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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Sago:

Bittersüß

Der Papierpalast von Miranda Cowley Heller

Elle steht mit 50 Jahren an einem Wendepunkt. Obwohl sie ihren Mann Peter sehr liebt und drei Kinder mit ihm hat, kann sie ihren Kindheitsfreund Jonas noch immer nicht vergessen, so wie auch Jonas in Elle die Liebe seines Lebens sieht.
Als sie am See ihrer Jugendsommer erneut aufeinandertreffen, kommt die Zeit, in der sich Elle für Jonas oder Peter entscheiden muss.

So startet dieser aufwühlende, raffiniert konstruierte Roman. Während Elle um Klarheit ringt, erfahren wir in unzähligen Rückblenden ihr bisheriges Leben: Ihre ziemlich chaotische Kindheit, die von den sommerlichen Begegnungen mit Jonas erhellt wurde. Geheimnisse der Vergangenheit, die nun ans Licht drängen und Elle und Jonas, die doch eigentlich füreinander bestimmt waren, auseinander und zu anderen Partnern trieben. Können alte Wunden nun heilen und doch eine gemeinsame Zukunft schaffen? Aber wie, wenn dies doch so viel Schmerz brächte für andere?

Miranda Cowley hat mich von der ersten bis zur letzten Seite eingefangen. Zuweilen schonungslos seziert sie die Familiengeschichte mit ihren Abgründen und die Gewissensqualen von Elle. Deren Dilemma ist nur zu verständlich: Wo findet man im wahren Leben zwei so gutherzige, intelligente, attraktive Männer, zwischen denen frau sich dann auch noch entscheiden muss? Vor allem Jonas hat mich sehr für sich eingenommen, da er als ein etwas ungewöhnliches Kind beschrieben wurde und ich solche Protagonisten mag. Die Autorin hat mit ihrer Erzählkunst in mir eine diffuse Sehnsucht wachgerufen, die mich auch nach dem Buch noch umtreibt. Das Ende ist ein kleines literarisches Meisterwerk, für meinen Geschmack aber letztendlich doch ein wenig zu offen für Interpretationen. Selten habe ich mir so sehr gewünscht, ich hätte das Buch in einer Leserunde gelesen, um mich darüber austauschen zu können.

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Willkommen bei den Felidix

Mitternachtskatzen, Band 1 - Die Schule der Felidix von Barbara Laban

Auch als Erwachsene machen mir Katzen-Jugendbücher immer noch viel Spaß. So auch dieses.
Als Nova und Henry eine Einladung an eine Schule erhalten, die in einem Turm des Londoner Towers untergebracht ist, ahnen sie noch nicht, dass nicht nur der Ort etwas Besonderes ist. Hier sind nämlich neben den Schülern und Schulleiter Horatio besonders viele Katzen zugegen.

Zunächst finden die Kinder das nur schön und denken sich nichts dabei. Bis zum ersten Mal eine Katze mit ihnen spricht! Schnell überschlagen sich die Ereignisse, denn Nova und Henry werden um Hilfe gebeten, die Katzenkönigin von England und ihre Leibwächter, die geheimnisvollen Mitternachtskatzen, aus den Fängen einer kätzischen Thronräuberin zu befreien.

Nicht nur der Grundgedanke einer Schule für Katzenversteher ist sympathisch, sondern das ganze Buch. Hervorzuheben ist auch die schöne Innenausstattung, die neben Verzierungen einige Schwarz-Weiß-Zeichnungen der Kinder und vor allem der fantasievoll ausgedachten Katzen aufweist.

Neben dem Abenteuer um die entführte Katzenkönigin gibt es noch genug Rätsel, die im ersten Teil der Serie nicht gelöst werden, so wie das um Novas Eltern und die verschwundene Schwester der Katzenkönigin. Stoff für weitere spannende Bände ist also garantiert.

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Blick in den Abgrund

Der fürsorgliche Mr. Cave von Matt Haig

Das Thema von Matt Haigs Roman ist so düster, beinahe niederschmetternd, dass ich mich bei einem anderen Autor wohl nicht herangewagt hätte. Aber ich mag seine Tiefgründigkeit und seine Einfühlungskraft, so dass ich mich nicht habe abschrecken lassen.

Diesmal geht es um Ich-Erzähler Terrence, der bereits Mutter, Ehefrau und Sohn verloren hat.

