Kunden em pfehlungen
Rezensionen von April1985 :
Fantastisch, anspruchsvoll, lesenswert!
Die 24 Elemente der Magie von Danielle Weidig
Eine Geschichte wie Die 24 Elemente der Magie habe ich definitiv noch nicht gelesen. Rahuls Ruf bildet den Auftakt einer magischen Reihe mit dystopischen Setting. Gleichzeitig fühlte ich mich in der Zeit zurück versetzt. Wirklich interessant ist auch die Thematik der Ein-Kind-Politik, durch die ich überhaupt erst auf das Buch aufmerksam geworden bin.
Und ich finde Danielle Weidig hat das Thema ziemlich genial umgesetzt.
Die Autorin setzt uns mitten im Geschehen in der überbevölkerten Stadt La Metrópolis aus. Um der Bevölkerungswachstum entgegen zu wirken, gelten extreme Gesetze. Für jedes neue Leben muss ein altes enden. Kommt ein Baby auf die Welt, muss sich jemand freiwillig opfern - im besten Fall. Andernfalls wird die Jagd eröffnet und es kommt zu einer Hinrichtung. In dieser unwirtlichen Welt, in der die Kluft zwischen Elend und der privilegierten Oberschicht groß ist, treffen unsere drei Protagonisten aufeinander. Rahul, der gemeinsam mit seiner Mutter im Armenviertel La Metrópolis lebt und der Königinmutter dient. Yara, die freiheitsliebende Waise, welche auf der Straße ihr zu Hause gefunden hat und sich als Diebin verdient. Und zuletzt Lady Meiming, die Kronerbin des Reiches. Die drei jungen Protagonisten könnten unterschiedlicher nicht sein und doch sind sie durch das Schicksal eng miteinander verbunden.
Was nach einer relativ langen Einführung beginnt, ist fantastisch und eröffnet unglaubliche Welten. Es ist eine Reise durch Raum und Zeit zur Rettung der Welt. Nach und nach entwirrt sich der Knoten, die Spannung steigt und Puzzlestückchen finden ihren Platz. Man merkt allerdings auch, dass es ein Reihenauftakt ist, der einleitet und auf die Geschichte vorbereitet. Trotz aller Faszination, konnte mich das Buch erst gegen Ende richtig fesseln.
Mit dem Schreibstil von Danielle Weidig bin ich auch nicht ganz so gut zurecht gekommen. Einerseits mochte ich das Bildhafte und Ausschweifende. Die französischen Begrifflichkeiten haben der Geschichte eine gewisse Eleganz verliehen. Anderseits wurde mein Lesefluss immer wieder unterbrochen. Es sind lange Sätze, die sehr verschachtelt sind. Die zwar eine gewisse Poesie in sich bergen, mir das Lesen aber nicht ganz so leicht gemacht haben. Rahuls Ruf ist kein Buch, dass sich schnell nebenher lesen lässt. Ich musste mich teilweise sehr konzentrieren, um den Faden nicht zu verlieren. All jenen, die gerne anspruchsvolle Fantasy mit dystopischen Charakter und einer Prise Sience Fiction lieben sei dieser außergewöhnliche Reihenauftakt wärmstens empfohlen!
Fazit:
"24 magische Welten, 3 Schicksale und ein magisches Puzzlespiel durch Raum und Zeit."
Die 24 Elemente der Magie - Rahuls Ruf lässt sich in keine Schublade stecken. Es ist ein magischer Reihenauftakt, der Elemente der Fantasy, Dystopie und Sience Fiction vereint. Ein komplexer Weltenbau, vielschichtige Protagonisten und eine geniale und außergewöhnliche Grundidee sind die großen Stärken. Von mir gibt's 3,5 Herzchen. Auf den gängigen Portalen 4.
So macht Griechische Mythologie Spaß!
Der Sohn des Odysseus von Annika Thor
Griechische Mythologie hat schon immer eine große Faszination auf mich ausgeübt. Ich war daher auch unglaublich gespannt auf Annika Thors kindgerechte Neuinterprätation der Odysee. Und was soll ich euch sagen? Ich bin rundum begeistert!
Annika Thor lässt uns Odysseus Abenteuer auf eine ganz besondere Art erleben - durch seinen Sohn Telemachos.
Telemachos war noch ein Kleinkind als sein Vater in den Trojanischen Krieg gezogen ist. Nie durfte Telemachos ihn kennenlernen und als die Jahre ins Land ziehen, wird der Ruf nach seinem Vater immer lauter. Und auch das Volk begehrt auf und fordert einen neuen König für Ithaka. Während Odysseus Gattin Penelope versucht die zahlreichen Freier mit List hinzuhalten, werden Telemachos die großen Heldentaten seines Vaters über die Meere zugetragen.
