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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Im Witwenhaus

Seit dem Geschehen im ersten Band sind eineinhalb Jahre vergangen. Nun ist September und Bee Merryweather hat seit knapp einem Jahr neue Nachbarn.

Mit der jungen Lavinia versteht sich Bee einigermassen gut, nicht jedoch mit deren Mann Percy. Der tätigt geheimnisvolle Geschäfte und passt irgendwie nicht nach South Pendrick.

Aber er gibt sich auch keine Mühe. Lavinia hingegen würde gerne im Dorfleben aufgenommen werden, aber ausser mit Bee hat sie kaum Kontakte - alle haben Vorurteile gegen die Frau, die schon öfters beim Beautydoc war. Vielleicht ist ihre Geburtstagsparty im Oktober ja eine Möglichkeit, die Dorfbewohner besser kennen zu lernen und Freunde zu finden.

Denn Lavinia fühlt sich im Witwenhaus nicht wohl, der Nebel und eine Spukgeschichte tun ihr übriges, dass es so bleibt. Als Bee über eine Leiche stolpert, scheinen Lavinias Vorahnungen erfüllt. Doch es gibt noch mehr Ungereimtheiten und Percy verhält sich noch wortkarger als sonst.

Bee Merryweather hat viel zu tun mit ihrem neuen Shop - sie häkelt Eierwärmer auf Bestellung, momentan sind vor allem Weihnachtsmotive gefragt. Dass Bee die Farben der gerade zu Ende gehäkelten Bestellungen nicht mehr sehen kann, ist verständlich, wurde mir aber zu oft erwähnt. Das hätte man eleganter lösen können. Auch sonst gab es viele unnütze Wiederholungen, etwa dass Polizist David die falsche Frau liebt oder Marcus seine Frau, die ihn eigentlich verlassen hat, immer wieder bei sich aufnimmt.

Im Gegensatz zum ersten Band gab es in "Leichenschmaus im Herrenhaus" einige Längen, so dass der Spannungsbogen sehr flach blieb. Ausserdem vergeht eine - für einen Krimi - recht lange Zeit, die übersprungen wird, bis wieder etwas passiert. Das mag ich nicht so.

Dafür mochte ich, dass die Geheimnisse gut bewahrt werden. Man weiss schnell, wer Dreck am Stecken hat, bei anderen vermutet es man. Ob man damit richtig lag und was für "Dreck" das ist, erfährt man erst gegen Ende, wenn alle Geheimnisse enthüllt werden und für so manche Überraschung sorgen.

Fazit: Ein netter, aber sehr ruhiger Häkel-Krimi, da kaum Spannung aufgebaut wird.
3.5 Punkte.

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Die rettende Visitenkarte

Der Klavierspieler vom Gare du Nord von Gabriel Katz

Am Flughafen von Barcelona habe ich vor einigen Jahren das erste Mal ein Klavier gesehen, auf dem Fluggäste beim Warten spielen dürfen. Die Idee finde ich toll und es ging mir wie Pierre, als zwei junge Mädchen sehr schön spielten, diejenigen nach ihnen leider nurmehr auf die Tasten hackten...

Pierre, der Direktor des Konservatoriums, ist begeistert von dem jungen Genie und möchte mit ihm sprechen.

Doch da jagt schon die Polizei hinter dem Klavierspieler hinterher. Einige Tage später gelingt es Pierre aber einige kurze Sätze mit Mathieu zu tauschen.

Mathieu fährt Gabelstapler, hilft seinem kleinen Bruder bei den Hausaufgaben und putzt die Wohnung, in der die zwei Jungs mit ihrer Mutter wohnen. Seine Freunde Driss und Kevin sind wie er Kleinkriminelle, beide haben nur Gelegenheitsjobs. Da sind hier und da mal ein Diebstahl oder ein Einbruch für sie optimal, um - nach ihrem Gutdünken - mal zu ein wenig Geld zu kommen. Mathieu macht manchmal mit, wohl fühlt er sich nicht, aber nein sagen tut er auch nicht. Eines Tags wird ihm dies zum Verhängnis, er wird geschnappt. Da denkt Mathieu an die Visitenkarte, die Pierre ihm zugesteckt hat.

Mit solch einem prominenten Fürsprecher an der Seite landet er nicht im Knast, sondern als Putzmann im Konservatorium. Doch Pierre hat noch etwas anderes mit ihm vor: Mathieu bekommt Klavierunterricht und soll als neues Talent beim jährlichen Klavierwettbewerb teilnehmen.

