Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Das Leben der Hotelgäste
Das kleine Glück am Weihnachtsabend von Sheila O’Flanagan
Als ich "Das kleine Glück am Weihnachtsabend" sah, dachte ich, es handle sich um einen netten Weihnachtsroman. Umso überraschter war ich, als ich merkte, dass dabei die Lebensgeschichten der aktuellen Hotelgäste erzählt wird, und weshalb sie gerade jetzt zwei oder mehr Tage in der Sugar Loaf Lodge verbringen.
Sie alle werden schönere Weihnachtstage haben als erhofft. Auch die Mistelzweige vom Cover kommen am Ende zum Einsatz.
Ein roter Faden ist zwar gegeben und die Grundgeschichte mit dem angeblichen Geist des Hotels fand ich ganz nett. Mir waren aber die vielen Gäste-Geschichten zu viel, auch wenn die Autorin immer wieder Verbindungen schafft.
Durch die vielen Lebensgeschichten empfand ich es nicht als typischen Weihnachtsroman - er endet einfach an Weihnachten - und denke, man kann den Roman das ganze Jahr über lesen.
Sheila O'Flanagans Schreibstil gefällt mir. Auch wenn ich von diesem Roman etwas ganz anderes erwartet habe, werde ich ihre anderen Bücher, wovon eins auf meinem SuB wartet ("Helle Nächte am Meer"), sicher noch lesen.
Fazit: Anders als erwartet, stellenweise zu langatmig (einen halben Punkt Abzug deswegen), aber dennoch gut geschrieben.
3.5 Punkte.
Wind, Liebe und andere Schwierigkeiten
Windstärke Liebe von Jana Lukas
Schon länger bin ich auf die Romane von Jana Lukas aufmerksam geworden - ich gestehe, aufgrund der Cover. Aber auch der zweite Blick auf die Inhaltsangabe lohnte sich.
Drei Romane hat Jana Lukas bereits bei Heyne veröffentlicht, "Windstärke Liebe" ist ihr neuestes Schreibwerk. Und das hab ich zuerst gelesen.
Die Geschichte um Clara, die sich zeitgleich um ihre Grossmutter kümmern möchte und ihre jüngere Schwester aufs Auge gedrückt bekommt, hat mir gut gefallen.
Clara reist also gezwungenermassen mit der stark pubertierenden Sophie an den Bodensee. Clara kümmert sich um Sophie, um die im Spital liegende Grossmutter Charlotte, deren Haus, deren Katze und deren Zitronenbaum. Ausserdem um sich selbst, denn sie braucht dringend einen Job - zum Glück findet sie bald einen, wenigstens eine Sorge weniger. Nur findet sie in dem ganzen Chaos keine Ruhe und keine Inspiration für ihre eigene Goldschmiede-Kollektion.
Charlottes Nachbar Justus erschreckt Clara zwar gleich am ersten Abend, doch langsam freunden sich die beiden an. Auch Sophie würde in Anton einen gleichaltrigen Freund finden, wenn sie es zulassen würde, aber Sophie zickt gehörig rum. Ihr hätte ich gehörig den Kopf gewaschen, denn Clara ist nicht ihr Feind. Im Gegenteil: Clara macht, dass es allen so gut wie möglich geht und verdient auch das Geld, das Sophie zum Leben braucht. Bis Sophie das merkt, Charlotte wieder zuhause ist, die dritte Schwester Lena von ihren Ideen überzeugt, Justus Familienprobleme gelöst werden und auch Clara endlich wunschlos glücklich und wieder inspiriert ist, vergehen kurzweilige und schnell zu lesende 400 Seiten.
Toll finde ich die Szenerie am Bodensee. Er kommt in der Literatur viel zu kurz und sollte öfters Schauplatz sein. Der Bodensee verleiht der Story ein Sommerferien-Feeling und wird von den Protagonisten rege für Aktivitäten genutzt.