Viele werden die Odysee zumindest in den Grundzügen kennen. Die Abenteuer des großen Helden durch die Augen des Sohnes Telemachos zu bestreiten, war aber etwas ganz besonderes. Denn so durfte ich auch erfahren, was sich bei Odysseus Abwesenheit auf der kleinen Insel Ithaka abspielt. Mit welchen Hürden Penelope zu kämpfen hat. Und auch Telemachos hat es nicht leicht; wird als Schwächling hingestellt und ist dem Spott der Menschen ausgesetzt, immerzu im Schatten seines berühmten Vaters stehend. Odysseus, der große Held und König, der mit List und Täuschung gegen Riesen kämpft, der den Sohn des Poseidon niederringt und die Zauberin Kirke umgarnt. Odysseus, der über Troja siegt und dessen Heimreise nach 10 langen Kriegsjahren zu einer echten Odysee wird.
Annika Thor lässt die Griechische Mythologie lebendig werden. Durch ihren bildhaften Schreibstil, die kurzen Kapitel und die wunderschönen schwarz-weiß Illustrationen, liest sich Der Sohn des Odysseus mit einer beschwingten Leichtigkeit. Die Altersangabe ab 10 Jahren finde ich passend. Meines Erachtens sind nach oben hin keine Grenzen gesetzt. Es ist ein Buch für Jung und Alt. Für Fans von Märchen, Sagen und Mythen und all jene, die es noch werden wollen.
Absolute Leseempfehlung!
Fazit
Der Sohn des Odysseus ist ein Buch über große Heldentaten, mutige und starke Frauen und einen Sohn, der seinen Weg noch finden muss. Ich bin begeistert von Annika Thors Neuinterprätation der Odysee. Absolute Leseempfehlung!
Die Macht des Kreuzes
Das Kreuz des Pilgers von Petra Schier
Für mich war es nach langer Pause wieder einmal Zeit ins Mittelalter abzutauchen. Die Wahl fiel auf Das Kreuz des Pilgers, für mich ein Debüt, da ich Petra Schier bislang noch nicht kannte. Tatsächlich ist dieser Reihenauftakt die Fortsetzung ihrer Kreuz-Trilogie. Kann ich das Buch Quereinsteigern und Neulingen empfehlen? Ganz eindeutig ja! Petra Schier nimmt dich an die Hand und zeigt dir ein gar nicht so dunkles Bild des Mittelalters.
Und mit Augenzwinkern ist auch ein klitzekleiner Hauch Fantasy dabei.
Petra Schier hat es geschafft mich bereits nach wenigen Seiten ins 14. Jahrhundert zu holen. Sehr bildgewaltig und authentisch ist das Bild, welches die Autorin vor meinen Augen hat entstehen lassen. Und ziemlich dramatisch sind die Ereignisse, die sich gleich zu Beginn abspielen. Es ist das Jahr 1379 in welchem die junge Grafentochter Reinhild und ihr Mann Gottfried von Wegelagerern überfallen werden. Reinhild wird in letzter Minuten von den beiden Pilgern Palmiro und Conlin gerettet. Für Gottfried kommt die Hilfe jedoch zu spät. Und das sind sie, die drei Protagonisten, um die sich die Haupthandlung dreht. Reinhild, die plötzlich auf sich alleine gestellt ist, die den Verlust ihres Mannes betrauert; Ihre Gefühle und ihr Herz aber für Conlin öffnet. Eine unmögliche Verbindung, zumindest wenn es nach Reinhilds Vater geht. Und dann ist da noch Palmiro, welcher einen großen und mächtigen Schatz von seiner Pilgerreise mitbringt und der ein Geheimnis hütet, dass ihn ernsthaft in Gefahr bringen könnte.
Petra Schier spielt in ihrem historischen Roman mit dem Aberglauben der Menschen. Sie verdeutlicht eindrucksvoll die mächtige Wirkung von Reliquien. Die Geschichte wirkt in diesen Punkten fast schon fantastisch.
Das Kreuz des Pilgers ist aber sich ein Buch über Familienbanden, Freundschaft und Liebe. Die Autorin erweckt mit ihrem detailreichen Beschreibungen Koblenz und seine Bewohner zum Leben. Ein Leben, welches zur damaligen Zeit mit allerlei Bürden und Gefahren verbunden ist. Und sie spricht auch das Thema Homosexualität an.
Die Handlung ist vielschichtig und eröffnet mehrere Handlungsstränge . Trotz aller Komplexität und der Vielzahl an Personen und Namen, die im Laufe der Geschichte auftauchen, kann man der Geschichte aber recht gut folgen - dem Personenregister sei Dank.
Mir hat es Spaß gemacht Reinhild, Conlin und Palmiro ein Stück weit zu begleiten. Teilweise war es mir ein bisschen zu ausschweifend, wodurch einige Längen entstanden sind. Nichts desto trotz bin ich sehr auf die Fortsetzung gespannt, denn das Buch lässt am Ende fast alles offen.
Für Liebhaber gut recherchierter historischer Romane mit einem Hauch Mystik ein Must Read. Aber ich kann Das Kreuz des Pilgers auch guten Gewissens Einsteigern empfehlen.
