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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Sago:

Durch die Augen der Meeresbewohner

Tintoretto und seine Freunde von Dirk Rossmann

Dirk Rossmann kannte ich bisher nur durch die Vorstellung seiner Bücher im Magazin zur gleichnamigen Drogeriekette. Hier bin ich nun für meinen Neffen über ein Kinderbuch gestolpert, das meiner Meinung nach kleine Leser sehr kindgerecht an die wichtigen Themen Klima und Umweltverschmutzung heranführt.

Diese bleiben nicht länger abstrakt, wenn Tintenfisch Tintoretto auf einmal in einer fortgeworfenen Flasche feststeckt. Ich denke, solche Bilder prägen sich nachhaltig ein. Auch die hübschen Illustrationen tragen dazu bei.

Tintoretto und seine vielgestaltigen Freunde sind zudem richtige Sympathieträger, mit denen man sich identifizieren und deren Abenteuer man nachspielen und selbst weiter ausschmücken kann. Weiterhin gefällt mir, dass das Buch robust gestaltet ist, was gerade bei Kindern wie meinem Neffen, die gerade erst in die empfohlene Altersklasse hineinwachsen, wichtig ist.

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Waldvielfalt

Wieso? Weshalb? Warum? Stickerheft - Im Wald von

Mein kleiner Neffe braucht hier noch etwas Unterstützung, da er gerade erst in die empfohlene Altersgruppe zwischen vier und sieben Jahren hineinwächst. Das großformatige Heft und die mehr als 300 Sticker ist wirklich sehr ansprechend gestaltet und bietet viele Stunden Bestelspaß.

Ganz nebenbei wird aber auch eine Menge Wissen über tierische und pflanzliche Waldbewohner geboten.

Selbst ich als Erwachsene habe gestaunt, denn obwohl ich den Wald liebe, hatte ich beispielsweise den Begriff Tangwald vorher noch nie gehört.

Besonders gelungen finde ich, dass Kinder hier zum einen üben, Sticker passgenau einzufügen, aber auch Raum für Kreativität geboten wird. So kann man teilweise selbst entscheiden, wo Sticker platziert werden, und so quasi sogar Bildfolgen entstehen lassen. So vielfältige Anregungen in einem Kinderbuch finde ich bemerkenswert.

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Manuskript voller Rätsel

Das Glück auf der letzten Seite von Cathy Bonidan

"Du weißt selbst am besten, dass Schriftsteller in der Regel äußerst neurotische und besondere Geschöpfe sind und man lieber ihre Romane lesen sollte als seine Tage mit ihnen zu verbringen. Das ist zwar nicht notwendigerweise besser, aber in jedem Fall weniger langwierig und riskant."

Es hat mich sehr gefreut, endlich mal wieder einen Briefroman zu lesen.

Als Anne-Lise in einem Hotelzimmer auf ein anscheinend vergessenes Manuskript stößt, entbrennt in ihr die Neugier, den Autor zu finden. Gemeinsam mit Freundin Maggie macht sie tatsächlich Sylvestre ausfindig. Erstaunlicherweise stellt sich heraus, dass er selbst das Manuskript in jungen Jahren zwar geschrieben, aber nie vollendet hat. Nun entspinnt sich also die Suche nach dem geheimnisvollen zweiten Autor. Doch das Manuskript ist schon durch zahlreiche Hände gegangen und scheint das Leben der Lesenden stets sehr beeinflusst zu haben...

Bücher über Bücher lese ich oft besonders gern und dieses war keine Ausnahme. Es plätscherte fröhlich dahin wie viele dialogreiche französische Filme. Ein paar kleine Kritikpunkte, die den fünften Stern gekostet haben, sind mir allerdings aufgefallen. Auch wenn der elequente Stil überzeugt, hätte er viel viel besser ins 19. Jahrhundert gefasst. Die um die 50 Jahre alten Protagonisten wirkten dadurch und auch durch manche Handlungen eher wie über 70jährige. Und warum das Manuskript so einflussreich war, versickerte irgendwie im Sande. Hier hätte ich mir noch irgendeine, ruhig auch märchenhafte, Erklärung gewünscht.

