran steht stellvertretend für Familien, die durch die französisch-japanische Besatzung, einen Bürgerkrieg und die Landreform der 1950er Jahre und den Schrecken des Vietnamkrieges zerrissen wurde. Es ist die Geschichte einer Familie, die viele Opfer bringen musste, Leid und Hungersnöte erfahren hat. Die Erzählung einer Mutter, die auf der Flucht vor den Landenteignern für ihre Kinder und ums nackte Überleben kämpft, immer die Hoffnung auf ein besseres Leben und eine glückliche Zukunft vor Augen und der Hoffnung, dass die Familie trotz politischer Widerstände wieder vereint wird. So habe ich unglaublich viel über die Geschichte eines Landes gelernt, über die Menschen, deren Sitten und Gebräuche.

Nguyen Phan Quế Mai schreibt sehr eindringlich und unglaublich bildgewaltig über das Leid und die Missstände der Bevölkerung. Zwischen den Zeilen schwingt aber immer die Hoffnung mit. Ganz wunderbar lässt sie vietnamesische Sprichworte einfließen, die poetisch anmuten, den Lesefluss auch in keinster Weise unterbrechen.

Mich hat der Roman zutiefst beeindruckt. Klare Leseempfehlung!

Fazit:

Eindringlich, intensiv, aufwühlend und bildgewaltig!

Nguyen Phan Quế Mai erzählt die Geschichte einer Familie, die im kriegsgebeutelten Vietnam auseinander gerissen wurde, ums Überleben kämpft und trotz aller Gräueltaten, politischer Unruhen und Missstände niemals die Hoffnung auf Wiedervereinigung und eine glückliche Zukunft verliert.

Für mich ist Der Gesang der Berge ein ganz großes Highlight, das unbedingt gelesen werden muss.

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Tiefe Abgründe

Die falsche Zeugin von Karin Slaughter

Karen Slaughter ist für mich ein Garant für perfekt inszenierte und genial ausgeklügelte Thriller. Vorallem ihre Grant-County-Reihe rund um Gerichtsmedizinerin Sara Linton habe ich vor einigen Jahren verschlungen. Umso gespannter war ich auf das neueste Werk der Autorin und natürlich auch neugierig, ob Karen Slaughter mich auch mit einen Einzelband überzeugen kann.

Die falsche Zeugin handelt von Leigh, einer Anwältin, die beauftragt wird die Verteidigung eines mutmaßlichen Vergewaltigers zu übernehmen. Was Leigh nicht ahnt: sie wurde nicht zufällig ausgewählt. Die beiden kennen sich aus der Vergangenheit. Einer Vergangenheit die von Gewalt und Missbrauch geprägt ist. Und der Fall könnte Leighs komplettes privates und berufliches Leben für immer zerstören. Denn ihr Mandant weiß, welche Geister Leigh seit ihrer Kindheit verfolgen.

Karen Slaughter hat einen hochspannenden, die meiste Zeit über extrem fesselnden Pageturner zu Papier gebracht. Aber Achtung: Das Buch ist nichts für zartbesaitete Gemüter. Die Autorin ist bekannt für ihre sehr bildhaften und ins Detail gehenden Beschreibungen und auch hier macht sie davon Gebrauch. Man sollte sich beim Lesen auf explizite Beschreibungen der Tatorte und Hergänge einstellen; brutale und schockierende (Vergewaltigungs)Szenen, die nichts für schwache Nerven sind.

Die Handlung selbst umfasst zwei Zeitebenen - Leighs und Callies (Leighs Schwester) Vergangenheit und die Gegenwart, in welcher der Prozess und die Vorbereitungen für diesen stattfinden. Nebenbei lässt sie auch die aktuelle Corona-Politik in den USA mit in die Handlung einfließen. So erfahren wir Häppchenweise was sich damals zugetragen hat und welches Geheimnis Leigh so vehement zu schützen versucht.
Karen Slaughter lässt uns dabei tief in die Psyche ihrer Protagonisten blicken - in dunkle Abgründe und zerstörte Seelen. Dabei dreht sich alles um Schuld und Gerechtigkeit, um richtig und falsch. Und der Grat dazwischen ist schmal. Ich liebe einfach die Vielschichtigkeit, die Karen Slaughter ihren Charakteren verleiht. Diese sind größtenteils nicht einfach nur gut oder nur böse, sondern sie bewegen sich auf Pfaden dazwischen.
Und so habe ich gespannt verfolgt welche Entscheidungen Leigh trifft, habe mir ihr gezittert und gelitten.
Karten Slaughter hat mich auch eine packende, emotionale und intensive Fahrt mitgenommen, die gerade zum Ende hin mit einigen Schockmomenten und überraschenden Wendungen gepunktet hat.