Fazit:
Bildgewaltig, ausschweifend, authentisch, dramatisch, wendungsreich und sehr vielschichtig mit einem Hauch Magie! Mit Das Kreuz des Pilgers entführt uns Petra Schier ins 14. Jahrhundert, in eine Zeit, in der Reliquien große Macht zugeschrieben wurden. Neben dem weit verbreiteten Aberglauben geht es aber auch um die Gefahren der Zeit, Geheimnisse, Familienbanden und Freundschaft. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Klare Leseempfehlung!
Sehr ruhige Liebesgeschichte in wunderschöner Kulisse
The Sky in your Eyes von Kira Mohn
Kira Mohn hat mich auf eine wunderbare Reise mitgenommen. Damit meine ich nicht nur Island, sondern auch die Gefühle und Gedanken, die The Sky in your Eyes in mir ausgelöst hat.
Das besondere an Kira Mohns Romanen ist, dass sie sehr authentische Charaktere erschafft, in die man sich unglaublich gut hineinversetzen kann und die mit realen Problemen konfrontiert sind.
The Sky in your Eyes bildet keine Ausnahme.
Die 24-jährige Elín hat sich nach 1 1/2 Jahren Beziehungs-Auf-und-Ab von ihrem Ex-Freund Daniel getrennt. Die Beziehung hat tiefe Narben bei Elín hinterlassen, denn Daniel hat ständig gelästert über ihr Gewicht und ihren Körper. Daniel war aber nicht der einzige, der Elín zugesetzt hat. Elín wurde von Kindheitsbeinen an immerzu suggeriert sie wäre zu dick. Dabei wollte Elín eigentlich immer Köchin werden, aber die anderen würden sie ohnehin nur auslachen, weil sie damit das klassische Klischee bedienen würde. Doch dann überredet Elíns beste Freundin sie an einem Kochkurs teilzunehmen, um auch ein bisschen unter die Leute zu kommen. Und ausgerechnet dort lernt Elín den gut aussehenden und charmanten Jón kennen, der kein Geheimnis daraus macht, dass er sich in Elín verguckt hat. Doch kann Elín es schaffen ihre Ängste und Zweifel zu überwinden und die Liebe wieder in ihr Leben lassen?
Es sind wichtige Themen, welche die Autorin anschneidet - Bodyshaming, Selbstzweifel und verlorenes Selbstvertrauen. Außerdem spricht Kira Mohn über Mobbing, toxische Beziehungen und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Die Autorin bringt die Problematiken sehr einfühlsam, aber dennoch wirkungsvoll auf den Tisch.
Wer hat es nicht schon mal gehört oder selbst gesagt: Das liebevolle Moppelchen, oder Kosenamen wie Hummel, Sprüche wie "klar will sie Köchin werden, so gerne wie sie isst" oder "gleich und gleich gesellt sich gerne". Sätze und Äußerungen, die schnell gesagt sind, die aber beim Empfänger eine große Wirkung hinterlassen können. Auch Elín wird mit derartigen und noch viel schlimmeren Aussagen konfrontiert, was dazu führt, dass die Selbstzweifel und der Hass für ihren Körper immer größer werden.
Im Fokus stehen Elín und ihre "antrainierten" Zweifel und Ängste. Die junge Frau ist in einem Hamsterrad gefangen; einer Spirale, die nicht so leicht zu durchkreuzen ist. Und auch Jón vermag es nicht gleich zu Elín durchzudringen und noch weniger Elín zu "heilen". Genau das macht die Liebesgeschichte aber so wahnsinnig authentisch. Diese entwickelt sich sehr gemächlich. Ist leicht und zart, einfach ganz normal. Und die Liebe verdrängt die Probleme auch nicht aus dem Alltag. Sie gibt Elín allerdings einen neuen Aufschwung und den notwendigen Antrieb aus ihrem bisherigen Kreislauf auszubrechen.
Auch wenn Kira Mohn am Ende nicht alle Probleme in Luft und Wohlgefallen auflöst, so ist es doch ein glückliches Ende. Ich habe The Sky in your Eyes sehr gerne gelesen. Es ist eine sehr unaufgeregte Geschichte, die nachhallt und eine sehr zarte Liebesgeschichte. Große Spannungsmomente und überraschende Wendungen bietet sie nicht. Das braucht es aber meines Erachtens auch nicht.
Was ich nicht unerwähnt lassen will, ist das zauberhafte Setting. Die Handlung führt uns an wundervolle, romantische Sehnsuchtsorte an Islands Südküste. Eindrucksvolle Steilküsten, glasklare Wasserfälle, schwarze Strände und schroffe Basaltfelsen. Mit ihren bildhaften Beschreibungen versprüht Kira Mohn ein bisschen Elfenglanz im heimischen Wohnzimmer.
Absolut lesenswert!
Fazit:
The Sky in your Eyes ist ein sehr authentisches Buch mit greifbaren Charakteren und realen Problemen. Es geht um Selbstzweifel, den Verlust von Selbstvertrauen und das Schämen für den eigenen Körper. Das ganze verpackt Kira Mohn in eine zarte und unaufdringliche Liebesgeschichte. Wundervoll und absolut lesenswert!