Man könnte natürlich kritisieren, zickige Pubertierende und kranke Omas in einem Roman zu verbraten, sei keine neue Idee. Stimmt, das ist es nicht. Aber die Kunst besteht darin, aus 0815-Situationen etwas Neues zu machen und diese Geschichten so zu schreiben, dass sie eben herausstechen und weder langweilen noch allzu nervende Figuren beinhalten. Genau das ist Jana Lukas in "Windstärke Liebe" gut gelungen.
Ich freue mich, nun auch bald die beiden anderen Romane der Autorin zu lesen. "Windstärke Liebe" macht auf jeden Fall Lust dazu.
Fazit: Diese schöne und gut unterhaltende Geschichte hab ich sehr gerne gelesen.
4 Punkte.
Im Märchenland
Land of Stories: Das magische Land - Eine düstere Warnung von Chris Colfer
Ich mag die "Land of Stories"-Bücher und freute mich, endlich den den dritten Band in der Hand zu haben und die interessante Geschichte, in der allerlei Märchenfiguren auftauchen, zu lesen.
Nachdem Alex Bailey sich im letzten Band dazu entschlossen hat, im Märchenland zu bleiben, und Conner mit ihrer Mutter und seinem Stiefvater zurück in die Anderswelt gereist ist, hat er von der Schulleiterin eine einmalige Chance bekommen: Er darf mit ihr und ein paar anderen Schülern nach Deutschland reisen!
Denn in der Freien Universität Berlin hat man eine Zeitkapsel gefunden, in welcher drei bisher völlig unbekannte Märchen der Brüder Grimm waren.
Auf einer Veranstaltung werden diese Märchen zum ersten Mal erzählt. Dabei findet Conner heraus, dass das Märchenland von einer grossen Gefahr bedroht wird. Er versucht seine Schwester Alex zu kontaktieren und erreicht schliesslich Mutter Gans.
Danach gelangt Conner durch ein Portal in die Märchenwelt und merkt, dass die Grande Armée aus Napoleons Zeiten das magische Land übernehmen will. Gemeinsam müssen sie alle versuchen, das Land der Märchen vor seiner grössten Katastrophe zu schützen.
Dieser dritte Band der "Land of Stories"-Serie ist gut und spannend geschrieben, und hat wie die zwei vorherigen Bände echtes Suchtpotenzial und ein wunderschönes Cover.
Die Hauptfiguren konnten mich auch in "Eine düstere Warnung" wieder begeistern: Alex, weil sie schlau ist und ein grosses Herz hat, und Conner, weil er so witzig ist und mich immer wieder zum Lachen bringt.
Fazit: Sehr spannend, man kann nicht anders, als um alle zu bangen und zu hoffen, es möge bitte, bitte gut ausgehen. Ich bin schon mega gespannt auf den nächsten Band.
5 Punkte.
Rezension von @buacherherz (13 Jahre alt)
Gärten und Gemälde
Je länger die Nacht von Mary Ann Fox
Ich freute mich auf diesen vierten Band, den hier sollte nun endlich das Geheimnis um Mags Mutter erzählt werden.
Geschildert wird die geheimnisumwitterte Story um die verschollene Mutter nun tatsächlich - gleichzeitig werden aber auch Einzelheiten zum Tod von Mags Vaters enthüllt.
Bei einem Ausflug des Gartenvereins zum Watergate Museum of Fine Arts wird Mags von einem Mann angesprochen.
Als er die Ähnlichkeit von Mags zu ihrer Mutter bemerkt, erschrickt er und fährt weg, noch bevor Mags mit ihm reden kann. Seine Identität findet sie bald heraus, doch das hilft nur bedingt weiter. Immerhin findet Mags weitere wertvolle Hinweise auf ihre Mutter, die Mags und Sam unter anderem nach London führt, bis sie am Schluss das Geheimnis lüften können.