Geblieben sind ihm nur seine Schwiegermutter und Tochter Bryony, die schon immer sein Augenstern war. Warum ihr verstorbener Zwilling Reuben in den Augen seines Vaters anscheinend gar nichts richtig machen konnte, wie Terrence so wurde, wie er sich den Lesern jetzt zeigt und wie Terrence seine Frau verlor, zeigt Haig erst ganz allmählich in raffinierten Rückblenden. Es ist ein düsterer Tanz auf dem Vulkan, den Terrence aufführt, wild entschlossen, um wenigstens Bryony vor allem, was ihm selbst als gefährlich erscheint zu schützen. Irgendwie hatte ich beim Lesen nach und nach immer mehr Ravels Bolero im geistigen Ohr, denn wie dort gewinnt die Handlung immer mehr an fataler Eigendynamik...

"Alles was wir Menschen erschaffen, dient einzig und allein dem Zweck, den Schrecken unserer Existenz zu mildern."

Auch diesmal ist es Haig gelungen, mich ganz in seinen erzählerischen Bann zu ziehen. Dennoch glaube ich, dass sein jüngster Roman seine Leserschaft etwas zwiegespalten zurücklassen wird. Terrences Gedankenwelt verdüstert sich dermaßen, dass ich das Gefühl bekam, in einen Abgrund zu blicken. Wer Haigs autobiographische Hintergründe kennt, wird sich leicht erklären können, aus welchen dunklen Zeiten in seinem Leben der Autor hier so überzeugend schöpfen kann. Mancher Leser wird sich allerdings geradezu bleiern herabgezogen fühlen, zumal man hier hoffnungsfrohe Botschaften, wie sie bei aller Tragik beispielsweise in seiner "Mitternachtsbibliothek" immer wieder aufblitzten, gänzlich vergebens sucht. Wenn man lange in einen Abgrund blickt, blickt der Abgrund auch in dich hinein, wusste schon Nietzsche. Dies könnte manchen Leser überfordern.

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Wunderbar anders

Helles Land von Mary E. Garner

Ich lese so viel Fantasy, dass ich mich immer besonders freue, wenn, ich auf ein ganz anderes Strickmuster treffe. Clay, die Erwählte des Heiligen Baumes, ist endlich einmal kein zartes Mädchen, sondern eine reife Frau, die selbst eine Schülerin ausgebildet hat. Ihren Gefährten Ian hat sie an einen Unfall verloren, jedoch in dem Türmer Parrett eine neue Liebe gefunden.

Ihre Welt wird beherrscht von zwei erbarmungslosen Sonnen. Nur die Lichteiche und ihre Nachkommen können Clays waldreiches Refugium und die Türmerstadt, aus der Parrett stammt, vor der gnadenlosen Hitze bewahren. Clays Aufgabe ist der Schutz des Heiligen Baumes. Doch als eine Delegation aus den Türmen eintrifft, überschlagen sich die Ereignisse. Es kommt zu Uberfällen und Entführungen und bald wissen Clay und ihre Schülerin Camille nicht mehr, wem sie trauen können...

Auch wenn ich als sehr gewiefte Leserin manche der eigentlich sehr überraschenden Wendungen vorausahnen konnte, ist es der Autorin immer wieder gelungen, Zweifel und falsche Fährten zu säen. Hier hat mir alles gefallen: Das naturverbundene Setting, die ganz neuartige Geschichte, die ein wenig über bloße Fantasy hinausgeht, die überzeugenden Protagonisten und die ruhige, aber dennoch spannende Erzählweise in der Ich-Form. Endlich ein überzeugender Einzelband, der rundum zu überzeugen weiß!

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Einfallsreich

Feuerblut - Der Schwur der Jagdlinge von Aisling Fowler

"Sie hat den Eid geschworen. Und sie wird ihn brechen." Schon diese zwei Sätze haben mir einen erwartungsvollen Schauer beschert. Trotzdem war es eine langsame Bücherliebe, die mich aber im Laufe der Geschichte immer mehr gepackt hat.

Zwölf ist ein Jagdling. Noch hat sie ihre Blutsprüfung nicht bestanden, um eine richtige Jägerin zu sein, die all ihrer Clanzugehörigkeit zu entsagen und nur der Jagdgilde zu dienen hat.