Hedy's Krieg
Die Übersetzerin von Jenny Lecoat
Mit einem Seufzen der Erleichterung und einem Hoffnungsschimmer vor Augen habe ich die Bauchdeckel von Jenny Lecoats Debütroman geschlossen. Hedys Krieg - im Original heißt das Buch 'Hedy's War' - hat mir einmal mehr vor Augen geführt, wie gut es uns heute geht, aber aber auch, dass es sich immer lohnt zu kämpfen.
Es ist das Jahr 1940 in dem Hedy Bercu, eine junge Jüdin, zur Flucht aus Österreich gezwungen wird. Eigentlich wollte sie nach Amerika, doch das Geld war knapp und so strandet Hedy auf der von den Deutschen besetzten britischen Kanalinsel Jersey. Als Jüdin registriert, hat die junge Frau so gut wie keine Chance auf Arbeit. Als sich die Möglichkeit ergibt als Übersetzerin für die deutschen Besatzer zu arbeiten, ergreift sie diese widerwillig. Gleichzeitig beginnt sie durch kleine Akte des Widerstands, wie dem Diebstahl von Benzingutscheinen, gegen das System aufzubegehren und sie lernt den deutschen Wehrmachtssoldaten Kurt Neumann kennen und lieben. Eine Liebe, die nicht sein darf und die inmitten der Wirren des zweiten Weltkrieges immer mehr aufblüht.
Ich habe beim Lesen eine unglaublich intensive Beziehung zu Hedy aufgebaut. Habe mit ihr ihr dunkelsten Stunden durchlebt, als sie zitternd in ihrem Versteck im Boden ausharren musste, um der Deportation zu entgehen. Ich habe mit ihr gelitten, als der Hunger Hedy und ihre Freundin Dorothea umzubringen drohte. Ich habe aber auch die schönsten Momente, die sie mit Kurt in Zweisamkeit geteilt hat, mit Freude verfolgt. Kurt wurde wie so viele andere in den Dienst der deutschen Wehrmacht gezwungen. Er erfüllt zwar seine Pflichten, kann sich selber mit der Ideologie der Herrenrasse aber nicht identifizieren.
Jenny Lecoat spricht eine Zeit unserer Geschichte an, die nicht vergessen werden sollte, stellt dabei aber nicht die historischen Ereignisse, sondern die Menschen, in den Fokus. Die Autorin schildert ergreifend und realitätsnah die Umstände der Kriegsjahre von 1940 bis 1946. Jenny Lecoat vermittelt ein authentisches Bild der Ängste und Nöte der Bevölkerung Jerseys. Angefangen bei der Rationierung der Nahrung, der ständigen Beobachtung durch die Besatzer bishin zum völligen Abgeschnittensein von der Außenwelt. Nicht einmal ein Radio war erlaubt. Die Menschen mussten die Nachrichten glauben, die ihnen die Besatzer auftischten. Einfach schrecklich!
Das besondere ist, dass es die Personen teilweise wirklich gegeben hat. So zum Beispiel Hedy Bercu, welche die Vorlage für den fiktionalen Roman liefert. Und auch Dorothea Weber, Hedys beste Freundin und Helferin, sowie die große Heldin des Romanes, hat wirklich existiert.
Jenny Lecoat wurde 15 Jahre nach Ende der Besatzung auf der Insel Jersey geboren. Sie kennt die Insel, die Menschen und ihre Geschichte und das spürt man einfach mit jeder Zeile. Es steht zwar wie gesagt die Liebesgeschichte zwischen der Jüdin Hedy und dem Wehrmachtssoldaten Kurt im Fokus. Verwoben mit dem historischen Hintergrund ist diese aber unglaublich packend und mitreißend. Ein Hin und Her zwischen Hoffen und Bangen. Wahnsinnig bildgewaltig und ergreifend erzählt!
Fazit:
Die Übersetzerin ist ein ergreifendes Zeitzeugnis und bildgewaltiges Romandebüt. Jenny Lecoat erzählt die Geschichte der verbotenen Liebe zwischen der Jüdin Hedy und dem Wehrmachtssoldaten Kurt. Die Liebesgeschichte vor dem historischen Hintergrund des zweiten Weltkrieges ist unglaublich authentisch, emotional und fesselnd. Mich konnte sie begeistern. Absolute Leseempfehlung!
Warmherzig, charmant und liebevoll
Das geheime Leben des Albert Entwistle von Matt Cain
Albert Entwistle ist einer jener Charaktere, die ich unglaublich gerne persönlich kennen lernen würde. Ein herzensguter Mensch, dem ich alles Glück der Welt vergönne.
Ich habe Matt Cains Roman unglaublich gerne gelesen, habe mit Albert gelacht, geweint und mich mit ihm über seine tolle Entwicklung gefreut.