Mags kann sich auf ihre Freunde verlassen und so trifft man auch hier auf Miss Clara, Journalist Bob Conner, Sergeant Mary Shifter und Inspector Eric Johnson, die viel zum Lösen des Geheimnis beitragen.
In "Je länger die Nacht" stehen für einmal nicht nur interessante Gärten und Gartenbau im Vordergrund, sondern auch Gemälde. Der Krimi von Mary Ann Fox ist durch das Einbeziehen von Kunst sehr interessant.
Das Verfolgen der Spuren ihrer Mutter ist spannend geschildert. Mary Ann Fox Schreibstil ist wie immer angenehm zu lesen und so ist man schnell durch mit Lesen dieses kurzen - nur gerade mal 231 seitigen - Cosy-Krimis.
Einzig am Schluss hätte ich mir aber noch etwas mehr erhofft, um eins der Themen endgültig abzuschliessen. Das wird dann hoffentlich im Juli der Fall sein, wenn Band 5 erscheint.
Fazit: Ein interessanter Krimi, in dem Mags endlich die Wahrheit über ihre Mutter herausfindet.
4 Punkte.
Handlung in den Rahmen gepresst
Der kleine Buchladen der guten Wünsche von Marie Adams
Ein Buch über Bücher und Buchhandlungen - exakt mein Beuteschema. Weil ich den Vorgängerroman "Das Café der guten Wünsche" von Marie Adams bereits kenne und mochte, freute ich mich auf den Buchladen.
Doch schnell wich meine Euphorie einer Enttäuschung. Vor kurzem hatte Josefine noch mit ihrer Tante Hilde Kontakt und wusste, dass sie eine Routine-Operation vor sich hat.
Als nächstes erreicht Josefine die Todesanzeige. Wie Josefine vom Tod ihrer Tante unterrichtet wird, finde ich total unglaubwürdig. Als Familienmitglied wird man vom Spital verständigt, zumindest hätte die Bezugsperson vor Ort doch erst mal angerufen und alles weitere zusammen geplant. Aber nix da, Josefine wird - ohne ihre Eltern - einfach nur zur Beerdigung eingeladen und erfährt dort vom Testament.
Diese unlogischen und an den Haaren herbeigezogenen Szenen störten mich den ganzen Roman über, auch wenn sie später keine Rolle mehr spielen. Es schien, als ob die Handlung irgendwie in einen Rahmen gepresst wird, damit es passt.
Josefine führt zusammen mit ihrem Partner Mark - den ich nicht ausstehen konnte - eine Buchhandlung in Köln. Die beiden brauchen Geld, also versucht Josefine das Erbe anzutreten. Die nächsten Monate lebt sie nun in der Rhön, wohnt im Haus von Tante Hilde und arbeitet in der Buchhandlung. Doch auch hier warten Komplikationen: die Strassenzeile der Buchhandlung soll verkauft werden, der Bürgermeister macht Druck und Nachbar Johannes, mit dem Josefine früher die Ferien verbrachte, stellt sich komisch an. Alsbald fliegen nicht nur seine Bienen aus, sondern auch Funken zwischen den beiden ehemaligen Freunden.
Weswegen Johannes sich so komisch verhält, wird im Laufe der Geschichte, die einige Geheimnisse verbirgt, erläutert.
Der Roman ist okay, mehr leider nicht. Er hat mir bei weitem nicht so gut gefallen wie "Das Café der guten Wünsche". Im kleinen "Buchladen der guten Wünsche" geht es mehr ums Überleben der Buchhandlung als um die speziellen Wünsche. Die kamen mir zu kurz. Ich glaube, es hätte mehr Sinn gemacht, die hier ganz wegzulassen und das Augenmerk auf die vielen anderen Dinge zu lenken. Ausserdem weckt der Titel Erwartungen, die die Geschichte nicht erfüllen kann.
Fazit: Die Geschichte ist okay, man muss aber über einige Schnitzer hinwegsehen können. Mir gelang das leider nicht und deshalb gibts auch nur knappe 3.5 Punkte.