Wie gesagt, ich fand den Plot genial und ich feiere den bildgewaltigen Stil von Karen Slaughter. Allerdings gab es eine Sache, die mir dann doch zu ausschweifend war. Leighs Schwester Callie ist drogenabhängig. Und als würde dieses Wissen nicht ausreichen, verliert sich die Autorin immer wieder in Callies Drogenproblem. Sie schildert sehr detailliert und langwierig was die Drogen mit Callies Körper und Geist machen....und das nicht nur einmal. Immer wieder tauchen wir in Callies von den Drogen gezeichnete Gedankenwelt ab. Mir war das dann doch zuviel des Guten, sodass ich diese Passagen irgendwann nur mehr überflogen habe.

Abgesehen davon hat mich Karen Slaughter mit ihrem Stand Alone absolut überzeugt. Klare Leseempfehlung!

Fazit

Wie weit würdest du gehen, um deine Lieben zu beschützen? Diese Frage habe ich mir mehrmals gestellt.

Intensiv, aufwühlend, schockierend und packend! Die falsche Zeugin ist ein Einzelband, der uns in die tiefen Abgründe der menschlichen Seele blicken lässt. Karen Slaughter schreibt authentisch, bildhaft und und ungeschönt, was Brutalität und Gewalt betrifft. Das Buch ist nichts für schwache Nerven, aber absolut lesenswert.

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Genialer Reihenauftakt

Feuerblut - Der Schwur der Jagdlinge von Aisling Fowler

Eigentlich dachte ich schon länger, dass im Bereich der Jugendfantasy bereits alles mehrfach erzählt und niedergeschrieben wurde. Viele der Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe, waren sich doch sehr ähnlich und haben nicht viel Neues geboten. Das war zumindest so, bis ich Aisling Fowler entdeckt habe.

Ihr Debüt Feuerblut - Der Schwur der Jagdlinge war eine riesige Überraschung für mich....im positiven Sinne.

Das fängt schon bei den unglaublich facettenreichen und besonderen Charakteren mit den ungewöhnlichen Namen, die sich am Zahlensystem orientieren an. Zugegeben, am Anfang hat sich das Lesen dadurch etwas herausfordernd gestaltet. Nach kurzer Eingewöhnung sind aber auch die Personen verinnerlicht. Zumindest die wichtigsten wie Zwölf, Sieben, Sechs und Fünf. Alle Klarheiten beseitigt? Sehr gut....

Aisling Fowler erzählt in ihrem Reihenauftakt die Geschichte von Zwölf, ein junges Waisenmädchen, das seine Eltern auf schreckliche Weise verloren hat. Bei den Jagdlingen, einem Orden, der die Welt vor der Dunkelheit und bösen Kreaturen beschützt, hat Zwölf ein neues Zuhause gefunden. Auch Zwölf hat den Schwur abgelegt, dem Jagdbund zu dienen, dabei verfolgt sie insgeheim aber ganz eigene Pläne. Als nach einer Trainingsstunde die aufbrausende Einzelgängerin Zwölf wieder einmal mit dem Jagdling Fünf in Streit gerät und die beiden zur Strafe eine Nacht im Kerker verbringen müssen, kommt es zu einem überraschenden Überfall auf die Jägerloge, der nicht nur Todesopfer zur Folge hat, sondern auch Sieben, die etwas wundersame Trainingspartnerin von Zwölf, entführt wird.

Mit viel Action und einem hohen Grad an Spannung beginnt die Geschichte, die im weiteren Verlauf mit zahlreichen dunklen Geheimnissen, magischen Kreaturen und Tierwesen punktet und blutige Kämpfe, Verschwörungen und Verrat bereit hält. Einmal in die Hand genommen, bin ich in den Buchseiten versunken und habe Seite an Seite mit Zwölf und ihren Kameraden gekämpft, gelitten und mit ihnen mitgefiebert.