Der 65-jährige Albert Entwistle lebt zusammen mit seiner über alles geliebten Katze Gracie in der britischen Kleinstadt Toddington, wo er auch als Postbote arbeitet. Das besondere daran ist, dass Albert eine Sozialphobie hat und menschliche Kontakte so gut wie möglich vermeidet. Und trotzdem liebt Albert seine Arbeit als Briefzusteller ungemein. Als dem liebenswerten Eigenbrötler jedoch kurz vor seinem 65. Geburtstag eröffnet wird, dass er in Rente gehen muss und dann auch noch seine geliebte Gracie stirbt, wird Alberts gut strukturiertes Leben völlig aus den Angeln gehoben, eröffnet ihm allerdings auch wundervolle neue Möglichkeiten.
Ach, was soll ich euch sagen. Ich hab einfach jede einzelne Zeile geliebt. Der Roman steckt trotz des etwas trüben Anfangs voller Wärme, Liebe und Hoffnung.
Durch zahlreiche Rückblenden in Alberts Kindheit und Jugend lernen wir ihn sehr intensiv kennen und lernen auch verstehen, wie er zu dem Mensch geworden ist, als der er sich im Heute präsentiert. Albert hatte es nie leicht im Leben und ich hätte ihn manchmal einfach nur gerne umarmt und ihm Trost und Wärme gespendet. Schon früh hat Albert gemerkt, dass er "anders" ist. Die Gefühle, die er für seinen besten Freund George hatte, gingen über das normale freundschaftliche Maß hinaus. Doch die Liebe war Albert und George im gesellschaftlichen System der 1970er Jahre verwehrt. Homosexualität war verpöhnt und die Menschen wurden gemieden und geächtet. Und so war Albert gezwungen den Kontakt zu George abzubrechen, was er nie verwunden hat.
Als Albert alte Briefe findet, weiß er plötzlich was er zu tun hat, wenn er nicht vereinsamen will. Er begibt sich auf die Suche nach seiner großen Liebe George und er öffnet sich der Welt, findet Freunde und wächst über sich hinaus. Man könnte das Buch auch als "Die Geburt des Albert Entwistle" bezeichnen. Nach und nach reißt Albert seine selbst aufgebauten Mauern ein und lässt wieder Freude in sein Leben. Auch wenn ich mich wiederhole, kann ich nur betonen, dass ich Alberts Entwicklung wahnsinnig gerne verfolgt habe, immer mit der Hoffnung vor Augen, dass er sei Glück findet und die Geister und Schatten der Vergangenheit hinter sich lässt.
Fazit
Das geheime Leben des Albert Entwistle ist ein absolutes Herzensbuch. Ich habe jede Zeile von Matt Cains Roman geliebt, bin mit Albert durch alle Höhen und Tiefen seines Lebens gegangen. Hab mit ihm geweint, gehofft und geliebt.
Das Buch steckt voller liebevoller Charaktere, Wärme und Hoffnung und zeigt, dass es nie zu spät für einen Neustart ist. Absolut lesenswert!
Verlorene Kindheit, verlorene Träume
Shuggie Bain von Stuart Douglas
Ich weiß nicht wann ich zuletzt ein Buch gelesen habe, das mich derart aufgewühlt hat. Ich war mehrfach kurz davor das Hörbuch abzubrechen. War wütend und traurig. Dachte, dass ich so Shuggies Geschichte ungeschehen machen könnte, indem ich sie einfach ignoriere. Harte Worte, ich weiß, denn Shuggie sollte unbedingt gehört werden.
Seine Geschichte und sein Schicksal müssen erzählt werden. Shuggie Bain ist ein Buch, das mich an meine emotionalen Grenzen gebracht hat. Sehr schmerzhaft und hoffnungslos und doch fesselnd. Eine Triggerwarnung wäre aber auf jeden Fall angebracht gewesen.
Glasgow, 80er Jahre: Douglas Stuart erzählt die Geschichte des jungen Shuggie Bain, der in der Monotonie und Tristesse der Arbeitersiedlung aufwächst. Es ist eine Zeit geprägt von Arbeitslosigkeit und Armut, in der Menschen wie der herzensgute Shuggie und seine alkoholkranke Mutter Agnes von der Gesellschaft ausgegrenzt werden, weil sie in ihr schlichtweg keinen Platz haben. Während Shuggies Vater jedem Rockzipfel der Stadt nachjagd und seine Familie vernachlässigt ist es Shuggie selbst, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, seine wunderschöne Mutter zu retten.
Douglas Stuart verarbeitet in seinem Drama auch seine eigene Familiengeschichte und Kindheit. Der Autor schildert schonungslos und ohne beschönigende Worte die furchtbare und zu Tränen rührende Situation, in der sich der zarte und feminine Shuggie befindet. In der Schule wird Shuggie schwer wegen seines "Anderssein" gemobbt. Gewalt steht an der Tagesordnung. Zu Hause muss Shuggie beobachten, wie sich seine Mutter erniedrigt, um an Geld zu kommen und dabei immer mehr in einem Sumpf aus Alkohol und Depression versinkt. Und trotz allem ist Shuggies Liebe zu seiner Mutter unerschütterlich. Es ist eine ganz besondere Mutter-Sohn-Beziehung, an der uns Douglas Stuart über einen Zeitraum von 10 Jahren teilhaben lässt. Ein jahrelanges Auf und Ab, ein Wandeln zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Aufwühlend, berührend und traurig.