Es wäre die Chance für Mathieu aus seinem Leben im Milieu rauszukommen und für Pierre die Sicherheit Direktor zu bleiben. Pierre steht unter Druck von oben, aber auch seine Ehefrau nörgelt.

Soweit die Eckdaten der Geschichte von "Der Klavierspieler vom Gare du Nord". Die unterschiedliche Welt, in der sie sich bewegen, wird sehr deutlich beschrieben. Beide Charaktere zeigen Stärken und Schwächen. Beide getrauen sich zum Beispiel nicht, sich auszusprechen und einfach mal nein zu sagen.

Es mutet ein wenig wie eine Gesellschaftsstudie an, denn so unterschiedlich sind Pierre und Mathieu nicht - trotz Altersunterschied und ihrem Background. Oft weiss man deshalb beim Beginn eines neuen Kapitels nicht, von welchem der beiden es gerade handelt, es könnten oft beide sein. Erst nach einigen Sätzen oder einer Seite wird klar, ob es nun Pierre oder Mathieu ist.

Ihre Schicksale haben mich aber nicht wirklich berührt. Zu dem Thema "Musiker/Lehrer entdeckt begabtes Kind/Jugendliche" habe ich früher einige bessere Romane gelesen. Die Geschichte wird mir zu schnell erzählt und geht nicht in die Tiefe. Das Musikspiel, das in Gabriel Katz Erzählung so kraftvoll sein soll, konnte ich nicht spüren. Dazu kommt der plötzliche, sehr schnelle Schluss - sie hätten am Ende wenigstens noch einen Döner essen gehen können.

Fazit: Interessante Charakterstudie, aber die Geschichte hat zu wenig Tiefe.
3 Punkte.

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Von A nach E

Heimelig von Blanca Imboden

Die kurze Geschichte über Nelly hat mich angelacht - ich habe bereits einige Altersheimromane gelesen (zum Beispiel die schwedische dreiteilige Rotwein-für-drei-alte-Frauen-Serie von Minna Lindgren, die irisch-französische Version von Judy Leigh oder etwas weiter gespannt der deutsche Mauersegler von Christoph Poschenrieder) und war auf die Schweizer Variante gespannt.

Schnell war ich in der Geschichte drin und konnte die Abneigung gegen das Altersheimessen und gegen weitere dortige Gepflogenheiten, die leider Gottes oft real sind, absolut nachvollziehen.

Ich konnte Nellys Entschluss - nicht in Trudis Einlegerwohnung zu leben - total verstehen, nicht aber, dass sie freiwillig ins Altersheim zieht. Für das Heim ist sie doch noch zu jung und vor allem zu zwäg beieinander. Aber ich verstehe, es brauchte dies für den Plot, zudem beruht die Hintergrundgeschichte auf Erlebnisse von Frau Imbodens Mutter.

Der Plot ist witzig, wie auch der Schreibstil von Bianca Imboden. All die Reisen und Begegnungen, die sie Nelly zukommen lässt, sind charmant und mit viel Humor wiedergegeben. Wer kann sich schon vorstellen, in zwanzig, dreissig oder vierzig Jahren auf einmal gerne und absolut freiwillig Putzlappen zusammen zu legen?

Trotz viel Amüsement gehen aber auch die lebenswichtigen, ernsten Fragen nicht vergessen: Liebe im Alter? Demenz? Sterbehilfe? Wie mit der unliebsamen Verwandtschaft umgehen?

Wie Nelly haben mir die Szenen beim Essen im Altersheim fast am Besten gefallen, natürlich mal abgesehen vom Ende des Romans. Ihre Gspännli wurden gut dargestellt, die Nörgeltante hatte ihre Auftritte genauso wie der durch Zeitungen und Radio bestens informierte Mann und und und...

Fazit: Eine heimelige und lässige kleine Tour de Suisse - lasst euch überraschen.
4 Punkte.

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Der rote Briefkasten ist zurück

Mörder unbekannt verzogen von Thomas Chatwin

Im zweiten Band der Serie um Briefträgerin Daphne Penrose, die im hübschen Fowey in Cornwall angesiedelt ist, bekommt David Goodall eine komische Nachricht von der Dorflehrerin Florence Bligh - er solle sie an einem bestimmten Steg abholen und Doktor Finch warnen. David ist beunruhigt und nimmt deswegen Hafenmeister Francis Penrose mit.