Zwölf ist zwar erst 13 Jahre alt. Durch die grausamen Dinge, die sie in ihren jungen Jahren schon erlebt hat, wirkt sie viel älter als sie ist. Zwölf ist eine Kämpfernatur. Sie ist aufbrausend, oft wütend und handelt dementsprechend auch häufig unbedacht. In ihr steckt aber auch großes Potential. Nur ihren Weg muss sie noch finden.

Mein heimlicher Held ist Winnie. Ein kleines Eichhörnchen, das Zwölf von Sieben geschenkt bekommen hat und das seitdem Zwölf überall hin begleitet. Winnie ist für Zwölf das was einem besten Freund am nächsten kommt. Einfach toll!

Richtig genial finde ich auch Hund, den magischen Steinwächter und geheimen Beschützer des Jagdordens. Im verborgenen lebend, taucht er im richtigen Moment auf, um die Loge zu verteidigen. Und Hund ist es auch, der ausgeschickt wird um Sieben zu retten.

Das Team komplett machen Fünf und Sechs. Zwei Freunde, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die sich vielleicht auch deswegen so gut ergänzen.

Aisling Fowler hat einen facettenreichen und unglaublich vielschichtigen Heldentrupp erschaffen. Jeder einzelne hat seine Geheimnisse und wird von Dämonen der Vergangenheit gejagd. So manche Enthüllung hat mich eiskalt erwischt und mir einmal mehr gezeigt wie geschickt und unvorhersehbar die Autorin die Ereignisse zu lenken weiß.

Zudem ist es eine unglaublich fantasievolle Welt, die sich uns präsentiert. Durch die atmosphärischen und bildhaften Beschreibungen, ergänzt durch eine tolle ins Buch gedruckte Landkarte, entfaltet Embra eine ganz besondere Magie.

Kurzum, ich bin begeistert von Aisling Fowlers Debütroman. Feuerblut ist eine Geschichte über Freundschaft, Vertrauen, aufgeladene Schuld und schwierige Entscheidungen. Das Buch ist zwar mehr oder weniger abgeschlossen, lässt allerdings genügend Spielraum für eine Fortsetzung. Absolut lesenswert!


Fazit:

Ein Orden zum Schutz der Welt, ein junges Waisenmädchen, das auf Rache sinnt, eine facettenreiche Heldentruppe, magische Orte und mystische Wesen!

Aisling Fowler hat einen genialen Reihenauftakt geschrieben, der von Anfang bis Ende durch zahlreiche Geheimnisse und überraschende Enthüllungen zu fesseln weiß.

Ich bin begeistert und kann das Buch absolut empfehlen!

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Hungerwinter

Der schwarze Winter von Clara Lindemann

Clara Lindemann hat mich mit ihrem Nachkriegszeit-Roman sehr berührt. Die Geschichte der Schwestern Bensdorf, die im Hungerwinter 1946/47 ums Überleben kämpfen, hallt definitiv nach und hat mir einmal mehr bewusst gemacht wie gut wir es in der heutigen Zeit haben.

Der zweite Weltkrieg hat seine Spuren hinterlassen.

Hamburg liegt in Trümmern. Die Lebensmittel sind knapp, unter den Menschen herrscht große Not, der Hunger und die eisige Kälte fordern ihren Tribut. In einem der kältesten Winter Deutschlands kämpfen die Schwestern Silke und Rosemarie Bensdorf ums Überleben. Als Kriegsflüchtlinge haben sie auf einem Bauernhof eine Anstellung gefunden. Für karge Mahlzeiten und dreckige, verlauste Betten schuften die Schwestern schwer. Als der Bauer sich an der 24-jährigen Rosemarie vergreift, flüchten die beiden mit ihren wenigen Habseligkeiten einer ungewissen Zukunft entgegen. Auf ihrer überstürzten Flucht treffen sie auf Egon Tönnes, der Silke und Rosemarie trotz des von den Briten verhängten Zuzugsstoppes, die Einreise nach Hamburg ermöglicht. Dort angekommen, knüpfen sie Kontakte zu Schwarzmarkthändler Hans Meister und seinen britischen Freund, den Offizier Allan Wright. Die beiden ermöglichen Silke und Rosemarie in Hamburg Fuß zu fassen, indem sie eine Bar für die englische Besatzung eröffnen, welche Silke betreiben soll. Bald stehen Silke und Rosemarie gefährlichen Gegnern gegenüber, die die beiden Frauen und deren Geschäft ruinieren wollen.