Zum Schluss möchte ich noch den besonderen Schreibstil von Douglas Stuart bzw. die gelungene Übersetzung ins Deutsche hervorheben. Der verwendete schottische Arbeiterslang verleiht der Erzählung eine unglaubliche Authentizität. Hier muss ich auch ein großes Lob an Mark Waschke, welcher das Hörbuch eingelesen hat, aussprechen. Ich habe zwar eine Zeit lang gebraucht, um mich an den verwendeten Dialekt zu gewöhnen, fand das Hörbuch dadurch aber unglaublich intensiv und mitreißend.
Fazit:
Gewalt, Mobbing, Missbrauch, Depression
Alkoholsucht, Arbeitslosigkeit und die Perspektivlosigkeit in Schottlands 80er Jahren. Shuggie Bain ist Milieustudie und Familiendrama in gleichem Maß. Douglas Stuart erzählt schonungslos und mit einer unglaublichen Intensität die Geschichte des jungen Shuggie Bain, der selbst als "Schwuchtel" gemobbt, verzweifelt versucht seine geliebte, alkoholkranke Mutter Agnes zu retten.
Shuggies Geschichte verdient es gehört zu werden, dennoch kann ich nur eine eingeschränkte Empfehlung aussprechen. Es sind bedrückende Themen, die hier angesprochen werden und die durchaus triggern können.
Rückkehr ins Geborgene Land
Die Rückkehr der Zwerge 1 von Markus Heitz
Markus Heitz, Meister von epischen Erzählungen und bildgewaltigen Szenerien ist zurück und hat seine Zwerge im Gepäck. Ich muss ja gestehen, dass ich bislang nur das erste Buch der erfolgreichen Reihe gelesen habe. Mir hats damals recht gut gefallen. Als mein Freund Die Rückkehr der Zwerge mit Begeisterung zu lesen begonnen hat, habe ich kurzerhand beschlossen mich ihm anzuschließen.
Also ohne große Vorkenntnisse, was tatsächlich kein Problem dargestellt hat.
Markus Heitz hat einige Jahrhunderte ins Land ziehen lassen. Der junge Zwerg Goïmron, der von der Geschichte der alten Zeit fasziniert ist, stößt eines Tages auf ein Buch, welches vom heldenhaften Tungdil Goldhand selbst verfasst wurde und die letzte Eintragung kann noch nicht lange zurück liegen. Ein Ding der Unmöglichkeit, denn Tungdil Goldhand gilt seit Hunderten von Zyklen nach einem Beben im Grauen Gebirge als verschollen. Ein Rätsel, das es zu lösen gilt und für Goïmron Anlass für eine große Reise.
Und genau so könnte man Die Rückkehr der Zwerge 1 beschreiben. Eine klassische Heldenreise mit allerlei Gefahren, verschiedenen Völkern, Verbündete, die sich Goïmrons Truppe nach und nach anschließen und zahlreichen Handlungsstränge, die im Lauf der Geschichte zueinander finden. Einige werden zusammengeführt und auserzählt, andere bleiben (noch) offen.
Markus Heitz hat sich eine unglaublich komplexe Handlung erdacht, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird, deren Einstieg mir trotz Liebe zur Welt und den Charakteren allerdings eher schwer viel. Obwohl ich in den Grundzügen wusste, was mich erwartet, war ich dann zunächst doch etwas überfordert von den Erklärungen zur Welt und der Fülle an Personen und Völkern. Ich würde sagen, dass man zwar keine Vorkenntnisse, allerdings eine gewisse Warmlaufzeit benötigt, bis man zur Gänze im Geborgenen Land angekommen ist und die Geschichte im vollen Umfang genießen kann.
Wer gerne komplexe Fantasy mit vielschichtigen Charakteren, einem unheldenhaften und eher unzwergischen Protagonisten, detailreichen Beschreibungen, vielen Handlungssträngen und einer gehörigen Portion Zwergenhumor liest, dem sei Die Rückkehr der Zwerge wärmstens empfohlen.
Anmerkung von meinem Freund: Ein bisschen ausschweifender hätte es ruhig sein können. Im Gegensatz zu den Vorgängern war es solide und gut, erreicht aber nicht ganz das hohe Niveau der "alten Reihe".
Fazit:
Zwerge, Albae, Drachen und Menschen! Machtkämpfe, Intrigen und eine gefährliche Heldenreise!
Markus Heitz kehrt ins Geborgene Land zurück. Die Rückkehr der Zwerge ist der Auftakt einer neuen Dilogie, die man gut ohne Vorkenntnisse lesen kann. Der Autor schreibt packend, detailreich und bildgewaltig mit einer Portion zwergischem Humor.
Da ich mich am Anfang von den vielen Erklärungen und unbekannten Namen etwas erschlagen gefühlt habe und eine gewisse Warmlaufzeit durchlaufen habe, vergebe ich vier Sterne auf den gängigen Portalen und eine Leseempfehlung für Fans der High Fantasy!