Übertrieben witzig
Happy End für zwei von Winters Rachel
Der Klappentext hörte sich toll an, nach einer witzigen und romantischen Geschichte. Ich mag Filme mit Hugh Grant und so dachte ich, der Roman könnte in diese Richtung gehen.
In Rachel Winters Debütroman schliesst Evie Summers mit Autor Ezra Chester einen Deal: Evie stellt sogenannte "magische" Filmmomente nach - ihr wisst schon "Tatsächlich Liebe", Hugh Grant und so weiter - in denen sich die Figuren verlieben.
Ihre Erlebnisse schreibt sie auf und schickt sie an Ezra, der endlich aus den Puschen kommen und sein Drehbuch, für das er schon viel Geld bekommen hat, abliefern soll. Noch drei Monate gibt ihm die Produktionsfirma Zeit, sonst muss er und auch die Agentur, bei der Evie arbeitet, das Geld zurückzahlen.
Ezra ist ein fauler Hund. Evie dagegen gibt sich grösste Mühe, denn ihr Job steht auf dem Spiel Doch beim Nachstellen der Szenen geht immer etwas schief. Auch in ihrem Lieblingscafé versucht sie ihr Glück, ohne zu wissen, dass sie von Anette und ihrem Vater beobachtet wird.
Am Anfang fand ich die Story noch interessant. Doch Evies unzählige Missgeschicke sind schnell ermüdend und wirken langweilig. Es sind eindeutig zu viele zu nachstellende "magische Momente" dabei und der zweite Erzählstrang mit Annette und Ben, die Evie in einem Café kennenlernt, ist zu voraussehbar. Das ewig zu lesende "S.N.O.B" - so wird Ezra von Evie und ihren Freunden genannt - nervt brutal. Wäre einfach nur Snob gestanden, wäre es wahrscheinlich eine Spur angenehmer zu lesen, aber gross und mit Punkten geschrieben und dies auf praktisch jeder Seite ist mühsam und spätestens ab dem vierten Mal lesen nicht mehr witzig, sondern nur nervig.
Evies Freunde hatten eh alle einen an der Schüssel, sie unterhalten sich zu 90% per Gruppenchat, der praktisch immer gleich ablief. Evies Chef Monty ist ein Idiot, der nichts kann, sich aber aufspielt. Die erste Szene mit ihm fand ich schon furchtbar übertrieben und aufgesetzt. Es hätte nicht viel gebraucht und ich hätte in der Mitte des Romans die Lektüre abgebrochen, denn ich mochte keine einzige Figur.
Am besten gefielen mir noch die Szenen mit Annette und Ben. Betreffend Annette muss ich am Anfang wohl etwas überlesen haben. Aber obwohl ich die ersten Szenen nochmals nach gelesen habe, fand ich diese fehlende Erklärung nicht. Somit wirkte auch ihre Geschichte nicht ganz rund.
"Happy End für zwei" entpuppte sich leider als übertrieben witzig und kein bisschen romantisch. Wer was ähnlich "filmreiches", aber viel besser Umgesetztes lesen will, greife bitte zu Ali McNamaras "Tatsächlich Liebe in Notting Hill".
Fazit: Die Idee ist toll, umgesetzt aber schlecht - ein oberflächlicher, übertrieben witziger und deshalb extrem langweiliger Roman.
2 Punkte.
Skisport für alle - zwei Frauen setzen sich dafür ein
Lottes Träume von Beate Maly
Auf diesen historischen Roman wurde ich aufgrund der Teilnahme der Autorin an der lit.Love aufmerksam. Das Thema und das tolle und passende Cover des Romans - Skifahren in den Anfängen - hat mich neugierig gemacht, darüber habe ich noch nie in einem Roman gelesen.
Da ich mit vielen Bergen ringsherum aufgewachsen bin und schon als kleines Kind auf den Skiern stand, Skifahren am schulfreien Nachmittag unsere Winterbeschäftigung war, wollte ich gerne mehr darüber wissen, wie das war, wenn man um die Jahrhundertwende Skifahren wollte.