Leider kommen sie zu spät, Florence ist tot.

Etwa zeitgleich wird Daphne von einem Mountainbikefahrer böswillig angerempelt, und später wird auch Doktor Finch tot aufgefunden. Kommt dazu, dass sich Daphnes Freundin Linda sehr komisch verhält. Ist das nur Zufall oder hängen die Vorfalle alle irgendwie zusammen?

Wer der den ersten Band gelesen hat, weiss, dass DCI James Vincent andere Vorlieben hat, anstatt richtig und ausgiebig zu ermitteln. Wie gut, dass die Penroses gut in Fowey vernetzt sind und so viel mehr erfahren als Vincent, und sich auch nicht mit dem erstbesten möglichen Täter zufrieden geben. Ich mag das Ermittlerpaar, die durch ihre Berufe in der Gegend gut bekannt sind und von allen geschätzt werden.

Ich mochte schon den ersten Band und bin auch schnell dem zweiten Teil verfallen. Viele Geheimnisse werden enthüllt, der Autor Thomas Chatwin macht es spannend. Dann lässt er uns Leser noch mit einem witzigen Cliffhanger schadenfreudig zurück - wer sich da nicht auf Band 3 freut, dem ist nicht zu helfen.

Am Ende des Buches hat Thomas Chatwin einige Ausflugsorte in Cornwall aufgelistet. "Mörder unbekannt verzogen" gehört deshalb wie auch der erste Band unbedingt in den Koffer bei einer Cornwall-Reise.

Fazit: Gelungene unterhaltende und humorvolle Krimi-Unterhaltung.
4 Punkte.

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Auch im Sommer erfrischend zu lesen

Winter im kleinen Brautladen am Strand von Jane Linfoot

Obwohl mir Band 1, "Der kleine Brautladen am Strand", wegen Poppys ewiger Plauderei nicht gefiel, griff ich zum zweiten Band. Die Idee mit dem Brautmodeladen gefällt mir und Sera fand ich im ersten Band schon sehr interessant und geheimnisvoll - ich wollte mehr über sie erfahren.

Seras Schwester Alice heiratet.

Alice plant ihre Hochzeit bereits seit drei Jahren aufs genaueste. Doch zwei Wochen zuvor kann sie ihre Arbeit nicht liegen lassen und beauftragt Alice, die Vorbereitungen der beiden Trauzeugen zu beobachten und zu helfen.

Schnell wird klar, dass vieles nicht so machbar ist wie Alice das gerne hätte. Sera muss nun viel organisieren, zusammen mit dem einen Trauzeugen Quinn. Ein Womanizer, der nur zu oft verpeilt ist. Sera hingegen muss ihr Rückzugsort, ihr Atelier, verlassen und ihm unter die Arme greifen. Sie ist hin- und hergerissen von Quinn. Aber der zweite Trauzeuge Johnny macht einen Strich unter Quinns Vorhaben und mischt sich die ganze Zeit ein. Sera ist genervt, denn Johnny und sie kennen sich von früher. Damals hätte mehr draus werden können, aber Johnny hat sich nicht mehr gemeldet. Er ist also genau der richtige, der über Quinns Unzuverlässigkeit lästert.

Neben dieser Dreiecksgeschichte geht es aber immer noch um die Hochzeitsvorbereitungen, die sehr turbulent ablaufen. Ausserdem fehlt auch kurz vor der Hochzeit noch der Bräutigam, das Hochzeitskleid passt nicht mehr und und und... Alle stehen kurz vor dem Verrücktwerden, doch die Hochzeit muss über die Bühne gebracht werden.

Dieses Mal ist es Jane Linfoot gelungen, eine schlüssige Geschichte zu verfassen, die mir gefiel. Sera ist ein toller Charakter. Stimmig wird ihr Leben erzählt, nicht nur ihr Liebesleben, auch die bisher schwierige Schwester-Beziehung wird geklärt.

Poppy hält sich hier angenehm zurück, redet zum Glück nur das Nötigste. So wie sie hier daherkommt, ist sie mir viel sympathischer als im ersten Band. Rafe und die Feuerwehrmänner springen auch hier wieder überall ein, wo Hilfe benötigt wird und auch Jess beweist, wieso ihr kleiner Brautladen so erfolgreich ist.