Doch Zwölf ist eine Außenseiterin unter den Jagdlingen, obwohl niemand ahnt, wie viele gefährliche Geheimnisse sie in sich trägt. Darin gleicht sie der jungen Sieben. Als Kobolde die Jagdgilde überfallen und Sieben entführen, macht sich Zwölf auf, das Mädchen zu befreien. Unfreiwillig bildet sie dabei eine Gemeinschaft mit Hund, dem ursprünglich steinernen Wächter der Loge, und den Jungen Fünf und Sechs. Dabei sind sich Fünf und Zwölf alles andere als freundschaftlich gesinnt.

Aisling Fowler hat es mit diesem ersten Teil der "Feuerblut"-Reihe geschafft, mich mehrfach zu überraschen. Daher hoffe ich wirklich, dass auch die weiteren Teile übersetzt werden. Besonders gefallen hat mir die facettenreiche Zeichnung und Entwicklung der Protagonisten, bei der jede Schwarz-Weiß-Malerei vermieden wurde. Außerdem haben mir die bösen Kobolde und das gut ausgearbeitete Magiesystem wirklich viel Spaß bereitet, ebenso wie die unberechenbaren Feuergeister und die wirklich einfallsreich geschilderte Suche nach Sieben. Fantasyfiguren, die nicht überall auftauchen, sind immer von Vorteil.

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Suchtfaktor

The Stranger Times von C. K. McDonnell

Wie schön, dass die Stranger Times in Serie geht. Ich bin nämlich schon nach dem ersten Teil süchtig geworden. Das Buch sprüht nicht nur vor zum Teil rabenschwarzem Wortwitz, sondern wartet auch mit einer innovativen Urban Fantasy Story und schrägen, liebenswerten Protagonisten auf.

Hannah sieht sich nach ihrer gescheiterten Ehe als fast unvermittelbare Kraft auf dem Arbeitsmarkt in Manchester.

Ihr bleibt keine andere Wahl, als eine Stellung als stellvertretende Chefredakterin bei einem äußerst skurrilen Wochenblatt anzunehmen. Die Stranger Times liefert Geschichten über UFOs und Übernatürliches, die windiger kaum sein könnten. Da verwundert es nicht, dass Chefredakteur Banecroft selbst nicht an das glaubt, was seine Reporter da zusammentragen. Aber was, wenn sich plötzlich herausstellt, dass die Realität noch viel fantastischer ist als die Artikel in der Stranger Times?

Meine Güte, was hat mir dieses Buch Spaß gemacht! Zwischen die Kapitel eingestreut sind immer wieder Stranger Times-Artikel im Original-Wortlaut. Diese zeigen die überbordende Phantasie des Autors ebenso wie die Geschichte selbst. Die ehemalige Kirche, in der die Redaktion der Stranger Times verortet ist, bildet einen wirklich stimmungsvollen Schauplatz und die Protagonisten bieten ebenso wie das übernatürliche Worldbuilding noch zahlreiche Ansatzpunkte für weitere spannende Erzählstränge in künftigen Bänden. Hoffentlich haben diese auch wieder so einen schönen Buchschnitt, der hier in passendem Schwarz gestaltet ist. Ich bin auf jeden Fall wieder dabei und werde zwischenzeitlich schon mal den Newsletter der Stranger Times abonnieren.

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Eisbergtechnik einmal ganz anders

Gesammelte Werke von Lydia Sandgren

Die Eisbergtechnik steht eigentlich für Hemingways lakonischen Stil, mit dem er es den Lesenden überlässt, viele Zusammenhänge in seinen Geschichten sich selbst zu erschließen.

Daran würde man bei diesem Roman, der auf fast 900 Seiten mit beinahe überwältigender Detailfülle seine Protagonisten folgt, eigentlich nicht denken.

Hier kam sie mir dennoch in den Sinn, nicht nur, weil die Autorin die Eisbergtechnik selbst erwähnt, sndern auch, weil Sandgren trotz der geschilderten Akribie vieles - man möchte sagen, eigentlich das Wichtigste - der Fantasie der Leserschaft anheim gibt.