Für Männer war Wandern, Bergsteigen oder Skifahren ein sehr seltener Sport. Erst recht für die Frauen. Skifahren konnte man höchstens, wenn man in den Bergen und in einem fortschrittlichen Haushalt lebte. So wie Lotte Seidl, die von ihrem Vater, einem Lehrer, jeglichen Bergsport erlernte. Nach seinem Tod hält Lotte nicht viel in Mürzzuschlag und reist mit der Adresse eines Sportladens in der Tasche nach Wien.
Eigentlich wird dort keine neue Verkäuferin gesucht, doch Lotte mischt sich in ein Verkaufsgespräch ein - und hat den Job in der Tasche. Doch so einfach ist weder das Leben in Wien noch die Arbeit. Lottes Chefin Mizzi Langer-Kauba, ein historisches Vorbild übrigens, ist streng und meistens unnahbar, hat aber fortschrittliche Ideen. Mizzi merkt schnell, dass Lotte die Person ist, die ihr helfen kann, den Skisport in ihrem Geschäft und in Wien gesellschaftstauglich zu machen. Lotte punktet durch ihr Wissen und ihre Erfahrung ("in Röcken Skifahren ist zu gefährlich - auch Frauen brauchen Hosen"), doch das bringt auch Neider auf den Plan. Mizzi Langer-Kauba erwartet viel von ihren Angestellten, von denen ihr nicht alle wohlgesonnen sind.
Lotte lernt nicht nur den Bettlerjungen Fritz kennen, sondern auch Jakob, einen jungen jüdischen Arzt, der sich für seine kleinen Patienten nach Sicht seines Chefs viel zu stark einsetzt. Jakob mag die unabhängige Lotte und beide kommen sich näher, doch er verschweigt ihr etwas.
Der Roman wird in zwei Ebenen erzählt. In der einen geht es um Lotte und alles was mit dem Bergsportgeschäft und Skifahren zu tun hat. In der anderen begleiten die Leser Jakob zur Arbeit ins Kinderspital und nach Hause zu seiner reichen Familie.
Autorin Beate Maly hat in "Lottes Träume" viel reingepackt. Sie schildert lebendig die Gesellschaftsordnung im beginnenden 20. Jahrhundert und so begegnen die Leser Waisen- und Bettlerkinder, Fabrikarbeiterinnen, Hausangestellten, Verkäuferinnen, Ärzten und Unternehmern. Man bekommt die Sorgen und Ängste der Figuren aus allen Schichten hautnah mit und spürt leider auch den langsam aufkommenden Judenhass, der aber mit tollen Gesprächen über verschiedene Religionen und ihre Feste und Traditionen einhergeht.
Die Charaktere sind ebenso vielfältig wie die verarbeiteten Themen: Jakobs Schwester zum Beispiel versucht sich als Künstlerin, versucht ihr Leben unabhängig und nicht als wohl behütete Tochter zu leben; Mitzi Langer-Kauba war ihrer Zeit voraus, dennoch war sie mir oft zu tyrannisch; Klara, die all ihr hart verdientes Geld ihrer Familie bringt.
Während dem Lesen hatte ich die ganze Zeit Beate Malys Stimme mit Wiener Dialekt im Kopf. Ihre Lesung an der lit.Love war toll - und überzeugte mich definitiv zum Lesen ihres Romans. Seither denke ich, dass das einzige Buch, das ich jemals als Hörbuch hören könnte, "Lottes Träume" wäre, aber dann von ihr gesprochen! Ihr Schreibstil ist wie ihre Stimme: sympathisch und fesselnd.
Obwohl die Autorin sehr viele Themen in die 544 Seiten des Romans packt, wirkt die Geschichte nicht überladen. Im Gegenteil, alles passt perfekt und ungezwungen in die Geschichte hinein und überrascht immer wieder mit kleinen, teilweise zwar voraussehbaren, Twists und wird mit einer feinen Liebesgeschichte geschmückt.