Wer mit dem ersten Band nicht klar kam, so wie ich, dem kann ich den zweiten Band empfehlen. Auch wenn man mit pompösen Hochzeitsgeplane nichts anfangen kann, liest sich die Story doch locker und lustig weg.

Ein bisschen Cottage, ein bisschen englisches Herrenhaus - für alle ist was da.

Fazit: Ein turbulenter Weihnachtsroman, der auch im Sommer total erfrischend ist.
4 Punkte.

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Ein emotionaler Fall für Isabelle

Madame le Commissaire und der tote Liebhaber von Pierre Martin

Der Klappentext verrät es bereits - Bürgermeister Thierry überlebt den sechsten Band nicht. Ich war schon ein wenig geschockt, als ich das las. Ein zentraler Charakter, der aus der Serie geworfen wird. Das ist fast ein wenig so, wie wenn bei TV-Serien Schauspieler, die die Serie verlassen wollen, verunfallen oder ermordet werden.

Madame le Commissaire, Isabelle Bonnet, ist auch geschockt. War Thierry doch längere Zeit ihr Geliebter. Alles in diesem Band dreht sich um die Frage, wer Thierry auf dem Gewissen hat. Natürlich hat auch Balancourt wieder einen kleinen Auftrag für Isabelle parat.

"Madame le Commissaire und der tote Liebhaber" kommt eher gemütlich als spannend daher, gerade wenn man als aufmerksamer Leser schnell merkt, in welche Richtung Isabelle und Apollinaire eigentlich ermitteln sollten. Trotzdem wurde ich gut unterhalten, mich störte nur folgendes wirklich:

Gegen gelegentliche französische Ausrufe habe ich nichts, aber etwas dagegen, wenn mit französischen Begriffen nur so um sich geworfen wird, wie in diesem sechsten Band. Wenn man der Sprache mächtig ist, liest man beides hintereinander, einmal auf französisch, einmal auf deutsch - das nervt, weil es hier die ganzen 352 Seiten hindurch so geht.

Es empfiehlt sich, die Serie in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da jeder Fall auf den anderen aufbaut. Einiges aus den ersten Bänden wird zwar am Anfang wiederholt, was für Neueinsteiger hilfreich sein kann, dennoch bleiben ihnen viele Wissenslücken. Für treue Leser, die die Serie seit dem ersten Band an verfolgen, ist solch eine Zusammenfassung nicht notwendig.

Fazit: Ein sehr emotionaler Fall für Isabelle Bonnet - gut, aber die viel zu oft verwendeten französischen Begriffe sind unnötig.
4 Punkte.

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Es wird brenzlig

Je kälter die Asche von Mary Ann Fox

Ende des dritten Bandes hat es mit Sam und Mags endlich geklappt. Doch ihr Besuch bei ihm in Oxford verläuft nicht so wie geplant und Mags vermisst zudem Rosehaven.

Wieder zurück zu Hause erfährt sie von einem Gartenbau-Wettbewerb. Auf dem stillgelegten Geländer einer Zinnmine soll ein Besucher-Garten eröffnet werden.

Kaum weiss Mags davon, hat sie tolle Ideen und beschliesst, sich anzumelden. Hilfe wird ihr auch gleich angeboten - von einem zurück gezogen lebenden Mann, der noch nicht so lange in Rosehaven wohnt und dessen Identität Mags noch überraschen wird.

Plötzlich brennt es in der alten Mine, eine Leiche wird gefunden. Und auch die Wettbewerbsteilnehmer leben gefährlich. Wer in Drabstock will verhindern, dass das Areal für Besucher zugänglich gemacht wird? Mags beginnt nachzuforschen, ein wenig sogar im Auftrag der Polizei, doch wer sie kennt, weiss, dass Mags sich nicht immer an die Auflagen hält.

"Je kälter die Asche" an sich ist stimmig und interessant und lädt zum Miträtseln ein.

Es hat nichts mit dem Fall an sich zu tun, der kommt nämlich gut ohne Sam aus. Aber mich störte, dass ein Vorfall, der ihn betrifft, hätte diskutiert werden müssen, damit die Sache in Oxford Sinn macht. Leider blieb die Erklärung aus.

Ich freue mich bereits auf den vierten Teil, in dem dann hoffentlich endlich die Geschichte um Mags Mutter erzählt wird.

Fazit: Ein gefährlicher, aber schlüssiger dritter Fall für Mags Blake.
4 Punkte.