Ein falsches Spiel
Flame & Arrow, Band 1 - Drachenprinz von Sandra Grauer
Drachen, Elfen, Hexen, Irland und seine traumhaften Landschaften, verfeindete Clans, Verrat und Intrigen und eine sanfte Liebesgeschichte. Sandra Grauer hat mich mit ihrem Dilogieauftakt verzaubert und an die Seiten gefesselt.
Der Frieden zwischen dem Volk der Drachen und dem der Fae hing schon immer an einem seidenen Faden.
Die beiden so grundverschiedenen Völker haben sich nie wirklich vertraut. Als das fragile Friedensabkommen ins Wanken gerät und ein Krieg auszubrechen droht, wird der Thronerbe der Drachen, Aiden, zu seiner eigenen Sicherheit in die Menschenwelt ans Trinity College geschickt. Und auch Faekriegerin Kailey wird ausgesandt. Sie soll den Prinzen ausspionieren, denn die Drachen wollen angeblich ihr Herrschaftsgebiet erweitern. Doch Aiden bemerkt schnell wer, bzw. was Kailey ist und er hat einen ähnlichen Auftrag.
Sandra Grauer konnte mich mit ihrem Dilogieauftakt auf ganzer Länge überzeugen. Ihr Schreibstil ist locker, unkompliziert, jugendlich und liest sich wunderbar und total flüssig. Ihre malerischen Beschreibungen der irischen Landschaft haben richtiges Fernweh bei mir hervorgerufen. Zu gerne würde ich wie Aiden oder Sharni die beeindruckenden Weiten des Connemara Nationalpark aus der Luft erblicken, selbst wenn dies nur nach Sonnenuntergang erlaubt ist. Die Drachen müssen sich nämlich an strenge Regeln halten und überhaupt wirkt ihr Leben im Gegensatz zu dem der erhabenen Fae sehr eingeschränkt. So ist es eigentlich kein Wunder, dass es unter der Oberfläche immerzu brodelt. Doch zu durchblicken wer im Recht ist, ist nicht ganz so einfach.
Die Autorin hat sich ein unglaublich verstricktes Netz aus Intrigen, Manipulation und Verrat erdacht, dass mich immer wieder auf falsche Fährten geführt hat und mich mit einigen unvorhersehbaren Wendungen überrascht hat. Zudem hat sie das Wesen und die Natur der übernatürlichen Völker unglaublich gut herausgearbeitet. Auch wenn ich die Protagonisten nicht alle gleichermaßen mochte, wirkten sie doch sehr authentisch auf mich. Man muss einfach bedenken, dass Aiden und Kailey ihr Leben lang in eine bestimmte Richtung gedrängt wurden und ihnen ihre Denkmuster quasi anerzogen wurden.
Während mir Aiden recht schnell ans Herz gewachsen ist, was wahrscheinlich an der heißblütigen und aufbrausenden Natur der Drachen liegt, hatte ich mit Kailey tatsächlich einige Startschwierigkeiten. Sagen wir es mal so. Die Fae sind nicht gerade Sympathieträger und auch Kailey bildet da keine Ausnahme. Sie ist aalglatt, wirkt im Umgang mit ihren Mitmenschen, vorallem ihrer Zimmergenossin Cassie gegenüber ziemlich herzlos und sie handelt teilweise wirklich kopflos. Und das alles nur um ihrer Königin zu gefallen. Keine sehr guten Charakterzüge würde ich mal sagen. Aiden gefiel mir da schon viel besser, auch wenn er vielleicht manchmal etwas zu schwach und naiv rüber kam. Zum Glück für alle hat Sandra Grauer aber vorgesorgt und noch eine wirklich tolle 3. Perspektive ins Rennen geschickt. Aidens Schwester Sharni. Sharni hat sich nach und nach mit ihrer offenen und aufbrausenden Art in mein Herz geschlichen. Ja, auch Sharni ist nicht frei von Fehlern und auch sie tut Dinge, die sie besser nicht hätte tun sollen. Allerdings bringt die lebhafte Drachenprinzessin auch einen wunderbar erfrischenden Wind in die Sache und es hat Spaß gemacht aus ihrer Perspektive zu lesen.
Ganz am Anfang hab ich sie erwähnt - die Hexen. Auch dieses magische Volk spielt eine tragende Rolle und ihre Geschichte und Vergangenheit hat mich absolut fasziniert.
Und das beste kommt zum Schluss: Ein richtig gemeiner Cliffhanger! Band 2, welcher im Frühjahr 2022 erscheint, ist schon vorbestellt!
Sandra Grauer hat mich von Anfang bis Ende gefesselt und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Damit ich das nicht muss, habe ich nebenbei auch immer wieder zum Hörbuch gegriffen, welches wirklich großartig von Vanida Karun vorgelesen wird. Ich konnte der Sprecherin trotz der 3 verschiedenen Perspektiven wirklich gut und problemlos folgen und kann das Hörbuch allen Lesemuffeln wärmstens weiter empfehlen.