Clara Lindemann hat eine unglaublich mitreißende Geschichte zu Papier gebracht, die voller Intrigen, dunkler Machenschaften und abgrundtief böser Menschen steckt. Silke und Rosemarie werden mit Verleumdungen konfrontiert, angefeindet und bedroht. Allan Wright entpuppt sich als guter Freund und Helfer in der Not, doch auch er stößt irgendwann an die Grenzen seines Einfluss- und Wirkungsbereiches.
Als Rosemarie ein junges Mädchen aus der Zuhälterei befreit, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Zudem scheint der Gegner auch immer einen Schritt voraus zu sein.

Ich konnte das Buch kaum zu Seite legen, so gefangen war ich in der Handlung. Clara Lindemann bedient sich einer leichten und unkomplizierten Sprache, die einem nur so durch die Seiten fliegen lässt. Doch trotz der Leichtigkeit verliert die Geschichte nichts an ihrer Dramatik. Clara Lindemann hat ihre fiktiven Romanfiguren sehr authentisch in dem historischen Rahmen der Nachkriegszeit in Szene gesetzt. Mit dem Hungerwinter 1946/47 katapultiert uns Clara Lindemann direkt in eine unglaublich harte Zeit deutscher Geschichte. Die Eiseskälte nagt an den Knochen. Armut und Not sind allgegenwärtig. Kohle ist ein Luxusgut. Essensrationen werden trotz Lebensmittelmarken knapp, was den Schwarzmarkthandel antreibt. In dieser unwirtlichen Zeit kämpfen Silke und Rosemarie ums Überleben. Und der Erfolg scheint zunächst auch auf ihrer Seite. Rosemarie lässt sogar die Liebe in ihr Leben. Doch dann wendet sich das Blatt schlagartig. Die Frauen sind vielen Männern ein Dorn im Auge.
Ich habe die Handlung von der ersten Seite weg als hochspannend und wendungsreich empfunden. Allerdings war sie auch etwas vorhersehbar. Es lässt sich relativ schnell erahnen, wer der Feind in der Geschichte ist. Mitgefiebert und mitgelitten habe ich vielleicht gerade deswegen umso mehr.

Mich konnte Clara Lindemann mit Der schwarze Winter komplett überzeugen. Ich habe Silkes und Rosemaries Geschichte nahezu verschlungen. Das Buch ist ein spannender Mix aus historischem Zeitzeugnis und Drama mit einer leichten Liebesgeschichte und Krimielementen. Da das Buch mit 384 Seiten auch nicht zu dick ist und man nicht mit historischen Fakten erschlagen wird, kann ich es vorallem Einsteigern ins Genre sehr empfehlen.

Fazit:

Dramatisch, hochspannend, wendungsreich, dabei aber sehr authentisch und nachhallend! Ich habe Clara Lindemanns Der schwarze Winter unglaublich gerne gelesen. Einmal angefangen hat das Buch mich in einem Strudel aus Verrat, dunklen Machenschaften und gefährlichen Verstrickungen mitgerissen. Der historische Rahmen der Nachkriegszeit, die eisige Periode des Hungerwinters im Norden Deutschlands, haben mich zutiefst berührt und ergriffen.

Absolute Leseempfehlung!

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Dunkle Geheimnisse

Der Sucher,2 Audio-CD, 2 MP3 von Tana French

Die Presse spricht von einem "Meisterwerk literarischer Erzählkunst", einer "soghaften Geschichte" und einer "Klasse für sich". Bei so vielen Lobeshymnen musste ich Der Sucher von Tana French einfach lesen, habe mich allerdings für das Hörbuch, welches leicht gekürzt bei Bookbeat erhältlich ist, entschieden.