Der Göteborger Verleger Martin Berg und seine Famile werden von einem großen Geheimnis überschattet: Warum hat seine Frau Cecilia mit Anfang 30 plötzlich Martin und ihre Kinder Rakel und Ellis verlassen, um sich nahezu in Luft aufzulösen? Kurz vor seinem 50. Geburtstag wird Martin nicht nur von Erinnerungen an seine Kindheit sowie an die bewegte Jugendzeit mit seinem besten Freund, den Künstler Gustav, und an das Kennenlernen von Cecilia überflutet. Es scheint auch Bewegung in das große Rätsel zu kommen, als die mittlerweile erwachsene Rakel glaubt, in einem Roman, den sie vom Deutschen ins Schwedische übersetzt, untrügliche Hinweise auf den Verbleib ihrer Mutter zu entdecken.

Sandgrens Buch birst geradezu vor Lebenserfahrung, brillianten Formulierungen und dem Zeitgeist der Siebziger und Achtziger Jahre, was bei einer noch vergleichsweise jungen Autorin besonders bemerkenswert zu werten ist. Im letzten Drittel hat es für mich auch einen wahren Lesestrudel erzeugt, nicht zuletzt, weil ich Cecilia endlich auf die Spur kommen wollte. Besonders die Schilderung von Martins Jugend hatte für mich jedoch auch einige Längen, obwohl ich eigentlich auf dicke Schmöker geradezu abonniert bin. Außerdem muss ich sagen, dass mir die literarische Gestaltung des Endes gleichermaßen Respekt abnötigt, wie es mich ein wenig erbost hat. Hier blieb mir einfach zu viel des Eisbergs verborgen unter dem Meer.

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Heimliches Crossover

Flame & Arrow, Band 1 - Drachenprinz von Sandra Grauer

Drachen und Elfen - man sollte meinen, man könne damit bei mir nicht allzuviel falsch machen. Mit seinen Drachenschuppen ist das Buch auch einfach wunderschön gestaltet. Eine ähnlich glückliche Hand hätte ich der Autorin Sandra Grauer gewünscht, von deren "Clans von London"-Reihe ich den ersten Teil bereits kenne.

Leider wurde ich nicht gewarnt, dass die Clans-Figuren auch in diesem Buch auftauchen würden. Daher wurde ich nicht nur für den zweiten Clans-Teil unfreiwillig gespoilert, sondern traf zudem auf Handlungsstränge, die irgendwie unfertig wirkten. Das war nicht nur der Fall, als Drachen und Elfen auf die Hexenclans trafen. Wie ich dem Nachwort entnommen habe, stammt auch ein Hexen-/Drachen-Liebespaar aus einem der früheren, mir unbekannten Buch der Autorin. Daher lief die Geschichte immer wieder unrund.

Ähnliches muss ich leider bezüglich der Haupt-Protagonisten sagen. Die Story wird abwechselnd in der Ich-Perspektive von der Drachen-Prinzessin Sharni und der Elfenkriegerin Kailey berichtet. Dann gibt es noch Sharnis Bruder, den Drachenprinzen Aiden. Seine Kapitel werden in der dritten Person abgefasst. Dennoch konnte ich zu ihm noch am ehesten eine Verbindung aufbauen, wenn er auch erschreckend blass geschildert wurde. Man hätte nicht nur aus seiner Figur viel mehr machen können, ist doch die Drachenform seine wahre Gestalt. Als Mensch mutierte Aiden leider ins äußert Beliebige. Vage Formulierungen wie "der innere Drache in ihm" machten es nicht besser.

Sharni und Kailey waren trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft für mich irgendwie austauschbar und ihre Kapitel nur inhaltlich auseinander zu halten. Denn Drachen und Elfen sind verfeindet, die Elfen spinnen Intrigen gegen die Drachen und Kailey wird auf Aiden angesetzt, um ihn auszuspionieren und ihm zu schaden. Sowohl Sharni als auch Kailey sind unbeherrscht und sprunghaft, wobei Sharni immerhin noch als Sympathieträgerin durchgeht.

Es werden wohl zahlreiche Leserinnen vergebens versuchen, mit Kailey warmzuwerden. Ihre Handlungen und Gefühle sind wenig nachvollziehbar und der schockierende Cliffhanger, in dem sicherlich ein tieferer Sinn liegt, am Ende des ersten Bandes macht es nicht besser. Auch die Liebesgeschichte konnte mich leider nicht einfangen. Warum Kailey und Aiden Gefühle füreinander entwickeln, blieb ebenso rätselhaft wie die Strategie von Aidens Vater, um seinen Sohn zu beschützen. Es entstand das Gefühl, dass er ganz sinnlos in Gefahr gebracht wird. Dem Trinity College als tollem Setting fehlte jegliche atmosphärische Dichte. Seine Studentenschaft schien aus einer Handvoll Personen zu bestehen und Vorlesungen spielten keinerlei Rolle.