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Lagarde ermittelt auswärts

Der Kommissar und die Toten von der Loire von Maria Dries

"Der Kommissar und die Toten von der Loire" ist bereits der zehnte Fall der Krimiserie von Maria Dries.

Auch hier ermittelt Lagarde nicht in seiner Wohngemeinde, sondern wird als Einsatzleiter an einen Tatort geschickt. Einerseits gibt sich die Autorin so mehr Möglichkeiten die Fälle abwechslungsreich zu gestalten, andererseits vermisse ich als Leser das alte, bewährte Team von Barfleur.

Es ist schade, nicht zu wissen, wie es den lieb gewonnenen Figuren aus den ersten Bänden ergeht.

Nichtsdestotrotz ist auch der zehnte Fall sehr spannend geschrieben und zum Miträtseln geeignet. Wie so oft verstecken sich einige persönliche Dramen in der Geschichte, was die Fälle interessant macht. Auch wenn man zu Beginn denkt, die eine oder andere Person könnte verdächtig sein - was genau dahinter steckt und ob sie überhaupt mit dem Fall zu tun haben, erfährt man erst gegen Ende des Kriminalromans.

In "Der Kommissar und die Toten von der Loire" freut sich die diensthabende Polizistin vor Ort, Yvonne Martel, gar nicht darüber, dass sie einen auswärtigen Kommissar vor die Nase gesetzt bekommt und will erst gar nicht mit ihm zusammen arbeiten. Als sie Lagarde kennenlernt, tut sie es dann aber doch, denn sie ist schnell von seinem wohlwollenden Wesen überzeugt.

Der Fall ist happig: ein Bogenschütze tötet auf Schlössern an der Loire. Zuerst gehen die Ermittler von einer Einzeltat aus, doch als auf einem benachbarten Schloss jemand auf dieselbe Art ums Leben kommt, wird nach Verbindungen gesucht, die es aber kaum gibt. Erst durch aufmerksame Zeugen nähern sich Philippe und Yvonne der Lösung des Falles.

Fazit: Ein - wie immer - interessanter und unterhaltender Fall für Philippe Lagarde.
4 Punkte.

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Urlaub! Oder doch nicht?

Tod in Porto von Mario Lima

Ich freute mich riesig auf den zweiten Band der Fonseca-Serie! Da der Autor den ersten Band "Barco Negro" noch selbst veröffentlicht hat, war ich gespannt, wie die Zusammenarbeit mit dem Heyne Verlag gefruchtet hat.

Fonseca und sein Team freuen sich auf den bevorstehenden Urlaub oder zumindest auf einige ruhige Sommertage.

Doch daraus wird nichts, denn mitten in der Nacht wird ein Mann erschossen. Keine Zeugen, kein Motiv. Rui Pinto hat den Toten aber schon öfters gesehen in seinem Quartier, zusammen mit zwei weiteren Männern und einer verschüchterten hübschen Halbjapanerin. Bald stellt sich heraus, dass diese Männer allesamt Brasilianer sind - doch wieso weilen sie in Porto?

Die Polizei merkt schnell, dass die Arbeitskollegen und Bekannten des Toten es allesamt mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Das Team ermittelt in verschiedene Richtungen und kommt dem Grund des Verbrechens immer näher.

Ein verzwickter Fall, bei dem jeder Ermittlungserfolg schnell wieder getrübt wird oder sich andere Möglichkeiten eröffnen. Die Zusammenarbeit zwischen Fonseca, Pinto, Ana und Dinis wird immer besser. Ana ist mittlerweile vollständig integriert und muss sich keine Sticheleien mehr anhören. Ein tolles Team, von dem ich gerne mehr lesen würde.

Doch so richtig packen konnte mich der Krimi nicht. Das Hauptthema "Brasilianische Unterwelt" hat mich dafür viel zu wenig interessiert. Der Krimi könnte damit fast überall auf der Welt spielen, jedenfalls in den Teilen, in denen Portugiesisch gesprochen wird. Ich fand es sehr schade, dass kein näherer lokaler Bezug zu Porto hergestellt wurde wie im ersten Band "Barco Negro" - der mit Fado und Abstechern in die portugiesischer Geschichte herausragend war.

Keine Frage, "Tod in Porto" ist spannend und ausgeklügelt, aber gefällt mit den Übeltätern aus mafiösen Strukturen wohl eher Krimilesern und weniger den Leserinnen.