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Klösterlicher Aufstieg

Matrix von Lauren Groff

"Und in dieser Pein kehren jene Monate nach ihrer Ankunft im Kloster zu ihr zurück, als sie sich wie ein abtrünniger Engel vorkam - aus dem Licht des Himmels ins Dunkel der Hölle geworfen."

So fühlt sich die junge Marie, als sie mit 16 Jahren von Eleonore von Aquitanien vom Hof verbannt und in ein Kloster gesteckt wird.

Marie ist eine uneheliche Königstochter und nicht hübsch genug, um als gute Partie zu gelten. Die Familie ihrer Mutter wird fast amazonengleich beschrieben und Marie als wahre Riesin. Im Kloster stößt sie auf bitterste Armut, der Marie als neue Priorin auch mit ihrer Mitgift abhelfen soll. Lange hofft Marie zur Königin, die sie insgeheim liebt, zurückkehren zu dürfen. Doch schließlich nimmt sie den Kampf auf, um den Nonnen zu einem besseren Leben und dem Kloster zu Ruhm zu verhelfen. Angeleitet von Visionen, nehmen ihre Pläne immer überwältigende Dimensionen an...

Trotz der Schönheit mancher Sätze haben die Geschichte und ich nicht völlig zueinander gefunden. Der Roman blieb sperrig und zum Schluss habe ich zunehmend die Geduld mit Marie verloren. Dies lag zum einen an den spröden Protagonistinnen. Vor allem Marie, die eigentlich den Eindruck einer sehr frühen Feministin vermitteln soll, ist eigentlich oft von derselben Geltungssucht, Rücksichtslosig- und Selbstherrlichkeit getrieben, die man dem Patriarchat nachsagt. Zum anderen sucht man echte Dialoge eigentlich vergebens, was die Erzählung irgendwie blutleer werden lässt. Männer glänzen zudem gänzlich durch Abwesenheit und werden von Marie als Wesen wahrgenommen, die man um jeden Preis fernhalten muss. Eine selbst für die damals rauen Zeiten doch sehr negative Sicht. S0gar der hier ausnahmsweise nicht gescholtene Richard Löwenherz, Sohn Eleonores, darf in diesem Roman nur umschrieben und nicht genannt werden, als wäre er Harry Potters Voldemort.

Viel faszinierender wäre wohl Maries Jugend auf Kreuzzug mit ihren weiblichen Verwandten gewesen, die nur in der Rückschau erwähnt wird. Ihr klösterlicher Aufstiegs zog sich für mich sehr dahin. Leider ist mir die historisch verbürgte Figur Maries fremd geblieben.

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Aufgesessen, Team Valkyrie!

Die Nebel von Walhalla (Bd. 1) von Barbara Schinko

Auch als erwachsenes Pferdemädel lese ich Pferde-Jugendbücher immer noch sehr gern. Vor allem wenn sie wie in diesem Fall sogar noch meine Liebe für Fantasy-Geschichten ansprechen. Besonders schön fand ich auch, dass hier die nordische Mythologie eine große Rolle spielt. Denn als Alessa und ihre Cousine Nell nach einem Wohnortwechsel im neuen Reitstall den Pferden Courage und Blitz begegnen, merken sie schnell, dass sie es nicht mit gewöhnlichen Pferden zu tun haben.

Vielmehr geben sie ihren Reiterinnen anscheinend genau die Eigenschaften, die denen bisher fehlten. Und mit Feeja, der Tochter der Hofbesitzerin, und ihrer Stute Fantasy gibt es sogar eine dritte im Bunde. Bis sie zum Team Valkyrie zusammenwachsen, gilt es jedoch erst eimal das erste Abenteuer zu bestehen und ein Rätsel um gestohlene Pferde zu lösen...

Stärken der Geschichte sind die übernatürlichen Elemente, Alessas Verliebtheit in Feejas süßen Bruder Luca und der schöne Gedanke, dass die Reiterinnen ihre Pferde ebenso ergänzen wie umgekehrt. Die Aspekte aus der nordischen Mythologie hätten nach meinem Geschmack noch etwas stimmungsvoller ausgearbeitet werden können. Alessa agiert mir als Protagonistin manchmal zu unüberlegt und zu wenig teamorientiert. Alles in allem aber ein gelungener Reihenauftakt mit wunderschönem Cover, dem man gern weiter folgt.