Tana French entführt uns in ihrem neuesten Thriller in ein idyllisches und abgelegenens Dorf im Westen Irlands. Protagonist Cal Hooper, ein ehemaliger Cop aus Chicago, hofft in der wildschönen Natur, die sich ihm dort bietet, nach der Scheidung von seiner Frau Frieden und Ruhe zu finden. Die Dorfgemeinschaft ist eingeschworen, regelt ihre Dinge zumeist selber ohne großes Aufsehen. Man trifft sich im Pub, geht zum Angeln und hält sich aus den Angelegenheiten der anderen möglichst raus. Cal wird gut in der Gemeinschaft aufgenommen. Eines Tages bekommt Cal Besuch von Trey Reddy, einem Kind, dass ihm ersucht den vermissten Bruder Brendan zu finden. Cal lässt sich überreden und beginnt privat zu ermitteln. Dabei öffnet er Türen, welche die Dorfgemeinschaft lieber geschlossen gehalten hätte.

Tana French hat einen wirklich wunderbar malerischen und einnehmenden Schreibstil und ich bin beim Hören regelrecht Teil der Geschichte geworden. Ein Thriller, als welcher Der Sucher beworben wird, war es in meinen Augen aber keiner. Das Buch war eine fast schon poetische, ruhige Erzählung. Man spürt zwar irgendwie, dass eine Gefahr in der Luft liegt, bekommt diese aber nicht auf dem Servierteller präsentiert. Die Spannung ist eher unterschwellig vorhanden.
Der Sucher ist vielmehr ein Gesellschaftsportrait mit viel Lokalcholorit, bemerkenswerten, zum Teil schrulligen Charakteren, die im übrigen durch Hörbuchsprecher Wolfgang Wagner herrlich zur Geltung kommen. Als Cal beginnt Fragen zu stellen, wird dies im Dorf nicht gerade begrüßt. Im Gegenteil, es wird im unmissverständlich klar gemacht, dass manche Dinge besser im Dunkeln bleiben. Und auch Trey und Treys Mutter werden bedroht, als Cal seine Nachforschungen betreibt.

Mich konnte Der Sucher mit seinen authentischen Charakteren, dunklen Geheimnissen, der unterschwelligen Spannung, den poetischen Beschreibungen der Natur und der irischen Landschaft richtig begeistern. Einzig das Ende fand ich irgendwie unbefriedigend. Damit meine ich nicht den Ausgang an sich, sondern die Auflösung was mit Brendan passiert ist. Irgendwie fand ich den Ausgang fast eine Spur zu plump.

Dass das Hörbuch nur in gekürzter Fassung verfügbar ist, hat mich im übrigen überhaupt nicht gestört. Ich hatte an keiner Stelle das Gefühl etwas verpasst zu haben oder den Eindruck, dass manche Übergänge nicht flüssig waren.

Große Empfehlung von meiner Seite!

Fazit:

Der Sucher ist ein literarischer, ruhig erzählter Thriller. Tana French hat ein beeindruckendes Portrait einer eingeschworenen, irischen Dorfgemeinschaft gezeichnet, die ihre dunklen Geheimnisse bewahrt. Teilweise war mir die Geschichte trotz unterschwelliger Spannung etwas zu gemächlich und die Auflösung fand ich persönlich etwas plump.

Der Sucher, speziell das Hörbuch gesprochen von Wolfgang Wagner, bekommt dennoch eine große Empfehlung von mir!

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Ergreifende, dramatische und intensive Familiengeschichte!

Die vier Winde von Hannah Kristin

Manche Empfindungen lassen sich nur schwer zum Ausdruck bringen. So geht es mir auch jetzt. Ich habe das Gefühl meine Worte werden Kristin Hannahs Meisterwerk nicht annähernd gerecht. Ich bin zutiefst begeistert und überwältigt von der Bild- und Wortgewalt, bin traurig, schockiert und gleichzeitig berührt.

Kristin Hannah hat wahrlich Großes geschaffen.

Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise in die USA der 30er Jahre. Es ist die Zeit der Weltwirtschaftskrise, welche die Menschen in Not und Armut stürzt. Der mittlere Westen wird zudem von einer menschgemachten Naturkatastrophe, ausgelöst durch falsche Bewirtschaftung und Dürre, heimgesucht. Es sind die Dust Bowls, verheerende Staubstürme, die den Farmern ihre Existenzgrundlage nehmen. Aber auch die Gesundheit der Bevölkerung ist bedroht. Krankheit und Hunger treiben die Menschen in den Westen der USA Richtung Kalifornien in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Auch unsere Protagonistin Elsa Martinelli sieht sich gezwungen mit ihren Kindern die Farm in Texas zu verlassen. In Kalifornien erhofft sich Elsa Arbeit und ein neues, schönes Heim für sich und ihre beiden Kinder zu finden. Schnell muss sie jedoch erkennen, dass die Konkurrenz zu den anderen Wanderarbeitern unerbittlich ist. Aus allen vier Winden werden sie herangetrieben, verhöhnt und diskriminiert als dreckige "Oakies". Es ist ein ein harter Kampf um Gerechtigkeit, ja ums Überleben, der Elsa und ihrer Familie bevorsteht.

Kristin Hannah hat eine unglaublich intensive Geschichte zu Papier gebracht. Elsa ist eine starke und wahnsinnig mutige Protagonistin, mit der ich von Anfang an mitgefühlt und mitgelitten habe. Von den eigenen Eltern als labil, krank und schwächlich dargestellt, findet Elsa unverhofft ihr Glück in dem um einige Jahre jüngeren Rafael Martinelli. Doch Raf zieht es in die Welt und so lässt er Elsa und seine beiden inzwischen geborenen Kinder sitzen. Als ob es nicht schon schwer genug für Elsa ist, gibt ihre rebellierende, mitten in der Pubertät steckende Tochter Loreda ihr auch die Schuld am Weggang ihres Vaters. Als der kleine Anthony eine Staublunge diagnostiziert bekommt, wird Elsa vor die wohl größte Entscheidung ihres Lebens gestellt.

Gefangen zwischen Angst und Hoffnung habe ich Elsas Geschichte verfolgt. Ich habe ihre Entscheidungen mehrfach in Frage gestellt, mich gleichzeitig aber auch selber gefragt, was ich an ihrer Stelle getan hätte.

Die vier Winde erzählt den Überlebenskampf einer Familie. Es ist aber auch die Geschichte einer Frau, die ihre Stimme findet und Goßes vollbringt. Das Ende ist dramatisch, zugleich aber auch hoffnungsvoll und wegbereitend. Ich gebe zu, ich hätte mir einen anderen Ausgang gewünscht. Ich war erschüttert und zutiefst traurig. Doch letztlich ist es die Liebe die bleibt und ewig währt. Festhaltend an diesen Gedanken konnte ich mich auch mit dem schwermütigen Ende versöhnen, welches Kristin Hannah sich erdacht hat.

Ich habe Die Vier Winde abwechselnd gelesen und gehört und kann auch die Hörbuchversion sehr empfehlen. Luise Helm trägt die Geschichte klar, deutlich und mit viel Gefühl vor. Durch die Lesung hat die ohnehin schon einnehmende Handlung eine noch stärkere Sogkraft entwickelt, der ich mich kaum mehr entziehen konnte.

Großes Kino und absolut lesens- und hörenswert!

Fazit:

Kristin Hannah hat mich auf eine intensive Reise in die USA der 30er Jahre mitgenommen. Elsas Geschichte hat mein Herz und meine Seele berührt. Es geht um Hoffnung, Liebe, Mut, dem Bringen von Opfern, dem Kampf um Gleichberechtigung, Ausgrenzung und so vieles mehr. Kristin Hannah lässt ihre Protagonisten die schwere Zeit der Weltwirtschaftskrise, der Hungersnöte und Katastrophen durchleben. Ich bin begeistert und überwältigt von der mitreißenden Art und Weise, in der Kristin Hannah Fakt und Fiktion miteinander vereint.

Für mich ist Die Vier Winde ein absolutes Herzensbuch und Lebenslesehighlight!

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Wut ist wichtig. Wut tut gut.

Wut und Böse von Ciani-Sophia Hoeder

Ich bin es hin und wieder - so richtig wütend. Für mich ist Wut ein Ausdruck meiner Gefühle und in gewisser Weise auch ein Befreiungsakt. Manchmal ist meine Wut auch irrational, manchmal versteife ich mich durch meine Wut auch zu sehr auf ein Thema. Meistens fühle ich mich hinterher aber besser, frei nach dem Motto "Wut tut gut".