Einzig der Titel hat einen Mangel, "Lottes Leben" wär treffender gewesen, denn Träume hat sie keine. Zumindest kommen keine zur Sprache, Lotte ist mit dem Leben an sich schon genug beschäftigt.
Mir hat es Spass gemacht, den Roman zu lesen und ich freue mich bereits jetzt auf mehr. Denn von "Lottes Träume" wird es einen zweiten Band geben. Ich kann das Buch nicht nur Skifans empfehlen, sondern auch allen die gerne spannende historische Romane lesen, die mit viel Wissenswertem gespickt sind.
Das Buch gehört im Winter gelesen, vielleicht sogar im Skiurlaub. Ein passenderes Winterbuch gibt es selten.
Fazit: Absolut empfehlenswerte Winterlektüre, die uns Wien um 1904 und die Anfänge des Skisports für jedermann näher bringt.
5 Punkte.
Spannend, aber...
Meine Hand in deiner von Marie Force
Dass Wade von Mia fasziniert ist, weiss man bereits aus den ersten Bänden der Serie. Schön, dass ihre Geschichte nun auch erzählt wird.
Mia sitzt eines Tages vor Wades Haus und braucht Hilfe. Dringend. Was ihr widerfahren ist, lässt niemand kalt. Wer die Abbotts kennt, weiss, dass Mia geholfen wird; auch wenn die Familie sich am Anfang nicht sicher ist, ob Wade sich nicht verrennt.
Vom Inhalt, beziehungsweise der Grundgeschichte her, wäre dieser neunte Band am spannendsten. Potential wäre da. Ich wartete gespannt auf mehr explosive Elemente als schlussendlich geliefert wurde. Deshalb bleibt auch "Meine Hand in deiner" wie die Vorgänger sehr harmonisch, das Drama bleibt in Mias Vergangenheit. Ein bisschen mehr Gefahrenlage wäre schön gewesen und hätte für Abwechslung innerhalb der Serie gesorgt.
Trotzdem bringt Autorin Marie Force doch einige Überraschungen mit, so dass der Roman nicht langweilig wird. Leider ist er aber stellenweise langatmig, weil Mias Story zu oft wiederholt und thematisiert wird. Klar, muss die ganze Sippschaft davon erfahren, aber verpacken hätte es die Autorin variantenreicher können.
In der Serie wiederholen sich zu meinem Missfallen auch die vielen horizontalen Szenen. Ich habe noch nie eine Serie gelesen, bei der die Bettszenen so viele Seiten bekommen. Nach spätestens drei Bänden wird es einfach nur noch langweilig, diese Szenen zu lesen. Darum kann ich auch nicht mehr als zwei, drei Bände hintereinander lesen - denn diesbezüglich ist immer alles gleich: der viele Sex ist himmlisch und alle sind die perfekten Liebhaber. Gähn. Mittlerweile lese ich quer drüber und steige wieder ein, wenn die Paare dann endlich mal aus dem Bett kommen und es in der Story mit Handlung weitergeht.
Ein grosses Plus bekommt Fred, der Stadtelch - immerhin gab es da eine tolle Wendung und ich bin gespannt, was beim nächsten Band, wenn es um Lucas geht, noch geschieht.
Schön zu lesen sind jeweils die Sätze, in denen wir erfahren, was bei den anderen Paaren gerade geschieht. So bleiben die Leserinnen immer auf dem Laufenden und freuen sich mit.
"Meine Hand in deiner" gefiel mir neben Cameron und Charlies Geschichte bisher am besten. Natürlich haben alle Paare etwas für sich, aber diese hier sticht nach all den "Grossstadtpflanze-zieht-nach-Butler"-Storys heraus.
Fazit: Wade und Mias Geschichte ist spannend, aber die vielen Wiederholungen ermüden.