Fazit: Ein komplexer Fall für ein tolles Ermittlungsteam, bei dem mir im Gegenteil zum ersten Band das Lokalkolorit fehlt.
3.5 Punkte.

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Weniger wäre mehr

Wild at Heart - Willkommen im Hotel der Herzen von Sanders Anne

"Wild at Heart - Willkommen im Hotel der Herzen" ist der erste Band einer zweiteiligen Serie. Wie der Titel schon sagt, dreht sich hier alles um ein kleines Boutique-Hotel in Port Magdalen, einer kleinen fiktiven Insel in Cornwall. Gretchen führt nach dem Tod ihres Mannes das Hotel zusammen mit ihrem Schwiegervater Theo, und hat eine sechszehnjährige Tochter, Nettie.

Zum Hotel gehört ein Kater namens Sir James, ein Esel und ein Frettchen.

Nicht alle Gäste sind begeistert von den Tieren. Besonders der amerikanische Autor Harvey Hamilton mag sie nicht. Aber er mag auch sonst nichts. Weder das hübsche Zimmer noch die grössere Suite, noch die Hotelbesitzer. Blöd gelaufen, denn Nettie und ihr Freund Damien, der jedes Jahr mit seinen Vätern im Hotel zu Gast ist, wollen Gretchen mit Harvey Hamilton verkuppeln. Doch nichts läuft wie sie geplant haben.

Wenn sie wüssten, dass Gretchen ihre Gedanken ganz woanders hat - wenn nicht beim Hotelalltag, der oft mit vielen Katastrophen abläuft, dann bei Nicholas. Doch niemand darf davon wissen, noch nicht. Auch Theo hat ein paar Geheimnisse. Im Schuppen tüftelt er an seinen Erfindungen herum, wenn er sich nicht gerade mit seinem alten Freund Bruno fetzt oder seinen Charme bei den Gästen ausspielt.

Ganz schön viel los im Hotel der Herzen. Nicht nur für Gretchen ist der Hotelbetrieb samt sämtlichen persönlichen Befindlichkeiten eine Herausforderung, auch für die Leser. Irgendwie ist einfach immer viel zu viel los, so dass es kein Platz hat für tiefere Emotionen.

Die Figuren bleiben alle oberflächlich, obwohl viel Potential da wäre. Gretchen wirkt immer gehetzt, zu ihr konnte ich gar keine Verbindung aufbauen. Nettie ist okay, aber auch sie hätte irgendwann merken können, dass ihre Kuppelei keine gute Idee ist. Bei Theo war ich mir nicht sicher, ob er langsam dement wird oder einfach ein wenig zerstreut ist - und woher kann er eigentlich Yoga? Die Hotelangestellten fand ich interessant, aber auch bei ihnen blieb vieles oberflächlich und nicht zu Ende erzählt.

Genau wie im Rest des Romanes, wo zwischendurch und auch am Ende einiges offen bleibt. Zum Beispiel glaubt Harvey jemanden von früher zu kennen (nachdem er sich nicht an seine Romaninhalte und erst auch nicht an einen früheren Aufenthalt hier erinnern konnte - ein komischer Kauz) und macht ein Drama draus, denn die besagte Person will davon nichts wissen. Ich denke, dass es sich dabei um eine Verwechslung handelt und hätte gerne beim Ende des ersten Bandes gewusst, was tatsächlich dahinter steckt.

Für Leser ist es unbefriedigend, wenn derart vieles offen bleibt. Man weiss nicht, ob alles offen gebliebene im zweiten Teil aufgelöst wird, oder die Dinge bewusst so stehen gelassen werden. Vielleicht wäre es besser, man läse die beiden Teile direkt nacheinander, damit man die ganze Geschichte auf einmal bekommt und eventuelle Figurentwicklungen nachvollziehen kann.

Autorin Anne Sanders, die sonst tolle Romane schreibt, konnte mich mit "Wild at Heart" deshalb nicht begeistern. Von einem "Hotel der Herzen" hätte ich mehr Storys wie die von Polly und Robert erwartet. Ihre Geschichte geht total zu Herzen und so hoffe ich nun, dass im zweiten Band mehr davon aufwarten und alles - für alle - ein gutes Ende nimmt.

Fazit: "Weniger wäre mehr" - weniger Figuren, mehr Emotionen und mehr abgeschlossene Gästegeschichten und ich wäre glücklicher mit der Lektüre.
3.5 Punkte.

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