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Vertrauen und Verrat

Die versteckte Apotheke von Penner Sarah

"Zuerst ist Vetrauen da, und dazu gibt es Verrat. Diese beiden Dinge hängen zusammen. Man kann von niemandem verraten werden, dem man nicht zuvor vertraut hat."

Der Verrat von Männern und die geheimen Waffen der Frauen spielen auf beiden Zeitebenen des Buches eine große Rolle. Eigentlich erlebe ich das Konzept der doppelten Zeitebene oft kritisch.

Bei ungeschickteren Schriftstellerinnen bleiben dann oft beide Zeitstränge beklagenswert an der Oberfläche. Das ist hier absolut nicht der Fall. Beide haben mich besonders gefesselt und sind äußerst geschickt verwoben.

Caroline verbringt die Reise, auf der sie eigentlich mit ihrem Ehemann ihren 10. Hochzeitstag feiern wollte, allein in London. Denn James betrügt sie. Lange hat Caroline ihre eigenen Wünsche für ihre Ehe zurückgestellt. Während sie um eine Entscheidung ringt, wie es nun weiter gehen kann, vertreibt sie sich die Zeit damit, das sog. mudlarking auszuprobieren: das Suchen nach historischen Überbleibseln im Uferschlamm der Themse. Als sie auf ein blaues Fläschen mit mysteriöser Gravur findet, erwacht ihre frühere Leidenschaft für Geschichte wieder in ihr. Zur Ablenkung beginnt sie zu recherchieren und stößt auf die Geheimnisse einer Apothekerin, die insgeheim einer viel dunkleren Tätigkeit nachging...

Die in der Ich-Perspektive von Caroline und Apothekerin Nella sowie ihrer Gehilfin verfassten Erzählungen entwickeln wirklich einen Lesesog. Wunderbar düster geschildert fand ich auch die Zubereitung verschiedener Gifte, die der Story einen herrlich düsteren Touch gaben. Zudem ist das Buch außen so wunderhübsch gestaltet, dass es schon eine Freude war, es auch nur in der Hand zu halten. Schade war allerdings, dass sich manches viel zu glatt löste, geradezu wie von Zauberhand. Das galt insbesondere für Carolines Spurensuche, die wirklich keinerlei Mühe erforderte. Hier wären ein paar Stolpersteine authentischer gewesen.

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Henna und viel mehr

Die Hennakünstlerin von Alka Joshi

Lakshmi schafft, was in den Fünfziger Jahren nur wenigen Inderinnen gelingt: Einer arrangierten, gewalttätigen Ehe zu entfliehen und sich eine eigene Existenz aufzubauen. Mit ihrem Kräuterwissen und ihrer Hennakunst baut sie sich in Jaipur eine eigenständige Existenz auf. Als eines Tages ihre jüngere Schwester Radha, von deren Existenz Lakshmi nicht einmal etwas ahnte, wird Lakshmi nicht nur von ihrer Herkunft eingeholt.

Plötzlich muss sie um alles, was sie sich aufgebaut hat, auf ganz unerwartete Weise kämpfen...

Wirklich interessant waren die Einblicke in diese fremde, manchmal erschreckende, aber auch äußerst farbenprächtige Welt. Vor allem die indische Naturheilkunde und die Hennakunst konnten mich fesseln. In der ersten Hälfte hatte die Geschichte für mich aber auch einige Längen. Lakshmi bei ihrem Existenzkampf zu begleiten, hat nicht gerade aufgemuntert. Allerdings wäre ihr Schicksal noch mehr ans Herz gegangen, wenn sie selbst weniger nüchtern und dafür etwas tiefgründiger porträtiert worden wäre. Im letzten Drittel nimmt die Geschichte durch persönliche Verwicklungen gehörig Fahrt auf, diesen Spannungsbogen hätte ich mir schon etwas früher gewünscht.

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Lebendige Bücher

Das Antiquariat der verlorenen Dinge von Daphne Mahr

Sind nicht Bücher oft am schönsten, wenn Bücher darin eine Rolle spielen? Dieses Jugendbuch bietet außerdem eine magische Geschichte mit viel Frankreich-Flair.