4 Punkte.
Osterhase und Weihnachtsmann
Ich und der Weihnachtsmann von Matt Haig
Im dritten Band und letzten Band von Matt Haigs Weihnachtswichtelgeschichten wird es Amelia in Wichtelgrund langweilig. Als richtiger Mensch hat sie im Wichtelland einige Mühe alle Wichtel-Eigenheiten zu verstehen.
Sie wird gemobbt und fühlt sich unverstanden und allein gelassen. Auf ihren einsamen Streifzügen bekommt sie mit, dass der Osterhase heimlich Vorbereitungen trifft, um Wichtelgrund zu zerstören.
Amelia möchte das Dorf retten und sucht Hilfe bei Pixie, der wahrheitssagenden Elfe.
Die Idee mit dem Osterhasen fand ich jetzt nicht so toll, die Wichtel kamen sehr negativ rüber. Generell gefielen mir die ersten zwei Bände besser. Aber gerade durch die märchenhafte Verpackung gelingt es Matt Haig die Botschaft verständlich rüber zu bringen: die Hoffnung darf man nie aufgeben. Und so mischt der Autor Weihnachten mit Ostern, was einerseits gut war, andererseits fehlte mir für ein Weihnachtsbuch dadurch die weihnachtliche Stimmung
Fazit: Eine wenig weihnachtliche, aber märchenhafte Geschichte für Gross und Klein.
4 Punkte.
Leichter Liebesroman
Winterglück am Meer von Julie Larsen
Romane, die in Dänemark spielen, hab ich noch nicht viele gelesen. Dies, das hübsche, winterliche Cover und Stichworte aus dem Klappentext wie "Cider" und "Hotel Hygge" haben mich neugierig auf den Roman von Julie Larsen, ein Pseudonym einer deutschen Autorin, gemacht.
Jesper arbeitet in einer Investmentfirma und hätte eine Beförderung verdient, doch sein Chef Ulrich macht kurzfristig ein Wettbewerb draus.
Ulrich nimmt ihm nicht nur sein aktuelles Projekt weg und gibt es seiner Konkurrentin, sondern schickt Jesper in die dänische Pampa.
Hier, auf einer kleinen Insel vor Dänemark, lebt und arbeitet Olivia bei ihrer Tante und ihrem Onkel und arbeitet im Familienunternehmen. Dies umfasst eine Kelterei, ein Pub sowie ein B&B auf dem Hofgelände auf der Gezeiteninsel. Ihre Cousine liefert Obst für den selbstgebrauten Cider - alle helfen wo es gerade nötig ist. Keiner hat eine Ahnung, wie schlecht es um die Firma steht.
Jedes Jahr trifft sich die ganze Familie - ein Stammbaum zum besseren Überblick der Familie befindet sich auf den ersten Seiten - im Dezember zuhause, zu diesem Zeitpunkt beginnt der Roman. Cousin Mads will Olivia ein Date verschaffen. Als sie am selben Abend Jesper kennenlernt, denkt sie, dass er dieses Blind Date sei. Dieses Missverständnis klärt sich, als Onkel Per der versammelten Familie endlich sagt, dass er verkaufen muss. Welch ein Drama für alle, insbesondere für Olivia, die nicht nur ihren Lebensinhalt verlieren wird, sondern nun auch von der Liebe einmal mehr enttäuscht wurde.
Diese winterliche, kurzweilige Geschichte bietet ein bisschen Spannung, Familiengeschichten und auch romantische Szenen. Denn wenn der Traktor unter dem Mondlicht im Meer stillsteht, wird es nicht nur Olivia und Jesper warm ums Herz. Bis sie das auch richtig geniessen können, muss aber noch einiges geschehen.
Fazit: "Winterglück am Meer" ist ein leichter Liebesroman mit einem tollen Setting, mir fehlte aber das gewisse Etwas.
3.5 Punkte.