Fazit
Drachen, Fae und Hexen! Sandra Grauer konnte mich mit ihrer spannenden Urban Fantasy absolut begeistern. Die Geschichte steckt voller Lügen, Manipulation, Intrigen und Verrat, ist spannend und bietet unvorhersehbare Wendungen und Überraschungen, die ich nicht habe kommen sehen. Und eine sanfte, unaufdringliche Liebesgeschichte gibt es natürlich auch.
Von mir gibt's eine absolute Empfehlung, sowohl für die wunderschön gestaltete Printausgabe, als auch das Hörbuch.
Das wunderbare Hotel der Träume
Vincent und das Großartigste Hotel der Welt,1 Audio-CD, 1 MP3 von Lisa Nicol
Vincent und das Großartigste Hotel der Welt ist eines jener Kinderbücher, die man auch als Erwachsene gut lesen kann. Es ist ein Buch, das kein Alter kennt, viele magische Momente beinhaltet, aber auch unglaublich ergreifende und tiefgründige Themen behandelt. Ich habe Vincent und das Großartigste Hotel der Welt als Hörbuch gehört - ein wahrer Genuss.
Vincent ist ein ganz normaler Junge, dessen Leben sich an dem Tag ändert, an dem sein Großvater stirbt. Dieser hinterlässt ihm einen alten Schuhputzkasten - für Vincent ein Ticket ins The Grand Hotel. Vincent wird nämlich gleich an seinem ersten Arbeitstag von der 17-jährigen Florence, die in Abwesenheit ihrer Eltern das Hotel führt, als Schuhputzer eingestellt. Und das beste dabei ist, dass Vincent an seinem ersten Tag, als Gast einchecken darf, um alles kennen zu lernen.
Und was es alles im The Grand zu entdecken gibt, ist wirklich großartig. Autorin Lisa Nicol hat sich ein Schlaraffenland an Großartigkeiten erdacht. Faszinierende Orte, die sich hinter den Zimmertüren verbergen, exotische Tiere in prächtigen Gärten, Spiel und Spaß wo man nur hinschaut. Hier sind der Kreativität und der Fantasie wirklich keine Grenzen gesetzt. Eine Türe hätte Vincent jedoch besser nicht geöffnet...
Ich war erstaunt, dass sich hinter der zunächst abenteuerlichen und witzigen Geschichte so eine große Ernsthaftigkeit verbirgt. Sehr einfühlsam spricht die Autorin über Familienproblematiken, Armut und auch das Thema Krankheit. Da ist Florence, die mit 11 Jahren von ihren Eltern alleine gelassen wird und schon enorm viel Verantwortung tragen muss. Aber auch Vincent, der aus armen Verhältnissen entstammt, hat sein Päckchen zu tragen. Während seine Schwester Rose sich in ihre eigene Traumwelt als Schauspielerin flüchtet, spricht sein kleiner Bruder Thom kein Wort und benötigt Rund-um-die-Uhr-Pflege. Es ist also kein Wunder, dass mit der Anstellung im The Grand für Vincent ein großer Traum in Erfüllung geht, kann er doch so der Tristesse seines Alltags entfliehen. Außerdem, so heißt es, werden im The Grand alle Träume und Wünsche wahr.
Lisa Nicol ist es gelungen diese ganz besondere Magie mit ihrer Erzählweise einzufangen. Trotz der ernsten Themen wirkt die Geschichte an keiner Stelle erdrückend, sondern durch und durch hoffnungsvoll. Zu Beginn war ich noch von den bildgewaltigen Eindrücken des Hotels und den einzigartigen und originellen, teilweise auch herrlich schrulligen, Charakteren fasziniert. Im späteren Verlauf waren es die zahlreichen unvorhersehbaren Wendungen, die mich gespannt haben weiter hören lassen. Es gab da diesen einen Moment, an dem ich nicht mehr abschalten konnte, der mich zugegeben zunächst schockiert hat, mich aber auch dazu getrieben hat, das Buch in einem Rutsch durchzuhören. Das Ende war dann einfach nur wunderschön und so habe ich mit ganz viel Herzklopfen und einem lauten Seufzen diese phänomenale und großartige Geschichte über Freundschaft, Familie und Träume, die wahr werden können, beendet.
Fazit
Vincent und das Großartigste Hotel der Welt ist ein absolutes Herzensbuch. Jede einzelne Seite ist von Magie durchdrungen und steckt voller Faszination. Die Autorin hat einerseits eine wunderbare Wohlfühlatmosphäre erschaffen, spricht andererseits tiefgründige Thematiken wie Armut und Krankheit an. Der Spagat zwischen Leichtigkeit und Ernsthaftigkeit ist Lisa Nicol wunderbar geglückt. Und Sprecherin Sascha Icks hat die Emotionen sehr toll transportiert und mir einen richtigen Hörgenuss beschert.
Absolute Empfehlung für Jung und Alt!