Doch was macht unsere Gesellschaft mit wütenden Frauen? Diesem Thema geht die freie Journalistin und Gründerin des "RosaMag" auf den Grund.

Zunächst einmal: Ich fand das Buch gut und inhaltlich recht interessant aufbereitet. Ciani-Sophia Hoeder geht sehr wissenschaftlich an das Thema "Wut" heran. Sie erklärt zunächst die Bedeutung von Wut. Wut ist eine (häufig heftige) Reaktion auf ein Gefühl und wird oft mit Traurigkeit verwechselt. Wie oft habe ich mir selbst schon die Frage gestellt ob ich wütend oder traurig sein soll. Ich finde die Abgrenzung gar nicht so einfach. Ciani-Sophia Hoeder beleuchtet das gesamte Spektrum von Wut anhand ihrer Ethymologie und Soziologie, deren Ausprägung in Politik und Popkultur, aber auch anhand persönlicher Erfahrungen.
Während wütende Frauen als Zicken, Feldwebel oder hysterisch abgestempelt werden, gilt Wut in männlichen Kreisen als Stärke und Durchsetzungsfähigkeit. Dieses geschlechterspezifische Bild von Wut wird vielen schon in der Wiege eingeimpft. Wütende Frauen gelten als unschicklich, es gehöre sich nicht. Oder wie oft musste ich mir schon anhören, das Leben ist zu kurz um sich zu ärgern und wütend zu sein.

Wie gesagt, Ciani-Sophia Hoeder fühlt der weiblichen Wut auf den Zahn. Sie zeigt auf welch starkes Instrument Wut sein kann und wie man durch sie Veränderungen herbeiführen kann. Dabei bringt sie wichtige Themen wie sexuelle Belästigung, Diskriminierung und Rassissmus auf den Tisch.
Am besten hat mir das Generationengespräch am Ende des Buches gefallen. Hier habe ich mich am meisten wiedergefunden und es war interessant wie unterschiedlich Wut in jeder Generation wahrgenommen, akzeptiert und ausgelebt wird.

Mir hat Wut und Böse von der Thematik her sehr gut gefallen. Allerdings hatte ich einige Schwierigkeiten mit der Aufbereitung. Das fing schon beim gendern an. Ja, gendern ist nicht unwichtig - gerade bei so einem feministischen Buch wie Wut und Böse. Allerdings fand ich das ständige gendern zum Hören suboptimal und ich habe mich eher daran gestört. Für mich hat es sich wie eine Straße mit vielen Schlaglöchern angefühlt.

Zudem habe ich leider ziemlich oft den roten Faden verloren. Zu schnell springt die Autorin von einem Thema zum nächsten, ohne erkennbare Überleitungen. Ich musste das Hörbuch mehrmals zurückspulen, um den Gedankengängen noch folgen zu können.

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich Wut und Böse als Hörbuch gehört habe und sich meine Kritik vorallem darauf bezieht. Hätte ich es gelesen, hätte ich die beiden angesprochenen Punkte wahrscheinlich anders wahrgenommen.

Nichts desto trotz gab es noch einen Punkt, der mir tatsächlich zu aufdringlich war: Der erhobene Zeigefinger gegen das Patriarchat und weißen Cis-Männern, die scheinbar die gesamte Schuld am System tragen. Hier hätte ich mir eine tiefgreifendere Analyse gewünscht.

Für mich war Wut und Böse eine interessante Erfahrung, die mir einige neue Erkenntnisse gebracht hat und auf jeden Fall zum Nachdenken anregt.

Fazit:

Wut ist wichtig, Wut tut gut!

Ciani-Sophia Hoeder schreibt über weibliche Wut als ausdrucksstarkes Instrument und warum es wichtig ist Wut zuzulassen. Sie geht sehr wissenschaftlich an das Thema heran, spricht aber auch über persönliche Erfahrungen und sie setzt Wut in Kontext mit sexueller Belästigung, Diskriminierung und Rassissmus.

Leider war mit der Aufbau etwas zu wirr, sodass ich beim Hören wiederholt den roten Faden verloren habe. Ich kann das Buch aber trotzdem all jenen empfehlen, die sich mit dem Thema "Frauen und Wut" auseinandersetzen möchten, würde allerdings eher zur Printausgabe greifen.

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