So schade!

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Rettet Ruby die Ranch?

Pferdeflüsterer-Mädchen, Band 3: Das verbotene Turnier von Gina Mayer

Von Gina Mayer kenne ich bisher bereits die Pferdeakademie-Reihe, aber ich konnte problemlos auch hier einsteigen, obwohl es sich um Band 3 handelt, und war genauso angetan.

Wenn man die Geschichte liest, kann man immer kaum glauben, dass Gina Mayer selbst nicht reitet, wie es hinten im Buch angegeben ist.

Die Story ist auch diesmal wieder kenntnisreich durchdacht und besticht mit Pferdeflüsterer-Wissen, also von der Lehre, mit Pferden als Mitgeschöpfe und nicht als Sportgeräte umzugehen. Am Schluss finden sich sogar ein paar Basis-Übungen, die man mit einem Pferd nachmachen kann.

Auf der Ocean Ranch in Cornwall herrscht Aufregung. Obwohl den Betreibern zugesagt wurde, das Nachbargelände pachten zu können, um dort eine größere Reithalle zu bauen, soll dort plötzlich ein Flughafen entstehen! Damit würden die traumatisierten Pferde, an deren Heilung dort gearbeitet wird, nicht klarkommen. Der Eigentümer des Geländes geht mit der jungen Ruby eine heikle Wette ein: Nur wenn sie ein Turnier in ihrer Altersklasse gewinnt, wird er seine ursprüngliche Zusage einhalten. Doch Turnierteilnahmen sind eigentlich für Reiter der Ocean Ranch verboten, gelten diese doch als wenig pferdefreundlich. Muss Ruby all ihre Pferdeflüsterer-Grundsätze über Bord werfen?

Die Geschichte macht wieder bis hin zur Ausarbeitung der Neben-Charaktere durchweg Spaß und das Buch ist zudem sehr ansprechend gestaltet. Als schon lange erwachsenes "Pferdemädel" für die es kaum derartige Bücher zugeschnitten auf die eigene Altersgruppe gibt, würde ich mir nur wünschen, dass den Jugendbuch-Autorinnen mehr Raum gegeben werden würde, denn die Geschichten gehen immer viel zu schnell zu Ende!

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"Genug Boshaftigkeit, um den Himmel zu vergiften"

Der Tod und das dunkle Meer von Stuart Turton

"Der Meister des Plott-Twists ist zurück", bewirbt der Buchrücken die Geschichte. Und tatsächlich hat sich Stuart Turton hier im Vergleich zu "Evelyn Hardcastle" selbst übertroffen. Noch einmal präsentiert er eine Story, die sich sturen Genre-Klassifizierungen entzieht. Diesmal haben mich seine Protagonisten, allen voran das Ermittler-Duo Arent Hayes und Sammy Phipps, sogar noch mehr in ihren Bann gezogen.

Mit einer düsteren Prophezeiung, ausgestoßen aus dem Mund eines Aussätzigen, der dann in Flammen aufgeht, beginnt das Abenteuer. Tatsächlich hat es schon bald den Anschein, als gehe ein gefährlicher Dämon um auf der Saardam, einem Frachtschiff auf der Reise vom exotischen Batavia nach Amsterdam. Ist es nur Zufall, dass sich ausgerechnet die beiden berühmten Ermittler an Bord befinden? Arent scheint auf seltsame Weise selbst in das Geschehen verwickelt, dabei ist der Zweck seiner Reise doch eigentlich seinen Freund und Auftraggeber Sammy Phipps zu beschützen. Kein leichtes Unterfangen, denn Sammy wurde für ein unbekanntes Kapitalverbrechen verhaftet und verbringt den Großteil des Tages in einer winzigen Zelle. Kann es unter diesen Bedingungen gelingen, die grusligen Vorgänge aufzuklären?

Neben atmosphärischer Dichte und wunderbar düsteren Metaphern wartet Turton auch mit starken Frauenfiguren auf. Wieder ein ungewöhnliches Lesevergnügen, das zu überraschen weiß und auch mit über 600 Seiten ruhig noch hätte weitergehen können. Mir wurde es nicht langweilig.

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