Als die junge Clara in Lyon in einem Antiquariat ein Ferienpraktikum beginnt, begibt sie sich nicht nur auf die Spuren ihres Großvaters, der dort als Buchbinder wirkte.

Sie trifft auch auf den sympathischen Théo, jede Menge Familiengeheimnisse und Bücher die nahezu lebendig scheinen....

Diese Buch wartet mit einer wunderbaren Grundidee auf, Bücherwürmer einmal völlig anders umzusetzen. Dafür habe ich mich wirklich begeistert, war dann aber von der etwas lauen Umsetzung doch ein wenig enttäuscht. Nicht nur daraus hätte man so viel mehr machen können. Auch Clara und Théo blieben für mich ein wenig blass und manche Schwierigkeit löste sich zu unvermutet auf. Dennoch macht die Geschichte Spaß und ich werde Ausschau nach "Booklove" von der gleichen Autorin halten.

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Ein unvollkommener Ehemann von Sheila O'Flanagan

Ausgerechnet nachdem sich Roxy um ihre gerade verwitwete Mutter gekümmert und also selbst ihren Vater verloren hat, erwischt sie ihren Ehemann Dave in flagranti mit der Nachbarin im Ehebett. Sie schnappt sich ihre Kinder und kehrt postwiendend zurück zu ihrer Mutter. Ablenkung findet sie, indem sie mit dem Mercedes ihres Vaters dessen Chauffeurdienste fortsetzt.

Ihre Fahrgäste halten allerhand Überraschungen bereit, von denen eine sogar Roxys Familie unmittelbar zu betreffen scheint. Können Roxy und Dave die Ehe kitten oder winken neue Ufer für Roxy?

Das Buch startet mit dem Ehebruch rasant, verliert dann aber immer weiter an Fahrt. Zwar habe ich die Geschichte weiterhin gern gelesen, zumal auch das Setting in Irland für mich ein Plus war. Die Schilderung von Roxys Aktivitäten, eine eigenständige Existenz aufzubauen und diese auf Instagram bekannt zu machen, hatte jedoch für mich auch einige Längen. Trotzdem blieb ich gespannt bis zum Schluss. Hier konnte ich aber tatsächlich einiges vorausahnen. Den Lesespaß hat es mir nicht verdorben. Trotzdem hat mir das letzte Funkeln der Faszination in der Erzählung gefehlt, vielleicht weil Roxy als so nüchterner Charakter geschildert wurde.

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Ein Hauch von Göttern

A Touch of Darkness von Scarlett St. Clair

Was hätte man aus der schönen Grundidee - griechische Götter in einem Urban Setting - alles herausholen können. Zudem eine moderne Nacherzählung des Mythos, in dem Persephone von Hades in die Unterwelt entführt wird. Leider dient aber aber alles im Grunde nur dazu, erotische Begegnungen zwischen den beiden explizit darzustellen.

Was sie zueinander zieht außer schiere Lust wurde für mich kaum plausibel. Und was will der schon seit Aönen existierende Hades ausgerechnet mit der unreifen Persephone? Wie kommt es überhaupt dazu, dass Persephone wirklich noch sehr jung ist und die anderen Götter anscheinend schon ewig leben? Nicht die einzige Ungereimtheit, auf die ich hier gestoßen bin.

Das Worlbuilding, das so viel Potenzial geboten hätte, ist eigentlich nur angedeutet und nicht ausgearbeitet, halt eine Kulisse zu den Sexszenen. Persephone macht eine kleine Entwicklung durch im Laufe des Buches, wobei sie sich zwar gegen ihre Mutter behauptet, aber im Grunde dafür nun stattdessen nach Hades richtet.

So schön fand ich die Idee, dass die Götter hier Hörner tragen. Leider blieben die Hörner aber bloß ein Accessoire. Nebenfiguren tauchen auf, wenn sie benötigt werden. Manchmal ist unvermittelt etwas Zeit vergangen und ich habe gestaunt, was sich inzwischen anscheinend ereignet hat. Verschiedene mythologische Figuren werden eingeflochten, aber dabei so oberflächlich geschildert, dass es mich enttäuscht hat.

Das Buch kommt eigentlich zu einem runden Abschluss und hätte für mich nicht Anlass zum geplanten Mehrteiler geboten.

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